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Full text of "Illustrirte Zeitung 154 ( 1920), Teil 2 Von 2 ( APR JUNE 1920)"

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Nr. 4005 Einzelpreis 2 Mark 50 Pfg. Original from ,54 - Band 

Digitized by V eine NnnHter.iiicnaljlihrlich^1|^pli0|_j|Q UNIVER5ITY 










AUS WISSENSCHAFT UND TECH N I F 


Von unterirdifch fließenden Gewäffern. Weltverbreitet ift die 
Erfchei nun« unterirdifch fließender Hüffe und Bache. Im Karftgebiet Krains und der Steicr» 
mark, im belgifchen Kohlenkalk, in den franzöfifchen Ardennen, in Schwaben, in der 
Fränkifchen Schweiz, in den Kalkalpen, auf der Infel Kuba, in Tongking, in Griechen« 
land weiß man von folchen unterirdifchen Flüflen und Büchen. Nach Lindner foll die 
Sage vom Styx auf die Beobachtung eines unterirdifch fließenden Fluflcs zurückzuführen 
fein. Im Altertum hat man fchon Betrachtungen über folche unterirdifchen FlüfTe an« 
geltellt. Man glaubte fogar an eine unterm eerifche Fortfctzung folchcr GcwäflTer. Den 
Mäander meinte man in Griechenland als Afopus wiedererkennen zu können. Der Nil 
folltc als Inopus wiedercrfcheinen. Dem Timavo, der nordweftlich in die Adria mündet, 
fehenkte man feit alters Beachtung, weil er erft kurz vorher bei Monfalcone im Karlt* 
gebiet in einer Breite entfpringt, daß er fchon Schiffe tragen kann. Die Poik belitzt 
einen oberflächlichen Lauf von 25 km, dann verfchwindet fie in der Adelsberger Grotte, 
ln 7 km Luftlinie bemerkt man bei Planina in der Klcinhäusler Grotte einen Fluß hervor* 
treten, der Unz genannt wird, aber nach weiteren 10 km bei Planina lieh wieder in zahl* 
reichen Sauglöchem verliert, um bei Oberlaibach als Laibachfluß von neuem zu erfcheinen. 
Im Jahre 1907 warf man bei St. Canzian fpektralanalytifch leicht nachweisbares Lithium» 
chlorür in die Reka. Bei Timavo tritt das Rekawaffer wieder zutage. Die Walfermengen 
find aber fünfundzwan zigmal fo viel beim Austritt bei Timavo, als oberhalb der Reka« 
höhlen verfchwinden. Bekannt ift die veriiekemde Donau bei Immendingen, die wieder* 
holt fchon unterfucht wurde. Hier verfchwindet die Donau in den Spalten ihres Flußbettes. 
Nach fechzig Stunden kommt das WalTer als Aach wieder hervor, die nach dem Rhein* 
tale fließt. Die Aachquclle ilt die Itärkfte Quelle Deutfchlands. Das Walfer der Quelle 
bildet einen Strudel, wenn der Wafferliand der Donau hoch »ft. Die Stelle des Ver* 
fehwindens der Donau liegt 160 m höher als die Austrittftellc der DonauwalTer ah Aach“. 
Seit vierzig Jahren nimmt die Wafferverlickerung der Donau bei Immendingen ftändig 
zu, fo daß jetzt faft fechs Monate lang unterhalt) Immendingen der Fluß trocken liegt. 
Genau fo verfchwindet die Pegnitz bei der gleichnamigen Stadt in einem Arm am Nord* 
fuße desfogenannten WafTcrberges, um am Süaabhange Qicfes Berges wiederauszutreten. Im 
Fränkifchen Jura ift der Höhlenbach des Laubentales als unterirdifch er Fluß zu bezeichnen. 
Im Jahre 1908 fand man in einer Tiefe von 8 bis 9 m unter der Bachfohle trotz der 
der Trockenheit einen unterirdifchen Bach. Die bekannten Stempfermühlqucllen bei 
Gößweinftein lind Ausflüße unterirdifch fließender Bäche, wie es Lindner vermutet. Ein 
altes unterirdifches Flußbett war die 500 m lange Binghöhle bei Streitberg im Fränkifchen 
Jura. Oft findet man hier in frei flehenden Dolomiifdfen, z. B. nördlich von Tüchers» 
feld. in noch erhaltenen Löchern Refte ehemaliger Höhlenbachbetten. In den Alpen 
zeigen lieh an vcrfchiedenen Stellen unterirdifch fließende GewälTcr. Der Funtenfee in 
den Berchtesgadener Alpen belitzt einen Abfluß nach dem 125 m tiefer liegenden Grünfee. 
Diefer wieder foll einen Abfluß nach dem Oberfee bei Königsfee haben. Da die Höhen* 
unterfchiede bedeutend find, fo ftüret das WalTer unterirdifch in Spalten von dem einen 
zum anderen See. Das unheimliche Getöfe ilt oberirdifeh zu vernehmen, ln den AI* 
gäuer Alpen liegt bei Obermaifelltein im Sturmannsloch ein unterirdilcher Walfertümpel. 
der durch ein Bächlein nach der Tiefe hin entwälfcrt. Ehemals flolTcn die WalTer aus 
dem Sturmannsloch heraus, das jetzt trocken liegt, weil die Wader unterirdifch abtließen. 
Im Hochbachtale liegt die „Wifdcnmühlc" am Großen Wilden, die ihren Namen nach 
dem klappernden Geräufch des unterirdifch fließenden Gewälfers trägt. Am Ausgang 
des Mahdcrtales tritt das Wärter aus. Der Toferbach bei Lupnach im Lcchtalc hört in 
der kalten Jahreszeit zu fließen auf. Er hängt mit einem höher gelegenen See zufammen. 
der während feiner Gefrierzeit kein WalTer abgibt. Bei Thalkirchdorf entfpringt der 
Hungerbach, der oftmals gerade in der Trockenzeit zu fließen anfängt. Es muß mit 
einem unterirdifchen Sammelbehälter zufammenhängen, der öfters übcrflicßt. Im dina* 
rifchen Karftgebiet fällt der Preikwabach, der bei Sija in Mittelbosnien entfpringt, auf. 
Gleich nach der Quelle verfickert er, um nach einigen Stunden wjederzuerfeneinen. 
In der Vralquclle bei Buna kommen mit dem Quell walfer Buchenblätter zutage, die aus 
entfernter Gegend flammen muffen. Das gefchieht auch in den Quellen bei Parenzo. 
Mehrmals vcrlchwindet der Musica, dcT fchlicßlich als fubmarinc Quelle im Mcerbufcn 
von Slano wiedeTerfchcint. Zur Regenzeit erzeugt diefe fubmarinc Quelle gefürchtete 
Wellen. Bekannt ift der Zirknitzer See. Durch ungefähr vierzig Abflußkanäle fließt beim 
hohen WalTerftande das WalTer des Sees unterirdifch nach der Unz und Laibach ab. Am 
Cepiifcc ift das gleiche zu beobachten. Unter Schutt fließt bei Oberfldorf der Oybach 
nach Einmündung des Laufbaches hin. Neuerdings hat Heß v. Wichdorff auf alte Höhlen« 
fliilTc im Thüringer Wald am Hörfclbcrge aufmerkfam gemacht. Rudolf Hundt. 

Das Polarlicht, Die Frage nach der Entftehung des Polarlichtes, um deren 
Löfung man lieh feit fünfzig Jahren vergeblich bemüht hatte, ift nun endlich durch die 
Feltitellung von Johannes Stark dahin gclöft worden, daß das Polarlicht das Licht 
leuchtenden Stickltoffes in hohen Luftfchichten ift. der dort durch von der Sonne aus* 
gehende pofitive elcktrifche Strahlen zum Leuchten gebracht wird. Als erfter hat der 
lchwedifche Phyfiker Angftröm im Jahre 1868 das Spektrum des Nordlichtes unterfucht 
und dabei die ftarkc Linie im Grün, die fogenannte Nordlichtlinie, entdeckt, die bis 
1917 aber allen Erklären gsverfuchen getrotzt hat. Dem unermüdlichen Nordlichtforfcher 
Birkeland, der leider die Löfung des Nordlichträtfcls nicht mehr erleben Tollte, und 
Störmer war 191 1 der Nachwejs gelungen, daß von der Sonne elektrifche Strahlen aus* 
gefandt werden, die, fobald fie in den Bereich des Erdmagnetismus gelangen, durch 
diefen um den Nord* und Südpol der Erde zufammengedrängt werden und hier gewiffe 
Beftandteilc der Frdatmofphäre zu dem Leuchten bringen, das uns als Polarlicht er* 
fcheint. Zur Feftftellung der Natur jenes zum Leuchten gebrachten Beltandteiles der 
Atroofphäre verfuchtc dann Vcgard Stickftoff teils durch negative, teils durch pofitive 
elektrifche Strahlen zum Leuchten zu bringen und ihm dadurch ein Spektrum ab 2 u« 
gewinnen, das vielleicht dem des Polarlichtes gliche. Aber erfl 1918 gelang cs Johannes 
Stark, dem Stickftoff unter der Einwirkung von politiven elektrifchen Strahlen ein Spek* 
trum abzugewinnen, delTen Itärkfte Linie die gTÜne Nordlichtlinie ift. Damit war das 
Kätfel des Polarlichtes gelölt und es als das Licht leuchtenden Stickltoffes erkannt worden. 
Die von der Sonne ausgehenden, das Leuchten des Stickftoffes hervorrufenden pofitiven 
elektrifchen Strahlen beltehen aus Atomen oder Molekülen irgendeines Stoffes, die mit 
Elektrizität geladen find, und es ift fehr wahrfcheinlich, daß cs in crltcr Linie WalTer* 
Itoff ift. den die Sonne mit Elektrizität beladen ausfendet, denn eine blaue Linie im 
Nordlichtfpektrum fcheint mit der irdifchen Waffe ritofflinie übereinzuftimmen. Es ift 
jedoch möglich, daß auch andere Stoffe von der Sonne als Träger der Elektrizität aus* 
gefandt werden und dann bei der Erzeugung des Nordlichtes eine Rolle fpielen, indem 
lie dabei gleich dem Wafferftoff felbft leuchten. Auf diefen VcTfchiedenhciten fowie 
auf der verfchiedenen Gefrivwindiekeit der elektrifchen Strahlen und auf Verfchieden* 
heiten in der überaus feinen Verteilung des Stickltoffes in den höchften Schichten unferer 
Atmofphäre beruhen aller Wahrfcheinlichkeit nach die verfchiedenen Farben des Nord* 
lichtes. Durch diefe Löfung des Nordlichträtfels findet auch der bisher unerklärliche 
urlach liehe Zufammenhang, der fich in dem gleichzeitigen Auftreten häufiger Nordlichter 
und ausgedehnter Sonnenflecken zeigt, feine Erklärung. Ausgedehnte Sonncnflcckcn 
find die ficheren Anzeichen einer intenüveren. Eruptionstätigkeit der Sonne, und die 
Folge einer ftarken Eruptionstätigkeit der Sonne ift eine verftärkte Ausfcndun£ von mit 
Elektrizität geladenen Stoffen, die wiederum ein ftärkeres Aufleuchten des Stickftoffes 
zur Folge hat. Dr, Fitzau. 

Haben H austiere einen inftinkftiven Abfcheu gegen Raubtiere? 
Der verdorbene Afrikaner Bronfart von Schellendorf bringt im dritten Bande feiner 
„Afrikanifchen Tierwelt" eine Photographie, auf der feine Hausefel mit Seelenruhe 
einen toten Löwen beriechen. Die Unterfchrift lautet: ..Meine Efel befchnuppern ge* 
mütlich und neugierig einen frifch erlegten Löwen. Ein Beweis, daß die zahmen Tiere 
(Efel und Vieh) durchaus nicht immer »inftinktiv« die Witterung des Löwen fürchten.“ 
Bronfart von Schellendorf hat 22 Jahre in Afrika geweilt und über 60 Löwen gefcholTen. 
Er ilt alfo gewiß fachverftändig. Was ihn aber vor den meiften afrikanifchen Jägern 
auszeichnet, ift der Umftand, daß ihm die Beobachtung der Tiere weit wichtiger als das 
Erlegen war. Ich geltehe daher mit Vergnügen, daß ich aus der Unterhaltung mit ihm 
fehr viel gelernt habe, obwohl wir naturgemäß nur folche Sachen erörtert haben, wo 
wir verfchiedener Anficht waren. Und das waren nicht wenige. Zur Befprechung des 
Bildes lind wir leider nicht gelangt. Durch feinen Tod ift eine mündliche Erörterung 


unmöglich gemacht worden. Wenn irgend etwas feftzultchen fcheint, fo ift es die Beobac 
tung, daß ein gefundes, normales Haustier gegen Raubtiergeruch fehr empfindlich ilt. Vc 
den zahllofcn Beifpielcn, die das beitätigen, feien hier folgende angeführt. Ein Bekannt 
von mir verunglückte um ein Haar, weil fein Pferd bei der Rückkehr auf das väterlid 
Gut urplötzlich hochftieg. Der Grund war. wie fpäter ermittelt wurde, daß cs an «i 
Stelle gelangt war, wo vor kurzem ein Bärenführer mit (einem Bären geltanden harr 
Ebenfalls durch einen Baren, der über eine Fähre der Oder gefetzt war. wurden c 
Infalfcn der Wagen, die fpäter die Fähre benutzten, in die größte Gefahr gebracht. I 
Pferde witterten den Bärengcruch und wollten mit den Wagen in die hochgehendc Oc 
f Dringen. Bei Pferden, die im Berliner Zöologifchen Garten arbeiten, kann man hau- 
ihre furchtbare Aufregung feltltellen. fobald lie in die Nähe der großen Katzen gelang-. 
Alte Raubtierwärter haben mir oft erzählt, daß lie auf der Straße von Hunden angebe 
werden. Betreten fie ein Lokal, fo dauert cs nur kurze Zeit, daß fämtlichc Hunde wutc 
werden. Junge Löwen und Tiger kann man nur dadurch von Hündinnen fäugen lalle 
daß man lie verwittert. Man reibt lic daher mit den Ausfcheidungcn eines Hundes t 
um die feine Nafe der Pflegemutter zu täufchen. Der Bildhauer Urs»Eggenfchwylcr hi 
(ich einen zahmen Löwen. Als er mit dem jungen Tiere die Straße cntlangging, wol 
ein großer Köter mit diefem anbinden. Kaum aber hatte er den Schwanz des Low 
berochen, fo (loh er in Windeseile. Wenn die Hausefel einen toten Löwen gcmütL 
befchnuppern. fo gibt es alfo nur drei Möglichkeiten. Erltens können lie krank f«. 
und ihre Nafcn infolgcdclfcn nichts leiften. Das ift bei mehreren Tieren höchlt u 
wahrfcheinlich. Sodann kann der Löwe von dritter Hand - ohne Kenntnis von BronU 
von Schellendorf — verwittert fein, z. B. vom Präparator zum Schutze gegen Infekten rr 
Karbol walfer oder dergleichen begoflen fein. Drittens aber — und das fcheint mir dasWaf 
fcheinlichfte zu fein — lind die Fiel durch die Löwenfelle, die Bronfart von Schellend« 
(tändig in feinem Lager hängen hatte, gegen den Raubtiergeruch abgeltumpft. En 
Hündin, die Pflegemutter von Raubtieren ilt, kümmert lieh ebenfalls um den Raubtu 
geruch nicht mehr. Jedenfalls kann diefes Bild nicht unzählige Beobachtungen, c 
das Gegenteil beweifen, aus der Welt fchaffen , da das abweichende Benehmen dur 
befonderc Umftände veranlaßt worden fein kann. Dr. Th. Zc 

Der Kältetod der Pflanzen. Die Frage, warum und wie Kälte das Pflanze 
leben fchädigt, hat fchon aus praktifchen Gründen die Forlcher oft befchäftigt und vi 
fehiedene Deutungen gefunden. Man hat gemeint, beim Kriltalliliercn des ZcllwalTe 
fänden Zerreißungen der ebenfo empfindlichen wie lebenswichtigen. Plasmahaut (Sitz 6 
Rcizcmpfänglichkeit) ltatt. doch ilt das Plasma als zähe Fälligkeit wohl dehnbar genu 
um dem auszuweichen. Nach anderer Aufladung folltc nicht das Gefrieren, fonde- 
das Auftaucn, namentlich rafchcs Auftauen, durch die dabei „frei werdende Kälte" (belle 
infolge Wärmeentzieh unß) die Zellen töten. Daran ift wohl nur fo viel richtig, daß Ich« 
gefchädigtc Zellen, die lieh vielleicht noch erholt hätten, durch rafchcs Auftauen vollen- 
getötet werden können (denn der natürliche Tod der Zelle ift kein plötzlicher, fondet 
ein fchrittweife verlaufender Vorgang). Erfchwcrt wird die Frage dadurch, daß mancl 
Pflanzen, wie das gewöhnliche Kreuzkraut, die Vogelmiere und andere, (teif gefrieren un 
nach dem Auftaucn unbcfchädigt fein können, während empfindliche Pflanzen tropifch« 
Urwälder fchon über null Grad den Kältetod (terben können. Zu erklären ilt das AI 
(tCTbcn Itark gekühlter Zellen wohl fo, daß ein nicht rückgängig zu machender Kri 
mifchungsvorgang ltattfindet, indem die kolloide lebende Subltanz beim Gefrieren Wall« 
abgibt, das beim Auftauen nicht wieder aufgenommen werden kann; gleiches ilt ja auc 
an toten Kolloiden, wie Stärkeklei fter, Gelatine, zu beobachten. Andererleits muß < 
die lebende Subltanz fehädigen, wenn die Zellflüfügkeit, die Salze, Zucker und ändert 
gelöft enthält, durch Ausfrieren (wobei nur reines WalTer ausfriert) immer gefätti£t< 
wird. — Mittelbar fchädigt Frolt die Pflanzen, wenn der Boden hart gefroren ilt, währen 
die Sonne fie befcheint; die Wurzeln, in Kälteltarre, können dann kein WalTer nach obe 
abgeben, und die Pflanzen beginnen zu welken. Wieder anderer Art ilt das „Auswintern 
des Getreides, das oft großen Schaden anrichtet. Es entlieht dadurch, daß der fcha 
offene Boden durch Spätfröfle wieder gefriert, wobei eine dünne Obcrichicht fich in di 
Höhe hebt und die Wurzeln der PManzen abreißt; die nach Froltnächten gewöhn! ic 
hell fcheinende Morgenfonne bringt dann di« Pflanzen zum Vertrocknen. — Starke Kalt 
kann auch im Innern der Pflanze Gewebszerreißungen herbeiführen, die nicht unmitte 
bar, fondern infolge von Vertrocknung das allmähliche Abfterben. veranlaßen. Bekam) 
lind die Froltriffe an Bäumen, die aber, mit den Leitungsbahnen gleichlaufend, das Lebe 
der Bäume nicht fonderlich gefährden. Dr. Hugo Fifchct 

Vom Schlangenbiß. Erlt gegen End« des neunzehnten Jahrhunderts gelang 
es der Vtllfcnfchaft, die Wirkung des Giftfchlangcnbifles zu erklären. Schien cs dod 
unmöglich, daß die Schlange in ihrer fogenannten Giftdrüfe ein Gift im landläufiger 
Sinne des Wortes abfonderte, denn man meinte, ein Gift, das den Mcnfchcn fchädigtt 
müffe auch das Tier fehädigen. Unfere Ahnen folgerten ganz richtig, nur wußten U 
noch nicht, daß cs auch Gifte gibt, die nach Anwendung bei den verfchiedenen Tier 
klaffen auch eine befondere Wirkung ausüben. Das Gift war — wie man durch Unter 
fuch ungen feltltellen konnte — nichts anderes als organifchcs Eiweiß, wie cs unfer Kör|x: 
in den Zellen aufweilt. Die Beweife, daß organisches Eiweiß eines Lebewefens einer 
anderen unzuträglich ift, lieferte uns eine Anzahl von Forfchem. fiefonders hervor 
zuheben find die Verfuche von Belfanti und Carbone. AB lie die roten Blutkörpcrc her 
eines Kaninchens in die Blutbahn eines Pferdes cingcfpritzt hatten, bemerkten lic, daf 
das Serum des fo behandelten Pferdes die Fähigkeit hatte, im Blute des Kaninchens nrgi 
Schädigungen hervorzurufen. Bei mikrofkopi leben Unterteilungen fanden lie, daß* in 
Kaninchenblut nur lehr wenige rote Blutkörperchen vorhanden waren, dagegen hatt. 
das Blut eine durchfichtig rote Farbe erhalten. Man mußte alfo annehmen, daß durcl 
das Pferdeferem die roten Blutkörperchen des Kaninchens zerltört worden feien. Di« 
Annahme wurde beftätigt durch die Symptome, unter denen das Kaninchen erkrankte 
Da nämlich dem Blute die roten Blutkörperchen fehlten, fo fehlte es auch dem Körper 
an Sauerltoff, der für alle Lebewefen unumgänglich notwendig ilt; die Folge davon war 
der Erltickungstod. Noch deutlicher tritt die giftige Wirkung des organifchen Eiweiße* 
an der Behandlungsmethode von Blutarmen im neunzehnten Jahrhundert zutage. L-V 
nämlich Mcnfchcn, die Itarke Blutverlufte erlitten hatten, zu kräftigen, fpritzte man Lamm- 
blut in die Blutkahn der Gefchwächten ein, um den Blutverlult wiederauszugieichen 
Bald fah man jedoch, daß die Kranken anftatt ge kräftigt, arg gefchädigt wurden, wenn 
nicht diefe Transfufion von Lammblut gar zum Tode führte. Aus diefen und ähnlichen 
Verfuchen konnte man fchließen, daß das Blut bzw. organifche Eiweiß eines Lebewefen? 
für ein anderes um fo giftiger ilt, je fremder fich diefe gegenüberftehen. So muß auch 
die giftige Wirkung des Schlangen bifles erklärt werden. In der Drüfe der Schlange 
befindet lieh ein Eiwcißfekret, das durch den Biß in die Blutbahn des Menfchen gebracht 
wird und dort feine todbringende Wirkung ausübt Schon ein Tropfen diefer Abfon* 
derung genügt, um einen Menfchen fchwer zu fehädigen. Entweder nat der Schlangen« 
biß eine Jahrelange Lähmung des Nerven fyltems oder den Tod zur Folge. H. H 

Entdeckung unfientbarer Gegenltände durch Wärmewellen. 
Einer zukünftigen zufammenf affen den Darftellung der im Kriege für alle möglichen Zwecke 
verwendeten phyfikalifcben Methoden wird cs Vorbehalten lein, zu zeigen, daß alle Ge- 
biete der Phylik in weiteftgehender und oft überrafchendfter Weife verwendet worden 
lind. Dazu gehört unzweifelhaft eine Methode, die vor kurzem von S. O. Hoffman n. 
einem Amerikaner, in der Zeitfchrift "Physical Review" befchrieben worden ift. Hoffmann 
ging von der Tatfache aus, daß die Erkundungstätigkeit an der Weltfront zwiflhen den 
feindlichen Linien nur in der Nacht erfolgte, und verfuchte, lie in der Weife zu ent- 
decken, daß er die von den Patrouillen ausgehende WaTmeltrahlung des mcnfchlichen 
Körpers mit empfindlichen, auf Wärmeftrahlung anfprcchenden Empfangsapparaten mall 
Mit einer empfindlichen Thcrmofaulc, die im Brennpunkt eines 36*cm*Parabclfpicgcts 
angeordnet war, gelang es ihm. nächtlich vorgehende Mannfchaften auf 180 m Entfernung 
zu entdecken und ferner auf eine Entfernung von 40 m einen in einer Bodenvertiefung 
gefchützt liegenden Mann ausfindig zu machen, wenn diefer fein Geficht über den Boden 
erhob. Die fertig dur chge bildeten Apparate wurden im Auguft 1918 an die Weftfront 
gefchickt. Die gleichen Apparate dienten ihm dazu, die von einem nächtlich fliegenden 
Flugzeug durch den Motor veranlaßte Wärmeftrahlung nachzuweifen und fo die Stellung 
des Flugzeuges feftzuftellen. Verfuche mit einem 14 m Ipannenden Curtis*Flugzeug ergaben, 
daß bei 1100 m Höhe des Flugzeuges der Nachweis möglich war. Ludwig Thor. 


Die Illultrirtr Zeitung darf nur in der Geßalt in dm Verkehr erbracht werden, in der fie nir Ausgjbe gclanet ifi. Jede Veränderung, juch dar Beilegen von Druckfarben Irgendwelcher Art, ift unterlagt und wird gcnchtlich verfolgt 
Alle Zufendungen redaktioneller Art Gnd an die Redaktion de? llluftrirten Zeitung in Leipzig. Reudnitser Straße l~7, alle andern Zufendungen an die GeichaftilteLle der Illultnrten Zeitung, ebenfalli in Leipzig, zu richten. — Genehmigen 
tur Reproduktion unterer Bildet kann nur nach jedesmaliger vorheriger Verständigung mit dem Stammhaus (]. J. Weher. Leipzig) erfolgen. — Für unverlangte Einfendungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung überaoinmrr 


Copyright April l*t 1920 by Illuftrirte Zeitung, J.J. Weber, Leipzig. Nummer 4005. 154. Band. 


Verlag von J.J. Weber in Leipzig, Reudnitzer Straße 1—7. 


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Nachlaß H. Herdtle, Stuttgart, 

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irunit'rti. w.idiirr h rin )«i<-r in ib-r !<«*»• 
ist, in sllrn I. Iwit.r.li. i. lesDeitloIrr 
Wrlir auf wie t^arklrk .-Inrumlrkne 
Sehet i-lnrr im Vi^ffartn-mlrtirk Ikt- 
IgralHIUn TeWIli-, durch weich*- di*- fQ r I 
j.-dn f'tund** h.-rr-ch-nd.-n tallwiwhm 
und satrelm Kinflfew «<d»rt und 
mOhHos tmiimmt wrrdm kMiMi 
Frei. M I'urvh jede Huehlund*! 


BRIEFMARKEN 

Paal R>M,I ■ l h„ CMasiR 13 1. 

li r i cg » Irr I *- 1 m ii r kc n 

ler mrllacbm Knlnnlrti (War tax) mit 
vielen grauen Briten hriten: 

H> Vwvcblrd. nur «0 MX 


0«utf«er Senin für 
rajlrfifiht epÜ 5 tnhing,a.O. 

iSirlcbb.rCj in <5^1*fien. 

<Sd)tc (5d)(cfifd)< 

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Vlimml. unb <*<bel6unq#fad)rn. 

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flb. Dorlfben. Ttuf. Hermdarnd» 
u. füttfl. irdmilieneerWlfn fetpie 
an« Cfrmltdundrn Mlfrrt bur$ 

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^brache unb vor allem ihres in auSge^eicbnefer TDeifc auftlärenben 
"*““ 1 i..e s. **--»-«- ^ 3d> pfridnlid) 

rlemt: ba« auf ber nfllür- 
■ib, trenn ntdri geaenfeUigef 

»-*•*- 1 Abneigung. |a 

•hi hi«ui«jtMii fücaffübld* 
«Weine fft»e tft buedt die 
:*■— «. «. i« <B. 

3<b befteUle mir ba# T'wdi unb bin <51 oCt unb 3bnen banfbar 
Dafür. 94 iR ein rvabrer <2cba6 für bie iunqrn Leute. Vertrauen* 
enreefenb. mit moblivoOenber Teilnahme, fltt liebem tfrnft unb lettbt 
verftdntlicb geftbrieben I ft ef eine T>eele cltifrtiiagiger Vties acur. fff 
Oab mir, obwohl »dz »ielef trübte, feoct» ■Zlufflärting Über T?Hnft«, 
hon benen Ist» (eine ?lbnung, ^ettt«. ff. 71. in 91. 

Idfllid) idjrethen L ff er fo ober abnlicb Ober baf TBerf: 


an. t>o-bpe.3Jldfd. <?i« 4 «ff unb ben 
^blbemVbulfn ber Jirßin UJarp 
Xherrfa von Plei. 
Uhiffert’utf' (photogr.), outh Epiken 
auf OBunfib W «nflcW. 


dnhaltf wegen mciteft gebenbe 1>e rhrettung tvUnfcbe. 
pabe unter anbeeem etnef Durch töte — • — *- w - t - 

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T) erflehen recbt»elt4« rtntrttt. febr leicht gf^enfeitigt 
•ilbicbeu herrerseben lann. 3 Cb ftlhft batte meine Trau 
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Tltt alle Ecutfdjcn im ?n« unD Sluslanö. Cbafcfckficn 
unfc »eite Teile Oft- unb SlWftptcufjcrs fir b in ©rfabr an 
Dolen *u lallen, roeiut cs nicht gelingt, bie im (Innern Dcutfdj* 
lanbs lebenben 400000 €timm berechtigten ,uir 2lbftimmung in 
ibre Heimat ju betörtem. Dagu gebürt Diel ©clb. fteber unb 
jebe Deutle trage baber reidjlicb urb fdjrcll jur „©xenj* 
Spenbe" bei. ?cb< '©anf unb jebe ©parfafle in Tculjcb- 
lanb nehmen (Selber Tür bie „©rena-€penbe" an, audj bciDruifcfcc 
e<bufobunbfürbie©rcn,vurb3luslanb8bcut|cbcnin©erlin9l®55, 
©cfelcti ©ellcDuc; Uoftfcbcdtonto ©eilin 9lr. 73776. 

Sic Kote im SBiftcnfebaftfibetriebc.? Die Slfabcmicn in 
©erlin, Dötlingen, ^cibclbcTfl, Ceipjifl unb SWitncben baben 
ber Slationahmfammlung einen Eintrag unterbreitet, in ben 
Tteicbsbausbalt bie 6ummc con minbeftens 3 aflillionen SDiarf 
iör »iflcnfcbafllicfc-fiilturclle fttreefe cimufefien. Diele €umm< 


|oll im btfonbein baju bienen, ben ©rjug auslanbifcfccr geit* 
jebriften au ermöglichen, bamit minbeftens in einem iSrcmplar 
jebe namhafte, »ifienfcbaftlicbe auslänbifcbc ä^itf«l>Tift (aud> 
Sammlungen »pn tjnlfcbtcbungen unb begleichen) in Dcuticb* 
lanb »u finben fei; ferner ba*u, ben beutfdjen Wdbdftl bie 
©ctoffenlliebung roiflenldbaftlicb toiebtiger 2Ronograpbien burd) 
Drudunterftii^ung ,}u ermöglichen, i^oeb bring lieber als btefe 
Aufgaben unb baber, folange bie 3Rittel nicht für alle Stuf- 
gaben reichen, in erfter Cinie ui bcrüdficbligen fei bie ^ort> 
fübrung bei großen »iffenfcbaftlicben Unternehmungen, bie ohne 
Unterftü&ung faUengelaflen »erben müfete: bes beutfcbenSBörter- 
buchs ber ©rüber ©rimm, bes Thesaurus linguae latinac unb 
bes giofecn ©eptuaginta* Unternehmens. 

Gin politifdjcs 3lad)fd)lügeu>erf. J^um 6 ritten SDlal toirb 
bas befannte öanbbucb ber 'Potitif neu aufgelegt. Die Der* 
änberie SBeltorbnung bat eine, nöllige Umgeftaltung biefes 
5Bcrfes erforberlich gemacht. Die ^üllc ber politijchen fragen 
unb »iitfcbattlichen Probleme bat feinen Umfang fo geftrafft, 
bafe bet Stoff auf »ier ©änbe angewacblen ift. SDlebr als 


170 SJlitarbeilci haben bie ©auftfine ju bem großen ©r|«ar 
rcerf beifletragen , bie erften unb betten Slöpfe bes 5Uit± 
Dolitifcr aller Parteien unb Diplomaten, ©elebrtc unbi>t- 
tifer, ©eamte unb Militärs, tfinc gülle oon SBiflen u* 
HTbeit ift hier Dereinigt, um einen Querlchnitt unleres politif <± 
unb fulturetlen fßirfeus unb ©heben» ju geben. ©0 bi i - 
bas fßerf bas Urteil böcbftcr dnftan* über tic <$f unbla g 
Aufgaben unb Siele unleres ©emein|chaftslebens. ©o i|r 
rin gübrer allen benen, bie in fragen ber ©olitif reblt<±- ■ 
unb unbeeinflußten ^luffcblufs forbern, um ibr ©erftänbnes f. 
»Staat unb ©efellfcbaft au oertiefen. Unb Deutfcfclanb far 
ficb nur bann aus ber Änechtfchaft biefer 8«»* befreien, ic*<- 
jeber Deutfc&e politilch benfen lernt. 5Bir machen unlere te 
auf bie ‘änjeige über bie|es fßerf auf ©eite 406 bet dc 
lirgenben Kummer aufmerffam, berjufolge bie Slnfcbaffur 
gegen bequeme TeiUablungen bureb bie ©uchbanblung Rc~ 
©lod. ©erlin SW. 68. fiocbftrafce 9, erleichtert »irb. 

ibrünbung eines Onftituts für (firne tfjforfiftuiig. D« 

ftrife ©ebringer in ©ielefelb bat ber Unioerfität (xibelbe- 



( 7 n jedoc tfhotohmidäing 
Zu höb&n! 


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bereenaaenbes biätelifA« 9tttcf, unübertrfrflefl für Me 

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rricbftcm 3Robc bif Stoffe au. aus benen bit ftöirerwUm unb 9ten>enfln»el*( qrhilbrt werben Cfs gibt baber 
nichts tVffrr« für bie Ctärfuna Des «clamitn Oiganismus unb toub mit f über rin Ctrfola anartwnM bei: 

SCppefiflcfigreif, SCutormuf, I Oiobefc«, Jleroenleiöen, 

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«ue gorfebungsanftolt trägt ben tarnen „Dnftitut für Ifiroeife- 
*tjd>unfl" unb t ft sunächft an bas 'pbofiolofliftbc ^nftitul ber 
fnioerfitett öcibclberg anflrfdjlonen. fiacb brm Villen bes 
Stifters ifl fi* ber S’cttun^ bes 'I'ireftors biefes gnftituts 
3rof. br. ‘Ülbrccbt Kofld. oon bem bic Anregung jur <Ärün- 
unfl ber gorfdjungsanftaft ausgrgangen ift, unlerftellt. Obre 
3erit>altung ftebt unter bem Vabifcben ftultusminifterium unb 
?irfc con einem Kuratorium geführt. 

Tas griebmann fd)e luberfulofemittel für all» tirjle frei, 
-lus bem SPlinifterium für ‘SSiffenfcbaft, ftunft unb Volfs- 
■il)unn. bas auf Sunfcb ber EanbesDerlammlung mit ber Sin* 
efoung einer amtlichen Rommiffien jur ‘Prüfung bes gricb- 
nannfeben -JubcefulcfcmittelB betraut n?prben roar. wirb imt- 
iftcilt: Trof. Dt. g. g. griebmann bat fi(b entfrbloffen. fein 
*urd> 'Prof. Dr. Kruft • l'eipjiq ftänbig fontrolliertes Juber- 
ulofcbttlmittel für bic ®efamtbeit ber ^rjlef<baft fieijugtbcn. 
Sleidjjcitig macht 'prof. griebmann baTauf aufmerffam, bafj 


toirflicbe Taucrbcilerfolge nur bei Vefolgung feiner auf lang- 
jäbriflcr izrlabrunq berubenben '2lnroenbuna3DCHf<feriften ju er* 
jiefen finb. bie im Onftitut jur Vcbanblung ber iuberfulofe im 
(Sarnifon-^ajarctt 1, Berlin NW. 40.<s<hainborftfirofje 13, ju er- 
halten finb, tDof clbft aud) unentgeltliche remenftr ationen für ür%tr 
unb€ttibierenbe an ber öanb bes'patientenmaterials ftattfinben. 

ti« $*ntf(be ^odjfdju 1c für Leibesübungen wirb am l.V 2>tai 
in Berlin eröffnet nwrben. Das 'Jlrbeitsgebiet ift fofgenber- 
mafcen cingeletlt: 1. dbungsfebre: -Theorie, 'praris unb ©Or- 
tung ber Verorgungslcbre, 'Pfntfcolpgic, 2. (ßrfunbbrit&Iebrr : 
'Ünalomie unb "ilntbropologie. Dbofiologie, öoaienc. erfte t>ilfe 
bei Unfällen, $»eilgomnaftif unb funitionclle Crtbopäbie. 3. (fr- 
jirbungslcbrr: Vmiebsroeifc (2Retbobif unb 6oftemalit) ber 
Ceibesübungen. gugenbpfiege. 4. Vcrroaltungslfbre: ®efcbi<bte, 
Verbreitung unb €taliftif, Vereinstoefen, Organifalion, <&e- 
fcß.e5* unb 5feqeirunbe, lurn- unb 6portjprad)f, <&erätetunbe, 
SpoTtplaty- unb Übungsftättenbaii. Tie brutfeben L'anbrs- 
regicrungen haben einbcitlicb jum Tcutf&cn ^cicbsausfibub 
für Leibesübungen Vertreter ernannt. Stuf biefe ©eif» ift bie 


Vermittlung ber ©linftfee bes 'Jlcicboausfcbuflcs an bie Vc* 
gierungrn ber ©liebflaotrn gefiebert. (is ift brabficbtigt. nne 
’Äusfpratbe aller bieler Vertreter gelegentlich ber öauptDer 
fammlung bes iJtricbsausfcbuffrs am lf>. fDlai be rbei(ufubrc:i 
Tos ©rnrralfffrelariat bes Teutleben 3Di<bsausfCbuffrs fü; 
Leibesübungen befinbet fiefc in Verlin NW 7. gehaboreftrabe 
Aufruf für bas <*rnft*(>ae«fel>$aii* in 3»na. Ta* Kura- 
torium für bas Qrnft- t)ardcl-®ebäd)tnisbaus in gena. bas 
nad) ftacdels fehlem ©un|d> ju einem „Onftitut für (fnl»idr 
lungslebre" ausgeflallel »erben feil, tornbrt fih an bir greunbe 
unb Verebter bes groben gorfebers mit bei Vitle, miUubelfen. 
bie nötigen materiellen 'JJliitel, b. b. einen gonbs ,(u febaffen. 
ber nicht nur bie Siiftrn.a, fonbem bie bauernbe gruebtbarmaebung 
bes lfrnft-$>ae<fel-*IRufeuins gewäbrleiftet. Veitrage für biefen 
^toed »erben erbeten an bir Vanf für -Ibütingcn in gena mit 
bei Veveicbnung „gür bas Srnft* t>ar<fe[>3Rufrum~. Nähere 'iluo- 
funft erteilt 'Prof. Heinrich 6djmibt, (Srnft-^aecffl-^lnbip. gena 
Sin» (Ehrengabe für goftf ^opper •ttyntins, brn geift- 
rollen aecbn ler, 6oaialelbit»r unb Ticbter, ber vor furtem 





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denen die Kopfhaut und Haare trocken und flanilo« «ind. 
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iit da« denkbar beste aur Beaütifun; von Haarausfall. Kopf, 
jucken. Schuppen, /npaltenen Haaren und das geeienetUe Mittel 
«ur Verhütunir von Krsrauen und Kahlheil . . Preia M. 5.W 


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gleichviel ob angeboren oder später erworben. Kein lästiges, 
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lieferbar. Demgegenüber teile id> mil» baü Uh ti meinem Flamen 
unb meiner ÜRarfc fcbulblg bin» nur »Ciföre berau erbringen, bie 
einigermaßen ben hohen Mnforberungen entfpreihen, treldje bie 
Terbraufber an meine (trieugniffe Don griefcenejeiten her vu flcllcn 
gemoljnt flnb. Da Meä bei bem Tfangcl an erffflaffigen Hoff, 
ftoffen nur in befdjrdnftem 'JDlaße iff» bilben aRampc* 

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9taoul UufTiibeimrr. Tanu-im VabT. ilnit.*^re(. I>r. Ulbert 
(Sinftrin, 8np. Dr. VJilbrlm (Syrer, SR u bolf ©clHcbrib, SHofa 
SRaorrbcc, Unlo.-^Jrpf. Dr. ^Utbaib 2Ri|rs, Siccbtfonwolt Dr. 
Julius Ofner, 9trcbt*an»alt Dr. (Xarl Ornf'cin, Unih.-^rof. 
I>r '3B Ibclm Oft molb, Vrof. $>dcnr Waud berp. Simon 9Rilb- 
gans, fctofiat Qafcb SBintumfo urb anberr Dalcnlirbfi ilen 
au» beutlcbrn unb öficrrcid>ü<bc n ©elcbnen- unb €cfcriftftfller- 
freiltn angchckcn. 

Sine profte beut(4ie (Fiprfffioniftcnidjnu ocranflaltet bie 
Tarmfläbtti Grjcflion jifanimn mit fein 91at für Kunflpflcge 
unb brm Vfibanb brr bilffiitcn flürfilcr Redens in Taimjiafct 
auf ber 2llot hüben bebe. Tie lönftknldc Teilung liegt cus- 
ftbliefclicb in ben |>änt*fn ber Tarmftäbtcr €ejeifion. 3Inge- 
fuebt loirb eine matflebenbe über Hebt über bas mobern ge- 
Ticbtete Äi nftiebaffen 6<s SupenblKf«, vertieft bureb Ginblid 
in ftrrfunft unb Slnfangc ber Vcwcpunp. Tir trciflen rabifa'cn 
ftünftlerpruppfnTfuifcblarbs rorrbrn forporatio babei aufirrtrn. 
9teben ben namhaften 3räöerti eiprefPieniftifiber gorm »erben 


namentlich auch bie jungen nachbTängrrben Krallt ftarf kur 
©rltung fommen. 8um 'Jlnfouf ftebrn SDlittel bereit. Ta 5 
Dnterefic in fünfilcrtTcbrn R’reilen ift lebhaft. Tie Eröffnung 
finbet rcrousficbtlicb am 19. 9Jtai 11)20 ftait. 

3ur ftttegr ber beutfdyen V<uslnnb»br 3 itl)tiiigrn. SRacbbcm 
jtftt bie SDtöpIicbfeit, trit bem 5iuslonbc, cor allem mit über- 
jettfeben i'änbern in nähere Verbinburp au treten, triebrrbtr- 
gefüllt ift, baber fieb bie an ber 2Iu|Tc<btirbaliung unb Vu»- 
bebt ung ber beu’fchen Vcjicburpcn jum 2tus>anbe beteiligten 
Hamburger Streife au einer Tcuifcben SJuslanbsaibtilffletncin- 
febafl Hamburg .juiatrnicnpefcbloffer. Tic Vticinipung umfafjt 
alle poliiifcfcrn. fulturcllen unb irirtlcbaltlichrn rlntereflenten 
unb foll bem 8®tef bienen, bas 33cn>ufuletn für bte ^ebeutung 
$ambutgs als. brs prefoten $afrns Teutfcblanbs unb baupt- 
fdcMicbfien ‘öerbinbungspunftes mit bem tlustanbe toiebei au 
ermeden. 8»»® VrTfifccnbtn »urb« 6enalor bon ‘Bertnberg- 
©ofjtci getrdblt , wäbrtnb bem »eiteren Vcrftonb bie Ver- 
treter fämtlidirr fübrenben Jtirife foirobl ber Äaufmannfchaft 
als auch ber Uniberfität ufto. argebörrn. 


&ollänbifd)e Valutaforgcn. 6(fcc»n dc rf ebir ben l lieb 
in ber bollänbifcbtn Vrefl«; barüber geflagi, bafj ber f« 
ßtanb teienbers ber bcutiiben Valuta bie VusfubT ftarf 
Icbiänfe braro. Döllig nerbinbcrc. Satfäcblict) Ift berel 
€in!en ber Vebensmitlelpreile in öollanb ju fonftotierei 
„9ti*u»f <£puraitt* bringt eine lebhafte Klag« über bie 
Echmierigtcitcn ber bollänbifcben üanbmirtichaft, bie info 
£tillrpens ber ^lusfubr rntftanben finb. (Ss banbeit fieb 
fadlich um grobe Mengen Jtäfe, ber befonbers in f 
probuaiert trirb. Ter Überläufe an Rä|e, ber jur 
f>ollanb oorbanbrn ift, beträgt nad? bem „9liru»c ( 
el»a 27 SRiU. Äg. im ?Brrtf oon 45 9RiÜ. ©ulben. 
habe anltbeinenb bte31bfi<bt. für ben Rail bcs .Suftanbefi 
bes bcllänbitd* • beut! eben Krcbitabfomment 25 3ER »II. 
für bie Ausfuhr oon SDlilcbprobuften *u oerroerten. unter 
15 9RiU. für Räfc. »obureb iebadb erft ein Trittei b 
banbenen Überfäuffes unteipebracbt »äre. Ter Ürtifel 
mit bem energifcben JC'tnroeis barauf, bab nur eine 
»erleihung oröbrren 6nls bie Caoe beilern fönne. 


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sdiaftlidi festgeitellt ist, tldter rahnstelnlflscnd wirken. 
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beinei durch die In allen Zahnreinigungsmitteln ent' 
hallenen Alkalien xu vennctden, ist die l»ph*gol-Z«hn- 
EüJl flberfette«. wodurch die Empfindltchkelt der Nerven 
gcsdiflLtzt u. gehellt wird. Geschmack höchst angenehm. 
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418 


Olluftrirte 3 c * turt 9 


?lr. 4005 




„Offen*, Oflrrn, ftmblinflsnxkwn, Su* bet litftn CPidbttnoAl ‘ i*r#rn foUrn bintmli|<b flliiben, 
Cflftn, Cflcin, auMltbtn 'Warnen Irtlm frtbli«b Nübm, t>fitn bex pcikuib i[f mratM." 

6 o bat bei ?>elb unb Dichter bei Vefreiungsfriegc SKaj o. ©chenfenborf gelungen, unb 
[o flingt cs immer wieber burch cbriftlii-beutlcbc ^erjen, looft bas geftgeläut ber 
Oftergloden anbebt. Sem brängen nicht mächtig unb gelinbe bie|e löne an bie faufchenbe 
©eele. Oftem rebet feine ganz befonbere ©pTacbe, eine ©pracbe, bic jebes Kinb oerftebt, 
bie Sprache bes fnofpenben, aufbreefeenben frühlings, brs 
neuen Gebens, bas madjlooll ftch losringt aus ben gefleln t>es 
winterlichen lobes unb ber drftacrung. Unb bies Frühling»« 
neben, bies ^luf erfteben rings um un9 ber, roir fönnen nicht 
anbers, wir muffen es weiter übertragen auf alles, was grau 
unb grämlich ift, toas 9t ot unb Sorge macht. 9Ich._ auch 
ba muh fieb nun alles, alles toenben, es muh boch grübling 
werben ! 

6o batte es ber eble ©chenfenborf erfahren: äuf ben lag 
oon pena mar wirtlich ber oon Geipzig gefolgt, ber 9tb'in 
War überfchritten, bie Heere ftanben fiegbaft bor 'Paris, ba, nach 
Stacht unb Slot ber ftrembberrfchal! grüht er lein Vaterlanb: 

„'Palttlflne in taufend CUibten 
«am eit (eltb ein SruMinn taum. 

Was bit bobrn 'Palft iraten. 

Dfiferi nimmrnnrbr ein Iraum'" 

©ir haben oor zwei 3 Q bien ähnliches erlebt. ©cbon Pier* 
unbuierjig SDlonate ftanb Deulfdjlanb gegen fiebenunbjwan jig 
Völfer in ungleichem, oerjroeiffltcm Kampfe, oerroeint, Der* 
hungert unb oerärgert — ba plößlich bie grüblingsfchlacht am 
21. SDtärj 1918. 3Rit oemichlenber ©noalt traf bie ©chroertfauft 
bes großen fjinbenburg unfere geinbe, bis oor bie lore oon 
ümiens fluteten fle zurücf. ©rieh ein6icg bes beutiChcn ©ciftes 
unb bes beulten Gifens, welch fcuferfteben beulfcher Hoffnung! 

©ie anbers beute! Der ©eilt doh 1813 unb 1914 ift babin. 

Die beutfehe Kaiferfrone, nach her Deutfchlanbs ©anger (o 
IcbnfucbtsDoll gefeufjt unb gelungen, um bit unfere diäter Hab 
unb ©ut. Geib unb Geben willig einft geopfert baben, fie ift jäh 
in ben 6taub gefunfen — Königsfronen, bit mit ihren Golfern 
burch eine bnlbjahrtaufenblange fficfdjicbte aufs innigfte Der* 
bunben waren, fine* fchnöbc jerbroeben — bic Krone beulfcher 
Arbeit, burch Diebftabl unb ©treit wirb täglich fie entwertet — 
bie Gbrenfrone beulfcher Ireue oollenbs ift fcfceuhlich bejubelt, 

Unler (chönes, re ich<*s_ Vaterlanb liegt wie ein Geicbnam in ber 
©üfte, unb febe fcpane unb jeher ©eier fann nach ©efallen 
©tüde an fich reihen; bas flolje, faiferliche Deutfchlanb muh 
wie ein ungezogener ©Chulbube täglich neue ©chläge oon feinen 
ftrengen Herren hinnebmen. 6tatt fiegbafter Selben unehrliche 
Hartblei — wieoiel ©<hunb oon SRenfchen — Slutzerfefoung 
aller Wirten, Verrocfungsgeruch fittlicher Serlefoung — Barba* 
roffa ift toieber binabgeftiegen, bie alten 9laben fliegen (räch* 
jenb um ben Koffbäulerberg — 9labrungsnot. Beflcibungsitot, 

Roblfnnot. Stttlmt unb utwAäblt» an>m915le. «int «njiat. 


cs beute, bas uns, nicht febenb, bennoch an rin neues Deutfchlanb glauben Iaht? 2lllein 
bie Hoffnung, bie göttliche, alles belcbenbe ©onnenfraft ber Hoffnung ift es! 

greifich muffen wir untrrfebeiben, cs gibt jroci Wirten Don Hoffnung, eine falfcfcc unb 
eine rechte. Viele Kinbei finb nun wieber fonfirmiert unb sieben ins Geben hinaus; fo 
befonbers oiele Paare legen lag für lag bie Hänbe jum Vunbe fürs Geben ineinander — 
Tie alle hoffen, bah alles |d)on jo fommen wirb, wie fie es planen unb fleh wünfeben. Bber 
wie, wenn nun ber erwünfehte Zufall nicht eintrilt, trenn 
bas Geben fich hart, roobl gar brutal gegen fie geffaltet? 
3l«h, wie oft padt bann Srühfinn unb Pcrjagtbrit, ja, Ver- 
zweiflung bas arme SDlenfchenberz. unb böbnenb fchrcibl bie 
©eil ihren SJers barüber: „^offen unb fcatren macht manchen 
zum 9larren!" fDlit einem Volte ift ’s nicht anbers. Oh, 
welche Hoffnungen erfüllten an jenem 9. SRooember bie wei- 
teftrn Krcife unftres Vaterlanbes! ills wir bas ©rohe Haupt- 
quartier in 6pa oerliehen, ba ging fmz oor ber 21bfahrt noch 
bie 3Helbung ein: ^uf ben 6<hühengTäbcn ber grangofen 
weht bie rote gähne." — Der ©unfeh, ber beifje ©unfeb, er 
war ber Vater bes ©ebanfens. Die 3bealiften bes Umfturaes 
hofften, auch bie ßeinbe würben bte glinten oon ficb toerfen 
unb uns brübtrlich in bie offenen 2lrme [chliehen, bie Vernunft 
batte berilich flefiegt, in greunbfebaft gingen bie Völfer all- 
zumal nach ^aufe, Völfcrbunb, ewiger griebe, Sufunftsftaat 
unb eine neue herrliche Seit frönten bas ©erf ber 9lePo* 
lution! ©tatt folcher DUuponen fchrieb ber griebe oon Ver- 
failles unter alle biefe beulfchen Hoffnungen boebft rcaliftifcb: 
„Hoffen unb Honen macht manchen zum Darren." 

Paulus fügt barum. wenn er oon Hoffnung fpricht, noch 
ein ©ort b>nzu — ©laube! *9lun aber bfeioet ©laube, Hoff- 
nung, Giebe", r ber ©ott aber ber Hoffnung erfülle euch mit 
greube unb griebe im ©lauben, bafe ihr bie oöilige Hoffnung 
babet." *2IIfo bit rechte, bie „oölligc" Hoffnung, fie geht mit 
bem ©lauben zufammen, mit bem rücfbaltlofen Vrrbunbenfein 
mit ©ott, fie führt ben hinter im ©appen unb grünbet ihn 
nicht wie bie irbifche Hoffnung in ben Xrieblanb biefer *2Belt, 
in ein fchwantenbes Vielleicht, Kann (ein, fonbern He tut im 
©lauben ben föhnen ©urf ins Überweltliche — in ©ottes 
Vaterherz. SOlag bie ganze ©eit bas Sbriftcntum ob biefes 
©laubens höhnen, wie gofepbs Vritber taten: „€ebt. ba fommt 
her Iräumer ber!", Paulus weih: „Hoffnung läfjt nicht zu 
©chanben werben." ®r bat ©tepbanus mit bem 9lufe fterben 
feh«n: „Dch l«b* ben Himmel offen unb bes SOlenfchen ^obn 
Zur Rechten ©ottes fteben!" ?luf wie Dielen blutigen Kampfes* 
felbcrn, in wie oielen fchmerzburcbfluteten Gazaretten ift biefer 
©trpbanushlid oölliger Hoffnung getan unb hot ihnen allen 
bie lichte griebensbrüefe gefdhlagen, bafe He freubig aus 6faub 
unb ©tüdwerf eingingen zu ©chauen unb (eliger Vollenbung. 
Unb nun bie Vcgrünbung folcher Hoffnung, bie Berechtigung 
zu folch fübnem 9lnferwurf? Das Ofterfeft bietet fie bem ebrift- 
r li<h*.«Jbl.aubr 


I 









r* 


Äreujigung. 91 a d) einem ©emdlbe oon 9B i 1 1 p Oäctel. 


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420 


311uftrirte 3 e * tlm 9 


«nr, 4005 





£Dte 0 cf)lojÄfircf)e ;$u ! 5 Becfjfeif>urg. 

'8 o n Sari "Ji ni in u n t> 21 n b c t 9 , Seipjig. 


nter ben ^cutfd>•miltc(al!c^ lieber« 
Baurocrfenromani|cben6tils nimmt 
b 1 1 © r ä f l i d) 6 4 o n b u r 0 f 4> « €■ <t> I o fr 
firebe au BccblelbuTg in ©jeben 
einen cbrenoollen Dlaß in bei Stunfige- 
tJ>i<btr rin. ©ie ift eine mittlere Dfeiler- 
bafiltfj. bie einen meftlidbcn O icrbau 
(ftrcujfufc) be|l|t 3m Aabre 1 174 „jur 
(Ehre bet ©oltcsmultcr" ©an bem fcom* 
men 'Setliner C&rafen Debo IV., ber 
©on feinem Batet Slonrdb b. ©r. 
(„Trieben") bei ber Cänberleifung Dom 
Ä«ibre 1156 bie ©rdficbaft Racbliö unb 
bie b- Ibe fcmlcfcait ©roißld) «rbicit, 
gegrünbet, fiellt fie eine gilialfirebe bes 
ftiofters auf bem bei Dal le 

bar. Regularfanonifcr, bie nach ber 
Siegel bes heiligen Ruguflin* bem all- 
mächtigen ©ottc Tag unb Rächt eifrig 
unb bemütig bienten, roabrfchr inli<h 
Ruqufiiner- Tborbmcn. nicht Ydicn* 
brüber. finb bie (Erbauer bet ©ebds- 
Italic, bie aus bem ‘porpbor bes naben 
Rocblifier Berges in etwa fccbiebn 
flabren bis auf ben Rusbju ber Türme 
fertiggeftellt rourbe. Die Planung ift 
genau nach Often prieniicit. wenn man 
non einer leichten Redjtsneigung ber 


Die übrigblcibenbcn tfroidcl finb buTch 
bie (Ecangeliftenfombole in ber üblichen 
Reihenfolge bes up elften öabrbun- 
berts — 2Renfd>, Rbler, ’Cönoe, Rinb 

— febr naturtoabr ausgefüUt. Bis Br- 
gleit figuren juni öeilanb erfebeinen 
SDlacia, in ben bieiteren formen einer 
antifen Blatrone. auf einer Schlange, 
unb rechts A^bannes bet Täufer, auf 
einer männliihen giguT ftebenb. Diefes 
©leben unb Treten auf 'Jlcnfch unb 
Tier ift für bie Becbfelburper ©fulp- 
turen ebarafterifti <h. Stuf ber rechten 
Rmbofetle (Selten ) begegnen mir ber 
mciiterbaften Darftellunq ber (Eher- 
nen (Schlange, auf bie tiefes — gut* 
mimg-palriarcbalifeb gegeben — bin - 
roeift. 3ubcn — ein älterer unb 
ein jüngerer — fenntlid) an bem frgel* 
förmigen [Jube nbütchen bes 'Dfitiel alters 

— finb bie 'Jlrpräfentanlen bes Joffes. 
(Ein (Sebiffener — eine ^iilffigur — 
liegt am BoDen. Ruf ber Oft feite jeigt 
lub ha* topologilche ©egetibilb birrju, 
bie „Opferung 3|aafs", bie ungleich- 
artig burchgebilbet ift. 31m Ceitner 
(£cflorium), b. i. bie unburebbro ebene, 
atchiieftonilch funftDoll ausgeflallele 


SRtftlidws portal ber Borballc. Rad) einet Original- 

Acicfcnung bes ‘Serfaflers. 

Bierung unb bes Ihesbptfriums |amt Rpfibe 
abfifbL Blan fann an ibr ben gebeimnisDoUen 
©r ift ber mit telaltei liehen Baubenfmäler, bie 
Harmonie brr 3Rüf}e unb i>roponionen. bie 
einfach eblen formen bes romamfehen Stils, 
bie fich mit ©tilelementen bes Orients fftrcuj« 
jüge) mifeben, febr gut ftubieren, ba bie Stunft- 
ftäite in ben ©türmen bes Blittclaltcrs ©rr- 
baltnismäfjig roentg gelitten, bas baufällige 
aber — (Eborapfis, ©eroölbe — bureb bie 
SDlitglieber bes ©räflicb ©ebönburgfeben 
Kaufes. bic feit cla>a pirrbunbeit fuhren 
bie Befitjer brr ©tblofjfirche finb. in ©orbilb- 
lieber Rrt unb Bciie abgetragen unb neu er* 
frttt rourbe. (Einen befonbertn ©enufc gemährt 
bie 31r<hite ftuT ber ©ienebnfäuligen Vorhalle 
an ber Rorbfront brs l'angbaulcs. bic jroei 
D©rtale enthält, ©on benen bas roeftlicbe oben- 
flcbenb abgebilbet ift. 3n ben Jompana. 
bie auf eigenartigen Äonfalrn ruben, geroabrl 
man bemrrfcnstpertrn bibnenfeben ßdjmucf: 
f?ö.ce (dächiet) unb Drache. Uamm mit fttrui 
famt ben €ombolen ber Trinität unb ber ©irr 
(Elemente ber 3Ilten (3)täarber mit^ 5ilien). 

5ebe (Säule unb jebes ftapiicll trägt einen an* 
beren D.for. Die (Ed, äulen finb au jroeien, bie 
27lilt elfäulen au je breieit ©erbunben. 

31ber nicht bie ^lTcbiieftur ber ßtblpfjfiuhe 
— bes ehemaligen JUofters g|<hillen — hat 
ben Flamen 3ßed)felburg in brr fl nflgelchicbie 
berühmt gemacht, fontera hie l 0i Ibrocrfe im 
3nnern berfrlben. (Es finb Pier grobe plaflifchr 
3Berfe Dorbanben: Das ©rabmal Dcbos IV. 
unb Icinrr ©emablin fülclchtbilbis, bie ftanjel, 
ber Seltner mit feinem Aiflurenlcbmud unb 
bas hcbcutungetollfte Wert brr Stl.ftcifircfee, 
bie grobe, neunfigurige ftreujigungsgruppe, 
bas fogenannte Triumpb^reui über bem &pcb- 
altar. 'IBährenb bie brei erfien 'Berfe aus 
Dorphpr gehauen finb, ift bie ffrcu.jigungs* 
gruppe rine $olAf(hnit)erci probten Stils. 
Deutlid) fann man oier ober fünf Schulen 
bAto. ^)änbe an ben genannten Berten feft- 
(teilen. Das frübefte Bert ift roobl ficber 
bas ©rabmal Dcbos. bas oieileicht (fbn ©Der 
f iin f Aebn j}abre nach bem Tobe bes (Stifters her 
Stircht (gcltorbcn 1190) erftanben ift. (Es jeigt 
ben „feiften ©Tafen“ in liegcnber 6iellung. 

Die flritgsfabne liegt unter feinem &<>iipte, 
ben Bappenlchilb hält er an ber 6eite. 3n 
ber strebten trägt er bas ^l>beU ber ftirebe. 
6eine ©/mablin, etioas grober bargefiellt. rubt 
ihm aut (Seite, b>e ftrone auf bem fbaupte. 6<e hält 
ein ©ebetbuch- (Ein flalternbes 'I'anö — bas 3)anb 
ber (Ehe — onbinbet beide ©eftalten, in benen mir 
Dort rate erbüden bürlen. 8“ 8üüfn ber (Sräfin 
lugen aus bp)antini|cb-roman<j(h geformten 331011«- 
ranfen jn>ei Rinbertöpfcben beroor — roobl ihre im 
Tobe rorangegangenen J^inber ©osroirt unb 
rieb. Die ©eroanbfallcn finb gehäuft unb natura- 
liftifch-bcroegt gegeben. Die Sfantel — urfprünglidj 
am Cennerbau, jepl im fJungbaufc — fleht tunft- 
lerifcb auf böberer f£tufe. 6ic roar urfprünglicb ein 
einfacher 'ilmbo-'Xecbirdsbuu mit abgcfcbTagtcn (Eden 
auf jroei frei ftebenben 6äulen. tln brei ©eilen 
trägt fie Reliefs. 3ln ber Dorberfeite thront (Ebriftus 
als Befteniichtcr. (Er bält bas 'Buch bes Cebens 
unb erbebt mit bebeulungsooller ©ebärbe bie 
'Ärd)te. bie le ber eine Berfiümmelung aufroerft. 
Das 3Intiifo jeigt einen geTmanijdjen Topus, roäb- 
renb bie reiche, flilifliieb fein barchgefübrte ©ftoan- 
bunq auf itdfienifche Batbilbcr jurüdaebt. SJlan 
barf roobl fichtr fein, bah bie Slaguftircr Tbor- 
berren oitmals funfibiftorifche Banberungen e ner- 
feits über Den 6t. ©otibuO nach Obcritafien unb 
anbererfeits na6 8ranf«eicb unternahmen. ^Kittels 
bcs6fmcnbuctes rourben bie ilalKni|6-franjöniih<n 
Themen unb6tilbebanb[ungen übeilraaen. Die^igur 
bes $>eilanbes ift oon einer 2Kanborla umfcblofl™- 


Raiurl: Opferung Dluafs. 

3tbfcblubmauer am Beginn bes Dresbpte- 
riums. jeigen fich oicr 6tanbbilber ber 
Dropbeten f d i a s unb Daniel, Dabth« 
unb 6aicmos (piellcicbt auch Arremias 
unb Öefef.el), ju benen. ben Cetlner red)ts 
unb lints flanfierenb, bie umftriltrnrn 6fulp- 
turen Dlclcbifebers unb Kbrabams iBorbilber 
(ibrifti, Dorträifiguren ober 9lepräffntantcn 
bes Dricfier- unb bes Rittertums), bie auf 
rorn unb Drachen flcbcn. bin^ugejäblt loerben 
mülfen. ftroei herrliche ttalbfiguren. Rain unb 
3lbel — bie in ber heutigen Rnorbnung über 
einen mit reichem Rfambusblait brforierten 
Runbbrgen gefeöt finb. orbnen fich bem ganzen 
©ebanfenfteife ber übrigen Bilbmrrle ein. Denn 
es ift fein gioeiiel, bafe aud> bier ein tbeologi- 
fehes Programm brr ganjen Rnfagc jugrunbe 
gelegt rourbe, bas in bem (Erlofungsgebanfen 
(ftreujigungsgruppe) gipfelt. (Bgf. bie D^r- 
talprogramme beT ©olbenen Dfoite ju 8rei« 
berg unb bie ber Ratbcbralen au (ibaTtrcs, 
Elmicns. Daris.) Die Rreujigungsgrappr — 
ba* fpätefte Ber(. etioa 5 m hoch unb ungefähr 
12.50 bis 1240 cnlftanben (f Rbbilbung), ift aus 
(Eichenbol.A geiebniht. (sie frönt macbtooll unb 
cinbrudsreich ben giofjaitigen Cettncr unb reicht 
bis ans (Eboigrroölbe hinauf. (Ebnftus am 
ftrruj ift nicht in 6-chmach unb (Ernirbrigung 
bargefiellt. lonbern bie Dältung ift eher bie 
eines ilbenpinber», eine» Triunipbators. 3n 
ben ebel geballenen Süaen feines Rntlißes bat 
ber ftmfinnige Rün|ilcr bie l'iebe fpiechcn 
laffen, bie ihren Tiiumpb feien. Die Rrmr 
finb faft roagerccbt ausgrbreilet, roic um alle 
au umfangen nach bem ©chriftroort: „Benn 
ich erhöht fein roerbe. roetbe ich alles an mich 
Sieben." Die ftübe finb übrrrinanbergrfchlagrn 
un> burch einen Ragel geheftet. Dur* btefe 
8u|piftung bes Körpers nach untrn unb bie 
machtoolle 'Ausbreitung brs Oberförpers wirb 
eine neue fünfiferifche ©cftafiungsroeife — ein 
Rufroärisftrcben — erreicht, bie einen mir- 
fungsoollcn ©rgrnfag ju brr altertümlichen 
Ruffaflung bes Stehens auf einem frolAblotf 
barftellt. cibriituo blidt aud) bcifpiclsrocife im 
©egrnfat} ju ber Darftellung bes halber ftäbter 
Damfrru)<9 mit offenen Rügen auf bie unter 
ibm ftrhrnbe SXuitrr. bie fein jroeiics Streujes* 
roort: „Beib, fiebe, bas ift bein G»bn“, hört 
unb oeriieht, roäbrrnb im Rusbrucf brs auf 
ber rechten ©eüe brs Streujes ftebenben Can- 
nes fich fein Btrftänbnis über bes EDlniirrs 
Borte malt. Rllein ber ecbmerj jiebt über fein 
fugen Schone» Rngeficht. Die ©ottesmutter ftebt 
auf einer pefrön en roeiblichen giaur, hie bas 
üheirounbene £>ribentum Derföipcrt; Aöbannes Hilf 
auf eine ebenfalls gefrönte männliche ftigur, bie 
bas fid) fträubrnbe Aubentum fpnibolifieren (oll. 
31m 8u&c bes Jlrcujes erfchtint ein hagerer ©itis 
in halb liegenber ©tcllung, 31bam, ber 6tamm* 
©ater ber 'JDlenfchbcit, ber in einem golbrnen 
Reiche bas heilige Blut auifängt. 3ln ben (Enben 
brr Ourrarme bes Slreujes, bie in Drripäffrn, 
ben ©ombolen ber Tiinität, fich fchliehcn. etblidt 
man jcoci (Engel, bie in eiliger ^aft beranf*reben 
unb bie ©cbmerjen bes (Erlöfers lieherfüllt linbern 
roollrn. ©ic finb fo grfd)icft grlchni^t, bah man 
bie ©teile, too He aus ber fläche berportreien, 
foum brmrrft über bem Rreuje jeigt ficb (Sott- 
Batet, brr bie heilige Taube hält. Da* ©onje 
ift eine cinjigartije, auf ber Dreiedsgrunblage auf- 
gebaute ©rupprnfompofition, meifMbaft in brr 
3bee unb Rusfubiung, grohjugig- teforatio unb 
rrnamcntal in ber Linienführung, licbeooll im 
Detail unb in brr farbigen BebanMung. Die 
BecblflburgfT Bilbmerrc ftellen msaefamt einen 
Docbgipfel in ber Blütejeit Der fäcefi d) • romani- 
feben Dlaflif bar. übernatürliche Babrbciten finb 
hier in ©fufpturen ©on hoher, originaler cdjön- 
beit ©orgefübrt. 


RrunfiauricK Strcuiiflunnsirurpc 


ftaitcd: Utwrnc ©cblangc, (£bciflus als 38ellenrid>l«T. 

■Stlbtoerlc btt SdjtofefirdK su 'JRecbielburfl. 


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9h. 4005 


jlluftrirtc 3eitunß 


421 


llrfprvmg unö 53et)cutun$ be£ OfterfeffeÄ / £on prof. Dr. 3. }?oocr, Ptömv 


QTJad) ber VorfteUung unferer Vorfahren galten im 'JDinter grimmige ftroft* unb CEi®- 
^e^riefen die HJlutter (Erbe roie mit ereilten Banden gefeffclt: t^r« fonft fo rafd) unb 
lebenbig pu liieren ben Bbem, Quellen unb Väche, ftoefen erftarrt; if)r frifebes, grünes $>aar 
ift in lpätltd)o, roeiftgraiie fiftddjien verwandelt; fahl unb 5be liegt fie ba, eingebaut in 
ein fchncetpei&es ficlchentuch, unb Jd)läft ben iobesfdjlaf. Uber unter ber ©rabesbüUc 
Wummern nod) nid)t gan$ bie Öebensfeime, [toden nach nidjt alle Säfte unb Gebens* 
abem. 3nnerli<h roebt unb fdjafft Bhitter 9tatur wie mit taufenb unfidhtbaren CRcifter- 
Iiänben. Blöhlich fpreng! fie bie Allein unb fteigt verjüngt aus ber ©ruft. Die mitten ben 
i'feinbe, bie |i< in Banden 
i«i>lugen, mehren fid) jroar 
uod) oergroeifelt, werfen ihre 
©efdjoffc, roie Scfjlohen unb 
oagelMtner, auf fie, aber 
endlich muffen lie ohnmächtig 
weichen. ftnurrcnb unb heu 
lenb jiehen fie fid) in ben 
hoben korben in ihre feften 
Schlöffet unb fieberen §öh- 
len jurütf. Sin mächtigerer 
©ott hält triumphieren b lei- 
nen Sin 3 ug; um feinen Blu- 
nemoagen flattern Scharen 
non jautldjcrnben Vögeln, 
idjtoärmen Daufenbe von 
fummenben Sfäfem, gauleln 
id>illembe Schmetterlinge 
unb Gibellcn. Jröhlid) tan- 
zen bie CEIfen auf ben Blüten« 
feieren, melobifd) murmeln 
bie aus ihren freffeln losge* 
taffen en Quellen, unb Wixen 
fchroebenim Vollmondfcheine 
über ben flaren SCeUjem. 

So fenbet der ©ötterjüngltng 
feine luftige ffieifterfd)ar all 
überall t)in unb „fdjleubert 
jeinc Singrateten, bie Ger- 
ctjen, in bie fiuft*. Slber 
noch einmal fäljrt ber grim- 
mige Wlte Tos mit feiner 
f>orbe oon JJroft- unb (Eis- 
riefen, nach einmal fenben 
lie il>ren pfeilregen, einen 
Schauer oon fragelfcblofoen 
unb S<hneet’locfen, auf bie 
irfjon grünenbe fflur unb 
drohen mit ihrem erftarreu 
ben öaud) bas junge Geben 
ju ertöten; hoch „dräut ber 
hinter noch lo fehr, es muh 
bach <Jröt)lin0 werden!“ 

„Frühling!" fo nennen 

mir heutzutage ben lieblichen ^cr Olboum im (harten 

©ötterjüngling unb verglei- 
chen ihn mit einem jarten, 

blumenbeCränpcn ftnaben. Unferen Vorfahren aber u>ar es ber jugendliche ©eroitter- 
(lott Donar, ber mit bem erften ©rollen des Donners auf feinem oon jroei gecoaltigen 
Böden gezogenen BJagen burch Sßetterro ölten feinen ©injug hielt — ein rieiiger Jüng- 
ling mtt fprühenben Äugen unb feuerfarbenem Barte. 3n feiner £anb fdjroang er 
ben furchtbaren Kammer 9J2i ö Inir , oon helfen JBurf bie frroft- unb ©isrtefen löblich 
getroffen daljintaum eiten. 

3 hm ju ©hren loberten voreinft auf allen bügeln unb Bergen große fcolzftöfce von 
(Sichen. (Ellern, Boaeibeeren unb Bocfsborn; ihm ju 5h*en rourben getaeihte 3tefl*nböde, 
mit ßaub unb Blumen befränat, herumgeführt unb unter ©ebeten auf ben glatten 
Opferfteinen aefchlachtet. Der Vriefter tauchte feine ginget in bas Blut unb befprengte 
xuerft bie mit Blumengewinden umfchlungene ©id)c Donars unb bas ehrfurchtsvoll 
harrende Bolf. Das in großen ftefleln gefottene $leifef) roarb unter Öie SRenge oerteilt. 


unb aus einer mächtigen Äufe BieTes bes ©otles „Btinne“, b. h- ©ebächtnis, geturnten. 
Tabei rourben bie freuet gefchürt, höl 3 <tne ^Ämmer unb rothaarige (Eichhörnchen hinein- 
gerootfen unb glimmenbe Scheite herausgesogen, um fie aufiubeioahren unb bie £>üufer oor 
©eroitterichäben ju fchüt^en. SWan hob auch fogenaunte Tonncrf eile, merfroürötg gefpi^te 
Steine, forgfflltijj in Ställen auf unb glaubte fo bas Bich oor Seuchen au beuxshren. 
Bon biejen «tetnen aber meinte man, lie feien beim ©eroitter auf bie (Erbe gefahren. 

Dod) batte bie ftrübüngsgottbeit aut Ö f i nf roeiblich« Seite in Donars Schroetter 
Oftara, ber im Often aufgehenben fiieht- unb ftrübllngsgöttfn. SDie bei ben ©riechen 

bie ©flttin ©os (Aurors) 
mit ihren rofigen Ringern 
bie ftrahlenben Bforten ber 
S>immcl6burg öffnet, fo »er* 
golbete am frühen Blorgen 
bie germanifdjeffiöttin Oftara 
bie B3öltd)en bes öftlichen 
Rimmels unb erroedte mit 
ihrem bclebenbcn Ätuffe bie 
oon ben grimmigen jroft- 
unb ©isnefen in Dobes* 
fchlummer oeTfenfte datier. 
Jroar ift bie Erinnerung an 
biefe ©öttin ziemlich ver- 
blaut, hoch nennt fich unfer 
nauptfrütjlingsfcft bis auf 
ben heutigen Dag noch — 
Ottern, freilich benfen roir 
babei nicht mehr an bie 
liebliche © öttin — es ift ja 
befannt, mit toelcf) heiligem 
fteueTcifer bie erften Senb» 
boten bes (Evangeliums be- 
müht tvaren, bie Barnen unb 
(Erinnerungen unferet alt- 
hetbnifchen ©ott heften aus- 
3 umer 3 en, boef) gelang es 
nicht immer völlig, febe 
Spur ju ocrroifchen. Unb 
fo blieb auch ber Warne 
Oftern beftrijen, bod) be- 
brütet er nicht mehr aus 
l<falief)(i<h basBuferftehungs- 
feft ber Watur, an bem bie 
Sonne nad) bem Bolfsaber- 
glauben brei Jreubenfprilngc 
tat — eine heiligere ©mp- 
finbung ift in ben Vorher» 
grunb getreten — man feiert 
je^t bas hohe Uufer ft e» 
hungsfeft bes ^»errn. 

Uber nicht min ber roarm 
empfunden, roenn auch «i^* 
gottesbienftiieh gefeiert ift 

(5ctf)femanc bei 3 cn W em - bas ©efühl ber frreube beute 

noch in eines jeben Wlentchen 
^et 3 über basBuferftehungs- 

feft ber Watur. ©in Strahl ber öoffnung oerfiärt unfer Buge, roenn Sdjroalbc un 5 
Lerche als bie erften Jtühlinflftboten nahen, »venn bie erften Veilchen au« noch blätter- 
lofem ©ebüfd) uns entgegentDinfen; bes Äranfen Bruft burch 3 ieht ein £>mich ber ©e- 
nefung, bem Befümmerten leuchtet ein Ctdjt bes Iroftes, und allen geht ein tffrnen auf 
oon einer fdjöneren, belferen B3elt. 

So auch piigerten fdjon vor mehreren taufenb Jah«« unfere Borfahmt am Ofterfeft 
hinaus — ju ihren hriliütn Rainen, ihrer ©öttin Oftara ein Opfer 3 U bringen. 
roiffen roir roenig mehr von bet holbfeligen ©öttin bes fjrühlingslichtes — um 738 er* 
roähnt ber Schnftltelier Beba bie Oftara, unb bei ben Bngelfachfen hi^b ber ÜJIonat 
Wpril „Softurmönobh" nach ber ©öttin, deren fcauptfc ft in bemfelben gefeiert rourbe 
— doch findet fi<h in ber Ortsd)toniC bes Stäbtdjens .f>orn im Deutoburger ®5albc eine 
höchft int ereff ante Wotij, bah bet ben merfroürbigen tt rternfteinen in ber Wähe 



(Erfte Begegnung (Xf)ri fti mit Vctiria 9Kagbal«na. 

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'Jfiui) einem tftemftl&e oon 3r. iöionletiarb. 

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422 


SIluftrirte 3 eitung 


5Rr. 4005 




Balmbufehtragen am Balmfonntag 
Cbcrlanb. 


früher „ein l)<i6ntjd)er Unfug* — fe> nennt ihn bot d>rtft* 
lief)« Schreiber — „$u Gljrcn ber grühlingsgöttin Cjtara 
ftattgefunben habe". ©s tfl befannt, bafe fid) jur 3«it bet 
©inführung bes Ghriftentums troß ftrengen Berbots tjeim 
lief) bie Anhänger bes alten ©laubens jur Badjtjeit mitunter 
in Bermummungen, um Spione abjufdjreden, 311 ihren 
heibnifdjen Opferaltären fd>lid)en, um bort ungeftort it>rem 
Ruit frönen 3U rönnen. Daher mag öenn ber „Unfug" 
ftammen, von bem ber lUjrouift melbet. Dod) mögen autf) 
anbere Orte ob unfere ©iternftcinc bei £)om in biefem 
©erruf getoefen fein, Ben ionrtigen Crtsnamen erinnert 
nod) ber Ceftcrbcrg bei Tübingen an ben Kultus ber 
^xüblinflfiflöttin Oftara. Aud) erinnert ber Barne eines Orte« 

„Cfiem" bei Beidjelsheim im Obemoatbe an unfer Cfterfeft. 

Unter ben ©oben, bie auf ben Altar ber ©öttin gelegt würben, 
finb vor allem bie Cftereicr hecvocßuhcben, wohl als Symbol 
bes auffeimenben SBefens. Bon Zieren mar ber .v>afe it)r 
geheiligt, o^ne 3&’cifel feiner ftrud)tbarleit wegen. SHict>t 
unbenfbar ift es, bafe er ben 9 Bagen ber ©öttin 30a, wie 
bie Rafeen ben ber J^reia unb bie Böde ben bes Donar. 

Durch eine feltfame Jufammenftdlung fommt bann fpäter 
aud) ber £>afe 3« ber Gljre, bie ©er gelegt 3U haben, Bon 
Bögeln war ber Oftara befonbevs bet Storch geheiligt, 
bem man Dtelfacf) jur ©oft« feine« Beftes ein ©ab fjtnlegt; 
nun bebeutet aber bas ©ab nachweislich bie Sonne, Bid)t 
ohne Blal)rfd)emlid)feit be^iet^t mau aud) bie ©eftalt ber 
fogenaimten Ofterbrejeln, Die noch in mandjen ©egen ben, 
wie in Schwaben, üblich finb, auf bas Sonnenrab. Aud) 
ein noch heute gebräuchliches Spiel mit bem „Oft er ball" 
wirb auf ben Sonnenball gebeutet. 

Betrachten wir nun bie Art unferer heutigen Ofterfeier, 
unb feljen wir gu, ob fid) babei noch Spuren bes ehe bem 
heiöntfehen ^rühlingsfeftes entbeden laffen. 

Die cf)riftlid)e Cfterjeit umfafet eine ganje 3 üocf)c, bie 
fogenannte Karwoche, bie mit bem ©almfonntag beginnt. 

Gd)on in biefer Anfangsfeier, wenn auch ihr ^barafter 
burch unb burd) chriftlich ift, begegnen mir hin unb mieber 
ffiebrfiud)ett, bie auf ein höfeews Alter fd)liefeen laffen. SDit 
ben len hierbei nicht an bie Sitte ber fatholifchen Rircfje, in 
Iftimterung an ben feftlid)en ©in$ug ©htifti in 3mifalem ©alm^toeige tu reichen, 
was einige ©eiehrte mit bem in ©erfien üblichen ^Salmefelritt gut freier be« Frühlings- 
anfangs 3u(ammengebrad)t haben. ISs finb vielmehr mancherlei anbere ©ebräudje unb 
SJleinungcn, bie mit biefer Sitte nerbunben finb. 3 n ben ©rgenben, in benen es reine 
©atmen gibt, erfefet man |ic burch .fähige von Budjsbaum, Olicen, 'JBciben, Silber- 
pappeln ober &afelnuf}fträuchcm. 3c nach ben vergebenen tfanöftridjen u>ed)felt bic 
Sitte, btefe 3U fammeln unb aufju- 
pufccit. So fud)t man in ber ©egenb von 
'■Bafel mit Borliebe Stechpalmßroeige, 
womöglich famt ben roten Beeren, unb 
befeftigt fie mit farbigen Sänbern in ber 
Rrvne eines bis obenhin glattgefdjälten 
lannenftämmehens. Wan trägt fie jum 
©infegneu in bie Kirche, pflogt fie bann 
im ©arten auf, oon roo fie am erften 
Cftertag ins $au* getragen werben. 'Bei 
©ewittem oerbrennt man einen ig 
baoon, unb ln bie Blefeftälle legen fic 
heute nod) bie iianbwlrte, um bas Biel) 
oor ©ea>itterfd)äben 3U fd)uktn, Dies toeift 
ohne Zweifel auf eine htibnifchc Bejahung 
gum gcrmanifchen ©ewittergott Donar 
hin, bem 3U ©hren 3>ocige pewiffer oträu 
d)er unb Bäume, namentlich bex Bog eis 
f irfebe, verbrannt 3U werben pflegten. Aud) 
ftano ja biefer ©ott, wie wtx bereits er^ 
wähnt, als 3rri>hl«ngsfonnengott in ber 
innig ften Beziehung 3U feiner Sd)iDeft«r 
Oftara. Befonbere öctllraft roirb auch ben 
f ogenannten ©almfähd)en, 6en ausgefd)offc 
nen Blüten bei ©almen, jugefchrieben; ver> 
id)ludt, follen fie vor f>alswef) unb ^'^ber 
f<hü^en. 

9 lm © r ü n b o n n e r « t a g , bei bem 
©»ebädjtnis ber Sinfefcung bes heiligen 
Bbenbmahl* geweiht ift, pflegt befonber« 
bie Sitte ber öiipwafchung unb Speifung 
oon gwölf Slrmen üblich 3^ fein, in Wom 
betanntlich com ©apfte felbft an 3ioölf ©reifen oorgenommen. 31 ber auch in SBien ift 
biefe Zeremonie ber ffufewafchung immer (et)r feierlich 9<®efcn- äh n l*<hc T ®*<ife 
würben einer Stiftung gemäft im St. ^uliansbofpig in Antwerpen am ©rünbonnerstag 
jmölf arme ©ilger gefpeift, bie in 9 Rom, iloretto ober ©aläftina gewefen waten. Bel 
biefen Speifen geigte man eine befonbere Borliebc für ba« ©rünc. 9 tod) fc^t ift es 
Sitte, fogenannte grüne ©fann!ud)en, b. h. ©fannfueben mit eingebadenem Schntttlaud), 
unb grüne fterbelfuppe am SRittag bes ©riinbonnerstage* 3U rffen. itrüuterfuppen ober 
©emüfe, wo^u neunerlei ©rüne« genommen würbe, finb heute nod) in manchen ©egenben 


ichwäbiicben 


.Ureu^projeffion in üJJenbeu ^BMtfulen). 


üblid). Mluch bas ©eniefjen von ^onig an biefem Xage ift 
bebcutungsnoll, es fd)üht gegen ben Bih eines tollen f)un 
bes u. bgl. Center haben bte am ©riinbonnerstag gelegten 
©irr eine befonbere t>eiltraft i fie fchütjen oor Oreuer unb Blin, 
wieberum eine B«3tehung ,)um germanifdjen ©>eroittergon 
Donar. f>öd)ftwahif^einlich bebeuten bie grünen fträuta 
urfprüngltd} bie bem ^rühlingsfonnengott geweihten ©rft 
lingsopfer unferer Borfahren, unb bahex wtrb wohl <*ud 
bie Benennung „grüner Donnerstag" ftammen. lins fommt 
wenigftens bte lird)li(hc Auslegung oon „grünen", b. h- Je- 
gefprochener Sünber fein,** fehr getünftclt vor. 'Jln biefem 
Zage pflegten nämlich bie Büfcer wieber in bie ftirche awf 
genommen 3U werben. 3 m firchlichen Sinne helfet ber ®rün 
Oonnerstag aud) ber Bcrgebungstag, di<-> viridiuro, b. h- bcT 
Dag ber „(Fntfünbigten*. 

Der hebeutungsoollfte Dag ber ganzen ilarwodje ift ber 
.Rarfreitag als Dobcstag 3 du t£öTiftl, woher es ujoh'- 
lommen mag, bafe ber Freitag überhaupt im Bolfsglauben 
3um llnglüdstage umgeftempelt warb. So fcheuen fid) j. B. 
heute nod) abergläubische &eutc, iVrettage eine Weife angti 
lietcn. llxfprünglid) war betanntlich ber Freitag ber Srvcia. 
ber © 5 ttin ber Oicbe unb ©he» geheiligt. Der Rarfreitaa 
ober ber „gute ftreitag", oote ihn bie (inglänber unb btr 
Bieberlänber benennen, war fd)on im oierteit 3al)rhunbert ber 
grßfetc Bufe-, Bet> unb Safttag bes 3 ®hrcs- bem Wugen 
blide an, wo man annahm, bafe ber f>eilanb oerfchiebcrt fcc, 
bis xum Anbruch feines Buferftehung«tages pflegte man 
vier3tg Stunben lang gu faften unb unaufhörlich ju beten. 
Ullmählid) ocrlor jebod) biefer JJefttag feinen ftrengen ®ha 
ralter, aber bei ben Broteftanten gilt er immer nod) dl« ber 
höchfte öeiertag. 3^>cs ©eräufch, iebe Cuftbarteit, wie 
Btufif unb 2anj, ift unterfagt, weshalb er aud) mit 9 ted)t 
ber Jtille ftrettag“ genannt wiTb. ©benfo ftreng wirb 
in Ihtßlanb ber „tlood Friday“ begangen, an bem alle 
öffentlichen ©ebfiuöo, aufeer ben Rirchen unb ber Doft, ge 
fthloffen finb. frrüh morgens wirb ein ©ebäd, auf bas 
ein Mreu3 cingebrütft ift, baher ber Bame hot -cross -bu n# 
(heifee Rreu^brötdjen), feilgeboten. Anberwärts, wie in Art 
werpen, oerfpeift man ähnliches ©ebäcf mit geringen unö 
Bohnen; in Schwaben ißt man faltige Brejeln, womofllid) nüchtern, um lieh not lieber 
ju Schüßen, oermeibet aber alle Ciülfenfrüchte, um oon ©efehwüren frei «u bleiben. Dtcf: 
unb anbere ©ebräuche geben ficherlid) auf altbeibntfd)e jurüd. 3 m Üllittelalter pflegte 
man aud) bie Baffionsgefd)id)te unteres iocilanbs fjenifch barjuftellen unb fogenannte 
Rarfreitagspro.jeffionen 311 oeranftalten. Bach bt« in unfere hinein reichen 

bic lebten Ausläufer biefer frommen Sitte, allmählich aber ocrfchwanb fic gan&. ©in 

fKeft baoon finb bie nod) h«üf alle jet)n 
3ahr« gefeierten B affionsfpiele in 
Oberammergau. 

Der Rarfamstag fd)lie&t bie Qroften 
jeit, unb bas erfle ©lodenläuten wirb mtt 
3 ubcl bcgTüfet. Auf bem fianbe öffnet man 
bann Düren unb 3 -enfter, unb Rnedjte mtb 
ÜRfigbc machen unter bem SRufc: „Oftem 
ein, haften aus!** mit ihren Befen einen 
furchtbaren t'ärm. Die aus Born 3urucT 
fehrenben ©loden bringen aber auch hie 
Cftereier mit. Deshalb fturjen bie Rinbcr 
beim erften ffilodenton hinaus in ^of unb 
©arten, um bie erfetjnten Oftecgabeu gu 
fud)en. SRutmafelich war ba» Suchen ber 
Cftereicr fd)on in ber ^eibenßeit üblid). Uv 
f prünglid) waren wohl bie ©ter Opfergaben 
ber h^ihnifchen Briefter auf ben Altären 
ihrer ftriihlingsgöttcr; man nimmt an, bafe 
bie rotgefärbten bem Donar, biegel 
ben bagegen ber Oftara beftimmt waren. 

Die öftcrlichc 3 e»t in flrd)licf)cm Stnnc 
enbigt erft mit bem „weifeen Sonn- 
tage", auch Cuafimobogeniti nad) bem 
Blcfecingang genannt, ©hemals legten bie 
jenigen, welche am Rarfamstag getauft 
worben waren, an biefem Dage bte weifeen 
©cwänber ab, bie fie 3um 3 e ' < h en her 
Unf<hulb_ bie Ofterroochc hi «burch hatten 
tragen bürfen, baher ber Barne Dominica 
in albis, b. h- meifeer Sonntag. Befannt- 
lid) pflegen bei ben Ratholilen bie Rinber 
an biefem Dage ,311m elften Btale 311m heiligen Abcnbmahl 311 gehen. 

So hat uns nufer ©ang buTch bie heilige Oftergeit gezeigt, wie jwifchen ben d)rifb 
liehen ©ebräud)en nod) h*ibnifd)e ©rinncrungcn gleich ehnoürbigen, efeuumfponneneu 
Drummern einer altersgrauen Befangenheit l)iuburd)fd)immem, bie uns, toennaleid) 
uns bas üicht einer erhabenen Beligion aufgegangen ift, nicht nur an unb für fiep als 
AnbenCen unferer Borfahren lieb unb wert finb, fonbem aud) wegen ihrer finnigen 
Bebeutung unb poetifchrn Auffafiung 3 *ugnis oblegen eines Rulturlebcns, bejfen wir 
uns als ©nfel wahrlid) nicht tu ichämen brauchen. 




RarfreitagsfchnacTen in einem Dorfe bei Rönigsbofen ini ««»rabfelb (Unterfranfen, Bapern). 

Dcutjchc Ojtcrbrüuc^«. 


Rinber beim Oftereierbetteln im Spreeioalb. 


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rtorfrc itafi- :'ind) einem (Jicmeilt’e ptm Steins lti(bhpr(l. 





0 Ö e r n f D ff e r m U ( t f. / &on profeffor Don^ £of 


mann. 


(C* ifl öfterlonntagsmorgen bes Jahres 1100 im Dome ju Rtaina. ©olben fluten bie 
v£.6tro^len bei Ofterfonnc t>urcfc bic bunten genftcr bes hoben <£bors auf bic taufenb* 
föpfige anbäebtige SJlengc. bie jum Oftergottesbienft perfammelt ift. Der ©etftliihe am 
Rltar bat eben in ber Ofterliturgie bas froiiceleifon intoniert. Unb nun antwortet bie 
©emeinbe. Über ftatt bes oorgefebr icbenen jchlichtcn 5X priccleifons fdjiebt He baoor einen 
furzen beutfeben Bicrjeiler ein, ber bie Oftertatfaehe jubelnb oerfünbet: 




* d - _d ? 


1U * d- * . .J 


<£bnft ift er - (tan - ben oon ber ÜRar-ter al • Ic; bcs (oll’n wir al - Ic 



froh [ein, S^rift will u n • (ct Troft 


fein. ftpr • i 




leis. 


Diefe furjen beutfeben ©trophen — in ber Citurgie ber römifeben Kirdhe eigentlich nicht 
erlaubt, aber bureb bas Berftänbnis manches beutfeben Driefters bem langes lufliflen beutfeben 
Bolfe bitr unb ba gern naebgefeben — finb bie Anfänge bts beutfeben ftirdjcnliebcs. Unb 
obige alte Ofterleife ift bas erfte beutfdjc Ofterlieb. 

t SBie febr (olcbe funftlofe Ichlichte ßieber in ber berben Seife bes alten Ärrtbentones 
gewillt haben muffen unb noch beute Hirten, erleben mir icbes Jahr in ben Oftcrgottes- 
bienften ber ßeipjiger Unioerjitätsfirche, in ber ber ©ottesbienft mit folcbcr alten Öfter* 
leife beginnt, bie feebs bis acht Meine (Ebonnäbcben als „OfteTengel" oon bei Dftempore über 
bem Sitar aus, umftrablt pan ber Ofterfonnc, ber ©emeinec als Oftergrub mit ihren lieb* 
lieben Kinberft immer» ins $er$ fingen, gonj |<blicbt einflimmig, ohne jebe Begleitung, unb 
boch, wie fchafft bie alte öfterliehe Seife aus bem Jabre 1100 Ofterftimmung unb 
Ofterfreube ! 

(Es ift fünf Jahrhunberte fpäter am Oftcrfonntag bes Jahre* 1600 im fernften Offen 
unferes beutfeben Baterlanbes, in Königsberg. BoU Ofterjubel braufen bie Klänge ber 
Orgel bureb bie weiten Pflaume bes Domes. Sbec bie oielbunberilöpftge Oftergemrinbe 
achtet heute Weniger auf bas funftoolle Orgelfpiel bes SReifters Johann (Eccarb. ©cfpannt 
märtet fle auf bas Kommenbe. Sr bat ein neues ©tüd für ben ©ottesbienft gefchrieben, 
hat bic alte Ofterleife „(Ebrift ift erftanben" in feftlichcr Bollftimmigfeit für fcchsfiimmigen 
(Ehor gefegt, unb bie ©emeinbe — fo lautet feine BJeifung — fall gleid} mit in ben Cntu 
firm uh bes ©oprans einftimmen. Unb nun biauft bas alte fd)li<bte Ofterlieb in taufenb- 
ftimmiger Berftärfung burch ben Dom, aber funftooll ranfen ficb um bie SRclobic, He finnig 
fontrapunftierenb, ein jmeiter Sopran, ein Bit, jroei Tenöre unb als gunbament bes Baffes 
©runbgewalt. v Iöas für ein funftoolles, flangreicbes Ofterfeftfieb ift ba aus ber alten fcblicbten 
Ofterleife oon 1100 unter ben $>änben bes prcufeifcben ftapcUmeiftcis (Sccarh geworben! 
Unb wie trefflich) hatte SDleifter (Eccarbs gut gef <h ulter Domchor ben ©emeinbegefang auch 
bei ben anberen Öfter cboiälen in brrfelben RJeife geführt, getragen unb oerjiert! 

5a, Eccarbs neues 'Prinzip, ben ©emeinbegefang mit brm ftunftgefang ju ocifcbniclftcn, 
ben (Efcor mit feiner funftDoUen, reichen UmTanfung ber fdjltcbtcn (Eboralmrlobie habet aber 
bodj jum gübrer unb Träger bes ©emeinbegefanges gu machen, bas war gl änjenb gelungen. 
(Einen erbehenberen Oftergottrsbienft batte man im Dome lange nicht erlebt als am erften 
Ofttrfeierlag bes Jahres 1600. Darin warm fich alle Königsberger einig. 

Unb abermals ift es einbunbertunbfünfjig Jabre fpäter. (Es ift elfter Ofterfeiertag bes 
Sabres 1750. ßcuchtenb ftrablt bie Ofterfonne burch bie bohtn Kirchrnfenfter ber altebrwürbucn 
Dhomasfirche a« 0 cip$ ig. Die grobe Tbomaspemeinbe, Büigermeifter unb RatebeTren 
an ihrer ©pifee, finb aum feierlichen Oftergotte?bienft oerlammelt. ©cbon toäbrcnb bes macht- 
oollen ‘prälubiums bes Rltmeifters Johann ©ebaftian Bach bort man bas Stimmen ber Dn- 
fttumente. Racbbem nun bie ßiturgie bis jur Berufung bes Ofter-lEpangeliums bcenbet, |oli 
bte Oftermufit beginnen. Rber beute ift es nicht bie glaubensftarfe Kantate „Ocb weife, bafe 
mein (Erlöler lebt", auch nicht bie lenaesfrobe „Der tummel (acht, bie (Erbe jubiliert", nein, 
heute wtrb bie gewaltige (EbötaHantate mufijiert, bie ber junge Tbomasfantor einft jum 
erften Ofterfeft nacb feinem üinaug in Ceipjig 1724 lomponiert batte. 

©ic ift eine ber tiefften unb beutlchcftcn Kirchen mu fiten Bachs. (Er geht barin gana 
auf im alten Ofterchoral, ben er burch feine grofee Kunft immer wieber neu geftaltet unb 
auslegt. Bach fchilbert unb malt hier ben glanjoollen Ofterfteg bes ßcbensfürfien 3e|us, 
bei ben grimmen Tob au Boten geworfen unb ihm allen ©ebreden genommen, halb burch 
jubelnbe (Sinaelftimtnen. halb burch funftreicb figurierten (Eborgefang, balb butd) ben 
jehmrtternben Klang ber 3nftrumente, balb burch ben triumpbierrnben ©lana ber oollen 
Orgel, perbunben mit bem Ofterjubel ber ganarn fingenben ©emeinbe. 

Unb bas alles entmidclt Bachs Kunft ausgefprochen oltbeutfd) unb proleftantifcb gana 
allein aus ber CEboralmelobie bes alten Ofterliebes „(Ebrift lag in Tobcsbanben" — bie 
nichts anberrs ift als eine leicht ertennbare Umgeftaltung ber alten Ofterleife „Sbrift »ft 
erftartbert" — unb aus ben fernigm OfttTgebanfen ber ßutherlchen 9öeiterbi<htung oer alten 
Ofterleife, bie Bach burch bie 3Kacbt (einer Töne anfchaulich macht. 


Ja, bas war eine Kurft, bie weit über SWeifter (Eccarbs Kunft ftanb, ein ©ipfelpunft 
proteftantifcher Kirchenmufif! 'Tftas war burch ßutbers ©cbantrr.ürfr unbBids Kunft aus 
ber flüchten Ofterleife Pon 1100 geroerben! (Eine gewaltige, gebanfentief: Oflcrprebifit! 
Tief erbaut unb Poller 6tol) unb Bctounberung über biefe Cflcimuftf oerlicfeen bie Seip- 
jiger 17f)0 bie Tbomastircbe. 

Boll 6tola unb Bewunberung flehen auch wir noch beute 1920 oor biefer SDluftf Johann 
©ebaftian Bachs, oor biefem ©tpfelpuntte beutfeber Kunft. Smmer mehr bürgert fich im 
cpangelifchcn ©ottesbienft biefe &öbcnfunft Bachs wieber ein, benn moberne Oftermufif hat 
nichts ©röfeeres gefChaffen. ©ewife finb in ber nacbbachifchen unb befonbers in neuerer §eit eint 
ganae Slnaabl ®erfe lomponiert worben, bie Oflergebanfen in feböner unb erhabener Bleife bar* 
(teilen, ©ewife ift grli; 3W en be i sf obns graucncbor mit Orgel „(Er ift ein guter (>irte M ein 
ftrablenbes Ofterftüd für ben aweiten geiertag, unb wenn auch jDauptmann, (J. gr. Stichtn 
unb bie gröfeeren Brahms, p. f)eraogenberg u. a. feine fpejiclle OftermuHl fomponuv 
haben, To Hnb boeb in ben legten breifeig bis Picraig Jabren manche fchwungpolle Oftc. 
bomnen, Oftermotetten, manch fraftoolles Ofterlieb. bie in B5ort unb ?Beife einen Öfter 
gtbanfen machtooll aum Stusbrud bringen, gefchaffen worben. 3cb lann oon ben pielen 
bunbert mobernrn Oftemufifen, unter benen Diel ©Utes, aber auch rcct)t Diel Blitlelmäfeiges 
ift, nur einige wenige beroorbeben. wie j. B. bie A-cappoIla-Tböre Pon 5llb. Bcder „Der 
Tob ift Derfchlungen", „f)alleluja, (Ebrift eiftanb", „$luf, mein t>erae, febide bicb", oon Bart • 
mufe op. 37 Tob ift oetfchlungen“, p;n ©rcll op. 33 „CitenT, oon ©roher t 

op. 42 „ßaffet uns frohlbden", bon ffiulbius „fteut triumphieret ©ottes 6ohn", oon 
3lagler bie OHerfantate „Ofterfonne, Ofterlicht", pon 9leufpmm Kantate „Oftermorgen". 
oon Rheinberger op. 134 „Ofterbon-.u", oon Bierling „Jauchact, ihr öimmer, oon 
B^oprfch „(Es gingen brei ^eil ige grauen“ mit bem au munberOoder Rdptftiinmigfeit am 
©d>lufe oerarbeilelen Cantus lirmus „(Erfcbienen ift bei herrlich Tag“ u. a. 

Die bcbeutcnbftc gottrsbicnftliche Oftermufif aus neuefter Jcit ift wohl ber 0ftcrbomnu9 
„^»alleluja, jauchat ihr Tböre" für (Ehor, OrchefleT unb Orgel ober für (Ehor, Orgel unb 
©ololrompete bes ßeipjiger Tonfefeers öermann Kogler. Diejer ttpmnus, bem als 
Tcrt bie erfte ©trophe bes Bencbift gunffchen fraftoolien Ofterliebes augrunbe liegt, ift 
awar furj, enthält aber bo<h alle wichtigftcn Oftergebanfen, wenn es ba b*>f}t: 

„Pallduja, iiiudui ibr tibccc. 
feinfll 3r|u Sbnflo Vcb unb Übet’ 

€«in bcnlid) profcn Jaq ifl ba. 

Ui jttrifi lab« ^anben, 

T« felb ift au» brm ffirob rrflanben. 

Trt n mairt Sie 9rt»c|uii|) lab 
CSrin ifl QWtaall unb 3TCod)t. 

Ut bai Inn PWrf aollbradii 
ftaUeluja' Trs aRrnlcbrn eobn 

Jröfli nun bor>»n 

betbe* nowpfr» cri^cn tebn." 

Diefes Ofterlieb gunls, bas auf bie SDlelobie „3Ba<het auf, ruft uns bie 6timme M ge* 
biebtrt ift, münbet in ber Köglerfchen Bertonung am ©cbluffe machtooll ein in bie mit fieg- 
haftem Trompetenflang bafpinfeh reitenbe DUlobic „Machet auf“, bie mit Recht bie „Königin 
ber Tborälc“ genannt worben ifL 6o ift biefe Oftermufif Koglers mit ihrer feinen (antra- 
pui lti|ch<n Arbeit, mit ihrer melobifchen ©rfinhung, mit ihrem machtoollen Rufbau unb 
mit ihxem Reichtum an Oftergebanfen, befonbers, wenn bie ©emeinbe am (Enbe ber 
SDluftf fortfährt, bie weiteren ©tiopbin bes gunffeben Ofterliebes als $auptlieb fofort an- 
luldblirfeen, eine faft ibeale moberne Oftermufif. gaft ibtal — benn bie aftioe 2)lit- 
wirfung her ©emeinbe im ©horal, wie fit in her Oftermufif (Eccarbs, in ben Kantaten 
Bachs beteiligt ift, fehlt ja in bem Ofterbomnus Köglers. Rbcr gcrabe aus biefem eoan- 
gelildben Kircbrnlich unb Choral entwidcln Bldnner roieRbau, (Ealoifius, (Eccarb u. a. ibrr 
proteftantiiebe Kirchenmufif, cntwidclt im gröfeten SWafeftabe Bach feine bis jefet als 6tiU 
gattung unübertroffen« n Kantaten. 

Ditfe Bachfcben Kantaten besbalb für ben eoangelifchm ©ottesbienft, für ben fie gc- 
febneben unb in brm fte jabracbntclang aufgefübrt worben finb, wieber aurüdaugewinnen. 
ift ein wertoolles unb lebhaft au erftrebenbes 9Wittel aut SBiebeTbelebung bet proteftantifchen 
Silurgie. 

©oll aber oon unteren mobernen Tonmciftcrn neue eoangelifebe Kirchenmufif 
gefchaffen werben, bann beifet auch ha her 5Beg immer wieber: liebreiche 'Pflege unb liebeoolle 
Berarheitung, „frifebe Durchblutung“ bes ©emetnbedjorals, natürlich unter Berwenbung 
all ba reichen Rusbrudsmittel moberner Kunft, aber unter ftetcr Beachtung bes firchlich 
©ürbigen. 

RJcr bähen proteflantifihe Tonfeßer oon Ruf, bie ©tnn unb Begabung für bie Kirchenmufif 
haben, in iRenge, wie Böbme, gride, ©übler, ©läfer, &eufc, t»il bebrunM, filier, Kaug-lflert, 
Kögler, ßubrid), iWaöler, ‘preife, ^BoQifcb u. a. SDlöchten fie ftatt fleinerer SERotetten balb 
einmal unter Benufeung bes proteftantifchen Sborals unb unter SPtitroirfung ber ©emeinbe 
nach bem Borbilbe Bachs eine moberne pr oteftantifche (Eboralfantate fehaffen. 
Dann würbe 192."> ein Überblid über „moberne" Oftermufif gewife etwas ergiebiger aus- 
fallen als heute. 


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1© ©ii 


(4. 3for(kt)unfl.) 

fi SBinb hielt bcu »tcm cm, unb bie 9lacßt 
tauchte U>r Gtemgefchmeibe in bas eisige 'IRcer. 
Uttb GcßrittC tarnen burd) bie 93acßt, 6 d)ritlc 
oon leichten Jüßeit unb fchroere, fdjleppenbe Dritte. 
Die alte Sarah unb 3ngeline Gricßfen waren gefonwmi, 
um beijufteljen. 

fjelga f>attc 3 u>ar bem Gebensretter ftrebs, ah fic 
il)m bcibc £>änbc reifte unb meßr mit' ber Seligfeit 
ihrer Dlugen als mit SB orten banfte, oerficßert, ber 
pflege allein gewacßfen 3 U lein. 9lls aber 3ngeline 
aus bem Dunfel $u ißr trat, mar alles an bem 31 er* 
ließen ÜJJäbchen fo lidjtfcheinenb, baß £>elgas Seele fic 
als ©efdjcnf empfing. 

Der Seeigel rumorte am fjerbe «ab fprad) mit fid) 
felber. Vermeil ftecften in ber Stammet ber bunfle 
unb ber Ijelle föiäbcßenfopf beieinanber. Das Scßwarjc 
unb bas9Beiße! ©raune 9lrme teilten fid) ben weißen 
ber ft rief in mit, bie feine Sonnenglut bunfeln Tonnte, 
»oeß meßr als bei 9liels, fanb fid) SBicb mit 3ng«Hnc 
blinbltngs jureeßt, fo ungewöhnlich bie Umftänbe ißrer 
erften (Beranntfcßaft waren. 

ftür einen »ugenbiief erwog bie ehemalige ©roß» 
ftäbterin, wie felbftoerftän blich fid) BRenfchen hier nalje 
Tamm. Das waren freie ftriefen, nicht gepanzert mit 
3urücfhaltung unb »ermauert burd) SDlißtrauen oon 
ÜJienjd) 311 9JlenJdj. 9Bic auf »nruf bereit, war 3n- 
gcline jur ftilfe gefommen. Gs toäre taftlos geroefen, 
ibr förmlich ju banfen. 

Die ftacßshellc ftriefiu batte beim (Eintreten nur 
gefügt: „3<b bin Dngcline Cridjfen.“ S3on ißr ging 
eine folcße Alarßeit bes £>er 3 eits au», baß alles, was 
fie tat, jur »otroen big feit geftempelt würbe. 

So fanb $elga am Gager ftrebs eine ftreunbin, 
bie ibr 3 unidte: 3Bns bu empfinbeft, füßle i(i) aud). 

Ob für ben ©erciteten feine fcßlimmen folgen 311 
befürchten waren? Gr ftößnte febroer Im Schlafe. 

9lber Sngeline fdjüttcltc ben Aopf. üßie fie lÄefjettc 
3 U Helgas Seforgniffen, fd)ienen Gtra^len ißre fflhmb» 
winfel 31 t umErflnjen. „Die Gee f)<*t ißn losgeben 
muffen!“ bas war für bie Sjellfid)tigc entfeßeibenö wie 
ein Schidfalsfprud). »adjbem bie 91111) errfeße rin ibr 
Opfer nidjt batte fcftbalten formen, fürd)tetc fie nichts 
mcl)r für ftrebs Geben. 

Sie tranfen Siaffec unb aßen fleitte runbe ftriefen» 
fuefjen. Dann übernahm Sarab ben fteuerwärterbienft 
unb jog fid) mit ber gefüllten ftaffecfnnne unb bem 
Vfcifenftummel auf ben Durm ßurüd. 

(Es war bie 3 *it ber bellen »ächte. Geuchtfäfercßeii 
flogen unb fugten fid). 9Jad) bem erregten ©efcßcbcii 
bes Dage« mar §elgas Seele entfcßloffen, fid) rüdßalt» 
los ju uertrauen. 

Sie mußte fid) ausfprecbcn. „Du fenuft fic erft feit 
toenigen Stunbcn. 2Bas bat fie folcßen Ginfluß auf 
bid)?“ Der ©ebenfe fam ibr faum. SBenn es fo 
war, war 3ngcline eine 3 0u ^ cr * n - ^iber fdjon oon 
ibtet ©rofomutter cr^ä^ltc bie alte SBute, bafj fi<b bie 
lüreii im fiaufe oor ibr oon felber auftäten. 

„Scienprinieffin!* nannte öelga fpäter 3ngeline. 

Sie mufetc oon ibrrm tBevbältiiis 3 U 3rrcb fpredjcn, 
was er ibr fd)on immer war, unb was er ibr jet}t ge» 
worben. Sie fonnte nicht meljv fort oon bfrr, frei» 
willig nidjt. Das wufete fie genau. 91 ber weiterhin 
tappte unb taftete fie im Duntcl. 

3ngeline E>atte bie |)änbe in ben Sdjofj gelegt. 
Srrübreife mütterlid)« ®ütc breitete fid) über bic gingen 
3ü0t. 

„Du wirft f<bon weiter finben!" jagte fid unb 
lächelte basfelbe wijfeube Cäd^rln wie ibr ftarfer 9?ru» 
ber bem J^reunbe gegenüber. Dabei öffneten fid) bie 
fdjmalen Cippen über ben weiten 3 äbnen* 

Öclga fab es nicht. Sic butte ben Stopf geftütjt 
unb fdjaute in bas Stersenlicbt, bas fid) oor ibr auf* 
richtete im roten IRöcflein unb täfelte. Die Jungfrau 
feuf 3 te unb 30 g bie Stirne fraus . . . 

„Gr ift ftol 3 unb fein. 3d) bube tbm eine 95c* 
bingung grftetlt. 9Bir mfiffen an unfercr Jreunbfdjdft 
feftbalten. Üftebr barf es nidjt aKrben. (Es ift wr* 
boten!" 

Gin Gin fall lieb auf flauen unb eine f}rage 
Itellen, bi« ibr in ben früheren fiebensumftflnben un- 
möglich geroefen wäre. !Bielleld)t batte mehr als 


allgemein menfd)lirf)c Deilnabnic 3ugelinc bierberge» 

führt? 

„Aon nte ft bu 8 rteb nicht mögen?" 

Das toäre ein 9lusro«g. Dann fönnte fie bleiben 
uub würbe nicht wieber heimatlos. 

Die Jriefin gab feine oernebmbarc Antwort. 9lbci 
bas flarr Schweigen ihres unbewegten ®efid)tes rebele 
beutlicher als alte SBorte, bah bie febier finb liebe Sfragc 
feinen 9Bi ber ball in ihrem fjerjen fanb. 9lls «ntroort 
nahm fie bie Dunfelbaarige an bie »ruft unb ftrid) 
ihr linb über bi« SBauge. 

9lad) einet IBeile fchlang ^jetga bic Sinne um bie 
ftreunbin, flammrrte fid) an fir unb fd)tud) 3 te auf. 

ÜMötjtid) fam ihr ©ewifebfit über ficb felbft. 9Bas 
fie uorl)in gejagt batie, war fd)on »ergangen beit. Sie 
war über bie ©re^c ber Q*eunb|cbaft unoernterft in 
ein neues fianb gewanbert. 3n ihrem 3nneni erfd)Iof{ 
fich etwas wie eine bunrelrotc »lüte. 

fcelga {prang auf. Das »ru« will fibergeuxiltig 
werben unb über fie mit felbftherTlid)er©etoalt oerfügen! 
Danim f>ot il>r ^er 3 fo gepoefjt, als fi« ben Jireunb 
heimlich füftte. Gs ift nidjt nur Witleib gewefen? 

Diefe neue GTfenntnis, auf bie fie nidjt oorbereitet 
war, «rfchredte fie auerft. 9Da& würbe aus ihr, wenn 
fie bcu ftrttunb liebte? Aaum war fie babei, fid) felber 
fefl in bie f>anb ju hefommen unb ihre eigene Vetfön» 
lidjfcii 3 U fpüren. 9?un folltc ibr bie ®crfügung über 
fid) wieber genommen werben? Gin anberer folltc fie 
befigen? 

?lls fie bic herbe Strenge ihres neuen 3uftanbes 
erfuhr, oeränberte fich alles, was awifdjcn ihr unb 
bem J^reunbe oerabrebet toar. ®un wanbte fich bas 
©erbot, bas fie eigenmächtig als G<f)ranl« aufgerichtet 
batte, gegen fie felber unb wies fie oon bannen. Denn 
wenn fie blieb, würbe fie lünftig hungern unb bc* 
gehren 00 t uer|d)loffener lür, barauf fic felbft ge* 
febrieben batte: „Du Jollft nicht!" 

Aünftig toäre »br erlaubt, überall l)iu 3 ugcbeu in 
ber £><rrlicl)leit unb 3 U nehmen, was iljr ßer^ wünlcf)te. 
»lies ftanb ihr 3 U Dienften. »ber oon bem einen, 
ttiebften war fie ausgcfd)loffen, bas nun überall {pürbar 
fein mufetc in allem unb ooin 2Binbe wie feinftcr Same 
in jeben ©ebanfen gefät würbe. 

Das war aber oerboteu! f^urdjtbar würbe bas 
©erbot, ba es einmal aufgerichtet war. Gs war gegen 
bieSiaturunb eine Sünbe an ber £«rrltd)leit. Damm 
ginge fie ärmer als am läge ihrer Hnfunft. 

3ngrline aber nahm bie Sclbftquälereien bes Stabt» 
finbes gelaffen b* n - ^ ie f° 9 te fd)Iid)t unb aus im« 
abänbcrlichem 9Biffen heraus: 

„9Benn bu fortgingft, würbeft bu bid) boef) hier 
laffen. Du mufjt abwarten, was wirb." »ad) einer 
SBeite fe^te fie hinju: 

„Dcnfe nicht an bid). 2Bas wirb aus ihm? . . Du 
fnnnft gar nicht fort!" 

Gie butte bie SBabrbeit gefugt. 9lid)t fortjugeben, 
bas mar bas ftärfere ©erbot. Dagegen wog bic erftc 
»bmachuug wie eine 3feber im 9Binbe. 

Drinnen in ber Kammer famen unb gingen bie 
Htemjüge bes ©«retteten. Unb braufeeu fam unb ging 
bas gleichmäßige »tmen bes Slfeeres, nahm bic beißen 
Wäbcbentöünfcbe unb tmg fi« bin- — 

Der Tag graute, als bic beiöen j^reun binnen cm 
ben Staub bes großen SBaffers traten. llnerid)öpflid) 
fam bic enblofe SBcwcgung herauf unb würbe, einer 
Offenbarung gteid), aon bem jungen Sage überlichtet. 
Der Gtranbhafer neigte fid) unb grüßte bas ÜJiecr unb 
bas Cidjt unb bie Jungfrauen, bie fid) ber raufd)«nbcn 
Jlut übergaben mit weißen ©liebem. 

SIlömcii unb Gcclchwalben fehnitten bie filbemcn 
Aämme ber SBogen. 

Der golbene Dhronfaal für bic ^immel&föuigin wov 
bereitet, ©lißenbe öanjen redten fid) jur Siechten unb 
ßinfen. 

3ngcllne Ttrecfte bic blinfenben »rme aus, als iic 
bem Echaume ber ©ranbung entflieg. 

„Gtaal! Der Dag nimmt feinen »nfang. Cuälft 
bu bi<h noch?“ 

„»ein! fJPreb ift gerettet!" 


Gtftiger ÜBeftwinb weßte, bie ,>lut fam unb ging, 
unb bie weiten fernen faßen au. Da» »orbeftimmte, 
wie JJrrb bie Dagtäglidjfcit einmal genannt batte, 
übernahm bie Jührung. 

Die Dage bes »lleinfelus mit bem heim lief) ©e> 
liebten würben ber OuitöfaM uitbefümmerter, als fie 
gefürchtet batte. SBie Stimme mit Stimme fich be* 
fprad), fiel es ißr Celd)ter, unbefangener 3 U fein als in 
ber »aeßt, ba fic ißr J>er 3 reben hörte. Die Äörper* 
lichteit erwies fid) als felbfttätigc Gcßranfe unb feßien 
bas »bftanbhalten ,311 beförbem ftatt 311 erfd)roeren. 
So fanb SDieb ihr ©leiebgewiebt wieber. 

Der (Einjiebel genoß feine ©enefung in rounjcblofrv 
j^reube, Die tiefe Grfcböpfung wid) nur langfam. 
3mmer wieber fatifen ißm bie Öiber. 9lls er junt 
erften *D?ale wieber, auf ffliebs 9lrm geftüßt, »ar bie 
Älaufe fam, befiel ihn bas grelle Sonnenlicht, baß es 
ihn balb ermübetr. Gr bettete am Stranb fein fraupt 
in Söiebs Schoß unb entfd)lief wie ein tfnabe, ber 
feinen TOutterplaß gefunben b«t. 

SBäßrenb alle männerhaftc ®egef)Tlid)feit 001t ihm 
gewidjen war, fonnte er feine Seele ungehinbert uor 
2Bieb offenbaren unb fie alles miffert laffen. 

9Bieb meinte, fdjon juaor oon ihm fo oicl gewußt 
ju ha^en wie oon feinem \ weiten SKenfchen. 9hm 
ftaunte fie, als fange ihre ©efanntfehaft erft an, wie 
erhaben unb ebel feine Seele war. J-aft )u unirbifd) 
unb uerflärt fam er ihr juweilen oor in btefer fte» 
nefungsjeit. Gr fchien feiner Ätörperlichfeit enthoben 
3 U fein unb fprach am liebftcn oon jenfeitigen Dingen, 
bie er auf blütenweißen 9Bolfen hevauffomiuen fat) 
am blauen fjimmet Gt fprad) fo befreit unb nabe 
00 m llbertrbifcheu, baß er es überall gegenwärtig fanb 
uub fid) baoon umgeben fühlte. 

3n feinen leifen, frohen SBorten war nid)t im bet* 
fömmlicben Sinne oon ©laubensanfd)auungen bie fRebe. 
»Ile 3*wiffl ^es Grfenneu» waren gclöft, als bat* er 
einen neuen ©lief im 9luge befommen. Gr meinte, erft 
jeßt ben richtigen neuen Scbcnsanfang gefunben ju 
haben, fagte aud) gerabeju, er habe feine 3 U>eite ©e» 
burt erlebt. 

Gr ließ bie S an bTömer burd) bic fcßlanten Jingcv 
riefeln unb flüfterte begeiftert: „Sieh* t>u ift bod) Gwig» 
feit? Die »rbeit oon uujäljligcH 3 e 'tlöuften, baoov 
unfer Geben ein »ugenblicf ijt, hat ff« mir ausgelefen. 
So fäuberlid)! Sieh!“ 

9Bieb bebte unb fdjautc ihn befolgt an. Der ffreuub 
fdjien ihr wie bie Säume bes ftcftlanbcs in ber ßnft* 
fpiegetung über bem Grbbobcn 3*1 fdjweben. 

©anj aufgeregt oor Jreube, beutete et auf ben 
Gtranbhafer, mit bem ber SBinb fpielte. Diefes gleich» 
förmige »ideii ber biegfamen ©rftfer bebrütete ihm 
wieber bie 9lnwcfenl>eit oon etwas 3«iflofem. Gr fat) 
bas immer ©eiocjciic unb immer 3 ufünftigc fid) oor 
feinen 9lugen fichtbat bewegen. 

hoch, 9Bieb!" 9lud) bas ©efd)rei ber 9Jt5wen 
fchien eine übcr 3 eitlid)e ©ebeutung ju hoben. „9Bie 
alt ift ber Don? UDcr ßut ißn 3 ucrft gehört? Wir ift 
beim 3 »ihöwn ( als tue fid) eine ferne Dür auf, unb 
id) fpürc einen fühlen Winb." 

©enn er fieß nur »ließt überfreute an ben un» 
3 ät)l« 0 «n 9Bunb«m! 9lm Straube fonnte er nicht lange 
liegen. Das Bfeer war ißin ju mächtig. Gs rief ihn 
immcr 3 u an. 

„SBicb, bu mußt mich bineiuführen in bas fjous. Gs 
fteßt ein Wufer am Gnbc ber 4Belt unb ruft iinmerju: 
»9Tm 9lnjang war bas 9Bort«!" 

»Is fie ihn aber antraf, wie er feinen $uls fühlte 
unb fie gcheimnisooll anblidtc, meinte fie, ihn warnen 
3 U müffen. 

„Söemlmmft bu cs nidjt, Scßiucfterlein? 3n jebem 
»ugenblicfdjen fleinftev Bewegung ift Gwigfeit. Sie geht 
burd) bieß ßinbnrd) unb podjt aus jebem ^ 3 uls|d)lag. ,u 

5Bieb mußte 3itgcline fragen: „Was (oll baraus 
werben?“ 

3ngeline« »ngefießt oeränberte fid) unb würbe ftarr, 
als falle ißr etwas ein, herüber fic alles oergeffe. 9lad) 
einer 9Beile belebte fid) ißt ©efid)t wieber unb juoer» 
fießttid) antwortete fie: 

„Gaß ißn! Das lammt über alle einmal. Stand)« 
haben es Ejier 3 eitlebens. ftrembe fagten, es fäme oon 



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9 farbigen 3eid>nung oon gclir ©cfnoormftäbt. 


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unfern* hellen Öuft . . . Du muht did) gedulden unb 
iljm taffen. Gs g«f)t oorüber." 

Go g*|d)ah fo, wie fie gefegt 9 lad) oierjelpi 
Dogen nahm &er ftcuenrörter feinen Dirnft wieder auf. 


3 n etlichen Stuviimädjteii fd)ott hatte Der ttcuctjt* 
türm mit wehrenden Uid)tl)iebcu das Dunfel bnrchteilt, 
als werbe er hart bedrängt. Der britte Dag frod) Aber* 
uäcl)tig bleid) ans blutroten ©lorgcnwolfcn unö mühte 
jid) ab mit fdjuperen {Regenböen. Das ©oefjmerf bes 
Vlceres ftampfte dröhnend unb wandelte bk ©rfttlfrtltig 
in quirlenden ©ifcht. 

Da fam ber Dürmcr doii feinem hohen l'icfjt. Die 
Ditr feiner .{(laufe warf fid) f)intcr ifjm in bas G<hloft unb 
fdjleubertc ben Wann in bie Stube, bah er ftolperte. 

Die Jungfrau griff unwillfTtrlidj nad) Dem fielen. 
Sic tjatt« um des buntlen Dagcs willen ben Difct) feft* 
lidjer nod) als fonft ^ubereitet. 3 n einer bunt ge* 
blfimten flachen Sdjüffel prangte ein Ätranj blauer 
Stranbbifteln. 

Sind) in ben Wienen bes Ginfiedels ftritt fid) eine 
©cwalt aus, bk er niebcrju^ioingen fid) müljte. Aber 
feine Stimme oerriet ifjn. Wehr nod) fein ©lief, ben 
er fcftulbbcronht nieberfd)lug. 

Wieb fal) es fofort. Gr Pttfttintlidjtc iftr etwas, bas 
fie betraf. Warum gab er tl>r halb abgeroanbt ben 
Worgctigruft unb oermicb cs, iljrent fragenden Auge 
ju begegnen? — 

Jn ber Vad)t hatten rate Vafctenftgnnle ein Sdjiff 
in Seenot gemeldet. Vorduordoft freujte es oor bet 
Gi bunter liefe unb rief nach einem Öotfcn. Der ftetier* 
Wärter f)atte nad) 8orJ<t)rift geantwortet unb ber Vct* 
timgsftationUMbuug gemacht. SJlefjr formte er nidjt tun. 

Als aber bet Ginfame allein bei [einem fiidjte faft, 
bas ftetig um fid) felber nxm beite, war oon ungefähr 
ber im Woorlocft au&geftanbene Sd)rrden wie rin ©c* 
fpenft oufgeftiegeii. Der leichte oerflarenbc Sd)leicr, 
ber fid) feither über fein graujiges Grlebnis gebreitet 
Ijattc, 3errift wie bic Wolfen, bie unter bem ©liftfeiici 
in bie brüllende Vorbfee ftürjten. 

Den Ginfiedel padtc jäljes Gntfcfteu. Was er bamals 
nid)t oermod)te, als bie unterirbifdjo ©ewalt feine Süß« 
bannte, tat er jetjt, unwibcrftel)licl) getriebeii, als Schuft* 
fud)cnbec, Gfte er fid) deffen berouftt würbe, hatte er 
in ber Vadjt bie ttlaufe betreten. 

Die ftammertür ftanb offen. Die brenn enbe ft er, je 
neben bem Cager bettete bie Sdjläferin in ein Uicht* 
gärtleiu üb«rirdi[d)en Jricbene. mitten in ber oom 
wilden Aufruhr erfüllten Welt. 

Der Dftnner 3ögertc auf ber Schwelle. Wie rin träum* 
fdjönes Wärctjenbilb erfeftien iljm bie fd)Iummcmbe 
Jungfrau, unb war bod) l)oCb|eltge Wirf Itcftf eit, bic 
fid) oor feinen trunrenen ©liefen entfd)l eierte. Das 
weifte Vad) tgcuxmö oerftfillte ben fricblict) atmenbeit 
©ufen nur uuvolllommen. Der Jünglingmann, ben 
eben uod) milbc C&eifter geE}cftt Ratten, trat taumelnb 
fterju unb fniete am ©ett nieber. Vad) einer Weile 
hob er bie Stirn, ftreefte bie beben be fjanb aus, legte 
fie bem 9 Räbd)cu aufs £>era unb 30g fie eilig jurüd, 
als fid) Me Scftldferin regte. 

Wie ein Dieb fdjlidj er auf ben 3 fh*n jurüd. Denn 
er ging feiner (berooftnljcit nad) bnrfuft. 

© Is er mietet auf bem Durme war, fdjfug feine 
Stimmung um. Gr fam fid) wie ein Sdjnlbigcv oot, 
ber bas ©erbot, bas ihm in letjter knie gerücTt 
war, übertreten hatte. Wehr als bas, er hatte bic 
Jungfrflulid)feit entweiht unb ihres Vertrauens fid) 
t in würdig gemacht! Sott nun an mod)te er fich oor 
ihr oevbergen unb wuftte nidjt, wo. Das tluge unb bie 
Stimme ber Jungfrau, nad) bex er begehrend bie £>and 
ausgeftredt ftattc, war überall bet il)m unb flagte iftn an. 

Das bedrängte Sd)iff lag bei Worgengraucn int 
ftöuigshafcn. Der Cotfe Uoe Jenfen hotte es buxd) 
bic Gi&umcr Diefe gefteuert. 

9 ((s aber Jreb vor Wiebs 9 lugcfid)t fam unb merfte, 
baft er fich verriet, begann er wortreid) non beut nädjt* 
lid)eu 3^utfcl)ciifall ju berid)teti. Gr lonnte jebodi bic 
Jungfrau nid)t täufd)cn. So widjtig cs war, baft bic 
^reiti teil in il)ter 9 lot ^ilfe gefunden hatten, bedeut* 
fantcr bünfte fie noch bie Veränderung im Wcfen ihres 
(Geführten. Sic wartete, baft er fich ausfprcdjc, aber 
uergebens. 9 Hs er fie nicht mehr Srf)U>eftcrlcin, fonbent 
Wieb nannte, hord)te fie auf. 

Sic fal), wie er polier Unruhe war, und baft fie es 
fei, bie ihm ju fd>affcti machte, ©ber er vertraute fid) 
ihr uid)t an, fonbern quälte fid). 

9 ltm fam die ffntfefteibung! Die Wartezeit war 
uorüber. 


Daft cs fo mit iljm ftrl)c r würbe $clga jur ©ewift* 
l)eit, als fie über bem Wirtfd)afteu oor bas £>aus trat 
unb Jrreb wie eine fremde ©eftait jwifdjen beit Dünen 
auftaud)cn unb uerfchwinben fah. Gr war faum oov 
einer Gtunbe in ben Verfchlag l)inaufgcgattgcu 31t r 
9 tad)truf)e, hatte aber feinen Scftiaf finbeti fötineu, 
fonbent fid) heimlich baoongentadjt, als feilte ©efährtiu 
mit bcu Schafen und ihren luftig fpriugcnbcu Kammern 
auf bic Weibe 30g. 

Die ®lutter|d)afc blöftcn unb f (hauten Ihre $errin 
mit ftarren Uugen oenminbert an. Sic hatten fie oer* 
geblid) augeftoften mit ber Schnait,)? unb nad) bem 
täglichen Stüd 3 u< * et *br*r f)anb gefueftt. 

Die Jungfräuliche wandte fich ab- Ws fie in ein 
Seitental fam unb bie Dünen iftr 3U öäupten fid) ab* 
riegelten in aus|d)lieftli<her Ginfamfeit, lieft fie fid) 
nieber. f>kr war ber rechte Aufenthalt für fie. Sie 
fdjloft bie Augen, bift nad) ihrer ©ewohnheit auf bie 
£ipprn unb Ipürte, wie fid) )ioifchen ihren Cibcni 
Dränen beleidigten Stores Ijeroorbrättgten. 

Der Wangel an Aufrichtig feit wurbe ihr doppelt 
fpürbar nad) bem rücfljaltlofen Jutta ueu ber leftten 
Jeit unb wedtc ben mäbd)ent)afteti Droft. Das hatte 
fie nicht oerbient. 9 lun lohnte er ihr damit, baft er 
©erfteden fpielte*, ftatt frei httaus3ufageii, was ihr 
bod) fein ©eheimnis mehr war. 

Sichcrlid) ging fie mit ihm fd)wereu Jeiten ent* 
gegen. Was ihre größte ^reube gewefen, ihr ©ei* 
fainmenfein 3U 3weit, follte nun 3tir ©ein werben? 
9 lun tonnte fie ihm auch nit*)t in bie Augen fehen. 
So weit Ijattc er es gebradjt. 

Der grafte Dumntcricft! So töridjt war er und 
luuftte um bic Jrauenfeele fo wenig ©efefteib. Sie 
wäre iljm auf halbem Wege entgrgengefommen, wenn 
er nur bas erfte Wort fagen wollte. Statt beffeu 
machte er fie ftörrig unb lieft fie darauf beftehen, baft 
er der Wann fei. 

Sic ging am Straube hfiniwärts, aber mir eine 
furje Strede. überall war feftt etwas ©efonberes, bas 
ihr bie Unbefangenheit nahm. Als bie Wellen ihre 
naeften Jrüfte liebfoften, fefjämte fie fich, ohne 311 wiffen 
wantm, unb ging hinter bie Dünen, oon ben groften 
Seeoögeln gefolgt, bie fid) im Spiel faft auf bas 
9 Jlenfd)ertfitib aus ber fiuft niebeifallen lieften unb 
fpöttifct) lachten. 

Wirb muntC lieft beeilen, mit bem ©littageffen fertig 
31t iwrben. Jreb brachte gewift groften junger mit. 
Wiber Willen muftte fie immer an ihn benfen. — 

Aber ber Grwartetf blieb aus. Gr war mit dem 
©oote fort. So fcl)r bie Jungfrau ausfpähte, lonnte 
fie teilt Segel entdeefen auf der wilbbewegten Waffer* 
wüfte. ©or bem böigen Winbe lagen bie Wolfen fdjicr 
auf bem hüpfenden buttflen Gjerooge. 3 n fchaxreu 
Sagen fd)ob fid) ber ©egen oor bie Icljtc Sd)icht. 

Der fieidjtfinn! Gr follte fich nur nidjt eiitbilben, 
baft fid) jemand um ihn forge. 

Wit taufend feinen ftämmerlein wettert« bie ©6 
wiber die Sdjetben. Allein mochte Wieb nidjt effen. 

©on ungefähr fdjnaufte drauften ein ©ferd. Der 
Stranbuogt Jiiels Gridjfen überfd)iitt bie Sd)TDflle und 
)og lachend fein ttaffes £(3*110 aus. Gr lieft fich 
nötigen, ©la^ ju nehmen. 

Die Jungfrau muftte umuillfürlid) ©ergleid)e an* 
ftcllcn. Wie fid) biefe fefte, fidjere Wännlidjfeit in brr 
gleichen ©erlcgenh*tt benommen Ijätte ? Sie wäre wofti 
gar" nid)t hl^eingefommen. Jedenfalls war ©iels teiti 
S 3 ?ann ber Umwege. 

Die Unterhaltung bei Difcf) wurde lebhaft. Dev 
worttarge J riefe Tonnte fogar gefpräeftig fein. Gr hielt 
fid) nidjt damit auf, baft fein Jreutrd abwefenb war, 
obwohl er die Stirn nui3elte: „Jreb hütte fid) ander 
Wetter 3U feiner Segelpartie ausfueften dürfen.** 

Jm übrigen jeftien es iljm gar ntd)t unlieb, einmal 
mit ber rociblithen ©eroohuerin der Dümterei allein 31t 
fein. Sein ©art war oom Winde oenoeht und glätte 
wie feuchter Seetang. Die ©laue feiner Augen ftact) 
aus bem gebräunten ©efidjt. 

Gr Jagte gar uidjts ©efonberes, unb dort) war er 
anders als fonft. Gr hatte ben Straub abgeritten und 
nad) öen ©uftnen geflaut, foroeit fein Üleid) ging. 
Jrgenbwo war ein Sd)iff gefdjeiteri, wie auo an* 
treibenden Drummern 311 fdjliefteu war. 

„Gin gefegneter Strand?“ neefte Wieb. 

„Ja! Was bk See anfdjwemmt, ift Strandgut“, 
ftral)tte Viels Grid)fen. w Die See beftimmt, was 9 ?ed)t 
ift bei uns. Sic gibt und nimmt und lägt fid) nicht 
beirren.“ 

So war cs, unb bie OTcnfdjen waren aud) fo! Sie 
grübelten nicht unnötig unö waren fid) mit ihrer Sc» 
beitllidjfeit nidjt felber int Wege. 


„Wir fiubraulj gcwöi)ut und haben c^oasnon dem ©lut 
bei alten Störtebecfer in uns“, fuhr Viels behnglid) fort. 

„Störtebeder?“ 

„Schlimme Seeräuber find bie gcwrfrtt mit §av> 
putten in den fänden. Jftr Häuptling war ftläs 
Störtebed, den ihr fiamburger burd) fiift gefangen 
unb hinfleridjtet habt. 3 l)r habt ihm h*ift*6 ©lei ins 
©über feines Sd)iff<o gegoffen.“ 

„3hr?!* begehrte bic Jungfräuliche auf unb maft 
bett feden Wann mit ben Angen. 

„Vun ja! Gs war auf bem Hamburger Warft, 
Anno oierjehnhunbert founbfooiel.“ 

„Strandgut!“ triumphierte fie. 

„Ct)a! M lachte Viels lautlos in fid) hinein. 

Wie gut oerftanden fie fich- Aud) Wieb lachte h*Ui 
baft tftr bk wiberfpenftifdjc Code in bk Stirn hüpfte. 

Sie hotte ihren Stummer ganj oergeffen, als die 
Dür aufging. Der I firmer trat t>oiYiu und warf über 
die beiden einen forfd)enden ©lief. 

Die unoermutete Jröt)lid)fcit daheim überrafdjte ihn 
und fd)icii ihn 31t oerftimmeiL Gr hatte es (ich anders 
gedacht unb fid) uorgr nominell, wiebergutju machen, 
was er ocrfehlt hatte* ©un hörte er Wirb mit einem 
andern lad)*n unb fand fich nicht juredjt. 

Die fturmbewegte Sec hatte beffer 3U bem Aufrahr 
in feinem Jnncm gepaftt. G® hotte ihm wohl getan, 
wie er TÜmpftn unb alle ©efd)idUd)teit auf bieten muftte, 
um nicht mit bem ©oote 311 fentern. ©is 31er ©obbeu* 
infel Gilanb hatte es iftn gejagt, als flöge er baftin. 
Die Seehunde lagen bid)t jufammengedrängt und 
lieften fid) nid)t ftören. Sie fd)antcu den 9 Kenfd)eu 
treufterjig an, als oerftünbeu fie, was iftn hergetriebeu 
habe. Gr fudjte Sdjuft wie fie alle, ©litten unter beu 
Dieren Ijattc fid) ber Ginfiedel niebergelaffen. Der 
©egen ftrid) ihm mit rauftec $and über bk Wangen. 

Gine ganje Weile faft der Wenfth auf dem winjigeu 
iJlecfcheii Canb, unibrüllt uoii den Stimmen ber Urwelt, 
unb war )u ben ftillcn« buldjamen ©efd)öpfen gefeilt. Der 
übermächtige Sang der Glemente unb die jd)weigfanic 
Juljörerfdjar reihten in bieferStunbe denGinfiebeliti eine 
©emeinfdjaft ein, die jenfeits aller Sd)ranfen war und 
bas Wen(d)en(eid jut allgemeinen Angelegenheit machte. 

Seine Gmpfänglichfett für bas Ginstoerden mit ber 
»Jlatur h«lf »hm jeftt 00311, den Älopf )U fd)ütteln über 
fiel) felber. Was er Viels gegenüber jefjon mit halbem 
Jgr^en oertelbigte, gab er nun preis. Dorljeitüber Dor* 
heit, baft er einen ©eöan f et tftrich jiehett wollte, wo bas 
Ginsmerbeu oon Wann und Weib uorbeftimnit war als 
ber fd)öpferifd)c Wille ! Dann nwr es nod) folgerichtiger, 
wenn aud) einfeitiger, baft Wann und Weib, jebes für 
fid) feinen gefonberten Weg ging und das Wamiesideal 
im Wönrf) und bas Jraiirnibeal in ber Vonne fud)t«. 

llnb was war cs anders geroefen als ein ftlofter* 
bafein, baft er als Ginficdcl ein felbftgeroähltes Wönch* 
tum feittjer lebte in bet Weltferne, bis die Jungfrau 
fam, ihn 3U befreien, damit er oällig jur Slatut genefe? 

(Jred liüdevs, Wann der ftemnuingen unb ber Um* 
wege, rocr l)^i dir bas fanttge üinn in bas C&efficEjt 
gefetjt wie eine gefchloffene war ein Wann 

unb fpürte fein Vcd)t im ©lut* gegenüber bem bräut* 
liehen Weibe! Jort mit ber SDionbfchrinfrcimdfchaft, 
bie nur das h°ldc t?*ben war! 

Vun durfte er nid)t länger fcftineigen. Vicht lange 
Ausjpradjf galten mit warum und bartim. Gr fchul* 
bete feiner fiebcnsgefäljrtiu den Vadjweis feiner Jung* 
männerart. Aus feinem Wunde follte fie bas Wort 
hören, fo urfprünglid) unö alt wie bie 3riKril>eit ber 
Wenfd)en, bie 3ur Gin heit beftimmt war. 

Wenn fid) bte beiden länger ausfd)io legen, uer* 
loren fie bic Jühlung miteinanber. Das widernatür- 
liche Schweigen rädjte fich und ftrafte fie, indem es 
fich ^ ihrem ocTjdjloffenen f)*r3*n austobte. 

Der Ginfamc richtete fich QU f- fi^ ^* ec ®ind 

gegen ihn warf, war es ein Willfommengntft in dev 
Freiheit. Vun würbe alles gut, und bic fierrlidjfeit 
wurde ihr heimliches Mönigreid). 

freudiger Grwarhing ooll fatn iljm eine ungewohnte 
Würbe 3um ©emufttfeiti, er ftand an ber Schwelle ber 
Wanuheit unb nahm Abfdjieb oon bem hnlbnnid)figen 
Jünglitigsdatcin. 

Was ec feit her oon Jrauenliebe erfahren Ijatt«, uxiv 
eine cin3elnc Ausnahme geblieben. Die Grinnerung 
daran war ihm rührend und befdjämend 3ugleid). 
Denn cs war getaufte ßieb* gewefen. lind doch h^ric 
das fremde Jreubemuflbcften, dem er in den Straften 
von Äialfutta an einem unruhigen Dage begegnete und 
in Das öaus mit öen buntfarbigen Catenten folgte, ihm 
in natürlicher Eingabe wie eine Spenderin alles gef d)enCt, 
uws fie in einer flüchtigen Stunde 3U |d)en(eu h^tte. 

Oförtfcftuna fölfll ) 


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w/imvinionuuw 


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43(J 


3UuftTirtc 3cilung 


9tr. 40Ü5 



Uralte fticrmotioc. tauben, ^a^TesjaljIcn, Mamcnbutbftaben, 
finb aus her g lache bes ©«hilftes bcrausgeiriebcn. 

Bie foitft in Deutfdjlanb, ja aeigt ficf> auch in biefer Bolfslracbt 
nocb mancher 'Mnflang an eine alte, längft Dergeffcne Kultur. 

An bern öftcrlen ift aud> bic 2Jlanncrtrad)t nod) niebt gänz- 
lich oerfebrounben. Die reich mit knöpfen befehle Riefte, bas 
„Kaputt", jinbet man nodb überall, aud> ber langjcbbftigc, tuciftc 
Veinenlittel ift nod) in jebem £>agcnt>orfe in mehreren Eremplaren 
aorbanben. Der flad)c, Idjroarac gilabut mit breiter, febön gc- 
febroungener Krempe, ber früher jum feierlichen tlnjug un* 
crläftlicb war, ift bagegen beute faum nod) aufinben; and) bie 
Tunbc „Bergmüftc" ber Knaben ift ganj ins Berfcbroinhcn ge* 
raten. Die f<hnellfd)rcitenbf Borfricgsjett, bie bie 'Jftoblbabcn- 
beit unb ben Heichtuni tiefes gefegneten l'anbftricbes noch 
roefrntlid) erhöhte, bat aud> b>cx (eiber au fd>n<ll aufgeräumt 
mit fo mancher Eigenart in Bolfstracht unb ©ilte. 


©laöburgen. / 35 on iK i d> a r b guebs. 

Y^at es »irflicb fol<bc gegeben? Burgen mit glatten, bunten, 
■^^uneifteiglicb hoben ©ia&mauern. Don benen uns bie 3Rät- 
<ben in ber Kinbbeit fo oft erzählten? Mein, folcbe (»las bürgen 
bat es nicht gegeben, toobl aber fennt bie Kricgsgefcbicbie ber 
ilr^eit eine befonbere ilrt oon rober gelbbefeftigung, bie man 
mit biefer recht ungenauen Beacicbnung belegt bat rooburd) man 



3ernbaibinc Srfjulje-ßmibl, 

hrlirOlr JComflnld)n|öif flenn, t in 'Scann. ihirm lumjiobtiflfn 
»obniiR. im 74. Vrhensja&ir 


(Sine tHubinftcin, 

bu Uidbnqc unuauld* cj'tiflrttB. Oie pon flnbui iKififd) in Berlin 
«■dtfubrt ipurtt unb einrn jufwiprbnllufettt »irfaJfl maim (.-pbc-i 
0iHätii|n £ fklf, IWtlin 




'Die 23o[fstrad)ten in <Sd)aum= 
burg=Wppe. / 35on ©. e. Urff, 

il. Das öftlicb* ©ehiet. 

• ’JlbbilOunacn |iroc »DtbrractKnOc ctur i 

O ftlich non ©tahtbagen im oormafigen gürflen- 
tum 6<haumburg*^ippc befinbet |id? bie als 
„Offerten" beaeicbnetc 2lbart bei lippefcbcn Bolfs* 
trad)t. 3h c auffälligstes Kennzeichen ift bie fegcl- 
förmige, ziemlich höbe $>aube. 6ie ift aus gemufter- 
tem Blasbanb gearbeitet unb mit 'Pappe abgefteift 
T'angc unb breite ©eibenbänber mallen oon ber 
f>aub* über ben bilden herab- Die umfangreichen 
glatten, balbfugdigen filbcrncn Obrringe werben 
an ben Ohrenffappcn her £>aube eingehängt, fo baft 
fte mitten auf bie 'Bangen au liegen tommen. 
Das SRicber ober „Kaputt" bat picl $bnli<bfcit 
mit bem Barns in ber roeftlicben Büdeburger 
Bolfstracbt, nur baft im öftlichen ©cbictc bie i'itbe 
zur garbe iaft nod) Härter beroorlritt. Befenbers 
zeigt fich bies an ben oielen Siertnöpfen, bic in 
allen garben bes Megcnbogcns glitzern unb glän- 
zen, Der rote, in niete galten gelegte Mod gleicht 
bem ber roeftliiben Büdeburgerinnem nur Ift bie 
garbe bes Stoffes etwas buntfer als im roeftlicben 
Mitk. Dafür feuchtet bas banbbreite „Biolctt- 
banb", bas ben unteren Modranb umfäumt, in um 
fo lebhafterem Blau ober ©rün. 

©ans befonbers pruntooU gcftallct fich bic 
Öocbicitstleibung ber IRäbdben. Da pxunft ber 
ganse geftanaug in freubigftem 'Mot. 21uf bem 
Kopfe trägt bie Braut, toic auch fämtlicbc an ber 
Öocbscit teilnehmenben jungen Räbchen, bie Braut- 
frone, ben „Krana". Es ift bies ein etwa fuft- 
bober, walzenförmiger Aufbau aus ©fasperlen, 
(leinen Spiegeln, glitterplättcben u|n>. Die obere 
gläebe ber Krone toirb burch eine fchöne 6tidrrei 
gebilbet. 2Us befonbere Slusjeicbnung trägt bie 
Braut eine 21naabl breiter, gelb unb rot ge- 
mutterter ©eibenbänber, bie oon ber Krone über 
©efiebt unb 'Maden bis über bie Slörpcrmittc ber- 
nieberfallen. Born auf berBruft wirb am 'Illieber 
noch ein mit ©olb unb perlen reich beftidter 
Brüftling befeftigt. Buf ihm prangt ber grobe 
Stlbexfchilb, bie Bruftfpange, bie auch bei ber 
gewöhnlichen Sonntagsfleibung nicht fehlen hart. 


her 'Pbantafic ein toeites gelb eröffnete. 5tid)ligcr 
nennt man biefe uralten Befeftigungen „Sdtladen- 
roälle", roas Diel profaildxr dingt, aber gutceffen* 
ber ift. Die elften „Cölasburgcn" entbeefte man 
oor einigen gabraebnten in eebottfanb; man janb 
bafelbft auf ben ©ipfeln einiger fteiler Berge ober 
am Gnbc febmafer Bedungen Steinwälle aus ber 
Borjeit, beren 'Mubenfeite teils aus Schilden, 
teils aus ©lasmaffen ober Steinen beftanb, unb 
bic man bamals ,,Yitrifi«xl fort»- (©(asburgttl) 
nannte, (fine her marfanteften ber erftentbedten 
©lasburgen mar ..Knork torel Naphian“ ober 
gingafs Bohnung in Moflfbire in €d>ottlanb. 
König gingal ipar ein «rifd^rr gürft. ber im Dritten 
gabrbunbert n. i£br lebte, unb ben bie febottifebe 
Bolfsfage su einen Belteroberer machte. 3n Birf- 
liebfeit hat gingal natürlich niemals hinter biefem 
€d)ladrnToalI peioobnt. Diefer fotoie bie übrigen 
„ütrified fintn“ laffen beutlich erfennen, bafe fie 
au Bertcibigungssrotdcn angelegt toorOen finb. 
21 Ile coeifen an ihrer Huhenfeitc, auf gröberen ober 
fleinerrn teilen, eine Bcrglafung, bas beibt eine 
Bcrfcbmelaung ber 6teine auf, bie alfo miteinanber 
oerfittet, oerglaft finb- Die Bälle oon gingals 
Bohnung haben eine $i)bt oon 12 gufi, an einer 
6teUe oon 23 gufj. Die oberftr, jeßt mit <irbe 
unb f)eibe(raut bebedte Dortie bes 2daUes ift faft 
gar nicht ocifchladt; je mehr man fich beffen gufje 
nähert, befto ftärfer teilt bie Berglafung auf. 
«später fanb man ähnliche Befeftigungsanfagen 
auch auf bem geftlanbe, fo bei Kirn-6ufabacb an 
ber Mabc, auf bem D'lonrcal bei Kreuanach. auf 
bem Donnersberg bei Bonns, auf ber Banbesfronc 
bei ©örlife unb auf einigen anberen Erhebungen ber 
l'auftb, in ©achten unb Böbmen. Da fich biefe Ber- 
gfafung immer nur an brr dufteten, niemals an ber 
inneren 6eile bes Balles leigte, unb ba jur (fr- 
aielung einer folcften ©chmelatoirfung eine aufter- 
getoöbnlicb ftarfe geuersglut nötig war, toie He ber 
Zufall nicht gab, toar man (ich balb einig, bat} 
biefe BeTglafung betouftt brrooTgcrufen morben 
fei, um ben BäUen eine feflc, glatte, unaerftörbarc 
iluftcnbaut ju geben, ber fein Bibber obeT Hamm - 
bod ber bamaliftcn- ffriegstechnif etroas anbaben 
fonnte. Das 2Jlär<ben oon ber ©lasbuTg febien alfo 
hoch ©eftalt gewinnen au trollen. Bie aber nicht 
an bers 911 erwarten, erhoben fich balb©egner biefer 


Bon ber 'Muffüftiung bc& IraucrfpielfTagmcnts „Bo.vzcd" oon ©corg 
Büchner im Berliner Wcffing- Theater: Dagnp ©eroaes als Dlaric unb 
Berr ©ternberg als lambourmajor. ptx>i >*('<' * ivtim. 


3tof, Dr. 15 »ante 3Url>emus, 

C>fi«t>mCrt ftbipf tildKi 'pMitri, ra( | nilli<l)rT tHetcflei un kn 
vfiodbplnwr ppditchulf, jiuiirr ^oMpifitfs für ctbrmic 
Dom!TUibrf 11(03, ouibf Don bfi Hnipccfilat tfirriHnjalb jum 
Ct&irntpfipi rrunnl. (Vbel. CS 3i*b«r, t'ambura) 


3n»fe(toi ‘Philipp gtamJ, 


Ur. Otto Stcibcl, 


n.imbd|tct 'Jüdin unO Dtabüm. TircfiPt ftt €ldallicb(n ftunflfdbulr in tferlin. auf Orr Pit pitutnMwn Crctirn- 
Irbrct dusfltbilbel ronben: Tyi JRalpr, t>« ant 9. 'Jlpnl Innm tio. 0)«butl9tdg brprbi, btt btt 'Jlttxit in 
Icinnn iSttlirr. 


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Original fronf " 1 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 


rinn bti brrrcrraatnHirn ÄufiffdinftfldkT DnnMIaaSs, bc- 
lonnltr Diunifl unb Mompontfi. lunaiabriiKT ■fKuftfftilifrr bn 
,4telni|tbfn 3nn«tfl’*, Utrtafirf rin« ..Äuhrrrs butd» bit 
+ <m tu. attafi m (£t*ln in« Sb. «rbfflijabrr 








'iVransPorTÜ'btunfl mit fern üusl»ni|ciit'cn S\ ot»c I ‘Jluslcblrppcn 6« Habels. 

-Öas neue i>eutf*.f*n>ei>if*e getn[precbtabet pon ber pommer(d)en Stil fl c na* <£*onen. 

Tos Habet ifl mit bei auf her bcutlcbcn »Sette anftblicfecnben Rül'teitfabetftrecfe runt* 1 4»i km lanq unb hübet bic tut .Vit tändle »VmfprcA(aM®crbinbunfl bei Welt 


r 

$•*« 


Verfllaluitgstbeoue. liefet ernft ju nehmen finb Me Verfrüht- bas Votbanbenfein brr 
BAladcnrefte baburA cifldren ju wollen, botj bamals bereits 'i'ottalAebrcnncuien beftunben 
batten, brnrn biefc überrefte entflammen foülen 2Jlit itiAbaltigetcm :Dtatcrial bcfdmpfrn 
l et>Dcb onbere bie obige Theorie, 

Bie roielen naA. ba& einmal 

immer nur einzelne Seile ber 
iDJauer oerglaft (eien, bah man 
bann aber auch D«r(d)ladtf Wälle 
aus einem Material gefunben 
bat, bas burA Seuer jerftört 
toirb unb jufammenfinft. Jo bafc 
alfa nicht eine Verftärfung, 
fonbem eine Vernichtung brr 
‘Vefeftigung dntritt. <fin Sei- 
fpiel hierfür bietet bie (Engelburg 
gegenüber iRotbcnburg o. b. Sau- 
ber. €>ier finbet fiA auf einer 
'Verginge ein Wall aus quar- 
kigem Äalfftein ober aus einem 
ianbigen WufAclfalf - Dolomit 
Dn ber ÜKilte finb bie deine 
t,io ar etwas oerfAladl. aber 
auch völlig gu Stalf gebrannt, 
ber bureb Siegen PerfAlammt 
unb geiroafAen touibe unb jefct 
Zeiftreut umberliegt. VuA bafj 
zablreiAe Wälle nicht rerlAlacft 
finb, rrirb ab Setreis bafür 
gebracht, bafj man bie Vcrgla- 
jung nicht abfiAtliA jur Ver- 
befferurg her Wälle hervor* 
brachte, benn trenn man biefe 
Verftärfung ber Sefefligung 

fltlannt Jgttt. I® bäite man -^ 0 n bc r (irplofionsfataftropbe in SSanltciC bei 
.£2 fWunitionsfabtif ©aebert, re*., 

tpanbl, folgern bie ©cgntr jener 

Theorie. 6ie finb berStnfidjt, bafe bie Vcrglafung bureb ein vom Angreifer angefaAtes unbunter- 
baltenes fiericr. bas bir tatfacblid) nachweisbaren — froljeinlagen ber Wälle jcrflören unb 
bie(< baburch zum (Sinfltirjen bringen follte, peruriaebt mürbe; bie Verglafung lei eine un 
be abficht ig te Siebentel r- 
fung ber geuetsglut ge- 
roden, $aft (ich eine 
(eiche immer nur an ein- 
zelnen B teilen voTfinbet, 
fAcint Mcfe Xbeoric zu 
unterftüöen. Slnbcicrfcits 
erforhert eine felche Ver- 
iAIadung roicbcr eine 
Öifce, bie nur ein un- 
gewöhnlich ftarfcs unb 
anbaltenbes geuer geben 
fann. Wer bat rech«? 

Völlig gefldrt ift bic 
6acbe noch nicht. 9to- 
mantifA veranlagt e Stopfe 
mögen ficb alfo immer- 
hin noch fllasglatte 
IRauerteile unb beren 
abenteuerliche, phantafli- 
(che (Srfteiflung unb «£r- 
itürmung mit Wittein 
oorftellen, »iefie»or mnb 
zroritaulenb fahren mög- 
lich mären 


3Mc(£rfcbaffunfl 
bes Leibes 

«Sine inbifebe fiegenbe. 
HRitgcteilt oon :X>la i 
ftaoe f. 

^\fls, am Anfänge. 
-CliTroafbtri zurtfrfAaf- 
fung bes Weibes fam. 
fanb er, bafo er feine 
Stoffe (Aon bei ber tfr- 
ichaffiing bes Wcinnes 
per brau At batte unb (eine 
frften Elemente mehr 
übriggeblieben waren. 
SlaA tiefem Binnen baff 
et fich cnbltA folgcnber- 


wdäüf w* 

1 9 t 3R«H»m 




| 



3um beutitben t£ icfl in ber atp«itcn 21bftimnumgsjonc 
3n|el «2plt, auf ber 2715 1>euff*e flcrien 356 


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mähen aus ber Verlegen beit: irr nahm bir ^Hunbung bes Wonbcs unb bie Winbungen 
ber 6 Aling pflanzen, er nahm bie Bcbmicgfamfeit ber Vanfc unb bas Sittern hes ®ra|cs, 
bie BAlanfljeit bes BAUfrobrs unb bie Vlütc ber Vlume, bas €<hn>anfen ber Vlätlcr unb 

bie Veriönflung bes IJlefantcn- 

rüffels, bie Vlide bes 'Jlebcs 

unb bas BAioärmen her Vic- 
I nen, bie freubige t>ci irr feit bei 
(sonnenftrahlen unb bas fei- 
nen ber V3olfen, bie Veränhcr- 
licbfeit bcs©inbfs, bie gurch'- 
famteit hes t*afen, bie tfitcl- 
feit bes Pfauen, hie 'Weichheit 
ber Dapagrienbruft, bir t>örtc 
bes diamanten, bie Bü^e bes 
ttonigs. hie (Sraufamfeit bes 
ligers, bir ®lut bes geuers, bie 
Kalte besBAnees. bic BAnwtt- 
baftigfeit bes $äb*rs r has «an 
liebe ©irren her -laubr. bie 
^tuAelei hes AraniAs unb bic 
Xreue bes fmnbes. 

Unb als er alles bies ju- 
fammengetan hatte, erlAuf er 
bas Wib unh gab es hem 
3Ranne. 

■3lber naA einer VSoAe (Aon 
(am ber 3Rann zu ihm unh 
fagte: „$err, bas ©efAöpf, bas 
bu mir gegeben baft, maAt mein 
^ehen efenb. Bie fAtvaftt un- 
aufbörlicb unb ennübet mich 
mehr als iA ertragen fann. weil 
fir mich nie allein labt; fie per* 
'Berlin ont 25. fDtärg: i'infs bic cinflcftürste langt unausgefefite «ufmertfam- 
r ersjsj^«. feit, nimmt mir alle Seit weg, 

Raufer mit abflcocatcn T»a(hern. greint über lebe 9tiAtigfeil unb 

ift immer müfjifl- Unb fo bin 

iA gefommen, um fic bir toieber rurudzugeben, ba iA mit ihr niAt leben fann!** 

«itrafbtri {agtr; „Bchr gut!" Unb nabm has fßeib zurüd. Vber naA einer VtoAc fam 
ber ®lann toieber unb fagte : „$crr, iA finbe, bafe mein ifeben febr einjam ift, feit iA bir 

jenes ©cfAöpf zurtidge- 
gcbcit habe. DA erinnere 
miA. wie fic mir zu tanzen 
unb fingen pflegte, unb wie 
fic miA aus einem Vugcn 
toinfel anfab unb mit mir 
fpicltr unb HA an miA 
lAmiegte. Unb ibrt'aAcn 
war SWufif unh fie war 
(Aon anzufeben unb toci A 
zu berübren. ^arum bitte 
iA biA, fie mir roicbcr 
guTÜdjugeben ! M 

Jroafbtri fagte: .6ehr 
gut! - Unh gab ihm bas 
'Weib zurüd. 

Vber naA brei Sagen 
fam ber Vfcann roicbcr 
unb fagte: w t»err, iAroeifl 
niAi. roarum — aber 
naA allem bin iA Z» 
hem BAluffe gefommen. 
bah fie miT mehr Bto- 
rung bereitet als Ver- 
gnügen. Vitte, nimm fie 
hesbalb roicber zurüd!“ 
*31 ber Sroafbtri fagte 
^rtort mit bir! $tinrocg’ 
dfiAts mehr baaon! 'Tu 
mufet mit ihr ausfommru 
n>ie bu fannft!" 

T»arauf erflörtc ber 
ÜRann: ber iA fann 

niAt mit ihr leben!" 

Unb 3toafbtri ant* 
roorletr: „5loA fannftbu 
ebne fie leben !“ 

Unb er roenbete HA 
ab unb ging feinem 
Werfe naA- 

DerSRann aber fagte* 
„Was ift ha zu maAcn ? 
T'enn iA fann »eber mit 

tecblestpifls: an Der buumreicbcn Keitum- Bucht ber ihr leben, noA fann iA 
<0änpn dCääblt »utt>cn. *« 11 . ■*„»«. »omtan 1 c-bnc (i, kbtn!" 

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THE OHIO STATE UNIVERSITY 





432 3Uuftriite 3«itung fftr. 4005 

o & e r n e $) ü t C . / i3on Margarete o. 6utln f r. 

fDlit lieben ^Ibbilbunflen nad) ironberaufnabinen für bie ^cipjiflei „SUuftrirte S'itwur com Atelier iSbertb, Berlin. 


/IJbfnfo roie bie Kleiber, bir ©efebmad unb Bebürfniflc 
Steiner poche gebären, ganj befördere unb tppifebe 3 Jlerf- 
male aufroeifen, bie es bem Roftümfor|che:r ermöglichen, fic 
ohne »eitere» ju flaf fixieren, fo aa<fe bie £üte. Die Scbuten- 
formen »erraten uns bie Biebermeiertage» bie „l£fitos", 
echäferbüte unb "Pamelafsrmen bie fähiger gabre. bie 
Düte, bie arabesfengleicb auf bem »eit nach oorn pefebobtnen 
©slbfcbopf thronten, fpreeben oon ber 'löenbe bes lebten 
^abrbunbexts, jene oon RSagenrabgröbe tourten biegrauen 
um 1905 b«um ju entjüden, unb bie Düte ber SERobepbafe. 
bie mir burcbleben, »erben meift in ber Dauptfacfre baran 
erfenntiieh fein, bah fie auf ben Kopf baraufpaflen roie ein 
Überreifen ber Dedel auf ben Baben einer Schachtel. 

Die Do upt Überreichungen, bie bie SJtobiftin beute bietet, 
liegen weniger auf bem ©ebiete ber gormrn als oielmebr in 
ber Rrt ber aRateTiaioerarbeitung. (Sine fo cbaTafleriftifcbc 
■.’leubeit roie oor gabiesfrift bie Direfloirefappe feblt. Die 
Onteieflen teilen Heb a»ifeb<n barettartigen gormen, jroifrfeen 
(leinen, ben Ropf fahr fnapp umfpannenben trempcnlofen 
Rappen, jwifeben flöten mit ringsberum aufgefcblagenen 
Rrcmprn, ben fogenannten Bretonformen, jroifeben folgen, 
beten Krempen ein roenig maierilcb, unregeimähig geroelil 
ober aufgebogen fmb ober glodenförtnig abf allen. Sie werben 
faft immer einem melonenföTmigen Kopf Augefellt unb erinnern 
febr beutlicb an ben Tropenhelm. 

Ippifiber oielleicbt als alle anberen fmte finb bie frempen- 
lofen Stoppen. Sie — roie übrigens alle Düte — a^inpen 
niebt nur aum Tragen einer fcbmal gehaltenen giifur, fon- 
bem überbies baau, bas $aar irpenbroie auf bie Schlafe 
unb noch tiefer berabgufübren. Keineswegs notroenbig. um 
ben mobernrn feut fleibfam ju tragen, aber eine graatofe, 
amüfante 3 Jtobelaune ift es, bie grifur bureb ein inmitten 
ber Stirn liepenbe», uemlicb umfangreiches, ein roenig 
terjauftes t'odenbüldjei au oeroollftänbigen. bas unter 
bem fSutranb — nie tief er auch b«rabrcicbc — b (r Dor* 



(ftrober, triebt alrcfrnfrcntia abfailcnbcT tun mit tfbiffpnaonniui 
läJtcMI: Ö Jlluflf.i 


lugt, roie es aueb auf ber einen ftbbilbung erpchtlich ift 
— Rappen unb Barette »erben mit groben Blumen, mit 
geflehten geberngeftccfen, mit Dbantafiegefleden aus Straub- 
febern, mit Banbtofetten ganj fla<b garniert unb mit bem 
Soleier überbetft. biefem tfroeef einen (ehr langen 
unb (ehr breiten Schleier au oerroenben, her ben Ropf Iofe 
umflatterte, bas roar bic grobe Neuheit bes grüblings, bir 
fi<b überlebt batte, noch ehe fie fo recht flügge geworben 
roar. Rod> trägt bic elegante grau ben proben Schleier, 
aber He geftottet ihm aroangfofe» glattem nur noch hinten, 
über bas ©«ficht wirb er feft gefoannt, ober noch heller — 
man greift *um ortboboren Sdjicier. 

Der glatterfcbleicr aum groben Dut — auch bas fann 
man [oben! — hat etwas Rarnepaiiftiiches an fleh, »on bem 
Heb bie elegante grau ebenfo fernhält roie oon geroifien über- 
bunten ober MumenüberfätenDüten. ©efchmadDolf, trog ihrer 
Buntheit, finb hie Banbbtiicben. Das fteife Ripsbanb toirb 
auch au ©amituraroeden Diel berangeiogen; es Ichmücft bie 
Düte, oerarbeitet au flach liegenben Cfcn ober Coletten, a« 
gebrabteten Bolen, in ©cftalt oon Bienben, hie ben f>ul- 
ranh will für lieh umfoimen, mit gana fcbmalem Banb werben 
Blumen auf Krempen unb Dultopfc geftidt. 

Sehr charafteriftifcb ift cs, bab bas iMiffte. bas auf ben 
Kleibern eine fo grobe Stolle Ipielt, ben iöeg aud> auf bie 
Düte fanb: fein plilpexte SRalincstüUroolants, oft breifach 
aufcinanbcrliegenb, bilben £uttrempen, piiffieTte Bänbcr 
umgeben, bochflcbrnh, 5 >-utföpfc, fein pliffierter <Eh«f!on hc- 
bedt ganae Düte, ’il n weiteren topifeben Saifonneuheiten 
finb au nennen: Boft, in allen garhen bes Regenbogen» ein- 
gefärbt. Ipiftenartigc Rofibaarborten, lädier te glüpel unb 
Bänber, Sticfeieien, mit lieberftreifthen ausgefübrt, Blumen 
aus 5 öad) 9 tucb. Die oerfdjiebenen Reiher- unb Barabies* 
pogelfcbern Ttnb alte Befannte, neu ift nur ihre Berroen- 
bungsart, |o gegenroärtig basBebeden ber Düte mil Stangen- 

ober Rroncnreihcrn. 



Uleiner Troneur mit drohen, flach aufliegrnben ^turnen ifNobdl: 
B. 6 ch«xora> 




(froher £hu aus 'Jto&baarbortcn mit Rroncti tciberbulhcln 
( 9 bM: tsCbmarj ) 




j rolleurbul mit neuartigem gtüflelftefled. 
(Siobtü: R. gricbUnbcr.) 



cfleganirr £nii. mit Clfciffon ubcivogen unb mit Stcenemribem bcnäbi 

CaRobctl: f). eebroarg 


Irottcur aus .WUuloibbortcn mit tlrinen gliigctn. 

laitoMI: «. Rlugc.) 


£>ui aus Otphbaargeflcht, mit t langciucibfrn bei w bl. (2FtobcU 
91. grieblänbn.) 


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m 


4» 1 *T- 


Stiiblinfl in ben 3llpen. i'tacb einer pbntoflrapbijdjen 'Jlufnabmc Don Slugufl Otupp, ßaatbriiden. 


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m 


OHuftrirte 3titung 


3tr. 4005 


$ o n r o & 


GjYVt her Spätgoiif beginnt bie gTpfoc G poche her Tafel- 
<*vlma[f rci. gröber malte man an bie Banb ober in 
bie Bücher. Dann würben plöglicb bie Elitäre burd) auf- 
gelegte, innen unb äugen bemalte Stlappfcbrcine au unge- 
heuren Bilbcrbücbcrn. bie man )u bcftimmlcn gefttagen aus* 



1. '^crfiiinCnflunfl 'JDtariä. (©ermanilchcs cKuieum, 9tümbcrg.) 


<•& t tj. / ^ 0 n * 5 ?iela <£ f dj e r i d). 


Bir getrabten auf heiben 'Berten genau bie gleiche Bei • 
teilung bet 6<fci ff e im $intcrgrunb ! 

Das näcbftc Bert, bas mbcilidjcnocifc auch nod) in häu- 
ften. I ober febon in 'Bafel cniftanbcn ifl, ift ber Jpeils- 
f picgelaltar, eines jener großen ÄllaibilOetbücher, bas 
anfebeinenb aus einem Bliitelftüd unb feebitebn 


für bie Jlatbrbrale ben Bctrusaltar (Äbbilb. 4 unb 5) mal! 
Der 'Auftrag lautet auf bie Uetruslegcnbc mit Ginflecfctuiig 
eines letalen Gicigniffcs. Der Difcbof oon ©enf ift näm- 
lich auf bem Baller Slonjil Warbinal geworben, unb bos 
will er rem Ültar berab ber ©emeinbe für alle Seiten vor 


rSlügelbilbem, bielleicht aud) nach einer ^re- 
belte beftanb. oon bem fid) aber Iciber nur 
neun Tafeln erhalten haben, eine im Jtaifer* 
firiebridfSRuleum au Berlin, bie anbcTcn im 
3Jlufeum su Bafel. 

Der tmlsfpicgclaltar ift (eben um feines 
iTHotios willen eines ber £üupttpcrfc ber ebrift- 
fiefcen ftunfl. (£r umfaßt bic Dorbeutungcn 
ber i>a|fion im Sitten Teftamcnt. ein 
©egenftanb, ber tni :Dlit1claltcr burd) bie 
religiöfen Boftsbücher. ben „JDeilsfpicgcr unb 
bic „Ärmenbibel". bem Balte oertraut war. 
Biö löfte ben umfangreichen 6loff in eine 
9teib« oati 8t»*ifi(turengruppen auf, beginnend 
gleirhfam alsDrolog, mit .Gcdrfia“ (Äbbilb. 3) 
unb „0onagoge", ber ftirche bes 9leuen unb 
bes tllien Buntes. 

Big fetit bie Ginjelfiguren in Umgebung. 
Das tpar etwas fehl ifftertwürbige» ju einer 
Seit, ba man um bie gigut fein anberes 
Drumherum tannte als ©albgrunb obCT. bei 
©rifaillen, eine 6teinnifd)c. Gr i|t ein SRrifter 
bei gaibe, in bem an fid) (eben farbenfrohen 
ffJtiltelajter ber ftärfften einer. Unb jugleicb 
rin 9Jteifter ber weiblichen ‘•fUocbe. 

Cidjcr febon bn Baflcr Seit gebärt bie jegt 
in Nürnberg befinbliche „Bertünbigung SWariä“ 
(Äbbilb. 1) an. Big war jegt ein angelegener 
SRetfler, bei bem bie groben Herren aus unb 
ein gingen. Gr wirb bes Konzils wegen, bas 
Diele Rünftler anlocfte. nach Bafel gezogen fein. 
2Ils bas Baflcr ftcnji! (1431 14-48) nach bem 

furchtbaren Beftjabr 1439 feinen ööbepunft 
übcrfchritten batte, frhen wir Slonrab Big im 
©«folge bes Bifchofs oon ©enf über ben 5ura 
jieben, nach ©enf, »0 er im Äuf trage- bes Bifchofs 



2. Tei heilige «Sbriftcpboius. (Aunfllamnilung, Bafel.) 


einanberfcblug, bamit bie ©laubigen »äbrenb bes pielen 
Cateins bes ©ottesbienftes an ben gemalten ©efehiebten 
erbauliche Äugenluft hatten. 

Diefer neuen ftunft, an her alles neu war — fbolj* 
grunh, Ölfarbe, Berfpeftioc. SDlotioe — unb bie fomit 
eine nicht geringere BepofllHon in her 3Dlalerci beheutete 
als beute ber Grpreffionismus, erwuchs, mäbrenb in ben 
Sftteberlanben bas Doppelgeftirn her ©ebrüber ran Gpd 
bereite oerlobeite, in beulfchcn Canbcn eine ftrablcnbc 
Bier^abl: 3Rull|cb«r, Dtafer, Cocbner, Big. 

Der ©rögte oon ihnen ift SVonrab Big. 6cin 
9tame bligt juerft inmitten eines Brennpunttes mittel- 
alterliche t Kultur auf: in Äonftanj wöbienb bes 
Ronjils (1414 — 1418). Bober mir es roiffen? 
6ebr nüchtern, blofj, aus bem 6leuerbud>, wonach 141b 
„cunrat Bicj in ber 9UugafTc~ für lüDfunb fabrenbe 
$abe 6 geller oerfteuc-rte. Gr n>ai banacb nicht arm. 
Öaite ficb toobl fein (SIterngut berausjahlen laffcn unb 
häufte für ficb I (pater aber toiebrr in ber ^aulsgaffe 
bei (ftifabetb Bigin, in ber rpiT wobt feine 3)luttrr 
erfennen bürfen. Die €teuercinträpe oon Big unb 
©igin laufen gemeinfam bis 1431. Dann ncrfchroinbel 
Big in ftonftena, um balb banacb in Bafel aufjutaudten. 

Slus biefer Stonftanacr Seit ^ie geroib febon frucht- 
bar mar, ift uns mit 6icbrrbeit ein einziges Bilb er- 
halten: „Der heilige $hriftopborus~ (Ubbilb. 2). 
Das Bilb gebärt in biefe einmal, weil es feinem 
<£haea(ler nach noch ftugenbarheit ift, jum anbern, weil 
es eine 6eeianbfcbaft barftellt, wie fie nicht in Bafel, 
toohl aber am Bobenfec gemalt werben tonnte unb jum 
britten, weil es in engem Sufammenbang mit bem Tiefen- 
bronner Elitär bes Cufas SDRofer fieht, einem Berte, bas 
ebenfalls am Bobrnfcr(unb&maram Seiler 6er) entftanb. 



3. Ccriefia. <€<blob ^ilfrnftein, BaldlanP > 


'Äugen (teilen. Sllfo läfetficb ber Bifctof malen, wie er, 
oon €anft 'peter geleitet, oon bei heiligen Jungfrau in 
Äubienj empfangen wirb, fi<h für bas ftarbinalat j)U be- 
banfen. Äber für Big war an biefem Berte nidjt bei 
gute Äarbinal, beffen cfitelfeit er befriebigen mubte, bte 
^auptfacbe, fonbern allerlei anberes. Der groge Qinbrucf, 
ben er in ©enf empfing, war ber €ec! Dei 6ee mit 
bem herrlichen $intergrunb ber ©aoopet Älpen. Unb er 
wählt aus btr Detruslegrnbc r»or allem bas moftifebe 
Sebluftrapitel bes 3 & bannesebangeliums, ben gifcbjug 
'Dctri unb bie lfr(d>cinung bes Äufeiftanbcncn. Unb cs 
würbe «in gan* rounberbares Bilb. Durch bie aus bem 
tlberfchwäll eine» begeifterten fcerjens grfthaute unb ge- 
Idjaffene ^anbftfcaft tnanbelt 3<fu»- Die gifefcer braufecn 
im 6chiff fchen ibn. Unb einer flüftcTt: „<£s ift ber 
öerr." Unb ba fprinct i>euus ins Baffer unb 
febwimmt ju ihm hin- 

Das tSihabcne, bas aJlpftifchc bes Borganges wirft 
fo tief auf uns, weil cs fo unmittelbar mit bem ÄUtag- 
liehen, mit bem Uebcn unb Treiben, wie es fid) bamals 
oor ben Toren ©enfs ahfpiclte, jufammentrifft. Unb 
bann fübrt uns Big in bas ©efängnis unb jeigt uns. 
wie Belrus befreit wirb. Unb wo ift biefer grobe 
Blrifter bingetommen ? 3m 3abre 1444 bat er bas 
Bert PoUenbet; bas ^abr oorber batte er fid), mobl 
in ber Äbfichl. wiebe r nach Dafel aurüefautehrrn, bort 
in ber freien etrafee, ber t)auptftra6e ber 6tabt, ein 
&au» mit t>of unb ©arten getauft. Jim 5. Äuguft 144? 
wirb in einem Gintrag bes ^insbuefres ber 6tabt grau 
Urfula Big als Bitwe bezeichnet. <5o ift er alfo 
irgenbroo in ber grembc geftoiben ; benn wenn in Bafel, 
wäre ein Ginlrag barühcr oorbanben. €cil 1444 ift 
feine 6pur pertoren. 



4. gifchjug. i4)etm&alio r J tuleum. ®cnf.) 

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B^eiung 


( 5 hrtrusallai 

from 


■Itiufrum, ©enf.) 


jriginai 

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91t. 4005 


3 Iluflrirte 3 eitunfl 


435 









©linlicbtdufndbme eines 6of< jum "Bau Iroafnbcn 
■Ribera an brr (foalc bei Coalbom 


Sumpfe ©eroitterlchmüle lagert über bet 
_VRue,, alles Ceben erlcblaffen machenb; 
nur fleißige 2JI mieten bänbe finb mit ber ge* 
fabrbeten fteuernie befchäftigt. Oben im 
©ebirg« führten Unwetter lehmige ?Baffer- 
maffen bem Streme ju, bie ber Arbeit ein 
oorseitige» «inbe ju machen broben. Sehen 
it>äl.jen fid) bie febmufcigen gluten übet 
©ubnen unb Dccfwerfe unb »erfcblingen ein 
Stüd Uferlanb nach bem anbern. Pier im 
©Seibengeffrüpp nehmen fie eine Rinne an, 
umrilen bie flöhen unb bTängen alle nicht« 
befchwingten fiebewefen auf Dnfeln unb 
Hnfelchcn flammen. ©3as brr 6trom an 
Steren mit ficb führt, fuebt hier Geltung. 
Saufenbc oon Mareen unb Käfern el- 
fteren bie fdjlanfen ©Jeibenruten bis jur 
ßpifee, bie fich unter bei ungewöhnlichen 
©ürbe neigen unb icbroanfenb ihre Caft 
ber glut jurüdgeben, wo beutrluftige gifche 
ihrer lebon barren. aber wie unler Scrrgott feinen ©aum in ben £>immcl roaebfen läfct, 
ift es auch biet- Dort hinter bem angctriebeiun 'Staibenftamme lauert ber tüdifd>e £>e<ht, unb 
mit jähem Sto&e fährt er unteT bie abnungslofen glolfentier«, bie rrfchrocfcn nach affen 

©eiten auseinanberftieben unb burch Buftfprüngc ihre ^erfon por bem 

argen Räuber in Sicherheit *u bringen fueben. 2fteifen unb afler- — 

banb 3n|eftenfrefTer haben gleichfalls ben ge bedien Sifcb gefunben 
unb finb fo gefefeäftig, bah fie felbft ihr ewiges ©efebwäü 
t>erg<nen. Da ertönt plöBlid) bas roarnenbe Sad-tacf bes 
©Bürgers. Rus bem ©ßeibiebt (triebt ficb ein rinbenfarbe- 
ncs Jier unb fchwimmt gerabeswegs auf uns au. 

"Draufeen, unterhalb ber ©ubne am (teilen Ufer, bar! 
am ©taffer, liegt fein ©au, tin unfCbcinbarrr über* 
mannshoher kaufen oon ^ulammengetragenen Stei- 
gen, burch Schlamm gebiet) tet, mit Ausgang unter 
SBaffer. Dem Schwimmer mar es bes ©ulen 
Au cid geworben, benn fo febr auch t>er ©iber 
als fchlecbter gufegänger auf legeres angewiefen 


Beobachtungen au£ unferem BtkergeBtefe. 

33 on SDlaj^cbr. / 9 Kit elf pbotographilcben 3 lu|nabmen bes ^erfofiers. 

auch für uns (ein (halten mehT, wir mülfen 
{eben, was bie ©iberiii mit ihren 6ptöb- 
lingen macht, ob nicht ein Unberufener im 
ftillen ©Binfel am Rusftieg ein (fifen gelegt 
hat, um fich um febnöben Mammons willen 
bes »ertoollen ©alges bes ausflerbenben 
vieres ju bemächtigen. $1 m längft micber 
eingeuferten gluffe angelangt, oerraten uns 
gefebnittene, bisweilen mannsftarfe ©äumr, 
Sträuchen aller Rrt, ausgetretene ©Becblel im 
Ufrrranbe, Spuren im Sanb unb Schlief fo- 
wie glätte mit entrinbetem £>oIjc am (eich- 
ten ©taffer hie Rnwefenbeit bes grö&ten, 
bis über 50 Kilogramm [chwer werbenben 
altweltlicben Lagers. Der Uferbau, ber, 
ben tBafferftänhen entfprechrnb, im Innern 
mehrere Steffel birgt unb über jwei SReter 


hoch ift, hat f<hon einen flokaitigen ©or- 
öfte ‘ ‘ 


i'Iiplid'lüTi) nähme eines an einem WeiNen flamme 
Icbneibenben Bibers an Oer 'Ilten (Sit* bei Saalbom 


bau aus ffieibenAweigrn, bie öfter Rrmftärfe 
erreichen, über ber unter ©taffer münben- 
ben "Röhre, ein Seichen ber Rnwefenbeit einer ©ibrrmutter mit Rinbern, fülütterlich forgt 
fie für ©ßinterfrafe, was bem ©iberpater nicht einfällt, ber jumeift in (Erbhöblen an Ufer- 
hängen mit ebenfolchrn Rusgängen wohnt. Drüben im flachranbigen, fchilfhewachfenen 
See freilich oerbieten ficb folche Rnlagen, unb gelhidt baut grau ©oefert 
eine anberthalh SReter bohr meilerförmige Quitte aus gweigrn, pfählen, 
©reltftücfen, Rohr unb Scbilfw urjeln, gebiebtet mit Schlamm, 
ben fie um hie $uttc herum ober in ber Rübe gewinnt unb 
mit ^Pfoten, ©ruft unbScbnauje hochlcbiebt, |o bafc ficb um 
bie $»üttc eine mit ©taff** gefüllte ©ertiefung fee rumjicbt, 
bas ©anje eine alte Ritterburg im (leinen, grafjbol* 
für ben hinter ift hier nicht nötig; ©urjcln unb 
©flanken finb im Uberfluh DorbanDen. unb rin mit 
'Wölbung gegen hen Strom errichteter Damm aus 
gleichem* Material wie hie ©urg forgt für ge- 
nügenb hoben IBafferftanb. 'Ruch deine J\ anale, 
\ bie hur^ t>in- unh ^erwecbfeln unb 31nfcbteppen 
pon ©aumaterial entfteben unb ficb mit Gaffer 


iPüfln angeltfltn 
iRotbau einet ©tbeelamilie 

mit jiwi Ausgängen nad) Set 


ift, liebt er ein trodenes Säger, 
unh ha» ift er fuchen bemüht- 
Unweit unfeies ©erfteefes breitet 
eine ©leibe ihr G&eäft über bas 
febräg abfallenbe Ufer aus, unb 
borthin rinnt ©odert, fteigt an 
?anb, fchüttelt ficb, fehl ficb wie 
ein Rffe auf bie fcinterbranten 
unb benu^t bie (leinen, mit finger- 
artigen S*ben perlebenen ©orher- 
laufe Aur Toilette. ©Die ein 
Ramm Durchfahren hie gingerchen 
ben biebten 'Pelj, ftriemenartige 
gureben hinterlaffcnh. Schnell 
ift ber ©alg »iebrr troden unb 
bfiBfauber. ,>tjt hält er Umlcbau 
unb äugt febarf nach einer Stelle, 
an ber ein ftunger, bem lehne 11 
ein ^weiter folgt, fichtbar wirb. 
Sie langen hei ber SRutter an, 
werben oon ihr befebnuppert, fonft 
aber nicht weiter beachtet. Der 
Riten lebeint bie Rufbringlichfrit 
ber Kleinen unter ben oeränber- 
ten Umftänben nicht ju paiTen, 
benn bebäebtig geht fie au ©lalfer 
unb fchwimmt, gefolgt pon ben 
jungen, einem mehr Dedung per- 
h cifjcnben anheTcn Orte ju. 

fjerbfllich ift es geworben, 
fchon färben ficb hie erften ©lät- 
ter, unb her Rönlg ber ©falber 
läfat feinen ©runftf^rei burch ben 
Sichlorft erfebaden, ba gibt es 


UBalfer- 
feile einfs Ncr 
tWrlallet bes Euflat)», 
anhalti|d>CT Ümlmann 3J5ar fWbt 

füllen, lowie ©änge unter hem 
©Burjelrocrf bilben ben ftugang 
jum tiefen ©laner. Oft fein 8ii* 
fluy oorhanbeii unb infolgehefien 
ein Dammbau nuölos, fo treten 
bei niebriflem ©Safferftanbe bie 
Röbun häufig Autagc unb finben 
ficb an ben 'JDtünbungcn hie Refte 
ber SRahljeit in gorm oon ge- 
fchnittenem unb gefebältem öolje, 
ha», jerfleinert, aud? al» Unter- 
lage im Reffel, ber meift nur 
30 bis 50 gentimeter unter hem 
Dedgebirge liegt, oermenbe! wirb 
©e finben ficb bei ftarfem grpfte 
bie Rusgänge nur wenig unter 
bem Seefpiegel, fo frieren biefe 
ein, auch hie Dcde friert, unb 
(omml bann iebneil (leige nbes 
(hochwalfer, fo ertrinfen bie 0n- 

} affen, wenn es ihnen nicht gelingt, 
ich einen Ruswrg nach oben ^ti 
babnen. So würben por i5abren 
bei Saalborn hrei auf folche ©Seife 
ums Ceben gefommene liere an 
ber SERünbung eines je|l per- 
weiften ©aurs gefunben unb eben- 
bort im grübiabr 1919 wieberum 
ein ftarfes (Sremplar, als lefttcs 
bes ©aues. 

Unter folchen Umftänben mühte 
eine raptbe Rhnabmr angenom- 
men werben; bem ift jeboefc por- 
berhanb nicht fo. ©or tJirjucbt 


’Bibnnxtpjci am klinbaivge bei «saair bei tr-adlbom in bei 9iab» 
bn Rtünbuna brr €aalr iit Me «flbe 


ülom Äbn angdcbnitirnr '])appfl <m Der ttlbe bei R luten. 'Am 
©oben top-äbne botn €<fcritt». 


i^bnlput Im <lfb!cblicf an ben ©ibalacben W €l«fbp 


©ibtTbnifl am <5olbberfler €et Im Söbbrrltwt ^wIct bei beberem Rtofferfianbe 


©ibrrlruc im (anbiflen Ultr btt »Slbe bei ApcUntsborl 3n bet 
JRiiie btc ctMtrpc bei Welle (Schwan*) 


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51'iibc auf bet ’lBeibe. ?iacb einem ©cmälbc non Paulus 'gellet (1625— 1(554). 



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9tr. 4Uü. r ) 


rtlluftrirte ‘ieituno 



todjirinimcnbcr -ftib«, aus bem -Sau oertricbc« butcb 
&otbtr*a(ln an ber Clbc bei flo&lau. 

|d>ü<jt fic bas »eite Xbwccfcfcln, bod) ift 
bas (Snttleiben ber glufeufer »on ©eiben 
beflern unb fonftigen holjungcn bei «er 
mebrung nachteilig, ba bei «tbcr tiefe 
Aut hcrftcllung bes «aurs unb bic 
iRinbc jur ülfung bebarf. ©enn ibm 
auch noch als ausgefprodxncm 'pflanzen- 
ffcffer ©ros. Xobr. «Schilf, ecerolrn 
R>ur|elit unb bcrgleicfcen jur 9labrung 
bienen, |o gebraucht ei *ur Xbnufcung ber 
immer nacbtodcbftnbtn SRagejäbne Schnitt 
bo4. SrotJbem ift im {Jahre 1919 auf ber 
«Sttede oon SJtagbeburg unb Coftau a. <i. 

'üiebrnfc bis oberhalb Xofclau nach unferen 
fttftftellungcn flegen 1013- eine 3unjbmc oon 
42 6tüd au ocrjeichnen. Ceihei ift ber «eftanb 
buicb bas{JanuarbechroafJcr 1920 ftatf Aurüdgrganaen. 

©urben uns bodj allein bei ©Obs, 'Pre&ien. Xanbau 
unb Dreftcr Dier bureb «ubenbänbe getötete licre gemelbet. 
bie, butcb bie öluten aus ben Öaucn oertrieben, Zuflucht an 
roafferfreien Orten gefucht batten, «ei folgern &oihtraf|er »erben 
bawfig freiwillige, auch unfreiwillige, Diele 2Reilen weite ©an ber ungen in 
^ IÜ Pm'- L Sad, * n unb au ^ öi, to° llen unternommen. 6o beobachteten »ir «om *it*r gef4Cogntc trien bet 
Ä®** * ,ber ' bl * <»»*• bn 2Rulbc bei Dorten in (leinen ©räben bis an bie lörten (Inhalt) cm bei 2Wulbe. 
(lolbnei giur, minbeftens 28 Kilometer »eit, getoedjfeft waren unb H<h 
fchliefelidj in einem 3Rübltci<&c bei SKofigfau (Inhalt), weitab oon ihrer 

heimat, nieberliefjen. Solefeer «cifpiele. fireb uns Diele befannt, unb [o nimmt es nicht ffiefabrten bas 
munbeT - rc ’ ,nn Ho) bas «erbrcitungsgebict, banf auch &fn ßefeonungsgefetien, erweiterte. Seit (amen bie 



«ibeibamm an einem alten ff [barme, pon Der 2lbfluU* 
fette aus aelebeiv 

Der ©e|amtbe(tanb betrug 1913 nach 
unferen örtlichen {Jcftflellungcn 112 X 1 ( 0 , 
76 {Junge, 141 «aue. <>m {Jabre 1919 
fonnte »egen »ihriger «erhol tnifle bie 
Zählung nur oon fmagbebura, Vcftau 
bis oberhalb Xofjlau burcbäHiibrt »er- 
ben unh zeitigte bas obenerwähnte <ir- 
flebnis. bas untere Snnabme ber ifrbaf- 
tungsmöglichfeit bes in Dcutfcfelanb nur 
f noch iwifd>en 9Xagbfburg, Ceftau unb 
Kloben cor Dorgau, b. b. ber <Elbc mit 
7 'Tiebenflöflen unb 6een ufto., lebenbni 
Klagers ftüfct. 'Seiber »ar 1919 bie Sab* 
ber {Jungen in bem bereiften ©ebiete auff allen b 
gering, nämlidb nur 36 gegen 98 Xlte. Diejc 
geringe 3ahl ber erfteren führen wir auf ben 
niebeigen Stanb genannter ©eroäffer fturücf, ber bie 
fonft unter ©afier münbenben Xobren freilegtc unb fic 
fo bem Xaubjeuge jugänglicb machte, bas bie {Jungen, wie 
alle Xager, gern nimmt. 6o erzählte uns ein $>eacmeiftcr aus 
ftlcin Xofenburg folgenbes: „2Jlein Oberboljfeauct traf ,m 3 u ni 1919 
am frühen SDlorgen in ber 6aale brei alle «ibet an, non benrn einer an 
einem «ubnenfopfc lanbete, pefe fcfcütlelte» bie übliefee Toilette oornabm unb 
fiefc bann niehertat. (Sin burcfewrcbfelnber guefes batte bies eräugt, fcfelid) (ich 
hinter ber «uhne unteT ©inb heran, fprang bem abnungslofcn ins ©enii, 
um fich feftÄubeifern. «eibe rollten ins ©aller, wobei ber ©epadte wie feine 
befannte ©ewinfel ähnlich bem jungen $>unbe ausftirfeen. tRacb geraumer 
brei «iber toieber jum ‘Corfcfccin, ber gutts hatte ben £ob in ben ©eilen 



o 


JBäbtcnb bas Obol-SJtunbroaifcr ben ßtüctf oerfolgt, bic 3Runbt)öble ju 
besmfiaicten, haben tott mit ber C&oU3abnp«lta ein Präparat auf ben 
SDlarft gebracht, bas für bie mechanifcfee tHeinigung ber 3äbne außer- 
orbentlicb geeignet ift. Sieben ber überaus feinfürnigen Seicbaffenbcit ift 
ber eigenartige u. aparte ©efebmad u. ®erud> befcmbers bemorjubeben. 



TTCein unenhbehrltch.she$ Schank eifi m ihhe l 


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.oogie 


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438 


3Uu(irine 3 c > tun 9 


91t. 400ä 


gefunben." SEBaqt fidj nun ein guch», nenn auch nur Der[rbentli(b, an einen älteren “Biber, fo 
nimmt ex ficberlicb aud) jeben jungen, bei ja im rrften Alonat nur bie ©röfje eines ftarfen 
ftamfters bat. Übrigens fd)eint bie Biberin ihre jungen nicht a u nrrteibigen, |onbem beiC&efabr 
flets bie glucht )U ergreifen, fetbft cor bem tleinfien $>unbe, rote mir CSelegenbeit betten, 
JU beobacbien. 

Bod) ift bie ©chneefchnidje nicht eingetreten, noch liegen glufj unb 0ee im A3interbann, ba 
feiert Bodert fcochaeit- Bor bem Bau auf bem Eife finben pch Xummeiplfibe, unb japfen- 
jörmige, mit fcolaftüdchen burcbleßte £o|ung, bie fonft nur im 38affer abgelebt toirb, liegt ein- 
gefroren umber. 

Die fcochflut wie bei Eisgang finb gliidlich überftanben, ber BJonnemonat ju Enbe, ba wirt» 
aut Einrichtung bes BVochenbetics grfchrilten, unb im Ke (lei auf weichem Caqer au» £ola- 
fpänen unb ©ras erblicfen jmei bis oier unbeholfene, unförmige, blinbe Junge bas £id)t ber 
AJelt, bie bie SRutter (djon nach etepa ach<a<Ön Sagen auf furaen Ausflügen begleiten unb im 


Literatur 

©er ‘'Pafftonsgebanfe im ©rama. 

Bon Profeffor Aß>olf AJinh». 

as Ibeater ift aus bem ©cbofee ber Kirche ben>orgegangen, wie bas antife hat auchbas 
moberne Theater feine Söurael im Befigiöfcn. ©lanb 2f)efpis bem Ebor gegenüber, 
fcbälte fid) aus IBcchielrtben unb Böechielgciängen nacb unb nach ein bramatifeber Kern, |o 
mürben auch mittelalterliche formen bcs fatholifeben ©otiesbieni’tes aum Embrpo bramati|cber 
Diebtungen. Erft mar es ein einaelneT Priefter, bei bem Bolfe bie Eoangelien las, bann 
brat, roie in ©riechenfanb au bem protagoniften bei Deuteragonift, neben ben Bcrfünbcr 
bes Eoangcliums ein jroeiter priefter, ber bie Bftortc bes £>cilanbs fpraefe. ©pater ertönte 
Bebe unb Bßiberrebe, aus ben Liturgien entftanb bas moberne Drama. Es ift ein rociter 
Bieg, ben es con feinen Anfängen ber aurüdgelegt, traft feiner Aufgabe u>ar ihm bic Bei- 
toeltlicbung im roeiteften ©tnne jelbftoerftänbliches ffiebot; ein bebcutfames Reichen ber Seit 
aber liegt baTin, bah es (ich gcrabe jeßt roieber (eines geiftlicbcn Urjprungs erinnert. Der 
Paffion sgebanfe fd)läflt oiclfad) in ber £>anblung moberner Dramen buidj, fogar bie gigur 
bes fbeilanbs erfchcint auf ben Brettern, greilid) gab baau erft eine freiere Auffaffung bie 
©elegcnbeit; oorbem Perbot bas bie Senfur. 3n ben alten OfteTfpielen roar bas Auftreten 
Ebrifti ftets ber bie $anblung beberrfebenbe Alittelpunft. Buch bamals mu&te bie Scheu, bie 
heilige ©eftalt au perfonifiaieren, erft überwunben werben; batte boeb fogar bic bilbenbe Kunft 
es nicht gewagt, fid) bes ©egenftanbes ju bemächtigen, erft ©regor con Jours gegen E nbe bes 
fechften jjöbrbunbcrts gebenft eines Bilbwcrfcs, bas ben pefreuaiflten fceilanb barftellt, 

3m Aabmen einer IbeatTalifchcn Aufführung erfchien bie Beifon (ihrifti roobl ju Beginn 
bes elften Jabrbunberts, als bic bem Johanncseoangelium augrunbe liegenben Ercigniffe 
bes Oftermorgens in bramatifdje gorm gefleibet tourben. riefte bie|er gormen haben ficb in 
fatholifeben ©egenben noch hi» beute erhalten, fo bas Aufrichtern ber heiligen ©räber in 
ben Kirchen, bas Klopfen an bie Derfd>(offene Kirchentür, Einiafe beifchcnb. Daau traten neue 
©ebrau<he, roit ba» Berftummeu ber ©loden roäbrenb ber Karwoche. 

Die bramatifchen Au&geftalt ungen ber alten Ofterfpiele inbes waren mehr unb mehr 
umfangreicher geworben, gu ben heiligen giguren trat ber ©albenframcr, oon bem bie 
brei Alarien bie 6alben entnabmen, um fie aur ©rabftätte bin tragen. Diefer Salben* 
främer würbe im Saufe ber Seiten au einer fomifchen gigur, wie benn halb in ben Ernft 
ber heiligen ©pieie bas befreienbe rachen brang, fo auch bei hem Cauf ber Jünger aum 
©iahe, ber nach unb nach in einen {portiiehen SBettlauf ausartete. Die Ausfcbmüdung 
ber alten Ofterfpiele erfubr je hoch auch gebaltoolle Erweiterungen, als — fo&ufagen als ©egen* 
fpieler — Pilatus auftritt, Kriegsfntdjte bas fceilige ©rab bewachen, fie, cbenfo wie £>cibcn 
unb Juben, au hnnbelnben Perfonen werben. 

Berühmt (mb bas Öfterliche Bcnebifthcuemfpief unb bas bes iluguftin-Eborbcrrcnftifts 
Kfofterneuburg. Beibe flammen aus bem bretaehnten Jahrhunbert, es liegen bie Eerte noch 


Säger unb am Sanbe gefäugt werben. Verbieten bi; BlafferDerhältniffe bie Benufeung bn. 
Baues, (o wirb (chnell eine meterlange unb tiefe &c>blung am (teilen Ufer unter Oßeböla aus* 
gefdjarrt, roie wir folche am 2 1 /, SDl-ei er breiten £anbgrabcn bei pagr^ beobachteten, ©ebrd: 
bunh bas bphe ©rabenufer, (rochen wir bis auf fcchs Vieler an bie Abnungslofen heran. Etnr 
ftarfe Biberin mit oirr etwa oierjebn Jage alten Jungen, bie an >er Allen ber^mf pielten unb 
tauebenbe löne ausftiefeen, lagen in einer folcben Beiliefung unter Bieibengeftrüpp, 5lobr unb 
fchilfartigem ©ra|e. €<bii*b!><h würbe uns bie Bluiler gewahr, (roch langfam au iöa(ler, ur. 
H cb auch nach awei ©tunben langem fBarten nicht wiebeT bliden au taffen. Bon ben Jungen 
waTcn awei oerenbet, bie anberen beiben glitten munter in ben ©raben unb i»vv;n febon reit: 
eldjidt im ©ebwimmen. — Als ausgelprrcbenes jnaebttier entgeht bei Biber aumeift ben Slacb- 
ellungen, auch forgt eine ausgiebige ©cbonaeit für feine Erbaltung. SDlochie ficb auch bie 
neue Äegierung bes feltfamen Xieres annehmen unb baau beitragen, bah aud) unferc 3lad>- 
fornmen ihn noch ih 1 eigen nennen fönnen. 


unb ^ u n ft. 

in alten fcanbfchriften por. Cbenfo ift in ber >rjbifchöflichen Bibliotbef au Erlau ein Eeri 
aus bem fünfaebnten Jahihunbert oorhanben, ber nod) ftärferen roeltlichen E.nfchfag a*'9' 
ber Krämer ^tubin mit feinen Araneimitie'n hat ficb ba au einer führenben gigur aus 
grmaebfen, oufjcrbcm umgibt ihn eine 9leibc fragwürbiger ©eftalten. Die Kirche bc 
fcbrut i bann fpäter bas Arabesten wert ber gwifdienfpiele, ohne bah rs gelang, fie Döllio 
ausaumerjen. 

Als ein Überblcibfel biefer alten Ofterfpiele ragen bie ObeTammergauer ©pieie in unfen 
geit noch h>n**n- Ebuarb Deorient roar cs, ber biefe in bäuerlicher AbgcfchlofTenheit fid> 
polljiebenbcn ©pieie rntbeefte unb auf fie aufmertfam machte. 3bre fintftebung Derbanten 
fie einem ©eiübbe, bas, wie in 3Rc() unb anberwärts, jur Äbroenbung brohenber peftgefaht 
abgelegt rourbe. Das war Dielfach mittelalterlicher Brauch- Alle jehn Jahre erneuern (ich 
bie Obcrammergauer ©pieie, unb obwohl fie fid) jefet in mobernen prunf unb puft 
liegen bie urfprünglidten gormen ben Aufführungen reftlos augrunbe. Aud) im 3Witielaltei 
febon Dtrlorrn bie Spiele ihre ehemalige Einfachheit gar balb, als fit aus bem Jnncrn bei 
Kirchen, in benen fie oor fidj gegangen waren, hinaus auf bie fUlarftpläftc wanberten; bon 
würben ©erüfte aufgefdjlagen, glugroerfe für bie Engel, wenn auch hie brciftodige 3Tlpftcrten 
bübne, wie ein alter ©lieb fie fälfcblich aufwies, in biefer Qorm nie beftanben bat. Bieimehr 
lagen bie ©chaupläbc nebeneinanber, publifum unb ©pteler fchritten felbanber Don einem 
aum anbent. ffirofe war her Aufroanb, ber in biefen Spielen ipäterbin autage trat. Alan 
glaubte, bamit ein gottgefällige» '©eif au tun, biente aber aueb ber ©iauluft. Die Auf- 
führungen erftredten ficb oft auf mehrere läge, bie gabt ber Atitmirfenben wuchs, je mehr 
neben ben priefiern ficb ßctien an ben Spielen beteiligten; auch grauen waren unter ben 
Darftellenben. gu Atefe im Jahre 1468 bei ber Aufführung eines ©pieies oon ber b«iliflen 
Katharina oon ©iena würbe bie Xitclrolle oon. einem achtzehnjährigen Räbchen fo ausbruds 
Doll unb rührenb gefpielt, bafe ein anwe|enber Ebelmann fid) tn fie nerliebte unb fie heiratete 
Das wot ber erfte gall, in ber fpäteren Büh n enprap» h«t ft4» bas bes öfteren ereignet. 

Dir fernere Entroitflung bcs Dramas führt uns au bem lateinifchen ©chulbrama bes freb* 
aehnten Jahrhunberi»; auch bort hilbel ber Pafrionsgebante vielfach ben Inhalt, »enngleid* 
jefus febon feilen im AUttelpuntt ber {»anblung Hebt- Bur atoei Dramen finb au erwähnen 
in benen bas ber gall ift; ber «Anabion'" oon 6apibus, 1539 in Strafeburg aufgeführt unb 
ber „Bbilargprus" oon Pantaleon (1546). Anbere giguren, wie Caaarus ufw., traten in 
ben Borbergrunb, ber rnergifehe Borfämpfer bes proteftantismus, Baogcorgus, fchricb einen 
„Jubas Jslariotes“ (1552), ber im ©egenfaß au ber überlieferten gorm ber paffionsfpielr 
ein perfönlicbcs Kampfbrama war. Er oerfuebte, bie gigur, wie bas auch bie fpätere Dra- 
matif tat, plocbologifch au oertiefen. 3n ben Anfängen Des neujeitlichen Dramas oerfchwinbrl 
jeboeb ber Paffionsgebanfr. ©ropbius btbanbeü wohl aud) biblifche Stoffe, wie bas geiben 
Ehrifti, ben Bctblcbemifchen Kinbermorb, aber nur in ©dangen unb Ciebern in Iateinif6cn 
&e;amctcm. Die tlalfifdhe Dichtung hot ficb mit bem ©egenftanb nicht befahl, wohl aba 
bie epifebe. Klopftocf formte feine gewaltige Aleffiabe, bie bramatifchen Dichter ober 



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KALODONT 

BESTE 

ZAHN-CREME 






*611(1 in bas Ontr rnierunflslaflf r b«s b«utfcb*n 'IRilildrs in Cui*birn bei Retina mich bet ron bet (fntcntr 
cmrunfltntn JtTUflwrfläiucifl V£binas an Tcutfdilunb im CUibrc MM 7. 


$ie 'HJufitfapfUf ber beu lieben ^ntrtnirrtm in tj»ai-fci*n. bi* in b*tn mit i.Willons qcfAmücften qrofjm 
Darf Stoiucrtr Pftonflollrlc. bic auij ron b« SMIbcodfUnum 't'cfmas fltm beFuebl Würben. 



1 


Tet im hinter 1918,1« nad> bem jularnrnrnbrutb TculKblanbs abflcbrcxbfiu Ätlilrtboflcn in Dftinß, Tie ’öelebunn bet Tfutlcb^Hnatiltbcn 'Pani in Definfl 6ur<b t»ie Iruppfit bei Alliierten am 14. ^lupufi 1917, 

brt Icincrwit »on brr djiarfi|(f)fn 9tcgiratng als tSiibn* Kit bic efrmotbunfl bcs beutfeben (Äclanbten normittafls 10 Mb«. "älii b*t •ödcfeuiifl nabmen alle in 3>efinfl lifflcnben |cinbli<bcn I nippen teil, mit 

ftTfibemt Di Stritt« errichtet »erben trat. Ausnahme b« öbiticlcn. 

On Cbina roäbrtnb bes Sßellfrieges. 9tad> 'Jlufnabmcn. bes aus "lieting iurücfgefebrten '2trcf)£te tten Ci. öerolb. 



uriginai rrom 

THE OHIO STATE UN1VERSITY 


Das Räuchern 
der Gummimilch 


ist ein nur in Brasilien übliches Gerinnung*« 
verfahren. 

Der in Milch getauchte Knüppel wird über 
Feuerrauch drehend bewegt, bis jene gerinnt. 
Dies wiederholt sich so oft — Häutchen über 
Häutchen bildend — . daß schließlich ein Ballen 
entsteht, der, vom Stab gelöst, versandfehiger 
Rohgummi ist. 

Aus ihm machen nun die Continental werke 
ihre bewährten Erzeugnisse. Wer gute Reifen 
fahren, wer einen billigen Kilomcterprcis er* 
zielen will, verlange Continental, 









440 


3Huftrirte 3 e 'h*itg 


92r. 4005 


mosten erfennen, bafe, abgefehen Don xeligjofen Bebenfen, ber Stern burcbaus epif<b iff. 
5Dobl fpieltc $ebbel mit Dem 6toff, bif ©rgenüberftcllung Don £eib<n- unb Gbriftfntum 
taucht in ben „SRibelungtn" auf, in „fbtrobes unb SWariamne", auch in feinen Tagebüchern 
befcbdftißt ibn ber ©egenftanb, ausgefübrt ift ober nur eine einzige ©jene aus bem „Gferiftus". 
Der 'palfionsgebanle als folcber, ohne bafe bie gigui bes $eilanbs auf bie Bübrce fommr, 
erwachte »nbes in ber neujeitlicben Dramatif; ■^tic^arO 'löagner weift in feinem „^Jarfifal" 
nicht nur fpmbolifch auf bas BJeif ber Grlolung bin. “fflenn ftunbrp «parfifals giifee mit 
ihren golbenen paaren Ȋfcht unb trodnet, ftcbt cor unteren geiftigtn Slugen bas Bilb 
Thriftus unb SDlagbalena. 2Iud? ©erbart S*auptmann in feinem „$anneles £>immelfabrt" 
labt ben Üebrer ©ottroalb fich in bie ‘pcrfon Des £>eilanbs nerroanbeln, freilich nur als 
(Srfcfceinung in ber ^^anlafic bes [terbenben Rinbes; bfjeicfenenb ift aber boch, bafe, al» 
frinerjeit bas 6tüd in bem fatboli|*bcn 2Bien am Burgtbeater jur Sluffübrung fam, bem 
Darfteller ctisbrüdlicfe serboten mürbe, in ber ©cblufefoene bie Gbriftusmasfe auch nur an- 
jubeuten. Korbern batte f<bon ""Paul £>rpfe feine „Sttaria oon SEHagbala" gcfcbrifben, wie btnn 
unter allen Gpifoben bes heiligen Stoffes bie Begegnung mit SDtagbalena bie Dramatiter am 
ebeften jur Darftellung retjt. fjepfe ftellt neben ber Titelfigur Qubas in ben SERiitelpunfl, bem 
SKagbala juror ffieliebte gemefen. GifeTfucbt auf ben frerrn, Siebe für fein Bolf, bas öubas 
oon Cbriftus im Stiebe gelaffen glaubt, ocranlaffen gubas jum Abfall unb Verrat. 2lud) 
SRaurice SRaetevfind bat eine „Sftaria 2K«gbalena" gefebrieben, ein 6tüd, bas in Celpaig 
unter ber Diretlion Bolfner feine beutfebe Grftauffübrung erlebte. £)ier fefereitet, ebenfo 
wie bei fbepfe, bie «Perlon bes £eilanbs nicht fi d> tbar über bie Bühne, am Seeluft bes erften 
Elftes aber ertönt feine Stimme. Der Bolfsbaufen, ber 3Jiagbalena oerfolgt, ftürmt in ben 
ßorbeerbain, in bem fie fi<b Derbirgl; in ihrem Scbred fuebt fie bie Xerrage au erreichen, 
über bie bie 3Dipfe£ ber ölböume ragtn. Da oemimmt man ton unten ben ftuf: *B5et 
oon (Juch ohne Sünbe ift, werfe ben erften Stein auf fie", unb wie oom Blife getroffen, er- 
ftarrt bie iobenbe SDlenge. 

Dana biefelbe ©jene, fogar mit benfelben ^Borten, finbet ficb febon bei ^>CTjfc; fte bifbet 
bort ben ameiten Slftfchlufe, bei SDlaeterfind ben erften, alfo offenbar eine fleine Anleihe bes 
belgifcben Dichters. 

3n gehobener Slusfübrlicbfeit hat Starl Reifer bes gefamten ‘pafponsltoffts (ich bemächtigt. 
Seine bramalifche Dichtung „fjefus" ift Dierteilig; ex nennt fie bas £>elbengebi«ht oon 
Bethlehem. „Aerobes ber ©rofee" beifet ber elfte Teil, „Der Taufet" ber »weite, „Der 
fjeilanb" ber britte unb „gefu £eib" ber oierte. Schon aus biefen Bejeichnungen geht 
henxor, bafe Reifer ben ©egenftanb PÖUig ausfehöpfte, Borgefcbicbte wie Stustlang. (£r felbft 
bat fidb oergebens bemüht, bas 2öerf in wcibeoollen geftauffübrungen jur Darftellung ju 
bringen. 21m (Erfcheinen bex Berfon bes Öeilanbs würbe Slnftof} genommen. 3Beifex berief 
ficb auf Oberammergau ; eine OTtboboie Auslegung aber meinte, es fei rin Unterfchieb aroifeben 
bem leyt ber alten SUlofterien unb ber lieber gäbe oom ©efiebtspunft eines neujeitlichen 
Dichters aus. Reifer ho» ficb in feinen Dramen ftTeng an bic (Joangefien gehalten, er nermieb 
jeben peifönlicben Ginfcblag, lieb in tauber geprägten tflantoerfen lebiglich ©efebichte unb Über- 
lieferung loreeben; bennod? blieb es ber Aufführung gegenüber bei bem entfcbiebenen.Siein. 
5Iucb fei ber ^erufsfehaufpiefer nicht ber geeignete Interpret ber htifigen ©eftaft, baju bcbüifc 
es ber bäuerlichen ©ottergebenbeit oon Oberammergau. 

Dfeibt bie Dichtung ©eifers bis auf ihre (Erlofung burch bie ^ühnenbarftellung im Dunftf 
bes Suchbramas, Jo bat ber Umfcbroung ber Seiten ein anberes Daffionsbrama ohne Hemmnis 
an bas Sicht ber £ampen gebracht: „tthriftus" oon ©eorg guebs. (5s würbe im 3Rärj oorigen 
gahres in Berlin gegeben, unb atoaf mit einem Darfteller, ber ben 2lbel unb bie liefe bei 
S>eilanösgef!alt in oollem HHafee erfeböpfte: Cubwig 3BüUncr. Such* ift im erften Iei( feines 
^affionsfpteles ähnlich oorgegangen wie ber (Soangelift SDlatthäus in feiner Bergprebigt. 
Durch ein Slneinanberfügen ber £ehrfpriiche Chrifti oerfuebte ei bie ©eftalt »u runben ; ex 
gab im erften Xeif bes Stüdes GEinbringlicbes für ben ©eift, bot aber in ber eigentlichen 
Daffion gleich ben Spielen in Oberammergau nur Bilbwert, bas allerbings in Berlin nach 
©emälben erfter ■SDleifter geftellt war, aber boeb Schlichtheit unb 9laioität oermiffen liefe. 
BJie ■?0eifer, bebient fich gueb» ber Sambenfprache; bie hefannten 3rfuworte erfahren natur- 


gemäfe hier wie bert Äurjungen unb Umftellungen, bie bem Ohre oft fchmerjhaft f»nb. Sluib 
wirb in beiben gälten ber gigur bes gubas ein au breiter 'Raum gegönnt. 3Bas fchon |)ebbei 
im ^luge hatte unb f>epfe oerfuebte, ben (übarafter bes gubas toerftänblich ju machen, ibn 
pfpcbologifch ju motioinen, ibn &u „retten", läfet ficb guchs befonbers angelegen fein; er erhebt 
pubas aum genialen ganatifer, ber ftefe Cbriftus aus bem ©runbe anfchliefet, weil er oon 
ihm bas politifche (frlöfungswerf erhofft, bie Befreiung oon ber ftnedjtfdhatt Stoms; audj 
liegt ber 3Rärtprertob in Der 31bficbt Cbrifti, ber errennt, ba(j nur burd) ibn feine £ebrc 
liegen »erbe. Beftimmtcr an bie Schrift bält ft<b ber „ge|us" bes «Pfarrers 9litbad-8tabn, 
ber jeboch nicht aufgeführt, fonbern nur oon ftaofelcr öffentlich oorgelcfcn würbe. Din in 
ber SRanier bes Sans 6a<bs gehaltenes, fcblichtes, poefiebunihbrungenes Ofterfpiel 
erftehung" ®on Ottomar Snfing fam eben in Dresben jur Slufführung. 

3m allgemeinen )irlt aber bie moberne Dramatif, fomeit fie fich mit ber ‘paffion befag: 
barauf ab, bie ©efchebniffe pfocbologifcb ju beuten, »u fpmbolifieren, wohl in ber Crfenntnis. 
bafe nur auf biefem ^Begc aus bem epifchen Stoff ein bramatifcher werben fann. 3Bie benn 
ber „Äöntgsgebanfe" fortgefef}! einer bleibe oon Dramen augrunbe lag, fo ber „Crlöler- 
gebanfe"; bort, wo ihn ein Dichter wie 6trinbberg aufgreift, in oerhüllier gorm: 9lö(b 
Damasfus! ^lucb ßtrinbbergs „Oftem" faffen eine fleinbürgeiliihe ©efebichte in ben groben 
Nahmen. 3lusftrahlungen bes gewaltigen Stoffes finben fidb aui in Xollers „BJanblung", 
in Artur Drnft Julias w ©olgatha", wie benn überhaupt bas ©olb von poefie, bas bie 
Daffionsgeftbichte birgt, immer neue 6cbafegräber reijt, ben ßebafe ju beben. 


‘Sücberbefprecbunflen. , 

„Das Eeben tfbolpb SDlenjels." Bon ©uftao Äirftein. (C. 21. ©eemann, fieipjig ; 

20 9Rarf.) 5Benn bie bisherigen ÜJlenjeloeröffentlichungen fritifcher unb funftgefchichtlich*f 1 
'Jtatur waren, fo erhalten wir in bem Buche Äirfteins jum erften SDtale brn intimen 2Rtnv< 
Cinen SCRenjel bes prioaten (Srlebens jeigt uns Rirftein, mit taufenb reiaoollen Sägen, mit 
feinen Schrullen unb mit feiner ©röfje auch im kleinen, mit feiner echten tiefen äftenfcbücb 
feit unb mit feinen Rumoren, bie ben gewaltigen Grnft biefes geben« fchalfhaft burchblißen. j 
$!ber Airftein bleibt bei ber intimen Biographie nicht fteben, fonbern er oerfnüpft fie alJent 
halben mit bem Schaffen SRen&els, mit ber ©efebichte feiner ©emalbe, mit ber Dragöbu 
oieler 2öerfe; ganj naturnotmenbig wäcbft in biefet ©chilberung ber SRaler unb Seicbner 
SWenaef aus ber ftrengen Cebensführung heroot. Äeine anbere Biographie STOenjeTs fann 
fich an Grlebnisnähe mit biefer meffen; bie gröfete giebe »u feinem gelben bat Jlirftein bir 
gebet geführt, fonnte er hoch auch aus eigenen Begegnungen mit SDten&el fo toiel 3nter. , 
effantes, befonbers Diele gewichtige Wertungen beibringen. Gine SDlenge bisher unDerrffent 
lichter Briefe machen gleichfalls bas Buch für bie SERenjelforfcbung unentbehrlich. Die giebe , 
5 um ©egenftanb hat auch aber ben farbigen Safeln unb achtjig 2tbbi(bungen offenfichtlid) 
gewaltet. Dr. 3 eitlcr. i 

(täcilie 6efet-6atbs: „gtauenleben im 9leid»e bet 2Ijtefen." Gin I 
Blatt aus ber Üulturgefihicbte Slt-SDtefifos. SRit Zeichnungen oon (Erich ©ecrmann. (Berlcp i 
Dietrich Reimer [Grnft Bohlen], Berlin, 1919; ungebunben 6 3Rarf.) — Aus ber gebet ber l 
©attin GbuaTb ©clers, bes beften Renners ber Rultur mittelamerifanifcher 3nbianerftämme. 
ftammt biefes föftliche Büchlein, bas nicht aus gäbe! unb Dbantafie, fonbern aus ben Quellen t 
heraus über bie oielen Zeremonien unb ©ebräuche bei 6chwangexj<haft, ©eburt, Äinbcropfem, 
Rinberweihe, ailäbcheneraiehung, Werbung unb $ocbaeit berichtet. Die «Pflichten, Befcbäfti- 
gungen unb Berufe ber aatefififeen grauen werben jo gut als möglich betrieben, auch auf 
bie materielle Äultur in ftleibung unb Äü<h< fallen Streiflichter. StRchr fagten bie Queller | 
nicht, unb bie Berfafferin neuichtete besbalb, nicht nachweisbare Schlüffe an lieben. Bbgcfrben 
oon bem allgemeinen Snterefle, bem bas Buch begegnen wirb, werben BöKct- unb Bolfs 
funblcr, Bölfcrpfpchologrn recht guten duften aus ber grttürc jithen, benn bie Berfafferin 
bat Bergleicbsmatenal aus anberen Äulturen nicht heiangeaogen. gür weitere Streife ber 
©elehrtenweU ift barum wieber eine neue gunbgrube aufgetan. t*. e<soB«So U tr 



Gesundes Blut bringt Wohlbefinden 

ungesundes Blut hat Krankheit zur Folge. 

Zur Erhaltung guter Gesundheit ist es notwendig, daß gesundes Blut in den Adern fließt. 

Lecif errin -Tabletten 

bringen das Blut in normalen Zustand, um den Körper und die Nerven genügend zu speisen. 

Hochgeschätzt von Erschöpften, Überarbeiteten, Blutarmen, Bleichsüchtigen. 

Hervorragend begutachtet. Preis M. 4. — , Frs. 3.75, Pes. 4.— in Apotheken. 

Galenus, Chem. Industrie, Frankfurt am Main. 

Schweiz: Dötsch, Grether & Co., Basel, Spitalstr. 9. Argentinien: Buenos Aires, Hardtmann Y Ehrmann, Reconquista 476. 


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91t. 4005 


Muftrirte 3bttong 


441 


Äun ff a u $ ft ellungen 

©alerie Grn|? 91rn o lb in ©reiben. Die grope ©c|amt.9fuspcllung oon 
XBerfen oon Ditar SIoll unt> ber piofiifen unb 3«t<f)nungen Don Sarlad), ©aui unb Reibt 
i|1 burdt bir floTieftion oon Silbern Don X. non ©ofmann unb eine ©ruppe bei „3ungen 
Rfjeirlanbeo' abgelüp roorben. Son X. oon ©ofmann l|i eine ffolleftion oon tltrn 20 
neueren üirbeilen in ©cmutben unb Stqunrellen auigeflcllf, bie tjodicrfrcutid) erlennen laptn, 
bafi ber Rünfiler (ielt! Uteuci unb Xcbcnbigei ju geben bat- 3m Sergteidi 3u ben 9irbeifrn 
aui ben leplen 3af)ten, bie ein feiner XinirnrhtPbmuS fennjeidfnetc, wirb jcpt eine Port 
belebte Slaierei ber Irl-ifbe »nbrnefjmbar. - 3n ber ©ruppe bei „3ungen Sfjeinlunbei* 
fallen befonberi auf bai grope .©orlenbitb' unb bie „Rartopeliefe* oon Jlauen, foeoie jtoei 
farbig fefjr ficrfe unb fiarf perföntidje Silber oon ffipr. Soipfb, äufammen mit einer 9lui> 
lefe oon aiguarelten. ©onft finb beteiligt Surcparp, ©leidjmann, ©tufer, Dpbep, ©(pulte- 
tsöfele, XSiegener, Champion unb onbere. Stit plapiten finb ocrtrelen bie Sitbbnuer 
3 o-fepfj ff n felin g, IBaller Snie6e unb ffiiilp Xammcrt. Oie Sluifieilung bfeibf bii eltoa 10. Sipril. 

©ie Sunfftjanbfung <£. CS. Boerner ttt XfeiDjig oerfleigcrt in ber erffen 
XBodie bei Stonati Stai bie grope flupftrpidjfammlung Paul Oaoibfcbn, beren elfter 
Teil oom 25. Üiprit bii l. Stai im Ximburgcr ©aui in Xeipjig, Dieumarft 35 ffcfe «Sefjilter- 
(trape, auigefiellt fein mlrb. Oer ©auptoert ber erften Sibteifung biefer Sammlung liegt 
m bem Oaoibfopn'fepen öürer-TBerf, bai bie flupferpidje unb öoljfcpniHe biefei RünpierS 
faP oollfltinbig in ailer6e(tCT Ouaiildl enlpdit. Stiud) bie unberen gropen Stelltet bei 16. unb 
17. 3nbrf)unberte, (Sranacf), Salbung ®rien, Surgtmair, bie beulfctjcn ffleinmeiper uf». 
Iinb mit »unberootlen ©füttern nertrefen. 3n ben Sagen oom 14. bii 17. Stpril toirb bie 
öammlung in Seriin bei Sümiler 6 iftuifjarM auSgeptlH fein. Oer flafalog i'P foe6en ati 
(iurfrt'nnl einem Jarbenbrud, 45 Xidjtbrudiafetn unb wf)lrcid)en XepiilluPralioncn aui- 
geftaHeler Sanb erfcfpencn unb iP Oon ber Jirma ff. ®, Soerner, Xeipjig, UnioerptäfS- 
itrape 26 >, jumpreife oon 30 Start mit Xafein, unb io Start offne Xafein ju bepthen. 


uni) Äunjtaut’fi onen. 

Oropc Sunfl-äluiitellung Sirfpur ©aplffeim, Berlin, pofibamer 
©tr. 118 b., jeigt augenblidtidj eine SatblaP-SIuspellung oon ©ani oon Sarteti. ffi ip 
biei eine gnnj fjeroorragenbe Siuopellung oon über 60 Silbern, baruntcr Diele ßaupb 
rorrtr bei Steiperi. ferner pnb oon folgenbcn STünPlern ©emdlbe auigePelll: St. Xie6rr. 
mann, ß. Sporne, ß. o. 3ügel, Xponiai ©erbp t, 91b. ©djreper t, 2B. Xeibi f, 91. Xßetjcrjid, 
Ci», unb 9inbr. Sidjcnbadf tr ®. Xrübntr t. 3. ©perl, ff. Spipmegt, ff. ©aus-mann t. 
J, o. ©eftegger, ff. Sradjl, j. ».©lud, 3- fforot, X. fforintp, S. S. ©inj, J, o. ienbadf, 
SS. o. Sieb, ffl. Srfjönleber f, J. Sl. o. flaulbatf), 3- ©altegoi, fl. ©agemei|ter, ©. o. Btareci, 
St. ©engeier, 3. 3irneii, St. ©leoogt, ß. o. ©Obermann, 91. Jeuerbadi t uf». 

©ie ©tünbige Siuspefiung ber Xeipjiger „3tluff rirlen 3bit l t"9"/ 
Xeipjig, Seubniper ©trape 1-7 bietet Äunltfreunben unb ©ammiern Dorfreffiidje 
fflclegenbeii sum Stnfauf oon ©emdlben, Üiguarellen, 3tid>nungen uf». Son ben oiclen 
cuigcPcIlten Silbern pnb befonberi ju ermdfjnen : profrlTor Xutterotp, XanbfdjaPen, proftpor 
©ünlfitr-Saumburg, Clgcmilibt unb Stguarellc, Proftpor Ifj. ©agen, ianbfdjaprn , 91tie 
oon 0 . Rüpne unb ß. (fuebrid) ®. ©Pplig, ffrjgebitgilanbftbapeni ferner nod) niifei per- 
öpentiidftc 9tguarel(e oon St. XOielanbt, Kopa unb Rranfei beigieidjen autbentifdfe Rriegi- 
biiber oon Slpmann, profePor Sotjrbf, fforreggio, proftpor iöiemer, Jrop, ®artmann, 
®aufe, ©roiemeper, proftpor ©ani oon ©apet, DIberp, profePor Sab es, Stfitoormpabl, 
Profepor ©fordj, ProfePor ©fömer u. a. Ciefe Piricgibiiber hoben neben gropem fünP- 
iertfdten ben hoben XBirt1id)feiti»ert, ba pc jum gröpien Xeil unter bem ffinbrude ftlbp- 
erlebter ffreignilfe an ben ocrftfiitbcntn jronten entpanben pnb. - Sfudj bie farbigen 
RunPbidfter ber Xeipjiger , 3l!up riete n 3e itung* nehmen bai tebfjafteffe 3ntcre|Te 
ber Runppeunbe in 9tnfprudj. Oai Serjridinii »irb auf Verlangen foPcnloi petfanbi oon 

ber ©efdhSRiPellt brr 3tlufirirten 3r»tung (3. 3. SSeber) in Xeipjig, Seubniper ©trape 1-7. 

• » 



^artige Kunftbläfter ber „<3(luftrtrfen 3 f * tun 9 ,/ 

©io Sammlung umfaßt etroa 250 ber fdjönften 'Silber aus ber „Olluftrirten Sfituna", ©ie in ber unübertroffenen f ebenen Slus- 
ftattung bet „Olluftrirten 3eitung" meift tn ‘äSierfarbenbrud tjergefiellten ©lütter haben übcrafl lebhaften 2lnflang gefunben. 

OXocbftcbenb nur eins oon ben Dielen beroorragenben Urteilen: 

„Die Idibiflfit Äunllblatlci 6<t ütip^flcr „Ollui'irirtm Jrttuna“ erinnern an bie Runflleifttinjriibnuniim bei Tfeujeil, finb ober tn 21u3fubruna leböntr unb oornrbmet gtbolien 
5* ifl exftaurltd), baff für b«u gerittflen iJiei* loldx üfiflunflrn mofllid> fmb, barum finb fic für Ijmus unb ecbulc befonbere etnpfrfclfntnietl." f lln tmcrffT^citunfl, Vcfec.) 

©ie nad) bem toftenios erhältlichen 'lierjeicbnts ausjutodblenben ©lütter finb burdj jebe 'Sud)- unb Slunftbanblung ju bejieben, 

»o feine am Orte, auch bureb bie 

Öefc^äft^ftelle ber „3{(uffrtrfen (3. 3. ^Beber) in Xeipjig 26- 

.... rAo origmaTfrom 



442 


31luftmte 3eitung 


9tr. 4005 






u.n^rnfterijcqe 
"^rucRcin ein- ul 
moffrfik rbidpm, 
\ B ücfi -Tiefiuvdj i 


' 2 ur ßugra-JYh?ssum Luüpdff 
Messfxjus. LedjgJassage. ßkcsttr.X i 


Leipziger lcben0t»crfid?crunge- 
©efettföaft auf Öegenfeifigfeif 

(SfUe teipiigcr) 

fflegrtmrel 1S30 * teipji« » »ittri*rin« 21 

Serficfjerungabetfani) 

lÜHtffiarfte 2203Hi«ionenlHarf 

üfcernitnmf Seriidjerungcn unter 

günfligtfen Sefringungen 

unb gegen 

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hintern . wenn nicht erhältlich, bei dem Erfinder und Hersteller : VHV riUllJJCI » LiaMiiMtetj ^ 


Man verlanne den Stein in allen riiMchlitiiKfn Oeschiftcn und War« Qu q HUflOer ElSterbCTQ (50.) 3S 

himera wenn nicht erhältlich, bei dem Erfinder und Hersteller: VUV bMi«. mwij *"***"' 

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446 


Allgemeine Zotigen. 

(fine Riefen ft allen für braijtlofe telegrapfjie. Tie 

febmebifebe XeJegrapbenoerroaltung bat ber Regierung brn Glati 
ber <$Tri<btung einer groben ftabioftation an ber T<bn?cbi[c^ca 
■ffieflfüfle Dorgelegt. Tie Station icirb bem ielcgrjpbiitben 
Gcrfebr mit Slmerifa bienen unb auch ab Turcfcgangsftatiort 
für Slufelaitb oerroenbft werben. Die Station wirb ungefähr 
ben gleiten Rabius erhalten, rpic bie beutfc&c Station in 
9laucn. Die SDlaften werben 200 Sföeter hoch lein. 

®ai Caubblatt als pbötofl*** W)* glatte. 3n leinen 
populären biologilcben GoTträgen" (Jena 1920) berichtet ber 
wiener Gflonjfnpbpfwlofle £>• SDlolifcb oon einer bübfeben 
naturwiffenfcbafllicfccn Spielerei: Sie beruht auf ber befannten 
Talfacbe, bafe ftc^ als erftes Ergebnis ber pflanzlichen Bebens- 
tätigfeit in ben grünen Baubblättern aus bem ftoblenbioiob 
ber Cuft unb bem mit ben Söurjeln aufgenommenen ©affer 
©tärfeförper bilben, unb bafe bie(c Starte baburd) leiebt nach» 
geroiefen werben fann, bah fie ficb burefc Soblöfung blaulcbwarj 


3[luftmte 3eitung 


färbt. Die Stärfebilbung gebt aber nur in ben grünen Gflanjen- 
teilen, pornebmlicb a([o in ben grünen Baubblättern oor Heb 
unb ferner nur bei Gegenwart oon Sonnenlicht, bas hie fkinen 
Caboratorien in ben blättern, bie Glattgiünförncben, jur Gil- 
bung oon Starte in geb ei mnis polier Seife anregt. Tiefe Tat- 
fachen finb, wie gefagt. iebem Sefunbaner rooblbefannt. Ge- 
fertigt man baber ein Glatt febwarjes Rapier auf einem Glatt 
etwa ber ftapujinnf teile, naebbem man aus erfterm mit ber 
Schere irgenbein Stücf, oicllcicbt oon ber gorm eines lateini- 
|d>en S ausgelchnitten hat. unb läfet man bie Sonne längere 
Seit auf biefc Schablone cinroiifcn, fo wirb bie Starte an 
allen jugebedten Teilen bes Glattes abgrfübrt unb nur an ber 
belichteten Stelle neu erzeugt, unb bei ber jwynk tritt bas 8 
beutiieb beroor. Genügt man als Schablone ein bebrudtes 
Seitungsblatt, (o wirb bei ber Scbprobe bie Trucficbrift weife 
bejDortreten, ba unter ihr feine Stärfe gebilbrt werben tonnte. 
Titlet enge Sufammcnbang jroifcfcrn Cicbt- unb Stärltbilbung 
Deraniafete ÜRolifcb, bas Glatt als pboiograpbilcbc Glatte in 
einer Ramera au benufern, unb jwar mit gutem Erfolg, Ge- 


9tr. 4005 


quemer ift es, ein fontraftreidjes ^egatio als Schablone ju 
oerwenben, es auf awecfentfprecbenbe ®ei|e auf einem noch 
am Stamm befinbli«hen Glatt ber ÄapuunerfTefje unoerrui 
bar ju befeftigen unb es oom frühen Gtorgen bis jum ©onnen 
Untergang bem grellen Sonnenlicht ausjufefeen. Dann wirf 
bas Glatt abgefefenitten , in fiebenbem TBalfer ein bis jroci 
SRinuten abgetötet, in roarmen Ülfobol zur (Entfernung bes 
Glattgrüns gelegt unb bann in bie Qobtinftur getaucht 

5D o unb wie Robgummi gewonnen wirb bat für bert 
ffiummioerbraucfeeT, befonbers ben '3lab- unb Kraftfahrer, umb 
gröfeercn 5teij. als wir lange Tobflummilos waren unb auch 
beute infolge unlerer GJäbrung nod) fein ilberflufe an biefan 
roertoollcn überfeeifeben Robftoff bei uns ift. Darum machen 
wir unfere Befer auf eine in unferem Slnjcigrnleil in furjet 
golge erfebeinenbe Serie oon Gilbcrn aus ben ©ummi liefern- 
ben Tropenlänbcrn auftnerffam. Gon Äünfllerbanb natur- 
getreu wie bergegeben unb mit fnappen,treffenbenGef(breibungen 
oerfeben, oermittein JJe ein einbrudso olles ®e[amtbilb ber 910&- 
gummiflrrotnnunfl. Diefe oon ber kontinental- (Eaoutcboue- unb 



I Auskunftei PrrU», Berlin W 78, 
Kleistslr. 36( hochbh. Nollrndorf- 
plitz) Tel. Kurfürst 4MB. 
Beobachtungen (auf Reisen. In 
llaJc- Kurorten usw.). Er mittlun g 
speziell inZivil-u.Strafprozeaucn ! 
In- und Ausland. 

Heirat! -Anikilntte 

über Vorleben, Lebenswandel, 
Verk ehr, Oenund heit, 

iim-ii.T i-ruit>Kt'n,nHcin m 

an allen deutsch , zuslLndisdicn, 
überweitchen Plitien. IMnlirc« 
llon! /. u t rrlMaalg Ut-Il ! Tau- 
sende freiwillige Anerkennungen. 


E UT-SCHER S t K’ 


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natal1 Promenaden- u. Reisehut. 

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THE OHIO STATE UNIVERSITY 


A — 








91t. 4005 


OUuftrirtc 3eitunfl 


447 


©ut ta- Br rcha* Compagnie, S>annoorr betätigte Berbung wirb 
wegen ihres bclebrcnbcn Berits ftdjcr Beachtung finben. 

liegen eine €taats^od)|«bule für OTufif in Dresben wenbet 
ficb eine oon bet Ortsgruppe Dresben be» BeTbanbs fäcbriftber 
tDlufilfcbul-Dirtftoren bemusgegebenen Denffcbrift, bie oon ge- 
nannter Ortsgruppe erhältlich tft. 

<fremi|d)t « abelige Jamilien. 9lad) bec neuen 91eicbsDer- 
FaRung ift bas abelige „non“ ein untrennbarer leil bes Samens 
unb feine Bcrbürgcrlichung ift an bie ©cnebmigung ber Ber- 
toaltungsbebörbe gebunben. Bot ber Steoolution mürben nun in 
oerjebiebenen Staaten mit hoben Orben ber perfönlicbeSlbcl per- 
lieben, ber ficb nicht auf bie Rinber oererbte. Bar bem dnfraft« 
treten ber neuen Berfajjung geborene ftinber eines fo ©eabelten 
finb alfo Bürger lieb, nach bem ll.tkiauft 1919 geborene abelig. 

Das ©ebtimnis ber $erfönlirf)ttlt, brr uncrtlärlichc fteij, 
t>en ein 2Renfch auf uns ausübt. beruht oft auf Dingen, bie 
eigentlich aller Belt offen fttben. 2ßcr j. B. bie Boblflerücbe 
füfe- lieblichen Blumenbuftcs ausftrablt, wirb uns — faft un- 
bewußt — angenehm unb intereffant. Ödutal-Balcbroafler- 


tabletten, $auta I* Blumenbäber unb a ut a ( > ^ic^tcnnekbe-f- 
bäber geben Körper unb ©liebem jenen fräftfgenben. crfrilchenben 
unb belebenben 21nreij, ber für uns im unfagbaren Bonne- 
efübl. für anbere in bem übe rra leben ben ©enuß bcs Duftes 
eftebt, beffen herrlich aromatifebe Steinbeil unfere Umgebung 
entlüden muß. Saftige ftörprrausbünftungrn werben Derbrängt; 
baber finb fie bei ^efiiger Jranfpiratipn unentbehrlich- 31u<h 
als C>autpflegemittel bcrodbicn ficb Sautal* labletten pan» 
beroorragenb, benn fie machen bas Gaffer weich unb infolge- 
beffen geben £>autal* Ballungen unb «Bäber eine reine unb 
aartc $aut. 3Rit belonbercr BoTliebe werben $autal-8i<4tcn- 
nabel-Iabletten genommen, bie ebenfalls in Ladungen für bas 
BafdbrpaffcT wie für bas Botlbab erhältlich finb. Tieft ft arten 
(nt) unb 9ter»en infolge ibres anregenben tiinfluffes auf 
ben bureb bie $aut ficb oolUicbcnbcn Stoffroecbfelproacfj. Ber 
allen Dingen finb fie aber eine herrliche (jrfrifchung unb in- 
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AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK 


Dct Wind und die Pflanzen, Seit langem iß bekannt daß iiarkc Winde 
an Pflanzen aller Art Schaden machen können, rein mcchanifch durch Zerreißung oder 
Zertrümmerung. Viel« BlättcT Ichützcn lieh dagegen durch Verffeifung des Randmafchcn* 
netze* oder durch langgcffrccktc Bandform (Oraler). Nahe dem Boden ift die Macht 
des Sturmes weniger groß, darum haben Baume mehr vom Winde zu leiden als niedere 
Kräuter. An Oblt» und Allecbäumcn ilt die Y»Form zu vermeiden, da lie befonder* leicht 
vom Winde gepackt und gcfpaltcn wird. Daß unfere NordCceinfcln des Baumwuchf«* 
entbehren, liegt nur an den heftigen Winden, die mit ungebrochener Kraft darüber hin* 
laufen; nur im Schatten der Häulcr können Bäume auf wachlcn, aber fobald iic die Höhe 
des Daches erreicht haben, crfchcincn lie wie abgcfchoren. Auch die Eigenart der Hoch* 
gcbirgsflora, das Pehlen von Bäumen in größeren Höhen, ift zum guten Teil Anpadung 
an die Windvcrhältnillc. Von Nutzpflanzen lind cs befonders Krblcn und Bohnen, die 
an ausgefetzten Stellen arg vom Winde zcrzault werden. So fagt auch der Platz im 
Fcnltcr* und Balkonkaltcn, fclblt bei liebevollltcr Pflege, nicht allen Pflanzen zu: befonders 
Euchficn und Begonien verlangen windgcfchützten Standort. — Nach neueren Fcftftcll ungen 
feheint aber der Wind noch in anderer Weife als durch unmittelbare Zerftörung den 
Pflanzen zu fehaden. Ihren wichtiglten Bauitoff, den Kohlcnltoff, gewinnt nämlich die 
grüne Pflanze allein aus der Luft, aus der nur mit etwa 0,03 vom Hundert darin ent* 
naltcncn Kohlcnfäure. Diefe muß durch die winzig-feinen „Spaltöffnungen" der Unter* 
feite in die Blätter cindringcn, wo durch das Lieht und den Blattgrunfarbltoff der Vor* 
gang der „Aflimilation" unterhalten wird. Jenes Hindringen der KohUnfäuretnoIcküle 
gcfchicht auf dem Wege der „Diffulion"; d. i. der Ausgleich, der überall da cinfetzt. wo 
zwei vermiedene Gale oder Gasgcmifche miteinander in Berührung kommen; es gcfchieht 
dann etwa dasfelbc, wie wenn man eine Zuckcrlöfung und Walfcr mifcht, um eine ver* 
dünntere Löfung zu erhalten. Da nun der Konzcntratiomunterfchicd zwilchen außen 
und innen ziemlich gering ift. fo ilt auch die Diffulionsgefchwindigkcit nur mäßig, jeden* 
falls wohl hundert* oder taufcndmal geringer als die eines Windes, der in der Sekunde 
einen bis mehrere Meter zurücklcgt, der ailö die Kohlcnfäurcmolcküle ftatt in die Blatt* 
Öffnungen hinein, an dicTen vorbeitreibt, zumal (ich bei Itarkem Wind ja bekanntlich die 
Blatter zu diefem gleichlaufend cinftcltcn. Damit eröffnet lieh uns ein neuer Zweck für 
die Umhegung des Gartens: nicht nur Diebe, londern auch den Wind abzuhalten. Hielt 
man bisher den Wind darum für nützlich, weil er den Pflanzen Itcts frifchc kohlcnfäure* 
haltige Luft zuführe, fo hat man jetzt vielmehr in jeder über ein gewiffcs Maß hinaus* 
gehenden Luftbewegung eine fchädlichc Kraft zu erblicken. Auch wenn nach teilweifer 
Abholzung die Itehen gebliebenen Waldltückc, ganz befonders die Randbäumc, lichtlich 
Schaden leiden (eine altbekannte Frfchcinung ; vgl. den „Erbförftcr" von Ludwig) — lo 
geht das wohl zu einem guten Teil auf die crlt in ncucltcr Zeit erkannte Art der Wind* 
Wirkung zurück, wie lie hier gcfchildcrt wurde. Bei der l.uftcrncucrung (der, was Kohlen* 
laurc betrifft, ein humusreicher Boden befonders forderlich ilt) dürften vielleicht ckktrilchc 
Kräfte mitwirken. — Eine weitere Art des W'indfchadcns ilt die, daß bei Barken Frühjahrs* 
fröltcn die fchon zu neuem Leben erwachten Pflanzen, zumal Bäume, da am hcftigltcn 
leiden, wo lie am mciltcn dem Wind (Durchzug) ausgefetzt lind; dabei kommt, außer 
der verfchärften Kältewirkung fclblt. noch der aus trocknende Einfluß des Windes hinzu, 
weil durch niedere Temperatur die Walfcrzulcitung unterbunden wird. Dr. Hugo Fifchcr. 

Zur Entwicklungsgefchichte. Eine befonders wichtige, an die L’rprimaten 
anknüpfende primitive MenUhenaffenform glaubt neuerdings der bekannte Berliner Geologe 
Emil Vierth in dem 1911 von Fraas im Fayumt Ägyptens entdeckten und von Schloffer 
suerft bcfchriebcncn Parapithecus erkannt zu haben. Der in der Stuttgarter Naturalien* 
lammlung bewahrte Fund entflammt dem unteren Oligozän und Bellt lieh als der fall 
vollkommen erhaltene Unterkiefer eines auffallend kleinen Affen dar. Schloffer zählte 
das Ioflil einer behinderen Familie zu und verwies ihn in die Nähe des Ücfpcnltmakis 
(Tnrlius). Fr glaubte nämlich, in. der Gebißanordnung Iiarkc Anklängc an diefen gefunden 
zu haben. Werth zeigt nun, daß fchon die Bcfchaffcnhcit der Mahlzähne den Parapithecus 
unverkennbar als einen Mcnfchcnaffcn verrät, und daß SchlofTcr in der Deutung der 
anderen Zähne ein erheblicher Irrtum unterlaufen ilt. Der U'nterkicfeT zeigt in jeder 
Hälfte acht Zähne, deren zweiter — von der Mittellinie des Kiefers aus gerechnet — das 
Niveau der anderen etwas überragt. Aus diefem Grunde vermeinte Schloffer, in ihm den 
Eckzahn leben, zu (ollen; das Gebiß lolltc alfo in jeder Hälfte einen Schncidczahn. einen 
Eckzahn, drei vordere und drei hintere Backenzähne bclitzcn. Gegen folche Auffalfung 
hatten bereits Schwalbe. Stchlin u.a. Einfpruch erhoben; ihre Unhaltbarkcit vermag Werth 
jetzt vollends darzutun. Der zweite, etwas überragende Zahn ilt nur als Schncidczabn 
zu Jeuten. und daß der eigentliche E'ckzahn klein und nicht haucrartig ausgclt.il tet ift, 
erkheint als ein Merkmal besonderer Primitivität. Primitiv lind ferner die Form der Mahl* 
zahne, das Konvergieren der Backzahnreihcn — eine primitive Eigenfehaft, die der Para* 
pithecus unter den heutigen hüchftcn Formen mit den Gibbons und Menfehen teilt — 
die geringe Höhe des Kiefers fowic endlich die Gcltaltung des der Gelenkverbindung 
mit dein, Oberkiefer dienenden Teils, des fogenannten „aufltcigcnden Untcrkicfcraltcs”. 
Gemäß diefer Besonderheiten licht Pr ofeffor Werth im Parapithecus einen Mcnfchchäncn 
im Anfangsltadium, ge wi Iler maßen im Lemur ( Halbaffen*) Durchgangsltadium. Die ganze 
Form des Parapithccuskicfcrs erlaubt, das Foflil zwifchcn die eozänen Urprimaten (Anapto* 
morphu*) und die miozanvn Urgibbons (liiopithecus) einzufügen, was ja auch mit dem 
gcologilchcn Alter des Fundes durchaus übercinltimmt. Die befonderen Mcnfchcnaffcnmenk* 
male (vor allem in der Form der .Mahlzähne) treten dabei fo auffällig in die Erlchcinung. daß 
die Möglichkeit, das Eoflil in eine Zwifchcnfamilic einzureihen, fchr c rieh wert wird: im 
übrigen würde das an (einer Ita mmcsgcfchichtlichen Stellung ja nichts ändern, Werth 
betont Ichlicßlich, daß vetfchicdcnc Eigenfehaften des Parapithccuskicfcrs (fo die Kon« 
vergvnz der ßaekzahnreihvn, der niedrige Kieferkörper u. a, m.) nähere Beziehungen zu 
den Gibbons und auch den Menfehen als zu den großen Menfehenaffen (Orang, Schim* 
panfe, Gorilla) verraten. So ergäbe lieh, wenn wir die Bcfondcrhcitcn unferes Foflils 
als primitiven Urzuftand betrachten. wozu wir durchaus berechtigt lind, die bemerken** 
werte Tatfachc, daß lieh Gibbon und Menfeh (als einander verhältnismäßig näher 
IteJiende Gruppen) eine Keihe primitiver Merkmale bewahrt haben, die die Gro߻Mcnfchcn* 
affen früh ablcgtcn. Ja, in einigen Merkmalen (z. ß. der geringen Größe des Kekzahns 
und der relativen Gleichheit .der beiden vorderen Backenzähne) zeigt der Parapithecus 
Beionderheiten, die er nur mit dem Menfehen teilt. Lind fo crwächlt aus dem Studium 
des Parapithccuskicfcrs das für die Erkenntnis der Abltammung des Menfehen hoch* 
wichtige Problem: Sind die genannten Ubcrcinltimm ungen zwilchen dem Gebiß des 
Mcnlcncn und dem des Parapithecus urtümliche, oder lind lie als Rückbildungserfch ein ungen 
aus einem den Ycrhältnülcn bei den heutigen Gibbons und Groß* Mcnlchenaffen ent* 
I pushenden Xultande aufzufalfcn? Dr. A. Heilborn. 

Leuchtgasvergiftung. Vergiftungen durch Leuchtgas lind jetzt eine regel* 
mäßige Frfchcinung in oen Großltädten. Die Giftigkeit des Leuen teafes. beruht auf feinem 
Gehalt an Kohlenoxyd, wovon das Gjs 5 bis 20 l’roz. enthält. Fine Beimengung von 
3 l’roz. Leuchtgas zur Zimmerluft foll tödlich wirken können, aber fchon eine Beifügung 
von 0,003 bis 0,001 Proz. gibt (ich dem Geruch erkennbar. Eine Vergiftung erfolgt des* 
halb, abgcfchen von Sei bitmorden, meid während des Schlafes, wenn die Warnung des 
Gcruchlinncs ausgcfcbaltet ilt. Im Winter kann es jedoch Vorkommen, daß bei einem 
Mraßenrohrbruch das Gas durch die hartgefrorene Oberdecke der Straße nicht entweichen 
kann, weite Strecken des Erdbodens durchffröm», hierbei feine riechenden Befund teile, 
nicht aber fein Kohlenoxyd verliert und nun in geheizte Parterreräume angefaugt wird. 
Das Kohlenoxyd wirkt als direktes Nervengift auf die Gehirnzellen, aber auch in Drüfen 
und Muskeln laßen lieh mikroikopifch Zcnallsvcrändcrungcn erkennen, auch ein enormer 
I iwcißzcrfall ilt chemilch nachweisbar; ferner geht das Kohlenoxyd eine fo feite chemifchc 
Verbindung mit dem Blutfarbltoff ein. daß diefer keinen Sauerffoff mehr aufnehmen und 
den Geweben übermitteln kann. Kennzeichen der Leuchtgasvergiftung lind: anfangs bei 
allmählicher Einatmung Benommenheit, Ohrenfaufen, Magendruck, Brennen der Gerichts* 
haut, Schwindel, Kopffchmcrz, Pochen in den Schläfen, fpätcr hellrote Gclichtsfärbung. 
khnarchcndc Atmung, untcrnorniale Temperatur, tiefe Bcwußtlofigkcit. Al* Nnchkrank 
heiten der übcrliandcncn Vergiftung lind zu fürchten: Kopffchmerzen. Neuralgien, kalt« 
mungen, Ilautgcfchwurc. Lungenkrankheiten. Störungen des GcdächtnifTc*. der Sprache, 
des Willens, des Vcrltandcs; noch fünf Wochen nach tibcrltandcncr akuter Vergiftung 
kann der Tod cintrcten. Bei akuter Leuchtgasvergiftung belicht die erltc und wichligltc 


Fürforge in der reichlichen Xufuhr frifcher Luft. Bei ungenügender Atmung muß div 
kunltlichc Atmung durchgeführt werden; diefe wird von Ungeübten am cinfachltcn durch 
Fallen der Zunge mit einem trockenen Tuche und cncrgifchcs V’orziehen fünfzehnmal 
in der Minute ausgeführt. Zur Anregung des Bcwußtfc ins dient Reiben oder Durften 
der Glieder, zumal der Fußfohlcn. Kalte Übergießungen lind nicht in größerer Aus 
dchnung ratfam, höchltcns Anfpritzen des Gerichtes und der Brult, da der Krank, 
mcilt Untertemperatur aufweiff. Der Kranke muß möglichlt bald in ein erwärmte* 
Bett gebracht werden. Ift das Schluckvermögcn erhalten, fo ift fiarker fehwarzer 
Kaffee das befte Reizmittel. Ärztliche Hilfe ilt eiliglt herbeiz uholen. Die fchon oft 
erhobene Warnung, einen Raum, in dem Gasgeruch bemerkbar ilt, nicht mit offenem 
Licht zu betreten wegen Fxplolionsgcfahr, möge als dringend hier nochmals angeführt 
werden, Chefarzt Dr. Engden 

Die Bedeutung der Schilddrüfc. Ein fei« interelUntes Gebiet der 
Phyiiologic ilt das Gebiet der Drüfen mit innerer Sekretion, ganz befonders das der 
Schilddrüfc (Glandula thyreoidea). Ihr Sitz ilt dicht unter dem Kehlkopf, gerade vor 
der Luftröhre. Sie hat — wie der Name fagt — ungefähr die Form eines Schildes; ihr. 
beiden Seiten crftreckcn (ich längs der Luftröhre nach oben. Ihr Gewicht beträgt etwa 
zwanzig Gramm. Erft nach langem Forfchcn bat man ihr geheimnisvolles Wclc-n und 
ihre Aufgabe kcnncngcicrnt. Wenn auch einige Fragen noch nicht völlig als gclolt 
angcfchcn werden können, fo darf man annehmen, daß man in nicht zu ferner Zeit 
darüber ganz im klaren fein wird. Die Schilddrüfc ift eine Drüfe mit innerer Sekretion, 
d. h. lie ergießt ihren Inhalt in Unferen Körper, in diefem Falle in die Blutbahnen. Der 
Schilddrüfcnfaft (Th vreoid« Kolloid) belicht au* einem phosphoThaltigcn Nudeoprotcid 
und dem Jodthyreoglobulin. Die Wirkungsweise des crltgcnanntcn Stoffes ilt noch un 
bekannt. Aber vom Jodthyreoglobulin weiß man, daß es den Stoffwcchfel fördert und 
das Wachstum des Körpers und (einer Organe bedingt. Auch übt es eine fehr bedeutende 
Wirkung auf die normale Entwicklung des Geilte* und des Nervenfyltem* aus. Den Wert 
der Schilddrüfc für unfern Körper lernt man auch daraus verftehen, daß bei ihrer one» 
rativen Entfernung der Operierte verblödet und infolge des unterbundenen StoffwcchlcL 
unter vergiftungsartigen Symptomen erkrankt. Kinder, denen die Schilddrüfc von Geburt 
an fehlte, waren blöde und Defaßen einen anormalen Körperbau, (ic litten an Kretin«' 
mus. Die Knochen waren plump und dick, der Kopf im Verhältnis zum Leib unförmlich 
roß. Außerdem erkrankte die Haut; (ic fchwoll an. hatte teigige Konliitenz und wurde 
rüchip. Als folche Kinder mit Schilddrüfcnfaft behandelt wurden, entwickelten lie 
normalen Körper und Geilt. H. II offmann. 

Erdbrände. Frdbrände können durch natürliche oder kunltlichc Urfachcn her* 
yorgerufen werden. Nicht nur Kohlen können diefe Frdbrände erzeugen, londern auch 
Bark bituminölc Schiefer, alle Gelte ine mit zahlreichen Pflanzen* und Ticrrcltcn. lind 
dazu geeignet. Solche bituminölc. äußerlt fchwefelkiesreichc Schiefer lind die Diktyo 
nemafchictcr Eftlands, die durch Sclbltcntziindung im Jahre 1908 zwifchcn Baltifch'Port 
und Paker*Ort brannten. Bei Dudweiler ilt ein brennender Berg bekannt, delfcn Erd* 
brand durch Bergbau vcrurfacht wurde. Schon aus dem fünfzehnten Jahrhundert kennt 
man den Frdbrand von Planitz bei Zwückau, den man heute in Treibgärtnereien aus* 
nutzt. Uralt und wohl natürlicher Enlffehung lind die Erdbrandbildungcn am Burgberz 
hei Zittau, bei Har-tau auf der roten Höhe. Ehe der Bergbau einfetzte, waren die Erd 
brande von Hindenburg und Kattowjtz fchon im Gange. Den größten Frdbrand Mittel« 
curopas kennen wir im nordwcltböhmifchen ßraunkuhlcngebiet. der (icher diluvialen 
Alters ilt. Fr. Herrmann bclchreibt neuerdings zahlreiche Frdbrand (puren aus Kohlen 
gruben Serbien*. Hier kann man beobachten, welche l’rlachen die Kohlen der Kreide 
und des Tertiärs lieh fclblt entzünden ließen. Die Kohlen lind fehr fchwcfelkicsrcich 
Durch die gehörte Lage kommen die Kohlenfchichtcn überall an die Erdoberfläche. Die 
Regen fälle im Wcchfcl mit wicdcrcinlctzcndcr hoher Erwärmung, diele Merkmale i er 
bilchcn Klima*, bcgünltigen im hohen Maße die Zerfetzuns der Schwefelkiescinlagcrungcn 
und die Entltchung von Frdbranden. Schiefer und Kohlen von Alckfinac, die Kohlen 
der Kreide von Yina bei Knjazcvac lind reich an Frdbrand fnuren. Das Gcltcin ilt in 
vielen Fällen verändert. Ingar die unverbrannt gebliebene Kohle wurde verkokt. Gleiche 
Erle Hein ungen konnten in charakteriftifchcr Weife an den jungtertiären Braunkohlen 
des Koltolatzcr llohcnzugc* bei Semendna beobachtet werden. Alte Erdbrandfpuren 
lind an den ..Zwerglöchern" bei Hildesheim und am Wcltfußc des Heinberges, weltlich von 
Lutter am Barenberge, zu beobachten. Ein moderner Erdbrand findet lieb am Meißner, 
wo im Jahre 1907 aus einem verfallenen Stollenmundloch an der Unterkante des Bafaltc* 
Hauchlauten auflticgcn. Neben diefen Frdbränden und Erdbrandfpuren aus zum Teil vor 
gcfchichllichcr Zeit in Mitteleuropa lind gleiche Erfchcinungcn aus Frankreich, England. 
Rumänien, Grönland und Amerika bekanntge worden. Rudolf Hundt 

K ü n ft 1 i c H e Düngung. Der Umlund, daß die deutfehe Landwirtfehaft durch 
künltliche Düngung ihre Erträgniff« auf mindestens das Doppelte der bebauten Flache 
Beigem konnte, ilt im Grunde genommen das Werk des genialen Chemikers Julius v. 
Liebig. So haben die letzten 30 bi* 40 Jahre gezeigt, daß die natürliche oder Stalldüngung 
nicht mehr ausreichend ilt, einem intenliven landwirtfchaftlichen Betrieb zu genügen, 
inlondcrheit dem Boden den dazu erforderlichen Stickftoff und Phosphor zu vcrfchancn 
Die kunltlichc Düngung be Ich rankt lieh in Anbetracht der Tatfachc. daß die mcilten von 
der Pflanze benötigten Stoffe im Boden enthalten lind, auf Stickltoffphosphor und Kali* 
düngcr. Die beiden größten Stickltoffoucllcn waren, vor dem Kriege das (alnetcrfaurc 
Natron. HNO,, der logenannte Chilcfalpctcr, von dem wir noch im Jahre 19D&00000 t 
im Werte von etwa 150 Millionen Mark einführten, und das fchwefclfaurc Ammonium 
(NH.), SO,. Diefes Salz ilt ein Produkt unterer Steinkohlen. Dort findet lieh der 
Stickltoff in gebundener Form feit Jahrmillioncn aufgcfpcichcrt, und bei der Vergafung 
(Gasanltaltcn und Kokereien) wird ein Teil de* SticknoHcs als Ammoniak abgefchiedcn, 
das aber im logenannten GaswafTcr geleit bleibt und als Ammoniumfulfat gewonnen wird. 
Im Jahre 1913 verbrauchten wir in Dcutlchlnnd 300000 t diefe* Salzes, was bei der Reich» 
haltigkeit desfclbcn an Stickltoff ungefähr 400000 t Chilcfalpctcr glcichkommt. An 
elementarem Stickltoff. fofern die Rechnung thcorctilch gehaftet ift, verbrauchte Deutfeh» 
land vor dem Kriege für rein landwirtfchaftlichc Zwecke 200000 t, im Werte von etwa 
200000 Mark. Ein bekannter Stickltoffdüngcr ilt fodann der Kalkltickltoff CaCN,, zu 
dellcn Herltcllung cs großer Energiemengen, wie lie in den Walferkräften Norwegen* 
und der Schweiz vorhanden lind, bedarf. Chemifeh beruht der Prozeß auf einer Er» 
hitzung von Kalk und Kohle im clcktrifchcn Ofen bei einer Temperatur von über 2000 ’ ( . 
wobei zunachlt Kalziumkarbid gebildet wird, welches, bei hoher Temperatur unter Luft» 
abfchluß mit Stickftoff behandelt, unter Abfpaltung von einem Atom Kohtenffoff in Kalk* 
ffickffolf übergeht. Im Ackerboden verwandelt (ich Kalkltickltoff in kohlcnfaurcn Kalk 
und Ammoniak. CaCN, -4- 3 11,0 - Ca CO, -L 2 NH.,. Heute vereinigen wir ohne 
großen Energieaufwand Luftltickftoff mit Waffe rltoff zu Ammoniak (llabcrfcncs Verfahren), 
das wir wiederum in Salpeterfäurc überführen. AI* Phosphatdüngcr kamen für uns vor 
dem Kriege die großen natürlichen Phosphat) agcr von Florida, Tunis und Algier in Be* 
tracht — im Kriege bearbeiteten wir die Abfaltknochcn der Schlachihäufer für Dünge» 
zwecke — fodann die fogenannte Thomasfeh lacke, ein Kalziumphosphat, aus phosphor 
haltigem Roheiten gewonnen. Erwähnenswert wären wohl noch jene ein ft ungeheuren 
Anfammlungcn von Yogclcxkrcmentcn vor allem an der pcruanilchen Külte, di« man 
als Guano bezeichnet, und die außer Stickltoff auch noen Phosphat enthalten. Doch 
gehen diefe Lager bereits ihrer Erfchöpfung entgegen. Als letzter künlt lieber Düngclt -H 
ilt der Kalidünger zu nennen. Es ilt eine merkwürdige Tatfachc, daß diefer der Pflanze 
unentbehrliche Stoff in größeren Mengen nur in Dcutfchland, und zwar in der Provinz 
Sachfcn hauptlächlich (zuletzt auch un Elfaß und in fudlichcn Baden aufgefunden >. 
vorkommt. Beim Verbrennen der Pflanzen gewinnt man das Kali wieder als Pottafchc, 
die gleich der Mclaffc (Abfall der Zuckerrüben Verarbeitung) ein Düngemittel ilt, wenn 

lie auch keineswegs gegenüber den großen aus Staßfurt gewonnenen Mengen in 
Betracht kommen kann. Eher noch lohnte lieh die Gewinnung de* Kali* aus der Schaf* 
wolle. Merkwürdigerweife feheiden die Tiere das Kali rafch aus. und zwar in Form von 
Schweiß. Bei Schafen geht diefer in die Wolle, und cs wurde fchon tatlächlich an Orten, 
wo die Schafzucht im großen betrieben wird, das Kali durch Auswafchen der Schaf 
wolle und Glühen des Kückltandcs mit Erfolg gewonnen. Dr. Schmid 


r MW 

All« .Allen. lunff n redaktioneller Art find »n die Kcdjknon d*r llluftrirten 7cihinR in Leipzig. Keudnitzer Stoße 1 —7. all« andern /ulen Junger 
ir Keprodukiun unterer Bilder l.inn r.ur nach jedcsiralificr vorheriger Ve rftindipung mir item SUmir.lou» (|. J. VC’eher. Leipzig) erfolgen. • 

pyright April $ü» 1920 by llluftrirlc Zeitung, J. J. Weber, Leipzig. Nummer 4006. 154. Band. 


e Gcfchäft 'Helle der llluHrincn /eatuni;. chenfjlU in Leipzig, ru richten. — (^nchmigun.- 
r unverlangte LinienJunxrn an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung übernommen. 

Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Keudnitzer Straße 1—7. 


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ßcipjig, Berlin, 5Bicn, ‘Bubapeft. 

<>Y> r /tfiOA 1 f\A ®* c OUvftwte itun fl erföfint ip£djcnili<fe. ^wi» oicrtcljäbrlicb 2 "j ^Rarf. t>i*|er Kummer 2 SWarf 50 1>fg. Q QftxriT i Q9H 

* vl. ^ivUU. -C^UIIU. 31njcifl«nprcis für t>ie einfpaltige aRiüimctcTirilr ober beren 'Kaum 2 2Rarf, bfi TMü&DoifcbTift 2 SWarf 40 O» ±V6\J. 

't'ic Bcrfaufsprrifc bcr^lluftrirtcn fleituna für bos'auslanbiin^lbpnncmciituiib Nreinjrfiif 9lummcnibei bireftcr Suffnbunflbabcn roir Aiinäcbft für bic Seif bis tum 31.jXoi 1920 wie folqt feftaefrtrt 
i'iftiel- . ii i nvci - 9i«nd* <Sin*rl- flirrirl - «finitl- Pitiul- ... . « ;iwl< 

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454 


3lluftrirte jeitung 


31r. 4006 


Allgemeine 9 totiäen. 

In „$«nb für &eutfd)f ödjrlft" (Berlin- eteglifc, SJclforl- 
itrafce 13) unb bet S3ön>noerrin ber Deulfcfeen 'öucbbänbler 
in Vcipaifl erlaßen einen Aufruf jum ^ufomnicnfc^l ub gegen 
bic 'Jtcuoibnung Der 3ted)lld>rcibunfl. ©egenuber ber brobenben 
•Bergen urg bes 6<brifibilb«5 unjerei Cpracbe bimfc t»ir ge* 
plante 9leuorbnung ber 73ccbtfcbrributxa forbern bic beiben Her- 
rin« junt 3 u r<unntcnj<bluf) auf. 6ie ijaltcn bie gegenwärtige 
ifit mit ibrtn poliiifcbrn unb wirtlc&afUidjcn •ßcunrubigungrn 
J'es beulten "Solle* für bur^aus ungeeignet ju einem folgen 
s ^cr[ucb. ©eine ©urdjfübrung mürbe alles 6d>rifl1um oon 
‘Uüffifer bis $ur geilung bis *üt Unlesbatfetl seränbern, würbe 
Jmtlicbr alpbabelifibe ritadifdilagcrocTfe ('2lbrc[}bücbcr, Kataloge, 
’Hegifter ufw.) mit einem fOial unbrauf&bar machen — unb bas 
ui einer ;’,cu bes Dapicrmangcls unb ber ungeheuer liefe «c* 
ftieflenen ©rucffoflen. wirb (Sinlprucfe erhoben »erben 
gegen ben '^erjuefe, an brm ©ebraueb« brr beutfffeen (cebrift 
.-i mtieln. bie ein beuifcbrs fMiSfHt barliclll. ftuftimmungc- 


crflärungcn, namrnilid) aud) von Terrinen unb tkibänbcn, 
»erben an bie ©rf4>äflsftcllen ber beiben Vereine erbeten. 

Xic Univcrfitöt ftöln *äblt im laufenden SBinterbalbjabr 
2438 eingefcbricbene 6tubicrcnbe. Daoon geboren jur »in- 
(djafto* unb fojia(n>iffciif<bafilicb«n gotultät 11*01, jur mebi*i* 
nifeben gafultat 2 HU unb vir retfetsroiffenlebaftlicfecn galulta! 
23" Stubierenb«, Slu&erbcm baben 356 ©aftfeorcr ‘Corlcfungcn 
belegt unb nehmen 11902 '©ejueber an ben öffentlichen 'Bot« 
((fünften teil, ©ic (Sefamtbejudjcrjabl ber klniocrfitäl ift bem- 
nad) 6696. Bon ben eingcfcbricbcncri 2133 männlichen 6lu- 
bicrenbcn entfallen auf ^rcufeen 1995 (barunter lfJHH 9lbcin- 
länber cinfcblicbilicb (327 Slölner), auf bas übrige Dculfcfelanb 106, 
auf bas 31uslanb 32; oon ben 305 6tubentinncn auf '■Preufeen 
2 vs (baruntrr 239 ^Kbcinlänbcr cinicblicfjlicb 135 Stölnci). auf bas 
ubrifle 'Deutldjlanb 15, auf bas 21uslanb 2. Bon ben ins* 
flefamt 34 Buslänbern fommrn « aus Drutieböftcrreid), 4 aus 
yuremburfl, je 3 aus $ollanb. eitauen, ber Ifcbc<feo-6lo»atei unb 
ber SÜTtci, 2 aus eüb|la»icn. je 1 aus Belgien, granf reich, 
Italien, 9lormegen, Bolen, ßchotilanb. 6cferoeü unb Ufrainc. 


©efellfdjaft für Deutfcb« Solfsbilbung. Bor ^abresfrift 
gegrünbet, beginnt biefe ©efellfchaft am 15. April mit Bor- 
lefunflen unb Arbcitsflcmcinfcbaftcn ihre aemcinnüBige Arbeit 
über ben politifehen Parteien ftebenb, »ill fie Bilbung im 
böefeften 6inne, ber tiefem BJort gegeben »erben lann, oer 
mittein; alfo nicht auf möglichft Dielen ©ebietrn ein fertiges 
Siffen an möglichft uielc perbreiten, fonhern fuebenben 2Henfd>er 
behilflich lein, ficb ju gangen, in ficb gefügten Berfönlichfciten 
*u entroicfcln. Alle (Sin^elbeitcn brs Unterrufetaplane* , ber 
für bas 6ommcrbaJbjabi 1920 Dorliegt, finb auf biefes Siel 
gerichtet, ©er ©runbgebanfe ift: lebenbigr “öffeböftigung mit 
ben eigentümlichen "Merten ber beuifcben Kultur fei ber rechte 
jur Bilbung ber eigenen Berfön lieb feit. 6o aufgefafjte 
Bilbungsaibeit greift über alle ©egentätje bei etänbe unb 
Barteicn hinaus unb bebeutet einfach ben Berfuch. bem Sluf- 
bau bes neuen beutfehen ©emcinroefens burch bas innerlicbfte unb 
(leiftiflftf Wittel, burch bie (frneuerung bes 2R«n[cfeen, ju bienen 
Nähere Ausfunft erteilt bereittpilligfi bic ftanjlei ber ©efeüfcfeafi 
in ^eipiig.Baoerfcbegtr.H,!., Zimmer 15, Sernfpred)cr-?lr. 1430 


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Iaal,rlfftrir©c4i?id)t. Irnni'jplflijf, flroörr CBartrn. VrtirfÄrticr : Sprachen, 
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Nur Sdiüier mit eynnaiialer Vorbildung werden auf genommen. Penaiona 
preia tinaeblieSlien Sdiulifeld: M. 6000 , ■ . Die Lehrpläne geben die alte 
Human uliaebe Ausbildung unter veralirkter Betonung van Deutaeb. 
Geecbicbte und Kunstunterriebt mit vollkommener Spadigcwaadthnl in 
EmgUach u. Franiftaiscb. Besonderer Wert wird grifft auf geaeUacbaft- 
licbe Enichung, Cbarakterenlw idilune und liftrperlicbc Ertüchtigung. 
Eis handelt lieb um den erstmalig verwirklichten Aushau der OherkLaaaen zu 
ncr H.atändigeti Ch>e rganf-»»'ufg awiarhen Gymnasium u. Universität 
.\iuneJdimren för Ottern, und iwa' (Sr UnUrtekunda, Obemekuod* und 
Untrrpnnia aofort erbeten. Ausführlicher Prospekt steht zur Verfügung 


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toie fle cntftanb unb tote ich ft« ^«tlte 

®tn neuer We« |ur bauernben ftetlun*. V. fluflaae. 

Don 9teinb- «erliw«. 

3 » befotglr bte '3nieitunacn unb füble tntcb aounb unb tote 
neu aeboren. noebten alle Leihen «genoften Pae <5Uu cf baben. bitten 
neuen ®e« »ur Aellun« tennen tu lernen, <be e( »u fpat tfl 

Dm» be* l'ucbrtbtottb.® — «„.la.IWrla. Oranie.kuM f 

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Über bie weitere (6* Haltung bec beutfdjen Sdjiffalfrt unter 
bem ^riebrnsoertTag Jpracb in ber $ambuTfli|<ben UniDcrfllät 
CrsebeimratG un o. (fr führte aus, baß burd) basXriercr Abfommrn 
bie $>anbe (»flotte ben Xobcsftofj erhalten habe. Die Bemühungen 
ber bfutfcbrn ßtiebensaborbnung , ctroas an ben oernithtenben 
■öebingungen ju änbetn, waren oergebli<b, baruntei ber Bor* 
ichlag, bie beutfehen Skiffe in einen Söeltfcbiffabrtspool hinein 
gu geben, qbrooßl Meter Borfehlag au<b im Hntercfle bc8©egner» 
gelegen hotte. Denn burdp ihn märe bie auf hie Dauer un- 
erträgliche unb gefährliche Sachlage oermieben roorben, bah. 
bie eine Seite bei 3Be(t in ‘iRobftoffen unb Lebensmitteln er* 
fticft, .'roäbrenb bic onbere Seite großen SRanpel baran leibet. 


Die fßirtung bes griebcniDertrag» ergibt am anfebauliebften 
bas heutige Bilb b«S Hafens: So gut wie ausfcßltfßlüb {rembe 
jlaggen. fßo fidb eine beutfebe flagge geigt, gehört fie ent* 
roeber ju einem gang (leinen S<hiff ober ju einem f»lcßen, bas 
ber Ablieferung noch entgegengeht. Der Borlragenbf fenn- 
geießnete bie Xributpflicßt, bic in ber Benußung auslänbifcher 
Xonnagc liegt, namentlich mit 'Jlüdficbt auf ben Xiefftanb unfrre» 
Selbes, (£s mürben auf biefe '3öetfe bie ftoftrn ber Lebens- 
haltung gum Borteil bcs Auslanbe» für JVabre hinaus un- 
erträglich gefteigert werben, ©er Bcrgicßt auf ben ‘fflieberauf- 
bau einer eigenen $) anbei» flotte mürbe bie gegenwärtig be* 
ftehenbe Abhängigfcit Dom Auslanb eerewigen. Deshalb fei es 
unerläßliche Dftid)t bes 'Reiches, einbcitlicb {einen ABiUen auf 
'23ie herauf nähme ber Betätigung jur See ju richten, ©ebeimrat 
(£uno rennjeichnete mit Rüdfidjt auf bas Auslanb nur an* 
beutungsweife bie SRittel unb *2Dege jum Aüieberaufbau. <£r gab 
Icbliefelid) ber überjeugung Ausbiud, baß bie natürlichen Ber- 
bältniffe ber internationalen Begebungen ftärfer (ein toürben 
als bie fünftlicben Beftimmungen be» firiebent. 


(hegen ben OTietswucher. Das Reichsarbeitsrninifterium 
hat eine Berorbnung gegen ben AJutßer bei Bermittlung oon 
2Rieträumen erlajlen, bie unter Anbrobung oon ©elbfirafe bi» 
Hl 000 SRarf »erbietet, bureß öffentliche Befanntmadhung ober 
fonftige 2Jtltlcil ungut, bie für einen großem ©erlonrnfrcis be* 
ftimmt finb: 1. Belohnungen für ben Rahmet» oon SRiel- 
räumen ober ben Abldjluß oon 'UlietDerträgen über SRieträume 
ausgufeßen, 2. SRieträume unter einer Dedabreffe (Bucbftaben- 
abrelfe unb brrgleicben) anjubieten, 3. 'JRicträumr anjubicien 
unter Auffoiberung jur Abgabe Oon Preisangeboten, 4. SRict- 
ropbnungcn unter ber Bebtngung bt» gleidjjcitigcn (f rioerbs oon 
(Jinricßtungsgegenftänben angubicten. Die gleiche Strafe trifft 
benjenigen, ber ficb für ben Racbnms ober bie Bermittlung oon 
SRirträumen Don bem Steter Berat ögensoort eile oerfpreeben ober 
gewähren läßt, bie einen oon ber ©tmcinbtbebörbr für Rctbts- 
gefchäfte biefer Art feftgefcfjten Saß überfteigen. Die ©emtinbe 
behörhen finb gur fteflleßung berartiger Säße berechtigt- 
®«fad)«r ber Rorbfee wirb es interelficren, baß für bie 
(ommrnbe 6ailon eine gang hebeutenb beffere Brrbinbung her 



.Bern rin Xropfen flüifig ®oH> 
füfftg burtfi bie Äeßle rollt, 

Sagt her tpoßl: „Da* ßat gefeßmeeft, 
$a, baß tft ber befte Saft*? — 

Rein! benn für bie befte Sötte 
hat bie Sprache (eine Sorte 
Unb ich wette, baß — ßm — ßm 
3ebcr fcßmungelnb brummt 
Unb „ 4L Je § juguterleßt 
mtt ^tatßeul *U.üQet überfeßt* 

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H 3 

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456 


SIluftrirtc 3citung 


Sir. 4006 



flcflflll wirb. Slufjct breimal täglicher ßdjnell^uflücrbinbunfl für unfcie gufunft »itfctig fd>e£nt, ba bei ber allgemeinen ?}fr- »erben muffen, wenn fic ber ©erecfctiflfcit ober bei firribci: 
mil (Smben bejw. fHorbbcicb unb bebeutenb Derbcflcrten 8ug- befoung ber iSuropäcT aud) nidjt ein Ringer einer griebens- im ©ege fteben. N. Dafj Opfer unb Dirnft oen allen Siir arm 
t>erbinbtingen mit OTittel-, €>üb- unb ©eftbcutfcfelanb bcab- bonb überfeben »erben batf. 'Der im ßabre 19111 gegriinbete »erlangt »erben muffen, aber bafj je ^Sl^er bie Stellung unh 
fidjtigt bie fcombuTfl-SImeTifa^tnic eine büeftc ^Scrbinbung unb aud) in einflufjreiebtn Streifen bctrddjllicbc Erfolgt Acitigrnbc je gröber bas Vermögen, befto gröbere Opfer unb Dier 
(Smben - ’öorfum - :RoTbeTiiei)-©angmofl-$olfloIänb-$ain- „SJcrbanb ber gugenb unb bes loyalen gortfAritts" (I/engiic leiftungen notaenbtg finb. 

buTg unb »urüd einjnricbten. SlubcTbcm finb roitber Dampfer- of Youth nnd -Socinl Progreß) ftebt auf bem Stanbpuntt: 9Reue {Harten i* Die Sianbelsfammer au Berlin bat c.. 

führten ton “Sorfum nad> Delfjpl (öollanb) Dorgefeben. 1. Xafe Siebe unb nid>t £)aü bic ©nmbroabrbrit ift, oon ber 'iHeiAspoftminifterium ein SDlufter für eine neue 31 rt e*en i)ti: 

ttiti Königtum ohne Wenig, (fine SJerorbnung bei un- bas allgemeine ©lücf bei ©eit abbangt. 2. Dafj ber 3Jlcnfd> forten unterbreitet unb beten ifinfübiung befürwortet- Dieii 
narifefcen Regierung erficht, bafj im Sinne bes ©efefees oon 3fatur gut fei. 3. Dafj alle SRenicben baju ongeleilet »erben 'Poftfarte in bem neuerbings jugelaffenen üergröfeerten gom . 
über bie ©ieberberftellung ber Ccrtaffung, wiewohl bie Slus- fönnen, ein felbftlefes Ceben *u führen. 4. Dafj Curus unb bält bic untere öälftc ber Ünjcbriftfeite für fcferiftlidje ■ann 
ubung bet föniglidjen 2Rad)l feit bem 13. 31oocmber 191H auf- ’&erfdjwcnbuiig Sünben gegen bas ©emeinwefen finb, roelcfce tcilungcn frei, wäbrrnb bie obere Öälfte für bie 3InfSnfi. bir 
gebärt babe.bicStaatsfermUngarnsaucbtDeiterlbinbaBRönifltum bie Behebungen &roi|d»en &en tDienfcben verbittern, ben ©eift greimarle. Stempel uf». beftimmt ift. 'Bei Sulaffung ba 
fei. T>ctnentfpre<b«nb batten bie ftaatlidjen Scboiben, #mter unb bes paffes perftarfen unb Uneintgfeit im 3Mfe eerlcingern. artiger ^ofttarten würben bie beutcbereit»genebmigtcn c Pe’T- 
31nfta[tenbie < 8ejeicbnuna w fönifllicbungari((i)''ju führen ;über bem 5. Dafc bie 3Raffen im ‘Bolfe bisher nod) feine ©elegenbeit farten mit anbängenbem, aufflebbaren 3lbrefjentfil ft* erübriac’i 
L'anbeiWappen fei bas ©üb ber ungarifdjen ÄTone anjubringen. gehabt haben, am 'JRcicfctuin unb ber 9Hannigfaltigfeit bes Gebens toeil beim 'Jlusfertigen mit ber Sdjreibmafcbine bic ^oftfoür 
ttngtanbs 3uflend fär 3Di<beraufbau ber fflelt. Dn ber teiliunebmen. 6. Dafc ftarfe unb einförmige l'ebenspcrbältniffe, wegen ber 21nfci)iift nicht brfonberseingefpannt au werben brau .: 
pon Hermann S»effe unb iRiebarb ©elteredj geleiteten 'JWonats- febmufeige Umgebung unb monotone 'ürbeit inbuftrielle Unruhe. Die untere Hälfte ber ocTgröbcrtcn ^©ftfarte bietet aufcerb.- 
febrift ,, Vivo* voco“ (Verlag Seemann u. Cp., Ceipjig) wirb fojialc ©rgenlä&c unb nationale Unftcberbeit beroerrufen. 7. mebr ftaum für fcfcrif tli<t>e URitteilungcn, roobureb gleuhjcr 
con einer rfugenbberoegung in (Snglanb beriebtet. bie uns aud? Dafe bie Stacbclbrabtoerbauc trabitioneller StoruTteile jentfernt eine gereifle Verbilligung bes Portos berbeigefübrt mürbe 


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1 Original from 

by KjU y IL THE OHIO STATE UNIVERSITY 


460 


Slluftrirte geitung 


3 tr 4006 



Otto *1011«, prrufjifcber 'JJlinififrpräfilfnt unb ftanbioirllcbalcs- 9 lci<b*f<m|Ier Hermann ÜRiiller, her au* has Mn ihm bisher bcflrihctc Umt bcs Sari terrrinu, preuftifcbcT SRiniftrt bes ^nnttn, bei als 6 loat*' 

mini ft«. ^tuoroartigen bis auf »fiteres behält. tommifjor ins 'Mubicricr mtfanbt trurbc. 



*rof. Dr. SBirtb, 'Jtei cbsfinan^mintftcr. 


Dr. Otto Orftlrr, ^eid»rocbrniiniftti. 

3 um Stegierungsroerttfel im 'Jleitf) unb in 'Pteufeen: Sie neuen Scanner. 


I>r. ’S. Vluiuf, fltid»juftiimini[rrr. 

lieber, ^»amburg.) 



unb ift (o rounbcrlicb als n>ie am erften. lag!" nidjt 
cinhern. 

Tos lirtremc, Bibernatürlicbe, ailesjerftöienbe niu[i 
Dcrfdjroinbcn, um bem Nufbauenbcn, Neuformenben Dia® 
iu machen, Naum ju geben einer neuen Belt, in welcher 


ber roiit|cbüftli6 Gcbroacbc. bureb politilcbe unb fojiale liin* 
ridjtungen grftiifct, ein Dafein fuhrt, bos ihm bas Sieben 
lebensrocrt geftaltet, in brm er Heb aber gleichzeitig feiner 
Pflichten ber allgemein beit gegenüber mehr oJ» bisher be- 
rnufet roirb. Der neue (Staat roirb aber aud) bem teilt* 
fcbaftlicb 6tärfercn nicht mebr 
geftattrn, ein (Eigenbafein ju 

S führen, bas bem ©emeintpefen 
unzuträglich ift; Drohnen follen 
nicht mehr gebulbel »erben. 
Vebcutenben ©elftem auf allen 
©ebtelen muß her ©eg nach 
toie not frei fein; ihnen barf 
fein franfbaftes Niocllicrcn 
binberlicb im ffiege flehen. 

SDlöge Deut fehl anb, bas im 
Saufe bei ^abrbunberle unge- 
ahnte Stöben unb Siefen fennen 
gelernt bat, ber Nähr hoben für 
biefe neue Dafeinsform »erben, 
tocldbc bie SDlenfdjbeit jtoar nicht 
ju ibealen ^uflänben bringen 
toirb — bie es nicht gibt — ben 
Irrbenbcroohnern aber gefünherc 
rfuftänhc fchaffen fann, bie ben 
oft mifjbraucbtcu tarnen «Kul- 
tur“ oerbienen. 


3ufunftsgebanten 

Von Sbrafobulos 21rgpr opoulos. 

OfYJic bas «ibriftenlum in Europa bie größte rcligiofe 
-CÜ®anblung beroorgerufen bat. fpäterbin ben Bcltfreis 
in feinen ~33ann jiebcnb, jo fd>ei- 
nen bie ßolgen hes Beltfricges 
bic größte fojiale cf oolution ber- 
beijufübren, bie je bie 2Jlcn|cbcn* 
gefebiebte erlebt bat. Sir leben 
in ben Anfängen biefer groben 
Banblung, wißen nicht, toie He 
fieb geftalten toirb, toiffen auch 
nicht, wie lange fyit hierzu er* 
forbcilicb fein roirb; benn her 
jeöigc ©ärungsprojcb ftebt noch 
oöllig im Reichen biefes blutig- 
ften aller Kriege. 

Der ©efcbidjtsfunbige finbet 
'2fnflänge an bie oerjdjieben* 
artigften ifpijoben hes Belt- 
erleben«. Cf t heult an bie gebben 
jrotfdjen ^atrijifTn unb Ple- 
bejern bes alten Noms, an bic 
alles jcTftörcnben ftriegsjabre 
oon 1618 bis 1648, bie bas 
'Biebererftehen beutfeber t'anbe 
unmöglich erfdjeinen liefen; an 
feinem gei fügen auge sieben bie 
(Sreigniffe ber fran^öfifeben Ne* 
oolution oorbei, beren tiaupt- 
perfonen, im 'ZMufe roatenb, ©e- 
reebtigfeit unb ©leiebbeit auf ben 
Rippen führten, phantaftifebe 
Diane pon oolfsroinfcbaf Hieben 
unb fpjiakn Unmöglichfeiten ju 
Dcrtpirf lieben luchten unb halb 
barauf ber Defpotie eines Na- 
poleon erlagen. 

Die Seiten, in benen totr 
leben, »erben ftcb aus bem ,3u- 
fammenbang ber Vergangenheit 
auch nicht trennen laßen, toic 
[onberbare Cjchmcirmcr es glau* 
ben, oielmehr tbi Ergebnis (ein. 

Die fühnften Sbeologen werben 
ben noig-iDübren 6aß ©oelbes: 

„Der Heine ©ott ber Beit 
bleibt ftets Dom gleichen 6cbiag. 


Öans &. ‘Jteclam. 

(^)fm :w. snär^ ift Cm faft ooll- 
■Clcn beten «0. t'ebcnsiabre eine 
ber bcrOorragenbften ^crfönlich- 
feiten hes beutfeben ^uchbanbels. 
ber ©cheime Äpmmerjicnrot 
t>ans Heinrich ^teclam, ge* 
ftorben. (Sr begründete im ^abre 
1N67 mit feinem *ater Snton 
Dbilipo „Neclams ilnioerfal- 
Sibliotbcf“. Dicfc Bücherei ift 
allem anfänglichen Bibcrftanb 
bcs *ucbbanbels jutn Droh 
unter ber naheju alleinigen Sei- 
tung bes Verdorbenen ju ber 
gxöhten unb inhaltlich reich ften 
(Sammlung geworben, bie jemals 
irgenbtoo in ber Belt hem 
Billen unb ber (Einficbt eines 


't'ic feierliche Ont bronifation bcs neuen ßräbififjcfs oon Köln: ßrjbi|d)of Dr. tScbuite unter 
bem Jbronbiminei auf bem 'Ißeße äum ®om. 


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THE OHIO STATE UN1VERSITY 






I 


9tr. 4006 


Olluftrirtc 3cifung 


461 




'3km ben tpartatifti|d>cn Unruhen im rbeinifch-roefliäliithen Onbuftiiegebiel : Slugeitblidsbilber Don bet ,,'üolcn 2Irmee". 

I i'xnwbMppell bti hm bewoffntim Stbeitem. 2. ^tfürtaung w>n Urbfiierlmprfn in Vaflautw jum 6vtc<bisflrbiet. 3. (BefAüfc brr „'ÄPtrn ^Irm«" in E'rbbetfl 4. ’iVriUfnr Strafernpatrputlle bet Strbfitfrtnjrren. 

5. SRincmpcifcr t<r ,,‘JU-lcn 'ärm«" in IfrbtKTf). 


3ut ßröffitung ber <Sportfai[on in Touttcblanb. 


1. .Ha trennen auf tue 01nmpia*tV]bn in Berlin: Sus ttm 40* km- kennen ; rom 'i'auci, üb« ihm (catpall. 2. 2n«n«xl aus t-cm Swlcn-Fcit'ünte-tBctrlpicl urilAtn bem üWtlina €pc , iif!ut' unb bem Viubrdilifn ?urn* 
NMin in Berlin. 3. 'ÜHabTctmcn auf ber Olptnpia • ’&ihn iu 'Setlin: (Sin bätet l£tur< in einem bet ftlitAtm-lUltfl. 4. jTabtrniuii in Srrlin-^Raiicnbprf «int 58. ’JPldn ’il'Tufftcin fwjt im tsdwcfllwfifrfn-'l'lfis. 

5. 6lcrt m »temfohrt '8«lin-(£pttbu9-iVilm beim cirurrbuus am Xcmprlbofcr $clbf in Berlin. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 





462 


3lluftrirfc 3citung 


JIt. 4006 



'iVerbigunfl bei Opfer in Tcntttfirui. Tic cnigleific c£ctoncefCblrubci-i'ct|p<H»mnci|<!>mc. 

$as Saroincminglüd im Bernmag ebiet am 16. iSlärj. 

Tic ikrnlnabobn, bic ron fcst. üJlctiB bur* bic 'öerninanruppc nach lirano (Italien) fuhrt uitP babri bi» ju 2400 m fcbbe empoifleiflt. ift »abtenb bes Sinters birlfeuh ftddrci eebneepenpebunflen ausgrlegt. Jur 
'Jlulrcdjtcrbaltiinfl Pr» Betriebes finb «tob« €<bntcl<blcubcrtnal4incn ftänbig im betrieb. <£ ine fplcbt 3Ra|<binc ift mil bem Pcnugcbciigcn Arbeitet ■'JDlotonvaflen rcäbtmP b« iUiePerflanffs ein« Lawine jroif<h«n ^«nin. - 
SSäufrrn unb 'Bemina-Öolbij am 16. SRärj enlglrifl, wobei ad)l äHann b« '$*abnpeT|onals ben lab lanbcn. Tic Tdflaaiftc finb mil bem €*t«fcn banongefemmen. 




einzelnen •öcrlegeTS ihre Önt- 
ftebung unb Turchführung Der* 
banfte. 'Ten meiflcn ^Dolfs- 
genolfen n>irb erft burefc bie 
Nachricht »on feinem Tobe be- 
fannt geworben fein, bafc ber 
ältefte Träger eines ber popu- 
lärften beutft&en tarnen immer 
noch berfeibe SDtann war, ber 
dot einem halben [Jabrbunbert 
auf ben bamals unerhört neuen 
unb umf!ürjleii|ch eif<beinenben 
©cbonfen fam, man muffe unb 
fönnc bie Gdjäge ber National« 
unb ber Weltliteratur allen, 
auch ben unbemittelten ^3oIfs- 
nenoilcn um geringen Treis ju- 
flänfllicb machen. <3n biefem 
SJtanne Bereinigte fiefe in gana 
cinjigaxtigtr Weife bie Sinfi(bt in bie toufmänniftben ^otmenbigfeiten mit hohem Dbcalismus 
unb 6inn für bie geiftigen unb feelifeben Bebürfniffe bes -Bolles. Tiefe (Sigenfcbaften 
blieben bis in feine legten Tage hinein in ihm (cbenbig unb erhielten ihn empfänglich aud? 


fUotgelb ber 0tabt ftlensburfl mit potriotifefcer Xen&ena, beffen weitere ^luspabe Don bei 
rJnternationalen Siommilfion für (srfjIesroiQ oerbotett worben ift. 


für bic Erforberniffe einer neuen 
Seit, benen burdj geplante Er- 
weiterungen unb liefgreifenbc 
Erneuerungen ber „Unioerfül* 
Bibliothef" gerecht ju »erben, 
er entfcbloffen mar. Tie 5teibc 
ber «Sucher für ftaatsbürger 
licfcc Silbung", bie er in ben 
Rahmen bet Unioerfal-Siblio- 
ibet aufnabm, unb bie plan* 
mäfcig ausflebaut werben füll, 
ift nur ein, wenn aueb befonbers 
wichtiges Zeugnis bafür, bah et 
erfannte, was bem bculfchcn 
Bolfe dot allem nol tut. Sein 
lebhaftes 3ntercffc galt auch ber 
neuen BolfsboÄlchuIbctDcgung. 
bie er oor allem im legten ^afcrc 
grünblicb oerfolgen lieg, unb bie 
er bureb eine nad) ben Erfahrungen ber aut biefem ®cbicic führenben (£>:iftcr ju leitenhe Bolfs* 
bilbung»j*itf«hrift unterflügen toollle. Tas beu tfdje Holt wirb ibn als einen in wahrhaft btmofra • 
tifefeem 6innc um feine geiftige unb leelifdje Bilbung bemühten 3Rann nicht pergeffe n. I>r. W. I>. 



Sauptmann Bertijolb, 

ein« btt r*WflTtid>ftcn 6«u ltdhe-n JtampfllitjK« b« 
ttdtfeicflcs, Nt 4T» fdnblidjt ftlufljtuflf abflcfdjollm 
Pot, SUit« Pr» Orten» p<n»r |« wutPe a m 

15. SRarj in initPuTfl a. P. Qlbt Dem cnimcnlcMen 
Di-bfl in bcflialildjtr Stift rtmoiPti unP wt- 
[iümnicli. ODbot. Diepctpofl i 


(Eine SnalicjasciplDfion in Berlin; ®ie Unfllüdsftelle. 

Tic JCatoilrppbc ifr eine bei Jolgen b« ©eneraltlreif9 in Unlin. 3n ben leeren ©ostobren banc f<<b Rnallqas 
flebilbft, Pa» bunb «^elbftentjunPiinfl jut ifrploficn fam. 


©rai c.'l>jcü unb S\lciti-(£üflutb, 

Idifififibtt t^rncralniojpr ». T . tpöbrtnb bt? S<ii- 
fnc^s uicrfl Obcrfi Pts VanPnxbiOnfanlent'Sicgi- 
ment» ??t, 101 unb fpöln Rubrer Ptc nacb ibm 
gcnarniitn ‘BrflaPt Pfeil, t am O.aRätj infplqc eint, 
llnfllüdsfallt» auf CÄIofe Stiebetsbotl bei «uPon 



Profefiot Dr. 31. 3unß, 

dVeb. ^iegirtungsrut. Ptt ailmttfltt Per 
'Pb-oft oI«sr<* unb feubtee INreftot Pts ^pbB- 
fipltsn'tben 3n|tiluts Ptt VanPtrirtliMrli Atn 
tn>cbl«iulf in Berlin, t am 22. ÜRay in 
Cfbatlotlrabuifl im 72. &bm«jabet. ^<vbol. 
spttmann Soll, Serien ) 


üllorij Benebitt, 

Nlannttr liPtralet tWitifet TtutfcbBll«* 
i(i d>», langja brioer bttau?a<Ptr Per SitntT 
..fltutn grtten ptt-n«“, ‘Utitalirt Pt» eilet- 

ituftilcfyn bercenbauft», + dm IS. JJlarj 

in ®itn im 71. Ctbcnsjabte. 


^Prof. D. Dr. 3Bilb.Bnu(fet, 

■flertrrtet Ptt btutfdjen Sttliflicninjintnicbafl, 
tiner Ptr iibertruattfttn äubrtr Nt rtlcaion»- 
Ot(d>i<btlicb<n kebuit, Orbmariu» an Ptr 
flnipeifiloi ©tefeen. t ror furjrm in (Sitten 
im SS. Yebtnsjofer*. 


Brofrfl ot granj ßepreter, 

betperrofltnPfT Romponid bte mobttnen 
i'tbule, btsPtt RomoPiifionslebttt an Per 
®itntt iKulifafaPtmit. tourP# cum Tittfloe 
Pcc 2Kabrmi|cbtn £>ocbldbul« fue 'JRufif in 
'BttUn ernannt 


Sans Seinritp Beclam, 

t&fbtimer Rpmn«jienrai. PePeuienP« tiet- 
lj»|5bu<*bonMtt. t£tmpr*t| Pt4 ppr |«ntm 
■JCaite PcarumNitn toellNfaniiltn Sletla«». 
baules 'vbilipp Slctlam j"n. in Yrirua. 
f am 30. 3)iar| im SO. kebtnsjabre. 

$ttfwt •petltbeib, Yeipaifl-> 


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TeutjAes l'aiib: Wegen b bei 'Wofferburg am rinn (Oberbanetn). iltacb einem Aquarell non Ülnno förabcin. 








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31t. 4006 


3 llu(trirte 3 eitung 


465 



cnltwbrlfifgueöen ©iebergefunben. <5x 
ift jum befeftyenbcn Urquell feiner 
eigenen fcböpf erifcbrn Dbantafie Aurütf- 
gefehlt. liefet s weiter ift in tiefer fccim- 
febr au crblicfcn, niebt etwa bie im 
Wibecfprucb mit ben Jotfacfeca ange- 
nommene Nbfebr öauptmann» Dom 
Naturalismus. Der „Ränftler" wirb 
nun oan& (ins mit brn ©eftalten feines 
Kunfttoerfes, um beffentwillen er febon 
„Aroanjig fdbroerc, Ictrc Fa bre" hoffnungs- 
los gerungen bat- Seine unwiffenben 
Xidume finb fdjppferifcbc Wirriicbfnt ge- 
worben. F«Öt roirb er Fafob felbft unb 
erlebt feine 6<bidfa(t. feine Begegnung 
mit .Nabel am Brunnen" unb bie nabe 
Erfüllung; feiner febnli<h|ten Wünjcbe 
£aban DerfpTicbt ibm für brn näcbften 
lag Nabel jum Weibe, obwohl er felbft 
Heb fuTi junor für S?ca enlfcbieben bat. — 
9Jllt biefer erften Beurteilung brtebt bas 
Drama leiber febon ob, ©riebt ober 
burebau« nicht »on ber bibliieben Über- 
lieferung ab, ©ie manche vf rflärcr mei- 
nen, fenbern bereitet ganj richtig nur 
Cabans überliftung dot. I>r. P. P. O. 


3 ur ilrauff übrung t>on 
(Serljart £auptmanns 
„£>irtenlieb". 

/EL erbart Cjauptmanns bramaliicbc Dieb- 
VA/tung „Das ftirtenlieb" ift ein Frag- 
ment geblieben. Es ift bobn begreif* 
lieb, bafe ber Dichter ben mehrfach an 
ibn berangetretenen Nufforbnungen 
gegenüber bisher ftets ftanbbaft blieb 
unb bie Erlaubnis jur Aufführung biefes 
Dramenbrucbftiides immer roicber Der» 
©eiaerte. Um fo mebr ift es au be- 
grüben, bafe ex ie®t enblitb anberen 
Sinnes würbe unb bie Dichtung beni 
Deutfcbrn Nationaltbealer au Weimar 
cur Uraufführung übergab. SDiag es auch 
Aweifelbaft lein, ob ein Fragment feiner 
UnoMIftänbigfeit halber für bie Bühne 
geeignet fei, fo ift boeb biefes Brudj- 
ftüd berart in ficb abgerunbet unb Don 
fo Diel (ebenbiger bramatifdjer Kraft er- 
füllt, baft feine plaftifdje Darftellung 
einen ©ewinn bebeutet, Aerobe bic 


©erbeut ipauptmanns „jjirtenlieb" im 'Jeutlcbcn -4!<ilicnaltbcatcc 
,iu 'iöciiiKiT am 27. 'fOtdr^: (SrftcT '21ft (nad) 6er 'Sermanbiunfl). 

Is'i linf» nai) rechts : Oirtm tfatan» (Aufluft '.Mcbtcpt. 3c (cf ealten), Oer ifngcl <<£laus 
^laufen», her ftünfller (fluhell flieth». (tfcot. bemann Iftfner, ■Wmuit.1 


Weimarer Uraufführung, am 27. 9Jtä ja, lieferte ben beften Beroeis bafür. 
Der ©eneralintenbant unb Dieter Ernft 2f>aibt batte felbft bie Einrichtung 
unb Spielleitung übernommen. Es gelang ibm, all bic 6<bonbeiten unb ben 
reichen Stimmungs^auber ber SA*nen au Dolifter Entfaltung au bringen, fotoeit 
es mit ben einbeimifeben Kräften unb SRittcln überboupt möglich trar. Die 
Biibnenbilber mit ibrer toobltuenben Schlichtheit bilbeten gerabe ben rechten 
Nahmen für bie märchenhafte Sraumroelt bcs Dramas. 

Die Dichtung felbft ift, »ie febon angebeutet, buxchaus feine gan* neue 
mehr, wie etwa ber „Weihe $eilanb~, beffen Uraufführung tags baTouf im 
Neinbarblfcbcn Drohen Sdjaulpielbaus erfolgte. Sie cntftanb oielmebx fdjon 
im 3 a hre 1898, würbe Anfang 1904 jum elften fötale in ber „Neuen Nunb- 
febau" oeröffentlicht unb erichien bann in ben Awei Fahre fpäter berausgegebenen 
„©efammelten Werfen". Bon bem ebenfalls aus bem Fahre 1898 ftammenben 
nrärebenbaften Dramenbrucbftücf „$)e[ios" unterfcheibet es ficb tjlütflicberroeife 
baburdb, bah cs biel weiter ausgefübrt unb bis a u einem gewiffen Nbfihlub 
gebieben ift. Der Sdjauplafc ber Dorbanbrnen urci Afte ift, mit Nusnabme 
bes 'Beginns bes erften, bas ,,'l'arabies", bie Urbeimat bes SDlenfcbengefcblecbtes. 
hierher, in jene „morgrnlänbijcben ffiegenben", in benen audj febon ber junge 
(öoetbe nach feinem eigenen Befenntnis grieben fanb, wenn feine „ftets ge- 
jchafligc stinbiibungslraft" ibn au orrwirien brobte, wirb auch ber anfangs, 
in einer Nrt pon Prolog, um feine fünftlerifcbe Bollenbung ringenbe „Rünftler“ 
oon feinem guten „Engel" entrüdt. üludj er hat leine 6eimat unb ben lang 


'Jttfranhcr üttrifli als Jtai|<r 3J}pnlc,uimo. > t'ttcl. .Aonhcr & 
?abifd>. Berlin ) 


Cf mit FonninflS als Ätmanfco (forlc^ unb t>unna 3talpb 

als ÜRrrifanfnn tRarina. ClMwI. 3anhcr & ?aNt<l>. Brrifn.) 



vf^i'cnbilb aus bem III. tltl. ('pbot Fonbcr & Sabildi. Berlin. > 

3u| bem itcppenaulbau: Der JUtefenfailri tKontrunaa (tlleranbcr fKoiflil. auf ber kreppe ber fpani|<bc (fraberrr grrnianbp Cfcrl« ((fmil Fanningsl, bet „rocifec teilanb", bei 04» im tVrlcut bet CanMunq all metbn 

«rntdn entpuppt, unb bie JRqitanerir fPiarino tifxinnc 3talpb), (eine ©dichte. 

'Bon btt Urauffiibrung ber biamattfc&eii 'lifeafltafic „T'et meifec Öeilanb" oon ©ttbatt öauptmami im ©fp^fg 6ft)putpielbflU5 ju Berlin am 28. tWärj. 

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3iad) einem ©emätbe Don Sbuarb D. ©ebbarbt. 

,J "“ in äRSnfen.) 


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Selbstbildnis Raffaels. um 150(1. (Uffizfon-Galerie, 
Floren«.) 


Bildnis. Raffael* aus seiner späteren I>ebenBzeit. 
Nach einem Stich von Marc Anton. 


A m 6. April des Jahres 1820 wurde 
überall, durch die ganze gebildete 
^ Welt hin, da« Gedächtnis von 
Kaffael« Todestag begangen, mit Veranstal- 
tungen, in denen der empfindsame, pathetisch 
gesteigerte Stil jener Zeit der Bedeutung 
«liesee Tages und den hochgespannten Ge- 
fühlen, die er erweckte, mit gewähltester 
Feierlichkeit gerecht zu werden bemüht war. 
Eine mir zuffillig in die Hand gekommene 
kleine Gedenkschrift über die itaffaelfeier 
der Berliner Akademie, die im Beisein des 
Hofes und der besten Vertreter des Kunst- 
und Geisteslebens nach einem höchst weihe- 
vollen Zeremoniell vonstatten ging, gibt von 
dem Raffaelkult von vor hundert Jahren 
eine sehr anschauliche und charakteristische 
Vorstellung. Man kann wohl sagen, »laü 
damals die Begeisterung für Raffael — der 
für die offizielle, akademisch klassizistische 
Kunst, wie nicht minder, wenn auch in einem 
anderen Sinn, für die romantische Sonder- 
strömung der Nazarener um Overbeck und 
Cornelius, wieder ein Ideal von unmittelbar* 
ster Anregungskraft geworden war — eine 
Höhe und Leidenschaftlichkeit erreicht hatte, 
die selbst der fast einzigartigen Berühmtheit n 
Raffael in seinen letzten Jahren genoß. 

Diese Anschauungsweise aber, für die 
Gipfelpunkt aller 
Kunst bedeutet, hat 
dann lange nachge- 
wirkt; noch Jakob 
Burckhardt und Her- 
mann Grimm haben 
sie wissenschaftlich 
nou fundiert und mit 
ei ndruc ksvollste r Be- 
redsamkeit vorgetra- 
gen, und erst gegen 
Ausgang des 1 9. Jahr- 
hunderts brachte die 
siegreiche Ausbreitung 
-treng realistischer 
und koloristischer In- 
teressen in der zeitge- 
nössischen Kunst eine 
völlige, fast in das 
gegenseitige Extrem 
umschlagende Wen- 
dung. WölfflinB 
„Klassische Kunst 14 
mußte demgegenüber 
fast eine Art Ehren- 
rettung Raffaels un- 
ternehmen, freilich 
ohne schwärmerischen 
Unterton, nur durch 
den ganz sachlich küh- 
len Hinweis auf die for- 
male, kompositorische 
Meisterschaft, die sich 
namentlich in Raf- 
faels römischen Wer- 
ken offenbart, Quali- 
täten, für die übrigen« 




auch in der an Hans v. Mutes anschließen- 
den Richtung der modernen Kunst ein un- 
mittelbar begeisterte« Verständnis fortlebto. 
Im weiteren Kreise der Kunstfreunde abeT 
hat doch das intensivste künstlerische wie 
menschliche Interesse sich viel mehr Raffaels 
Widerpart, Michelangelo, zugewendet, dessen 
völlig konträre Eigenart den Raffael Vereh- 
rern des lfi. wio de« 19. Jahrhundert« (ein 
Jakob Burckhardt war ehrlich und konae- 
«|uent genug, das unumwunden zu erklären) 
fast ungenießbar geblieben war. 

Und wenn jetzt die jüngste, von der 
expressionistischen Flutwelle getragene Ästhe- 
tik zwar Michelangelos kühne Ausdrucks- 
kraft als etwas irgendwie Geainnungsver- 
wandtes anerkennt, in Raffael aber nur den 
diametralen Gegensatz der eigenen Kunst- 
anschauung ausgedrückt findet, so darf 
doch, selbst bei solcher radikalsten Ein- 
stellung, ein Interesse für Raffaels mensch- 
liche Erscheinung und für die singuläre 
geschichtliche Bedeutung, die in der Ent- 
wicklung der Renaissancekunat «einem 
Madonna von Foligno (1512), (Vatikanische Gemäldesammlung. Koni.) Ijebenswerk zukommt, auch heute noch vor- 
ausgesetzt werden. 

icht nachstand, wie sie der lebende Als Raffael am Karfreitag des Jahres 1520 starb, war er 37 Jahre alt, 

und stand doch, seit bald einem Jahrzehnt, in der vordersten Linie, ja, an deT 
der Name Raffael den absoluten Spitze des glanzvollen Kunstlebens, das der päpstliche Hof eines Julius II. und 

Leo X. in Rom auf- 
erweckt hatte. Nicht 
die subjektivistisch 
gewalttätige Kunst 
eines Michelangelo, 
sondern Raffael — 
der freilich seiner- 
seits auch von den 
«Lxtinischen Decken- 
gemälden en tschei • 
dende Anregungen 
aufgenommen hatte — 
war die unbedingt«- 
und höchste Erfüllung 
de» allgemeinen künst- 
lerischen Streben» in 
jenem unvergleich- 
lichen zweiten Jahr- 
zehnt de» Cinque- 
centos. Vollkommen 
harmonische Entfal- 
tung aller Kräfte zu 
einer immer mehr 
mächtigen, großförmig 
volltönenden — und 
doch zugleich durch 
ebendieses Ideal des 
reingestimmten Wohl- 
klan ge« gebändigten 
— Wirkung, dahin 
zielte doch seit dem 
großen Aufschwung 
des neuen 16. Jahr- 
hunderts die ganze 
Entwicklung der 
Kunst; und wenn ir- 

lYudigt d«s Paulus in Athen. (Wandu-ppk-h im Vatikan.) gendein Künstler 



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AU Hohn eines Müler;* von provinzialem, doch 
nicht minderwertigem Schlagt.*, des Giovanni Santi von 
Urbino, war Raffael von Kindheit an mit allem Hand- 
werklichen .seiner Kunst vertraut, und die weitere Lehr- 
zeit bei dem namhaftesten Meister der Gegend, bei 
Perugino, bestärkte nur. auch int künstlerischen Aus- 
druck, die besondere umbrische Wesensart, jene weiche, 
stille Anmut und Empfindsamkeit, die, bei Perugino 
selbst fast zur Manier geworden, in Raffaels .Jugend- 
werken in frischer Lebendigkeit neu «rblühte. Nun 
aller kam der Zwanzigjährige in die ganz andere Luft 
von Florenz, und offenen Auges für alles Neue gewann 
er «ich zum heimatlichen Idiom hinzu die florentinischc 
Klarheit und Energie der Form, den Sinn für das (’hn- 
rakteristische und für die Reize einer fein gefügten, 
kunstvoll aufgebauten Bildkomposition. Das in dieser 
Zeit besonders häufig behandelte Thema des Madonnen- 
bilde» laßt seine vorwärtsdrängende Entwicklung von 
.Jnhr zu Jahr deutlich verfolgen. Aber auch Florenz 
war nur eine Etappe in «einer künstlerischen l^auf- 
liahn, die dann erst, während der letzten zwölf Jahn- 
in Rom, die völlige Entfaltung zum reifen Mcister- 
-til, zur machtvollsten Steigerung des Ausdrucks er- 
reichte. 

Die Madonna aus dem Hause Alba — deren Werde- 
gang die mitgeteilte Modellzeichnung und Komposition»- 
skizze auf decken — resümiert das in Florenz Erworbene, 


M«.d*dlfctudic zur Figur der .Madonna auf 
dn Rückseite de* link* »bgebildeten 
Entwurfs. (Museum, laue.) 


Entwurf zur Madonna de» llau>e- Alba. 
(Mn— nm, I .in.-. 


dieser Generation, so war Kaffael, 
kraft seiner eigensten Veranlagung 
und glücklichster, nur ihm so be- 
^chiedener Umstände, vor allen an- 
dern dazu berufen, dieses Ziel zu er- 
reichen. Es gibt in der ganzen 
Kunstgeschichte wohl kein Künstler- 
leben, das in seinem persönlichen, 
äußeren wie inneren, Entwicklungs- 
verlauf einen so hemmungslos steti- 
gen Aufstieg und Kräftezuwnchs 
i larstellt wie das Leben Raffaels. 
Keiner hat so wie er, von der frü- 
hesten Jugend bis in die Mannes- 
jahre hinein, immer wieder Gelegen- 
heit sowohl als auch Fähigkeit be- 
sessen, die mannigfachsten und frucht- 
barsten Anregungen nufzunehmen 
uml diese völlig ins eigene Wesen 
umzuschmelzen, so daß jenes allge- 
meine Entwicklungsziel reinster Har- 
monie und Au -geglichen heit bei 
Kaffael gleichsam als Naturanlage und 
durch den eigenen Lebensgang vor- 
gezeichnet und vorgebildet erscheint. 


tragen wurden; die langt* Reihe 
der Wandgemälde in den vatikani- 
schen »Stanzen, die Verzeichnungen 
für die Wandteppiche der Sixtini- 
schen Kapelle, die Fresken der Villa 
Farnesina usw. Aber mit der höchst 
intensiven Kräfteentfaltung von 
innen heraus verband sich in den 
Leuten Ijebenajahren eine fast über- 
mäßige äußere Vervielfachung von 
Aufträgen und Unternehmungen aller 
Art — sei bat eine architektonische 
Betätigung großen Stile trat hinzu 
— so daß, trotz ausgiebigster Mit- 
wirkung eines ganzen Stabes von 
frehilfen, die über alles menschliche 
Maß angespannten und in all der 
äußersten Arbeitsfülle immer noch 
schöpferisch aufwartsstrebenden Kräfte 
de» Meisters allzusehr untergraben 
wurden und er einem tückischen Fie- 
beranfall in der Blüte der Manne- 
j&hre fast widerstandslos zum Opfer 
fallen mußte. 


Mndumia dt» Hauses Alba (i:>08). (Ermitage, Petersburg.) 


während das für den Dom von Foligno gemalte 
Hochnltarbild die hochklassische Ausbildung des 
Vorwurfs in formaler wie ausdrucksmäßiger Hin- 
sicht — als überirdisch verklärte, statt der bis- 
herigen schlicht mütterlichen Erscheinung die letzte 
Vorstuf© vor der Sixtina — darstellt. 

Dieser letzte Anstieg war nun ganz wesentlich 
gefördert durch die Eindrück« aus der römischen 
Denkmälerwelt und den anregenden Wettkampf 
mit Michelangelo, vor allem aber durch die großen 
Aufgaben monumentaler Kompositionskunst, die 
Raffael vom Papst und anderen Mäzenen über- 


Aktstudion für ein Waudgemäldo im Vatikan. Geschenk 
Raffaels an Alb recht Dürer (1&15). 


Die am 14. September 1HH3 aufgedeckten Gebeine 
Raffaels. 


Raffaels Grab im Pantheon zu Kom. 


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470 


3lluftride 3citung 


9lr. 4000 






©rtrtütö 


ffafeaMM an Bnj&V«, m taißn 1 

rJbftt (*ftd*n (nfflll «lf Nt Ntlffel' 

MTNa &Mftcr.nifc. M |Uih €*■**!/ 
<hrrf «<), *•» bt* J* QCraO, n«b (• 

CoMiftl* itNtQp»a«nt*«inf» tan«, 


aHtmtlMtnm. '«< «*•«?■* ■n>ena» 
XwFa*.a»»l tlfl«», ömCwp.iii 
,M>I p iwm; tpa. nlxt 


SOlbttlU ©Njltt, 

C*np*^«md)« 




0 onnenu|ren, / ^on'&rtfjurStentjfl, Hamburg. 


'3 Itafloptilcbc tSonnmubr t HHWbißW M I 

p. <£bc.) au» Sfdbnuuifn. tsic trujbc 
pormiltüfl» oon Oft na* iBcfl. nach- 
mittags w*n 'Wcfl nach Oft gerichtet. 


fTScr primitipe Naturmenj* begnügte lieb ba- 
aus 6er Vängc unb V^agc [eines Körper* 

[djottrns bic laqc&Aeit au ermitteln. Bcfonbcrs 
intelligente Köpfe werben aber toobl leben früh 
auf ben ©ebanfen getommen fein, einen Stab 
fenfred)! in eine ebene Fläche *u fteden unb 
beffen Schatten länge unb Schal tcnrichtung, bc- 
ionbers um bie -JRittagsAcit, au beobachten. 3Kit 
biefem einfachen Hilfsmittel, 6em Scbattenftab 
ober ©nomon (oon gric*ifcb yruifturr. „ttn- 
, Teiger"), war bie CTfte Sonnenuhr ge|<haffcn. 

Weit auseinanber freilich liegt bei ben t>erfcbtcbcncn Bollern bas Urrroacbcn 
folcbcr ifrfenntnis. 'Bic bei fo Dielen Rulturfortfcbritten, treten auch hier toicber 
bic (fbinefen ^uerft auf 6en i>lati: febon »t>r brei ^abTtaufcnben, um IHN» Der 
unterer ^tra, (teilte 


^loiuiioiial- j LilVbcnlomicnuhr „Äoinpab". mit rahtirinfliq »uni 'IVoles. atiflfprbnelfm .Aiffciblatt 
angele rtigt oon 'flnbicas Bog Irr. 17. >brbunbni 


J|tbou-Kung au l'on- 
ang (34° 47' nörblichcr 
'Breite) einen s Fuji 
hoben ©nomon auf, mit 
bem er nicht nur ben 
'Jlittafl unb bie Xagcs- 
Seiten, fonbern auch bic 
.Viten ber Sonnen« 
wenben unb bie Schiefe 
6ct (ftliptif beftimmte, 
bic Icfete foqar erftaun* 
lieh genau au 23° 52* 0", 
nur 14" gröber, als tbr 
bamaliger wahrer Bert 
betrug — ibr bärtiger 
Bert ift 23° 28* »T. 
Bie lange oorber f<bon 
müffen bie l£bine|cn ben 
©nomon benüfot haben, 
um ein fo oorAüglicbcs 
cirgebnis au cr*ielen ! 
2luch bie Tlnbcr ge- 
brauchten ben ©nomon 


biefe* Compafscs. 


(ftebraudttdinpeijunii m her ron 'Jlnbteas fleglet <17. ^hr 
bunbrrll anptfmigtcn jtaualprial-^afdienfpnnrnubr „ftompa(t" 


■Sllffler JtampafT. au» perflplbetri Breme. anflefertiflt 14.il irabtiAeinli* in Nürnberg 
•Kf «ht» : .AifffTblatt mit Rwnpafe. linfs: 3m ©(brauch 


iDtil bem <inbc bcs römifeben Weltreiches 
ging aber au* bie Gonncnubrlccbnif unb -litc- 
Tatur ftarf Aurüd; aus ben folqcnbrn ^abr- 
bunberten, bem Mittelalter, liegen nur rpcniqo 
Zeugniff* barüber oor. Um |o fräftiger lebte 
biefe Biffenlcbaft nachher toicber auf unb ent- 
faltete, ungeachtet ber inAtoi|*cn erfunbenen 
Näbcrubr, rom 115. bis Aum IS. ^abrbnnbcri 
ibre gröfetc Blüte, Zunäcbft toanbten bic ftern* 
tunbigen Araber im !). ^abrbunbert ihre B uf- 
tnerffamfeit ber Sonncnubrtccbnif au unb f ebufen 
als Scbattenlpcnbcr an Stelle bcs ©nomon ben 
')>olos (*&Uv, b. b. eine ber (frbacbfe 

parallele Stanqe, beren Scbatten in oollrr 
Vanqe auf bie Stunbenlinien fiel, inbeffen ber 
©nomon (chatten nur mit ber «epifoe bie flcii 
anqab. I^ocb toabrenb man in neuerer ?icit im 
2lbcnblanhc. oor allem in 'Hculfcblanb (dlürn- 
brrg, tlugsbuig, SalAburg u. a.O.) immer mehr 
auf Bcrfcinerung unb 'DiffetenAicrung ber ^Ippa 
rate binftrebte, ocrfiel ber binboftanifebe ^Iftro- 
nom .laoafinba auf bie ^bce, bureb gemalt ige 
BcrgTÖ(j«rung ber Sonnenuhren bic ©enauiqfcit ber ^eitmcfluna 
Au fteigern, unb erbaute in T»elbi, Benares unb anberen Stabten 
Tlnbiens 9Uelen-^quatoriälubren, bie er „dürften ber Sonnen 

ubren" nannte. <£tn im 
Teutleben 2Ku|eum au 
fWüncbcn aufberrabrte» 
W :TRobcll Aeiqt bk Ston- 

ftruftion eines (olehcn 
fl Bautoerles in Tklbi 

Heute, ba mir bet 
Sonnenuhr nicht mchi 
bebürfen, noärc ber hohe 
yÄ&SVV cjntroicflunqsftanb ein 

■/ (V / 1- 4 ftiger beutftbet 6^n neu 

♦ 1 . m Ä ubnoiffcnlcbaft faft ocr 

f aeffen, roenn nicht bi d 

monica 'JRecbanica 
Derlalis“ (174Ü). r*on 
benen unter anberm 
bic Hamburger Stabt- 
bibliothef feböne Origi- 
nale befifot. uns eines 



lürofte inbilcbe «aualcnial-Spniwnubi ,cu Tclbi, erbaut im ^tnlanu bcs IH. ^oht* 
btmbfrts. Sic bient no4 beute ben iAiabmanen Mit .Acitanflabe 

feit alters; auf Scbattenbcobacbtungcn beruhte nach Drofeffor R. Oiin- 
m| („Hanbbucb bei malhematifchcn unb lechnifdjcn Sbronologic") bic 
Berechnung bes au ben tnbifeben ftalenberelementen gehörigen lapna. 

TAm „8iddh4ntÄ“ namli6 toirb mit lutti bie geit be,Aei*net, au ber 
ein gegebener i>untt ber Öfliplir, j. B. ein riini. „JiertreisAcicbcn", 
im Öftborijont ift. 

Sin langwieriger Streit entbrannte cinfl um bic ällcfte Snoabnung 
ber Sonnenuhr in ber Bibel, ftirebers unb anberer Scfaolaftifer 
Einnahme, febon 2tbam habe ben ©nomon gefannt, fönnen toir auf ficb 
beruhen laffen. Tagegen (ehe inen bic Stellen im 2. Buch ber Könige 2t > 
unb bei I^efaia 38, bic oon ber ©enclung bes tobfranFen Königs Hisfia 
berichten, ficb tatfäcblicb auf eine Sonnenubr au bcAichcn. 

Ber als tfrfinber ber Sonnenuhr au gelten bat, ftebt nicht feft. ?tebcn 
vi bi ncfcn unb iinbern beiafeen auch bic Sgopter febon frübAcitifl folchc 
'Infuumcnte, beren eines oon grünlicbcm Stein, ettoa aus ber Vit Don 
1000 bis 600 d. l£br. (22. bis 26. Tnnaftk) aus '2I|d)munen, ber ehemaligen 
©aubauptftabt Sdjmoun (Hermoj»olis nmgnii, jeßt im Befihe bes Teut- 
leben 3Ru|eum$ in 2Rüncbcn, mir hift abbilben. ^Rach Bitrub, her oon 10 bis 
13». (£br. cingchenb über .Scitmeffung unb Sonncnubren feforicb, fall 6er 
babtjlonilchc Baalspricfter, ©elebichtfcbreiber unb üftronom Beroffos (um 
.M Mt bis 270 p. l£br.l (frfinbeT ber Sonnenubr gemefen fein. Tas trifft 
natürlich nur infofern au, als Beroffos allein für bic Srfinbung einer bc- 
ftimmten Sonnenubr in J^rage fommen fann. 

Hauptformen 6er Sonnenubr mären im Altertum bie HoriAonlalubr 
mit magcredilem, bie Bertifalubr mit fenlrecbtem unb bie äquatorial* ober 
»tguinoltialubr mit freisförmigem. parallel ber •Äquatorebene angeorbnetem 
^ifferblattc. Bitrvo befebreibt bereits 13 oerfebicbene 2lus|übrungcn, an 
erfter Stelle bas öcmiAOflium bcs Beroffos, eine üquinoltialubr. an Atoeiter 
ben Diacus in planitia. eine HoriAontalubr, beren (frfinber ^Iriftardi oon 
Samos getoefen (ein (oll, bann auch febon bic Viatorin priiHilia genannten 
Meinen 'Jlcilc-Sonnenubren, »on benen 1755 ein (Sremplar in Sorm eines 
Sdjinfcns in bem oom Bcfuoausbrucb 70 n. (Ibr. oerfebütteten i)oTtic» ge- 
funben mürbe. Bei ben ©riechen bicb bic Sonnenubr utgoMyiov (oon 
„.Seitabfcbnitt“, unb i.iyttr r „jablen"), rfluutor (oon ijluK, „Sonne") ober 
"xm&rjoai (oon rntui, „Schatten", unb öijßär, „fangen"), bei ben fHömtrn 
ii.' men ff p rechen b horoloigium nolariam. Sic erlAien in biefen t'änbern im 
opTihriftlichen ^abrbunbert unb breitete ficb erft banacb allgemein aus. 



Huuet-Spimenubi aus Cseepcntin mit oiee tfid> 
rrnamcnticilcn ■iVctifal-Cscnncnubtcn au| oei- 
ciolbetcn ÜReffinapIattcn. anqefertiat oon 3olroh 
Cbriftopb »5Amibl 1728. 



itquatorial-Sennrnuhr mit .AabmaC- 
cinltelluna für bie Hnnmelstisfcturifl, 
angefertiflt oon ©. Branb«. 



»rmbinifitc tccnnrnubi mit HiHbfiunOcnlnluii«, prn unbrtanntri HanC um 1740 
* Tie no<b bet ÄWIloAie pnenlierten Kanten toirlen als ^.(ballen wiger. 

Befielen helebrten. Ter neue 2luficbroung nahm mit Beginn ber grolk« 
Kultur periobe eines t£opp<rnicu9 unb eines Kolumbus im 15. ^abr 
bunbert ein bcfebleunigtcs aempo an, namentlich baburd), bafj man ben 
aufeerorbentlicbcn BeTt 6 ct Buflole für bie Sonnenuhr erfanntc. Tie 
Bcnoenbung ber Magnet nabet, mit beren Hilfe bie vorher recht fcbiPtc - 
rige (finftcllung auf ben fRcribian obne tociteres möglicb geworben roar. 
ocrlirb 6 ct Sonnenuhr erft ihre pxaftifehe Bcbeulung. iölan nannte bie 
Bereinigung beiber TAnftrumente bamals „Kompafj" unb bic Sonnenuhr* 
oerfertiger „KompafemacbcT" noch bis in bas 18. ^abrbunber! hinein. 
Tas ältefte (Sjcmplar biefer *31 rt aus bem ,"V»bre 14"»1, im Beff|C bcs Btufeum 
rtcrbinanbcum au Annsbrud. ift bicr ocranfcbaulitbl. ebenfo ein fpätercs Stüd 
nebft ©ebraucbsanrocifung aus 6cm fQtufcum für Kunft unb ©eroerbe au 
H amburg. Hatte ficb febon im 'Altertum eine cTftaunliche iFuinnigfaltigFcit 
ber Tinftrumcnte berausgebilbet, fo ging biefe nun faft ins Uferlofe. Bubcr 
ben bereits genannten fcTtigte man 9Worgen- unb ■Jtbcnbubien (für Bot* unb 
Nachmittag). Kombinierte ober linioe rfal*Sonncnubren, lag* unbNachtubrcn 
(mit 3Ronb- unb Sterncnubr), Sonncnringe (jum ’äufbängen), Kugel- unb 
SAreuAubren, Helio-l£bronometer (mit Blinutenablefung), Bolorbrifcbc Son- 
nenuhren, allerlei Xafchcn-Sonnenubren (Korn paffe). Meine '2IUgcmeine Uhr 
teifeithen, bann 'Änalcmmatifche Sonnenuhren (mit utpci Schattenseigern unb 
elliptifcbcm Zifferblatt), fölonumenJale Obrubren (an Kirchen), ja fogar 
:TJlittagsfanonen, bic oon ber Sonne in ihrem Höd>ftftan6e bureb ein Brenn 
glas lelhft abgefeucTt rourben, unb anberc Birten, um beren Bclcbreibung 
iieucrbinfls befonbers bie befannten Sonnenubrforfcbcr unb Sammler ihr» 
ferfor Treder, Baffermann-J^orban u. a. neben ben älteren i’öfdjncr. Sonn 
borfer unb D. i'ittrot» perbient gemacht haben. 

Bor ber (tollen matbcmati(d>en unb ted>nifd>en (f ntroidlung wollte jchlicti 
lieh au* bic Formgebung nicht Auriidlteben. Hcrporragenbe Künftler febufen 
eine FüUf »cn Icböngcftaltigcn -Werten, aus beren Nethen wir einige im 
Bilbc oorfübren: eine ilquatorial-Sonncnubr »on Branber bcs Tcutfcben 
iTHufeums au Biünchcn, eine wunbcrpolle fünffa*e ftugel-Sonnenubr oon 
Schmibt bes Bfufcums (£arolino*Nugu|tcum au Salzburg unb eine »ift 
faebe Kombinierte Sonnenubr bcs SRufeum Ferbinanbcum au Annsbrud 
Für immer babin ift bie Hcrrlicbfcit ber Sonnenubr; Blcribianinltrument 
Nabcrubr unb Telegraph buben fic nahezu gänAli* »erbrängt. Ter alte 
Nimbus aber ift ibr noch geblieben - mixbte bie Biftüt fic uns au* fernerhin 
erhalten als ein Tcnfmal coiffcnfcboftHchrn Fortf*rittcs »ergangener Seiten. 


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{frnttrralafi : Tic gtalcbcnroflet't auf Sfr 3nfc( im nötMicSfn VripslruS mit Sri SKarmotbrodc €ommcrpalafl : Tic flrofir, t*n Mittel bau TrSncnSr Taarbc. 

<3 n *J3 e f t n g e r ^atfer^^aläffcn. / ä o n 3t. äöcbcr 


ci an einem fdjönen £>erbftabcnb oon ber altcbTtoürbiflen Stabtmauer bcrabblidt, aus 
beren bemooftem ©emäucr 'Säume unbSträueber emporflrünen, unb auf ber bequem biei 
■©öflen einanber beflcflncn fönnen, beflen Blid rvbt auf einem grofecn ©arten — iJefinq. tf in 
bid)tcs i'aubbad) oerbirqt faft bie qraucn Schi nbelbä eher ber Käufer, bie enqcn ©äfjtbcn unb 
bas ©croitr bei §öfc. 'Sic Sonne gebt hinter ber |d)ön flefdjrounflcncn ifinie ber blauen Beft- 
berge unter, ben öimmel in (übliche garbenpiacbt tauebenb, roäbrenb ibre Icftten Strablcn eine 
Än.tahl hoher 'Palaftbädbcr ocrqolbcn, bie weithin fiebtbar aus ber fmittc bcs (Wartens auf- 
rauen. Sie iValättc ber Verbotenen Stabt, um fräebAt oon Scharen oon -Jlabcn. hinter ben 
gc|(hn>ciftcn braungolbcncn Dächern erbebt fid) ein $>ügcl, gefrönt oon fünf luftig (dnoebenben 
"t'üDillons, ber foqrnanntc Sloblenbügel, an beflen Äbbang fid) ber lefote Steifer brr fülinfl- 
Donaftic erbangte, als bas Xcich für fein £>aus oerlorcn mar. Äls Icfotcr ,,'Xlann" eines 
befabenten iSefeblccbtcs batte er Auoor im iJalaftbofc feine grauen eigenbänbig erfdblafltn, bamit 
fie nicht in bie £>änb« bd Xebellen fielen. 5lur trauere .Tage (pater pflanzten bie fremben 
Eroberer, bie 'JXanblcbus, ibr gelbes Dracbcnbanncr auf bem i>alaft feiner Äbncn auf, 
bie le^te Dcrrlicbfcit bei ‘TRings unb ben Xcbcllrn-Uiurpator gleicbAcitig binmcgfegertb. 

3Ran barf fid) unter einem d)incfi(d)cn i^alaft niebt ein mächtiges ©ebäube mit prunf* 
rollen ©cmäcbcrn rorftcUcr. Ser Sommcrpalaft „Ban Sbou Sban", ber „"Bern ber Acbn- 
taufrnb ©lüdfeliglcitcn", bietet bas befte Bcitpiel für bie fiiclc ber chincfifcben Ärcbitcltur, 
in feiner lünftlerifcber ’Xbmägung bie gfäebc ju qliebern. unmittelbarer iÄäbc ber'Iöeft- 
berge liegt ein Heiner fünftlidjcr See au güfoen eines öügcls, unb auf biefem türmt fid) bei 
Sommerpalaft auf; einzelne leid)! gebaute Käufer, bie ftets grö&er finb, als ibre gefälligen 
formen erfd>eincn lallen, genial Aulammcngcftcllt unb oerbunben burch böfe, becfrnbrmaltc 
Banbelgängc, ©alerien mit funftcollem fi*ol wittc rrnerf, ©rotten unb grllenpaTtien. -Treppen, 
fDtarmorbiütfcn, nach 31 rt ber 
Äamchrüden gelcbroeift, SRarmor- 
baluftraben, fünft liebe £cid>c unb 
ben See einfaffenb, Baoillons, oon 
benen ber Äusblid neue 'XciAc bie- 
tet, unb bas ©an je gefrönt oon 
einer Daflobe unb einem lempel- 
eben aus bunter 3Rajolifa auf ber 
€pib< bes $ügels. Bronzene 
Ära nid>-, Drachen- unb fiöroen- 
figuren ft eben in ben ©aTtenan- 
lagen; ja, ein flanier IVaoillon ift 
fogar aus Bronze gearbeitet. Unb 
auf all ben buntqlafierten Riegel- 
bäcbcm, umfd)lof|en oon blutroten 
Stauern, muh Sonne liegen unb 
bas ©an^c in ftarfen 'Blumcnbuft 
eingrbüllt fein, fonft roÜTbe cs nichts 
fein, unb barum fann aud) fein 
Bilb bie flanke Fracht toieberqcbcn. 

Äbtr ’fkfings roolfenlos blauer 
tiimmel forqt bafür. bah es hieran 
nid)t fehlt. „'Jitan Sbou Sban" 
roar ber 2ieblinasaufentbalt bcs 
„■Ulten Subbbas", ber Äaiferin- 
trilrrc «Tac öfi, jener grau Don un- 
qcmöbnlichem ‘Billen, ^atfraft unb 
SbiiteiA, bie ein halbes flubrbun- 
bert lanq bie ©efchide eines günflel 
btT 2Rcnfd)bcit len Ile unb auch uns 
burch bie feiten ber 'Borertoirren 


nabeqerüdt ift. ^luf bem See liebte fie 'Xusflüqc unternehmen in dftasten oon bi ftorif eben 
3bcatcrftüdcn, in Bcqlcilunq ibrer iSunucbcn. Xn beren Spi^e jener burd) feine bunflc 
:Wad)t an bem forrupten ofe bciübrntr (funud) Xn- Jc-Jpai, ^iflleich eine Schönheit unb 
ein Scbaufpiclcr oon Bebeutunfl; unb nad) beflen Öinricbtuna fein ebenfo berii d>tiqt er iRad)« 
folqer ^ilicn-oinq, ber bie iippiflften feoffefte mit ben für nationale $toedc beftimmten 
©elbern au arrattflieren muhte. 

Die in ber SDlittc ‘Pefinqs burch ein boppcltcs ‘fWauerrcchtcd cinqc fcbl offene, mit oier pilto- 
rcslcn Bacbttürmen flanfierte Verbotene ober t'urpur-Stabt mar cur ÄaifctAcit bir Stabt 
bes „tfinen fDlannes". Die übrigen Betoobner icarcn cinipe taufenb bienenbe üRanbfcbu- 
roeiber, unter l'eitunfl ber ‘Palaftcunucbcn. unb bie faiferlicben grauen. 3lacb Bcenbiqunq 
ber ^rauer^cit um ben jeweils perftorbenen SAaifcr batten fi<b bic im paffenben 'Älter 
ftebenben -Töchter ber abliqen jPlanblcbufamilicn beim ttofmarlcballamt DorAuftellen, unb bic 
Äaiierinmuttcr pflegte ihre Babl unter ihnen au treffen. Diefe CSbninq bebeutetc Icincstoeas 
eine Teinc greubc für bic Betroffenen, benn fie burften bic Verbotene Stabt niemals toicbcT 
ocrlaffcn, unb bte meiften blieben in ber Öauptfadje Dienerinnen, ber faiferficbcn Scbtoicqcr- 
mutter. Zentrum ber Berbotcncn Stabt liegt bic Jbronballe, bie ben cinfl foflcbcimnis* 
Pollen Dracbcntbron birgt. Sin i>obium aus reich Per«olbctcm Schnibtocrf, umacben Oon 
flcfchnibtcn Schicbetoänbcn, BronAC-Äranicbcn unb -Scbilbfröten foroic ben gächein aus 
‘t'faucnfebern, bie auch bas Äb&eiebcn ber tlHanbfcbubcaintcn finb. korben qelanflt man 
burd) bas „Jor ber bimmlilcbcn 'Xeinbcit“ in ein ©croirr oon 'Pripatacmächern, in benen 
noch beute ber junqe ab^efeftte ftaifer toobnt, iroft bes *Xeftaurationsoerfu6es oon 1917, 
als ©all ber Xrpublif, ein Reichen cbinefifiher Xoleran.A. ifm Balaftbau ift burch bir 
'Xepublif in ein 'Hlufcum umqemanbelt toorbrn, in bem man eine bcTrliebe Sammlunq 

oon ^orAclIancn, BronAtn, Sbel- 
fteinen. Bilbern, Stidereien ufto. 
bemunbern fann. 

?5ur Seite ber Berbotcncn Stabt 
liegt ber Seen- ober Bintcrpalaft 
ber brei Votostciebe, mit ber Ojcan- 
teirafle, auf ber ber junqe Äaifcr 
Äuanp öfüoon bem„ÄllenBubbba" 
bis au feinem 3obcflcfann<nflcbaltcn 
mürbe, als er fid) angefebieft batte, 
bie altebinefifchc Äultur in ameri- 
lanifche ,'Sioilifation au ocrmanbeln 
Den Balaft bes fübiieben Seiches 
beroobnt beute ber DTäfibent. (Ein 
Doppelpoftcn ftebt oor feiner Jür. 
über beim nörblicben l'otosteicb, 
anflefiebts ber Pinfel mit ber male- 
rifeben glafcbenpaflobe Idfet es fid) 
noch träumen. Die TVnjc 1 f elbft ift gut 
gepflegt unb qebört au ben (chönftru 
ilunftcn Befinfl». Äber jenfeits bcs 
^otostcicbes ift alles Verfall. lern* 
pel liegen hier in Krümmern, burch 
bie Dächer febeint bie Sonne, unb 
kaufen abgelebter ©ötterfifluren 
(ebnen als oerftaubtes ©eriimpel in 
ber (£dc. Unfraut umtouebert eine 
Dracbcnmaurr ausbuntcriPlajolifa, 
unb Scharen oon ^Kaben erbeben 
ruh fräcbAcnb in bie Vfuft, oon bem 
einlamcn Banberer aufflefcheucht. 





Blid aul bas gartmartigr i>cfinq mit bem ftoblrnbügel. 


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Die Jbronballc in bei Verbotenen Stabt an einem irpublifanifebcn gricrtacK. 

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•uro<nfc-& <)«$>!& uc« »flSttt»® uwuii q>t>)jS '}rt|j3® wß «$]ut>8un 



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(5. Sortii’ljunü-) 

tlcC) bies füllte bie Höuifliu mijjen, alles, alle», 
urtb fidj bancid) «ntfcfjeibcn. Tie Bugen waren 
iTjm auf getan, Orttb war ihrem i'icbrciz gegen* 
über fcfjeitb geworben. 3 n ber »origen B 3 cifc war 
il)v 3ufainnicii[ob-cn unmöglid), weil es unwahr ge* 
wefen wäre. 

9 nies 3 aubevu war von i()in cibgcfallcn. 3nm festen 
9 )talc trat er BJieb als Mamcrab gegenüber »mb fagte 
il)v, was fief) bei ihm uerflnbert fjattc. 

So ()idt er audj fein Berfprcdjen. 

£»ci, wie legte fid) ber B>iub frnibchculenb in bas 
Soge!! BJie fdjnitt [ein Boot [o fdjarf bic trotzigen 
2 luileu! 3 Bic meiftertc bic ftauft bas Steuer! — 

So uxir er angclommeu. llnb alles war beim erften 
Sdjritt über feine GdjwcUc aitbcrs, als er gebadet Ijatte. 
Tie Mönigiit grämte fid) nidjt, fie ladjtc mit einem 
aiibeni! Tao war fein befter frrcunb imb JCebeiwrettcr, 
unb cs uhu- il)r Bcdjt, froh 3« fein. 91 ber ftreb tiiiff 
bie Unterlippe ein ttttb oft einen garten Biffeu mit, 
beit rr fdjiuer l)crunteru>firgcu fonnte. 

.Mam er fd)on 311 fpnt? 

3 l>ic auf Berabrcbuug gcfdjalj es, bafj bas Giuficbel* 
paar nur mittelbar burd) beit britten miteinander fprad). 

,,'iöas fagen Sie, SNiels, 311 ber Jafjrt? Bcvbicnt 
ec nid>t Sdjclte?" 

91 ber fie fdjnlt if^u nidjt, obwol)l il)Y Biels jufttnimte, 
bas Bergungen hätte bös ablanfen fönneit. 

9 Bas wußten bie Jröhlidjeu 0011 ihm uitb feiner 
,yafjrt! — 

9 Us ber Befud) ging, folgte iljm ber nubero, tun 
ihn ju begleiten. So empfand il)n bic jiirüdblcibenbe 
Jungfrau, als ben aubevit. Das, u>as 3wifd)en [ic getreten 
mar, machte iljn burd) ben nettenoadjteu Trotz fremb. 

9 lun ging er, um nidjt mit if>r allein 31t fein? 

Gr füllte co nur fo weiter treiben! 2 Bcnn iljr Stolz 
geregt würbe, war fie mierbittlidj. 

tVfniftes Kapitel. 

Tic 9 Jlad)t ber 9 fcrl)eintlid)nug machte fid) and) 
3wi|d)eii ben ftrcimbcu gelteitb. ftreilid), ber Sturm 
lieg fdjiedjt eine Unterhaltung au ff omni eit. Gr nahm 
bcu Stänneru bic Sporte vom Bliiubc, als feien fie 
jür ben B 3 inb bestimmt. 9 lber was bas Cf)r bes 
anöcrii erreichte, uermicö es, iljre uerborgencit Oie* 
baufcit aus3ufpred)cu. 

&r«b fragte nicht; BMUft btt um öelga werben? 
Hub 'Jctelo erhmbigte fid) nid)t, ob fid) etwa» jwifdjcn 
bau feit famen (ScfdjwifUupaar ucränüert Ijnbe. • 

„Strandgut!" hatte er vieldeutig gejagt. SBcr es 
inbnteit fonnte, hatte es. Uitb er ivar Stranbuogt! 

Tenitod) lehrte ber Türmer nidjt um, fonberti ging 
uufdjlüffig mit. einer fcf>ft^tc bem aubcrti 311, bafj er 
vielleicht uod) etwas fage. Biel* teilte mit, bah der 
eiitgclotftc Tampfer „ 9 Turorn" $rcb antwortete 

ebenfo glcid)3eitig, nu einer „ 9 ltin.ua" f)crl>c er uor 
oaljren einmal heimiid) mitgearbeitet auf ber ätierjt. 

U111 bic vereinzelten ($cf)öfte oon (£ibum ftTitten fid) 
9 Uoiren uitb 9 Dinb. Balb bedten bic SBolfon bas Torf 
ein. Tann [prang ber 3 Binb auf, bie ÜBolfcu rafften 
eilig ihre ©ewänber uitb liegen bas Torf fahren. 3 Dcuu 
ber 9 l>inb aber nidjt ad)tgab, hafteten bicSBolfen wiebrv 
herbei mit 3crfeljteit, l)dtigcnbeu HleiDerfäiimcn, uitb 
bas .•nafdjeu begann uon neuem. 

Tic Sdjule war auf ben Tetd) gebaut, ber harten 
burd) 2 l*rtll Uitb £tecfc cingcljcgt. Seltfäklt nahmen fid) 
bie hohen 5 Bambusf taugen aus, bic als ^efvönuug 
bleid)c Sdjäbcl von SBilbfdjafcit trugen, bie in ben 
Tftiteii ocrciibet waren. Tic hol)len Stäbe waren uou 
2Giub unb SBettcr geriffelt uitb würben oon bem SUinbc 
311111 ftlütenfpicl beuuht. t£o (lang unl)eimlid), als ob böfc 
Reiftet fid) hören liefjen. 3 n ber gcfdjütjten Haustür 
ftanb ber greife £c(>rcr bloßTöpfig mit rochcnbcin 'Gart. 

Ter SBinb warf fid) immer wieber ftogweife gegen 
fReiter unb ftuRgätigcr. Gr ftieg fie nad) bem ©ofgut 
uitb lieg evft oon il)uen ab, ats fie tu 6ctt Sdpitj bev 
hufeifeitf 3 einigen ©ebdube (amen. 

2 Bieb nannte fpätcr Gridjfcns $>of nidjt aitbcrs als 
bas Sercuhauo, in bem man nie cor Überrafd)imgcu 
fid)cr fei. 3 min er u>erbc mau bort burd) ^ctmlidjfcitcu 
gennsfüfjrt. 


9 lt»f bem Gftrtd) fonnte ein Qrcember letd)t eine ber 
oiclen Türen öffnen, in ber Meinung, eilt 311 treten — 
uitb cs tat fid) ein bunflcr 2Baubfd)ranf coli h&tigcnbcr 
SBettcnnäntcl oor Ihm auf. Tic JJcufter öffneten fid) 
wie in Hamburg uadj mifjen. Ihmcrfctjcits aber fuhren 
fic auf, unb ber immer gegen wärtige 'iBiitb burdjftöüalc 
bas gaiijc 6<tu», baf) bic ficutc cifdjvafcit. iöer am 
.{'»erbe ftanb mit bem itodjlöffel, fonnte erleben, bah 
ihm bie weihe Halte auf bie Sdjultcr [prang. Cbcr 
weihe Tauben famen 311m Jyenftev hrtrin unb girrten 
unb taten fdjön auf ber 9 (nrid)te. 

3 u gelt lies Vorgarten aber judjljeitc uor übermütiger 
Buntheit. Bütten Darin ftanb ber riefige graue C-ber* 
fd)enrcIfnocl)Cii eines 2 Balfifd)es. 9 iiels fugte, bas alte 
föcbciu fei bas cinjige, was 3 ttgcliucs .'Vtnb nidjt 311111 
Blühen brächte. 

3 m Höf faljcn bie alten Clbilbcv uon ben 9 l»mibru 
herab, ausbmdsuoHe ©efidjtcr ber Borfahrcn, bic bei 
allem babcibliebctt. 

Bor beit Gintretcnben erhob fid) ber ftnpitfin 
3 afobfnt uou ber „?lurorn", ftrerfte bic breite Talje aus 
unb lad)tc aus bem SJartfran,}, ber feilt umoittertes 
C 5 efid)t umrahmte. Gr begrüßte beit Sah« feines SReebcv*. 
Sein Sd)iff f)a tt c ein paar fdjweve 3 d)Ingfeitcn Do* 
lommeit 1111b muhte leiugcpumpt werben. 3u3tvifd)en 
numbctc ihm ber Äaffcepunfd) ber [d)öncn ^viefiu, bei 
ber er feine Secmannslicbeiiswürbigteit auffrifdjte. 

Gr hatte uorgchnbt, Huts 311 nehmen auf beit £cud)t* 
türm, fo ungern er beit (Janb modjte. Gr fällte einen 
Brief abgeben. 

Gs war bas cvUc Wal feit 3 al)r unb Tag, baf; 
jffreb einen Brief feines Batet s itt {nlnbcn hielt* Sie 
hatten es bamols beibe als ausfid)tslos aufgegebeii, 
fid> 311 überzeugen. 

5teb erfrf)ra(. 2Uas war mit bem Bntcr ? 2Beitii 
ber cifcnfcftc üJJiaitit fid) herbeUieft, bem migrateueu 
Sohn wiebcv 311 fd)rcibctt, Ijatte cs ihn grofje Über* 
tuinbung gefoitet. 3afobfcn bcftätigle uuaufgeforbert, 
baff bent Gljef etwas zugeftuhen fei. Gr nannte es 
fdjoitettb einen 9 «croenfd)lag. Gr fei aber wteber im 
©ef(t)äft. 

Ter Batev frijvieb feilt 3 !*ort uon feiner Grlraitfuitg. 
2lber 3wifd)Ctt ben 3^ilcii war beutlid) 311 fptiren, bah 
ber Sd> reibet burd) eine fdjwcrc Gvfdjüttermtg nad)« 
bcnflid) geworben fei. Ter Ton bes Briefes war viel 
gcliubcr uitb feige irgeiibwie umauo, bafj er bas Bc* 
bürfnis hatte, beit €ohu uod) als »Vamilicuglieb 311 
betradjteit. 

9 iid)t getabe nioralifierenb, aber bod) in ber SUcife 
allgemeiner Bctrad) lungeit [teilte er 3 rcb oor, baf) bie 
jungen cs gut haben wollten, mul) reu b bic 9 llten (eine 
3 cit hdttcii 311 oerfdjnaufen. Tie ^irntn bef<häftigte 
jetzt allein tu Hamburg über taufcitb 2lrbeitsfräfte. 
Bo ft unb Telegraph bradjtcu tagtaglid) einen Stoh 
9 luj träge. Tie 9 l'u jt muhte erweitert werben, bet Ober* 
feehaubcl breitete fid) aus. Ter ©anbclsherr fonnte 
nidjt an fid) beulen. 3 t)m befahl bie g-irma. Tie 
Jyirma war fein {>crr. 9 ftle anbereu hatten 3 cit für fid). 

Gs (lang, als ob ber Batet über fein Oeben nadj- 
gebadjt l)<ibc unb gcfunbcti, baß bic alte ©cueratioii, 
für bie et fprad), jid) burd) 9 lrbeit rerfjtfcrtige. So 
allgemein war auch ber Sdjluh gehalten, obwohl bie 
Ber|önlid)!cit bes Beters überall burd)|d)ien. Gin grober 
Bflidjtcnfreis u erlange tuoljl Cpfer unb Bcrjidit per 
[ötilidjeii Behagens, aber er gebe bod) 3ulcl$t mehr Be- 
friebigung als eiu ßeben, bas nur fid) fclber angcl)öveu 
wolle. 9 Ber einmal jux ^ührerfdjaft berufen fei, müffe 
bereit fein 311m 9 Jiarti)vigm ber Selbftucvleiignuiig. 

3 ulcht fd)ricb ber Batet wörtlich : ,, 3 d) Ijabc fur.z* 
lid) mit unfevem alten B n ftor gefprodjeit. Ter meinte, 
cs fei wie oor hu^bert o^hveu, bamals bie 3 Bdl« 
fchntcrjlcr , l)cntc bic SBcltfliuht ber 3ugenb. Tas 
beutfd)c Bolf aber, bas oon feinem Tatcnbraug unb 
Uöertc fd)nffenber?trbcit lebe, fönne fid) nidjt .ben fiimis 
geftatten, bafi bic 3 ugen b feiner fühveuben Sdjidjt Den 
ftutturftreif proflamicrc. 4 ' 

3 unt evfteu 9 J?alc fonnte 5 r<b feines Baters Gin* 
weubungen nidjt mit bem Bebauern beifcitefdjiebcn, 
bah fic beibe 6d)neU3ügen glichen, bic auf ucrfdjicbennt 
Cbletfen ancinanbcr oorbcijul)rcn, ohne bafj Bcrftan« 
bigung ntöglid) fei. Tiesmal war cs aitbcrs. Ober 


war and) er aitbcrs geworben? Ter Batet nahm il>u 
ernit. Tas alte 1111b bas neue «n’jdjkdjt ftanbeu jid) in 
zwei adjtungsmcricu Bertieteru gegenüber unb wollten 
abgewogen werben. 

Wit ben 3 d)(agwöiiern „ 9 Udlflud)t“ tmb „Hultuv* 
itreil" war bas ircilidj nidjt abgetan, was j^icb fort 
getrieben hatte aus ber (hrcfjflabt. 9 (ber 3 d)lagiuörlcr 
waren iimnci auf Blafatwirfung luTcdjiirt. Gs l)anbellc 
|i(h banim, fein Heben nidjt 311 uerfel)len. 5 ie waren bod) 
allefamt in ber alten (Generation, foferu fic tiidjtig 
waren, 9 (rbcitstierc unb ucitüntiiiertcu au ber Seele. 

Helgas Bat er, ber (Gelähmte, hatte fid) tägltd) ins 
2luto tragen uitb in bas (Gcfdjäft fahren (offen, um 
wenigfu-tis uod) babciitifein. 2 tn einem anbevn Crt 
war er nidjt lebensfähig. Gr fonnte nid)t ansnihcit. 

91 ber was JVrebs Batcr fagte, uou ber Bflidjt ber 
JVühver, fid) 311 opfern, zeigte ihm bes Baters Hebens* 
tampf in einem anbevn ßid)t unb madjte ftreb be- 
troffen. 

2lȊhrcnb tfreb abfetts [taub unb las unb zulclzt 
auf bas Blatt ftnrvte, unterhielten fid) bic froljcu 
-Stimmen ber anbercu in bcrfclbcu niebcrcu 3 titln-. 
3 ic fdjobeu iljn, wie er meinte, uninerfbav üoii fid). 

3a, wenn er Rührer wäre, 311m ftüljrcr geboren! 
Gv war immer nur ein letztes £d)ü(crlcin, bas mit ben 
91 n f gäbet! bes Heben» nidjt fertig würbe. Bin wcuigjtcn 
mit fid) fei ber. Gr hatte es bod) heute wie ber bewiefeu. 
21 'ic war er uon Gilanb gc tommen glcid) einem jungen 
©ott! llub jetzt zweifelte er bei jebein «Sdjritt, als 
müffe er erft gel)<?«t lernen. 

Gr fonitlr nicht einmal 311 .zweit .zurcdjtlomiinu. 
Gv war uor Sttirb wie auf ben 'JUi unb gcfdjlageu. Gr 
würbe babei fteljeu »mb fein ÜHort fagen, loeiui Biels 
fid) bic ©eliebte aus ber Tfinuerflniifc auf feinen 5>oj 
holte. 

Biels uku- ein ( yührcr, iijm gebührte ber Breis. Gs 
jiub *Hienfd)en, bic finb 31ml Bci)mcrt geboren, unb 
anöcrcit wirb alles genommen. Gr würbe Biels be* 
glüdwüufdjcn unb Trauzeuge auf 'J&iebc Hochzeit fein. 
Tein 3 frcurtbc 1111b ßcbcnsrcttcr fonnte er es nicht ab« 
jdjlagcn. 

3 rcb oertrat gar nidjt bie neue 3 fit. Blau tat ihm 
Ziiuiel (El) ve an. Gv vertrat nur fid). 'Jüas blieb feines 
gleichen, weilt! cs Iiod) einen nitbcm gab, als ^ufludjt 
übrig? Sie mugten fid) bie ftänbe in bas Cljv fteefeu 
unb ftd) in bie Ginfamteit uergraben, weil fie cs nidu 
äitbcni töitueu, baf) fie geboren finb. 

Tas wollte er zügelten, wo-, 11 ei* ber Bienfdjljeit nütze, 
mu fite er fclber nicht. — 

2öas ber Hapitdii jem ontobjen feinem Gljef aut 
Worten bürfc ? Gv jollc einen (bin [3 bcftollen unb banleu. 
Ter Sohn werbe luieber jdjreibcn. 

t^reb [tarite bic alten (belichtet an ben Buiubcn au 
unb fah bcnfclben BUd bei bcu Bad)toinnien, bic ilju 
zum Bleiben aufforberteti. Sautet fertige BJeufdicu, 
er gehörte nidjt hierher. 

„Sdjabc um iljn !** (murrte ber graue Seemann hinter 
il)iu brein. 51 i eis Gtidjfcn fdjwicg. 9 lbcr ongelim- 
jdjiittclte bcu Hopf junt Jcidjen, bag fie ctuberer 'JDlei- 
nung fei. 

TerivciC hatte ber 9 ßinb braugeu uov ber .vtausede 
gelauert imb ben Jräumev faft umgcraimt. {»«ut nuijjtc 
inan ihm anlonuucit unb iljn zornig inadjcn. Tann 
vedte jid) bas Mimt oor wie ein vunber Stein. Tie 
{taarc flogen aus ber Stirn, unb ( >vcb ß übers evtämpile 
iid) zäh unb grimmig, fdjritt weife bcu zlUeg 00m Gibumcr 
Torf nad) bem 2 eiid)ttumu 

Sold) eiu 2 lUber ftanb reizte ihn. 91 brr wenn er 
bann uov ber .ftolbfeligeu ftnttb, nad) ber feine Seele 
fieberte, fonnte er rein SBort fagen. 9 Benn fie ihn 
fragte, würbe er ihr raten: 

„Bimm Biels Gvidjfcn! Tann luft Mi geborgen." 


9 lls bie onngfvau allein in ber iiinucr (laufe zurfnf' 
blieb, erfuhr |i< wieberum, bafe fie ben abwefenbeu 
3 -reunb beutlidjer fpürte als bcu amuejenbeu. Tas 
.vtaus bebte unter ber Jyahrt ber SBoltcn. 3 hvc Seele 
aber ging aus unb fattb Jyrcbs fdjwcifctibc Seele mfiljc* 
los uub wußte gewiß, wie fein unb tief fie fei in ihrem 



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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 



empfinden. Tamm wurden ihm bic lauten Morte fo 
fcfjmer. 

92 im uwr ihr dev Jyrcuud wieder nabe, und il)r herber 
Gtol.t verlieft fie. Ter TOiiib diirdjhcultc mild bas Siaus 
und rüttelte 011 ber Tür des Bcrfd)lafl$, in bau Ö*c6 
nächtigte, beim Das Ta d) feil ft er ftonb offen. 91! 6 bic 
Jungfrau heu Bodenraum betrat, blätterte Dev Mild« 
fang in Des Türmet* Tagebud). 

.\>clga nahm es auf, um cs 311 borgen. <£ic säuberte 
mit bem Büchlein in if)rcn Aiäubeii. £ic muhte, Daft J-red 
Diefen Blattern fein Vctjtcs anoertvaute. (£r l)attc es 
«nsgcfpvocbcn ; „ 90 er Darin lefc, |e!)c feine Gcelc mutt." 

(f-l)c fie f id) oerfnl), waren bic Mä&cftcuaugcu 
hurtiger gewefen, als Jf>clga ihnen erlauben wollte. Auf 
einem bev elften Vf Atter ftnnb flefd) rieben: 

*od) bin entronnen! Meid) eine Gpcltalclwclt 
ift Das Menfchcubcifein hinter mir! Mic ein 3 al)Tinnrft 
von lauten Stimmen lärmt cs duvd)eiiianDcv. Sie 
miffcit Dort immer nur, daft fic Million finb, uub wer 
am (aiitcftrit feftreit, wirb ,)uerft gehört. fiter aber hat 
bas «>db feine gellende Stimme mehr gleich einer Tampi 
pfeife. *— brüllt, wie ihr wollt, daft bic (Oefchithte der 
Böller in feinen GhoRftädteu finnnd)t wirb. 3 lir be- 
täubt mid) nicht mehr.“ 

.'Sclga errötete über ihr Beginnen. Sic wollte das 
9 *üd)lcin ber Seele Jyrebs fd)licftcu, ba Ijiiifl il)v 'Wirf 
am lebten (Eintrag feit. 

„Meine Vuiub l)«r heute nadit im fcmcr gelogen. 
9 t itn ift mein panier Mörpcr cnlifiiidct, nub meine Seele 
fd;rci t wie im ftcurrofeti. Sic weift nicht, ob fic vor 
9 ttotnte fdiveit, ober ob meine >j»mib eine Tempel 
jrfjänbcrin ift r bic abgehaueu werben niüfttc. Meine 
fiaud hot ,iuv Aad)t bev tfouigiu, als fic in meinem 
Janus unb auf meinem Vager fd>lief, wie ein CT leb an 
Das JiSeri gerührt uub ihren ficrjfthlng bis in bic ftingcv« 
Ipiticii gefühlt. Scitbcm ift bas leife fSod)cu ihres 
Blute* in mid) tihcrgcgaiiflcii uub hämmert wie Meeres* 
Iranduug in meiner Bvujt. C*d) bin binausgc fehlenden 
aus mir felbev auf bas Meer uub rufe wie ein Sd)ifi' 
brüchiger. 9 fl»ev, bic mir allein helfen Föuiitc, borf idi 
nicht rufen. ;f firne uid)t, Monigiit, Daft mein Munb 
iiumm iit. Meine Seele ift oor bir eine fingen De 
JVIanimc." 

Mit hoftipeu 2 divift ȟgeu hotte er es hiupewo vielt. 
Tann war er fei tget rieben worben in das Milbwettei 
hinaus. 

Tic Jungfrau fühlte, wie ilm* Augen buiifel wurden. 
3 l>rc Bruft hob unb feutte [id> in tiefen Atcm.tiigcM. 
Aber fie lädioltc, uub il)vc roten Vippett flüfterten im 
hörbare Morte, wiilirrnb felwlüditig aurlleubes ifv 
bannen in ihr aufUirg. 

Mo mar ihr Stell, baj; jic ihm nicht turnte? Tnvjic 
er tim, was er lat, oftne als ft realer gefd) ölten ju werben ? 

Sie untrbe pcliebt! Tiefe (üewiftbeit bfmfte fie über 
olles föftlid) uub jubelte wie bev Sturm braunen: 
Veben ift Sieben! 

(fs war Tein Slaub mehr, baji fic in beit (üebciiu 
ni||en bcs (beliebten weiter las. Sic fanb barin beit 
A$Cfl 311 vh’H, bem fie helfen wollte. 

SUicbcr las fie: „‘ihn id) wortbrüchig, Sdjweftor« 
lein? 3 d) fann meinen Augen nid>t ocrbicten, bai? 
fie dürftig finb nadi Heiner Schöne. 3 t ov Heiner JPierr* 
Iidjfcit ocrblaffcii olle 3 thmiCH r bic btt mir täplid) oni 
ben Tifd) ftellft. 3 luinmi tnft bu mir bas? Millit 
bu mir fapen: 'Sille Blumen finb für bid). 9 lhev 
bie fd)önfte b(fil)t für f id) allein uub ift niemnubem 
beftimmt, ober ift eilte 9 lnpcuhift für alle! Cldi llfibe 
bie Sonne unb ben Miitb, bie beine ftoave ftreidtelu 
Dürfen. Tann fteln* id) ferne wie ein Bettler am Jaim. 
9 Pamm ucibirgft bu bic Fracht Heiner tfvaave, bie in 
Deinen ftlcd)ten bis über bie Mnic Iwrahrcidjen, unb 
tväpft fic ols ikone auf bem Sdjeitel? C(d) möd)te 
Deine ftlcdjicn löfeu, boft Deine Aaare wie ein wallen* 
ber Mantel um bid) finb. 91 bev id) fault es uidjt tun, 
uub mein Munb fann bid) nidit bitten. Tenn bie 
Mönipiu will nur bie Sd) weiter ihres Ticnrr» fein. 
Tu bift ftrcnpc mit mir.“ 

S^vrr vafd) ciitfd)(offeuen 91 rt ncl)ord)eub, loufttc 
Die ftunpfräulidK, was fie tun wolle. Sic ftiep herab 
tu ihre Mnmmcv, lüfte ihre .(\voue oor bem .Ciaubfpiepel 
unb faup leife uov fid) (>iu. Sie fömmte Die wopenbe 
ftülle uuD fri>aute aus ber feiDipcu ftlut mit leudjten* 
Den 9 Iupen unb roten iMppeu. Sic nirftc ihrem 
Spiepelbilb 311. >>cutc wollte fic fd)iiu fein 11m ihres 
Jaubcrmamico willen. 

Tie Tut fuhr auf, bic Wfttbshvaut ftürmtc in bas 
JTtau*. Ter Sinficbcl «bev ftaub wie ein ^faljl unb 
ftovrte bas Mördieuhilb au. Mitten aus rauher Milb* 
uis lommcub, aus Snubpcftiebe uub ftübucttbeu tlBolfen, 
tonnte er uid)t faffen, weld) iinbefd)reihlid) milDc (hüte 


feiner warte. Cb er Die ilönigiu fiberraftbte in ihrem 
orrfdjwiep etien Tun unb fid) eiitfd)ulDipeu uuifttc, ober 
ob i!)m bic l)ö(hftc Grfülluup wie ein Muiibcv uitetl 
würbe? 

H ftreb!“ rief Das hräutltdje 9 Bcib uuD f«f;te il)reu 
lebcuDtpeu Mantel, Der um fic flatterte. 

Tev^fal)l würbe leben bip! Mit bebeuben .Cvhiben 
warf ber Türmer bie Tür in bas Sdjloft uuD verriegelte 
jic. Tann faftte ilju eine neue Cbeuxilt, bnf? er taumcluD 
oor Der ftöitigiii nieberfant nub feine Stirn an ihre 
iftiic pichte. 

Aber H) H neigte fid) bie ^olbfelipc unb lieft über 
Den ‘JPeltflüdjtlinp Das ('»ewopc il)rer 5 >aave riefeln, 
Da» er pan 3 in Sdjönljeit pcfaupeit war. 

Sirius fprad) ein Mort. 3 ?eibe uerharrteu in Dem 
lautlofcii ('ilürf Der StunDc. Die ihnen ben Urgiuu eines 
neuen Gebens offenbarte. 

l£r ffiRte fic wicDcr unb wicDer, f dieu unb anDädjtip, 
nub mit gcfdjloffcneu 9 (ngrn bot ilyut Die Slönigin Die 
blühcuDen Vtppeu. Oil langem felbftoevftill feueii 
Sdnveipcn lehnten fie aneinander. Tic wtlDe ftagb, 
bie iK'denb über bas Tad) binftampfte uuD in bev 
'ütauDung Dumpf DrölineuDeii 9 PiDevl)all fanb, hatte 
mir ben Auftrag, ben ftriebcu bcs (finfiebelpaares um 
fo beplndetibcr 311 madjeu. 011 Dem fd)lid)teu Acipeu 
ihres .tyutptes giv Sdpiltev Des törlirbteii bezeigte Die 
ftuiipfrau fold) bebinguupslofes Jutvauen, baft es ben 
Mann evfd)üttevte. (is war bie plcidje uranfäuplidu* 
tücbärbe, wie ber Straubhafcr im Minbc fid) tteipte. 
Turd) JBortc fonntc fold)c fiinpabc nid)t uerftärl t 
werben. Sic Tagte, bu tuft rein llnrcdit au mir, was 
bu and) tuft. ?td) habe bir alles im oprous gcjd)cii|t. 

9 lls fic wieder 311 Morte (luueii, wetteiferten fie, 
wed)felfeitip ben andern tu cnlfdwldigcu und jid) 311 
f diel teil, weil fie bem (beliebten umifnt fdiwere Slinibeu 
bereitet ftottcn. Hub wieder faulen jic iidi in Die 
?(vmc unb ftauuteii fid) au: 

„Müiiigiii! Mt es wahr? od> fann es nidit plaubeii!“ 

Ter (fiiifieDel füid)tete )ü«t)i mehr, boft feine tfte 
freiiiup oorübergcheiib fei. (fr war tu lebendiger Mit* 
teilfamfeit erlöit. Taft 9 lUel» 3 Ueib bedeutete, hatte 
einen ocvbeiftungsoolleu S iuu non Vlnfiiiip anpehaht. 

Tie tHrautleutc lafeu nod) einmal ben Aviei Des 
Vaters tu famrneu unb fpradieu barüber. Micdrr ergab 
fid) pon fei her, baft Mich ihres ('“»dichten Sadje per* 
trat, wührenb ftreb mitCifer des 9 »aters Anwalt würbe. 

„ 9 l'icb, Darin hat er Dod) redit, Daft es 311111 Veben 
gehört, ^.ft'lidjten 311 haben, (fr trägt bis 311111 Ju* 
iamiueiibvedicn Verant worin 11g um Verautworlunp; es 
ift iiiriit bas (üelb, bas ihn treibt. Mas fall ohne ihn 
aus Den Angelleinen uub Arbeitern bei ftirm« wer* 
ben? Mid) trieb lediglich Die 3 elbiterl)aUunp, iwil 
id) üIkvoIC Verderben feil). C*d) muft evfl ein anderer 
werden. Aber wenn id) einmal teiu anderer würde, 
wäre id) uulüditig 311111 Veben. fta, idi bin fteuer 
Wärter unb habe einen Tieuft, Den id) ttid)t geling 
aditcu will. Aber rcidit Das auf bie Tauer ans für 
midi?“ 

Actga uol)w ihm Den Vriet aus der vumb und 
itvirf) i l)iu über Die 3 tirn, iitDou fie mit droUigem 
(fnift feine fd)UH*i fen Den (bedauleu befprad): 

„ftort mit Den ftlebennäufeu ! ftetg bift bu mein 
Viebfter.“ 

3 l'av ihre Viebe nidit ftarf genug, Daft fie ihn uodi 
nidft rollig «usinllte? Mar nodj ein letger MibriitanD 
tu fitcnoiiideu? (!r follte wie fic uutcvtaudKU im 
('»ewope iljvcr (scligfcit. Ton Mahn follte er 00m 
■Strande abftoften unb mit ihr hinansfal)ren in Das 
neue Veben. 

Ter Ginfiebel fpftrte Das lodcuDc .liehen unD widi 
ber ^loldfelipen uid)t non ber ceite, bic mit ihm Mid 
und (ücbflrdcn taufdjte in felipem ('»eben und Achmcu. 
9 k»lb l)afd)teu fic fid) um den $i|d) herum. Valb faul 
die ftungfrmi fuicfd)wer unb l)inpelumpsooll iftni in 
Die Arme und lieft Das .<Sanpt hinten üherfiufeu an 
feilte Sdpilter. Als er imerfättlid) ihren Mund fiirhlc, 
vift fic jid> los. < 3 ic muftte bod) wivtfdjaftcu, baft der 
Manu etwas 311 cffeit belam. Gonft wurDc er ein 
fdjlimmcr Mcvwolf unb traft fic womöglich auf! 

feilte cutDedten fic beide eiuauDcr wie eine neue 
titelt, wie Minder in die Meil)iiad)tsftube laufen, alles 
in bie .(Säube neljmen und ftaunen, was ihnen gehört. - 

Am Spätnachmittag Härte fiel) Das Mettev auf. Tie 
Mollen fliegen im .fSimmclsfanl fteil unb gehärbeugroft 
baftin und hatten ein lietico würbcoollcs (üehaben. 
Mir bcrSBiitb pfiff als der Atlcrwcttsgaffcububc hinter* 
l)ev und fümmevte fid) nid)t f Daft iftm Die £d)ctfc ftäuDig 
den 9 ?fufeu ,3utel)vten. 

Tic Schafe waren fiberhaupt wenig uerftäiidiiisiioll, 
obwohl Die (fiDiimev 311 r (Shveiirettnnp ihrer 5 Huphcit 


Das Spiidjwort „Dumm wie ein Sdxif" umtauften in 
..fo Dumm wie ein Vabcgaft“. Aber fie luabbcrtcu 
fid) gepciifeitig Die MrAnje ab, bic ihnen Die 'Braut 
.tur fteier Dev Verlobung um ben hönpte. 

<ha 113 anbevs war Das Vegriffsucrmögcu Des 3 ee* 
hiinbes Bummel «usgcbilDct. Tie Mcufd)cn fällten fid) 
uid)t allein für fd)lau halten. And) Bummel hatte fid) 
eine Viebfto angefdjafft und wollte fie norfteilen. l£v fang 
it)r Vob in brn hödjfteu Tönen. Aber fein MeiMjen 
hielt fid) fdiamhaft turüd und wiegte fid) auf den Mögen. 

Unb Die Bogcljdjiifttolonic rov Dev *iiDumcr Tiefe 
hcglücfwüufd)te Braut uub Bräutigam uub führte ihren 
Wl)lreid)C1t ftamilienfegen oor. Tic MiuDevIciu tont* 
idjelten mit gefpreitten Beinen und biefeu MApftu wie 
unförmliche graue lUoKfuäitcl, iiiiifchwebt unb he« 
idnien uou ihren fdiöncn mcligeunuibtcn (fitem. 

Uub bie uutergeheiibe 3 cmiie baute über bem 
uni Heu Den Meer eine hohe MottcuUiirg unb ftellte auf 
Die ^fitiuen den ftrieden mit gebreiteten Sd)wingeu. 

fteftlidier tonnte eine Verlobung nidit gefeiert wer* 
Den! Cs beluitigto bas weltentroiineue Menfdwnpaav, 
fid) ausuimalru, wie fie jeftt als ehrbare Brautleute 
Daheim groften (f mp fang Durd) die tftcfellfdjaft ans* 
uilHiltcn lyAtten. Munter Dicfclbeu leblofen Siedens 
arten austaufdieu und iljv bräutlidtes ('»lüd 311 v 2d>au 
iicllcii! onnnev peiulid) auf bev .y>u t fein, Die ftev 
gebradjten lopfigen ft 9 iiulid>feiteii nidjt 311 pevfehlcu! 
A'ie an Den B langer geftellt wären fic fid» oorgetommeii ! 

Buh! 9 iienmnD non all ben fremden Menfdjen 
lonntc iljv ('»lüd ftören. Sie füllten es nberlyaupt nidit 
eviahrcit. Tn rin waren fie fid) lieide einig. 

Ten vmlKpmilt des fteftes lmirt)te eine aiisemuihlte 
Hbervafduilig. Au Dev Spifte Des Clleubogens ftauD 
Das bräullidK Baav gleidjfam am ÜlaiiD Dev (fvDe, 1111D 
Das uneuDlid)!' Meer lieft feine weiften 9 foffe oorbei 
jagen in imabfcbbnrer Gdxw. Ta jubelte Der Munb 
Der ftungfrau, fdiier cifd)iodeii oor ftveude. 

„Meerteuducit!“ lief ftved enl jüdt. 

Tas alles pcfd>at) um iftvet willen! olnetwegcu 
loaiidclten fid) bie Diiullen 'Jl»ogeu und trugen V* id) t 
trdine, pom tmiidjtbnveit Aänbeu emporgehobeit ans 
Der Tiefe, uub trugen fie au Vaub. um fie nieDer 
n lieg eil 311 ftüften eines glfidlid)cu Meufdxn paaies als 
Brautgefdicul. onimer brüuftiger len d>te teil Die .dämme 
und fpvühtcu non ricjcludeni Vid)t. HncvfdiÖpflidie 
ftvcuDe wallte ans gueUcnbcii liefen und fdjicu fid) 
au fid) felber 311 übevfvcuen. Ties Stürzen uub Monimeii 
und Steigen in imevfd)öpilidi leud)ten der ftülle! Ber 
fd)wcmVvifd)cs 'dienten war es bis 3111 ftveiibenraferei, 
Die ben Tob als 3 b 011 ne erwählte! Alles war beiten 
311 Vicbr geidieitfi, Die es euipiaugen 1 01111 tcu. 

91 ' er ift bem Meere fo nahe oevwanbt wie ein hvänt- 
iidjes Meil»? ^teilte ift Die hohe GliinDe, Die nidil 
mailtet und leine (%c11.3e gelten läftt oor Dem bnvu.ien 
lafeu. Mag Der Mann cvfifticden, weld) jähe (üewalt 
einer 9 kicd)antin glcid) Die (üelirbte ergreift. Amis ifi 
es, baft fie fid) uou ihm löfen muft 1111D hinter bic 
Timeuwaub iliiditcn? 2 -ielK, fie loninit wieder unb 
trägt teilten Ciujetuann'u mehr. 2io gleid)t einem 
ti’l*euDigen MaumovbilD ooll göttlid)er 3 d)öul)eit nub 
eilt 311111 ^reubenfeft bes ewigen Meeres. 

Gielje, jic wirft fid) Den ?l>cllen entgegen mit gleifteu- 
Den Armen, faftt bie lidjten .Uräiuc mit beibeu .viänöeu 
und läftt fid) uon bem rimieuDen grüngoldenen Uber 
flui; ühevfdiütteii. 

2 d)icr weiten weil ftel)l der Manu als Jufdjauev 
am 3 trau De. 9 l»as ^ändert er nod)? Manu er nid)t teil* 
haben au der bcDingungslofeu Eingabe bis 31111» iluter* 
gang? Muft er immer nod) 3urü(f halte 11 und Jägern? 

Siel), bic Meerjungfrau locft unb formt bic ftfiube 
3uv Sdialinci am roten Aiuub. Sie hebt fidi aus Der 
viditflut mit fehimmerubem Veibe. 

n Momm! u 

Ta l)at cs and) den Alaun im (üenief gefaftt und 
gerüttelt mit llbergcwalt. Molfeuhäuptev fommen eilig 
bcr3ii über Den Tüncn. Aur der ftciuevnc {Riefe Des 
Veit d)ttu n nes bleibt unbewcglid) flehen am GtraitDe. 

Teilt Manne fliegt bie VcrtlciDimg vom Veibe, bis 
er daftcht als ber narftc Golm der SdiÖpfung, Dev 
Mcnfd)cum«uu uou 'Anfang. 

9 «un gehört er fidi felber iiid)t uiel>r und I)iit fidi 
aufgegebeu. (fr ift mitten in Dem hoben Jrcft ber An tur 
unb finbet, was ihm jiibcftimmt ift. ^iubet feine Mild* 
heit wie Damals im Cbcwitter, Die ftd) feiner cm»chrt, 
foiiDcrn bie Alleiumütipfeit im 0 d)cufcu. 

Tort, wo um die fdjimmcmde GauDbanf Die wogende 
^■üllc leid) tc v .(i 101130 fid) Drängt, ift bas Braut bett bereitet. 

Tes 'JDcibes M1111D f>t\t tvnufeu geftaiumelt: „Tu 
bift mein Mann.“ 

(,"töVlji‘IUItl|) fi)|,U.l 


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Slluftrirte 3cttung 

? n & f l e f h u n h &nftt>fc?lung£g 

d n Dr. s 33. S m n j ( ^rofctfor ber pbploflcnctifd)cii 3 o t> l d q i c an bcr U n i o c r f i t ä t 3ena 


6i(berlöuMn ift \\t jogat auffallcnb bcutlieb, unb bas ftinberllcib brs Iigm ijl nod> nid>t je 
ftarf querflrft reift u>ic bas bcs Eliten. Unleugbar folgt hieraus, bafe bic urtp rünqlicbftr fteieb* 
nung tos rtaficnfells bi t ^ledung mar. Unb es ift bas ein ©runb mehr für bie beutigr 
■Jtuffaffung, bafe Löwe unb liger im ($runbc nur PJüftenform unb Dfebuitgclform einer unb 
berjclbrn Tierart finb; bas ©üftcnlier braucht nicht fcbilfartige Streifung, 
aber — flur übroebr pon Hnfcften — iBtäbnc unb 6<bwanMuaftr. — Tech 
rooju in bic fiernr fcbrocifcn ? UnffTr Droffefn. wie fDliftrlbroflrl, ©ingbroflel. 
"Ißeinbroffcl unb -©acfeolberbroffel ober RrammetsDpqel , baben (amtlich ein 
braun unb bell gejprenfcllcs ficbtrflrib. ?lur bic brfannte Slmfcl ober 6<bn>an- 
broffel ift Mwar*. T'ajj es nun in berSRafur feine fprungartigen Beränberungcn, 
fonbern nur Übergänge gibt, bcrocift uns bas öugcnbfkib ber 3linfri: es ift 
gleichfalls gefprenfelt. übrigens flebt bem bie »eibliifee "ümfel auch int er- 
n>acblcnen .Suftanbc noch näber; es ift bas eines oon ben jabl trieben Bcilpiclcn, in 
weiften bas fßeib bem finblicben guftanbe näber ftebt als ber SRann. SIls 
urfprünfllicbftes ^ibeftfen-, ja wobl überhaupt ^Uptilicnfleib barf eine ge- 
ringelte Ouerftreilung gelten, Befonbers beut liefe bcrocift bas ber €<ferltp- 
pufil, eine tropijftc, blinbfcblcicbcnüTtig fufclpfc (fibethfr; benn beutlid) ge- 
ringelt ift er nodb als junges Xier. 

“©äs für bie gärbung bcs Kubcrrn gilt, gilt aucb für brn Körperbau. Tic 
'l>tottfifd)€ ober fccbollcn liegen befanntlid) am fWceresgrunbe auf ber einen 
Rörperfeitc, unb auf ber anbfTen. bie allein gefärbt ift, tragen fie beibe klugen. 
6ooirl man nun am €tranbr unter aufs Vanb gefpülten fiilcben audh junge 
s-Ämgrltpunns Schollen ober $luitbern ouflefen mag. man wirb barunter feine finben, bie 

bie Lebre betätigte, bafe bie jungen Cftollen 


U nfere heutigen Xierbilber nehme man für bas, was fie finb: geiftnungen nacb tsftau- 
ftüctrn aus bem oon €rnft £>aecfcl geftiflelen pbolctifcfecn 'Jtufcum in ftena. Damit uns 
feine „gälfftung oon (Smbroonenbilbcm" eorgeroorjen werben fönne, fei bin*ugf|ügt, bafe bas 
Bilb bcr «intwidlung bei 6ftp(le allerbings ffton früher gejeiftnet mürbe nach Präparaten 
ber bamals Königlichen Biologifften Stnftalt auf fwlgolanb, boeb befifet bas 
Jenaer 'Jtufeum gleichartige Präparate, bie in $<lgoIanb bergeftellt würben. 

Unb bas Bilb ber 'Jtinge Iwurmlaroe beruht aufecr auf einem föaftsmobell im 
:IRuftum audj auf bem (Einbnid oon mifiojfopij6cr 'Betrachtung brs lebenben 
•Tieres. Die übrigen jebod) geben ©tücfe aus ben anfdjauficben Präparaten* 
reiben bes Profeffors plale, bcs jefeigen Direfters bes Jenaer URufcums, wieber. 

rkb wette laufenb ober mebr gegen eins, bafe bem naturfunbigen Leier, 
mag ibn aueb Ifton oft bas muntere 6piel junger Bärenfinber im jiergarten 
v nMüdt haben, bas neugeborene Barchen ber Spejics Braunbär etwas bleues N 
unb überrafftenbes bieten wirb mit feinem weiften $alsbanb. (fin folcbes 
fenntn wir boeb nur oom afiatifeben Kragenbären unb Lippenbaren, bie cs 
ullerbings lebenslänglich tragen. Plan barf barin ein :fln*ei(bcn trblidcn, bah 
biefes weihe £>alsbanb einft ein gemeinfamer Befifo aller Bären war, mögen fie 
beute ganjv braun, jebwarj ober, wie bcr (f isbär, weife geworben fein. — Die 
Raubtiere aus bem Raftenfle|cbleftt tragen febr pcrjcbicbcnc ftlcibeT: bie meiften 
finb pantberaTtig gcfledt, ber Xiger aber ift quergeftieift, bcr Löwe unb ebenfo 
ber Heinere, ftets mäbnenlofe amerifanifebe 6ifbcrlöme ober Puma bcfanntlicb 
einfarbig bell. Bcrgleicben wir nun bie Rinberffeiber biefer lierarten, fo finben 
ioir Diel gröbere flbereinftimmung: bas Rleib bes jungen Löwen läfet pantber- ^uflenbftobium 
artige f^lcdung nicht permiffen; beim jungen 


fc-chtpanürtlirl im ^ugwbflcib. 


üiitiri eft uraa bft 6d>ollc. 


t'nn,Mct|ii)lfid>t <l£d)ellopujif). juna unb alt. 


BiOCiTiN 

<rfärkt Körper u. Nerven 



A n die Leistungrsfahi^iceit der Nerven jedes einzelnen werden 
heute ungeheure Anforderungen gestellt. Soll der Organis- 
mus sich seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit be- 
wahren, so muß für eine Kräftigung der Nerven Sorge getragen 
werden. Der lebenswichtigste Bestandteil von Nerven, Gehirn 
und Rückenmark ist das Lecithin. Seitdem diese Tatsache wissen- 
schaftlich festgestellt ist, verordnet der erfahrene Arzt zur Kräf- 
tigung und Auffrischung geschwächter und abgespannter Nerven 
das Biocitin mit vorzüglichem Erfolg, denn Biocitin ist das ein- 
zige Präparat, das 10% physiologisch reines Lecithin, hergestellt 
nach dem patentierten Verfahren von Professor Dr. Habermann, 


enthält. Biocitin ist deshalb zum Ersatz der verbrauchten Nerven- 
kraft und zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit unentbehrlich. 
Aber auch bei jeder anderen Art von Korperschwäche, ganz be- 
sonders für Kriegskranke, hei Blutarmut und bei Unterernährung 

bildet Biocitin ein hervorragendes Kräftigungsmittel von unschätz- 
barem Wert. Biocitin ist in der früheren bewährten Güte mit 
10 % physiologisch reinem Lecithin nach Prof. Dr. Habermann 
in beschränktem Maße wieder lieferbar. Erhältlich nur in Ori- 
ginalpackungen in allen Apotheken und Drogerien. Eine Broschüre 
über „Rationelle Nervenpflege“ und ein Geschmacksmuster sendet 
auf Wunsch völlig kostenfrei die Biocitin-Fabrik, Berlin S61 J. 




.ExqaisiC 


Echter alben Oie Perle der 

Weinbrand Liköre . 

E.L.Kempe f*.G$. Aktlenge sellsGfcaft.OppaGfc i.S* 



t St Afra t 


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uriginai irom 

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476 


atluftiirte Seitong 


' 





9tr. 4006 


noch (ommetrijcb finb. Tenn 
bie berühmte Ptanberung 
bcs einen Puges oolhicbt 
|id> bneits bei ben noch un- 
gemein aarten unb faben- 
btinnen, 1 cm langen, burch- 
iidjtigen, übriflens auf hoher 
'ett leben ben Xicrcn. 

■alle biefe Xalfacben finb 
Belege für bas ^locdelfcbc 
biogenetifebe ©ninbgefctt, 
welches bctanntlicb befagl: 
Tie Augcnbcntwidlunq ifi in 
piclem eine 'Bicbcrholunq 
brr <2tammcsflcfcbid}tc, aber 
bic Ontogenic ift eine 'Die- 
fapitulätion bet pbDlogenie. 


3 ung« «Tiger 


©aus junget Braunbär 


Turcb biefes ©efefc, beffer 
gefügt, biefe Dlegcl, n>irb bic 
l'cbre Don ber ^ugenbentroid- 
Inng, bie ^mbroologie ober 
ftcimcsgcfcbichtc, su bem 
einen ber brei ©runbpfcilcr ber Stbftammungslcbrc, neben ber 
oergleidbcnben ■Anatomie ober Plorpbologie im 6innc ©oelbcs 
unb ber Paläontologie ober Pcrftcincrten Überlieferung. 

fBcnn man manchmal fggen mill, jene tfntroidlungsrcgel 
fei auch pot Tacdel febon betannt fletwfen, |o märe barauf 
mit Plcpfeifto su antworten: „'©er fann roas Tummes, rocr 
tras Kluges benfen, bas nicht bie PorroeJt febon gebucht ?" 
•Jlllcrbiugs finbet fid) ein äbnliche r ©ebanfe mie ber S>aedelfcbe 
febon in brr gefamtfn Xicrforfcbung feit SlTiftotelcs, unb er 
nahm jeitroeilifl bie gorm an, ber iOlenfcb burcblaufe in feiner 
^ntroidlung alle übrigen Xicrformcn. Tabei mar bie Pcibe 
ber Xierformrn *mar als eine 'Jteibc .luncbmenber Poll* 
fommenbeit. hoch feineswegs rntmicflungsgrfcbicbtlicb gebaebt. 


3-ungct tilbcrlöroc i^unial 


fonbern meift im «sinne ber 6d}öpfungslcbrc unb unoersweigt, 
roäbrcnb fic in “ffiahrbeit Dielfad) oerjtoeigt ift. ©crabe als 
bie mifroffopifd)' embroologifcbe .gorfebung in ©ang fam, 
mürbe burd) ihren Pcgrünbcr, ben „Pater ber tfntroidlungs- 
gefd>id>te" Karl (Srnft d. Pacr, jenes tSntroidlungsgefch bc- 
ftritten: bie tfntmidlung bcs t£inselmefens fei nur roaebfenbe 
/Inbioibualität burch Aunebmenbe 6onbrrung, meiter nichts. 
Tainit mar aus ihm bas Unrichtige genommen, aber fein 
Ptobrbcitsgebalt, ber in ber fftieberbolung oon Porfabren- 
formen lieg!, n noch nicht gefunben. Tairoin bat aisbann Dielen 
e cu t lieb gefühlt, £»aedel fd>älte ihn tlar heraus unb bewies 
ihn burch neue geftftellungcn, mie namentlich bas Porbanben- 
lein gleicher früher (iEntwicflungsftdDien — tüJlaulbee rftabiuni, 
Pläscbenftabium, Urbarmftabium — bei allen Xie* 
ren, was bie tfinhcitlidjfeit unb gemeinlame 'üb- 
ftammung bcs ganzen Xierrcicbes ebenfo beutlid) 
beweift, wie burch bas ^cllentum bic (finbeitlicbfeit 
bes gefaulten Organismen reiches bemiefen wirb, 
©ebenfen mir noch ber Kieme nf palten unb bes 
gifebbersens beim mcnjcblichen Umbroo, ber über- 
cinftimmung smifchcn grofcbfaulguappc unb gifch, 
ber rocfenllichen ©leichbeit faft aller ftrebslarocn, 
bic nämlich immer reicher ben ledjsbcinigen „9lau- 
plius" barftcllen, ober ber PJurm-, Dlollusfcn-, 
fcstacbelbäuter- unb Ifichelrourmlaroen im Plecre — 
fiebc unfer Pilb — unb enblicb oiclleicbt noch ber 
oon ber £>aut ausgebenben «fntwicflung unteres 
iReroenfoftems, an Stelle helfen wir bei ben nie- 
bcTftcn Xicren ein toirllid) in ber Taut liegenbes 
finbrn, fo haben mir uns ben parallclismus jroifchfn 
Pbologenic unb Ontogenic an wichtigen Pci* 
fpielen oergegenmärtigt. Unb bas ift ein 6tüd 
oon Öaedels i'ebrgebäuDe. Slus ber Ontogcnie 
bes SWenftben fei noch ermähnt, bafo bas neu- 


geborene Äinb bie güfet j B | 
hält, als wollte es fie auf tu | 
SÜetterbcrotgung bes mut- 
mafelicben Pormenfibcn pd: I 
bereiten, unb Dab cs mtt ber 
3eb«n greift, dine bei ihm I 
häufige, bic 31rmc nah Dorr 
Aufammentlappenbe Perne 
gung mürbe als überein 
ftimmenb mit berjenigen gt 
beutet, oermöge beren bas 
3 ff en junge fid) an ber flettrm 
ben Plulter f efthält, tat 
men fehl idjc ©ebirn ma6 
nacheinanber etwa bas Cta 
bium bes Kaulquappen-, tfi 
beebfen-, Peuteltier- unf 
^ffengebirns burch. Sit 
muffen jebodb iugeben, bo£ 
ooreisjcitlicbe Porfabrcn bes 
3Renfcben, bie gemeinfami 
Pot fahren Don 'JERenjcbcn unb 
affen mären, uns noch nicht betannt finb. Ter „Sffenmenfdr 
Pithecsnthropu« oon 3q®a ift eine SRittelform, bie neben 
:9t citf eben unb 'flffen lebte. — Tie ifntmief lungslehre ift un 
umftöblid), ihr €ieges,*ug war unaufbaltfam. Tie aus ibr ficb 
unoermeiblicb erqcbenben Äonfcquenjen, befonbers ber natur 
miffcnfcbüfilichc Pionismus, mögen Diel baju beigetragci: 
haben, bes Plenfcben ?iufriebenbeit, ben 6inn für bas 3beale, 
bic tfbrfurcbt oor bem !Dobcn ju jerftören. ilnbcrs bc 
tracbtcl, war bie 9tatunoiffen|chafl jeboch nur bas ©erfKud 
jener mit iKaturnotwcnbigfeit gelommenen Peroegunq. Dian 
wirb bic 3bca(r mieberfinben, benn biefe liegen im Plcnjhc: 
Perubte hoch bic fUlcnfchmeTbung gan.t, mefcntlicfo auf bc: 
höheren (Jntwicflung bes Organs bes ©eiftrs. 


junger Vtotpc. 


CHOCDLADEN ALPURSA CACAD 




€ in Segen für roerfcenbe mütter 



r Srjitlung einer leutiten Ictinellrn, < 
lOvmerjtlolen Tnihmfiund,. 
tfl BOnfliafftc T)fOtnn>iTbuna Tüf bi« p»?rg«t>Mrtli<D« fntwut-Cung 0«r fSinOcr anö tr^allunq Orr 
■ H ttü rt tOm esööntKtl 

3a. Oi« dkburt gebt off bei Srobfinn und Gi<tolU<*(i4fftbl<n in tThnuUn oor [><J> t>a>D RuslorQmcn 
oon IlUrftam io«C<tK Bab-Jo annoandlen. iff T>aö-jo «in Dbun6«rniiM«l 5 r< »a* n 3br« 
ob*r Hn^eböng« n>el»t)« Dabjo beraifs acO«aud)(«n 
©«prfttl unö b«outact)t*t oon brroorrafl«ni»«n flraten und f)ro|e|Ior«n. u a. mit aroptm irloig 
anO*manOI an cin«r Oeutimm Unioorfität^ ■ ^raucnblimb 


f\u tfuTgrl^c auftUarenbe yrati» Ourd) 

RaO Jo Perfond <S<feUfctiaft, tfamburg, 

ober 6urrf| alle Rpottietn. Trogmen. Reform- unb 0antiai*gcidKlft« 

^aviItnO« tfllb ab«rtau|«nOc Ounbbarftcr Rncrti«nnurg«n oon IDatlcm, axk<t)4 ßaO-Jo anatauOten. 



Lyra-Zigaretten 


nur Qualität! 


„Der Bund“ 

I Organisation des Sichfindens in allen 
J gebildeter Kreisen im ganten deut- 


| langt 

CflinzendcAnerkennunicen: Verkanten 
I Sie unverbindlich unsere Aufklärungs- 
schrift R. 16b gegen Eimcndg.v. 30 P7ß. 

„Der Bund“, u«» i r,. Kiel. 

über 100 Zweig st«ll*n in In- und Ausland«. 


s 


. ÄuöhmH umfonfl bei 

chwerhörigkeit 

Dbrrnflirinf^cn, n«r». DOrfancn 

übet unfett I dulttiMad) bm-dbriffi atf J A4 
fwtreiniiuln fVauem u imfiAiSr 

Roflt n. tiijJl nnpf. (JMö nj. Tonlf^tri 1« 

Mitut Ongfftrecht. 

IRüntben S. M, «opudnt rtratn «. 



lah/Lcce/Tie 
— Puden 
Hautcreme 

flofierl Macc/ieuMt 
FübtUSc 
Hasrilruf-cj 3$. 


HjrdefJci v ^ u/ig Jiomaaer G m b.N. 
BerJin S.W Chactottenst *: . 7~S. 



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31 Iuftrirle 3 eitung 


477 



'Literatur unb Ä u n ft. 


i 


i 

i 


®tc plattbcut{d)e Sprache. 

Bon töuftü» Stobne. 

(T\urd> ben Erlaß bes preußi(<ben Äultusminirters öaenifcß, nach bcm btr plattbeutfchc 
-^Sprache in Unterrichte iowobl bet Bolfs- als auch bet böberen Schulen Berwenbung 
finben foll, ift bas 3ntcreffe weiter Streife unteres Golfes oon neuem auf biefc ©praefce gc- 
ricblel warben. Über bie Swedmäßtgfeit jenes Erlaffcs werben bie Slnficblen ber €<bvl- 
monner fichcrlicb auseinanbergeben. 3nbeffen foll an biefer Stelle barauf oergiebtet werben, 
bie Kartelle unb Nachteile gegencinanbcr abguwägen, bie fid? aus bem Erlaffc für unfer 
Bilbungswelen ergeben; es foll pietmeßr oerfucht werben, bas ©efen ber plaltbeutfcben 
Sprache furg gu beftimmen, ißr« Eigenart gu fcnngcicbncn unb über ihren gegenwärtigen 
©tanb ortentirrenb« Singeigeige au geben. 

Urfpiünglich war bie plattbeulfcbe Sprache über gang 2'ie bcrbcutfchlanb verbreitet, barum 
wirb fie auch nod) beute bie n iebeibcutf che Sprache genannt. 3ßr Gebiet reichte oon 
ber flämifcßen Äüfte bis an bie ©rengc bes Baltenlanbcs unb mürbe im Süben burd> ben 
Öarj unb ben ©preewalb begiengt. ©egenwärtig umfaßt fie jene Seile unteres Baterlanbes, bie 
wir als iRorbroeftbeutfcblanb gu bejcidjnen pflegen. "Bis über bie ‘Dlcformat ionsjett hinaus 
war fie in biefem ©ebiete bie alleinbenfcbenbe Sprache. 3Han bebienle fid> ibter foroobl 
an beit gürftenböfen, in ben Kangleicn, auf ben ©eridjten unb in ben ftirefeen als auch in ben 
Bauern- unb 6anbmerfer(tuben. Durch Luthers Bibe-lüberfcßung würbe fie aber in biefen 
prateftantifeben Lanbestetlen als ©chriftfpracbc bureb bie baebbeutfehe ober oberbeutfehe 
Sprache balb perbrängt. Unb auch als ilmgangsfpracbe ocrlor fie mehr unb mebr an Baben 
Schon feit $Jabrgeb«ten bürfte cs in ben Stabten außer in einzelnen ßifeber- unb febr ein- 
fachen ‘ärbeiterbäulcrn feine Familien mebr geben, in benen bie Eltern noch mit ihren Äinbern 
plattbeutfch fpTecben. Selbft platlbeutfcbe tschnftftellc r, bie gelegentlich fefar begeiftert für 
ibre Sprache eintTettn, oergiebten barauf. fie gur öamilienfprache gu erbeben. 211s Umgangs* 
fprache bat fich bas iMattbeutfd) nur «o<h unter ben gifeßern unb Schiffern unb auf bcm 
Laube erhalten. -Über auch hier wirb ihm eine gamilie nach ber anbem bureb bas £o<b- 
beutfehe entriffen. 9lo<h aiel gefährlicher ift es aber für bie Erhaltung ber plaltbeutfcben 
Sprache, bah fie aus ©rünbrn, auf bie fpäter noch oerwiefen werben foll, mebr unb mehr 
auch ba ihre Eigenart einbüfet, wo man glaubt, fl« noch gu fprechen. 

Es ift hei ben nach Duhcnben gahlenben Abarten unb Schattierungen her plattbcutfchen 
Sprache — faft jebes Kitcbfpicl bat minbeflens in bei Klangfarbe unb Berwenbung ber 
Bofalc feine Scnberheitcn — nicht leicht, ihr ©efen in wenigen Saßen gu erfchöpfen. cjs 
muß genügen, bie t)aupt!cnngeid>en beroorgu beben. Die plattbeutfchc Sprache ftammt aus 
lener 8^** *n bd ihre Präger in übergroßer SRcbwibl einfache Bderbauer, Wirten, 3äger 
unb gifchcr waren. Diefe Leute bewegten ficb, ba ein miffenßbaftficbes Denfen für fie ja 
nietet in Srage fam. in ben einfachsten 'Jlusbrücfcn, Rönnen unb ©enbungen. Bbftraltioncn 
gebrauchten fie nicht; ißt« Sprache batte oielmehr etwas überaus Sinnfälliges, 'Xn frauliches. 
Dicfen gewiß guten 3ug ber plattbcutfchen Sprache, ber fie allcrbings für eine wiffenfchafl- 
liehe DarfteUung oon aomherein ungeeignet macht, möchte ich als ihren £)auplcbaraftersufl 
unfeben. freilich bat fie biefen 8ug mit allen 2Kunbartcn, bie ja famt unb fonbers ein 
polfstümlicbes ©epräge tragen, gemein. 3bre (Eigenart beftebt barin, baß fie einen gewiffen 
S<h a b oon '©■örtern unb ©enbungen als ibr Sonbergut begeießnen barf unb fie ber Laut* 
oerfchiebung, bie fich ber gefamten bochbeutfchen Sprache unb ihrer Dialefte bemächtigte, 
Dor ihrem ©ebiete bie Sdjranfen fdjloß. Demgufolgc hrinft bic plattbeutfchc Mochtet fDlclt 
un ©ater, bitt mit ben Jahnen be 91ote (SHüfTe) up, loggt bat Baut (Buch) in bat gaÄ un 
ftanjt för BabeT un SDlub&er up ben löhnen (geben I bar bat Jett. De Bur itt nc ^unnc 
DulICier, ftidt be^iepe twilchen be Idbne, fpannt bat Jterb oar ben Bloug (Dflug), plantet 
Kartuffeln un belpt 'ne ganje Jib fdjippcn un ffipen (fchleifen). 3n ber ©obl ber Boföle 
oer fährt bic plattbeutfche Sprach« gang wiflfürfich. So weift g. B. ber iMural oon Kub in 
ein« mir befannten recht Meinen Umfreis oon Dörfern bie gormen Kobe, ftni»be, Sfeibe, 
ilanbe auf, unb in ber gleichen ©egenb wirb aon ben Dörflern ihr eigenes ttreisftäbtdjen 
'ienftübt, iWeiftabt. 3lleftabt, SKaflabt. tHaftabt genannt. 


©ic aber erft brr Jon bie Btufif macht, fa gibt auch erft bic Klangfarbe ber platt - 
beulfd>en Sprache ibr öauptgeprage. 211 b Sohn eines plaltbeutfcben Bauernbaufes ber 
Lüneburger Siibbcibe, ber ^llcrmebcrung, fuchte ich furg oor bem Kriege eine gang einfache 
SRaorhütt« in ber ?täbe ber burch grit? Bladenfen unb anbere ftünftler beiiibmt geworbenen 
2Hafrrfolpnic ©orpswebe norböftlicb oan Bremen auf. Och begann mit ber anwefenben 
Jagelöbnerfrau im unoerfälfchten Blatt meiner $eimat gu fpiecbeit, würbe ieboeb nicht oon 
ihr oerftanben unb fonnte mich erft mit ihr unterhalten, als ich mich bet bochbeutfchen Sprache 
brbientc. $mci roafchechte ‘Plattbeutfchc aus ber nörblicben $älfte ihrer C'cimütptootng mußten 
alfo gu ihrer Berftänbigung auf bic hocbbcutfchc Sprache gurüdgTeifcn! ähnliche Erfahrungen 
bat einer meiner Neffen in ?>olIanb gemacht, unb bennoeb fällt es uns Blattbeulfchen nicht 
befonbers fchwer, eine hollänbifdbe geitung gu lefen. Der Jan, bie Klangfarbe, bilbet alfo 
bei ber pfattbeulfchen Sprache «inen gang wefentlicben gaftor. 

Damit ToU nun nicht gefügt Tein, baß in ben einzelnen plattbcutfchen ßanbesteilcn nicht 
aueb eine Berfcbiebenbeit bei plaltbeutfcben ©Örter heftünbe. ©ir aus plattbeullchem Eltern* 
häufe ftammenben Bewohner ÜRittelhannoocrs werben beim ßefen griß Reuters unb noch 
mehr bei ber Leftürc Klaus ©roths nicht feiten gegwungen, nach ber bochbeutfchen Aber* 
tragung in ber gußnote gu fchen. Dabei ift aber nicht außer acht gu taffen, baß bie ©ertc 
biefer Scbriftfleller nun fchon oor etwa groei SWenlchenaltern entflanben finb. ©eitbem bot 
bie pfaltbculfche Sprache eine gang ungeahnte ^tnberung erfahren. Sie ift oon gahr gu 
3<>br mebr unb mebr De rbochbeulfcbt worben; b. b. Diele n u t plattbcutfchen ©Örter finb 
oerfchwunben unb ßoehbeutfehe, oft mit pfattbeutfeher Ummobelung, an ihre Stelle getreten. 
Das wirb mancher greunb bes Blattbeutfchen bebauen« ift aber bas Ergebnis eines gar nicht 
gu umgebenben Zwanges. Die Bcrfchrsmittel, bic ilbeifiebelung i>ocbbrutf<bcr ins platt- 
beutfehe ©ebiet, bic Zunahme bes Selens bochbeutfchet Bücher, bie forlfchreitenbe BfTbrritung 
hodjbeutfchcr Leitungen, ber Bcfuch ftäbtifcher Schulen mancherlei 2lrt burch ßanbfinber, bie 
aRilitäTbienftgeil in bochbeutfchen ©anttfonen, ber Bcfucb einer ftäbtifchen Btnfion buTd) 
Bauerntöchter, bic '21ufTe<hterbaltung bes Berfebrs aom tanbe ftammenber BeamteT, Lehrer 
unb 2Ifabcmif<r mit öeimat unb Ifltcrnbaus u. a. würben ber plattbcutfchen Sprache gu 
einer unoermciblichen ©efahr. ©Örter, bie in ben Familien meiner nächften Angehörigen 
noch oor breißig fahren gang unb gäbe waren, finb meinen plaltbeutfeb fpreebenben 2leÄen 
unb dichten gang unaerftänblich. Sie fagrn etwa ftatt „Kaputt" 3ade- ftatt „Balger" 
SJlälcns. ftatt „brüen" neefen, ftatt „täroen" Fimmel, ftatt „hiUc" ilig, ftatt „bölfcn" feßrien, 
ftatt „begrteslufen“ taufetten. ftatt „putfehent" franf, ftatt „befweugen" ohnmächtig, ftatt 
„Stuten" ©ittbrot. ftatt „Köpfen" Joffe, ftatt „griff lachen" luftig malen. So ift benn oon 
ber plattbcutfchen Sprache nicht bicl mebr übriggeblieben als bie Beibehaltung ber urfprüng- 
lichcn Laute b, p, t unb f ftatt b, f (pfi, g unb th; benn nach wie oor febeint fie fich gegen 
bie boebbeutfebe Lautoerfchiebung energifcb webten gu wollen, ©ie lange biefe Eigenart ber 
plattbcutlchen Sprache erhalten bleiben wirb, oermag nicmanb oorausgufagen. Die platt- 
beutfehe Literatur trägt gu ihrer Erbaltung nicht bei. Denn bochbeutfdje Bücher erhalten bei 
unferen Iänblicbcn iRomanlefern (ausgenommen Dielleicht bie ©erfe firiß Reuters) bei weitem 
ben Borjug oor ben plattbcutfchen. Es ift baßer mit giemlidjer Sicherheit angunehmen, baß 
fie in oielleicht wenigen aWenfätenaltern bcm bochbeutfchen Einfluffe ebenfo notgegwungen 
unterliegen wirb, wie fie in ben nieberbeutlthen Stabten unb im Bian ben burgi|cb«n bureb 
bas ?>ochbeulf(he bereits faft gang perbrängt worben ift Denn wenn Hermann Cön» in 
feinem „Braunen Buche" bic echt nieberbcutfche Abrerbialbeftimmung „oan Doge" in „pan 
Jage" (beule) ummabelt, fo gwingt er bamit ber plaltbeutfcben Sprache auch bereits bi« 
£autoer|d>iebung auf. 

Ein jeber, ber Sinn für Dolfstümlicbc Bit, ßarbc unb Unaüchf'gfeif ber Sprache ba*. 
wirb ben ’Jlücfgang, bas allmähliche Au&fterben ber plattbcutfchen Sprache bebauern. Es 
muß freilich auch jugeftanben werben, baß bie Eigenart ber plattbcutfchen Sprach« gegenüber 
ihrer bochbeutfchen Scbrocfter nicht fo ausgeprägt ift, baß ein befonbercr Bol fsdja raffet barin 
gum -Jlusbrud fämc. Ohre Sanbcrhciten beruhen mehr aber weniger auf ^lußrrlichfeiten 
sticht wenige nieberbcutfdje BoflsfcbriftftellcT oergiebten barum auf ibTrn ©ebraueb ober be- 
gnügen fleh bamit, ber Sprache ibrer Bauern einen plattbcutfchen Anlfang gu geben. £>aupt- 



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Olluftrirte 3ei1ung 


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fache ifl ihnen wie allen bencn, bic cs cbrlicb mit unfcrem Bolfe meinen, ba& bie bicberc, 
warmherzige. gerabc, jähe, trcubculfdjc ©cfinnung bes plattbeulfcben Bolfsftammcs erhalten 
bleibt, BSollte ein Wultusminiffcr in biclcm Cciniu füi bir Kultur wirfen, lo bürfte er fiel) 
(einem Bolle n ü|)l icf>cr erwrifen, als wenn eT babin ftrebt, bie ßpiadje bes einfachen Cannes 
auf bas Diebeftal ber ibm unterftclltcn (schulen 311 erbeben. 


‘bibliophile 9tunbfd)au. 

Bon gebor p. Sobeltib 

ad? bem Bcifpiel bei großen (Öefellfcfcaft bet Bibliophilen finb im SJaufe ber 
^abre mancherlei bibliophile Eofaloerbänbc entftanben, fo in Berlin, l'eipjig, iDlüncben, 
Darmftabt, framburg, BSien, bie ihre SDtilglicber oon Seit ju fteit bur<h bejonbere Ber- 
offen! lieb ungen erfreuen. An bd 6 pifcc öiejer Heineren Bereinigungen marfebiert ber nur 
iteununbneunjig SCRitglieber jablenbc L'eipjiger B ib I i opb i I en -A benb infofern, als feine 
Bublifationcn fid) meift burd) eine au &er gewöhnlich glücfliche 5 öabl wie bunfrgelcbmadrollc 
Ausrottung ausjei<hnrn. tsdjon {eine erfte ^ublilalion ( 1905 ), ein wunbcrfchöner Steubrud 
ber „ 6 ingenben 'IRufe an ber 'Pleiffe" bei 6 pcronles, erregte freubiges Auffeben in biblio- 
philen Streifen, nicht minber bie beiben Sänbe ber Cuftfpiele ber ©ottfdjebin, bic 9 leu- 
berausgabe oon dbriftian Reuters „(Sraf ifbrcnfiieb" mit ^labifrungen oon Artbur Braun- 
id)toeig, bie Debmel|ch«n ©ebichte mit froljfchnitten oon Blar SUinger u. a. m. B.ud^ lefjl- 
labrig baben bie Ceipjiger mit einer ganj reijenben Bkibnacbtsgabc für ihre JKitgliebcr fid) 
eingefunben, nämlicb mit einem lorgfältig bergefteilten BSieberabbrud jener föftlicben frumoresfe 
Don S&bann Hermann Detmolb. bie unter bem Titel „Die febwierige Aufgabe" juerlt 1 H 44 
in bes BerföHers fatirifeben „Banbieicbnüngen" erfd)ien. Detmolb batte fid) bamals fd>on 
als bannöDerifcher Aboofat poliiifch unbeliebt gemacht unb war wegen {eines paffinen ABiber- 
Itanbes gegen bie neue Berfaffung fogar au einer ©efängnisftrafe oerutteilt worben. was 
(eine gute i'aune inbtffcn nicht oerminberte, oon ber „Die (thwierige Aufgabe" nod) beute ein 
lacbcnbes geugnis abiegt. DeT herbe Sehers wirb für bie Ceipjiger Bücberfreunbe oon frans 
Alcranber Bl ü II er mit einer Bcibe föftlichcr Babicrungcn begleitet unb ift baburd) in eint 
noeb höhere fünftkri|<be Sphäre erhoben worben, bie bem BHfr bes ©anjen inbeflen, gottlob! 
feinen Abbruch lut, ibn im ©epenteil in (uftigfter SBcift unterftreiebt. Bocb eine anbere 
greunbesgabe will ich bei bie|er ©elegenbeit erwähnen, bas büblcbe ©efd>enf, bas Brofeffor 
Dr. Anton Stippenberg, ber uneimüblicbe Ausgräber, Leiter bes rlnlel-Berfags unb glüdlidjc 
Btfifcer ber febenften ©oetbe-Sammlung in beutfdjer Bri&athanb, ben ÄRitgliebcrit bes 
fripsiger Bibliophilen- Abenbs jum lebten ^abreseljen {penbete. (Is ift bies eine Srffing- 
Reliquie, nämlid) ein Heines freft mit ber gaffimilierung oon elf fabeln Reifings in feiner 
franbfebrift, bie er um 175 K feinem grrunbe ©leim Idjenftc. ©leim lelbft bcftängt birs auf 
bem Borblatt mit einigen BSorten, bie er wenige Jage nach l'effings lobe nieberfchrieb. Das 
Originalmanuffript liegt i:n ©leimbaufc ju fralbcrftabt unb ift nun in getreuer Ttitcbrrgabr 
bureb bie eiebensmürbigfeit Stippenbergs boeb auch weiteren Streifen zugänglich gemacht 
worben. Die BSiencr Biblippbilcn-®c|cllf<haft fünbigt als neue Bcröff ent Hebung an 
eine Sammlung „BJieim Bolfslieber aus fünf gobrbunberten“. berausgegeben oon Bubolt 
Btalfan. Der erfte Banb bringt bie Sicher bes feebsebnten bis acbiAcbnten gabrhunberts nebft 
einer ©e|d)id)te besBiiener Bolfsliebes. bie einen Berfuch barftellt, auf ©runt» aller erreichbaren 
Duellen ein ©efamtbilb bei biftoiifchen £ntwid(ung bes Wiener Siebes oon ben dürften feiten 
ab iu geben . Der Awei'e Banb umfafet bie lieber bes neunjebnten unb bes jwanjiflften^cibrbunberts. 
alfo ber unmittelbaren ©rgrnmarf, ber tlberftille halber natürlich nur in ihren heften unb charaftr- 
riftilebften Stücfen. BlsScbmud finb beiben Bänben ja bfreiebe Beilagen angefcbloflen, genaue 
f^achbilbungcn oon Siebern oerfebiebener pochen nebft söanbfchriftcnpToben befannterer Bolfs- 
bichter. ?iu gleicher Seit erfefceint auch bas oon bem ^weiten Borfiftenbcn ber BMener Biblio- 
pbiltn-©efellf(haft, (bans geigl, berausgegebene oortrcfflicbc „Jahrbuch bcutlchcr Bibliophilen" 
iäH. 'Perles, BJien) in feinem fiebenten Jahrgang. Die ©efcllfchaft beffifcher Bücher- 


fTeunbe enblicb erwarb fid) ein Berbienft bued) bie öerausgabc bes criten grunblegcnber. 
oon Äuno gerb, ©rafen o. ^arbenberg bcarbeilctcn BJerfcs über ben ehemaligen Reffen - 
DarmftÖblifcben Hofmaler gobann Sbriftian giebler, ben inan bisher eigentlich nur burch 
eine oerbicnftoolle, aber lüdenbafte Cofalforfchung fannte. Das Buch (mit pieTunbjwanvg 
p bot ograpbif eben -jleprobuftionfn gicblerlcber ©cmälbe als Beiblättern) ift bcsbalb fo t»c 
fonbers intereffont, weil ber Berfaffer bei aller ©ewiffenhaftigfeit bod) auch immer unter- 
baltenb bleibt, (umal in ben Kapiteln her £eipjiger Uniocrfitäts- unb Darijer CcbTiabrc in 
ber erften fcälftc bes adjtjchnien gabrhunberls. 6 chHeBli(b fei auch bi< Stammflefcllfcbaft bet 
beutichen Bibliophilen noch furj erwähnt, bie ihren Blitgliebern gleichfalls jwei neue rocrtoojit 
Darbietungen oortegt: au^er bem jweiten gortfehungsbanbe ber a*agebüd)cr oon teifeiriiA 
ein prachtDolles gaffimile bes berübmten (Sbrcnbriefes oon Dutericb oon ^teiiherjhaulcn, ben 
bie Bücbcrfammler gewiffermahen als ihren Bhnherren betrachten. Dicfer fogenannte C£hf f; - 
brief bes gatob Dütrricb, ber um 141)2 abgefabt würbe, ift ein in her liturelftropbc qc- 
fchricbercs längeres ©ebi<bt, gewibmet ber (Erjherjogin iülechtbilbe oon Cfterreidj, origire I 
in (einer äuberrn Aufmachung mit bem farbigen Titelblatt unb wertooll bureb feine gefchiebt- 
liebe Bebeulung. Sieben ßiebesbulbigungcn für SDlechtbilbc finben fid) in brr felt|amcn Scbri’t 
ÜJlitleilungen über Diele in feinem eigenen unb ber Grjbenogin Befitj bcfinbiid>cn Witter 
gebid)te fowic über alle tumierfäbigen bapri|d>en Bbel$geid)>echtez; er erwähnt auch mancherlei 
oer|d)ollenc mittdbod)beut|cbe BJerfc, bic uns nur bureb ihn betannt würben. Drofeffor gr:® 
Bebicnö bat bem gaffimile eine biographifche Sfijjc unb 'Profcffor 'Jlubolf BMfan einen 
fritilchen Tertabbrud mit Anmerfungen beigeftcuert. Als 6 onberoeiöffent Hebung läfet bie 
©efrllfchaft ber Bibliophilen eine „bibliophile 9 looelle" (beffer einen luftigen Scbwanf aus 
her IDelt ber Bücberfreunbe) ihres (Srften Borfiftcnbcn. bes Schreibers biefer «icifen. er- 
Icheinen urtb bereitet für bie näcbftrn gabre bie Verausgabe bes grofeen bio-bibliograpbifdbcn 
■fflerfes über ©rimmelshaufen aus her gebet bes i>rofef|ors ©uftao Könnecfc dot. 

(Sine allcrliebfte bibliophile Schnurre liegt aud) bem lebten Dreiangelbrucf bes immer 
rührigen frans o. ffieber in 3 Jlünchen jugrunbe: ..Mnculsturalin*. ein 2 Rärd)*n für Büebe: 
freunbe oon gulius iR. V aar haus, bem Berfaffer bes fürjlicb bei ©runoro in ^ripjig er- 
febienenen ausgejeiebneten Berlegerromans „Die ba jmeen frerren bienen". An ben ..Ma - 
laturali:i >a fann man feine brrjHcbe greube haben, Hbee unb Ausführung finb gleich retjen> 
Vf in Blüncfaner Stiinftler, 'Iftilbelm fr eile, bat ju her brolligen ©efchicble eine Anjabl floücr 
unb pbantafieoollet gebetjeichnungen geliefert. Die Borjugsausgabe in 25 (ircmplaren rourbr 
auf altbollänbifcbcni Bütten-, bie allgemeine Ausgabe auf ftarfem frabempapier abgejoger. 

Bücherbefprechungen. 

Albert o. frofmann: „Das beutfebe fanb unb bie beutfebe ©e(cbicfeic' 
Blit 54 Maitrn{fij)en. (DeuHchc Berlagsanftalt, Stuttgart unb Berlin, 1920 ; gebunben 
24 3 Jlarf.) Seit Basels antbropogeograpbi|d)en BJcrfen ift bie beutfehe B 5 iffen|^ajt fowob 
auf bem ©ebiete ber ©cfchicbtc als auch auf bem ber ©eographie bem Ausbau ber rin 
fcblägigen ©ebanlen gefolgt. Auf biefer ©runblage ift bas AJerf frofmanns entftanben, inbem 
cs bie natürlichen Bobcngcbietc Deulfchlanbs in Brjiehung \u ben (Ereigniflcn Oer ©efebidno 
leöt- _' 1 ni mefenilicbfn wirb bjbei an bie politifcben (freigniffe gebaebt, bie aber nicht, wie 
cs früher fchon gefebehen war, auf polilifchc ©arbeiten, alfo Staaten, ausgemünjt, fonberr 
bis in feinfte Beräftelungcn ber topographifchen cSinbeiten oerfolg! werben. Der Berfuch bf* 
Berfaffer» fteht im Babmen einer gröberen metbobiiehen gorberung, bie bas ASerf befonbe: 
für bie breite Offen Hieb reit unb für bic Schule bebeutungsooll macht: Aus ber Berbinbuiv 
oon ©eographie unb ©elchichtc foll ber frei mal sgebante neue Babrung erhalten, ©twas 
unorganifch finb ben cinjelnen Kapiteln bie funfihiftorifchen Betradblungen angefügt. (fs 
wäre aber angebraebt, auf bem Afcge, ben o. frofmann bamit befebreitet, weitersugehen unb 
bie rfufarnmenbängc ber ßanbfchaft mit ber ©efamibeit ber ibT entfproffenen Kultur ju oc- 
folgen, eint überaus (obnenbe Aufgabe, bie an bie lebten Probleme biftorilchen ©efebeber.i 

TÜbrt. Pr. »r Aeneh aur 


Cfnte te» rrtohiPftrllrn jnl». 



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RCidesheimenj. 

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RÜDES HEIMa.RM. 


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AUS WISSENSCHA 

Irrt iimcr in der Auffaltung der Mimikry. Einfeitigcr Ausbau und 
Auswüchfc der Darwinrehen Lehre haben im Laufe der Zeit auf vielen Gebieten der 
naturwiflcnfchaftlichen Forfchung fraglos zu fchweren Irrtümem und Täufchungcn ge* 
fuhrt- Erlt in jüngltcrZcit wagen cs kritilch befähigte Forlchcr, der modehaft herrkhen« 
den Tagesmeinung entgegenzutreten und das Stcckenbleiben in einer zweckvoll ausgc« 
hafteten SackgaJTe zu zeigen. Es fei nur kurz in diefem Zulammen hang an die über* 
ralchcndc Ergebniffe zeitigenden Untersuchungen von Heß über die Bedeutung der 
Farben in der N'atur hineewielen. Neuerdings weift der Wiener Biologe Heikertinger 
an Hand eines Einzelproblcms nach, daß die Aufwallung von der ablicntlicben Umge* 
Italtung der Tiere zum Zweck des befTcren Schutzes und ihTcr Anähnclung an andere 
Tiere in Geltalt und Farbe der exakten wiffenfchaftlichen Unterlagen zum Teil ermangelt 
und auf Irrtum beruht. Ls war vielfach die Behauptung aufgcltellt und „bewiefen" 
worden, wehrlofe Infekten (Arthropoden) würden die bclfer gefchützten Ameilen in Ge* 
halt und Farbe nachahmcn, um infektenfreftende Tiere, die Ameifen nicht frelfen, auf 
diefe Weile zu täukhen und von dem Angriff auf iic abzuhalten. Heikertinger zeigt 
nun an einem reichen Tatfachenmaterial, daß die Ameifen keiner infcktenfrellenden Tier* 
gruppe gegenüber tatfächlich gefchützt lind, und daß mithin auch amcifcnähnlichc Tiere, 
leien es wehrlofe Arthropoden oder andere, keinen Schutz genießen können. Gegenüber 
anderen, räuberiiehen Inlektenarten lind lie nicht gefchützt, da diefe erltens bei ihren 
eigenartigen feinen Sinnesorganen lieh durch eine plump>primitivc, oberflächliche Gcftalt* 
Ähnlichkeit niemals täufchcn lafl'cn winden, und da Iic zweitens die Waffen der Ameu 
fen Io wenig (cheucn wie die gefährlicheren der Bienen und Wefpen. Die Amphibien 
frelfen zum Teil auch Ameifen, desgleichen und in befonderem Maße falt alle infekten« 
frellenden Vögel der ganzen Erde. Auch Säugetiere verzehren Ameifen. und fogar der 
Menfeh benutzt Iic als Nahrung, wie von verfchicdcnen Naturvölkern (Indianer Süd* 
amerikas, Bufchmanner Südafrikas ufw.) berichtet wird. Die fogenannte Amcifcnnach» 
ätfung von Arthropoden (Myrmekoidie) im Sinne einer durch Selektion herausgcbildeten 
Anpallung (teilt (ich demnach als ein Irrtum der Forfebung dar, der in vollem Umfang 
aufgegeben werden muß. Die Amcifcngeltalt ift eine der typifchcn Arthropodengeftaltcn 
mit allen gewöhnlichen Eigenfehaften einer folchen. Angelichts der Tatfache, dal*- in 
der ungeheuren Fülle von möglichen Gcftaltungscinzclhcitcn, die die Grundzüge des 
Arthropodcnkörpers zulafTen, in zahlreichen, einander fernftehenden Gruppen Ahn» 
lichkcitcn auftreten, die als „zufällig" zu bezeichnen lind, kann es nichts Ver» 
wunderliches an lieh haben, daß unter Hunderttaufenden von Kombinationen und Ahr 
Itufungen der wenigen Merkmale eine kleine Anzahl zufällig jenem Kombinationsbilde 
ähnelt, das uns von den Ameifen her fo gut bekannt ift. verwunderlich und den Rc« 
geln mathcmatifcher Wahrfchcinlichkeit zuwidcrlaufend wäre nur das Gegenteil, wenn 
gerade die einfache Kombination von fünf, fechs Merkmalen, die den Ameilentyp charak< 
teriliert, unter den vielen Hunderttaufenden von Kombinationen nicht mehr wiecferkchren 
folltc. Das Wort ..Zufall" wird in der Biologie nach Möglichkeit vermieden, zuweilen 
mit Unrecht. Im vorliegenden Fall ift, wie Heikertinger ausführt, der Einwand von der 
gesetzmäßigen Bedingtheit alles Naturgefchchcns nicht angebracht. Es fehlt offen licht* 
lieh der kaufale Zufammenhang zwifchen den Ähnlichkeiten: in bezug auf die fogenannte 
Mimikry liegt daher Beziehungsloiigkeit. d. h. Zufall, vor. Entwicklungsmechanifch und 
morphologilch hingegen ift jede einzelne Ähnlichkeit das Ergebnis gefetzmäßiger Bc> 
dingtheiten. alfo kein „Zufall". Die Stellungnahme der exakten Biologie gegenüber dem 
Ahnlichkeitenproblcm kann nur experimentell forfchend, im übrigen hypotnefenlos und 
dem bisher Gebotenen gegenüber fkeptifch fein. Bei jeder ..amcifcnähnlichcn" Infekten* 
form müßten zunächft die Werde Bedingungen ftudiert und das Ergebnis einer kritifchen 
Vergleichung unterzogen werden; im Anfchluß daran wäre feftzuftellcn, ob Ähnlichkeit 
der Gcltalt mit Ähnlichkeit der Werdebedingungen in nachweislich urfächlichem Zu« 
lammenhang fleht, oder ob es lieh um Wachstu mserfcheinungcn handelt, die, unbekannten 
Anltößcn entlprungen, unabhängig von den Umweltfaktorcn auftreten, und die Kombi* 
nationen von Merkmalen darltellen, welche einander zufällig ähnlich fein können und. 
nach mathematifcher Wahrfcheinlichkcitsbercchnung , in einer beitimmten Anzahl auch 
als wirkliche Ähnlichkeiten in der Natur verkörpert fein werden. Nur auf diefem kri« 
lilch unbeirrten Weg kann eine wahrhaftige Löfung des Mimikryproblems gefunden 
werden. Dr. W. Sch wei snei mer, München. 

Das Hören von Tönen und Geräufchen unter Waffer. Die 

Akultik war vor dem Kriege in ein ftagnierendes Stadium getreten, im Kriege ift fic 
plötzlich zu neuem Leben erwacht. Die Beftimmung der Lage von Gcfchützcn mit Hilfe 
der Schallmeßtrupps ift ein fchon in weiteflen Kreifen bekanntes Anwendungsgebiet der 
technifchcn Akultik geworden. Daneben hat die Akultik auch im Seekriege eine fchr 
wichtige Rolle gefpielt und in dem U*Bootskrieg entfeheidend einbegriffen. Die Fort« 
Pflanzung von Tönen im WalTer kann man zu verfchiedenen Zwecken verwenden. Im 
.Signalvcrkchr hat iic den Zweck, bei uniiehtigem Wetter durch das WalTer hindurch 
einen Nachrichtendienfl zu ermöglichen. Ein Sender gibt in das WalTer in Morfefchrift 
Töne, ein Empfänger nimmt die Morfczeichen auf. Diefe Methode erreicht bei gewöhn« 
liehen Schiften auf geringe Entfernungen das gleiche wie die drahtlofe Telegraphie. Der 
Vorteil liegt darin, daß diefe Verkehrsform den Äther, der fchon durch den jetzt herrfchen« 
den Funkcntclegraphicvcrkchr fo bclaltet ift, daß gcgeni'citigc Störungen fehwer vermeid« 
bar lind, entlaflet. Befondere Bedeutung hat die akuftifche Signalmethode für die 
U'Boote. Im untergetauchten Zuftand kann ein L'«Boot von der Funkentclegraphie keinen 
Gebrauch machen. Da bleibt nur die akuftifche Methode übrig. So kann ein getauchtes 
U«Boot mit einem Schiff oder einer Landflation, ebenfo können auch zwei getauchte 
U«Bootc untereinander Nachrichten austaufchcn. Allerdings kann in feindlichen Gc* 
wäffem das Ausfcndcn von Tönen im WafTer zum Verräter werden. Neben dem Signal* 
verkehr Iteht die Navigation. Gehen von einer feften Station an einer Hafeneinfahrt 
dauernd akuftifche Wellen in das Wader, und belitzt ein Schiff an Backbord« und 
Stcuerbordfeite je einen Empfänger, fo kann cs die Küftenltation bei Nebel in der Weife 
anlteuem, daß esden Kurs fo hält, daß der Ton auf beiden Empfängern gleich laut zu 
hören ift Das ift nur der Fall, wenn der Schall direkt von vom kommt. Als Sender 
werden Glocken, Klopfbojen oder elektromagnetifche Signalfender benutzt. — Von be* 
londerer Bedeutung im Kriege war der fogenannte Geräufchempfang. Gerade fo, wie ein 
Wagen auf der Straße beim Fahren ein Geräufch macht, gehen auch von einem Schiff 
in das Walfer Geräufche, die mit geeigneten Empfängern abgehört werden können. Ein 
Schiff mit Kolbenmafchine gibt ein anderes Geraufen als ein Schiff mit Turbinen. Das 
Geräufch geht zumcift von den Schrauben aus, und die Zahl der Schrauben fpiclt daher 
auch eine Rolle. Diefe Geräufche laßen lieh dazu benutzen, die Anwefenheit von ge. 
tauchten U*Bootcn feftzuftellcn, und von diefer Art des U*Bootskampfc$ haben die Eng» 
länder weitgehend Gebrauch gemacht. Das getauchte Boot konnte andererfeits mit feinen 
Gcräufchetnpfängcrn die Fahrt der Verfolger abhorchen und feine Schrauben möglich!! 
langlam laufen lalTcn, um möglich!! wenig Geräufch zu machen, oder lieh für einige 
Zeit auf den Grund legen. Immerhin hat diefe Verfolgungsmethode im Verein mit der 
Verwendung von Waflerbomben zu der Vernichtung von vielen Booten geführt. Der 
einfache Gcräufchcmpfänger erlaubte es nur, die Gegenwart eines Geraufen machenden 
Bootes feftzuftellcn. Anordnungen zum Richtungsempfang haben fpäter die Bekämpfung 
der U»Boote noch wirkfamer gemacht. Ludwig Thor. 


FT UND TECHNIK 

Dur ft krankheilen. Es gibt Krankheitsbilder, deren wefentlichc Kennzeich* 
nung in einer dauernden Nötigung zur Aufnahme außerordentlich großer Flullig 
keitsmengen (fünf bis zehn Liter und mehr) befleht und in der Auslcheidung ent* 
fprechend gegen die Norm gefteigerter Urinmengen von niedrigem fpcziflfchcn Ge» 
wicht. Über vierzig Liter an einem Tage lind fcflgeltcllt worden, ia einmal wurde fogar 
eine größere Flüfligkcitsmcngc durch den Körper hindurchgctricben. als dem Körper* 
gewicht cntfprach. Auffallend ilt die erhöhte Bckömmlichkcitsgrcnzc für Alkohol: bis 
zu zwanzig rlafchen Wein follen befchwerdefrei vertragen worden fein. — Die nähere 
Erforfchung des Wefens der Erkrankung gewährt lehrreiche Einblicke in die Regulierung 
unferer Körpervorgänge . Es gibt eine falfchc, zuckcTfrcic Harnuhr bei Hyltcric. Hier 
ilt das Vorbei lungsleben krank, die Duritvorltellung treibt zu maßlofem Waßertrinken. 
demzufolge wird ein heller dünner Urin ausgefchieacn ; bei cntfprechendcn Ernährungs* 
vcrfuchcn zeigt lieh, daß die Nieren doch befähigt lind, die harnfähigen Stoffe in kon 
zentrierter Löfung auszufchciden. Aber manchmal gewöhnt der Körper lieh allmählich 
daran, daß er die löslichen Hambcltandtcilc nur in ganz verdünnter Löfung ausfeheidet; 
ein Verfuch forcierter Elüfligkeitsentziehung führt dann zu fchweren Gefundneitsltörungen 
durch WaßerveTarmung genau wie bei echtem Diabetes insipidus. Hylterifche Durlt- 
krankc mülfen durch allmähliche l'mitcliung der Sucht des Waßcrtrinkens geheilt werden 
Diefe Beobachtungen zeigen den tiefgreifenden Einfluß der Gewöhnung und Anpaflung 
auf die Stoffwc ch lei Vorgänge. Andererfeits beobachtet man, daß plötzliche ftarke Ein« 
Wirkungen den Wallcrhausnalt des Körpers nachhaltig umitellcn können. Einmaliges 
(tarkes Trinken zum Bcifpiel nach Märfchen oder bei ungewöhnlicher Sommerhitze hat 
fchon den Anlaß zu Diabetes insipidus (zuckerfreie Harnruhr) gegeben. Sic entricht 
zuweilen plötzlich nach Kopfverletzungen; man muß hier Schädigung einer Himltcllc in 
der Nachoarfchaft des verlängerten Markes annchtnen. durch deren Verletzung man 
auch im Tierexperiment die Polyurie auslöfcn kann; anatomifchc Veränderungen dictcr 
Gegend, zumal llimfyphilis, lind oft nachgewiefen worden, ln anderen Eitlen handelt 
cs lieh um funktionelle Störungen diefer Gegend z. B. durch heftige Gemütsbewegungen. 
Von hier aus wird entweder das Durflgefühl falfch eingeftcllt, oder die örtliche Blut« 
verforgung der Nieren oder deren Abfonderungstätigkeit wird von diefer Hirnitelle aus 
falfch reguliert. Auch bei Gefchwülflen in der Bauenhöhle kann Diabetes insipidus lieh 
ausbilden, ein Beweis, daß auch örtliche Reizung der Niere bedeutungsvoll fein kann 
für die Störung des Waflcrhaushalte*. Chefarzt Dr. En ge len. 

Die BläfttrollkrankHeit der Kartoffelpflanze. Angelichts der 
ganz ungeheuren Bedeutung der Kartoffel für unfere Ernährung verdient eine Erlchcinung 
weitere Beachtung, die die Erträge diefer „Frucht" oft auf einen geringen Bruchteil herab« 
fetzt. Das Umrollen der Blätter, mit der Unterfeite nach oben, fällt fchr deutlich auf; 
beim Nachgraben findet man mcilt einen ftark verminderten, ja zuweilen ganz kümmer 
liehen Rnollcnbchang. Uriache und Bekämpfung diefer Krankheit halten feit mehr als 
einem Jahrzehnt zahlreiche Forfcher in Atem. Die fchimmc (artigen Pilze, die oft in den 
Gefäßen auftreten, hielt man wohl für die Erreger, hat iie aber länglt als Begleit« oder 
Folgccrfchcinung erkannt. Durch die Knollen als Saatgut wird die Krankheit unmittelbar 
übertragen. Die beobachteten Tatfachen weifen darauf hin, daß cs lieh um eine fehwere 
Stoftwechfelltörung handelt, die man vielleicht der menfchlichcn Zuckerkrankheit ver* 
lcichen könnte. Die gefunde Kartoffclltaude afümilicrt bei Tag und bildet Kohlen« 
ydrate, die Itändig fauch bei Nacht) als Zucker nach unten abgeleitet und in den 
Knollen zu Stärkemehl verdichtet, nur teilweifc und vorübergehend auch in den Blättern, 
in denen lic cntltanden Lind, als Stärke nicdcrgclcgt werden. Diefe Ableitung nun ilt 
bei den blattrollkranken Pflanzen fehwer gehört; deshalb erfcheinen die Blätter abnorm 
vollgepfropft mit Stärke, während doch in die Knollen wenig abwandert; die Blätter 
lind dadurch aber in weiterer Aflimilationstätigkcit, die regelmäßige Abwanderung ver« 
langt, behindert — daher der geringe Ertrag. Verfuche haben gezeigt, daß einleitige 
Düngung, Mangel an Stickfloff, Schwefel, Chlor ebenfalls den Abtransport verzögert, 
aber aucn Stickltoff im Übermaß, und vom Chlor weiß man lange, daß ein Zuviel davon 
den Ertrag an Knollen und deren Stärkegehalt herabfetzt. Die Abwanderung der Aßimilate 
ift aber auch fehr von der Temperatur abhängig; bei kühlem Wetter ilt lie weit langfamer 
als bei normaler Sommcrwärmc. Aus zahlreichen Erfahrungen geht hervor, daß die Krank« 
heit im Seeklima Wcftdeutfchlands viel verheerender au ft ritt als im kontinentalen Oft* 
deutfchland (in Holland ift lic befonder* häufig), fo daß man lieh länglt hat gewöhnen 
müden, fein Saatgut von Offen zu beziehen. Man darf die Krankheit jetzt wohl als 
eine Folge von \ erweich lichung auffalfen, namentlich von zu warmer Lagerung in den 
Wintermonaten; die aus folchcn Knollen erwachfencn Pflanzen verlangen dann zu hohe 
Temperaturgrade für normale Abwanderung der Aflimilate. Aufbewahrung der Saat 
knolien nahe dem Nullpunkt hat lieh zur Bekämpfung bewahrt. Sodann (teht die Krank* 
heit aber auch in lichtbarer Beziehung zum Boden. Lcichtcltcr Sand, der nur die nötigen 
Mincralftoffmengen enthalten muß. wirkt günjtig. fchwercr, nalfer Boden ungünffig ein. 
in von Jahr zu Jahr fteigendem Maße; es ilt gelungen, aus Knollen ftark rollkranker 
Pflanzen durch Kultur in ftcrilcm Sand ein falt ganz gefundes Saatgut heranzuzüchten. 
So ift denn jetzt einigermaßen das Ziel erreicht, durch Erforfchung des Wcfcns der Krank« 
heit fehwerem Schaden für die Volkse mäh rung zu begegnen; dazu hat das „Suchen nach 
dem Bazillus" nicht geführt, londern das Studium der nhyliologifchen Erfcheinungen und 
Bedingungen, und aas macht den Fall auch theoretifen allgemein intereffant. Den zahl« 
reichen echten Infektionskrankheiten unferer Nutzpflanzen fleht das Blattrollen als innere 
Stoffwech felkrank heit gegenüber. Dr. Hugo Fifcher. 

Über die Temperaturverhältniffe der höheren Luftfchichten 
liegen zwei neue Arbeiten von Reger und Schmauß vor. die fchr beachtenswert lind. 
Erffcrer berechnete vieljährigc Mittelwerte aus den Aufffiegen am Lindenberger Aero* 
nautifchen Obfervatorium, letzterer aus den Münchner Beobachtungen, fo daß für Nord* 
und Süddcutfchland jetzt Normalwcrtc vorhanden lind. Man untcrfchcidet, wie in 
Nr. 4004 der Leipziger „Illuftrirteti Zeitung" gezeigt war, die Tropofphäre mit auf* und 
ablteigcndcn Luftftrömcn, die unfer Wetter verursachen, und darüber die Stratofphärc. 
Als Merkmal beider Schichten dient die Lufttemperatur. Solange iie nach oben hin 
abnimmt, befinden wir uns in der Tropofphäre; nimmt lie dann ein wenig zu oder doch 
nicht ab, fo haben wir die Stratofphärc erreicht. Aus Beobachtungen vom Äquator bis 
zu hohen nördlichen Breiten weiß man fchon, daß die Grenzfchicht je weiter nordwärts., 
um fo niedriger liegt, nämlich am Äquator in etwa 16 km, bei uns in 10 bis 12 km und 
am Pol in etwa 6 bis 7 km Höhe. Die Jetzt abgeleiteten genauen Werte ergaben ganz 
entfprechend für Süddcutfchland 11 bis 12 km und für N'orddeutfchland 10 bis 11 km. 
Das lind Jahreswerte; aber auch in den Jahreszeiten zeigt (Ich, befonders im Sommer, 
ein ähnlicher Unterfchicd von bis zu 1 km. Während diele Zahlen vieljährigc Mittel« 
werte vorftellen, zeigen die Ein 2 clbeobachtungen fchr viel größere Schwankungen, nament« 
lieh in den Übergangszeiten vom Winter zum Sommer und vom Sommer zum Winter, 
wo die Tropofphäre. je nach der Wetterlage, bis faft 14 km hinaufreichen, aber auch 
fchon in 5 km Höhe enden kann. Inder durchfchnittlichen Grenzhöhe der Tropofphäre 
beträgt die Lufttemperatur im Sommer —49“ bis —50° und im Winter -61*. fo daß die 
Jahresfchwankung rund 11° beträgt. Sie ift in diefer Höhe um mehrere Grade kleiner 
als darunter und darüber. Prof. Dr. C. Kaßncr. 


Die zahnsteinlös ende 


ist ständig im Gebrauch der besten Kreise. 
lülberall erhältlich. 


eltung darf nur in der Gcftalt in den Verkehr erbracht werden, in drr fit zur Ausgabe gelangt ift- Jede Veränderung, auch das Beilegen von Drucksachen irgendwelcher Art, ift unterfagt und wird gerichtlich verfolgt. 
■ redaktioneller Art find an dir Redaktion der llluftrirten Zeitung in Leipzig. Keudnmer Straße 1 — 7 , alle andern Zulrndungrn an die Gcuhafttftcllr drr llluftnrtrn Zeitung, ebenfalls in Leipzig, zu nchtm. - tirnchnuguni* 
» unfern Bilder kann nur nach je d «maliger vorheriger Yrrftandigung mit dem Stammhaus (J. ]. VCeher. Leipzig) rr folgen, — Für unverlangte Finfrndungra an dit Redaktion wird keinerlei Verantwortung übernommen. 

J>ril 15 ü* 1920 by Illuftrirte Zeitungr-Jp J- Weber, Leipzig. Nummer 4007. 154. Band Weber in Leipzig, keudnitzer Straße 1—7, 

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Am7 1 ^\A ^* c 'Hluftxirle Teilung erfebeint roöcbcnllid). iJreis oicrlc Ijdbr lieb 2.*>SMorf. ^reis biefer iHummcr 2 3Waif .'fl ‘Cfg. Fl 1 Q90 

•UUIIl'. Slnjfificnprcis für bic einfpaltifle 'JRillimctrrjieilc ober beim 'Jtaum 2 iUtaif, bei ^lafoporldtrift 2 SWarf 40 ^fg. -IJ» ^IU li7£rvr. 


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roerben inufo. Die ffiefcbäft9ftelle in Äöln, Kaifer •‘fflilhtlm- 
9ting 33, ift ju jeher weiteren Ülusfunft bereit. 

ttin Canbesmufeum in ben Räumen bcs ©cblofles in Äönigs- 
berg i. T5r. gu errichten, bat in lefcter geil babunb eine roefent- 
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6fulpturen-6ammlung unb Teile be* 'pruffia-SOlufeums über- 
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amt überlaffenen 9täume bes Schlöffe» follcn bemnädbft für 
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ocrfchiebenen ©orträgen bes Üeipjigei ttbemitfTS Dtofelfor Dr. 
3öitbelm Oftroalb bie erfte beutlcbe s IÖer!ftätte für gaib- 
funbe mi<htft toorben. gugleirb würbe ein ©ercin jur Sor- 
tierung bei beutfeben ©Jerfftätten für garbfunbe mit bem Sifo 
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$>an|abunb, bie Bereinigung ber beutfeben ©rbeitgcbeiDerbänbc. 
ber ©unb ber tianbroerfer , ber “Äeicbsausfcbub ber afabemi- 
feben ©erufsftänbe, bas Kartell ber freien teebnifeben ‘öerufe. 
ber ©unb ber Canbroirtc. bic £>auptgemcinf«$aft bes beutfeben 
üinjclbanbels u. a. Sic baben bem iHciibspräfibcnten folgcnbe 
gorberungen üheneiebt: 1. Ablehnung jeher Sütafenaljmc, t»«e offen 
ober Dcrhiillt auf eine ungefefclicbc ünberung ober eine Um 
geh un 9 ber oerfaffungsmahigen ©eftimmungen h> n M e ^- - 
©leidbftellung brr Organifotioneii brr übrigen febaffenben 
Stänbe mit ben ©emerffebaften ber Arbeiter, ©eamten unb 
©ngeft eilten. Sofern mit ©Jirtftbafts- unb ©erufsgrupprn per 
banbeit wirb, verlangen toir, bingugejogen gu »erben. 3. CSr- 
haltung einer nach allen Seiten bin Harten unb oon allen 
©erufsgruppen gebilbeten ©eginung. bie ficb jur ‘Durcbfüb- 
rung ihrer Slufgaben auf bic bierju erfprbcrlitb« SWarfct ftü^t. 

Seutftbe Splnnereimafdjlnen. ©on teebniftben Steuerungen 
ber 6ächf«f4Kn :TRaf<binenfabrif norm. Nicharb £>artmann in 



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Srrttn SD. 67, 3trtmltr. 12, aueh für Samrn. £>morTogr«»( ttdolg«. 
btionber« bet ÄHfc. «njibr... SM«... 9t*tf^IuH- uni Äri*fl*rrtf*prtif . 
fflr 3 6onb«rtnr(c. ®ts 1. 3ön. 1920 rffirtttben : 5617 36gliHg(, 

1919 u. et. 91 Sfbit. (I ttamcii), 3 ISrim., 83 tfinjährigr. 


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roall* unb ftqmrnßarne.bic uor bem Sprieße ausfcbliefelicb au» (£ng- lieferungen gemadri. of Ooerfea» «Trabe im [Jabre 1915 als jeil ber auslcnbifibcn 

Innb unb bem (flfafj bezogen mürben, injwifdjcn burebgefübrt 3m ©ewadj&ljausbau bie gegenwärtig gTÖhie unb be- üJtufterabtcilung angelegt worben ift. bat na* bem „Boarb 

worben irt. <i» liegen bereits gröbere 21uftiäge für bas 3n» beutungsoollfte epeaialfirma öontfcb u. (£ o. (©rünber unb of Irabc ftwrnar — ben britifdjen fiabrifanten grob« Limite 
i:nb ilu&lanb cor. $>ierburd) wirb bie Baummoll- unb ftatnm- Inhaber ©eorg ööntjcb) in 91ieberfeblif} • Drcsbrn beging am gelriftet. ^labeju 2000 firmen baben ren ben Katalogen ©e- 
garnfpinnerci in be^ug auf ibre 3Jlafcbinenbejüge oom 2Ius- l.SIpril b. 3- ibr fünfunbjipanaigiäbTifles ©efibäfts-JJubiläuin. brauch gemacht unb begrüben in ber SPtebrjabl bie Üintidv 
lanb unabhängig. (£» ift bas bei ber 'TBeltfnappbeit an bief en ?Ius befebeibenen Anfängen bat ficb bas Unternehmen ju feinem tung auf» mdrmfte. (sie haben nicht allein aus ber ©elegenbeil. 
:Tftafd}inen jur ^cit befonbers wertDoll. je^igen. Umfange cmpo;gefd)isungen. Die weiteren öaupt- bie ma&flcbcnben auslänbifeben greife \u ft ubie ren . duften 

Sie kontinental = ttrjeugntffe bleiben im 3nlanbe. Ber- probuftianen bie(es Unternehmens finb Baraden unb Ööljbaus- gezogen, (onbern haben ebenlo gute Anregungen oon ben SRuftcm 
lebiebene beutfdje iagesjeitungen baben einen Bericht gebracht, bauten foroie cbemilcb* tecbnildje Arfifel für bie gefamte 3n* oon €pejialartifeln, roie j. B. ÜRetalluiusmaren erhalten. 3ns* 

wonacb angeblich bie Dtm bei kontinental berßeftcllJcn 3Baren buftiie unb für ben Haushalt. Die Ablaögebietc bei flirma befonbere gilt bas oon neuen Sinnen. Die Äataloge finb nach 

lämtlieh ober jum großen keil nach bem Auslanb gehen. Die(e liegen ni<ht nur in Deüt(dhlanb,(onbern in faft allen Cänbem ber fRarengattungen unb SRamen ber ßabrifanten regiftriert unb 
Annahme ift eine oöllig irrige, ba kontinental - kijeugniffe (Erb* fonnten infolge ihres 5lufes unb ihrer Ceiftungsfäbiflfeit werben ben ©cfucbsfteliern für rerfebirbenr feiten geliehen, 
nur infoweit nach bem Auslanbc geliefert werben, als bie Öontfdb u. ko. gufe {affen. Aus fleinftem örtlichen Betriebe ent- Die Bibliotbef enthält ietjt über 13000 Kataloge aus allen 
Bolfsmiitfchaft, b. h- in bie(em galle bie (Einfuhr ber midelte fich burd? bte unermüblidje 6d>afifrsfraft bts 3nhabeis Teilen ber ®elt, in ber Hauptfach« aus Deutfcblanb unb 

notmenbigen Aobftoffe, es erbei|d>t. Tßeitaus jum grö&len ber heutige ©ro&betrieb, ber mit 9led)t in ben Aeiben ber Ofteriricb, aber aud) aus Amerifa, granfreicb, €panien, Dor* 

-Teil gelangt! bic Crjeußung bei kontinental in bie £>änbc Leitfirmen geführt wirb. Auch in Srantfurt a. 3W.,kIbe- tugal, öollanb unb ben biitifcbcn Dominions. (Eine Abteilung 
beutjdber BerbTaueber. Damit fällt auch bie ftielfacb »er- ftrofee 21 unterhält bie §irma eine giliale. ber Bibliotbef enthält Betfanb*, Caben- unb Ausftcllungs- 




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reiten fltrabc in bei Befüjaffung pon zKacbtncgsfatalogen be- 
heben. 'Jlls (Srgänjung ju ber auslänbifchcn SHufterausftellung 
tft bie Bibliotbcf ppn grobem ^ufoen, ba fie häufig bie nötige 
•JluffUirung gibt, roenn bas betreffenbe auslänbilcbc SRufter 
nicht crbälthcb ift. Berjifyebene firmen haben Kataloge be- 
niitot, um Slusfubrliftcn ibrer eigenen <£rjcugniffc in 6t il unb 
Sprache bes für He in Stage fommenben Canbes aufiuftellen. 
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ju r Bollanftalt ausaubaucn, toäbrenb ber bumaniftifebt ®om* 
nafialturlus bis ilnteTfefunba baneben befteben bleibt. ©iefe 
fiiacbricbt »irb oon ben jablTeicben greunben unb ebcmaligen 
<3<bülem biejer »eitbin befannten ^rioalanftalt mit grober 
Sreube begabt »etben. TOrlc gllcrn buben es feilber b«- 


bauert, bafo f** ibre iZcbne nach erlebigter Unteriefunba bem 
fcflensrcicben tfinflufo brs ^Pädagogiums entjitben unb eine 
anbere 6<bule für fie fudben. mufeten. 3-n tfufunft tonnen bie 
Söglinge »bre Slbituricntcnpiüfung am gpangelifdjen ^)äba- 
gogium ©obesberg a. 9tb lelbft ablcgcn unb bem «Internat ber 
Slnftalt angeboren, beffen familienbafte 31 rt unter „(Sobesbergcr 
Softem" berühmt geworben ifl. gür 6cbüler,bie bie obtTtn Jtlaflcn 
nicht befueben rpolicn, ift eine bobere $>anbelsfa<bflaffe corbanbcn. 

Cuelfenerftbliebunfl in granjensbaö. Swetf s Belcbaffung 
gröberer SJfengen oon foblenfäurebalttgem ÜRineralroaffer JU 
BabejtDedcn rourben oon ber Ruroeuoaltung in bem Tertiär* 
lager bes gran vensbaber Bccfens, bas jum größten X eile aus 
bem bei grauen franfbeiten fo überaus »irtfamen Silcnmincral- 
moor beftebt, Bohrungen oorgenommen. bie ein übenaftbenbes 
Stefullat ergaben. Sroei nruerfdjlofienc 'Mineralquellen erbeben 
fub als mäd)tigc Springquellen s»olf Söteter bodb über bie 6rb* 
Oberfläche unb bilben eine benlicbe 91atumf<beinung. ©rei 
anbere jeigen einen höheren ©lauberfalagebalt als bie bereits 
beftrbenben alten; bic jangfte bat einen ©laubexfalaflebalt. 


roelcber ben aller bisher bcHanntcn äbnlizben fDtineralqueUen 
um mebt als bas breifacbe uberfteigt, ift alfo in ihr« 'Stt 
einjig unb unerreicht. Die rührige fturoerroalninfl febeut roeber 
SDlüben noch Stoftcn, ben 91 uf granjensbabs öl* fBeltfurorl 
ju erbalten unb immer fefter su begrünben. 

Liebhaber eines guten Parfüms brauchen trog ber hoben 
3lltobolpreife unb ber fnappen anitlicbcn Zuteilung nicht auf 
ben getpobnicn ©uft ju oerji6ten, »enn fie für ben täglichen I 
©ebrauch bas ausgezeichnete A era s • ^rocfcnpaifüm , bas in 
allen bclannten IeTas*©üften geliefert roirb. oerroenben. ©ie 
oerhältnismäbige ©illigfeit, bas geringe 'Columen unb bas be- 
queme 2Rilfübrtn in ber laftbe fttbern bem Icras- Irodcn- 
parfüm allfciiigc Beporjugung. Anncrbalb ber ©üftegtuppen 
für Blonbinrn, Brünette unb £>ericn liefert es ©erücbe für 
febes Temperament unb jebt (figenart. über bie oielfeitige 
-ZVerroenbbarfeit gibt bas Kapitel „Tinbisfretionen" in bei fünft- 
lerififcen gubiläumsfebrift ’Üuffcblub. ©iefe oort reff liebe 6d>rift 
roirb auf ^unfeb oon bei gitroa Xcras-$aus 2Rar tdbroarsloje, 
Berlin NW 40. foflenfret »ugeftellt. 









Holländerin. 5t ad) eine» 'Jtabierunfl Den liricb )>cermann. 


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490 


Slluftrixte 3eitung 


9tr. 4007 




® te internationale jA. B r ü )t u n g 0 f r a g e. / Son tftubolf ©erbl, "Klängen. 


(Tsurdj b«n Bcrfaillcr Bertrag ift bas Problem bei internationalen Abrüftung roicbcr afut 
-■C/gcroorbcn. War bie Abrüftungsfragc ebebem ein Sauptteil in ber Borftellungsreelt nur 
ber Ccute, bie fchon mit beiben güfjen in ber •‘Vaaif'vf<< n t > cnKflunfl ftanben, fo if* heute 
bic Abrüftungsfiage in ben Dorbcrgrunb bes 'Tntcreffcs aller jiDilifiertcn Dlcnfcbcn gelangt. 
Die Um Wägung oon 3atfacbcn unb 
oon Begriffen bat in faft allen ifänbern 
bei groben Bolfs|*id>ten bießAran- 
fen nicbergcriffen, bic bem ©ebanfen 
bes bauernben gricbens bisher im 
Wege ftanben. Die ßebren bes Krieges 
waren au furchtbar, um obne Cf in- 
bruef auf bie Golfer bleiben au Jön- 
nen. Cf 5 ift nur fraglich, wie lange 
biefer ßinbruef anbält, ob fi-cb bar- 
aus ein feftcr Wille formen fann. 
um bie ßebrednifle unb Barbareien 
eines Krieges für immer au rcr- 
binbern. $u biefer grage finb roir 
um fo mehr beredjtigt, ab bie Well 
beute noch in Waffen ftanl. DeulfA« 
lanb ift ja auf lange Seit hinaus 
aus ber Reibe ber ffirpfjmäAtc ge- 
ftxiAen, bie traft ihrer militärifAen 
Gtärfe beftimmte Cfreipniffc beein- 
flurfen tonnten. Dcfto mehr aber 
finb bic Deutfcbcn baran intcicffiert, 
roie bie internationale Abiüftunq 
oor fi* geben foll. Uns tonn cs 
niebt glciAgültig fein, roie ficb an- 
bere DlaAte Dcrbalten, unb roclAe 
Boipänge ficb auf ber Weltbübne 
abfpielen. Wir haben oorläufig auf- 
gehört, tonanpebenb in ber inter- 
nationalen ^tolitif au lein, unb muffen 
vielleicht auf lange ßtreefen einen 
Aroangsweifen Kurs fegcln. Das ©e- 
bot ber Klugbeit gebietet baber, aueb 
bie Abrüftungsfragc nicht narb fubjef- 
tioen (Smpfinbungcn au beurteilen. 

Wenn man f*on bic Abrüftungs- 
frage bebanbelt, fo barf nicht oon 
^ageserfAeinungen, brm guten ober 
bem böfen Willen biefer ober jener 
Mächte ausgegangen werben, fon- 
bern von ber grage, ob ber Sliiep 
: Bol' 




im Ceben ber Bölfcr immer nod) als 
..ultima ratio“, als has lebte C£nt- 
{(heibungsmittel gilt. Die Antwort 
bar auf tann auch oon bem ü bene ugteften gricbens* 
freunbe nur einbeutip gegeben toerben. (fr muh 
bic gragc kiber bejahen, benn bas ^rin^ip bes 
Striepes als ultima ratio fleht immer nod) feft. 
Damit gewinnt bic Abrüftungsfragc ein eigen- 
artiges ©epräge, ein ©epräge. bas au* im 
gTicbensoertrag feinen Ausbrud jinbet. Rt<bt 
bic Abtüftung ftebt Aur Debatte, bic bie Garan- 
ten Aloifdien ben Böllern befeitipt, fonbern jene, 
bic bas ginanAbubgct ber Staaten bis au einem 
gereiften ©rabc erkiAte rt. Die ausfAlaggcbcnbcn 
-Xfiäcbte finb nun praftif* auf bem ßlanbpunftc 
angelanpt, ben Bctbmannöollroeg fchon 191 1 oer- 
trat. Dieter ReiAstanAlcr tonnte fid> teinc anberc 
RlögliAfcit benfen, bas griebcnsproblcm au löfcn, 
als bafe eine Art Ranporbnung aufgcftcllt wer- 
ben muffe, in bic jebe Ration nummeimäbig mit 
ihrer jugebörigen iSinflufjfpbaTc eingetragen wer- 
ben lollte. Dafa man mit einer folAen Dlrtbobc 
bem Kern ber €a*e nicht näberfommt, ift gani 
tlar, ebenfo finwanbfrei fleht aber feft, bafo fi* bic 
Bertreter ber 'Alliierten auf ber gTiebcnsfonfercni 
ben unmöglichen ©ebanfengang bes Diclgefcbmäb- 
ten RciAsfanAlcrs völlig au eigen machten. Die 
(frroagung, ob ben Alliierten unter ben gegebenen 
Slmftänben überhaupt eine anbeir Stellungnahme 
möglich war, mag uncrörtcrt bleiben, gür uns 
Dcutfcbc ftebt nur feft, bafj bei bem fcanbcl für 
ben Weltfrieben niAts getan würbe, fonbern bah 
burd) bic Umgruppierung ber ßtärfcoerbältniffe 
neue Berwidlungcn nicht ausgefd)loffen bleiben. 


^ismoTcfflebäebtnisfcicr am 1. ^Ipril, bem ©cburt&taflc t>cs ’SlltreidjsfanAlcrs, t»or tem 
:Wciuf oleum in gTtebri^srub. >bn . 

T'i« oben iriebrtfleaeb^Bf (jnb im *äln|(ft»tub o* W* oc»n b« ?-«u ltdxn ^Wlfspartn. t'anbtswbünb tvimbur j. omanfialUK /tau. Ün ib« 
n.ibtnen teil Oit T'turttb« :>!ation<ilr -OeKspaitri. 0«t ?IU*rutfAc -Oeiboiib b« 4Wtein fuc So* 1'rut|(Stuin im Jluslant«. btr Trutlcb- 

bunb, (5Wmrinbc tömbuTfl-^Utpna, bft 9Ja|jpn-aIH«b 1919, ^amhutfl, (Kt ftofltoulfl-T'ttt'cnt 1 (xf Trurfifccr «fiubfntm, *int fkr- 

»ftunfl Nft -?IUOtwrt<t>en Cflmo<M unt -.IbeWnunutn wOltndxt tluOtnlrnpuhnfunarn. Cer «IbetustcT. Sn Crr -Oehiwn' * “ 

0« Cimbtia, Vfir.ua unC tn ©ingod. fwnthurp 


Vcr ^plfdjcwiömus in grantreid): ftunbflcbuna bei bplfcbctpiftifcben 
„Section bes Üilas" Don ^aris, an ber 30000 ^erfonen teilnabmen,. 
in SKontreuil, beim Umjufl ein 3)leffcr im :Tllunbc tracienb. 


Der Bölterbunb ift nicht in her ¥agc, Garantien öafür abAugcbcn, bafe in ?Julunft 
Kriege oermicben werben. Der Bölferbunb in feiner Berfailler ©eftalt gibt nur bie 
©arantie, baQ es nid)t moplid) ift, fricgerifchc ßtreitigfeiten auf A«*i Cänber ju bc- 
febränfen. Die gorm ber Sloalitionsfricgc ift bureb bie Bölfcrbunbsafte förmlich befretiert 

roorben. Diefer A»eifclbaften (Sr- 

— . rungenfebaft ift au* bas Ab- 

rüftungsprogramm ber Alliierten 
porjügli* anpepafet. Der Artilel > 
ber Böllerbunbsafte ift oiellei*i 
bas Unoerbinblicbftc, toas je auj 
bem Öebiete internationaler Ber- 
cinbarung gefchaffen worben ift. (Sr 
lautet: ^Die 'Dinglicher besBunbcs 
rrtennen an, bah bie A üfre*t erböl- 
tung bes gricbens cs nötig macht, 
bie nationalen Lüftungen auf bas 
Dlinbcftmah berabAufcßcn, bas mii 
ber nationalen £i*crbeil unb mit 
ber Durchführung ber burd) ein ge- 
meinjamrs Danbcln aufeilepten in- 
ternationalen Berpflicbtungcn per 
einbar ift. Der Dat bereitet unter 
Berüdfidbtigung ber qcoprapbifcben 
2agt unb ber befonbrren Umftänbc 
jebes Gtaates bie iMänc für biefe 
Abrüftung Aum gwed einer ^ru 
fung unb 6ntf*cibunp bur* bic 

ocrj*icbencn Regierungen oor. Die 
'Plane muffen oon neuem geprüft 
unb (foweit crforberli*) minbefteno 
alle Aebn gahre reoibiert werben 
Die berart feftge(ehte ©renne für 
bic Aüftungcn barf na* ihrer An- 
nahme burd> bie pcrfebicbenen Re- 
gierungen niebt ohne guftimmung 
bes Rates übcrf*ritten reerben." 
Kein ßtaat, her bem Böllcrbunö 
angebört, ift oerpfli*tet, fi* an 
bic RüftungsprenAe au halten, bc- 
lonbcrs bic ©Tohmäcbtc niebt, roenn 
fie biefe ni*t vorher ausbrüdli* 
anerlannt haben. Hft nun bur* 
biefe geftftellung ber Wert bes Ab 
rüftungsprogranimcs allein fchon 
imaginär geworben, [o ift cs bo* 
nicht unintereffant, bie Bcrpfli* 

tungen ber Bölfcrbunbsmitglieber 
nod) Weiterhin au prüfen. Die An- 
rrfennung, bah bie nationale6i*erbeit überhaupt 
Rüftungen bebingt, läuft auf ben €tanbpunft bet 
alten bcutf*cn Regierung binaus, bafs Aur grirb 
fertigfeil unhebinpt Gtärfe gehöre. Der Rat 

bes Bolle rbunbes mu& lonlcquentcrweifc au* 
anciknnen, bah fi* bic Gtärlc ber militärif*ct’ 
Bcreitfcbaft oor allem nad) hen „befonheren' 
Umftänbrn eines Glaatcs au richten habe unb 

nicht lulcftt auch na* brr geograpbif*en t'ago 
bes betreffenben Vfanbes. Wie f*on oben erwähnt, 
ibentifüicrt fi* ba ber „Stöbe Rat" in feinem ©e 
bantengang oöllig mit Bctbmann tioliwrg. Doau 
hätte man aber wahr li* nicht CTft bie CSrlabrunper 
bes Wcltfricgcs au ma*cn brauchen. Die brfen 
beren Umftänbe. bie ben einzelnen Vänbern Augr 
billigt werben, (önnen fi* bo* nur in her wir: 
f*aftli*enunbpoIitif*cnBebcutunpcincs6laatcs 
ausbrüden. ^iebt man no* bie gcograpbi|*c Vfage 
in Bctra*t, |o finb reir aul bem Gtanbpunft an 
gelangt, ben bie imperialiftif*en Regierungen 
fchon vor bem Kriege einnabmen, um ni*t ab- 
rüften au muffen, (inglanb wirb niemals auf feine 
ßeebrrxf*aft ocrAi*tcn, unb ebenforeenig werben 
alle an beren ficgnri*cn tänber bic „bcfonbcTen" 
ilmftänbr fallen laffcn. (Solange ber Böller- 
bunb ni*l auskbliefjt, bah eines feiner gegen- 
wärtigen Dinglicher bas Objcft einer fnegeri- 
fehen Koalition {einer heutigen Bcrbünbetcn wirb, 
fo lange müflen au* bie Dlitglieber bes Böller- 
tun bes mit allen Gocntualitätcn rechnen, unb 
fo lange wirb au* bie Welt in Waffen ftarren 


i, 3Rüii(t>»n, 



ftarl Siitbing, 


'tirof. Dr. t£tn(t ßtbroalbc. 


9?ictot iMiitbflcn, 


Wirft. ©*b Stal Viof. Dr. jur. rt phil , c« bttiibmU lana - 
idbript etJJtirrdHä- unb vrttalrtowji'.btcr Ott tlniocifitat 
Vripjifl, f in Stfibutfl i. ^t im 'II Itt ppn 7^ Tja Ort n 


eibrnllidtK* "Ptolellor.brr polboloatfcben .Inatrmif an ber Uniwrfilat flofttHf unb Dutfloi bti bMtiptn -paibp- 
loflild)tn ?n(titut%. ijffallen um 17 Start alt 3nflftipnaex b« 3eitfrritrilli(KR-'^ataiUon>> brim 3ul«ntncnfioS 
mit bemoftnrtpn .'Itbfitnn. -t'bnl 'JKarjatttt 'Äpfpft. 3(pfiP«l • 


bflunnltt Titbirt (fitbc bit ©utbiaun« aul tfcilt 503), t in 
■?etlin am 2. Sprit inlrtfle <r (Maoanfallr» tm ft!«rr ron 
7t* ^dbrrn :’iach rinetn <s*mj!b» oon 3<tüll«"3R^to 


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9tr. 4007 


Olluftrirte 3citung 


491 




e-olbaten bet 




von ber ^3eftaitunfl bes ftliegerbelben $>auptnu>nn s 8ertyolb (ftc^e ^ilb in 9Jr. 4006), bet am 15. 3Rärj 
in Marburg a, b. (SIbc oon ber entmcnfcbten 9TCenfle ermprbet würbe: Ter lefcte ©rub über bas ©tab. 


Xu mSmm 






©eneral o. Gatter, 

C^r DbcibtfcWsbabfr ber 'ftrittttnwbr j m JUibticbin. 


» • ^ 


W 


r y 






ÄL* 

OKv 7, ß w PC? 


/tote • inan ■ fc<t> reeller brr 7lott9 nrmrt oerWabet einen 
eolbaten b*r Tleten Slmw. 


tnele- Kr«*}-e*nwftertt ber Ttoten arm« in ber ©<|f<bt& 1 |ent Dor '»«lei. 

Hl i || MMIIK ilMl t 


tteten am« reetben an 6« &cfc0>t4 front belorbcrt. iHten bet Tuten Sm« in T'm*lafen. Tas Tute Rteuj 6er waten arm« beleihen TSenmmbe* au» ber Kamafian« *»t tBekl 

Sion ben [partafiftifdjen Unruhen im rbeinifd)-n>cftfä[i[d)cn 3nbu|ltic0cbiet: Slugenblidsbilbei Don bet Stolen Shmce. 

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SUuftrirte 3 c * tun 8 


9lr. 4007 


•ne 



Tic 'iVktiunfl t>on grantfurt am 3Jiain bunt) bie granjolen am (i Slpril 

t fmmorf4)iermbfn ftanjöfiJ^en Truppen w»r tyrem 'iHfßimtnts.fommanbeur. 5le<bt»: (finnwr(d). Unten linfs: ®rrnal TrmeJj, ber Dbetfommanbont bet €tabt, nimmt rot betn £otel Clmpeiial ^>arabe 

unb €mefloItruppen ab. 3Rittc: Üor bem 6 d)iUfTbenfnia! an brr Cwuptroatbe. reo ts ju einem 3u|antnvcn(to6 ber franiofildtrn 'Pclonuna mit ber Slcnac fam, bei bem wn ben ftranAolcn tin 
IVrlenrn ortitrt unb 18 wrreunM mürben 9ifd>fc- T>ie Wetuino bei fwuntpoft 


Sftnerifonifd* 

€xbtoari Un b 

über ben 


5njtiobrimo^„: ’Äeicblid) mit 

liiert« €ribenblu|t unb 
ntn ocboul^tcr lohred 


T>ic (tioffnunfl bei zKrnniauon in Äailsbcril bei iWiim am Oftecmontaa, bem 5. 3Lpril: iibefjitbt übet bie 

’Sabn tnäbienb bes bei ftromenbem ^Itflcn per ftd> 9 eben ben tSröffnunasrennens 


'ämetifanildbe geiibjobrsmoben : 9Heue grub- 

tabrejpertfleibung. »eifeer glanrtlrcxf mit reid> 
flamifTtrt ^Vtdc. 


e uibubunflrn bei Tumrrinnrn. 
.<?ciborb .©Taebcr, Sülümben) 


t. Apcrearb (pjflcbcr, yT.undhen ) 

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StMfeibunb. }la<b einem töcindlbc een (£mil 'JlV £>era. 





$ultummt>fd)au her fietpjtger „(Slluftrirten Bettung” 


Unfere joolpgifthen ©arten. Stir haben ihrer meljr in 23eutfcJjlotit> atö 
alle unfett Jeinbe jufaramengenommen. 3ndbefonbere Jranfreid) fjat außer feiner 
allen unb tüngfl Deraltelcn Menagerie im Parifer Pflanjengarien, bie nod) aud ber 3ei( 
Euoicrd unb Bußocid flammt, ba Jrantreidj mit mehr ZRecftl aid beule (leb „©piße 
ber Sibilifalion' nennen fonnte, nur nod) ben Slfttimafifaliondgarten Im Boulogncr ®e- 
belj, ber niefji (eben unb ri<f)t flerben fann. Bei unb bängt bie grafe 3 <>bl ber joota’ 
gifdjen ©ärien ohne 3 ®eifei mit ber hoben ©djul- unb Sol(d 6 ilbung jufammen, bie 
notBenbige Vorbedingung ifl, um ben (Seift für ben 3nbalf eined joologifhen ©artend 
überbau?) aufnabmefüblg ju maeben. SJad bat ein älnalpfjabri Dom Befuebe eint» 
joologifhen ©artend? Oem enffprehenb bade 3 . B. 3fatien bid in bie allerneuciTe 3eit 
nitfjt einen ein 3 igen. Sann n «biete ßogenbed einige 3abre Dar bem Kriege in Jtom 
einen in feinem panoramenflile ein; ber feil aber aliermeifl nur aon ben beutfiben 
Jremben befiehl Borben fein unb mar - t»of)l bedBegen - fofort Bieber erlebigl, aid 
ber Krieg audbrad). Jtalürlid) bat biefer Krieg aueb allen unferen joo(ogifd)en Warten 
furhlbar gefebabet. Oie Ginnahmen Derringerten fd) ober hielten Bentgflend troß Sr« 
bäbung beä GinlriMdgelbed, in ber man aber bei einer gemeinnüfigen Sinflalt nietf ju 
Beil geben tann, iiictjt entfernt ©cf) ritt mit ber ©leigenmg ber Sludgaben, inebefonbere 
ber gerabeju ungeheuerlichen Verteuerung bed Jutferd unb ber iafne. Siuef in unferen 
joologifhen ©ärien i(T, Bie bei unftrer ganjen grafen ©taatdummäljung, bie fob» 
frage iängfl bie enffeijeibenfce geworben, ©ie tüft fd) in ben joologifhen ©ärien nur 
natb mit grafen Snterflüßungen ber fläblifhen unb ffaatlitben Bebärben lüfen, unb ed 
muß aufd banfbarlte anertannt »erben, baf biefe Bebärben fidj biefer pfiidjt nirgenbd 
entsagen haben. Sie (mb fid) febr fiar barüber, taae! efn laotogifdjer ©arten für bie 
VoITdbitbung unb bamit für bie geizige Vottdwobffabrt bedeutet, gerabe in ber mn> 
bernen ©roffiabt, taa (leid bie ©efabr brobt, baf ber Menfd), fei er jung aber alt, 
arm aber rei«b, ber Statur unb ibrem iebenben 3nbait enlfirembct Birb unb bamit an 
Oeifi unb ©emfif nerfömmerf unb Dertrüppeit. Sebmen mir aid Beifpiel unferen Ber. 
iiner „3oo“, wie er in jabrsebntelanger fpflematifher Slrbeii jeßt buretj geführt ifl feit 
fjinjufügung bed Siquariumd, bad in SJirflicbteit nicht nur älquarium, fonbern auch 
Xerrarium unb 3nfetfarfum iftf Oa erb SU man fatfädjtidf einen ball(fänbigcn Ober- 
blief über bad ganje Sierrelcb Dam menfhenäßnlihen Slfftn bid sum feftgemaebfenen 
Pflanjenfiere bed Sleered. Gdugetitre unb Böget ftefyi man im eigentlichen joologifhen 
©arten, alted übrige im Siquarium, bad mit feinen brel ©fodmerten (SIguarium, len 
rarium, 3nfetiarium) ganj nach biefem umfaffenben plane eingerichtet if. Jür Xaufenbe 
non Iebenben Pfleglingen nicht nur ber Sopfjaßt nach, fanbern trerfrfjiebener Xierarten 
ifl paffenbe Unlerfunfl unb ber ganje Drganifaliondapbaral ju ihrer fachgemäßen Star, 
lung unb pfegt gefdjeffen, unb jugleid) ifl alled fo überficbflicb unb btießrenb angeorbnet, 
VerBanbted unb tSfjntiched immer beifammen unb benachbart, baf jeber i ebrer mii 
feinen ©cbülern für ben Unterricht jeber Xiebbaber unb Jadjmann für feine ©tubien 
fofori überall bie nötigen ülntnüpfimgdpuntte finbel. Xatfädilicb (jat unfer Berliner 
,3oo' im taufe ber 3abrsebnie nicht nur für Bolfdbitbung unb Unterricht, fonbern 
auefj für bie h°he SJißenflhaf fchon fetjr erhebiidje Oienfle geieifei burd) Erfleinfütj, 
rungen fellener unb mertmürbiger Xierarten, burch Grfljühtungcn, Beobachtungen unb 
Erfahrungen aller Sri. Oie ©ißungdberfehle taijfenfchaflicher ©efellfchafen legen baPon 
ebrenoolled 3 eugnld ab, ebenfo mir bie ©palten ber Xeipjiger „ 3 lluflrirten 3 eilung' unb 
anberer Stütfer. 3mmer mehr if bem Berliner ,3 °a “ bie Siufgabe jugefalten, bie 
©adje ber joaiogifiheii ©arten nach aufen bin für bad ganje Ocutfcbr Seid; ju oer- 
treten: fein internationaler Kongref fanb jur beffertn 3ai)rcäjeit in Berlin fafl, bejfen 
Xeilnehmer ftdp nicht auch im „3ooiogif<hen ©arten“ Dereinigl hätten, unb für ben 3nteo 
nationalen 3oologenfongref im 3abre iQOi tDar er ber gegebene Btiitetpunft, ber feine 
Stuben unb Sofien fdjeute, bie audidnbifdjen ©dfe möglicbfi glanäooll aufjunebmen. 
Oad erfannle ber franjönfdje Berirefer penier bamaid rücfbaldod an mii bem ganjen 
rebnerifeben ©cpmung feiner Baffe, unb er befonle auch bie jroeite für Ku1lur> unb 
Boifdbifbung fotoohl aid auch für internationale Beprdfeniaiion ebenfatld bochmichtige ©eile 
bed ©anjen, bie tünfllerifcbe, bie fdj in ben einjig in ihrer 3trt bajfehenben Pracht’ 
bauten in frembIJnbifcben ©tüen, in ben großartigen 5elfen’ unb anberen Baiuraniagen, 
überhaupt in bem grof 3 Ügigen 3 ufcbniti bed ©anjen audfpricbt. öd mdre ganj geBif 
auch für bad Ocutfche Brich foiched ein Bertuf, wenn bem 3 Dp !°9 , 'f c b nl ©arten 
feiner haupifabt bie ungeheuer erfcbBerten BetriebdoerbdltnifTe, in bie er jefl geraten 
if, in 3 ii(unti nicht mehr gefaffelen, feine nationalen unb internationaten Siufgaben in 
bemfetben grofjügigen Seife 3 U erfüllen Bie oor bem Kriege. Prof. Dr. £. ßeit. 

Bbildfümliiped SüdjertDefen. 3m neuen Deutfcflanb Birb Diel non Sot' 
berung ber allgemeinen Kultur cerheifen unb gefordert. Sd if unflar, ob bie Kultur 
mehr oerbreitert aid gehoben Berben fall, unb ed rodre ju bebenten, baf eine äiudbeb- 
nung bed Kuliurfpiegeid iogifb eine ©entung bedfelben jur ffolgc haben müfie. Ed ifl 
auch auffällig, Bie (ich bie laulefien stlpofel in Borfcbldgen, Plänen, ünotbnungen er> 
fchöpfen, burcf; bie bad beuifebe Botf tuitioiert »erben foll. Bielteichi befommen »ir 5 U 
ben Kullurrdlen noch eigene Rullurbeamle, bie ben 6 reilefen Bolfdfcblchten bie Kultur 
beibrlngen folien. Oa if ed benn an ber 3«f, an ein Ißort Uidpted ju erinnern: „Sie 
manb Birb tuliioteri; jeber bat fid) feibf su tultiDieren. Siiled blof (efbenbe Btrfjalten 
if bad gerabe ©egenleil!“ ©0 febr gerabe bie (thit 3<it am btulfchm Bolfe bie Bich' 
tigfeff bed jBeilen ©afed biefed 3üa(ed befätigl bal, fo febr bürfen Bir ben erflen aid 
roabr einfäjdben, unb bie Erfahrung befagi badfelbe, 2ßer bie Tulturelle ßebung, ober 
befer unD notmenbiger gefagt, bie fuiiuretle SrBeEtung bed beutfeben Boited Biii, muf 
biefem aldSanjem unb ftbem einjelnen jurufen; „Sange an!“ Oie ©unf unb Pflicht 
ber Jübrer unb Xebrer trirb ed bann fein, ben auffltebenben ßlemenlen bie PichtBege 
ju Belfen unb ju erfchliefen, ihnen bie Mittet }u jeigen, ju permiliein, bie aufmdrid 
fragen unb Dortodrld führen. Bur Benn bad Bott unb ber einjeine aud fid) heraud 
Kultur tooflen unb fudjen, Berben fl« bie Sührer befommen unb ihnen folgen unb auf 
bie Siege achten, bie fie fbreiien. Oie Bercbiung unb 6 ittigung ber Stenfcben muf 
Don inntn heraud farfrn iltntrieb unb fiuftieb erfahren, bie Stiefel, bie bann oon aufen 
ben KuHurBiilen nähren, förbern unb leiten Tünnen, Berben im allgemeinen unb namenb 
lieb in ben Snfangdflufeci um fo beffer, reiner, nacbbalienber »irTfam fein, je filier unb 
fanffer fle bem inneren Bebürfnid bed 3nbioibuumd angepaft fnb. Oarin liegt nun 
ber Beicblum unb ber Söerl ber Literatur eined Bolfed, fofem fc aud beffer ©eefe 
unb ©eif gejeugf if, baf fe mit ihren gufen Sicrten ber eigentliche Sührer unb 0p 
feher jur Suliur (f. Oenn burch bad gute, polfdtümlicbe Buch erfährt ber Boltdgenojfe 
in einfamem, bebdebiigem 3Btegefpräcb oon feinen eigenen höheren Sielen unb 3Bedeni 
er lernt fleh in bie Bergangenbeit oerfenten, um aud itjr fleh in bie ©egen»art ein' 
jufügen, unb er oerBächf mii feinem eigenen ©ein unb ©cbiifal in eine gröfere unb 
lebendoottere ©emeinfcbafi, jundebf in bie feined ©tammed unb Bolfed. Ünd aber if 
bad SSidfigfc für einen Rulfurmüien, unb ed if bad SIcrfmal bed echien SulfurBerted, 
baf bie Kultur lebenbig Burjetl in bem Sieter ber ©efdjicbtc, aud bem ja Bir feibf 
mit unferen ©djidfaien reifen. Oad beutfhe Bolt muf für feine Kultur bie nationale 
Piferafur jur ©runblage nehmen; in feinem ©chrifiume fließen ihm lautere unb gefegnetc 
Quellen fifflidjer Urtedfe unb bilbenben ©eifed. Oie großen unb farTen Säjöpfungen 
ber beutfeben Literatur alter unb neuer 3eit Berben bie mäebfigfen ©ebtomgen fein jur 
tulfurcllen Erneuerung unb Erhebung bed Bolled. Oad gute, ooltdtiimiiebe Buch wirb 
riffle uitb Birtjamfe Blaffe fein für ben ftulfurmülen bed neuen Oeulfdfanbd. S)ir 


Bollen und aud einer anberen Seibendjeit unfered Baierlonbed (18-10) oon Sriebrieh 
£ubmig 3abn ratenb unb tröfenb jurufen laßen: „Qin BoIT, bad ein tnabred, DotTd- 
KSmliched SüchrrBefen beffi, if fterr Don einem unermeftichen ©ebafe ... Ed tann 
aud ber Slßbe bed Baferianbed Bieber aufeben, Benn feine heiligen Bücher gerettet 
Berben...“ Oeorg Elbfchig. 

Öinheitdfrfjuie ober Ödjufelnfjelf? 3Bti ©efchfdpuntte Berben bei ber 
Fünfigen Beugrfaliung unfered beutfeben Bilbungdtoefend mafgebenb fein müflen : Ein* 
mal bie 3bte einer beutfeben Bationaierjiehung, burch bie mäglichf ber ganje 3nf)a!t 
bed beutfeben ©eifedtebend unfertr 3ugenb nabe gebracht Birb, bamit fe bie Sreubigteii 
gemimt, ihre ganje Hrafl in ben Olenf bed beutßhen ©eifed ju feilen, alfo Srjiebung 
buräs ben beutfeben ©eif für ben beuifhen ©eif; 3 Beitend bie BoiBenbtgfeil, bem Xaiente 
freie Bahn su fchajfen, bamit alle Birflich Begabten ben ©rab ber Biibung erreichen, 
ber ihren Sähigteiten Doll enifpricht. Oie Erreichung biefer 3 lf ri Derfprichl nä: bie eine 
Partei Don ber Ourdjfübrurg ber Einhelidßhule, bie auf ben beiben prinjipien brr ®ri’ 
heit unb ber Oiferenjierung grünbei. Oiefe Einheitdfchule if aid ein ©chuiorganidmud 
gebucht, ber mit einer grmeinfamen ©runbfhute beginnt. Bad) ber Begabung Berben 
bie Kinber fpdler Klaffen mit höheren ober befdjeibeneren 3i«I«n jugeteilt. Oie Slb. 
jmeigung ber ©pmnafatnafen Bolten bie einen nach bem nierien ©chuljahr, bie anberen 
erfl nach bem fechfen ©chuljahr einbreten taffen. 3ä? h ( fl c gegen biefe Drganifarion 
ber Einbeifdfthule ernft Bebenten. Oie Borbilbung unferer fdjulpflichtig merbenben 
Kinber if teinedmegd eine fo einheinieije, bad häudlidje Milieu unlerfühi burchaud nidjt 
in fo gleicher SSeift bie Strbeit ber ßdjuie, baß fid) bie Kinber Derfcfjtebenrr fojialer 
©chichlen nidjt gegcnfeltig hemmten. Oaju (ommt, baß bie 3iele ber Boirdfcfjulbilbung 
unb ber höheren ©djulblibung in ihrem Siefen fo oerfebieben fnb, baß jebe ber beiben 
Schulgalfungen barauf bebaäjt fein muß, bie ihr eigentümlichen Biibungdaufgarien unb 
Bilbungdjiele fo früh aid möglich ind Siugt ju fajfen. 3 d> möchte bedbalb fatf ber 
äußeren OrganijaHon ber Einhetidfchule eine innere ©djuieinheit forbern, bie bie ©eib- 
fänbigteit jeber ©chulgattung bid in ihre unferfe Klafe, beim ©pmnafum alfo bid in 
bie erfe BorfdjuIUafe, befeßen Idßt, bie aber jmifchen ben Derfhieben en ©ehulgaüungen 
Brüden fdjlägi, fo baß feber Birflich Befähigte über biefe Brüden bie für ihn geeignete 
©dju!e erreichen fann. ©trenge Berfeßungen müjfen ben für bie höhere ©chute un- 
geeigneten ©ehülern biefe ßdjuie oerfdjließen, mährenb umgeftbrt ©onberturfe für bie 
begabten Botfd. unb Süttelfhüter biefen reichlich ©fiegenheil geben müfen, Don ber 
Bolföfhule auf bie STitielfihufr unb oon ber SJitleifchuie auf bie höhere ©cpult über- 
Jüpchen Such märe ed meined Erachtend brmgenb .ju »ünfehen, baß begabten Botfd< 
fd)ü!em nad) erfolgreichem Befucb ber Bofdfchule in einem fünfjährigen lebrgange bie 
STögiidjteii gegeben Birb, bad 3 lf ! einer höheren Schule ju erreichen. Sille ©«hub 
gatiungen hätten ohne SJudnabme in umfafenbem Stafe beutfehe ©pradje, beutfihe 
liferahir unb beutfehe ©efchidjle ju pfegen. Oer Unterricht in biefen (ßdcljem foilte 
nicht fo fetjr um Aneignung non Stifendfoff aid um bad Erleben unb Erfaßen 
bed beutfdjen ©eifed bemühl fein. Oann Berben Bir eine beutfehe Bafonaterjiebung 
haben, bie jebem beutfeben ©taatdriürgrr humane Biibung in nationaler Prägung Den 
miiielf. Dt. Kurt tteffeier. 

perfötlllcfifeifdglaube. Sür taumeln. UnBitberbringliih if hinter und bie 
alte 3elt Derfunfen. Eine neue Bill feb aud bem Ebaod gebären. Bodj aber feben 
Bir nichld anbcTed aid Krämpfe unb aufjudenbe Btitje. Biele oeriieren ben Mul. Oa 
fe nicht umfebren tonnen, bleiben fe iattod am Siege fßen. Stöbere, bie nicht aud 
unb ein Biflen, benten: Oer breitefe S3eg if ber fldjerfle ; fdjließen Bir und ber Menge 
an. Keiner Bill ind UnburdjfDrfchle brechen. Oie Bequemen unb bie 3cird)tfamen 
Irüfen fleh mii morgenfänbifchcr Ergebenbeil: „Sllied fließt.“ ©0 Birb aud) biefe tim 
beiidffut oerfdern . . . Bielleid)!. Ood) Bad jurüdbleibt, Birb ©cblamm fein, ©ollen 
Bir ober bie (ommenben ©efdflecbier imßcbtamme Bohnen unb atmen? Oad ©cblimmfe 
mürbe fein, wenn mir und, Biberfanbdiod, fo febr an Berfall unb 3erfetjung gemöfjnten, 
baß mir bie Sfcbetluf nicht mehr fpüren. iidjlfröme, ßöbenBinb müfen nieben 
braufen, unfere Siugen blenben, unfere lungen meiten, bamit und Enffc ' en überfällt 
oor bem ©raubunf ber Ocrmefung, in bem mir treiben. Mo if ber ßeilanb, ber 
einen neuen ßimmel aufreißt über und, auf baß mir Bieber glauben? SJo ber Pro- 
melbeud, ber feibf mii 3cud ben Kampf aufnimmt: ,ßat nicht mich öum Manne ge- 
fchmiebel / Oie allmächtige 3eit / Unb bad emige ©hidfal, y Meine ßerren unb beine?“ 
Einen neuen ©lauben brauchen mir - an Stcnfchen ober an ©öfter - an perföntich' 
Teilen, bie fid) ber Stell, fo Bie fe beute if, enigegenfemmen! Oen ©lauben an bad 
SJunberbart, auf bad Sora harrte, ©laube ocrfeßl noch immer Berge, ©icube fadjl 
aud Junten Jener an. ©taube ruf Xräumenbe ju iatmenfihen auf. Oer SJilte 
Xaufcnber muß in Jnbrunf fleh oereinen, bid ed einen bunbfdjauert, baß er feine ©ott 
gefanblbeil ertenni unb auffebl, ben aud ber Bahn grfeblcuberten Erbball in bie ßan 
monie ber ©Phären jurüdjuienten. ©oidje Menfcpen ßnb über bie Erbe gegangen, 
ünoermeb! fnb ihre ©puren. Xeucpler fnb fe mit funtelnbcn Sergen, in bie Oämmerung 
ber breiten Maßen bellen ©djein ju »erfen, ober furmumbranbete ragende ©ipfel, oon 
benen Klarheit unb Jrifcbe niebertauen unb ©tidtufl unb Xrägbeii oerfagen. Menfcfen, 
bie bad Kleinmenfcblicbe übertounben haben, innerlich ober äußerlich - ©otimenfdjen 
ober SJeltmenßhen, jebenfalld SSillendmenfcher. Sbrifud unb ©oetpe, Michelangelo, 
©iorbano Bruno, Sießfche . . . Heuchler unb ©ipfel. Oarauf tommt ed an. Oer 
©taube an überlebendgroße Maße muf aud ber Kleinheit biefer 3elt erbeben. Oabei 
gefdjiebt bad Stunber, baß in bem ©laubenben felber eine Stefendfpannung fleh Dotb 
jieht, bie ihn beflügelt, ihr Badjfen unb reifen mahl unb eine S5oge non Beinbeil 
um ihn Derbreitel, bie anbere anrübri, erquidt, erneuert, ©taube if Macbl. Xaufenb 
Startcnbe Berben feibf jum Jeuer unb jum ©iurmBinb, jutn Bolioerf gegen bie 
Jdulnid. Oie eigene Perfönllchteit, Kein ober groß, empfängt neuen Stert, ertennt ihre 
©loßfraf, Birb jur Bewegung, entjiinbet ©lut, reift gtübenbe Seelen empor ju fernem 
licht noch Derbüilten 3lried, 31 n na Kappfein. 

Born tafegorifefjen jum fojialen Jmperatip. ©eil Kant gilt aid bad 
hödjfe ©efeß aller Pfiicbteniebre ber talegorifdje 3mperatiP; „ßanbte fo, baß bic 
Majime beined Stillend jeberjeit 3 ugtei<h atd prinjip einer allgemeinen ©efeßgebung 
gelten Tonne.“ ©amit Birb bie perfönliebe Jreibeii bed Einjetnen nur fomeii einge, 
ßhräntf, aid ed jebeb allgemeine ©efeß, bad hoch ber Sludbrud ber Stöglid)Teil bed 3» 
fammeniebend aller if, erforbert. Xeßlen Enbed if alfo ber tategorifchc Jmperalip ein 
Sludbrud bed Jnbioibualidmud, ein ©runbfaß, nad) bem ber Egoidmud, b. i. bad Slud. 
leben unb bie Studbiibung bed 3h, nur barin feine Befhränfung ßnbet, baß alle anberen 
3eb nah bemfelben ©efeß mit bem gleichen Seihte audgefaiiet fnb. Kantd Pflicht 
bed Einjeincn gilt »eitcr, Birb tmig gellen müßen, folange Menfhen gcfcllig jufammen' 
leben, aber beute müßen Bir barüber biuaud jur fojialen BeranitDorlung, jum fojialen 
3mperatib: „ßanble fo, baß bie ßöchfleifhing beider Kräfe im Oienfle ber ©efanil’ 
heil arbeitet. “ Sur baburtb fommen mir jur OberBinbung bed Maierialidmud, beßen 
3mperatio ed ifl: „©eBinne für hieß fo trief, atd bic ©hBcShe beinet Milmenfhen cd 
ertaubt.“ Sfud ber rüdfd)td!ofen Sludnußung alter gegebenen ober tünflid) gefhaßenen 
Mögticßfeifcn bic ber Staleriaiif ja aud) allen Mcnfißen ju 6 illigt, nicht nur fd) feibf - 
aud biefem Kampfe aller gegen alle um bed lebend äußerliche ©ülcr tann nur bad 
floate BeranlBoriungdgefüßl reiten. Dr. 3oßanncd Mißlad. 


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9tr. 4007 


3llu|'trirte 3citung 


495 


3nfeftcnfreffent)e "Pflanzen. / 


ern^ari* 0 fange, Reifer ö f s 
3fnfralf(^ulgarfen^ in £?ippg. 


SOi i t 10 2tbbilinin()en n a d> SriflinaljeiAnunflcn pen ft. Ctbmibt-Äabrinii. 





^Y%ur bic grünen ^flanjen rermbgen bic ftrab-lcnbc (incrgic brr (sonne ausjunußen. Aßr 
•J VBlattgrünapparal jerfpaltrt bas ftoblcnfäuremolclül her Uuft, unb bas Protoplasma 
baut baraus Sudcr, Stärfe, Sellftof! auf. Durchliefe autolrepbe (Ernährung finb fic oon 
ber ifufnabmr oorgebilbetcr organifd)cr Subftanj oöllig unabhängig. Dagegen buben cbloro- 
rboliolc pflanjen: SchmaroßcT unb gäulnisbcroobncr. organifebr Subftanj unbebingt nbtin 
ju ihrem Slufbau unb jur (Erhaltung ihrer Cebensöfonomie. ßbenfo 
bebärfen einige dUarophplIbaltigt parafiten; Giftet unb anbere, 

DorgebifbeteT ornanifcbcr Subftanj. ßs gibt jeboeb aueb blatt- 
grüne pflanzen, bie nur fafultatib otganifdw 91abrung aufnebmen, 
ohne biefe aber ebenfalls ibre Ccbcnsprojcflc Durchführen tonnen, 

©ie bas ßiperiment gelehrt. Das finb bie fogenanntcn infeften- 
freffenben ober eitDcißoeTbauenben pflanzen, 3brc Blatter, bie 
biefe Aufnahme berotrf- 
ftclligen, bebürfen bierju 
befonbercr ßinriebtun- 
gen. Solche finb Pannen*, 
trug- ober fcblaucbartigc 
Umbtlbungen ber Blätter 
unb belottbcrc Borftcn- 
unb brüfige ©ebilbe auf 
ben Platt Organen. 

Ohne bie Streitfrage 
ber fpftematifd^en Stel- 
lung biefer Dflanjen* 
familien ju berübren. 
rootlen wir aus biologi- 
feben ©rünben nachcin- 
anber besprechen: 1. bie 
SaTragcnicn, 2. bie Xe- 
pentßesgewädjfe, 3. bir 
ßepbaloten, 4. bic Son- 
nenlaugrioäcbfe: Drofc- 
rajeen, 5. bie BJaffer* 
belmgetoäcbfe: Uentibu- 
lariagcen. 

Die Sarrajcnicn, ge- 
nannt nach bem SJrjtc 
Sarragin in Ranaba. 

finb, roie alle infeften- 
freffenben Pflanjen, Pc- ^ 

©obner ber 3Roorc. Die 

®aTlun fl tn i 1 K.“ a™ceni» 

mit [i.hrti arten 2 Dar- ‘f <"> •«**. Cnb eben: etmt 

Sonia 3. Helfen, - 1 '" >" <*' HaMiünHan« 

B bes (sdtlauCbe* ipcmtcßett) 


‘litl* 


marmorierten Rannen enben in einem jwcifpaltigcn, fif<bf<hwangartigcn gipfel. Die ©attung 
Heliampborm, oertreten bureb Heliamphora nutana firn/h., trägt traubige Blütcnftänbc. 
eine einfache, blaßrotc Blütenbülle. feinen febirmartigen ©nffel. Die Blattf<hläud>e oon 
buntfebedigee Barbe enben in einem furjen gertfaß. Sämtliche Sarrajenien führen in 

ihren Blatlfdjläucben fein peptonificrenbes germent. gleilcbvcrbauenbcs Sefret befißen 

aber bie RannentTägergerodcblc, bie Tlepcntbajeen. (Ne — nicht. 
l*uthos = Irauer, toeil bic ..Rannen*’, um in beriStubcntcn- 
fpracbe gu reben. nie bes „Stoffes* entbehren.) Sie enthalten 
bas germent in toafferiger Cöjung. Das Verbreitungsgebiet 
biefer etroa lecbjig Wirten umfafjenbrn gamilic ift Borneo. 
Sumatra, Vtalabar; nach heften ftrablt fie über (Eeplon. 
noch SXabagasfaT unb bie Sepcbellcn, nach Often über 3Rela- 
nrfien, Queenslanb bis 
bin nach 9teufalebonien. 
BSalbtänber unb liebte 
Stellen bes ‘Xegenwalbes 
Hnb ihre Viebiingspläßc. 
Die SlepcntbespflanAen 
finb AR>eibäufifle ©e 
rodebfe, b. b- eine ‘Pflanjc 
trägt nur männliche, eine 
anbere nur toeibliebe 
Staubgefäße. Die ftrab- 
Kg gebauten Blüten ftr- 
ben in Iraubigcr ober 
trugbolbiger '2lnorbnung 
:IRann liehe Vlüten feöcn 
fub aus oier bis feeb jcbT» 
oollftänbig oerroachfenen 
Staubblättern jufammen. 
bie ein Sdulchen bitten, 
roäbrenb bic pcrtoacb- 
fenen Staubbeutel &u 
einer ^albtugel geftaltet 
finb. ‘ffiriblicbe Vlütcn 
tragen au&erben Blüten- 
blättern einen oierfan- 
tigen mit jablreicben 
Samenanlaacn oerfebe* 
nen gruehtfnoten. 

Selbft bem ^aien 
fallen fofort an biefrn 
Rlctterpflanjcn. bie oft 
auf Baumäften ange- 
fiebelt finb, bie eigen- 


c^ <t>Lau<t>rflaitrc (barlingtoni* californiea) mit im Itin- 
fdilüpfrn begriffenem 3nfcfl. 


e chlo uduragrt (Ophalotiis (ulliculuü). 
•Meeht» oben: 0cbtaudj (tänas0u»d>f<bnitt1 
mit ertrunfmen Inletten. 



Aldrortuiiiia vesiculotui. a. öiatt ; b. Durchlcbnitt eines uiiamnungeflapricn 
Blattes mit gefangenem tbüpferlinfl (ocrflrbheri). 


phora mit je einer 21ri. 
Sanacuniu beroobnt 
bas atlantifcbc SHorb- 
amerita, D&rlinglonia 
bie Sümpfe ber Sierra 
fHcoabd, Heliamphora 
bas tropifchc Britifcb- 
©uaoana. 

l>arlingtoni« führt 

ihren tarnen ^ußbren 
eines amerifaniieben 
Botanifcrs, Hefitm- 
pborm bebrütet Sumpf • 
ftug (helos — Sumpf. 
amphora = Rrug).Die 
Blüten ber Sarra- 
jenien finb ^roitterig, 
ftrablifl gebaut, ftrben 
einzeln (u Trauben 
angeorbnet. Die gab! 
ber Reich« unbBlüten» 
blättcr ift fünf. Sabl- 
rricf)c Stauhgefafjc 
unb ein ©riffcl, brr 


artigen Blätter auf. 3ht unterer 
leil unterfebeibet ftcb in nichts oon 
gcwöbnlicben grünen Blättern. 9lach 
her 6pi|je ju aber perfebmälert ftcb 
bas Blatt ju einem langen, gegen 
Berühr ungsrr ije empfinblichen, ran- 
fenben, oft forf&icberartig geroun- 
benen Stiel, ßr befeftigt. ©egen* 
ftänbe umflammcrnb, bie gan^r 
"Dflanje. ?lach bem ßnbe ju oer- 
breite rt fid> ber Stiel \u einem 
fannenf örmigen, mit einem Derfe I per- 
(ebenen Blaltgebilbc. Die Ranncn- 
münbung ift bureb einen 9ling ab- 
flcfcbfoffen, ber, wie ber Dedel unb 
ber ftannenranb, Sudei abfonbernbe 
Drüfen trägt. Dann folgt nach 
unten in ber Ranne bie brüfenfreie, 
mit 'Ibachs geglättete unb mit abwärts 
gerichteten paaren befe^te ©Icit- 
jone. Die lebte Sone ift mit Ber- 
bauungsbrüfen belebt, bie in bas 
umgebenbe 5Baffcr ein fleifcboer- 
bauenbes grrment ausfpnbern. 



^Viffcrlcblaucl) (l iriculnria vulgsrio). fleebts Pben: Ban 
■ VänasfcbnittJ mit pefo n^cnem pupfctlira unb einem im (Sin- 
Prinaen beflrifjmcn 'ö'aflcTftfb (Pfifltphen;. 


amjEnbe in gorm eines groben, Idjroach lappigen, meift gelb 
gefärbten Schirmes fi<t> |cR>üf}cnb über bie Staubgefäße aus- 
breitet, cbaraflerifieren ben morpbolpgifcbcn Blütenhau biefer 
Meinen Äräuter. Die Befruchtung befolgen 3nfeften, bie 
bte unter ben Sappenenbcn bes fd?irmartigcn ©riffeis fteßen- 
ben3äpfchrn beim Befucb ber Blüte berühren unb fo ben 
Staub einer anbern Blüte freujbefruchtenb auf ben emp- 
fängnisfähigen Laiben ahlaben. 

'Purpurrot blühenbe Sarra jenien finb; Sarracrnia pur. 
pure« L., Rannen rot gerippt; S. Drummondi Crioui, 
Rannen marmoriert; rubm Molf.Dcdcl aufrecht ;S pritta- 
cina Michx., Dedel jurüdgcflappt. ©clb ober grünlicb 
blühen: Sarrac'enia flava/,.. Rannen fchmalröbrig; 8. vario- 
lari« Mich*., Rannen bauchig. Unfei 3ntere|fe fclfcln bic 
grunbftänbigen, fchlaudb- bjro. trichterartig geformten Blätter. 
3br oberer 5lanb ift jum Schule gegen gerreißung toulftig 
oerbidt. 31n ihm fißt ber Dedel in gorm eines gehaltenen 
Sipfels. Die Snnenfeiie ber Blattfchläuche ift oben mit 
einer Drüfcnjone befefct, mit abwärts gerichteten 
unb £onig abfonbernben Drüfen. Sie loden infeften an. 
Slun^ folgt bie fogenannte ©leitjone, bie aus Drüfen unb 
abwärts gerichteten Sclloorfprüngen aufgebaut ift. Die näcbftc 
Dartie führt ben 9lamtn _9leufenjone. ©eil lange, abwärts 
gerichtete Breite has Surüdfriecbcn ber 3nfeften oerbinbern. 
Bm Bobcn bes Schlauches fehlen Drüfen unb £aare. Die 
Sanajenienbrüfrn fonbern feine oerbauenben bjw. fäulnis* 
bemmenben ^eimente 1 *) ab. Durch gäulnts^erfeßung ber 
Bierleichen im Rannenwaffer aufnahmefähig geroorbene 
organifeße Rörpei ©erben oon ben Drüfen abforbiert unb 
fo in ben Stoffroecbfel ber B^nje einbcjogen. 

Die jroeile ©attung: Darlington in calrfornica Torr., bat 
ebenfalls_ einjefftehenbe, purpurrote Blüten mit hoppelt« 
Blutenbälle. Der ffiriffclfcbirm ift fünfftrablifi. Die am 
oberen ßnbe belmartig geftafteten. weißgrünen, oft purpur- 


•) Srtmrnt» finP <fe«mti<bt i(«t»in6una.<n. eie anPett <bemi|<b« Retp« Kt- 

Irqra. ri>ne fi<fc bobei 1«lbfl mit ihnen ju wrbmben 



Rannenltdfl« (Nepaathe« «lentillntoria). Jnxifl mit Rannen; ein 
3n|rft, im Begriff, rinjufcbliipfcn. Vinfs unten: ^ängsfehnitt rin« 
Ranne mit ertruntenen infeften. 


Die ganje (ttnritbtung wirb als füi ben 3nfrttcnfang 
bienenb angefeben. Bcrbinbcrt man ben 3nfeftenfang, fo 
oerbungern bie Dffunjen nicht, fonbern fic begicben sroeifellco 
bie organifebe iRabrung regulatorifth burd> bie "ffiursel ober 
bilben bie bctTeffenbcn cb emi fct?c n Bcrbinbungcn in ihren 
fteU-ftaboiatorien fclbft. 3n unferen ©ewäthsbäufern finb 
3le pen t besä rten leicht ju fultioieren. 

(Ebenfalls mit Rannen bewaffnet finb bie <£e pbatolcn ; bie ei ne 
ein jige '2Irt: Cophalotn« follicularis, aufroeilcn. Die Dflaitjc 
gebeibt nur in ben Sümpfen bes Ring-©eorge-Sunbes in 
ißcftauftralien. Die jwittrigen Blüten ftrben in 'Xilpcn. 
feßen fid> aus feebs Blumenblättern unb jweimal jeebs 
Staubblättern gufammen. Um bte wollige Spiße her Blüten- 
aebfe flehen bie jeebs gruebtbl älter. Die ganje Blüte bat 
eine fopfige ©eftalt, baber bie Bcjeichnung: Kephalolu« 
mit Ropf oerfchcn. 31m ©runbe her Bflanje fißen jweierlei. 
rofettig geftellte Blätter. Die einen, breit lanaettlid). bienen 
b« jlffunilation; bie langgeftielten, tiefer fißenben. tragen 
mit Dedel oerfehene Rannen. 31uch hier ift bic S\anncn- 
münbung mit einem 5ling oerfteilt unb ebenfo ©ie ber Dedel 
unb bie beiben feitltchen ^Iügelan hänge ber Ranne mit paaren 
befeftt. Slbgefdbicben ©Trb (ein petbauenbeo germent, aber 
bic in her Rannenflüfftgfcü in ^crfeöung übergebenben 
tierifeben Sleftc werben burd) Drüfen aufgrfaugt. ßin $aar- 
franj über ber ßlüf figfeit fann als Xcufc gebeutet werben. 

3u ber gamilie ber Droferajeen: 6onnentauge©äcb|f. 
jaßlen bie ©attungen: 1. Drosera, 2. DroaöphyUum, 3. 
Diouaea, 4. Aldmvandia, Drotnra leitet fid} ab Don 
drosoroB — betaut, ©eil bie Blattbrüfen im 6onncn|d>ein 
wie ^autröpfchen funfcln. I>n*ophjrlluiu fommt oon drowi-. 

lau, phyllon = Blatt. Diouaea bebculel Dionaia. ^oebter 
ber Diana! Aldrovandia ift genannt nach 3MbroDanbi. 
einem italienifchtn Botanif«. 

Die ©attung Dmscra ift hei uns in brei Wirten oer- 
treten: D. rotundifoha /.. unb D. angliea //«/«. beihe mit 
ungefurchten Samenfapfeln, unb D. intermedia Ihvjm mit 
gefurchten. D. rotundifolia bat fafl Ireisrunbe. D. anL r iica 


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$nung bes ©onberjeicbners ber 2eipjiger „Olluftrirten 3«tung" gelij ©d)tüormftäbt. 


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498 


ailuftrirte 3citung 


9tr. 4Ü07 


lineal (eilförmigc, D. intcr- 
media oerfebrt eiförmige 
'Blatter. XU« brei finb 3Jtoor- 
pflarien bes norbifcttn Floren- 
bejirts, bod) reicht IX inter- 
raedia bi» ©Übbiafilicil, an- 
Klica bis £>aroai. Gleich ift be- 
ionbers auftralien an Sonnen- 
touflcroäcblen, aber auch rin- 
bien. (£ßina, *21frifa tragen 
prächtige Wirten. Bis jeßt 
finb neunjig geaäblt. 

Um bic äcbfe bielcr (leinen 
Kräuter (leben rofettia ge- 
häuft ober quirlig bie Blätter, 
berenSpTcitcnrunblicb, (eilig, 
lineal (l>. gratninifolia) ober 
gabelig (tX binnt*) geftoltet 
finb. aus (leinen, biebtge- 
brangten Blattanlagen ent- 
(lebt im £erbft eine Biintcr- 
(nofpe, bie im 9Roor ober 
iüloos überwintert. 3m Sieb- 
ten, fcbnell roachfenben 3Jloos- 
pofftev (ann man eine ganje 
Äeibe oon Broferageneratio- 
ncr oerfolgen. (£s gibt aber 
au<b unterirbifd) .(»iebeltra* 
genbe BroferaaTten (D. auri- 
culnt*). 

auf ben BUttfprcitcn fißen 
furje unb nach bem iHanbc 

iu lange Xentafeln mit runben ober ruberftbaufelförmigen (D. ro- 
tundifolia) Köpfeben, bie ein fiebriges, en^pmatifebes Sefret abfon- 
bern. Bei Berührung, beffer bei ebemifeben s JUijen (0lei|ch, (fiweife. 

2Immonpbospbat, ammonfarbonal), (Tümmen fleh bie Xentafeln fibnell 
nach bei inneren Blattfpreite ju; felbft bie Blattfpreiten legen [ich 
mit ihren Hälften jufammen. Bie feftgeflebten änfeften oerenben, 
roerben bureß bas ausgefebiebene Ferment jerfcßl; bie 3 eT i*t3 un fl*' 
probutte Don ben Drüfen aufgefaugt. Heizleitung unb jroeifellos Der* 
midelte cbcmi|<b-pbt)fifalifcbc Brojcfle finb bis jeßt nur ungenügenb 
aufgeflärt. Bie weißen, ftrablig gebauten Blüten [leben in Hifpcn unb 
hefigen fünf Blütenblätter, fünf Staubgefäße unb einen Frucbtfnotcn. 

Bie jroeite ©attung: Drosophyllum. ift nur bureß bie 31rt Dro- 
üophylluin lusitanicum in Portugal, Sübjpanien unb 'Dlaroffo oer- 
treten. $ier toirb ber Strauch oielfacb »egen feines fiebrigen 
6e(rets als Fliegenfänger in ben Zimmern aufgebängt. Hofettig 
(tebenbe, grasartige ©runbblätter, mit funfelnben Brüfen befeßt, unb 
ein ein halbe» Bieter bobtT, ebenfalls brüfiger Blütenfcßaft machen 
bie Bflonje febon oon her gerne (cnntlitß. 

Bie britte ©attung: Dionaen, jäßlt ebenfalls nuT eine ^rt: 

Dionaea mnscipula L., hie Benusflirgenfalle, auf ben fanbigen 
'.Dloorcn Sarolinas (9'iorbamenfa) roaebfenb. auch ihre Blätter 
lieben in Hofctten unb bauen Heb aus einem geflügelten Stiel mit 
j»ei (lappiger Spreite auf. am Blattranbc figen fteife, lange Borften, 
auf ber Blattfpreite fechs lange ^eijborftfn unb Diele (leine Brüfen. 

(Sin Berührung sreij bei Borften oeranlaßt bie beiben Blattfpreiten 
jum gufammenflappen, bie Wanbborften bilben getoi ff ermaßen ein 
©itter. Gin abgefonbertes Sefret ber Brüfen oerbaut bie Reichen. 

auch bie oierte ©attung: Aldrov&ndia, ift nur bureb bie art 
Aldrovandia vesicuLoaa e^aratteriflert. Biefe Heine, wurzellos im 
®affer febroimmenbe, 3 bis 5 cm lange Bflanje mit weißen, oft am 
Boben liegenben, ungeteilten Blättern, langgeftielten, über bas ^Raffer ragenben Blüten, 
ift oon auftralien, Sübafien, afrifa bis nach bem 6übcn unb Often Beutjchlanbs oerbreitet. 
äm (fnbe bes oeibreiterten Blattftieles ftehen fünf fange Borften. Bit runbließen Blatt- 


fpreiten gleichen jioei iu- 
jammendappbarcn Schalen, 
bie im 3nnern einige lange 
flcijborftcn unb Diele Heine 
Brüfen erfennen laffen. (Sin 
BerübrungsreiA ber Borften 
fcblicßt bie Öffnung ber Sprei- 
ten. Bie gefangenen BJaffer* 
tiere toerben bureb ben Brillen • 
faft ausgeraugt. 

'^BaflerbrlmgciDädbfe; Ccn- 
tibulartajeen (Limb bie Cinfe, 
tubulus bas ftöbrtben», 
Piiiguiculn unb I tricularia 
finb ißTc beiben ©atlungen. 

Bie Sftlfräuter ober Bin- 
guiculaseen (pinguis = fett) 
umfaffen gegen oicriig arten, 
in Europa, 9lorbafien. iUorb- 
ameiifa, SPtejrifo unb (£hile 
rpaebfen b. Sie finb ausbauernbe 
^anbpflarjcn mit rofettigen, 
am Beben liegenben, unge- 
teilten Blättern unb blattlofem 
Blütenftiel. her eine purpurne, 
Diolette, gelbe bito. roeifec, 
Ctpcilippigc, mit einem Sporn 
oerfebenc Blüte trägt, gabl 
ber Staubgefäße ift #oei. 

Für ben gang unb bic 
BerDauung ((einer Dnfcften 
finb bie flachen Blätter nur 
mangelhaft ausgerüflct. Bic 
Blattfpreite ift mit geftielten unb fißenben Brüfen — ungefähr 
2ÖÜU0 auf bas £uabrat)cntimctcr — ausgerüflct. Bie geftielten mit 
ihrem fiebrigen Sefret [mb bie gangorgane. Bie fißenben mit 
ihrem pepflnartigen F erlncn l f‘ n ^ ^i* abforptionstoertjeuge, bie aus 
ben Bierleichen bie ftiifftoflhalttgen Körper frrimacbtn unb auffaugen. 
©enn bem Berübrungsreij ein ebemif^er folgt, »irb bas Blatt am 
'Xanbc eingerollt. Bas Brüfcnfermcnt bringt ÜTlilcb jum ©erinnen. 
Bic Sapplänber bereiten burch bieles eine beliebte 9lenntiertnilch' 
fpcife; lätmiölf genannt. Pinguicula (ommt bei uns in oicr arten 
oor: P. alpina. blübt roeife mit gelben Streifen. I*. norica, ]*. lepto- 
ceras, P. grandiflora blühen oiolett ohne gelbe Streifen. 

Bie jtoeite ©attung ift t'tricularia, /SafferfcblaucbgerDächfe (utri- 
cuIub ber Schlauch). Sie (ommt bei uns. im BJaffer febenb, mit 
in feinocrteille gipfeln. ftCTfpaltenen Caubblättern ohne ?Burjcln oor. 
Xropifcße Sanbformen haben ungeteilte Blätter, an ben feinen Blatt- 
Zipfeln bangen blafenartige ©ebilbe. Biefe Blafcn, ju mehreren ober 
einzeln ftebcab. finb umgeioanbelte Blätter. Sie finb balbfugclig ober 
halbeiförmig oon ©eftalt, an ber 9lü<fenfcite ftarf gcmölbt, an ber 
Bauchfeite abgeflacht, am Stielen be mit einer fleinen Öffnung oei- 
(eben, bie außen oon langen, teifmeife Dcr.urcifltcn Borften befeßt ift. 
?la(h innen wirb bie Öffnung oon einer Dcntilartigen Klappe ab- 
gelchloffen. Biefe Borricbtung macht ben tfinbrud einer galle für 
(leine ätolftrinftften. Biefe »erben tatfächlich in großer gapl in hen 
Blafen angetroffen. Bie 3nnenfeiten ber Blafcn finb mit oietcrlei 
Brüfen befeßt, bie ein Ferment ablonbcrn, bas bie (£i»eißftoffe brr 
getöteten Xiere jerfeßt unb in ben 6toffn>ecbfe[ ber Dflange finbcjiebt. 
2Rit ?Qinter(nofpen, (leinen (ugeligen ober eiförmigen ©ebilben, über- 
wintern bie heimifeben arten auf bem ©runbe ber moorig* fdblicfrigcn, 
tierreicben ©«paffer. Ber lange Blütenftiel erhebt ftch im f>ocb- 
fommer über bie B5af|erflä(hc unb trägt große gelbe, gefpornte 2ippenblüten, bie oon 
Scbroebfltegen befruchtet »erben. — Bie infeftenfreffenben 'pflanjen bieten nod) eine 5terbc 
pbDfiologifiher Bfoblemc, bie $u löfen bei 3 u * un f t oorbeßalten fein muß. 



#1 


tewinentau (Dn>soia n>tundir»Lia). Vinfs 
oben: Btatt. bei bem Ne (Mlftt ber ffiim- 
rem über ein aefangenes 3nfcn gebeugt 
finb (PCTflTpßcrti. 



KM 


©cmcincs galtfraut (Piaguii'iiU vulgai i-i. 
*.!Iuf bem linten Blatt etn infeft, burdt Rieb- 
brüfen feftgebalten. T^tuiUct: a. Guerfihniii 
eines Blattes; b. Rlcbbrujc Cocigroßcit». 




iWiuisf liegen falle (Dionaea niusdpula). 
CVi einem ailammrnflctlarplfn Blatt ift ein 
3«|efl gef diwit. Oben linls : L'atvg&|<hnitt 
bureb ein Blatt, um bic bin flcnbcifun 
.W wifltn. 


Xaublatt ( Dros«»|*tiy lLiim lusiianic-uiu). '\ungr 
aflaiur. Hn ben grfticllcn Xrulcn Heben önfeftrn. 
BrCbts unten ein Stüd Blatt mit gefangenem 
C'nfcfl (ocxgiößcrt'. 



Sei ber Ülrbeit. 3lad) einem £>olj1d)mtt Don Jjütins 3elbnicner. 


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Haus Hi'. Brenfyet in Obenoertb bei Geblnu- 'I'iOa be Clo am iclambetpei €<r: fceeleile. 

Or r tl ff ip <t t 9 X X. / J3on Älcfoniier d. 6lf i^en^ufttDurm. 


n her Baufunft fpridüt ficb (in neuer Stil am flarften unb ficberftcn aus. Borbereitet 
in :Ulaleifi unb frunftgerocrbc, tritt er hoch erfl im Hausbau nollcnbct an bie C*|fent- 
liebfei t unb nimmt if in.fi ub burdt feine ftrenge, ich möchte faßen, unabänbcrlicbe Linienführung 
auf jebes ©erät, bas ficb bem baulichen ©runbgebanfen cinorbncn mu[j. 

£0 roirb bei Artbiteft zum 5CReifter bes Stils, unb 
{eine (Schöpfungen legen SKccfecn feba ft ab Dom ©efebmad unb 
können feiner ^eit. Srnft Haiger ftebt als burtbaus 
moberner ftünftler ben farberungen ber ©egenroart mit 
einem tluq beberrfebten 6d) opfern? illen gegenüber, ber ibn 
ebenfo oor allzu fübnen Hlobclaunen bereabrt roie oor einem 
glatten Hacbabmen abgcfcbloflcner Stilartcn. tfin Lieb- 
haber ber Antife unb oerftänbnisooller faeunb bes ftunft* 
qefebmads im achtzehnten fabrbunbert, Dennag er burefe 
Anf längt an beiartipe flaffifcbe 'JWotioe reijDolle Wirfungen 
tu erliefen. Born Ufer bes Starnberger Sees grüfet bie 
Billa bc C>fa, eine liebliche (Erinnerung an bie Zeit bes 
Xrianon unb bod> ber Ausbrud unferes ©efebmads unb 
unferer KultUT, eingeftimrot in bie Lanbfibaft unb »obige- 
eignet, bem Leben oon beute fein Hecht 411 bringen. Dem 
Leben oon heute? — 9d? bin ju oplimiftifcb geworben: 

Dem Leben non ßeftern, non ber Zeit nor bem Kriege, als 
feine (Sitte aalt unb bie Stultur bes (Eigenheims (d)önr 
•Triumphe feierte. 

•Ausbrud biefer Zeit, bie aus bem nolien fdjöpfte. mos 
fDUlcrial, Arbeit unb leitroeife auch 'Raum betraf, finb jene 
Lanbbäufer unb Umbauten oon älteren Käufern, bie (irnft 
Haiger in Oberbapern unb am 'Rhein, bei Tübingen unb 
in Sdjlcfien ausgefübrt bat, cbe ber 6turmroinb bes öffent- 
lieben Lebens mit berbem Weben in alle Heimlicbfciten bes 
(Tiqcnbafcins fuhr. 

©ebiegen in jeber Beziehung unb babei boih anmuts- 
roll unter bas geräumige, ßcfcbroeiftc Dach ßelagcrt, ftebt 
]>r. Brenfeels Haus in Oberroertb bei (£oblcnz unb erzählt, 

«rie ade $ier liebte iten bes achtzehnten fabrbunbcrls, zum Bei- 
fpiel ein Xurmbäubihen unb bie Butten auf bem Baiton, mit 
unferem Stilempfinben ocrcinbar finb. Das ftrenge portal, 
bie arebiteftonifd) gefefeten Bäume, bie ©licbtrunß bes ©e- 
(«umtbaues geben ein febönes Bilb jener (Sntroicflunq, bie mir 
genommen, unb an bie anßctnüpft merben mufj, fnbalb wie* 
ber Xätißfeit auf ben Baupläfecn cingieben fann. 

Wir finb aus bem Stabium ber Wobnungsfüllc in bas 
bcT Wohnungsnot getreten, unb bie Bauluft ift gröber als 
bie Baumöglicbfeit. SDtan mufj jebod? bie heutigen 3Hife- 
iianbe als ooriibcrgebenb anfeben unb bie 'Werte unferer 
jubrenben Arcbitcftcn auch baraufbin betrachten, tote fie ber 
reränberten faitlagc Rechnung tragen unb ibrr Wefensart 
barauf einftellen. Ad? fenne bie oerfebiebenften, aus Haißfrs 
Atelier bernorflcgangenfn Bauten unb habe immer gefun- 
ben, &afe er bas Scböne mit bem ©cmütlidjen, bas Elegante mit bem ^raftifeben zu nereinen 
oerflanb. Darin liegt aber meiner Meinung nach eine Hauptaufgabe ber ^ufunft. 

'21 lies, tnas licbeooll zufammengeftellt bas Heim einer Familie bilbetc, ift beute bureb 
bie Eingriffe felbftbcTrlicber Bebörben Beriefet ober bebrobt, unb mir fönnen uns bie in 
narbe unb farm gieitbzarlcn 6cböpfungcn Haigcrs niebt recht benftn, nollgeftopft mit 


Leuten, bie ber $ufaU bineingebraebt, abeT mir burebwanbern fie gerne mit ber Hoffnung, 
bab bie 8dl tommen roirb, in ber folcbc Bauten roieber ihren Brfibern geboren unb 
eine iHeibe oon neuen ficb ben alten anfcbliefjt. 

©ebaube wie bas ed)lofe Ober-Lubie bei ©Icimift, bas aus einem älteren, einfacheren 
Haus beroorrouebs, bilben roobl bie banfbarfte itufflabe 
fiir einen benfenben ^Ircbilcften. 6ie beberr|6en bie 
©fgenb. ein roeitcr Bart gibt ihnen ben 'Äabmen, Irabi* 
tion fpielt bie SWelobie, unb alles 'Jleue, mobern BfattifAe 
ift nur Begleitung. (£in grobes Bartal, eine gut angelegte 
'2tuffabrt, ein gegliebertcs Dach geben ben oornebmen 
(ibarafter; ftilooll gemütlidjc fanenräume, teils nacb ^trt 
bes austlingenben achtzehnten fabrbunberts eingerichtet, 
Zeugen oon Sorgfalt unb ©efebmad, zwei (Sigenfcbaficu, 
bie man bei ben Haigerfcben Bauten unb ^nnenausftat* 
tungen niemals oermifet. 

Dies tourbe mir befonbers tlar beim Befucbc ber Billa 
'Helfe, bie, lieblid) an eine Höbe um .Tübingen geUbmiegl, 
tDcitrn üusbtid auf ^al unb Hügel gemährt. Hier «oaren 
Heinere üusmafec norgefebrieben, um oorbanbene iDlöbel zu 
benufeen. Damit mufe man in her fatunft rnobl auf jeben 
galt rechnen, unb ber fiebere (öefebmad. mit bem folcbe Lötung 
bem 'ilrdbitcften gelingt, ift befte (f mpfeblung. Dazu geboren 
oor allem jene Bcberr[d)ung bcT £tilformcn, bie bas 8u- 
fammcnpaflenbe lieber aneinanberfügt, unb ein feines ffiejuM 
fiir bie farbe, roic cs Haiger oor allem bei ‘äusftaltung oon 
dnnenräumen zugute tarn. 

©cmülliibc, mit Sorgfalt unb licbeDollem Berftänbnis 
für bie Beroobncr erbaute unb eingerichtete ifiqenbeime 
toarrn feit alters ein beionberer Borzug beutlcbcT Kultur. 
üHan mufe einem Jlünftler mic (frnft Haiger Danf roiflen, 
bab er bie Jrabition biefer Ifrrungenfdjaft aufrecbterbäll 
unb mutig rocitcrfdbrcitet auf ber Bahn, bie er ficb oor- 
gezeichnet bat. 3e ficberer ©efebmad unb Können, befto 
beffer gelingt au<b bas (finfüblen in neue Berbältniffc. 
Wenn mir non jener Organifation, bie ficb £taat nennt, 
unb bie eigentlich nur bas Allgemeine oerroalten unb 
beffen Bcbürlniffc mit benen bes einzelnen ausgleicbcn 
lollte, nicht zu ftarf geftört merben, fann ficb ber beutfebe 
„Aufbau" — hier im roörtliibftcn Sinne zu oerfteben — fo 
halb unb fo flattlicb enlroideln, bafe ein bemäbrter 'ünhitefl 
oollauf befebärtigt fein roirb. Da lohnt ficb ein Blid auf 
bie Schöpfungen ber jüngften Bergangenbeit, unb mancher 
roirb in ein griffiges Binnen unb träumen fommen, oon 
bem hoffentlich, im ©egenfa^ zu ber alten fDlärcbcnformel 
„(£s mar einmal", bas cnergilcbe Wort gilt: „(£s toirb 
einmal." Dies Wort möchte ich überhaupt unlerer faü 
unb unlerer Runft zum 'Ulotto geben. 

(fs roar mir gcftatlet, in bie Zeichnungen oon fünftigen 
Werfen Haigers einen Blid zu roeTfen. Bon bem 6ompboniebaus, bas ebelfter Btufil einen mür* 
bigen Baum geben (oll, habe id> oor fahren an biefeT €trll< gefproeben. Heu roar mir aber ber 
Blan eines grofezüßigtn Xbermtnbaues, ber clroas oon antifer tebönbeit unb Heinbeit in un|crr 
Zeit bringen möchte. Bielleicht gibt es eine Stabt, bie ihren Bern ebnem bies ©efchenf mit (einen 
Säulenhallen unb Scbroimmbajfins macht — einen Abglanz antifer Lrbensfreube zu errordrn. 



Siblofe C'ber-Lubie bei (Slcitoitz: BorbaUe. 



6cblofe Cbet-Subie: Barlleitc 


Billa Dr, Acife in Tübingen. 


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v $pfltlänt>i[d)C Cont>fct)oft im grü&linfl. 3!«ct) einem Oemäl&c ooit Sllbin t2d?lchabn. 



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(6. ftorttctjung.) 
Secßfteo ftapitel. 



er SBinb, der burdj die Bütten läuft und jedem 
Öafen über bas $ell fährt, weiß überall Be* 
fcßeiö. Sr finbet lag für lag nur 3roci 
Wcnfcßen, unb immer find es biefelben, bie ftet» bei’ 
fommen find». 3 n all ben Sonnentagen ßat er cs nid)» 
anders angetr offen. 

Sine Husnaßinc ifl nur ein einziges EJlal der Stranb- 
uogt Hicls (Eridjfen gewefen. Der ift oom Strande auf 
die Dünen herauf gefprengt auf feiner Qrucßsftute und 
l)at fid) als Späßct im Bügel aufgerießtet, um nad) 
der Dürmerllaufe ausjufdjauen. Wie eine Grfdjeinung 
ift es gewefeu. Die Stute hat in den Wind gefeßnaubt 
und mit ben Oßtcn gefpiclt. Dann fjat fic eine raube 
£i>anb ptößließ ßerumgeriffen, und der Leiter Ift von 
danrten gejagt, baß der Sand oon den $ufen flog. 

Das Ginfiebelpaar ift eng umfdjlungen aus ber Dür 
getreten und ßat 3 *it gehabt, 311 Derweilen wie die 
Sonne, unb gleich ißr nichts gefeßen als fid} felber. 

hindere Öeute, die mehr feljen, find da feine will- 
fomtnene ©efcllfdjaft. Sie tun gut, ihren ©flidjten 
nacb3ugeben und 3U beadjten, welchen Scßaben an beit 
Bußnen bie lebte Sturmflut angerießtet ßat, unb ob 
nicht Borfeßrungcn getroffen werben fönnen oon toiiu 
jigen HlenfcßentTäften, roenn beim näcßften Enpndroecßjef 
bie Qflut fpringen will. 

Sritoerfcßwenöung ift es dann ju nennen, wenn 
fold) ein oemünftiget Wann, naeßdem er Dünenberg 
unb Dal jwifeßen fid} und das felbftgenügfame ©aar 
gelegt bah nußlos ocrweiU. läßt Hiel» Gricßfen, 

der doch «in folcb fid>ec«Y Stopf ift, müßig fein ^ 3 ferd 
grafen und roirft fid) in das fceibefraut? SBill er mft 
den Hugen fieß fn die blaue Unergrünblidjfeit oerlieren 
unb ebenfalls ein Dräumer werben? Ober haben es 
werttatige fieute autpeilen auch nötig, ju träumen, mit 
der $anb in den Sand ju hallen, damit fie miedet 
fähig find, unbewegten Hngeficßts auf bie Brüde der 
täglichen Hotmenbigleit au treten? 

Darüber Könnten Sonne und SBinb nachf innen, 
toenn fie ßätten und es ihnen nicht genug märe 
famt den Weeroogeln unb ber Sippe des Seehundes 
Rummel unb dem Ginfie beipaar, baß fie unter ftd> 
finb in der ©errlitßfett awifeßen ben ©feeren. Das 
£icßt bes fteuerwärters brennt allnächtlich auf feinem 
hoben ßeueßter. Hber den Schiffen draußen auf hob?* 
fjaßrt, denen es auwiitft, ßat « oon fid) nichts ju 
fagen, nur fie fem3ußalten. Hudj der Draht bes 5 cm* 
fprechers, ber eine leßte bünne fiinie feftßält am SBatt 
entlang 3roifcßen bem Gidumer Dorfe unb dem äußerften 
£>aus am EJieer, erfahrt nichts vom heimlichen C&lücf 
awifeßen Hlönn unb Weib. 

Die Welt aller ficute fei, wo fie fei, fie ift anderswo. 
Der Straubhafer und die blaue Seediftel roiffen nichts 
oon ihr. Und aus dem Weere feßmatjt die Groigfeit 
oor |ich h»n, unb der Ceoiatßan fdjlägt mit den Sdjtpana- 
floffen wie jju Urjeiten. Wochen find dann Dage. 

^ier ift das ©araöies, roo fein ©efdjaft und feine 
forgeuoolle Hantierung betrieben wirb unb ber fom« 
mende Dag nießt im ooraus bedacht. Da jeder klugen* 
blief mit feiner Gegenwart ausgefüllt ift, hat fein Wcfen 
Seit, an anderes 3U benfen, als roas mit den feinen 
©lödlein bie freibeblumen läuten. Hur die übereifrigen 
Bienen unb fummeln tun ein übriges darüber hinaus. 
Hucß die Hmeifen fcßleppcn übermäßige Saften 3U- 
fammen. Hber toas ihr Beifpiel bedeutet, weiß nur 
ber Huf« über dem ©leere, der awifeßen feimmel und 
©Tde ftel)t am (Ende ber Welt und unabläffig basfelbe 
ruft im Huf unb Hb des gleichen Donfallcs. 

Der SRufer ift unermüdlicher als der ftuduef in den 
Hefen Wal bem auf dem fernen Qreftlanb. Bielleicht toerden 
eines Dages, die gerufen find, roiffen, roas ec roill. 

BieHeicßt toird bann bie -öodjaeit aus fein unb ein 
Heues an heben, roenn bas Heue fo ftarf oder ftärter 
ift als bas felbftoergcffeue Sichoerfchmel3en oon Wann 
unb EBeib in ber Umarmung. 

Dann toird es jedem nach feiner Hrt etwas oor- 
fchreiben, woran niemand ben ft. 


Wochen waren oergangen, als bas junge Weib 
fpfnte, baß es beftimmt fei, Wuttcr 311 werden. 

Der Wann rußte nod) neben iljr 00m feinem 9 lad)t* 
dienft, als fic fritljc cmfftanb und, oon Uurulje 3um 
Strand getrieben, hinauslaufchte in die {Jeme, die ißr 
unabläffig dasfelbe 311 rief. 

Wieder meldete fiel) überrafchcub ein Hnfattg. Der 
oerLjieß, fich in l)eimltcf)em 3uncl)incn fünftig geltend 
gu mac()en. Gr wollte im £d)oßc bes Weibes fleh eine 
Wiege bereiten, wollte fld> fühlbarer mad>en oon fflJond 
311 SRonb und den jungfräulidjcn fieib umgeftalten 
na^ feinem Bedürfen. Das fei fein unabänbcrlidjer 
Wille. Und das Weib werde gehorchen und dulden, 
baß es bem Heuen feine Gbenmäßigfeit, vielleicht fein** 
Schönheit opfere. 

Was änderte es, baß bie fugend erfdjraf? Das, 
worüber fic oerfügt hatte in föniglidjer Cbeberfreuöe, 
wurde ißr genommen. Hudj bem Hlanne, bem cs gc* 
fchenft war, tourbc cs genommen. Hun war cs dein 
fommenben ftinbe gegeben unb feinem Begehren. Da- 
für empfing bic Gnteignctc einen neuen Hamen und 
follte fünftig Wutter feigen. 

Das Weib perließ eilig den Stranb. Hber, was ber 
Hufer beftellt hatte, oemal)m es nicht nur an einem 
eingclnen Blaß, fonbern überall. 3 m 3 cns>fiüngtal 
faß Wieb auf einem frinblingftein; Düncucinfamleit 
girlelte lüden los ihren .ft reis um fie ab, baß fie nichts 
anderes nteßr oeritahm als das eine: „Du roirft ein 
ftinb gebären!" 

Wie wollte fie bie Botfcßaft aufnehmeu? . . . 

3uerft h°tte fie ißr Ohr oerweigert. Hls ißr das 
Blut unerwartet tn ben ftopf ftieg ober in bic Bruft 
feßoß, wußte fie nicht, roas das ruefweife Hnfiualleit 
unb die fliegende ©lut bedeute. Hueß tonnte fic fieß 
bie ungewohnte Schwere ihrer ©lieber nidjt erflären. 

Was ihr 3U f^affen machte, oerbarg fie uor dem 
Wanne, bis fie Gewißheit hatte. Hber and) dann 
jögette fie, bie Wafcße, es ißm 3U offenbaren. Sic 
fpürte, baß ißr oon ungefähr iß re Befonbcrheit 3urfnf- 
gegeben war, nachdem fie alles gefchenft hatte. 

Der Wann war völlig ahnungslos in feiner frrcube 
und fragte nicht. Sie wollte ißn nicht ftoren. War 
er nießt ftrahlend froß und erfeßien ißr ein befreiter 
ttRenfch, ber nach langer ©efangenfcßaft fieß hemmungs- 
los überall bewegte? Wie er fang nnb federleicht daßin« 
feßritt war ber Übermut nicht wieder3uerfennen. Sein 
Dag flog ßin roie fein Boot oor bem Winde und hatte 
einen neuen Hntricb erfaßten. Droß des Gpätfomnier» 
machte er fieß daran, ber (beliebten einen ©arten an- 
julegen. Wit Sdjlid unb Dang wollte er ißn düngen, 
ein Steinwad follte das Cand oor dem (>lugfand 
feßüßen. 

Wieb ftanb dabei unb hatte die Elrme unter der 
Bruft gerreujt. (Er |cf)er3te, und fie dneßte ßeimlid): 
Wenn der ©arten beftellt ift, was wirb dann frjn? 
Gr weiß nicht, roas ich weiß. Hbcr, ums fein unid 
übers 3 Q i) r r das weiß icß aueß nidjt. 

Sie war oon roecßfelnder Stimmung. Wenn er fie 
an fieß naßm unb fie gan3 311 befitjen meinte, hatte 
fie einen leidooUen fremben3ufl uui ben jungen Hiund. 
Der Wann ßattf es gut. Sie aber tonnte nidjt mcljr 
oöliig aufgeßen in feiner fjreube. Sie waren Hießt 
meßr 3U 3weit allein. Daran hatte fic gar liicßt gc- 
dadjt. Hls fie fieß ßinfetjentte, damit er fid) »ließt länger 
quäle, ßatte fie ißin helfen wellen. Sic gab ißm, 
worüber fie allein ju oerfügen ßatte. aßute fic, 

was fie damals nidjt wußte, daß nodj e::i Drittes mit- 
beteiligt war. Gs ging nicht nur bic leiden allein ait. 

Damals war fie ftöuigin. Htm war fic Wagd. — 

Hießt feine Wagd! Gr tat, was er ißr an den 
Hu gen abfeßen tonnte. Das Diiifc, bas mit beteiligt 
war, als fie fid) ißr ©rautlager tnmi'.tcn des braufenden 
Weeres bereitete, war unficljtbar und hatte fic wie das 
Schief fal felber nberfefjattet. 

Hun leudjtete bas £>och3citsbctt als taljlc Sand- 
banf bei ber Gbbc und oerfauf roicbcr bei der f}lut. 

(Ebbe und fJHut, fo «wr cs and) in ißr felber. 

Was wußte benoeil bei Wann oon folcßcr ftrengen 
Schi*ffal5macßt? (Er blieb, was er war, unb ging frei 
ans. Gr erfuhr 3ulctjt, was fcljon die 501130 £>cnlid)- 
feit ringsum ronßte, was die Bügel fid) 3iifd)rieu, wo* 


oon bie Scßafe mit ißren fiantmem blötten, unb was 
ber Wind auin öffcntlidjen ©eßeimnis machte bis tief 
in alle Weiten ßin. Selbft Bummel wußte früher Be- 
feßeib und benaßm fieß tolpatfcßig teilncßmenb. 

Öordj. wie frößlicß dem Blanne der Dag oerging! 
Hber das junge Weib fam fieß wie eine Schuldige oor, 
bic gefcHiiaeidjnet war. Bald lag fie, ißrem unge- 
wohnten Hußebcbürfnis uaeßgebend, am Strande, unb 
bie Sonne betaftete fie mütterlicß. 

Hber auweilen gefeßaß es, daß bie fcßlanfcn ©räfev 
fieß grüßend oor ißr neigten. Dann fam fie fieß ge- 
feguet oor, und ßoße Stimmen flüfterteu ißr 3U. Sie 
war wie ocr3mibcrt unb oon ©eßeimniffen rings um- 
geben. 

3 n folcßer 3 wicfpältigfeit bräugte es fie, fid) einem 
Blcnfdjen ißres ©efdjledjtes 3U offenbaren. Das fonnte 
nur 3 ngeline fein. Docß nießt der Seeigel? Die gute 
Hlte fam wie bisher mit ber ftiepc und ging ißren 
Dratt. 3 üngft ßatte fie ^um erften 9 Jlale rauß auf- 
gelacßt, als ob fie ßufte. 3fr cd, bet Hidjt&nutj, ßatte 
ißr angebolen, fie 311 raficren. Hlle fRunaeln in ißrem 
©efießt waren in Bewegung geraten, und fie ßatte die 
Bfcife aus bem Wunde nehmen ntfiffen. 

^«d fiel ntcßts darüber ein, als Wieb ißren Hu* 
tritt&befudj in der SJlcnfcßenfiebclung 3U madjen be- 
gehrte. 3 eßt erft befann er fieß, baß Hiels Gridjfen 
fidj gar nießt meßr feßen ließ. Wollten fie nach Gibum 
wan bem? Hein. Die ftönigin war ein wenig müde. 

Sie warteten bie fjlut ab unb fcgelten hinüber. 

Der erfte Dorfmenfcß, der ißnen begegnete, war bie 
Batriarcßengeftalt bes greifen Ceßrcrs. Hlle erwaeßfenen 
Gidumer hatten feßon oor ißm in der Scßulbanf ge- 
feffeu. Bäter unb Htütter nannte er du. Und fie [agten 
„Öcrr Öeßrer!“ wie 3»tr ftinbcr3cH. 

Hls bas ftattlicße ©aar ißt» grüßte, banfte er ge* 
mefjen. Ofred blieb aoll licßter ftreube fteßen und ftellte 
die ftönigin als feine frrau oor. Hber ber Hlte richtete 
fidj auf in fteifer Würde. Gr fragte abweifenb ftreng 
wie in ber Scßule: 

„Dvägt fie 3 ßren Hainen?“ 

Der Sfrager ßatte bas Hmt, fefte, unoerbrüchlicße 
Ordnungen als öeiligtümer achten au leßren. Daoon, 
daß einer in ©ottc» Geboten willfürlich fcßalten und 
Husnaßmen für fieß oon uraltem ©efeß madjen dürfe, 
wußte er nießt s. 

Gr lehrte ft<ß ab unb ließ bie beiden befeßämt 
fteßen. 

EBiebs Hngeficßt war wie oon Blut übergoffen, 
während ißres ©cliebten Hugen ftäßlem aufblißten. 
Sie fpraeßen im Weitcrgeßen Tein Wort. Elbcr oor 
des Stranboogts öof bog fieß bas junge Weib mit 
einer rüßrend fcßamljaftcii Bewegung aurüd. Der DÜr- 
mer umfaßte fie in ßeißer 3ürtlicßfeit mit dem Wrm. 
(Er ßatte fid) über fid) felber ergrimmt, daß er die 
Cjerrlidje fcßelten ließ oon dem fremden. 3um aweiten 
SWale werbe er fieß nidjt oer bluffe 11 laffcn, f 01t dem au 
antworten wiffen. 

Sollte ißnen der erfte Scßritt 3ur Blenfdjßeit jur 
Cual werben? Borßer war er nur ein Sonderling, 
öen inan gewähren ließ. Wollte man ißn jeßt als 
Übertreter ftrafen um feines ©lüde» willen? 

Hu» dem offenen fjenfter flogen Dauben, unb 3 nge- 
line Gricßfen mit dem feßmuefen fjricfenßäubdjen und 
ber gelben Bemfteinfettc um ben weißen £cils nidfte 
bem Bef ueß ju. groß wie ber ßelic Dag trat fie ans 
6er Bortur und umarmte die frrcuudin. 

3wifcßen ißnen braiußte nießt», roas fieß jugetrogeii 
ßatte, erflärt 3U werden. Gs war nichts da, das miß- 
beutet werden fonnte unb erft in bie richtige Beleudj- 
tung gefetjt werden mußte. 

Hicls Gricßfen fam in Hemdsärmeln au» ber Scheune. 
Sie hatten die letjten 3 u üer f>eu cingefaßren. Hudj 
er war unoerändert, nur etwas 3urü(fhaltender gegen 
ben weiblichen Dcil. 

Was er mit fieß burcßgclämpft ßatte, ließ er fieß 
nidjt anmerfen. 

□n Dugelines Wäddjenftübcßen leßnte fid) feelga an 
bic Bruft der Freundin unb fcßludjatc. 3 ß* 3tol3 «oar 
gefrätttt. Unb docß hatte fic oor dem ftrafenben ©e- 
fidjt des greifen fießrer» fieß wie ein fcfjuldbennißtcs 
Sdjnlmäbdjcn gcfiißlt. 



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SDnr nocf) ein Viertes ba, bas brcinreöcn wollte 
groiftfjen iljr unb iljrcr 2at? Mtodjtc bas cljrwürbig 
auf treten mit grauem ©oupt, es war con fOTenfeßen 
gemacht. Das wollte jut gemeinen SRcgel emiebrigen, 
was ißr röntglidjes Cpfer mar, um Den ©eliebten 311 
befreien! 

3 ät) bäumte fief) ihr 3 nncrcs Dagegen auf, Daß Das 
perfönlidjftc 3arteftc ©eßetmnis an bic ßffentlidjfcit 
gezerrt werbe, weil es ber allgemeinen Abftempclinig 
bebürfe. Gift follte ber gefeßlidjeti Form um frember 
SKmfdjen willen genügt werben, bann . . .? 

$fut! ©fc fühlte fict) bcfcßmutit uub belciöigt bnrrf) 
gubrhtglicfje klugen. 

A 3 eitn aber ißt 3 uftanb befavmt würbe, wie es mit 
iljr ftanb? Sie wollte gewiß mit feinem Gcßritt mehr 
bas Dorf betreten unb fid) lieber i>or allen 9 Rcnfcf)fn 
verbergen. Aber bas ©efeß ging ißr und) unb beftanb 
laut fdjreienb auf feinem Schein. 2 er Jcucrwärter 
lebte in wilber Gße! Das tonnte bie allgemeine 
C^rbarfeit nidjt btilben, um nid)t an fid) irre ju 
werben? 

Wui! - 

3 ngeline ftreidjelte bie ©anb ber Aufgeregten unb 
feßaute f innen b burd) bas Fenftcr 11a d) ben 3acfigen 
Sonbbergen unb ber gltißenbftt BJanberbüne. Sie 
mußt«, mit roeldj häßlichem Gtfcr fid) ber Dorfriatfd) 
übet bas mutmaßliche 3ufamiuenhaufen in ber ent* 
legeneu Dürmerflaufc ßergcmadjt hatte. Da« öjejetev 
war fogar bem Gtranboogt über bie Sdjwellc gelaufen 
unb hatte burd) ben ÜJtunb eines grauen Drunfcnbolbcs 
aufbegehrt, warum bic Boli3fi hier nidjt eingreife wie 
bei armen ßeuten? Reiche ©änfe Dürften ln ihrem 
Bergnügen nicht geftört werben! 

fRoljes ©eläcfjter tmb ©ranntweinatem fdjlugon aus 
bem SWunbe. 

3 ngeline f)ielt fid) bie Ohren 311. Stiels aber ftreefte 
bie ©anb aus unb tat ben Spcrtnfcl uor bie Dür. 

Alles bas glättete Sngelines ©anb aus, als müffe 
fie eitte Gcßulb ber Gi bunter gutmachen. Sie verftaub 
©elga ohne SBorte unb fonnte an fememb nicht irre 
werben, ben fie innerlich gejpürt f>atte. ©elga hatte 
ihren feften fßlaß bei ihr. 

Als Sngeline alles erfahren hatte, fing Ü* behutfam, 
aber in ihter wiffenbett Art an, ber ffreunbin 311311* 
«eben, fleh nicht länget vor 3freb 311 verbergen. 

„Du barfft ihn nicht für fchwnd) holten, baß bu 
ihn feßonen willft. BadjDem es fo gelommen ift mit 
bir, will er es mit bir tragen. (Er wirb bann redjt 
wiffen, was bu für ihn getan h^ft, unb mit bir 311* 
lannnen froh fein." 

Da« fah 9 Bieb felber ein. G« tat ihr aber gut, cs 
fo llar unb beftimmt 3U hören. Die ftriefin fuhr jebori) 
fort, mit ber ihr eigenen Gdjallßcit, bie ihr fo wohl 
ftanb, bie ftlatfdjfudjt bcs Keinen Dorfe« burd) ben 
ÜJiangel an Aeuigreiteu 3U entfdjulbigen, um bar3utun, 
baß Jeber einmal, unb am meiften Gricßfens ©of, auf 
bas ßäftcrbänldjen fäme. 9 JtU liefet Gntrüftung füllte 
man ba nicht antworten. Am heften ginge man bem 
fieutgerebe au« bem QQege, inbem man ihm mögliche 
wenig Anlaß gab unb nach außen hin nidjt auffiel 
gegenüber bem ©ertommen. Orreb unb ©clga hotten 
es bod) fo einfach* Sie waren im ©aufe bes Staubes* 
beanitcn. Söenn fie wollten, tarn Aids auch h ecQUS 
auf bie JJ-euerwÄrteret. Dann icar allen fiäftermäulem 
ba« 9 Bort abgefchnitten. 

Diesmal aber war 3 ngeline nidjt bie ©eienprinjcffm- 
Für fie bebcutetc bie SJtmföhtit ihre Aadjbarfdjaft, bic 
ihr tagtäglich begegnete, ©elga aber, her ©roßftäbterin, 
war bie Blenfdjheit jur großen fjrrcmbc geworben, vor 
ber fie in bie Ginf amfeit geflohen mar. Diefe ftrembe 
fiel als 5einb ein in bas ©arabies unb l)eifd>te mit 
ber brutalen Stimme eines ©eridjt&uoUgirßer» 3 aßiong. 
Die laute Stimme ahnte nicht, baß fie bic unmögliche 
3 umutung an ©elga ftcllte, bas Opfer ihrer Blfibcßcii* 
haftigfeit gut Befreiung be« ©dichten t)intevf>cr als 
Bfehltritt 3U bereuen. 

„ 3 dj bin entronnen!" wieberljolte bie Stolje Q-rebs 
A 3 orte aus feinem Dagebudj, bie ißr ben Karen Bteg 
311 weifen fd)iencn. Sie l)atte nicht in unüberlegtem 
ßeidjtfinn wie irgenbeine, fonbem mit freiem SBillen 
ßeib unb Seele oor ber Unenblidjfeit felber bem ©e« 
liebten übergeben. 

©icr nachgeben, hieße, mit eigener ©anb ihr ©eilig* 
ium, ben h&Wen örefttag il)rcs ßebens entweihen, 
©jemals! . . . 

Diefe Stille laufdjte in bem trauten Stübchen bes 
ffriefenmöbchen«, bas wett uub ftarv bie Augen ge* 
öffnet hotte. Draurnfjaft murmelte es oor fid) hin. 

„Deine (Eltern haben eine (fi) c flef^jloffen unb meine 

auch. 1 “ 


©clga« (£ltem? ©in bitterer 3 u fl um bic Cippeit 
gab ber ©olbfcligcn ben Aus bruef ungewohnter Strenge, 
©om ©ater wollte fic nicht reben, aber für bie willens* 
fdjwadjc ©lütter war ihre ©h® du« ©ntiebrigung ge* 
wefen. Uub in ihrem ©efanntcnrrei«, wie oiele biefeu 
3nxmg5ehcu waren glücTlid)? Maum eine, meinte fic 
3u Ceunen. ©ach oußen würbe ber Schein gewahrt, 
aber heimlid) jerrten bic Anglüdlid)eu an ben itetten. 
©ielleicht wären fie gute ftreunbe geworben, wenn fic 
uidjt miteiuanber ocrljciratet wären. 

3 mmer noch fchwieg 3 ngcline mit leibuollcr Starr* 
heit. Als fie fid) aufridjtcte, legte fie beibc ©änbe auf 
©clgas Schultern: 

„Dd> weiß, bu faunft nid)t, öamm barfit bu nidjt. 
3 © l)Qb bid) lieb, Sdjwcftorleiu!" — 

3wifdjcn ben ©lännem fam c« ebenfalls 31t einer 
Ausfpradje, bic aber fdjncll 3m erfreulichen (Einigung 
führte. 9 tadj ber anfänglidjcn ©utniftung mußte ber 
Dürmct ben greifen ßeljrer mit ber fuappcu Sadjlidj* 
feit feiner {Vrage gelten laffe«. 

Dticls gab 3U bebenfen, baß bas ©lintfeuer auf bem 
(Ellenbogen auch nad) ©ibum leuchte. Die ©üdficht auf 
bic ftaatlidjc Orbnung brauchte nidjt oljnc 9 lot außer 
ad>t gelaffcn ju werben. 

Uub welche 9 fot füllte für frrob oorliegen? Gr 
fonnte fid) nur freuen, wenn bic Königin feinen Aainen 
trug. So war er 3ur Aachgic big feit bereit unb be* 
rcbetc alle notmen bigen (Jörmiidjfeitcn. 

Aiels reichte bem tfreunbo beibe ©änbe unb fdjaute 
ihn fo befonber« an, baß ftreb in feinen A 3 orten ein 
©efenntni« las, bas iljn tief bewegte. SBic liebte er 
biefen treuen Starten, ber nidjt nur bem ftrcunb, fon* 
bern auch bem Aebenbuhlcr bas ßcben gerettet hatte! 

„Aüm ©art, flat ftimming!" 


Auf ber ©einifahrt war ber AMnb eingcfchlafen, fo 
boß fid) 3 «b in bie ©über legen mußte. So war ihm 
bie Sduueiglamfeit ber ©eliebten nidjt aufgefallcn. Al« 
fic aber in bem (infamen ©aufe beifammen faßen, nahm 
ber ©innn fein junges SDcib in bie Anne unb teilte ihr 
bas (Ergebnis feiner Unterrrbujig mit Aiels Grichfen mit. 

„©clga ßübers! ftlingt bas nicht fein?“ 

AbeT bie willig ©ingebenbe löftc fid) ron ihm unb 
ftanb ifjm gegenüber wie ein Stanbbilb. Spnlhcnbe« 
Ceben gftmtc aus ihren Augen. 

Das h attc f' e erwartet. Aicht einmal ihr ©e* 
liebtec uerftanb bie ©röße unb ©ein heit ihres Opfer«? 
Bielleicht wußte er nidjt einmal, bnß er ihrer Dat feine 
Befreiung uerbanfe? 

Amt ftanb er auf bei ©egenfeite unb wollte aus 
Aücffichi auf fie, womöglich auf ihren guten ©uf, ben 
ßäftcr3imgen nadjgcben? 3 h* 3 ur müßte et 

treten unb troßiger noch als fie ben .Kampf aufnehmen 
gegen bie großen, bie fid) mit fDtcnfdjengcbärben ein* 
bräugten in bic ©crrlidjfeit. SBas fo Har unb frieb* 
lid) geroefen war, würbe nun hAßlidK^ Unruhe »oll. 
ßotmte er fo fdjuell oergeffen? Dann liebte ber ©?anu 
anbers als bas JUeib. Dann war e« iljm nicht bi« 
große Gntfdjeibung für bo« öebeu, fonberti nur eine 
Gpifobe. 

Dränen bes 3 ©ntes büßten in ißten Augen. Aodj 
ha|te fie fein A 3 ort geantwortet. Als aber {Jfreb fie 
befäuftigen wollte unb unbewußt fid) baburdj immer 
mehr innerlidj entfernte, fdjlug ißre Unbewegtheit in 
heftige (Erregung um, fo bnß es ihr entfuhr: 

„A 3 enu bu bod) fcfjmctgeu wollteft! 3 d) will lein 
Almofen, nadjbcm id) freiwillig alles gefdjeuFt habe. 
Blein Äinb menigftens foll einmal ein freier Aienfdj 
werben unb ftol3 fein, welch einer Stunbe es fein Da* 
fein uerbanlt!" 

3u fpät mertte fie, baß fie ihr ©efjciniuis oerraten 
hatte. Sie fdjlug bie ©änbe oor ba« ©cfidjt unb ent* 
widj wie oor einem ftreinben butdj bic Dür. 

Der Dünner blieb wie gebannt fteßen. „ 5 Rein 
Ätinb" hatte fie gefngt? Das hieß bod) aud), fein Äinb! 

Gr fuhr mit ber ©anb übet bie Stirn unb fa© burd) 
bie offene Dur aus füberijcller Aßeitc bie Keinen AJellcu 
toi unten, gewiegt oon fchranfenlos hinfl<?bcnber ©üte. 
Alüttcrlidj fdjwäßte bie See unb trug ihre ftinblein 
alle an ber Bruft. 

„Königin!" jd>rie ber Alann auf. (Er haftete tjtoab 
au ben Stranb unb wteber 3urücf auf bie nädjfte Düne. 
Gr rief, aber bic ©dichte war ocrfdjwunbcn. fjeiner 
Saab pricfeltc au J>rebs 3 rüße. Gr eilte gum ßeudjt* 
türm hinauf uub fueßte mit bem ftcmroljr ben Glien* 
bogen ab. 

Da falj er iljrc ©eftalt fict) auf bas Gibuincr Üief 
31t bewegen. 


„Biein Ainb! Die Bluttcr meines Üinbes!" tönte 
cs immerfort in ihm. Gr hatte fie oon fid) getrieben! 

3 m AJirbcl imbclanntcr ftärffter Gmpfinbungcn eilte 
er feinem Bleibe nad). 3 Bie gcljeßt trieb cs ihn oor* 
wärt«. 913 cuu er nur nidjt 311 fpät tarn! 

Seine ©änbe möchte er unter iljre Süße breiten. 
3 ßre ©anb wollte er auf fein ©erg legen, bannt fic 
fpürc, wie jeber ©ammerfd)lag in feiner Bruft il>r 
cntgegenpodjte. 

Der Sdjweiß raun ihm uon ber Stirn. DBtc hatte 
fie auf bie Cippeit gcbtffen uub ausgefehen wie eine 
Biävtijrcrin ! 3 n ben leßtcti Dagen hatte- fie einmal 
gefagt, wenn fie fterbe, wolle fie iitt 9 J?cer untedatuhen. 

9 hm wallte jut tfinfen bas übermächtige fDlcer unb 
rollte ba« buntpfc ©etöfe feiner A 3 ogen 311111 Stranb, 
unb jtir Aedjtcn breitete fidj bie flimmembe SBeitc wie 
ein riefigev gerinnt tterf alter. 

„Königin!" 

Die Bögel getertm uub fdjredten auf über ber 
frijrctenbcn Aleufdjcnftimme. 

Gnblich faub er ihre ©cftalt, wie eine Schiffbrüchige 
tnapp am Aleereaftraube h< ntcc einer Sanb welle aus* 
geftredt. 

Audj jeßt antwortete fie feinem Kufen uidjt. Gr 
warf fidj neben fie unb umfd)laug fie mit bcbcnbeit 
Armen. Sie b ulbete es mit gelchlofffnen Augen. Auch 
oor feinen teuchcnben Worten blieb fie ftumni unb 
tei Ina huif os. 

Als er ihr enblid) bie Augen aufgelüßt hdtt«, fah 
fie ihn toteuemft an, baß er ihre Seele 3U fdjauen 
meinte, bie noch eine leßte «frage ftcllte, beoor fie ihren 
Gcib verließ. 

Der Biami foll befemten, bei allem, was iljm heilig 
ift, ob er imftaube ift, gum 3weitcn ®iale mit reinem 
Atem 311 empfangen, was bie ©olbfelige ihm gefchentt 
hat ooit fid). Unb ob er es tjeilig halten wolle, ober 
es emiebrigett 3U einem gemeinen Blaffenercignis? 

Gr gelobte feierlich: „Gs foll alles werben, wie bu 
willft! Aicnn bu es wünfdjeft, glcljeti wir morgen fort 
oon h»<r in noch größere Ginfamfcit.“ 

(Einen anberen JBeg wußte er nidjt. Sie müffen 
noch menfdjcufcmer werben. SBenn fie ihre (freiheit 
nidjt aufgeben wollen unb ihr ©eiligtum hüten, muffen 
fie Flüchtlinge fein oor ber leßten Aienfdjenfiebeiung 
unb ihrem ©efeß. 

Sic hielten fid) umflammert am Stranbe bes Bteexes 
als ihrem leßten Anhalt unb fpürten in Wehmut uub 
AJonne, baß ihnen oon ber 9 Renfcf)bcit nidjts übrig* 
blieb als fie beibe allein. 

Sie waren fid) bie leßten Alitmenfdjeu. 

Siebentes Hapitei. 

G« ift eine F TO 0<» auf bie feine Antwort gegeben 
wirb, ob bie ©errlichtett awifdjen ben Bleereu mütterlidj 
ober felbftfüdjtig fei. Aßenn fie mütterlich ift» muß fie 
[ich bclttmmcm, was ben beiben Bienfchcn für eine Ber» 
Snberung gefchehen ift. Sie ftnb nießt mehr wie itinber. 

Derweil jinb ber ©iinmel unb bas ffltcer ftetig in 
ber Blannigfaltigfeit ihrer Bewegung. Sie gehorchen 
bem Daftftocf eines hrtmlidjen Bteifter«. Gr winft, unb 
bie Sonne fommt, unb er führt fie herauf burd) bas 
QBolfengcbränge unb führt fie h'^ab- Unb bie enb* 
lofeit SQaffcr führen ihren Aeigeu auf. Unb alles 
orbnet fid) ein 311 unenblidjer Ginftimmigfeit, als tanjlf n 
©inuitel unb (Erbe. 

Gs ocrfdjlügt nichts, baß bie Dagc türger werben 
unb bie Aädjte länger. Denn auch bie Aäcfjte ftnb 
untertan ber gleidjen ewigen ©armoitic. 3 f öe& Dafeiit 
geht feiner ©ewohnljeit nach, unb bie jungen Bögcl 
in ihrer Siebelei am Gllenbogenfnicf heben fich in 
bie 2üfte. 

Aber mit ben beiben, bie feine Bögel unb feine 
Dierc finb unb aufgeridjtet bahiufchreiten, ift eine Ber* 
Anbetung gefdjeljcn. Sie halten fi© im ©aufe unb 
bid)t babei, wie fdjeue Kaninchen beim Bau, wenn 
Die Sceablcr fommen unb ihre Streife 3icljen. 

A 3 unbert fidj bas (ßarabice, uub fragt cs, was bie 
9 Aenfd)en fo oerftört gemacht hat, baß fie nicht meßt 
umherfd) weifen, fonbem fieß für fid) halten? 

Gs ift eilt ©eßeintni» babei, noch ein neuerliches 
ift 3U ben oielen anberen bagugefomttten, wa« erft noetj 
entfcßleiert werben muß. 

Audj gwifeßen ben gwei eingigen ihrer ©atiung ift 
wteber ein ©erumfragen ohne SBortc. Sie Ipüten 
wieber, baß fie oerfdji ebenen ©efcßlecht« finb, unb ihre 
©efcßlcd)tlid)fctt hat unter Dag ein weitoergwetgtes 
A3ur3clwerf im Dafeinsgxunb getrieben unb faugt an 
verborgenen Diefen. 

(Jortfc^unj foEpt.) 


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tttr. 4007 


3l!uftrirtc 3citung 


503 



günf^'g 3a()re ant^ropologtfcfter 5 or f^ un 9 

Sun ©eorg Stempel, 'Sertin. 

(TVir 28i|fcnf (haften, benen bic Probleme ber Derfunft ©teinens Erfunbungen her Eingeborenen 3entralbrafiliens, 
-<yb<s rDlerfcben überall auf ber Erbe, leines 'Jlufflieqs auf bis <Srqcb nifTc Slo*-©rünbcrgs am Ebingu unb Ro- 


a 



Brof. Pr. 31. A. (£<bmib(, Xubinflcn. 


-</bes :Dlen|*en überall auf ber Erbe, feinrs ^iuffltcgs 
aus ber Unfultur zur ©efiltung unb zur Beben|*ung brr 
Raturfräfte jur £öfung anoertraut finb, finben in ber 
Anthropologie ihre zentrale T'if^ipltn; *r fcblic^cn fidj 
Ethnologie (Bölferfunbe im rociteflcn ©inne) unb Ur- 
ge|*i*fe ergänjenb unb einanber förbernb an. 

Die Bereinigung biefer 2öinenf*aftcn in ber berliner 
,,©c|ellf*aft für Anthropologie, Ethnologie unb Ur« 
flcfcbicbtc", bie auf ein halbes gabrbunbert ertragreicher 
Xätigfcit jurütfblidl, gibt bem 9öfitblid Don beren ©rün- 
bern bas befte Seugnis. 3Bel*e SRänner haben ber antbro- 
pologi|*en gorjebung in Deutf*lanb bie “Sahn gebrochen? 
3n erfter Reihe ftept St ut>o If 93ir*oro, ber aus bem 
Kopenbagener -Internationalen Kongrefj für Dorgcj*i*t- 
Brof I *r. Bcmbatb An trrmann. Berlin . (ic^e Ar*äo(ogie unb Anthropologie 1869 ben Anlafo nahm 
«Bbot. Elite. Berlin ) zur ©rünbung bei berliner ©efellfchaft. 3br folgten balb 

artbete Vereine mit gleichen 3 («lcn, an beren aller ©pifyc 
bie „DeutUbe Antbropologifchc ©e|fll|*aft“ trat. Sieben 
Bir*oro griffen bie neue Aufgabe fräftig an ber Etbnolog 
Abolf Baftian, ber Bbofiolofl 2- Du Bois-Rep- 
monb, ber ©eograpb £einri* Kiepert, bic Ratur- 
forfcher R«i*ert, fjartmann, Ebtenberg u. a. Die 
geologifcbc giage war dot fünfzig Jabrcn bie beberrfebenbe. 
2Bobl tagen febon Beroeife oor für bic Eriftenz bes 3Jlcn • 
leben im Diluoialzeitaltrr, aber nur (Jrjeugniffc menf*- 
lieber £>anb ( 2 lrtcfaftc) fliegen aus brn S!ebm- unb £ö&- 
febiebten ans Xagesli*!, fein €cbäbef ober Knochen biefer 
3Jlenf*en fclbft. Die Anorbnung biefer ‘älrtefafte nach 
ihrer gorm ergab bie gragc nach bem A3 ober ber Kultur 
unb bem Einflufc ber einzelnen Bölfer aufeinanber. Die 
©räberforf*ung fefctc ein, baju bie 5 orf*ung nach 
bem3i)pus ber Deut (eben, unb fie zeitigten rorrtoollc 
Srgebniff*. 6 pmit ftanb bie lirge|*i*tc ,zunä*ft im 
Borbergrunbc. Die rcrgcfcbidjUichc ©räberforfebung leitete 
jur CSrfennt nis ber Entronf lung ber Sormen ber 
XöpfeTei. Die Betrachtung ber metallenen Beigaben, 
wie 2 Baffen, 6 *mud, Aßerfztuge, leitete gu ben Anfängen 
Brei Pr. 3t. A. <£<bmibt. Jübtnaen. ber Kulturen troicflung; bie $öblenfor|*ung fam ergänjenb 
hinzu, BJohl erwies es ficb als Orrtum, bie Kelten als 
bie Xräger ber logcnannten £a-Xenc-KuItur anjufpreeben, 
allein bamit War bas Problem Don ben A3 egen ber 
Kultur aufgcrollt, ob £anbcl ober Übertragung oon 
Erfinbungen unb SJluftern pon ©tamm ju ©lamm hierbei 
beftimmenb mitwirfen. Bei feinen unzähligen Dergleichen- 
ben Unter|u*ungen oon ©cbäbeln lehr Dieter oerfebiebener 
Raflen, ba man ben 6 *äbc( ungefähr als SKafeftab für 
bie {»irncntwidlung anfab, fanb Rubolf Bir*oro bin- 
ficbtlich ber Beränberlichfcit bes 6 d)äbefs innerhalb ber- 
leiben ©ruppe fein abf*Iiefecnbes Ergebnis ; er fteflte bei 
ben „Raturpölfern“ eine faft grofetre Variation feft als 
bei ben atotlifiertcn Waffen. Birtbow bat ben Ippus 
alsSDlafcftab antbropologijcber Betrachtung aufgeftellt. Die 
moberne Ethnologie, beren 6 cböpfcr ilbolf Baftian 
ift, entfprang bem internationalen Berfebr; bie cinigcnbc 
ftraft bes fBeltmceres, bic geographifche unb aftronomifebe 
Umwälzung foroic bie inbuftioe gorfebung in allen 
SlaturwiffenfAaften bis gur Biologie unb jur Bfocboloflic 
hoben bie metapbofifötn 91ebelfcbleier, Es galt, umfaffen« 
bes obfeftioes Berglcicbungsmatcrial ,ui fdjaffen, was feit- 
nr -wnKrbif «u* hem mit ©lücf gcfchcben ift. B5ir brauchen nur bie 

*** 1 T m SOI uf een für Bölfcrfunbe in Berlin, in Hamburg unter 

Leitung oonDrofcffor Xbilenius, in £cip,ug unter Leitung 
ron -^Profcffor Äail Bie ule, bem Orbinarius für BSIferfunbe an ber llnioerfitat Ceipjig, 
in 6 tuttgart Unterteilung oon ‘i>rofeffor 51 oeb -©rünberg, in Breslau unter Ceitung oon 
Brofeffor 6 eger, tn Schwerin unter Leitung oon Brofcffor Be Ift unb an Dielen anbern 
Crtcn bes Reiches gu befudjen, um über bie reiche Qulle bes Stoffes gu ftaunen. '21 bol f 
Ba ftian fab aus bem alten Erfabrungsfafoe bes 6 tagiritcn ber: ärOgioxoc 9 van IcüorxoÄirixdi* 
• Der SDlenfch ift oon Slatur ein gefcUfcbaftliches 2Befen) bic ilbcrfübrung ^.um tOros ( Bolf) 
al'j gegeben an ; er fud>te ben „©efellfcbaftsflcbanfcn", an bem ber einzelne teilbat, unb her 
in feinen mannigfacbcn Differenzierungen als „Bölfergebanfe" erfebeint. 3n faleiboffop- 
artigem Bifbc nehmen wir bie Erfcheinungen bes Bölfcrlcbcns wahr, wie im farbigen 

ftarncoal treten He oor uns bin, wir müffen unter ber geograpbifch bebingten 30tasfierung 

ibr echtes BSefen gu etfennen fuchen. SDlan war bemüht — unb ba*u baff uns unfer ehe- 
maliger ftolonialbefifo — hie ctbni|<b<n Originalitäten gu fammefn, ehe ber moberne Bericht 
fie Döllifl aerftörtc, unb bic gorfeber waren beftrebt, burd) bas Aucrft bunffe unb reichlich 
bunte Blatcrial mittels inbuftiocr gorfebung einen teitungsfaben ju ziehen, ber oon 
„Elemcntargcbanfcn" aufwärts bis zur böcbftcn SXuIturftufc führt. w Dic mcnfchlithrn 
Elemcntargebanfcn» in ihrer 2lusbehnung über bic Kontinente geben nach Bafüan bie 
Komponenten, aus benen fiefa bas Bilb bes SUlenfchen x«r’ iSof/fr zufammcnfef)t. M ©eit bem 
-'iiiitgange bes SDleifters bat bie Ethnologie au 6 mctbobifche gorjfchritte gemacht. 2Bir baben 
ben ©treit ber SDletbobcn erlebt, in bem bie BJicncr ©cfaule bic üÖlögjicbfci! ber „Barallelen" 
bei ber Entftcbung fulturelfer ©üter annabm, ber gegenüber bie Berliner ©<hule bas Bringip 
ber Übertragung wertoollcn ober djarafteriftifehen fulturellen Erwerbes auch über Konti- 
nente unb ÜJlecrc bin oerfoebt. Die gorfeber ber iüngftcn ©eneration finb ber fülabnung 
Baftians nach ber 2Babrung etbnifcber Originalitäten für bic 3Biffcnfcbaft gefolgt. Es fei 
nur bingewiefen auf bie Reifen B. öagens in Oftinbiens, bie ungemein fruchtbaren Slrbciten 
Ebuarb ©efers in ÜJlcrifo, in Bufatan unb in B*ru, bic ganje Kulturen in bas 2i<ht ber 
Erfrnnlnis gefegt haben, auf bie zahlreichen etbnographifthen Ergcbniffe all ber Skifcnbcn 
tn unferem ehemaligen afrifanifeben unb eteanifeben Kofenialgcbict, ferner auf 51. oon ben 



Prof. I»r. -JtubDlf IJöd). •Seen. 



Brof Pr- Karl ÜBeule, ^apwa 


©teinens Erfunbungen ber Eingeborenen ^rntralbrafilirns, 
auf bie Ergcbniffe ft.od)-©rünbrrgs am Ehingu unb SRo- 
roima, ber ©übfeeforfchungrn oon Xbilenius, oon 91. Bö*. 
iUeubaufe u. a., ber antbropologifAen ÜRcffungen, bie 

g efi; o. l'ufdjan in allen Erbteilen in weitem Umfange 
at ausfübren fönnen, unb auf bic fu(turbiftorif*cn Ar- 
beiten biefes gorf*ers in 2 tfrifa, Kleinafien unb in 
2 fmcrifa. <c*on in hic allgemeine ftulturgcfdmbte ge- 
boren bie fpra*Ii*en ©tubien g. Bü. fi. SPlüflers über 
ebinefifebe Xefte, mittelalterliche japanifche Opern, famoa- 
nifebe Xcrtc, über altforifcbc (Eftrangclo) ober uiguri|*r 
Xertc, wie 21. ©rünwebcls unb d. ßecoqs Arbeiten unb 
©rabungen in Xurfan, bie über bie Beziehungen oon 
Bubbbismus unb Ebriftentum ganz neue Siunbr gcbra*t 
haben. Eine Ausbeutung ber religiöfen ©runbanf*au- 

ungen weftafrifanifcher ©tämmc bat mit piclem 6 *arffinn Bn>l.l>r.5.6elCT,Betlin. (Bh®* t'ebr- 
B. Anfermann unternommen. Der förpcrli*en Antbro- anflalt hes i'rtte-AeTrins. Berlin 1 
pologie bra*ten bie ungemein eraften unb f*arf fritif*en 
gorfchungcn öans Bir*ows über bie mc*ani[*c Bc- 
reegungsfähigfeit ber menf*li*en töänbe unb gäbe, bie 
barauf ausgeben, bie ffeiftungsfäbigfeit bes menfdblichen 
Körpers zu erfennen, foroic beffen Arbeiten über bas ©ebifj 
in »ergfei*enbcn anatomif*en ©tubien ebenfo wie feine 
Darlegungen bes Berbältniffcs oom ©cfi*t zum 6 *äbel 
bauernben ©etoinn; er warnte oor eiligen gcflftdlungen ber 
Slaffeeigentümlichfeiten bei nur allgu bürftigem Unter* 

|u*ungsmatcrial in bcilfamer ®cife. Die Anfdbauung oon 
ber Berfiftenz ber^affe ift burd) bie Unterfuchungen bes 
Dr. gTan.zBoas in SJlcuoorf, eines bcutf<h«n gorfebers, arg 
erfebüttrrt worben. Er fanb bei amerifam fierten unb bei 
in Amerila |*on geborenen ofteuropäifchen guben unb Ita- 
lienern eine gormoeränberung ber ©chäbel, bie oiellci*t in 
ffimatifchen Bcrbältniffcn ibre Urfa*e bat. 9li*t zule^t ge- 
hören bie &imforfcbungcn bon ÜHayBerworn zu ben neue- 
ren roertoollen gortfebritten antbropologi|*cr Art. Die 
Aüieberauffinbung ber 2JlenbcI|*en Regeln über bie ©pal- 
tungen ber Arten bei ber gortpflanzung (teilte bas Ber- 
crbungsproblem oon neuem zur Erörterung. Auf biefem 

gelbe banfen wir Eugen gif* er in greiburg wertoollc Bref Pr. Karl «mir, tfripwa 
Auff*füffe. Er bot hie 9lfbobolbcr Baftarbs (in Deutf*- 

©übroeftafrifa) genau unterfu*t unb auf bie Aaflenmerl- 

male bes SPlcnfchen alsDomeftilationscrfcheinungen 
bingewiefen. 91a*baltige Anregung boten bic um bie gabr* 
bunbertwenbe unb fpätcT gcma*tcn gunbe oon 371cnf*en 
bcT Urraffcn, bie in beftimmten ©*i*ten fi* zeigten, aus 
benen febon Erzeugniffe ber menf*li*en t>anb gehoben 
roorben waren, unb bie man au* na* ben teebnif* fort- 
fchreitenben Bearbeitungen bes geuerfteins unb gewiffer 
Xierfnochcn na* ihren gunbftellcn in granfrei* in fe*s 
bestimmte Beriobcn innerhalb ber „älteren Steinzeit“ ge- 
f*icben batte, gür mehrere biefer Benobcn gelang cs au* 
in Dcutfcblanb, Analoga zu finben. t>atte |*on her 1856 
bei Düfjrlborf im 9tcanbcrtal gefunbenr ©chäbel bie Ep- 
ftens bes 2Ren|*en im Diluoium oermuten laffen, To rourbe 
biefe Auffaffung bur* »eitere gunbe in Spo (Belgien), 
in Krapina (bei AgTam) geftärft. Es traten noch hinzu bic 
gunbe oon Exo Blagnon, Dom Brünn, oon ©alleo $>ill (©üb- 
Englanb). Als nun aber ber (*Wei,zerif*e gorf*er Otto 
Käufer in ben twblen bes Dorbognctals 190« ben fo- 
genannten Homo Mousteriensu fanb, bas ©felett eines 

etwa 15 bis 18 gabre alten günglings, unb bann 1909, etwa . lr Tk „ H 

40 ko. oon btdtn «unbfldlt, b”n Hon,o Aorigooceonis. ein ™ ' 

etflfll. bos in leint! edjlonlbtit unb feimren ÜRobellie. *• ' lca ' va " ' 

rung oon »ielen ber früher gef unbene n inenf* lieben Befte 

abwi*, ba fonnte ber feiber zu ftüb babingegangene Breslauer Anatom Hermann 
Klaatf* bur* bie egafteften Unterfu*ungcn biefer gunbe unb bur* beren Begleichung 
mit allen bisher betannten es als wabif*cinli* erroeifen, bafj ber Homo .-\urign«ceiiHr< 
roobl ber Borfahr bes heutigen Europäers ift unb mit ber SkarbertalTafle, bic ibtn zeitli* 
ooraufgeht, einem gcmcinfamcn Stamme angebört. Dct 6 *nitt, bei bie beiben Baffen 
trennt, liegt, foroeit wir beute (eben fönnen, wabr|*einli* zn>if*rn Alt- unb gurg-I'alaeo- 
lithicum. Es ift natürli*, wie biefe gunbe au* bie Borg«f*i*te mä*tig antegen 
mußten, aber au* *r ift in Karl ©*u*barbt ein SWeifter erftanben. ©*u*barbt bat 
bic Aletbobe ber flaffif*«n Ar*äologie auf bie Borgcf*i*tc mit Erfolg übertragen, unb 
na*bem es ibm gelungen war, bic rorgcf*i*tli*en Bcfeftigungen in her Broeinj ftannoocr 
als Karolingifchc Burgen, ni*t als römif*c Eaftra zu erweifen, bat er über bie Kultur- 
beziebungen bes alten '©efteuropas feit ber älteren ©teinzeit zum Donaugebiet unb 
ebenfo über bie bes norbif*cn Ärcifes zum ©üben wie umgefebrt über btc BSirfungen 
oom aUittelmeer ber na* 91orben neues £i*t zu verbreiten gewußt. Die Borgcf*i*tc ift 
na* unb na* mehr zur ©icblungsforf*ung übergegangen, unb in bem Xübinger "Robert 
Ruboff ©*mibt ift ihr ein funbiger Dofmctf* erftanben. Die moberne Blctbobc anthro- 
pofogtf*cr Btcffungen unb ftatifti|*eT .^ufammenfaffung einzelner Erf*cinungen bat Blartin 
(3Wün*en) auf bas genauefte ausgebilbet. Aus bem rci*cn Arbeitsergebnis bei brei gemein- 
fam f*affenbcn 2Biflcnf*aftcn ber Anthropologie, Ethnologie unb Urgef*i*tc lonnten hier 
nur einige marlante Xatfa*en berausgeboben werben. Die Berliner ©e|ellf*aft bat ihr 
3ntercffe an biefen gorf*ungcn unoerminbcTt erhalten, wofür bie lange Reibe ber Bänbe 
ihres Organs, ber „5dtf*Tift für Ethnologie“, unb im festen gabriehnt au* ihrer 
„Bräbiftorif*cn 8 eftf*rifr z«ugt. 3<iblrci*c gor|*er bienen her Erbellung aller ber 
mannigfa*cn Broblemc, bie cs z“ löfen gilt. Denn nur ber Unwiffenbe fann jemals 
glauben, es gäbe ein lüdcnlo[es Ä3iffen. Blag bie Erringung geiftiger ©üter uns beute 
über bie f*rrerc Seit binwegbelfcn. bie für unfer Baterlanb beraufgezogen ift. 



Brol-Pr- IbfofrRpdi-t&ninbfra.tr um- 
flort. (Bbe>( 9t. ■J'ellmor, crtultflon • 



Drei. Pr. Eugen gifdxr, greibuta i. Bi 
(ÜH>ot. E. Xb. Auf, grriburfl i. Br.) 


Brof. I>r. gdir o. l'ufcban, Btilin. 


Brof. Pr- Aubolf Alartin. 9Rün*cn. 


‘IWcf. Pr. Jtotl EdwiAharbt, Aertiu 


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Brof. Pr. tfVctMj Xbilenius, hambuig. 
<Bbot- A. 3Rpcfioot>, ^ambuTfl.) 


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©pielbafenbalj in ben Serbien. 9iad) einem ©cmälbe von 'illbcrt ©infler. 


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Olt. 4007 


3lluftrirte 3dtung 


505 



u ir. i s in a t i f d) c ']> l q u b c r c i pon 3 o | c f i n c r a f - M o m 1 a n o . 

. 1 Jbs . 'W& ' Q|}un Hong bas profje SBort — brr Vklt füllen wollten. Den fttriog beluftigte böd)* 

f.QL-+ : Ak wfr‘- /Vr- \ “V§r griebe. tftl&ft aufatmen Gteger licfcft bas finblich friegeTifcbe 6<haufpiel, in 

i IflVi* 'X- - wie Defiegte.“ Dies ©efübl bei ’öcfreiung bem er wobl au<b ben patriolifcben Rein er- 

x f T&ftxr * 3 ' «fr l Dom Äitoasolp bat oon jeber bei allen Völ- fonnte, unb ba Heb bie Knaben ein ©ebrnf- 

, ~ (4 ' ,H fern fräftigen, oft rübrenben ‘Slusbrud gefun- jeicben an ben glichen oon ihm erbaten, |o 

^ *?> .//'Jn ben unb fpriebt fufc wobl am ftdrfften in ben gebaute er fie in ihrem 6inne au ehren unb 

- r lY i fogenannten gricbensmünjcn unb -mebaillen ju belohnen. £>ulbooll bef«bieb er He für ben 

Vy\ . , aus, bie jur 0rier ber griebensfcblüfle geprägt näcbftcn Gonntag abermals doi fein haus unb 

\ >\ S/*'- T\ • ii»/. würben. 3n lirj gegraben fd>üttete aisbann unter bie 

Vf tXJSm T~if i TT unb unontaflbar feflatlegt «H jubelnbe Gebar jene in§wi- 

warb babureb bie glüdfelige (eben geprägten filbernen 

/ ©etoifebeit» bafj toieber Äube gricbensmünjen aus, auf 

auf bem Srbball berrfebe, benen ein 6tedenreitei mit 

unb ber ‘Utünjfebneiber bil- feinem hoUpferbcben» bie 

bete auf bicfe'ffietft geroiffer- ^ 'Peitfcbe fchroingenb, luftig 

l .Tentmümr auf ben «tcfifälildwn grieben ( lftötil. mafzen bas Gpracfcrobr ber babergaloppiert, umrahmt 

jubdnben unb auflebcnben ^ üAT AUA g oon ben Porten; griebens- 

Nation. Dafz bei einem Kriege oon jolcbcr Dauer unb folcb furchtbarer BR ZW 3R ■ gebädjtnis in Nürnberg lßöO 
J^erftörungsgeroalt wie ber Dreißigjährige Krieg febon bie Stusficbt auf , fflj (übbilb. 4). Diefe „Gtedcnmterflippe" (Klippe edige fDlünge) in ihrer 

feine *3eenbigung bie $erzen ber Söffer Dor greube erzittern liefe,, ift ^ originellen gorm ift ein jebem Gammler befanntes, gefebäbtes €tü<f, unb 

begreiflich, 6in unbefcbreiblufccs ©emifd? oon gurebt unb Hoffnung ging ^Hwt > K*- J aus ber fonftigen tieffinnigen Gombolif ber griebe nsbenfmünjen leuebtet 

roäbrenb ber cnblos binausgejogeTten Voroerbanblungen *um grieben roie wJR. / bas bübfebe ©ilb bes lodigen N Jlüinberger ^übleins in heilerer ftinb- 

eine ftetig fteigenbe unb fallenbe fßelle über bie beteiligten 6taaten. be* \ {((^ » / liefefeit beroor. 

fonbers über bas ftbtoer betroffene Deutfcblanb, bin, unb bie 2Rebaillen, ’4Z ~zn'~s Senn nicht bie aRüntfunbe leiber ben ©ebilbeten — mit 'älusnabme 

bie in jener Seit in unfaem 'Bateilanbc geprägt mürben, fpiegeln biefes natürlicb ber Renner unb Gammler — ein gar fo frembes ®ebiet n>äre, 

fangen unb fangen in rübrenber Seife toiber: w ?Ius meiner 91ngft idj, felbft 5?aien fönnten baraus bei oberfläeblicber Kenntnis neben ber ^e- 

teutfd)cs ?anb. barinn ich ftede, meine Danb beb auf umb fbilf, o©ott. au lebrung mand) beitere Anregung febopfen; brnn bie fRumismatif ift nicht 

Dir, ber Du auch folcb anbeuteft mir." 9lls bann ber griebe roirflicb :i aRcNaitlf au| Ocn I7H2 m «mmbum auf eine biftorifebe gunbgrube, fie ift auch eine Quelle »eftgefebiebt lieben 
juftanöe fam. ba mürbe bas roellgefcbidjtlKbe Ereignis in mabrbaft aus- arfchioflmrn grieSen. t>umors. 2Us 'öcifpicl hierfür fei jene gan) eigenartige ©ebäcbtnis- 

erlefcncn Serien ber "Prägcfunft gefeiert. Seil (iebt bas fcbönfle münAe auf bas „nach ber greulichen franiöfifeben $enoüftung lß!W 

6tüd biefer auf ben Seftfäfifcbcn gritben bezüglichen SDlebaillcn- tpieber reftaurierte ^eibefberger gab" genannt (äbbilb. 2). bie ficb 

gruppe ift bas aus ber öanb bes berühmten Gtempeffcbneibcrs A aroar nicht auf einen gricbensfcfcluß bejiebt, bie aber vielleicht in- 

Gebaftian Datier in Nürnberg beioorgegangcne (Jlbbifb. 1). Der / fofern ben grirbensmünAcn angereibf werben fann, a(» ja auch fie 

grlcbr, ein beirlicber helb, beffen Gtirn ein öljmeig umflicht, xoirft f/ l>i< ilberroinbung einer Rriegsgefabi feiert, ffiobl nur wenige '9e- 

mit wuchtiger ©ebärbe ein gebarnifebtes 9liefenweib, bie Rriegsgöttin fud>er bes malertfchen hcibelberger Gcbloffes, bie auf ben .Trümmern 

Bellona, ju ‘JSoben; recbls lebncn an einem Ölbaum gabne unb . l . A \ Sbambra" gcroeill unb Aornooll ber franz-öfifchen 

6<hilb. bie nicht mehr gebrauchten Reichen bes Rrieges; linfs ruht /yvv 'Cermüfter gebaebt haben, bürften Renntnis baoon baben. bafe auch 

ber Gtab SEUerfurs auf ber (EibfugcL, ein Ginnbitb her iReubelebung Y- ** a8 altberübmte 3^<ihrlhcT(ier gafe in feiner urfprünglicben gorm 

bes öanbels Durch ben grieben. Umfcbloffen wirb biefe Daiflellung jene Gtürme milgemaebt unb babei als bieberes beutfhes ^Beinfafe 

mit ihrer treffenben Gombolif oon bem gewichtigen Spruch: „<£s -r feen gtanjmänneni tüdptiflen , wenn freilich auch nur paffioen 

Ünb in fernerem ftampf ber griebe unb ber ftrieg; es ift Europas "V/ •ffliberftanb entgegengefettt bat. '2lls bie franzöfifcben SKorbbrenner 

©un|cb. ber jjjriebe erbalte ben Gieg." / 1693 bas herrliche Gcblofc jerftirten unb bie öranbfadel in ben 

üRerfroürbigerwcife waren cs Nürnberger Änaben. bie bem 'ZBeft- s rounberoollen öau warfen, ba ftanben fie plößlicb in ihrer bollifdicn 

fälifeben griebensfchluffe zu einer einzigartigen Verherrlichung, ber \V ^ m Jätigfeit »ie angewurzelt ftill unb ftarrten auf bas grobe gafe. 

Numismatif au einem höChft reijoollen Gtücf oeibalfen. ^ll& nam- v^4p ^V Jy ^ßas war bas für ein Ungetüm? — Doch aweifelsobne „un tonm-au* 

lieh C'ctdDio Diccolomini, herz M oon ^malfi, in feiner jSigenfcfcaft vV».'’'- - ' O* jebod) oon foicbem Umfange? — .^roar batte man jenfeits bes 

als ©cneralbeooflmätbtigter mit ben grieben6 alten in Nürnberg er- Nbeins febon übles genug oon ben barbarifchen 3rinffittrn ber oer- 

Ihien unb bie Gtabt oon geftjubel roiberballte, ba rüdten mit einem Tobten Deutfchen gebärt, jeboeb hier |ab man ja bie fCblimmften Ifr- 

SRöIe weit über taufenb Rnabcn ber freien Ncicbsftabt auf ibren Wartungen ubertroffen. Dies gab mufjtc nach “Daris gebracht unb 

hölzernen Gtcdcnpferbcn an feiner Dcbaufung oor. Der ganze Dlaft v Dort als 6d>auftücf teutonifchrr Unmäbigfeit öffentlich zur Gehau 

wimmelte oon ben brolligen Rnitpfen, bie febon in frübefter gugend geftellt werben, guerft gebaebte man es &u beben, ein halbes 

ben friegerifchen ©eift her 3 C »* cingefo-gen batten unb roenigftens auf *■ «sogen, „ticdfiuciicrfiippe" auf hm gcichcnsfcbluf} §»unbert geffibäftiger 'älrme hoben unb feboben, allein bas gah — fo 

ihren feolAPferben beutfefee Gtreiter unb wadere NeitfTsmänner oor- .ui aRünfirr «mb Osiwbrüd. OtämbergeT Arbeit. 185IU erzählt ber aHünscbronift — lieb fi<b nicht ein ÜRillimeter Dom 


2. Tenfnuiiuf auf bie Nfflaurienina bes oon bm 
grangolm bclcbabiatm ötiMbrcgcr gaffrs (17271. 


Römisch ’ 


FLUGELuPIANINOS 

bieren auf örund ?5jahriqepErfoh‘ 
runq die Gewähr für Hairbarkeir 
leichresre Spielarr sowie Fülle 
und Schönheit - des Tones 

Vorspiel und Druckschriften 
bereitwillig 

LUDWIG HUPFELDAG 

Berli n W, LeipziQ 0 rsrr.HO 



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3m Trübj'abr: 
ptosenmonfag“ 

„gDucT > 

9teup rounösr». 

ooKe ‘P ar fü ms "* bBCIo 

fünst(»pi»cb«r 

Stuttgart „ E 1 i 1 0 * Leipzig 
feinste Parfümerien 
^lusterlagrer: Leipzig 1 , Hcallischestr^ 

Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 





3) er lachende Mund S 

ilt schön, wenn taubere, gut gepflegte Zähne aus ihm hervor- 
leuchten. Dies erzielt man in vollkommenster ‘Weise durch di 
Zahnpasta „ SKalikloro die neben hervorragender (Reinigung*- 
, kraft auch den Zahnstein löst und den Zähnen ihren 
2' v -v._ natürlichen Schmelz wiedergibt. 


3Uuftrirte 3eitung 


fRt. 4007 


Voben bewegen. ds batte (eine ßuft, als Sdjauftüd für 
flallifcfjc Spottluft in 'Paris «inju^iebcr, unb oerliefe fid> in 
©emülsTube auf feine Schwere. Nun oerfuebten bie gran- 
jofcn im Schweiße ihres ^In-qeficbts, bas Ungetüm $u ^erlegen, 
bodb an ben feftgefügten Dauben brach fich ihre Kraft. iSrboft 
warfen fle eilte ÜJline unter beit wiberfpenftigen Koloß unb 
wollten ibn in bie Cuft fprengen ; allein audb biejes Mittel Der- 
fagte. 3n gefteigettem Sorne ging man bem gaffe nun mit 
Vränben au Seite, allein bie biden unb feuchten Bänbe fingen 
nicht geuer. Nun barft bie drbitterung ber gefoppten grana- 
männer in tolle But aus; mit Arten hieb man blinblings auf 
ben beutlcfeen Did fcbäbel ein, unb enölicb — o roürbiger Driumpb 
für bi« „enurde nation !“ — flogen wirdiefe ein paar tauben 
tcraus. Der unbefieglicbe Niefe mar wenigstens unbrauchbar 
gemacht, fein beutfeher ©aumen fo Ule ficb fürberbin mehr an 
biefer Quelle erlaben. Allein ein freunbliche» ©efefcid flrafle 
hoch lälicfjlicb bie roelfcben. $erftörer Cügen. Nacfebem es 
jabriebntelang, eine Nuine unter Ruinen, gelegen, liefe ber 
weinfrofe* Rurfürft Karl DbiüPP »on ber ■pfalj bas ftanbbafte 
Safe, ben Kriegsinoaliben non 1693, im gabre 1727 in erhöhtem 
©lanje mieberberftellen. mit einer Doppelftiege oerfeben, mit 
Wappen, Werfen unb Silbern febmüden; boeb auf bei oberen 
Bölbung thronte als Scbnifewerf eine luftige 'Perfon. 3m ge- 
fpreuttn fcoflon jener &«it, hoch immerhin mit Saune, erzählten 
bie 'Serfe, rote fcbroül es einft bem im gaffe mobnenben Vaccbus 
geworben fei, als fein ©ötterbruber SDlars oon granfreich her 
auf ibn einrüdte unb fcfeliefelicb auch noch Sudan in feinen Sin* 
getoeibrn wütete. Die merfwürbige geier jener gafereftaurierung 
mürbe in einer Ntünae oercroigt, bie bas 33ilb bes gaffe» in 
feiner neuen unb »erf Charterten ©eftalt aeigt unb auf ber Nüd- 
feite bie rfnfcferift trägt: „'Dies gab, fo 40 gabt bem Untergang 
ergeben, murb nad> bes geinbs ©efabr ein Dhönij. neu 
au leben." — Die SOtebaille »ft alfo auch inbireft bem ©ebäcbt- 
nis ber glädlicb übermunbenen böfen granjofenjeit gewibmet 
unb mag fidf? in biefem Sinne au huxnoriftifc&cr Abwecbflung 
unferen ernften griebensmünaen beigefeUen. 

Din böchft originelles Stücf unb gleichfalls nicht ohne einen 
gemiffen braftifeben fmmor ift jene burcblocbte SOtebaille, bie 
auf ben grieben oon Hamburg, gefchloffen 1762 a*»*lchen 
Dreufeen unb 6chmeben nach fura oorber erfolgtem gtiebens* 
fchlufe mit Nufelanb, geptägt mürbe (Abbilb. 3). Bit feben 
barauf eine große Drommel. bie Don einem 6chu|fe bureb- 
bobrt ift. Dies ßoeh gebt zugleich bureb bie ganae SDlebaille, 
unb bie naioe Tfnfchxift beifet: „©ott ßob, ber Krieg bat nun 
ein . . ", bas Bort „ßoeb" ift ausgelaffen unb bureb bas Vilb 
ergänjt. Bie ein brolliger Stoßfcufacr dingt uns heute jener 
'Ausruf, allein er (am mobl bamals aus tiefftem öerjen. Denn 
jener griebe befreite griebrich btn ©rofeen nach flebcniäbrigem 
Kampfe gana überraftbenb aus einer beinahe oeratoeifelten 
Kriegslage unb machte ihm bie $änbe a u feinen meiteren 
glorreichen Unternehmungen frei. 


Slpporismen. “Bon 3i i cf) q r b 3t i e ß. 

•Jobrsfurdjt ? (Sine gebanfenfofe 'Phrafe! €>eib ihr im 
Schlafe nicht glüdlicfc? Glicht Jobesfurcbt . . . et er bens furcht' 
ifs gibt nur eine mabre unb ehrliche gurefet cor bem 
Job«: bie gurcht oor bem -Tobe unterer (iebften 9ftcnf<hen. 


Die Stabt ber ©eigen. 

6fiaac non Karl Dcmmel. 

^^Nunfles Sonncngolb lag am Spätnachmittag eines h«rr- 
liehen beifeen 6ommertages über Cremona. (Sin meibc* 
oolles Abenblauten ging über bie flachen Dächer ber alten 
italienifchcn Stabt, bas bie £>änbe ber frommen ©läubigen au 
einem ftillen üRariengcbet faltete. — Die SOläbcben gingen mit 
ihren Krügen au ben Brunnen unb fchöpftrn baraus dar* 
fliefeenbes 'Baffer. Dort ftanben auch bie Sünglinge bes 
Abenbs irgenbtoo läffig angefehnt unb beliebten mit ben jungen 
äJläbcben au jdjerjen. 3lur eins oon biefen 3Rüb<hen mar es, 
5togareffa, bas nichts auf bie Schere ber ffünglinge gab unb 
fid) mit bem gefüllten Krug jogleich roieber bes Beges roanbte. 
So würbe fic für ftola oon ben anberen SDläbchen angefeben. 
^Kogareffas Beg führte allabrnblicb an brr Berfftätte bes be- 
rühmten (Geigenbauers Amati Dorüber; ber junge ©eigerbauer- 
lebriing Piccolo Amaii magte, wäbrrnb 9fogareffa am ()aufe 
oorüberging, fcfenell einen ^lid unb ein ßäebeln aur offen- 
ftrbenben Bcrfftaltür hinaus, aber ber oäterlidte 'JDleifter war 
geftreng unb mufete fogletcb ein hartes Bort für berartige 
Unadjtfamfciten bei ber Arbeit. 

So ging cs nun fchon halb «in gabr, ebne bafe ficb bie 
beiben nähergefommen maren. An einem Sonntagoormittag 
fab 9liccolo bi« ftbrnarabaarige 9togareffa auf ber ^Piaaaa 
'Jloma, als ftr im artigen Schritt aus her 2Jlorg«nmrjfe ber 
ean-Sigismonbo-Kircbc neben ibrer ebenfofd)önen3Wutter heim- 
wärts ging. Da würbe in Piccolo ein Gntfchlufe feft, als er 
ber 3fogarefja in rrfpeftooiler (Sn:fernung folgte: fic müffe fein 
Beib werben. 

Sin neuer, märchenhafter giübluig war ins lombarbifcbe 
ßanb gefommen. Die DfiTfich’ unb Orangenbäume hingen ooll 
weifecr Blüten, ilnb mit ben grüblingswinben fangen bie tla- 
genben ßieber ber SDlanbolinen unb ©itarren. Als 9liccolo 
eines foicben Abenbs bureb bie alte 9tinamauerftabt ging unb 
feinen Beg am $>aufe ber febönen ftoljen Aogareffa porbeinabm, 
fiel plofelich ein funftooll aufammengefaltetes ‘öricflcin. bas 
mit einem Steinchen befebroert war, oor ibm nieber. Darinnen 
ftanb: „3tfe weife, Sficcolo Amati, bafe Du mich iiebft. Du 
wirft, wenn auf unferen öügeln ber Bein reift. Dein ©efellen- 
ftüd machen muffen. Du wirft bie berrliihfle ©eige bauen, bie 
jemals oon $uTem ©efcblecbte gefchaffrn würbe. Unb wenn 
Du über biefe SEReiftergeige bie Saiten fpannft, bann bauche 
ihr ben Klang Deiner Viebe au mir ein. unb an bem Inge, 
ba id> fie fingen höre, bin ich für ewig Deine *Rogaref!a." 

Das traf ben jungen Tliccolo wie ein Schlag- — Bacbic 
ober träumte er? Ber aber füllt« ben n ber ©eige Singen oor 
ihr Ohr bringen? (Jr JcbTitt im feügen Daumel hur<h e«n altes 
Stabtlor unb fafe am Ufer bes Do, über ben Ttch brr Silber- 
monb gebreitet hatte, fang für fich allein. 3fon einer erleuch- 
teten ©onbcl (am bas übermütige Sachen ber finnlicben, |üb- 
länbifchen ^fugenb. 

Der feurige Bein auf ben fbügeln reifte, unb ber oäter- 
iid>( ©cigenbaumeifter Amati brängte auf bas ©efellenftüd. 
Alle C>öIjct beflopfle ber junge ©eigenbauer, bis er enblicb 
ben richtigen Aefonanjboben berausfanb unb emfig fefeaffte unb 
ex eines Xages, ba in (£retnona brr erftc Bcimnoft ausgcfchcnft 
warb, bie Saiten, in bie feine ginger bas beifeefte ßiebesgebet 
au 3togareffa hineingebetet hotten, über ben ©eigenfteg fpannte. 


Der alte 'JDteifter Amaii fanb ber ©eige Klang wobl giL 
gcierlich würbe bem jungen 9Uccolo ber ©efellenbrief auerfout 

Da fam es, bafe ein fabrenber 'JHuftfus gen (£remona_ fcm. / 
bem bie giebcl, mit ber er unter ben genftern ber heißblütigen , 
italienifcben grauen fpielte, entaweigegangen war. SRun fam 
er aum SDleifter Amati, bamit ber bie Banbcrgcige roieber Tickte, i 
Auf bes gremben 33it!cn überreichte 9liccoIo ibm feine SKciffer- 
geige, bamit er wäbrenb biefer Seit in dremonas ©affen fsit- | 
len fönne. Vielleicht, baebte er, oiellricbt . - . 

Bebmütige, jubelnbe ßieber »ufete her fahrenbe gant aus 
ber ©eige herausaubolen. Die Klänge ließen ben jungen Räb- 
chen in dremona feine 91 ub«. bic grauen warfen bem ©eiger 
reichlich ©clbftüde au, unb bie Räbchen fanbten feurige Vlide. , 
Aiccolo fefeiieh bem frrmben ©eiger am grierabenb nach unb 
warb felbfl oon ben Klängen feiner ©eige ergriffen. Unb als : 
bie_ Sterne in (ein Dacbftübdjen fdbauten. ba betete eT in- 
brunftig in bie Kiffen feines Nachtlagers: „Nun wirb fic mein 
fein, bie ftolae Aogareffa, nun wirb fie mein fein." 

Der SfRufifus fchritt, bie braune ©eige unter bem Kinn, . 
bureb bie ©affen unb beraufchte Heb an ibren Dänen; er 
fchritt fiebelnb aur Stabt hinaus unb fragte nicht nach Beg 
unb 6tcg. Als er ein gut Stüd hinter bem Dort war, hielten 
ben gant in ber Dunfelbeit aeoci $änbe am Nodaipfel feft. 
Da befemn er fu& (inen Augen blid; nun würbe ber ©eigen- 
bauer Amati hinter ibm hergelaufen fein. Aber es waren aroei 
weiche #änbe, bie ihn hielten, unb ein füfeer 2Runb, ber bie i 
Borte fprad): „ßafe mich mit beiner ©eige geben!" 

So manberten fie fürbafe gen 'piacenaa, unb als ein neuer | 
Alorgen graute, ba fab ber Spiclmann. bafe er fidb mit Amatis 
©eige (iremonas fchönftes SNäbchen, Nogareffa, erfpielt hatte. 

Niccolo Amati fann unb fann bureb bie Dage unb 2Ronbe. 
gabre gingen bin, unb er fab Nogareffa unb feine ©eige 
nie wiebrr. 

S 31us Äinbcrmunb. 

grana befudpt öfters feinen a»ei jfah rc älteren ‘örubet in I 
ber Schule. Der ßeferer freut ficb über ben geroeeftrn ‘öengel | 
unb läßt ihn immer in ber Schulbanf 'plafe nehmen. Nun | 
aber muß granj felbft aut Schule, dr erhält bie obligate 
3ud«rtüte unb ift riefig ftola. Da, eines Dages, als er nicht 
aufpafet, beftraft ibn ber ßrbTer. grana ift empört. Al» er 
nach f»au|c fommt, bittet er feine SWutter um fünf Pfennig. 
Sie will natürlich wiffen, was er bamit machen will, unb be- 
tommt aur Antwort: „36 will bafür eine Sudertüte laufen 
unb fie bem ßebrer geben. Da will ich ihm lagen: -&icr haben 
Sie 3bre Düte wieber. aber bierber Fomme ich nicht mebr!«" 

Öans baut auf ber Diele ejne (leint Stabt auf. dben 
fefet er bas Dach auf einem Räuschen auf, als bie SDlutter 
oorbeigebt. „SRama, Vorficht, Da6arbcit!" ruft ber deine JteiL 

An einem linben Sommerabenb geben bie Rinber auf bie 
ßeuebttäferfuebe aus, wabtenb bie ©rofeen im Balbieftaurant 
fifeen. plöfeltch fommt 2Rariecben angtfprungrn unb bettelt: 
— „Ach bitte, bitte, liebes SERutticben, bol mir boeb bas ©lüb- 
würm^en, es fißt gleich über bem ©rohen." — „Aber warum 
bolft bu es benn nicht felber. Rinb?“ fragt bie 3Ruttrr. ( — 

„ds finb boefe lauter Vrcnneffeln baopr", antwortet bie Kleine. 


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Cameras 


<7n jeder yhotofia/icllung 
Za haben! 


'wsden-ü .21 


oogie 










I 






9 tr. 4007 


Olluftrirtc 3citunfl 


mild) geaxfen. Der Jöol^rcidjtum bcs 
fübluben leiles bcs (vicbiraes oerun- 
laßte bic Bewohner, einen großen 
-Teil ihrer ©ebraudjsgcgcnftänbe aus 
Voll bcrjuftellen. <£o erwarben fie 
ficb in her Verarbeitung bcs Voltes 
eine große CScfcbief Iid> feit. 3b?e (fr- 
jeugniffc fanben halb auch außer- 
halb bes Gebietes l'iebbaber, unb 
bic Voljfcbnißcrfi enlroidelte ficb all- 
mäbücb tu einer blübenben Anbuflrie. 
Veute bilbet fit, näcbft ber löcbfrei, 
bic wicbtigfle bes ganten Eanbcs. 
Volipfeifenföpfe unb Veilfebenftiele 
bcs "iifcnacbcr Obcrlanbes geben 
bureb qanj Dcuilcblanb. Voljpuppcn 
aus Unterwicb unb anbrren Abön- 
niten würben oor bem ftriege bureb 
bic gante Söelt Derlanbt. 3n Dal- 
b*rbo wie in bem ganten ©crsfclbcr 
** Vctirfe werben grobe iDtengen ge- 

^Cü loffelfd)ntl3Cr. roöbnliibc-r £ol|warrn gearbeitet, 

ifoffel» fcol.ttetlcr, Quirle, Startoffel* 
lieber unb anbere Küchengeräte, Die <£cbube für fid) unb feine ftamilic macht ficb faft jeber 'Mhön- 
bauer lelbft. Viole :Rbönbaucrn finb außeTbem gejebiefte $torbfled)ter. Vclenbinber, 6(bnißcr non 


Volsfcbnißerarbeit in ber^tbön. «on®.e.urff. 

(T\ie iholtfcbnißcrei ift feit ben lanbroirlfcbaftlicbcn ©erat ((haften u. 
-</älteften feiten in ber fKbön bei- bgl. SDleift werben alle biefe Arbeiten 


lanbroirlfcbaftlicbcn ©cralfifcaflen u. 
bgl. SWeift werben alle bieje Arbeiten 
nur ben hinter hindurch betrieben. 

©enn bir gelbarbfit ruft, wirb bas 
Sdjnijjmfflcr an ben ?lagel gebangt. 

Daneben gibt rs abrr eine ftets wach* 
fenbe'Sntabl berufsmäßiger &|>nißer. 

Viele con ihnen finb in tcbnißiebulcn 
Dorgebilbct worben, (fine berühmte 
6d?nißfcbule befinbet fi<b in Vifchofs- 
beim o. ‘Xbön. 6ie ift in ben neun* 
jiger fahren besoorigenftabrbunbeTts 
aus (Staatsmitteln gegrünbrt worben 
unb gelangte fcbnell jur Blüte. 6ie 
Hebt mit bem SRünrbnrr Stunfigcwcrbt 
im innigften gufammenbang unb emp- 
fängt oon bort forlwäbrcnb neue An- 
regung. 'Belebe beroorragenb gute 
Arbeit in biefer Anftalt geleiftet wirb, 
baoon geben uns einige unferer Ab- 

bilbungen einen ‘Begriff. Derartige 

'.mene erjieienimmerQuie'preue. ^iucd 
ift bies eine ber wenigen 3nbuftri<n. ** ftft i 1 u 1 ,i, tll(lA( ,r 

für welche Aobfloffe noch in SERcng« sur ^ cr ^*>lsfchul)mact)cr. 

Verfügung Heben. Das mufe ja bas 

Streben brr beulten rVn buftric noch auf lange hinaus fein, baß fie unfere tjf imijeben Stohftoffe auf 
bas böd)H< oerfeincrl, um auf birfe 'löeife wicbet ©eile auf ben Beltmaift bringen tu lönnen. 



VollTöt beben. 

21 us ber 6 d> 11 i B( d) u l c in 23ifd>ofsl)eim d. 2U)ön. 


BANKHAUS 

Fritz Emil Schüler, 


Valuta. 

TVt PCatflurj ld>«ranll iru 9Rfm»a't'a<n . 
®» final unb lallt u>* 6M>' unfc ftlm. 
■flcKb eb" bi» IVtlf man iMcarn. 
rVtrin^rri ficb in ihr So» ©ul. 

(*4 fdxtnl. nl) eh ran laulrnh XlammAtn 
Pir 4!el<n«rctlc |m* wr*rbrl, 

Unb faraus tofal. N>b «rilbct- .Sinindvn 
>«t allen! balbn Irbr bevrbd. 

Stift bu bir aeanbclbarrn Med« 

Tft flpirn ■ timmdwn au« 'parier 
füll Äto-bfinn fpcnbcnbrn rnlauldwn , 
bd> nenn' (labile Vt mmdxn tu. 

Rianll s biA. nenn, (lall bafi ri rtflailc 
TWt „ 3tnrtfur»“ |e i*firaltia firC. 
eo hall' hiA an „brn ftnrs brr ÄjtV 
tVr bcibcn . (fmindxn“ iM VI) reu tilmlle. 


( Stan l*in mini Ile) 

DP Harmoniums 

ifu — d»n-St an Prinucs. 












508 


Slluftrirtc 3 e ' ,un 9 


3lr. 4007 


2 i t e r a t u t 

Victor Blutigen. 

Bon i>ans ©äfgcn. 

OfY>ü Bictor Blülbgen ifl einet ber feinften Confer ber ©egenroart babingegangen. üin 
^4/vftillcr. inniger DiAter, ein ©Aoffmber, bem bas eigen roar, mas_ reit etwa an 'Jöilbelm 
iRaabc fo |ebt fräßen: fonniger Junior, ber feine Äraft jieb* aus. gütigem, liebeoollein Ber- 
fteber, nicht aber aus ben Riefen, roo ber bei&enbe ©polt rouebert. UnoergängliAes aber 
bat Blütbgen auf bem (Gebiete ber ftinbcrliteratur geleiftet. ©ein Stieben ging barauf 
hinaus, bas ftinberlieb befonbers fünftlerifA au beben, ibm nidbis Don feiner unmittelbaren 
©AliAAeit au nehmen unb bc>A ©ebiAt* ju (Aaffen, bie ftrenger fünftlerifAcr '3öertung 
ftanbbalten. lief bat biefer DiAtcr in bic ftinberfeclc bineingcfAaut unb in ibr 5\üfll»d>fcitcn 
entbedt, bie er in Berfe reifer Drägung ju (affen toufjle. IBie febr enifpuAt etroa bas Keine 
Lieb „Die fünf jS>übnciAen" bem finblidben Denfcn unb Qü i>Ien. (Es möge als ^robe bcs 
©Aaffens Bictor Blütbgens t»icr folgen: 

Die.fünf pübnereben. 

?4) ioav mal in bem Tori*. 5Inl> als lein Wurm mebt rooQu Irftr, 

Ta (Wb n einen fclurm. Ta laglrn alle: ..Tiep!" 

Ta wntlen |id> lünf t>ubn«ifren Ta bolle* bi* fünf t'iibneiAen 

lim. einen tteaenmurm. Üjnanber »iebet lieb. 

Könnte bas nicht ein Cieb fein, wie fie. gleich ben Blumen auf her SBiefe, aus hem ©Aofje 
bes Golfes in früheren feiten emporblübten? Ellies Doftrinäre, jeher BJunfA, ju belehren 
unb ben finblicben ©eift in bie ©ebanfengänge ber (Sttoacbfenen cinjufpannen, fehlt hier: 
n>ie bas Äinb empfinbet. fo bat ber Dichter in biefem unb allen anberen (einer (Sebi<bte emp- 
funben. 'ZBorte. Slusbrüdt perroenbet er, bie nie fomplijicrt finb, bie ftets bie einfache grifebe 
auftpeifen, bie bas föftliAfte ©ut berer finb, bie mir mit 9teAt jung nennen. 

Bictor Blütbgen rourbe am 4. gonuar 1844 au Zörbig geboren. (Ir be^og bic Uniccrfität 
&alle_ unb ftubierte bort Xbeologie. 3m gabre 1&65 mürbe er £>auslfbrer, melcten Beruf 
er (pater mit bem eines 9l<baftcurs oertaufchte. Die „Krefefber Leitung“ bot ibm gelegen- 
beit, Heb juerft iournaltflifA au betätigen, anfAlitfeenb miifte er als ©Ariftleiln an einer 
befannten geitfArift. ©einen IBobnJifo batte ber Dichter in Berlin, im ©ommer ju gieien- 
roalbe a.O. 

Slufier als Berfaffet oon ftinberliebern unb als feiner, ftiller 2t>rifer bat Blütbgen ficb 
auch als 9tomanbiAter betätigt, ©eine aus bem ftinberteben erwaAftnen Btrfe befonbers 
finb in meitefte Streife eingebrungen unb tuet ben fobalb nicht Dergeffen merben. 

BüAerbefpreAungen. 

Slntife dbaraftere. (Sine fiebert dbarafteriflif ber 3nbioibuen ber Slntife ift bei 
bem ©taub ber QuelltnforfAung unb bei ber noch nicht genügenb funbierten BfoAologie her 
'äntife immer noch recht fAwierig. Die Arbeiten oen -Jüilamotpiö unb Birt haben febon ein 
reichliches Seil Arbeit geleiftet. aber noch immer fehlten fßerfe, hie bie t&eftalten her SInlifc 
in etwas gemeinoerftänbliAeT, aber auch grünbliAer BSeife einem gröberen Dublifum oor- 
jeiebnen. €o ift bas neuefte Buch non Johannes ©effden lehr au begrüben: „©rie- 
AifAe SWenf chen." ©tubien jur grieAilAen (Ebaraflerfurtbe unb SDlenfAenforfAung. {Quelle 
& 3Jlei)er, Ceipsig. 1919; gebunben 10 3Rarf.) äuf engem 91aum ift ein grobes 2Raterial au- 


unb Ä u it ft. 

farnmen getragen. 3n guter ©cbilberung »erben mir in bic (Seheimnifje ber dbaxafterolpflie 
ber 3onicr, Polier unb Dorier ringctoribl. Befonbers »ertooll finb bie gut au lefrnben Dar- 
tien über bie (fbararterfcbilbcrung bei tDomer. Der ©d»»erpuntt liegt natürlich bei ben 
ertragreicheren Dmobfi» ber attifchen unb helleniftifchen jjeit. ?Ille ©eiten geiftiger Stultiu 
uoerben oom Berfalfer für fein Xbema unterfucht. 9t ur hie eine grage fei geftellt: Dat 
©effden bei aller gerechten Interpretation ber Quellen auch beachtet, bah bie ©cbilbcrun.i 
her 'Derfoncn ber "ilntife nach einer oeibältnismähig einfachen Xugenb* unb ^Iffettpfpcbologic 
erfolgte; fu<ht er, ber in moberncr 'Dftxhologie erfahren ift. etma mehr ober roeniger in her 
©cbilberung, als ber ©rieche rcabrnabm? — Diefen gebier, glaube ich. hat für hie fpät 
römifthe Seit Xbeobor Birt oermieben. (fr finbet in feinem 9Derf „(£ baxafterbi Ibet 
©pätroms unh bie (fniftebung b'es mobernen (Europa" (Quelle & üHcoer, Seipgg. 
1920; gebunben 16 SDlarf) mehr brn 9lüdbalt in ber ©efamtftruftur ber ausgebenben Körner* 
jeit, einer ^criohe her Simulation, hie ja für unfere ©epentoort aus ©rünben ber Sinologie 
hoebtt intereffant ift. ©as über Diofletian, ftonftantin ben ©roben unb Julian 21pofiata 
gefügt ift, ift fo trefflich in Ausführung unh gorm, bab biefe ©eftalten oor allem auch in ihrer 
Brbeulung für bie ftirebengejefeiebte pollfommen plaftifcb oor uns treten. 9licht minber roert* 
poll für bic frübgermanifebe ©clcbidbte finb bie (fbarafteriftifen ©tilichos. Alaricbs, (Suricbs unN 
Xheobrricbs. Befonbers günftig ift ber Quellcnnach»eis in f$orm oon am ©chluf} angebrachten 
■JlmncTfungen. fo bab man oon galt au Sali (finAelbeiten nacbpiüfen fann. Pr. * ediönet-oum 
JUabunb: „Das ©inngebiebt hes perfifdben § e 1 1 m a <b e r s." SReuc 
BicrAciler nach Omar ftbaopäm. ('Jlolanb ■ Berlag Dr. Albert OTunbl in fDlüncbcn 
49 ©eiten.) — Diefe BietAeileT atmen in oollem 'JHafee bie |cb»üle ©innlichfeit orientalifehcr 
Vrbensanfchauung, bic man mit ftccbt „rcbcllifch-pantbeiftifeb" genannt bat. Die Bor- 
trefflichfeit in 9lbotbmus unb ©pradjc macht bie $ettüre biefer BierAeiler au einem fei* 
tenen ©enub- — „©efängc aus ben brei 91 eichen." Ausgerpahlte ©ebicfetc oon 
S r a n a 'Jfterfel. (Berlag Kurt 'fflolff, i'cipAig. 29./30. Banh ber Bücherei „Der funpftc 
Xag". 108 ©eiten, ©ebunben 4,— ÜRarf.) — Das Buch enthält eine Auswahl t>on 
©ebiebten aus iöcrfcls früheren Sftcrten. Die Ausroabl ber ©ebiebte ift oortrcffltcb, 
benn fie gibt ein beutliehes Bilb oon ■©eifels biebterifAer (Sntroicflung. ßnwr ift ©erfel 
noch fein Bollenbeter, aber ein gortfAritt in feiner Kunft ift Aweifellos erfennbar. tierrlAt 
in ben erften ©ebiAten noA ungcAÜgelte Rübnbeit in fftort unb Bilb, |o Afiflfn bereits 
bie lebten ©ebiAtc eine 9lubc unb filarbeit her ©praebe unh Auffaffung, bie ahnen 
laffcn, bab ficb ber DiAter aus bem „©türm unb Drang" halb au männliAer 9teife 
burAringt. — Öotoa: „CorifAe ©ebiAtc, Oben unb (fpoben." Unter An 
Icbnung an hie antifen BeTsformen übcTtTagen oon Karl Doll. (Beilegt bei Osfar Bcd. 
(£. ö. BcdlAe BerlagsbuAbanblung in 3)lünAcn. 225 ©eiten, ©chunbcn 3^0 3Rart.i 
— ^oraA, ber antife ©ocibc, roirh Iciber bcutAutagc faft nur oon folAcn ©ebilbeten ge- 
leien, bie mehr her ßtoang als bie Liebhaberei baju hrängt, unb bann noA meift im 
Urtejt. Unb boA ocrbiente biefer DiAlcr in »eiteren ftreifen befannt au fein. (Es ift baber 
mit Sreubcn au begrüben, bafi feine 9Brrtc hier in muftergültigcr Sorm jebermann au- 
gängiiA acmaAt »erben. Die beutfAe Übertragung oerbient heshalb befonbere (Empfeb- 
iung, »eil fiA ber ilberfehcc an bic antifen Bersformcn anlcbnt; ber Lcfcr fann alfo bic 
Dieblmeifc bes groben Aömers aus eigener AnfAauung fennen lernen. — 9liAarb 
KoebliA: „DiAtungen." (Berlag oon Klafing & (£o., Berlin. 90 ©eiten.) - 
Die 9latürIiAteit im Ausbrud, mit ber Koeblicb bas Jubjeftioc (Erleben roic bic objef» 
tioe AnfAauung gcftaltet, maAt für jebermann bie Sieftüre biefes BierfAcns aufcerorbent- 
ÜA gcnubreiA. Pr- 9tu0elf t>äbrl, SKminofr 



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ftara Jmtii itnO Uk«> 
• *n Cir r* niftii an 
rinrn feirlftrrliafrn, fo*> 
örrn Ipnnnrn Cir r« 
|eö*n mbrno In den 


V« «Dom ?br 
«nurieiti und er- 
(lütt die ^äsrllalir 
in dauernd radrfloirr 
^arm (bänflflrrrd tlnt* 
diiarln titiädini den 
tiodl. tat tfinlnanant 
rrtorderi »rntgrr als 

i gcfintbc ^eit. 


l/f ..Ordo-Mv- I dlrnt 

Jlj (iir «luftirtualiruiin dr» 

■MnrDnicLthUni. OrtBltrtJ» I« 

HDraur. 

3u beiirlirn dnr<d nur fflefrtiofir. in denen Vlnfate audUüngrn. 

Sabrit: Sanitas, Berlia N. 24 . 


r'brfUfcrduWdfn, ner». Cbr1*mrn 

5Ki unirr* laulmb)o4> bnräbrtrn prl a*l<k 
I OcrtTwmwIn iWaurtn u unfi^rMt 

<u tTaarn flsjll.rmrl Wäm Tantldtmtcn. 

^nfHtut (fnqlbre At 
TtUncden S. S2, ffawnincnlradt B 


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154. Band 












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Farben — hören? 

Mulikinltrumcnt eine lichtbarc Farbe zuzutcilcn? Den mciltcn Mcnfchcn crlcheint 
fchon das Aufwerfen diefer Frage als Unlinn ; denn Ohren fehen doch keine Farbe. 
Und doch ilt unter fünfundzwanzig Ixfern diefer Zeilen einer, der ganz cntlchieden 
behauptet, daß etwa Trompetentön« gleichzeitig rote Farbencrlcheinungen bei ihm her: 
vorrufen, Oboen ein fcharfcs Chromgelb, die tiefen Blcch«BDsinltrumentc die dunkclltcn 
Samttone von Purpur über Tiefgrün bis zum Schwarz hin, die Bratfchc ein Violett, und daß 
die duTcheinanderwogenden Stimmen des Orcheftcrs ihm als wundervoll lieh milchende 
Farben wölken crfcheincn. (Bei fpätcr Erblindeten ilt unter fünfen fchon ein Farben* 
Hörer.) Befonders franzölifchc Scelenforfcher haben viel über diefe Krfcheinungen ver» 
öffentliche unter andden hat auch ein deutfeher Farbenhorcr, Wehofcr, feine Doktor 
arbeit darüber gefchrieben. Bei ihm zeichnete ein Klarincttentriller ein gefchlängeltcs 
Zickzackband in Grün durch das Ornamentgewebe der gcfchcncn Töne; ein fanfter ge- 
tragener Satz von Waldhörnern malte einen Wolkenzug aus Ultramarin in feinen weich Iten 
Tönen hinein; ein Flötenmotiv ergab ein anmutig vcrfchlungcncs zartes Gebilde vom 
lichten Blau des nördlichen Himmels. Nie gelang cs ihm. aus eigenem Willen das Farben- 
fpicl hervorzurufen. Nur dann, wenn er fo in die Mulik verfenkt ilt. dah er weder 
Saal noch Künftler lieht, dann verlinkt ihm mitunter die Tonwclt, und an ihre Stelle 
tritt Farbenmann igfaltigkcit. Gen» hatte er beides zulammen haben wollen, ihm gelang 
aber immer nur eins. Von einer G»tnoll*Symphonic berichtet er folgendes; „Kaum hatten 
mich die erlten vollen Akkorde begrübt und in Mozartltimmung verletzt, wurde cs im 
Saal lebendig: Ein lilberweaßer Himmel fchien lieh zu bilden, an dem bewegte Wolken 
fchwebten — rolige und blaue, manchmal goldigrotc, dann fmaragdgrün fchimmcrndc. An 
einer fanften, fcnmcichclndcn Stelle zogen Silberfaden durch den Kranz von Schäfchen« 
wölken; als die Töne fchwollen. wuchs zugleich das Farbenlicht an zu gigantifchcn Gc* 
bilden voll Bewegung und voll Leben, ein Farbenfpiel, unvergleichlich schöner und 
reicher als im kunltvolllten Kaleidofkop.“ Nach einem halben lahre erlebt er an den 
wuchtigen Stellen einer Symphonie, wie lieh Gewitterwolken ballen, breite drohende 
Blitze durch den Saal fc hießen, wahrend über dem Orchelter der Groll und die Trauer 
des Helden (ich in grauviolctten , dültcrcn Mallen wälzen, die ab und zu von einem 
Icharlachrotcn Zickzac kitreifen durchrilTcn werden. Nicht bei allen Farbenhörern erreicht 
diefe Fähigkeit eine fo hohe Ausbildung. Manche fchaucn nur bei gewilfen Klangfarben 
wie auf purpurnen oder violetten Samt, im übrigen haben lie keine tiefer gehenden Fr» 
lebniffc. Vielleicht lind uns Ichon Mcnfchcn begegnet, die von roten, grünen, braunen 
menlchlichen Eigennamen fprechen. Da mögen wohl die Selbftlaute darin farbig gehört 
werden. Feinem Farbenhörer erfchien z. B. das gehörte Dcutfch mit grünen Farbtönen. 
Fnglifch hellbraun. Franzölifch dunkelbraun. Altgricchifch gelb. Die Farben werden in 
folgender Reihenfolge immer dunkler: i, e, a. o. u. Ein Baß erzeugt dunkle. Sopran die 
hcllltcn Farbcntönc. ln der Kunlt und in der Namengebung ipiclt diefe Tatlachc ent* 
Ichiedcn eine große Rolle: Der Name Ortrud mit den beiden dunkc'dten Selbftlauten, 
mit zwei r und dem harten t, zeichnet gut einen finiteren Charakter, eine fcindlclige 
Natur, die Verderben linnt. Dagegen das weiche I und I, die hellen milden Selbltlautc 
« und a in Eifa zeichnen eine Lichtgeftalt, eine Glänzende, Reine. — Farbenhören kann 
ein Zeichen beginnender Geiltesltörung fein. Wie aber erklärt es lieh bei Gefunden? 
1. Ob manche Schall» und Farhenemplindung die gleiche Gefuhlsbetonung hat? Daß 
alfo die Gefühle vermitteln? Dagegen aber wendet der Seelen forlcher und Arzt Bleuler 
ein, daß ihm das a lautlich fchön klingt, die gefehenc Farbe ihm aber unanfchnlich 
und häßlich crfcheint. Worte mit jo lind ihm lchön gefärbt, klingen aber feinem Ohr 
unangenehm 2. Oder lind ec früher erlebt« Farbcnempfindungcn. die bei denselben oder 
ähnlichem Klang gleichzeitig zufällig früher einmal gefehen wurden? Für eine ganze 
Reihe Farbenhörer mag das zutreffen. Aber auch hier widerfpricht Bleuler. Die gehörten 
Farben feien etwas ganz Eigenartiges, mitunter früher überhaupt noch nicht Gefchenes. 
Seine ü«Farbe fei in der realen Weit viel» 
leicht überhaupt nicht möglich ; lie fei hell« 
rötlich, etwas gelblich und bläulich, aber 
ohne eine Spur von Grünlich. Dazu lei 
jede Farbe in der äußeren Welt körperlich« 
mafliv. die gehörten Farben dagegen zart, 
durch! ich tig. Als Flächenfarben fei ihre Bc* 
grenzung io ganz anders, am chcltcn den 
Farben am klaren Himmel oder den Regen* 
bogenfarben vergleichbar. Die gehörte Farbe 
wird auch fall allgemein in das Gehörefeld 
verlegt, wie alle SchallempKndungcn, und 
nicht ins Gelichtsfeld. Ferner können lie 
deshalb nicht Erinnerungen fein, weil Itc 
durch äußere Reize angeregt werden und 
genau fo lange dauern wie der Reiz. 3. Die 
wahrfcheinlicnltc Annahme dürfte fein: 

Sehnerv und Hörnerv berühren lieh an 
irgendeiner Stelle des Gehirns (etwa im vor« 
deren Vierhügel) Bei Schallfchwingungen 
leitet dann der Hömcrv die Erregungen bis 
zur Bcruhrungsltcllc. Ein Teil der Nerven» 
erregung dringt weiter bis zu dem für lie nor» 
malcrwcifc bcltimmten Hörbezirk im Schläfen» 
lappen. Der andere Teil der Erregung Ipringt 
über auf den nach dem Auge hin leitenden 
Nerv, erregt im Auge die Netzhaut, und diefe 
Netzhauterregung wird als Farbe angelchen. 

Je Itärkcr uie Töne anfchwellen. delto 
mehr nimmt die Leuchtkraft der gehörten 
Farben zu. Alfred Leopold Müller. 

Die Bedeutung des Humus. 

Von altere her haben Landwirte und Gärtner 
gute Erfahrungen gemacht durch Verwcn* 
düng von. je nach Möglichkeit, recht viel 
„Humus" im Boden; warum, darüber ilt 
man bis vor kurzem noch recht im unklaren 
gewefen. Seine Wirkungen lind fehr vct« 
fehiedener Art. Zunächft muß man, wenn 
es auch keine fcharfe Grenze gibt, unter» 
fcheiden zwifchcn den leicht und rafch und 
den fchwer und langfam zerfetzbaren Teilen. 

Aller Humus ift im Übergang begriffen von 
folchen organifchcn Kelten, wie lie alsNVur» 
zelrückftande, Stallmilt, Gründüngung. Kom« 
poft, Moorerde ufw. im Boden einer allmah« 
liehen Zerfetzung anheimfallcn bis zur Mine» 
ralificrung. Die Zerfetzung geht in den 
erften Wochen rafch. dann langlamcr vor lieh, 
in leichten Böden, wegen lebhafteren Umlaufs 
von Luft und Wälle r. Ichncllcrals in lehmigen 
und tonigen Böden. Der am fchwerlten zer« 
fctzbarc Reit, feit Jahren angchäuft, ift das 
Wichtigltean der „alten Kraft", die der Land« 
wirt an feinem Boden rühmt. Humus in leich» 
tem Boden vcrbclfcrt deffen walfcrhaltcndc 
Kraft, weil er bclfcr als die Sandkörner Wader 
anlaugt und feithält; fchwercr Boden aber 
wird lockerer, bordier und damit kultur# 
fähiger; diefe auflockerndc Wirkung kann fehr 
begünftigt werden durch Beigabe von Kalk, 


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MAI ZlTfl 1920 



1 KONZERT a *>■ MAI 
Al» klAffendc l.ied 
Lieder c fahrmdrn S-stlLn 
Erste Symphonie 
«-KONZERT» * MAI 
2rxj*üe Syeryahonee- 


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der durch Bindung von cntltehendcn organifchcn Säuren die Tätigkeit der Bodenbakterien 
fördert Mit dem Bödenwader laugen die Humusteilchen die Bodenfalze, die wichtigen 
Bilanzen nahrltoffe, auf, fehutzen lie vor Auswafchung und regeln deren Verteilung, ohne 
doch ihrer Abgabe an die Pflanzen« urzcln hinderlich zu fein. Sic fördern außerdem 
die (egensreichc Tätigkeit Stickltoff lammclndcr Bakterien, die die leichter angreifbaren 
Stoffe ah Nahrung verbrauchen, wahrend die fchwer zcrlctzlichcn eine Reizwirkung in 
günltigem Sinne ausuben. Tritt Luft in den Boden ein, Io fpeichcm die Humusteilchen, 
wohl unter Vermittlung ihres FTlcngchaltes, Saucrltoff, der, wenn wieder alle Boden* 
poren mit Waller gefüllt und vom l.uftfauerltoflf abgelchloflen lind, den PHanzenwurzeln 
und den (meilt nützlichen) Bodenbakterien zugute kommt. In allmählicher Zerlctzung 
werden lie ..mineral iliert", in cinfachlte Verbindungen, Kohlenfaure, Ammoniak, phosphor» 
und fchwcfelfaure Salze ufw , aufgelölt, durch die Tätigkeit von bodenbewohnenden 
Bakterien und Filzen. Jene Mineral Itoffc können nun mit dem BodenwalTcr von den 
Wurzeln aufgenommen werden; gleichzeitig wirkt aber die von jenen Mikroorganismen 
ausgcatmctc Kohlcnfäure auch löfcnd auf die in fchwcrlöslicher Form im Boden vor 
handenen Mincralltoffc. die eben nur in Lölung den Pflanzen zugänglich lind. Ihre 
wichtigltc Aufgabe erfüllt aber jene Kohlenfaure erlt in dem Augenblick, da lie, aus 
dem Boden aufltcigend. an PHanzcnblätter herantritt und von dielen, unter Mitwirkung 
des Lichtes, aufgenommen wird, um, in Kohlenhydr.it verwandelt (unter Abgabe fielen 
Saueritoffes). die Grundlage für den getarnten pflanzlichen und damit auch ticrifchcn 
Stoflwechlci zu gehen. Wenn die Sonne warm den Boden und die Pflanzen beltrahlt 
und diele die beiten Aflimilationsbedingungcn genießen, wird am mciltcn Kohlenfaure 
lieh entwickeln und austreten: bei naßkaltem Wetter ilt fchon durch die Temperatur 
deren Kntbindung verringert, und lie bleibt zum Teil im BodenwalTcr gclöft; die Natur 
kommt alfo hier dem Bedürfnis der Pflanzen wie auch des Pflanzers beltcns entgegen. — 
Bei all dielen hier kurz Ikizzicrtcn Vorzügen des Humus ilt cs kein Wunder, daß der 
Landwirt, trotz aller Erfolge der Kunftdüngung. doch vom ..guten alten Stallmilf* niemals 
hat laßen wollen. Dr. Hugo Fifchcr. 

Ober Mi neral färben. Die gewaltigen Fortfehritte auf dem Gebiete der Phylik 
und der phylikalifchcn Chemie haben lieh namentlich auch in der Mineralogie Itark bemerk* 
har gemacht. Hier haben lieh vor allem die Anlichten über die Kriftallltruktur. aber auch 
bcifpielsweifc jene Uber Mineralfarben welcntlich geändert. Es waren die Anwendungen 
von Strahlungen (Radium*, Kathoden», Röntgen* und ultraviolette Strahlen), wie man 
lie auf Mineralien zwecks Erforfchung ihrer Farben erfolgreich einwirken ließ, fowic die 
Rolloidchcmic. die uns ein neues Bild diefes Gcgcnftandcs entliehen ließen. Wenn 
auch die erreichten Refultate noch nicht fehr groß genannt werden können, ft» muß 
doch zugeltandcn werden, daß mit den alten Anfchauungcn endgültig gebrochen werden 
muß. Belaßen wir es bei der herkömmlichen Einteilung der Mineralien in farbige 
(idiochromatifchc) und gefärbte (allochromatilchc) Mineralien, und bringen wir letztere 
wieder in zwei Gruppen in primär und fckundär gefärbte, fo gehören zu den primären 
folchc, die durch Strahlungen und Tempcraturunterlchiede lieh nicht oder nur unwefent* 
lieh, im übrigen dadurch nicht dauernd beeinflußen laßen. Sie haben ihre Färbung 
fchon bei ihrer Entltchung angenommen (Rubin. Smaragd. Spinell, gelber und brauner 
Diamant ufw). Die fckundär gefärbten Mineralien haben ihre Färbung erft nach ihrer 
Entltchung erhalten und können durch die genannten Strahlen fowie durch die Tempe« 
raturen beeinflußt werden (meilt werden lie farblos). Die primär gefärbten Mineralien 
werden durch ifomorph gefärbte Körper gefärbt, wie Magnciialilikatc durch Eilcnoxydul. 
aber auch durch organifene Suhftanzcn. wie man hcilpiclswcile I g Blcinitrat durch die 
vcrfchwindendc Menge von 1 g Methylenblau färben kann. Organifche Färbemittel, 
denen man früher eine große Bedeutung zufchrich, beTchränken lieh im übrigen auf nur 
wenige Mineralien, außerdem wird organilchcr Farblioff durch Erhitzen zcrltört. Sehr 
fehwieng ilt die Untcrfgchung der lekundär gefärbten Mineralien. Die ehemalige Theorie 

über die Natur der Pigmente ilt crfchüttcrt, 
und wo die diluten vorhanden lind, lind fic 
kolloider Natur. Feltgeltcll» ilt. daß es bei 
den Quarz Varietäten — Amcthylt vielleicht 
ausgenommen — um ein und dasfelbe Färbe» 
mittel lieh handelt. Allerdings kennen wir 
diclcs nicht Gleiches trifft für die blauen, 
grünen ulw. Saphire zu. Ein und dasfelbe 
unbekannte Pigment hat lie gefärbt Baryt, 
(’öleltin. vielleicht auch blaues Steinfalz 
lind mit dem hautigltcn Färbemittel, dem 
Schwefel, gefärbt. Im allgemeinen darf man 
vielleicht lagen, daß die Färbemittel mit der 
betreffenden Subltanz des Minerals chemifch 
verwandt lind oder damit genetifeh im Zu* 
lammenhang liehen. Dt. Schmid. 

Vagotonie. Die lebenswichtigen 
unwillkürlichen Regulierungen unferes Kör« 
pers ( Gc wc bsernährung, Wachstum, Heilung 
von Wunden und Störungen. Drüfentätig« 
keit ulw.) untcritehcn nicht der direkten 
Ilerrlchaft des Gehirns und Rückenmarkes, 
londern lie werden gelenkt von einem bc» 
ionderen Ncrvcnfyltem. den autonomen 
Nerven. Der Ha uptreprafentant der felb« 
Bändigen Nerven faiern ilt das fympathilchc 
Ncrvcnfyltem. Der alte anatomifene Name 
ilt treffend gewählt. Sympathifch bedeutet 
..mitlcidend ". Tatfichlich begleiten unwill» 
kürlich ei n gelte Ute Vorgänge unfer Fühlen, 
Denken. Fmpfindcn, Begehren, unfere Freu» 
den und Leiden. Das fympathilchc Nerven» 
ly Item wird Itandig balanciert durch den 
Nervus vagus. Ilt nun der Sympathikus er» 
fchöpft oder aus einem anderen Grunde un« 
genügend aktiv, fo hat der Vagus das Über» 
gewicht. Daher der Name Vagotonie. Hier« 
durch machen lieh Störungen geltend, die 
Ichließlich zu ausgclprochencn Krankheit?»« 
zultandcn fuhren. Solche Storungen lind 
zum Beifpiel : Blutwallungen. Herzklopfen, 
kalte, feuchte, lividc Hände, Druck in der 
Magengegend, launenhafte Darmfunktion, 
leichter Wcchfcl der Pulsfchlagfolge, Neigung 
zu Pulsunregclmäßjgkeitcn. Als vagotonifchc 
Krankheitsbilder lind aufzufaßen: Herzneu» 
rufen, Althma nervolum. Balcdow, ncrvölc 
Magenltorungcn. Magenkrampfe, krampfhafte 
Stuhlverltoplung. leichte Eiwcißausfchcidung 
als Folge aufrechter Körperhaltung. Die Va» 
gotonic ilt meiltvcrgcfellfchaftet mitallgcmein 
Schwächlicher KorpeTvcranlagung; hierfür 
Inrcchcn: Rcllcxltcigcrung. zarter Körperbau, 
llachcr Krultkorb, fchlaffc Bauchdecken, 
fchla He Haltung, Vermehrung der eolinophi« 
len Zellen und der kleinen Lvmphozvtcn im 
HluthilJc Mit Vagotonie verbindet lieh meilt 
gciltigc Ncrvoütät, all« unruhiges Auftreten, 
überltürzte Spree h weife. Kmpfindfamkcit. 
Schreckhaftigkeit. Mangel an Konzentration, 
an Ausdauer ufw. ( hefarzt Dr. Engelcn. 


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MAHLER-FEST 

Sämtlich e Werke 

GUSTAV MAHLER'S 

in einem Cyclus von neun Konzerten 

»ihiOent: 

WILLEM MENGELBERG 

MmviuhKMii:: 

Die Damen Cahier sOuriiforFörftetr 
Hoffniann-Onedin / Noordetvier/Reldcl 
Die Herren: Denijs / Dtifuiri / l/r/ns 

CoNC ERTOE BOITAV- ORCHESTER • JoONKUNST - CHOR 


3 -KONZERT» «O MAI 

Oritt*' Symatumir 

4 KONZERT. IS >UI 

ihrrtru fünfte Symphenu 
5- KONZERT » I 4 >V\J 

Sechste Synxpfiaiue 
fGndcrloleriJietier* 


7 KONZERT » 17 MAI 

Al» Lied ‘Vn der Eni*, 

t KONZERT* IÄ MAI 

eAeunte Symphonie 

9* KONZERT « tt mi 

lAchtr Syrrydionit 


6 KONZERT « IS MAI 

Luder 'Siebet iic- fyniphorue 

Äboxs’EMEST (i’2VP£JisoKLrc//) ä ^O OviDEfi ' Zvzvgl Stadt Sr f. ver 
5CH RIET EICHE V r O RAUS BES TELLltNG ERBETEN 

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Oie llluftrirte Zdtuns djif nur m der Gefall in dtn Verkehr nl 
n rcoäktioncllrr Art lind an die Redaktion der lUu 


Auiisah« 1 gelangt ilt. Ir-de N rrandtrung. auth ii»' Heil»« er» 
. adniticr StraF« I — 7. alle MidtTn Zutendung 

zur Reproduktion unlrrtr bildrr kann nur nach jrdrunaligrr vorherigrr Vrrftanaigung mit dtm btammhaui (J. ]. Vl'tbrr, Lcipxig) rrfolgtn. 

Copyright April 22“ d 1920 by Illu Itrirtc Zeitung I. V(ebcr. Leipzig. 


Alle Zuicndungen redaktioneller Art lind an die Redaktion der iDuhrirtcn Zeitung in Leipzig, Kcudnitzcr Strafe i — 7, all« Midem Zuteilungen an die GeTchifahelle der IlluHnrtrn Zeieury. ehenialL^ m I «>p_riß. zu hehlen. Genehmigung 

“ — -*- L — — “ HJ *■ — — - — " j* i' ‘ i. *‘i i. ' ... * 1 iiBliwWiij . i. 


Nummer 4008. 154. Band. 


m l>TU<kiaehrn irgendwelcher Art. ift unterfagt und wird gerichtlich verfolgt- 
frelle der iiiuHnrten /cirune. ehen falls in Lciprig. zu richten. — Genef 
lür unverlangte hanfendungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung üherr 


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die alte Perle 

der Nordseebäder 


durch den Krieg gezwungen, 5 Jahre zu schließen, ist jetzt wieder bereit, alle Gäste, alte wie neue, aufzunehmen. Der Krieg hat die klimatischen Vorzüge der Insel 
nicht beeinträchtigen können, nach wie vor hat Helgoland von allen deutschen Seebädern die reinste Luft, liegt es doch mitten im Meere. Zu allen Jahreszeiten 
kann Helgoland aufgesucht werden, immer ist die Temperatur im angenehmsten Gegensatz zu der herrschenden Jahreszeit, am schönsten in der Kurzeit Juni bis 
Oktober, wo Segelsport, Theater und Kurkapelle Zerstreuung liefern. Die Befestigungswerke dürfen frei besichtigt werden. Die Düne wird in der kommen- 
den Saison völlig frei sein von einengenden militärischen Anlagen, ihre herrlichen Seebäder werden wieder wie in alter Zeit die vielen Tausende anlocken, über 
ihren Heilwert braucht man kein Wort zu verlieren. Denen, die nicht im Meere baden dürfen, bietet eine Riesen- Warm -Schwimmbadeanstalt Ersatz. Die Verbin- 
dung mit dem Festland ist das ganze Jahr hindurch ausreichend sichcrgestellt. Verpflegung ist hinreichend vorhanden, was nachdrücklich betont zu werden 
verdient. Jede gewünschte Auskunft erteilen bereitwilligst und schnell die Badedirektion und die Prospektausgabestellen des Verbandes Deutscher Nordseebäder. 


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ailuftrule Seüung 


snr. 4008 


'2UIflemeinc tftotiaen. 

tie ?lu^rnhnnötl5|iflle fies fluswärtigtn Amt** bot einen 
•Hertbdllungsral gcreäblL 5er iieb aus wrtretCTn bes •Jöirl- 
icbaftslcbens }u|ammenfcl}t unb bie reiche Erfahrung beT »irt- 
f d>aftlicbcn Draris in unmiltclbarer SulommenoTbcit mit ben 
bcbctMidjen Organen |üt bie amtliche Sörbciung bes Julien- 
bonbels aufibar machen (oll. 'Jlutb ber ©udjfianbel ift im 'Öct- 
n?allungstat ber 'Jlubenbanbelsftellc Dcrtictcn. 91t Vertreter 
bes 'Bnebfianbels ift ber erfte 'Boifteber bes ^örfenDtreins ber 
OeutUbcn ^3uc5b^nblcr £>ofrat l)r. SR einer berufen worben. 

Bon fier £anfiel5l)od)f$BJe in Beipjig. ©eficimrat IM. 
I*. Sü* er ift auf fein «nfuefeen ecm ber Sertrelung ber 
üniperfität im ©enat ber £>anbflsbod?lcbule burd) ben Bfabemi* 
leben ©cncil brr Unioerfität entbunben unb an feine Stelle ©c- 
beinrrat *1M- Dr. © 1 1 c b a gewählt worben, ©ebeimral l>r. 
Sütiber bat bem Senat ber $anbclsbocbfcbulf M *b*er ©rün. 
Dung, alfo (eit 1*98, angebört unb feit 1911 ben Borfifj im 
Senat geführt. (Sr bat ficb um bie Oraaniiation unb fiie Ser* 


TOültung ber £>anbcbbocb|cbuIc beroorragenb oerbienl gemacht, 
wie er auch ben ©tubierenben allezeit ein bodjgefcbäeter Cffirer 
unb Rubrer gewefen ift. ©einen Dan! fiat ber ©enat in einer 
tlbrcffe jum Busbrud gebracht, bie t>pn einer Sborbnung, be- 
ftcbenb aus bem neugeroäblten ©enatsDorHbenben <Scb. Kom- 
in er jienrut ^licb. Gdbmibt , ©eb- iHat ‘‘Ptof- l*r. ^artfd) unb 
bem etubienbireftor ©cb'.Hat "Prof. Ur. Übler überreicht würbe. 

*ülillionennb(d)lü(f< auf fier ßeipjiger 2 ed)nifd)en SOteiie. 
üuf 6 er in ber briiten 3 Rärjn>o<fcf in teipjig Dcranftalteten 
aeebnifeben Smeffe, bie bcfannllich alsbalb nach ihrer Eröffnung 
bureb bie Unruhen unb ©tra&enrämpfe geftört würbe, ftnfi, wie 
aus einem Südblid in ber „ 3 rcbnifd>en SPttffe", bem amtliAen 
Organ bes i'cipjiger fUlcfjamls, beroorflebt, immerbin noch 9 lb- 
fcblüfje über mehrere $unb«rt 3 Xlillionen SRI. getätigt worben. 

fln fiem Snfindjner Idealer • SWufeum {<£lara - gieglcr- 
©tiftung) wirb Diel berumgebrutelt. Der Ronferoator bicler 
Sammlungen. Dr. Sranj Sa pp, bat nun in S r . ii bcr^Jbeater* 
Leitung ber Staatlichen Sübnen Sölüncbens“ eine übbanblung 
üeröff entlieht. in ber es unter anberm beifct: „... 3 Bir polltn 


pereinen, was pon Sübnenfünftlern unb ^beaterfacbleuten in 
unermublicber Ürbcit getriftet wirb, um bas ©efamlfunftn>erf 
bes beutfeben tHationaltbeatfis »u (ebafftn. Dem Jbcatcr bet 
©egenwart mute rociteftcr Saunt gegtben werben. Daneben bauen 
wir bic ©djaubiibnen ber Vergangenheit in ben »icfriigfteii 
Xppen ber tfauptepoeben auf. Die oorbanbenen Vrftänbe rrbnen 
ficb in bic gtofsen ©ruppen ein 5 ür feift alle 8 ®eifle ber 
Xbeaterlunft ift ein ©runbftwf bereits Dcufianben. tTWobelle 
unb "Pläne geflatten febon jrßt einen guten überblid über fien 
Xbeaterbau bes 19. [\abrbunberts. Die reiifce Sammlung bei 
Dcloraiionscntwürfc unb ßigurinen roachfl in erfreulichem 
Einige mcifterlid>e SRobelle ber ViibnenraafcbtneTie werben bei 
Dorragcnbcn -Tecfcnifern oerbanft. 8 üf ben 5erj<h«T liegt Diel 
banfbaves SWaterial *ur XbeoteTge|chicbtc bereit: bie grofcc $abl 
ber Vilbniffe. bie mit bem feinen »upferfticb bes 18. 3 abr- 
bunberts beginn enb über bie pracbtoollen ßitbograpbien Don 
bei SRitte unb bic repräjentatioen Olgemälbc oom £nbe bes 
leßten ^abrbunberts \u ben föftlicben Söerfen Don ©abriel SWar. 
©rüfoner. p. Uhbe unb ©ulbranfon in Bloli ©oblmulbs ®e- 



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ein Indischer Roman. 

Dfc Dresdener Neuesten Nachrichten schreiben: 

Da» Ru* einer Frau Auf Jeder Seite würde man ei »pflren 
ewi»*en den Zellet lesen, au* wenn man es nl*t wQkfe 
Aber Im guten Sinne da» Ru* einer Frau mit behutsamen 
und do* radcslchttlo* »ugrelfenden Händen lieht eine Frau 
feine S*leler einen na* den anderen von der Seel« de» 
Weibe» sie «rill alle Tiefen offenbaren Nid»! blohitellen lür 
SA«ulu»llee, »ondern eben da» Wunder enlsdilelern. damit 
man auf »einem Grunde da» Wunderbare erkennen toll er 
kennen In Anda*l Audi da» Ru* einer Dlcbferln ? Wohl 
do*. Irol« unverkennbarer Ungle l*hell Im Hrthenflug der 
Dkhtung Ein lyHs*e» Talent ringt mit dem Slolt da. wo er 
e» ln Niederungen iwtngen »etil Mil Meisterhänden kleide! e» 

Ihn in feine larbenalrahlerde »*lmmernde GewAnder da. wo er 
e» duldet Indien ersieht da» Land der geheimnisvollen Wunder. 

Die Lehre von der Qual alle» Sein» und der Seligkeit des 
Nirwana ver»bld»! die Seele der Rose Clalre ln den Dienst der 
Tode» B 6Hln Kalt Alle», was Ihr liebt, sollt Ihr löten' Das 
Gebot wird ihr «um Flu*. Siegerin aber blelbl das Abend 
land. die WeUhell von der Erlösung der Well dur* Hebe 
Dodi das b u di einer Dichterin. 

Prell der Ce schenk« uigibe in edit Indlopopier gebunden 
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Das Werk wird l. ZI. verfilmt. 

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der freien Schulgemeinde Ruppichteroth ibh. Kein) 

tilgtet einigen Stadtkindern Heilunq von und Schutz 
aeaen körperliche, geistige, sittliche Schaden unsere» Zeu. 

Landarziehuna*h«in« mit Real-.Ofnmas. undteellB. 

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Solche Briete (prechen ».««1«* »!■•««. 

„ 3 * bin im TJeflb* Jbrec ötbnfi. brr ich Ifiyg waatffgriWffn 
6 pra 4 « unb vor allem iVe« in au#ae|f länti *i ‘»die «uf 
Inbaltd wegen »eueftgebnibe Uerbrrltung iPiinjWe. 3«* 

Bobe unter anberem eine« burd) Sie aelemt; 0 «k au* Bei 
lieben TJeTanlaaur« oon 2 tami uufr ? 1 >cifr. wenn iu*t grgcmeing«* 
Kertleben reWueitia etntrlit. frbr leirtii ataenfciiige «bneiffun«, I« 
«bicbieu bernorgebrn fann 3 * ftlfifi bonv m cmr .rrau fur qrf u bia- 
fair unb fle lind» fiir brutal «rbalieii «eine w 
ftliitf Utb fteworben. Da* banfe ub 30»«'** 9L in 

%* beftellte mir bdl "Pu* unb bin iSoit unb Jbnen bantbar 
bafür. «* ift ein wahrer <5*a« für bte tungen 'Leute. !><« rauen« 
erroedenb. mit »oblmcUenber Jelluobme. fittlid^em iSmfl unb Itifft 
verftänbllcb arfcb neben Ift e* eine Derte emfdbläaiget ClieiaMr. Öl 
aab wir obrpobl »A viele« »ulte, bed) •auftldeun« llbee Tuiitte, 
von betten id» lein« <Ht)*mng baue «* I" *• 

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Ta« hcroorvcnKiibeflJeTf flcleitet ben dann oonbctlliuibcmcit bi* in« 
©reilrnattcrunb gibt lelbft färbte hbwtetajten Situatronenaeeiflnele 
fiefitrtlflcn* werte «latftfiUlge. e* in bas mldjttnfte *udifr.r ben lunpen 
Im C eben |t tbenben tp?nnu. 'Pre«>brol<J).aH.5.-,nebb.«}. «.-»tusiO < 

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|U 7 «rn 1 Kr. «diwsrs: UKr.life». uagea. «.«««-; V. ererblock 1 M. Nr. ii 
Sv*a«rblock 1 Kr. »*w. N«*p«»rto. Brief.tüek; Brauo.cJ.wei* 
*tfd»sL, Br.ef.t-; Belgiew Nr. I. 2 6. 18 ; DIa*»^l. Nr. 2; Plaal 
Frankreich Nr. lj Gri«<*caland Nr. 5. 80, 81 ; EafUadNr.l; Laacoa 
Malta Nr 10. IS; Müden» kom^; Hallaad Nr- 3. 6; Norwe». 
Rumänien Nr. 12. Ruu. Le»«nte Nr. 6: Sckwedea Nr. 4,6.13; Toa 
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Mark 2.50 auf uuer Pcxtseheckkoato Nürnberg 11076 oder Lineea 
Wtcraetio aalen Aatwort»*e*ner erhalten Sie ^i »e L“ 

LUCAS a HERRMANN, SAMBERG (BA 


Briefmarken 

uiafilrn an Sammler ahne Kauf 
ii e. Illuntnertr Briefmarleeiueitung 

•iu. Karl Herrn lg 1 , Weimar. 


Bdker i Kleeberg. 

| Chemnitz 13. 1 

Kriegsmarken. 


irielmarken. 

iKriegsnotgeld. 

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Prvlsllsiii* Inuiku 

Bruno Hofmann, 
LolbzlB 2, 

Sinmlanmr fkr.B. 



91t. 400N 


3UuftTiTtc 3eitung 


Ü17 


malbefcbaG führen. 'Bilbniübüftcn unb «T rtrnniasfcn, 3Hc bnillt n 
unb ^Motetten brbeutenbfr SJübnrnfünfller unb €ebriftfteller 
bilbfn eine trefflidje (frgänaung birfex it»cil über bie <&rcn^en 
be* rein <'JfonogTapbifd)fn binausgcbcnbfit SlunftfammJunp. 
^Dichtere Jau|enb ^botpgrapbien bilben ein ©übnenfünfller- 
ard)ii> oon ungewohnt idjem Umfang. parallel biexmtt gebt bif 
gepflegte Sammlung bonbfcbliftlidKr Dcrumcntc gur Cileiatur-, 
'©iibnen- unb tfcitflcfcbicbte. Der ftröfete €<feaß bes Kaufes 
ift inben™ bie Bücherei mit runb 30000 SBänben aus- allen 
fttoeigen brr ‘öübncnlitcratur unb ber Xbeatrrn>ifTcnfd>aft. 6ie 
wirb (4)Tittn>ei(e mit bem Ausbau ber fecbaufammilungcn plan- 
mäßig ergänzt. 5m fommenben €ommer feil fic neugrorbnet 
ber allgemeinen Sicnußung roieber jugänqlid) fein, lirroäbnt 
leien nod) bie Sammlungen ber 2Rdtiond!en unb Schatten- 
figuren unb bie japanifdjrn gigurinen, nur um »eite 'V<r- 
fpetttDcn unterer Arbeit«* unb 6ammelpfli(bt tu öffnen. Sur 
Seit »irb mit Spitteln, bie einem freigebigen Kunflfreunbe rer- 
bonft »erben, bie iRcfonftruftion be» griedjifcbcn unb römifeben 
Jbeaters nacb ben gefieberten heften betrieben “ 


9Iuf ber grnntfurter Dnternalionalen SReffe vom 2. bis 

Aum ll.SDlai »eiben bie 2lu»ftcller ber CSruppe „ftunftgemerbe, 
<£bina* unb gopan • ^Darcn" gcfcfeloffen im ©ortbc -SKröbaus 
untergebradjt fein. <fs gibt ficb in bielem Bau ISelegenbeit 
für eine jroccfmäfeige unb jugleicfc rei^polle Slnorbnung ber 
vcrfcbicfccnen. 2lusftellungsräume unb -€tänbe. Unter ben 2lus* 
ftrllern befinben fict) bie erften funitgeroerblidjen öäufer Deutfcfe- 
lanbs. |$ux Slusftcllung gelangen alle Kategorien funftgeroerb- 
Ii*er <£racugniffc, fünftlerild) ausgefübrte 3Röbel. Keramifen, 
tjoljmoren, Siedereien, Batif ufro. Bon ben oerfcfciebenen 
groben BSerfftätten [teilen unter anberm aus ber 'I8irtf<hajts- 
bunb beutföer Kunftbanbroerfer in Dresbcn, bie Jtündjcner 
3Berfftätten . bie Jlunftpflege in Reffen, ber Bunb babitocr 
Rünftlerinnen u|ro. ?lad? bem Qbefagten bebarf es feiner groben 
Bcgrünbung mebr. rornn ausgrfprccben roirb, baß ber Befudb 
ber weifen granffuvter internationalen SReffe für alle am 
Äunftge»erbe interelfieTten Greife buTcfjaus empfehlenswert er* 
fd>rint. <is ift rallom, fid> roegerc ber Vermittlung oon Unter* 
funft&gelcgcnbeit recht zeitig an ben SBobnungsnadjreeis bes 9Ke6- 


amts ru wenben, ber feine 3Jlöflli<fcfeit unbenu&t taffen »irb 
alle SDIchfläfte in guten Ouaitieren unteriubringen. 

Tos britiidjc tf-inreifcoerbot für ehemals feinblicbc 
6 t aatsan gehörige ift (eit bem 23. Dezember 1910 in Kraft, 
oon biefem -Tage an gerechnet bürfen für einen 3'ittaum oon 
brei iabren feine ebenfalls fcmblicfccn Staatsangehörigen nach 
©rcfjbTilannien ebne befonberc (Erlaubnis rinreifen ober boit 
länger als brei 3Ronatc verbleiben. 

£ie ©ebirgs« ober liroler $änge* »elfen finb noch pic! 
*u wenig befannt. obgleich bies längft ber gall fein fonntc. 
Sie finb pollftänbig ausbauernb, beanfpruebrn rornig pflege 
unb finb ber fchönfte Sdjmucf für Berauben, Bfllfon». genftet- 
bntftungrn, Bfumenfäftcn ufto. 3Ran bejiebt bie echten 
feurig -blutrot blübcn&en unb rooblrieebenbcn $ängt -»elfen 
oon ber berodbrten unb beftempfoblenen Samcncucbl unb Senner 
banblung »g. (£. ö eine mann in (Erfurt, gür biefes Qabr 
mühte bies aber foglricb gefebebm. Berfanbjeit ift onfang 'IJlai 
Die fräftigen lopfpflanien foften lOOStüefbOBlf., lOStüefO^f 
l€tüd 1 3Rf.)U4Üg(i<b20"/ t Xcucrungs.^ufdblagunb Berfanblpcfen. 



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2Iuf 6cm 2?q|(pn. Stad) einem ©cmälbe »on l£uqen 3cn6ia(|if. 

ORit ©cr.rtmiflunfl tci Ungarikbrn Runftwrlafli*21.*©. flenne*« flalmnn in t'ut'apfft.) 


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. 



520 


Sltuftrirte 3eitung 


«Kr. 4008 





£Die Reform urtfere^ *S3eltBtlöe& 


5)3 


Dr. 2lbolpb Rooftcr. 

crurh- »um floihsminiflft t*s iluoiräiliflfn rrnannl. Stilglicftbn 
eoiuilh-mcfialilihrn Darin, julrtit Teiilfthci 2tricb»tcmmi Kar für 
Ni ?tbftiminuna*0rbift in ^ vrDfrbf r«ir > t0 . 


,cn großen lintwidlungscinbcitcn unb 
_ tfntwicflunflsftulen, in beren inner- 
lid) bedingter Abfolge Heb bas geiftifl- 
geftbicbtlicbc Ceben ber 2Kcn|cbbcit 
jicbt. ent(prc<ben cbenfo Diele cbaTaftc* 
riftifebe Normungen unb Formen bcs 
Bcltbilbcs. Tenn in bellen ©cftaltung 
gelangen alle irgenbroie maßgebenden 
unb einflußreichen ©ruppen Pön ppliti- 
leben, wirtlcbaftlicbcn, Cünftlcrifdbcn. reli- 
giösen, rein intellefluellcn Bcroußtlcins* 
lagen unb Bewegungen jum “Jlusbrucf, 
bie ben gefeßiebt ließen Inhalt einer folcbcn 
tintroidlungsftufc ausmacbcn. ?iod> in. 
ben »injigften if in^Hbetien einer Belt- 
anjebauung fpicgelt fid> bie allgemeine 
Bticnsarl eines Zeitalters; jebem ^Ib* 
fcbnittbcr©<|<bicbte gebärt ein beftimmler 
Jpp gebanflitbcr (Sinficllungcn unb ju- 
lanuncnfaflenbcT Übcr*eugung als leicht 
ablesbares 'JUlrrfmal leinet Bdonber- 
beit an. 

Ticlcs Bcrbältnis laßt ficb ebne fDtübc 
burd) ben ganzen Banbcl brr feiten 
binbureb ocrfolgen unb beutiid) feft- 
[teilen. s bat aueb für bie ©egemvart 
jeine ©ültigfeit bebaltcn. Ber Die ©c- 
lamtDerfanung unb bie einjelnen Züge 
bcs Bcltbilbcs ober ber Bdtanfcbauuna 
unrerer Jage \u erfennen unb in ibrer 
(Sigcntümlicbfcit au c rf affen oermag, ber 
finbet in ihnen alle jene SWomcntc; ©cfinnungen, €trcbungcn, Neigungen, Bcrbaltungs- 
weifen, Jäten, teiftungen roieber, in beren pcrioirrenber gfiU« unb Reibung ficb bas 
(Scbicffdl unteres Gebens aus- 
wirft. 9t ur in einer Beaic* 
bung ift ein bcacichneiibcr 
BcAfd eingetreten. Bab- 
renb früberen (Stufen ber ünt- 
roidlung, gemäß ber im Ber- 
bältnis einfachen ’21rt ihrer 
©runbrerfaffung unb ihres 
Ausbaues, eine beftimmte 
unb ba rum leiebt beftimm- 
bare Form ber Bcltanfcßau- 
ung ober eine nur geringe 
gabt [olcber jugeorbnet war, 

$ei ebnet ficb bie ©egenroart 
nicht foroobl burdj ben 2Rangel 
einer für fic ebarafteriftifeben 
©cfamtPorftcUung Dom 'Jöefen 
unb Bert ber Birflicbfcit 
als DiclmebT bureb einen 
d her reicht um an allen mög- 
liehen ‘Slfpeftcn unb «int- 
würfen aus. Tie unrcrglcicb- 
liehe 2Jiannigfaltigfcit an 
fruchtbaren Spannungen, oon 
benen unfere Seit erfüllt ift, 
unb bie uns ju überwältigen 
broßen, finbet ihren '.Weber- 
fcblag in einem bis aufs 
äußerfte gcftcigcrtcn Bctt- 
beroerb ber Dcrfcbiebenften 
Beltbilbcr. 

Aft es mög lid), in biefem 
bewegten «Spiel eine einheit- 
liche 6tTÖmung *u erfennen? 

Ober beftebt nicht bie (iigen- 
art bcs geiftigen Gebens ber 
©cg empört gcrabe in ber 
Buntheit, wenn man will, 

Unorbnung (einer geiftigen 
Bewegungen, in einem un- 
pebänbigten Überfluß gebanf- 
licfcer ©ebilbe, her aller Be- 
mühungen um Ausgleich, um 
©eroinnung einer cinbeitlicbcn 
©ejamtanftbauung fpottet? 

Cf inc ©emeinfamfeit, aller- 
btngs mebr eine folcbc nega- 
tioer *2lTt, fpringt aber (ofort in bie klugen. Tas ift bie energifebe Ablehnung aller meeba- 
niftifchcn Bdtanfcßauung, b. h- jener Borftcllung, bie fid? has ©efüge bei Birflicbfcit Don 
naturwinenldjaftlicb-pbonfalifcbcr Eigenart unb ron matbematifd) berccbenbaren unb formu* 


Leutnant (öraf ftalnein, 

rem Sciiwfbi- Sl araUcrmtflimtnl 3. Rubrer einet brulldtcn T« 
iteuillf in 8-an rpn ben fiiaiupfm nc*i8e|(Ririi PVbin, rurt* er 
7.itpiil beim Deilr ?iitbtnröUflfl»i in 8a U.msf«tn& PMi^iirbtn. 
in CUTbclten rc*n fnan^cfifittcn iecHNitcn erleb oft« 


'Bom 44. Äonflrcü ber Teutleben ©cfellfdjaft für Chirurgie im £amienberg-Bitd)on>-i;>au5 tu Berlin: 
Blid in i>cn ßifeungsiaal währenb bet crflen Tagung am 7. 'Jlpril. 

I. ©rbeimral Bier, ber Bcrfitvntv bcs Äonarcfics. '1. Ocbctmial Rörtc. 3. fSebeimrat Riimmel. 


lierbaren ©efeßen hebcirfcbt bentt. iOlan 
fann biefe tlbiebnunp auch als bie '2lb- 
febr ron jener '-Huffafiung anicbcn, bie 
bei ber Betrachtung bcs 6c«ns unb bes 
Tcnfcns allen :i'iacbbrud auf bas for- 
male, gefle, ©ren^bafte, lagifch cinbeultg 
Beftimmbarc pcrlegt. Bir leben ohne 
>uagc in einer ,^cit, bie bur6 Die 'Jluf- 
locferung unb B<rmacblüftigung bet ^orro 
gcfcnn^ci ebnet ift, mag bfefe ^orm als 
fefte politiiebr Bcrfaffung, gcfcllfcbaft- 
liebe Stanpention unb Siegel, wirifcbaf!- 
liebe Crbnung, tbcologijchcs unb tirih- 
liebes Trgma, ablclutc roiffcnf cbaftlicfcc 
(irfennmis, pbilofopbifcbe (softcmatil 
cbcT wie immer fonft flur Tarftellung 
gelangen. An ber ©croinnung unb Be- 
wahrung bes Formalismus erblidt man 
nicht mehr bas erfrbnte Seil. 

Tamit crbelli ficb aber unmittelbar 
auch jener pofitioc 8ug, ben alle bie 
iablrcicbcn neuen Belt bi Iber, bie in ber 
©epenwart «um Borfcbein unb «ur ©cl- 
lung lommcn, miteinanber pcrbinbel. 
unb ber cs bebtngt, baß man mit gug 
Den einem ©anbei unfrrer ©eltanicbau 
urg, unb rroar oon einem |cbr tief- 
gteifenben unb umfaffenben. ipreeben 
fann. Tenn gana allgemein roobnl un- 
lerer .Seit bie lebhafte (Sebnfucbl intie 
nicht jotoobl nach einer formalen gefli- 
gung unb qefeßlichen Sicherung ihres 

©eltbilbes als oidmebr biejemge nach einer inhaltlichen Bereicherung, nach einer ftoff- 

ließen 'ilusbebnung besfelben 
Glicht hie (fntbedunß neuer 
'Xcpeln, lonbcm biefemgr 
neuer ©ebiete, neuer fßirf 
licbfeitrn. neuer Anbalte, neue; 
i'ebensmöfllicb feiten, neuer 
«ccbaupläße jur Üustoirfun, 
bcs unftillbarenTranges noch 
Jätigfeit, nach ©cftaltung ift 
cs, auf bie her ©eift ber JJeit 
binjiclt. illicßt neue Bin- 
hungen unb Formen, fonhern 
neue Jiefen unb Bewegt- 
beiten werben erftrebt. Sin 
bic Stelle ber 6tatif tritt 
bic Tonamif, an biejeniac 
ber Berehrung ber Blatbe 
matif ein jrifches Berftänhm-.- 
für Bcfen unb Bert ber 
Tialeftif. ©erabe bas, roac 
ficb nießt in Formeln unb 
Formen f affen läßt, reiM 
^laebhenfen unb »Täfle. Bie 
benn bas ■Jluge bafür wiebci 
roacb geroorben ift, baß 'Jtecfct 
unb ©rbalt bes Gebens eine 
eigene, jeber lopifcbcn Bc- 
grünbunfl unb £cbematii;c 
rung überlegene 3Wad)t auf- 
roeifen. unb baß es Tinge 
uvifeben toimmel unb ttibc 
gibt, ppn benen ficb untere 
6d>ulir»cisheit bis jeßt nichts 
bat träumen fafjen. 

Tabin geboren jene tir- 
ober unterbewußten fetfißben 
.Suftänbe unb Borgängr bcs 
Traumlebens, jene pfpebe 
patbifeben lErfcbeinangeti bes 
Bcrgeffcns, Bergrcifcns, Bei 
fpreebens, bie cif! ßiegmunb 
Frcub mit feiner „Blocbp 
analpfc" jum ©egenftanb 
einer ernftbaften wiflenßbaft- 
lubert Unterjucbung gemacht 
bat. Tenn natürlich brängt 
bie mcnfcblidje (Srtenntnis 

babin, aueb in biefen bunflen Reichen — unb es ließe ftcb ibnen np<h eine ganje 9le«bc 
abnlitber (irfebeinungsgruppen anreiben, auf beren (Srfunbung ficb bas Antexefte ber ©egen- 
wart richtet — ©ejeße, Bcftimmungsgrünbc, tfufammcnbänflc aufaubetfrn. 'Jlbfr Dirfcs- 



^rof. D. Hermann gering, 

Honriliorialfat. t** cirmoT 8er il>»o- 
loaiKten Ä.ifulut 8er Umortfilol b-illr. 
t im 82. CrbfiMtobr in Doll« a «£. «Dhc- 
ifriu Steller, bullt j. 6.» 



'Prof. Dr. iDipriti (ianter, 

l'Wh tbcfral. 8rr benibmlt 'Utcilfwmal.lrx 
8er Pe:8d8el«r UncMrfildl. 8t||rn ¥*aupl- 
(irbirl 8ic (ftflikichlc 8er iPtalbenuilif mar. 
f in bti8c!8trfi im eiltet oon !<l 3*J8rtit 



©eprg <£dnveilict, 

cm weil über T l cul|«Mon8s SceijM binouo 
bfldnnlct |ubrrn8ct 8<ulf(bicr 3ourndliil. 
SSrtJMSjKbct 8r& . iWrliner .Ifllenuro“, 

feierte «tin 12 ‘Jlpul ftirtttt 70. WeSuflMdfl 



'Prof, gerbinanb ©rcgoii, 

berubmtet fctu liehet <-<fc«ru|pielcr. Jl»iialie8 
8et ‘MemharM Duhnen in iVrlin, perhet 
.'ntrnbdnl 8e; :**!<innbcimet f'pflbealers. 
IriCrle ein lii 21pril feinen .’^i SWburMaa 



Rc-mnict.ücnrat ‘p, Tboter, 

befannler C^rpfatjuimann 8e» DrljhrJnA. 
ein Dioniei 8« D<ÜK'<'rfnban8rl r . + m 
k -Spfil (n Vftpüa «r*r ■fllirt non f>2 ?o8r« 
(Dbol- 21tfli« boenifch. ßeipua 


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91t. 4008 


Otluftrirtc 3cilung 


521 



®ie <Sd>redensl>mfd)aft bes Kommuniflcn ftölj im 'Boflltanfce. 

1 tdjipfe Solfcnftcin, bas &aupt quartier PPn S»pld, t»cn rro aus er feine flaub- unb ffrprcf|ungsfcibtten in bas 'Jlofltlunb unternahm. 2, Sin fo-mmunifh|cfc>cs 'äutobafc; $»aufcn perbranntrr ben ijmirpbntin bur<b C*ic 
Wrf$en Sanken abflcnommentn ©affen in galfenftein. 3. JRaj töl*. bei T*if*alor bts ^oßtianbes, bcflen Terrorismus jefct büret) bas ffingteifen ber 3lfid?sn>ef)t ein 3irl 0<leW »erben ift. (Dbol ff €etbui(jCT. 
1‘bflmitJ. ) 4. 3nbönflcr ben $c>U t»or bem Dölbaus in flauen. 5. u. 8. "Sillen bes ßabnfanltn Jtrötenberbt (9?r. 5) unb bes "Baunteiflcrs Äaiftr in föalfenftcin, bie auf Sefebl t>on f*»ü als 9lepiefialie flehen bas 
ifinrüden ber Jlcflieningslnippen in bas ^Jpfltlanb in 'JJranb qeftedt worben finb, 7, 93Cicf auf flauen, bic fcauprftabt bes ‘Coqltanbes, oen bet £»lj buid) Drohungen nttbt als eine 3Rillion erprefjtt, 8, falfenftein. 
M« 3entral« ber fommuniftifcbm 'iVireflunß im Sogtlanbe, bas €lanbouarticc con (ÖU unb feiner „Alpten Urmee". 9. Die ebenfalls auf Deranlaflung pon $>61} tmreb Dranbfliftunq jrrftprtrn Villen bes Kaufmann«., 

»5ron^ Sange unb bes 'Baumeiftfis Saum in galfenftein. 


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522 


3Uuftrirte 3«itung 


9lr. 4008 




Slbrüftung auf £>e!golanb: Ülbmonticren bet 21-cm • Cv>cfd?ii^tür nie . 3m 
simtergrunb: ®er söelgolänber fiafen, ber na<f) 9Se|d>Iu|j bet Entente 
gefprengt werben (oll. idw . ‘.Ilellrt SUpppmdM! ?td<bf, SNofTr & Ptuppel tftlfc»lnrtbdb*il.’ 

^eftreben «ft ni*t bas eigentlich Unmittelbare unb (£boT<»fterifiif*e. <|ine fol*c Neigung 
teilt unfere Seit mit allen anberen (Epochen, in beiten eine wiffenfebafttübe löcfinnunfl oor* 
banben war. Sas uns jebo* an jenen (Gebieten fe||clt, bas ift nidjt jcnpobl bic (Er- 
wartung ober (öeroifebeit, au* fie mit ben 3Dlittcln ber (frfcnnlnis bewältigen ju fönnen 
unb bie ihnen innetoobnenbe (Gejebmäbigfcit unb ilfTurfa<btbcit ans Cicfct ju forberr, als 
oielmcbr gcrabc bas (Scbeimnispollc, öalbbunfle, irrationale; es ifl bie Hoffnung auf 
Offenbarung bisher ungeahnter liefen unb 'HcTlcblungenbeitcn ber menfcblidben Seele, mir 
überhaupt ber Ü3clt. Stocbbem jabrAebntclang bas europaifdjc (Gciftcslebcn oon einer aus- 
gefproeben rationaliftif*cn unb fritifdjen 'Betoublfeinsarl beberrfcbl war, bie ibren reinflen 
'ilusbrud in ber macbtopllen (Snttoidlung ber atu noiflenfebaf teil fanb, beginnt jeftt roicbcr 
über basfclbc eine ftarfc Söellc unwJennbar romantifeber Stimmung unb (Gebanfenri*- 
tung binjuftreirben. Der „(SrprcfRonismus" unferer Jage ift nicht bcfcbränlt auf bas 
©ebict ber Kunft. Sin tiefer ilmfcbroung polhiebt ficb nicht minber auf bem (Schifte ber 
'.Religion, bic man oon ihrer 
(frftarrung in formen, Dog- 
men, oon ihrer geftlcgung auf 
ben "durbftaben unb auf bas 
■ffiort bes 'Befenntniffes ertöten 
unb auf ihre urfprünglicbcn 
unb feböpferifeben Ouellen, 
nämli* auf bas lebenbige ©e- 
fühl unb bic innige Kraft bes 
©emütes, jurüdfüljren unb ron 
hier aus neu geftalten möchte. 

Unb cbenfo beachtenswert unb 
fcnnAct*nenb ftnb jene 33e- 
«Übungen, felbft bie ^bito- 
iopbic, b. b. jenes 'Xcicb, in 
bem ber Storftanb bie unbe- 
Dingte 2IUcinberrf*aft ausüben 
Au bürfen f*cint, unb bas ficb 
aus|*lief}licb in ftrengen unb 
fetten Gegriffen auf baut, nicht 
von ber ©runblage bes foftema- 
tifeben Denfcns aus, fonbern 
Dom ^Ueben" unb „(Erleben" 
ber ju begründen unb au ent* 
toidfln. tölar. ftrebt na* einer 
Uberroinbung jenes pbilofopbi- 
feben Titotlbitbes, bas feine 
Eigenart unb ©ro&c in ber 
ttnfflellung eines logifeben 
Fadbrocrfcs, in ber (Gruppie- 
rung unb formalen Slnorbnung 
bes Stoffes befafo, ber bem 
Denfen aus ben Streifen ber 
Statur unb©cf*t*te Auftrömtc, 
unb ber nun fofort bureb ben 
regiftTierenben unb ftaffifiaic- 
renben SRccbanismus bes 'öcr* 
ftanbes aufgefangen würbe. 

Die Degenwart empfinbet 


$ie <£rpbfionsfatoftropf>c bei Königsberg i.^r : (£jplofion bes iDtumtions^ 
lagere 9totbenftcin am 10. Slpril. Sei ber Hataftropbe fanben über 240 ‘per. 
fonen ben lob. 

biefen Formalismus, ber feine Strenge auf faft allen ©cbictcn ber Slultur befunbete, als 
eine (Entleerung unb -‘flergeroaltigung bes Gebens, als eine Unterbrüdung bei Sülle bes- 
fclbcn, als eine 'Cercinfeitigung unb 'Itoröbung feines '3tci*tums, als einen Uerfu*, ben 
uncrf*öpf lieben ©cbalt ber '“Birflicbfeit au beengen. 3bm gegenüber ruft man roieber bie 
Kraft unb bie (Geltung bes Gebens an; man Drängt fort ton ber grauen in bem 

(Glauben, aus ber ’öcwegthcit unb Irrationalität bes Gebens ben Neubau unferer Kultur 
unb im .^ufammenbang bamit au* ben Neubau unferer '2vtetldnf*auung tornebmen unb 
burebfübren au lönnen. Denn nur — |o gebt bic dberjeugung — inbem man bas ßeben 
unb bas Erleben in all ihrer Unmittclbarfcit unb ©c»cgli*feil ,uir ©runblage bes neuen 
'Ktollbitbcs madjt, (ann man eine ©efamtanfebauung entwickln, bie ber allgemeinen Kultur- 
ftitnmung unterer Seil, bie ihrem Stollen unb 6cbaffcn ben angemeffenen gebanlficbcn 
'itusbrud ocrleibt. unb bic aueb in ilbcrcinftimmung mit ber eigentümlichen 'ÜJcfcns 
terfaffung biefer .Seit ftebt. (rebr flarf, febr einfluforci* finb bic fubjeftioiftifeben unb 

irrationaliftifeben (Strömungen 
'Itorurtcil5lo|e Prüfung ibrer 
■©ebeutung wirb au bem (£r- 
gebnis gelangen, bafj fie ohne 
Frage au einer (Erneuerung 
unb ^crlcbenbigung unlcrer 
oft in Ibeorie unb Formalis- 
mus allAufebr befangenen ^Oeli- 
betra*tung beitragen fönnen 
unb beitragen merben, bafj mit 
ihrer febran fcnlofcn kneifen- 
nung unb ^ulaflung auf her 
anberen 6eite aber au* wie- 
ber erhebliche (Gefahren oer- 
bunben finb. 


Pon ber Jogung bes 5tei(i)spcrbanbcs ber 'Seutjdjen 3nbuftrie im :H{armc>r|aal bes äoclogifcbe” 
(Sortens in -Berlin am 14.HIpril: ©efe. SomineTäienrat®cut(£b,©encralbircllor ber 21. ■(£ ■©., [pricbl. 


3 nbifcbe ©prücbe. 

Keine ‘JDüfft fann bas wahre 
3* oerletjen, lein geuer es 
oerbrennen, lein SBaffer es 
feu*ten unb fein $Binb es aus- 
txoefnen. 

DieFreunhfcbaft bes ©Uten, 
Aucrft blci* wie hie Dämme- 
rung, nimmt ftetig ju. 

(Sin König fällte toeber 
Freunbe no* 3fenoanbte haben. 

^5Jie eine glanjenbe '©lume 
ohne Duft, fo Hnb bie 5öorte 
besjenigen, ber ni*t honbelt, 
trie ex fpri*t. 

2ue bas eine Ding, bas eine 
Dtng, was not tut; tue bas 
Dute, benn bas ©ute tut not! 
Unb tue es beute, benn es tut 
beute not! 



Poin Riiibiobrsiportfeft im berliner ßlobion cm 11. ‘älpril: Sie Seil- 
nebmerinnen am ‘Jßalblauf, an bem in bie(em 3«bre jum erftenmal Bornen 
beteiligt waren, »erlaßen bas ßtabion. 

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2t en neu in SCarlsborft bei 'Berlin am 11. ilpril: Sprung über ben Tribünen- 
graben im 5Ha(enberg-3agbrennen. 9ln jweiter Stelle ber Sieger grcilauf. 

Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 








i miiiimiitiiiiiimiiiiiimi mm m m i 


i m m iiiiiim luiiiifttiiiiiuiiiKi m i 


1 : - : 1 

<£(ement tn ber modernen $unft. 

S3*ft $ujo #. Jl e I # ( n g ^ « u 1. 

j; II 

niiiiiiiiiiiniiiiiiaiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin min tu in nun min man um in umr 


ufil ift »orausfeßungslos, fie fteigt au« Öen Jiefen bes 
ilnterbewußtfeins auf unb ift ©emcingut brr 2Reufcfr* 
freit, ba» feiner Überfeßung bebarf. Die Anfänge frei Literatur 
toi« bfT bilbenben Äunft tonnten nur befcfrreibenb fein. (Erft 
bei Afrptfrmu« gab ihnen Leben unb €eele unb gehört einem 
fcbon ocwgffcfrrittcnem 6tablum an. AbQtbmus ift fcbon 
SDtufif unb fteigt aus unterbewußten Antrieben empor. (Es 
ift ber mufifalifcfre ©ebalt, ber uns in ben €<frilberungen 
Römers beftrieft; es ift bie Harmonie ber Berbältnifle, es 
ift Linienmufif, bie aus ber flalfifcben. ^fzdfritcTtur fuggeftio 
auf ben Brfcfrautr überftromt. (Es ift be^eicfrnenb, baß bie 
im Altertum aiemliefr fononpme ©iffenfefraft ber Aftrelogie 
unb ber Aftronomie au bem wunberoollen begriff unb un- 
fterblicben Terminus »Harmonie ber 6pbören" fubrte. Darin 
ift bie Aangerfrofrung ber SDlufif als foszniiefre Äunft aus* 
gefproefren unb bie Brüde au religiöfen ©eltanlcfrauungen 
gefcfrlagen. Harmonie ift es, was aus ber grieefrifefren Äultur 
uns gleicfrfam mit ©obllaut überftromt unb ben ßufammen* 
flang finnlicfren unb ibeellen (Sntaüdens frersorrufi. 6© fteigt 
irbifebe 6d>önbett au göttlicher Berddrung bureb bie Äunfb 
ober © ötter oericibcit auf bie Bitte ber Äünftler ihren ©e* 
ftalten blüfrenbes Leben. 'Die ftiTtbenmufif entwidelt fiefr 
parallel mit remanifefrer unb gotifefrer Runft (oornebmlidj 
Arefriteftur). B3ii fommen bier in bie 3ri* ber Music» 
coelwta unb erleben bas fcfreinbar parafroxe Phänomen, 
bah bie urfprünglicfr gefüfrlsmäßigfte, natürlicfrfte, primitiofte, 
ja, man fönnte lagen, animalilcbfte Äunft Heb ftreng geglieberte, 
unenblicfr reiefre gormen foroic augleicb einfache unb gigantifebe 
Bloße fcfrafft. Die SPlufif, oielfadfr aus fenfuellen Untiefen 
emporgewaefrlen, bat firf> au abfoluter Xranfjenbenj erhoben, 
unb biefe (Eigenfcfraft fpiegelt fiefr in ber bilbenben Äunft be» 
anitteialteTS fowie oon Boaana bis su ben Anfängen ber 
grüfrrenaiffance reftlos toiber. 

SDItt Ausgang ber ©otif (©iotto) macht fi6 eine leichte 
Dioergcnj au>i|chen ber (Entroidlung ber SDtufif unb ber 
bilbenben Äunft fühlbar. Docfr Ift friefe Dioergena mefrr 
außerlicfr gegenftanblicfr, aber feinesroegs oer tieft. ©afrrenb 
auf bem ©ebiet« ber 3Rufif bie Äircfre abfolut berrfchenb 
blieb, begann bie bilbenbe Run ft, namentlich unter Botticelli, 
ifru Anregungen unb 2Kotipe auch außerhalb ber Äircfre au 
fuefren. ©leicfrioofrl finb auch bie mptfrologtfcben DarfteUungen 
ber grüfrrendiflcnee oon einer fo feufeben Duftigfeit, ber 
Ausbrud ihrer ©öttinnen fo feufch, weltfcbeu, mimofenfraft, 
ber Abptfrmus ifrrer ©«halben unb Bewegungen fo anmutig 
»»erhalten, bah felbft ©öttinnen unb Apmpben im letcfrteften 
©eroanbe weit uberfinnlicfrer unb religiöfer empfunben finb 
als bie üppigen SDlabonncn ber 6pätrenaiffance unb bes 
Barod. Afrptfrmus unb Joncfrarafter laufen in SDtufif unb 
In bilbenber Äunft noch parallel. Bei bet formalen Durch- 
brechung aller bis babin geftenben gormgejeße oon 3Ricfrrl~ 
angelo bis Buben« ift bie SWalerci ben Ausbrudsmitteln 
unb formalen ©teufen ber SDRufif ungeheuer oorausgeeilt, 
benn mir müffen bi« au Bacb unb Beetfrooen ©ergreifen, 
um innerhalb formaler ©renaen unb eines einheitlichen 
Afrptbmus biefe frimmelftürmenben, neue Gelten erfcfrließen- 
ben fünftierifchen Offenbarungen au finben. 3m (päten Barod 
unb Aofofo fliehen bie Ausbrucfsformen ber bioerfen Äünfte» 
gleichviel, ob Äircfrenmufif, Jana ober Opernmufif, ob 
bilbnerifcfre Ausfcfrmüdung ber Äircfren, Calais, (Eremitagen 
ober Ifreater, burefraus jufammen. SDtan oermag faum au 
unterlcheiben, ob man fich im Opernbaus ober in bei Äircfre 
befinbet. Die im reinen gefuitenftil gehaltenen Rircfetn lebe inen 
mefrr au einem fcftlicfren (Empfang als ju anbäebtiger (Ein* 
fefrr einaulaben. Äunft unb Leben waren (eit ber Blütejeit 
bes Berideilcben Seitaltcrs nie mefrr fo fonform unb ein- 
heitlich in frei ©irfung wie im Bfütentraum bes Aofofos. 
Da« gange SRofofo War Pom fleinften SEJlobel bis gum üppigften 
JbTonfaal, oon ben anmutigen DarfteUungen Atatteaus bis 
au ben gigantifefren gresfen Jiepolos ein einziger Jang* 
rfrotfrmus. Alles tanate, (Engel unb ©öfter, SDlartprer unb 
Könige, D«g«n unb Aitter. Das gange Aofolo mar ein 
tomnus anmutig ftilifierter Cebensfreube, fann nur mufi* 
falifcfr empfunben unb mufifalifefr oerftanben werben. Das 
»prfe« nous le d6lug« ber tanaenben BofofogefeUfcfraft ift 
nur unter bem fuggeftioen, Bergeffenbeit fcfrenfenben SHaufcfr 
eines fü|en, betäubenben Afrptbmus au oerfteben unb nach« 
auf ö fr Ich. 

Der fur<frtbare SRücffcfrlag, ber auf biefen ßebensfatneoal 
in ©eftalt ber franaöfifchen Sleooluhon bereinbraefr unb auf 
biefe Orgie einer überfeinerten alten Kultur bie blutrünftige, 
allen bisherigen Äuiturfaftoren tobfeinbiiefre gafobinerfrea- 


fcfraft brachte, refleftierte nirgenbs fo fchlagenb wie in ber 
bilbenben Sfunft. (Ein ober politifefr tenbengiöfer Allegorismus, 
ber auch bas Kaiferreicfr fennaeiefrnete, folgte ber gleicfrfam 
unbewußt f «hoffen ben ftunftroelt bes SRofofos. Alles war Ab- 
Wi,i unb ©ebanfe geworben, bie bilbenbe Runft batte bie 
Atufit otrloren. Abnlicfr wie bie großartigen Schöpfungen 
ber ^>o»frTenatf|ance oon Aaffael bis SDli (frei angelo, mar es 
bie ÜRufif, bie bie Dbantafie, bas Denfen bes (Empires be- 
berr lebte, unb fie überwuefrerte nunmefrr bie ©ifröpfungen ber 
bilbenben Runft. Aicfrts bringt uns |o fefrr aum Bewußt- 
fein, mie unentbehrlich ben ^Berten bilbenber Äunft bie mufi- 
falifcfre Seele ift, als bie Jatfacfre, baß wir alle jene Äunft- 
perioben, bie bes mufifalilcfren ©efraltes, bes fcfrwingcnbcn 
Slfrgtfrmus entbefrren, als minberroertiger, als antiquiert 
empfinben; barum fmb für unfer Äunftempfinben feine 
3)triobtn unb SRicfrtungen fo ausrangiert wie jene, in benen 
arbotfrmifefre, impulslofe ©ebanftn- unb Anefbotenmalcrei 
alles mufifalifcfre (Empfinben innerhalb ber bilbenben Äunft 
gleicfrfam erftieft. 

A3ir geben uns feiten Arcfrenfcfraft barüber, baß SRcifter, 
au ifrrer Seit berühmte Äünftler — ich nenne frier als (Ex- 
ponenten Cornelius, ©ilfrelm v. Äaulbacb, Alatejfo, ^ilotp, 
SDluncacfo — a®ar unfern 3ntelleft frochgrabig aniegten, 
unfer Unbemußtfein aber in feine tompatbctififren Schwingungen 
^erfeßten, wafrrenb freifpielsweife eine Barocftircfre ofrne {ehe 
fünftlerifcfre Bebeutung mit Bilbem bon Äünftlern brüten 
unb oierten Aanges gleicfrroobl ein unbefmierbares frarmo- 
nifches Behagen erroeden. Alobeme ©alerien werben in 
uns bas SDlißbefragen oon Diffonanjen auslöfen, bie um fo 
empfinblicher finb, als fie bie wunberoolle SDtelobif einaelner 
A3erfe ftören, frtujcn, überfefrreien, wäfrrenb ©alerien alter 
SWcifter — por allem bie Atabemie au Bencbig — uns in 
nie geftörte Harmonien einportragen, gaibentöne, Sinien, 
alles dingt julammen, alles ift Afforb. 3Rögen bie fretero- 
genften 6loffe bebanbelt (ein, T« alle fluten auf ben rbotfr- 
milchen fbogen einer Äunft, beten ofrerftes ©efeß eben 
fiarmonie ift. Der geiftige Snfralt ftefrt unter ber Dominante 
bes mufifalifefren ©efralts. Diele in ben foaialen €xfrid>trn 
unb Lebensformen wuraelnbe, unoergleicfrliche, nie mehr au 
erreitfrenbe Runft würbe für, ©olt fei Dan!! nicht allju lange 
Seit in ber intelleftuafiftiiefren Sticfrtung abgefeßt. Die bilbenbe 
Äunft hatte ihre Alufif oerloren. Anfangs leife, fpäter 
elementar, maefrte fiefr bie 6efrnfucfrt nach ber dingen ben 
6eel« in ber bilbenben Äunft wieber geltenb. ©elfrftrefrenb 
ging He aber oon burhaus anberen Borausfeßungen aus 
unb gelangte au anberen (Ergcbniffen unb Ausbrudsmitteln. 
Die eine Aicfrtung, auf Aembranbt fußenb, faßte bas Dk>* 
blem ber SERalcrti als Licfrtfompofitionen auf, in benen Be- 
banblung unbBerwenbung ber Xöne unb foloriftifcfreiiBaleurs 
gerabeju fononpm mit bem Hßefen orcbcftraler Rompofition 
war. Die Berwanbtfchaft awifefren SDiufif unb SRaferei war 
frier bewußt auf ein SDla(imum gebracht. Das fharmonien* 
fpiel oon Jönen unb garben war ©elbftawed geworben. 
3m Ausbiud, 3mprefrwnismus, war bet rein gefühlsmäßige 
©tanfrpunft betont unb in her Carole l’«rt pour l’sn ifrr 
Siel manifefliert. Drefe Sticfrtung fonnte meber, noch wollte 
fie über bas gleicfrfam Bfrofiftfre bes mufifalifefren Dnnaips 
frinausfommen. parallel mit ifrr ift eine anbere Aicfrtung 
aus ben Jiefen muftfalifhen Unterbewußifeins aufgeftiegen. 
Aber ihr ift SDluftf bas Organ feelifefrer, oon geiftigen (Ein- 
brüden btroorgerufener (fmpfinbungen. 

Das ©cgenftänblicfre tritt auch hier mefrr ober weniger 
aurüd. ßotoeit es in bie Srfcfreinung tritt, bient es nur bagu, 
bie €timmung, jeboefr feineswegs auf anefbotifefrem Biege, 
au oertiefen. (Eltgifcfre Lprif ift ber ©runbatforb biefer 
Äunftricfrtung, jener £prit, bie weher fubjeftio noch craäblenb 
ift, [onbern bie in Biorte geffeibete rbptfrmifcfre Acfonanj 
machtooüer fompatfretifcher öinbrüde. Su ihnen gefrören (Eon- 
ftable, Jurner, 6cfr(eicfr, oon fpäterrn txriber, 6leppes u|w., 
por allem ©egantini. gür biefe SÄeifter, beren 6<frule un- 
abfefrbar ift, ift bie 2anbf<fraft unenblich mefrr als bie bloße 
BSiebeTgabe ber 9latur. 6ie wirb Ausbrudsmittel fuggeftiDer 
6limmungcn. dt bat ihre gang beftimmten Jonfärbungen in 
Dur unb in Atoll, fie frat eine ureigene SEReiofrif ber Cinien. 
6ie ftrafrlt Büirfungen aus, bie mit bem Betftanbe nie au 
erddren unb fo rdtfelfraft ergreifenb finb wie ein Lieb ober 
eine fpmpfronifcfrc Dichtung. Aut fo finb auch jene Bleiftn 
gu oerftrfren, bie, um ifrrer ©timmungsmelt oielgeftal tigeren 
Ausbmd au »erfetben, tief in bie gäbe Imelt her SDlptfrologie, 
ber Legenbe unb unfterblicfrer Dichtungen binabfteigen. Sin 
Berglcicfr mit ben amufitalilcfren Schöpfungen ber (EorncliuS’- 


fcfrule fagt mehr als noefr fo umftänbtiefr* (ErfläTungen. Alle 
bie freraufbefebworenen ©eftalten unb gabelwefen bienen nur 
baju, ben ©timmungsgefraltau perbiefrten, au pertiefen, gleicfr- 
fam ercfreftral dusautoeiten. Unter biefen nenne i<fr vor allem 
geuerbaefr, fDtiUel, einige grübwerfe oon ©abriel 3Jtar 
(Abagio), ü>ans p. URarees, Bödlin, Xboma, Älingcr, Dutis 
be Jfraoannes, ÜRenarb fowle bie (Engldnber D. ©. Slofetti, 
Blatts, ©alter, Bume gones, ©alter (träne, oor allem 
aber ben Leßten unb ©roßten unter ihnen, ©iopanni ©egantini, 
ber gleicbaeitig Dmprefrionift, ©timmungsmaler unb 6pm- 
bolifer ift unb biefe brei nur fcfreinbar bioergierenben SRicfr- 
tungen au einer großartigen lompbonifdfren (Einfreit aufammen* 
faßt; er ift ber gigantifefre Dolomit an ber ©renafefreibe 
aweier Runftanfcfrauungen. Die frier angeführten Flamen 
befagen feineswegs eine ©leicfrftellung biefer Äünftler: noefr 
ift es ein Berfuch. bie in ihren tecfrnilcfren ÜRitteln fowte 
in ifrrer Ausbrudswetfr grunboerfchiebenen SReifter unter 
einen £>ut au bringen. (Es finb SPlicfrelangctos unb ©rüne* 
malbs neben ©utbo Benis unb Boufftns gefteüt. 3hnen 
allen aber ift bas tiefftrömenbe muntalifcfre (Element eigen. 

(Einen (eltfamen repofutionären umftürjenben (Einfluß hat 
bas mufifalifcfre (Element als Boftulat auf bie Äunftftrömungen 
ber ©egenmart genommen. Die gorberungen ber abfolulen 
SKufd (unter Ablehnung bei Drogrammufif, lomit ©agneis) 
oerfuefrt man reftlos auf bi« bilbenbe Äunft, pornefrmficfr 
Seicfrnung unb SRalerei, au übertragen. SZRan berfuefrt, bas 
©efefraute in gormen aufaulöfen, biefen gormen aber ben 
(Etnbrud ewiger Bewegung, bem unaufhörlichen gluß ber 
Jonfiguren entfpiecfrenb, au geben. Sdocfr aber frält man am 
(Srfennbaren feft. Als Bropfret unb Älaffifer biefer Äunft* 
richtung wäre Ban ©ogfr au beaeiefrnen. Den ©eg oom 
DarfteUbaren jur Auflöfung alles begrifflich (Erfennbarcn 
grfrt ber (Expreffconismus unb (anbet bei Äanbinsfp. beT als 
(Erfter eine Art Katechismus einer gegenftdnblicfrleitsfreien 
Runft feftgelrgt frat. 3cfr übergeb« bieT ben gutuTismus als 
Swifcfrenglieb, weil er innerfralb feiner fonfujen Äompofitionen 
immerfrin noefr Brucfrftüdc beftimmbarer ©egenftänbe unter* 
fcfreiben läßt, ©ir pnfr frier in Konfequena immer abfttafter 
werbenber Brinaipien an einen Bund gelangt, ben man nicht 
anbers benn ab foftematifierten ©afrnfinn beaci ebnen (ann. 
(Ejpreffionismus, Kubismus leben oon bogmatifefren Kom- 
mentaren, benn ofrne bie (Ertläruitg helfen, bas man nicht 
je ben b febtn (oll, wären fi« niemals beaefrtet worben. Die 
Seit, ba bie Äunft, frei oon Literatur, ifrr eigener $crob 
war, ift oorbei. ©ir fmb fo weit gefommen, baß wir uns 
nicht mefrr mit Äunft unb Äünftlern, fonbern mit Dogmen 
unb monomanen ganatifern auseinanberjuleßen haben. 
Die 3bentifiaierunfl ber bilbenben Äunft unb ber SRufff burefr 
bas ibentifch« Boftulat gegenftanfrsfreier gormen- unb garben* 
Ipracfre ift eines biefer Dogmen, unb awar bas j neige Dogma, 
bas uns hier bcfcfräftigt. Unferc Antwort ift bier „Die 
bilbenbe Äunft bebarf ber Harmonie unb ber rfrptfrmifcfrrn 
Bewegung, aber fi* fann ebenfowenig felbft HRufit wie bie 
3Rufif 6fuiptur werben." Das Unglüd ift barin au fuefren, 
baß ber heilige $ain ber frilbenfren Äunft jebem geöffnet ift, 
wäfrrenb jener ber SERufif H<fr bem Uncingrioeifrten oerf «fr ließt. 
Der Aicfrtmufi fall jefre wirb unfehlbar jebem fompbonifefren 
Ronjert ausweiefren ober ibm entfliehen, wäfrrenb jeher 
Bfrilifter unb 6nob, gleicfroid, ob ln ber Sdctsfe bes 
gortfefrritts ober ber Äeaftion, fiefr ein Urteil über bie 
bilbenbe Äunft anaumaßen erlaubt. (Ex ift ber ©uggeftion 
funftfritifefrer 6cfrolaftif ausgeliefert. Äanbinsfpfcfrer (Ex* 
prefftonismus, Kubismus finb in fiefr nicfrl mefrr fteigerungs* 
fähig, finb Aibilismus unb führen aum Airwana in ber 
bilbenben Äunft. (Es ift vielleicht ber unbewußte Ausbiud 
bafür, baß ©rgenmart unb gutunft (einen Baben mehr für 
bilbenbe Äunft abgeben, benn ber übergroße Jeil ifrrer Dar* 
ftellungen wuraelt in Borftellungsgrbieten, über bie bie 
tommuniflifefre Blcntalität bas Anathema ausgefproefren frat. 
Ähnlich oerfrält cs fiefr mit ber Literatur, bie unter ber 
intranfigenten Tprannis boffefrewiflifefrer Äulturbiftatur not* 
wenbig oerfanben müßte. Aur bie ewigen $ieroglopben 
ber 2Rufif finb unangreifbar, unb felbft ber pct verfrne 
Jprann oermöcfrte feinen Robex für frie 6traffälligfcit muH* 
falifcfr er gormen au fonftruierett. Bielleicfrt ift bics ber 
lefcte ^inn moberner Äunftbogmatif unb Anarcfrie, baß fie 
ber 2Rufit als eingiger ber Äünfte in ber entgötterten unb 
oon toiberlicfren 6enfationen oerborbenen ©eit ben ©eg 
ad astra offenhält unb fo, wie bie SERenfcfrbeit aus ber SRufif 
ber 6pbären ihre elften göttlichen Snfpiiationen erhielt, in 
ifrr Jroft unb guflucfrt fjnbct. 



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Original from. 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 


9tr. 4008 


Dlluftririe 3eitunfl 


525 



«wnenbilb wn bet Krauffubrunq bei ftwnohc JcrblemihT ron vllrranber Jim» im Tullelbotfcr itlabttfxolcr »Tirefrion: Yufroia .limmamann) am 
13. Dlar*. l*0bol. (£mil Dottmfler, Tuflelboif-Obeicallel.) 

linfs na* r«bls: "Jtet'aflm iJetcT !tnurr ifubmiq Staot); *£.hJu|pt*l««* 9 W<j «rAuft (»iMa hanxlfü); 64>leJtf»t. •Hrretler (Doul Daflebeni. tedlwn« iRanbcl 
»mn j c’lajblrebdfuur) bet ..feAUmiM itfdtl <f beibatbi ; Ralla lerfil, ^«Kiufr'eletin (€dmii ’W-uUff); 1 fr. Karl ■Jicntftfe. ‘Mebafltur (illfteb Di«Kj4ji 



lidlberons l'uflipiel „Tarne ÄPbolb". ubertraaen r>wi fcugp 
p t»ofmanns»l)al, im Teulkben Jbeater Derlin: «f 11c $wims 
als Tenna Snaela unb Daul öartmann dis Ton iRanuel 
cVfco-t. .Vmbct & VabifA, Detlin I 



Djillo «ctublfclb, bet neue Onicnbanl bes- iHurn- 
bcrjirr lilabttbcaicis, oorber feebs 3ab*e lano 
Tueflor bes tBüijburflc» tlcMlbeaicrs, in 
befftn «cpirlplfln er ba9 ßebaflen bei jeil* 
dcno|li|<bcn Tromolifcr befonbers brrirdfidjtiqle. 



(ijcnenaufndbmc con bei (£c{Mufiubruna bes fDtimobratnas ..Tic Utile iWasfr' ren fturf ÜHunwr, Ülufif oon 
Wilhelm fKaufe. im *?lalionaltbratcr tu *JRuniien ( ülusll.jiiunq ; timil ^inhon): IM. Dilb. ;’luf freiem /Selbe 

oar her (2MM. 



ijnnl TUilMn, bisher iüusflatlunqsbneflpr dm 

fHationallbcalcr in 2Run<ben. mürbe als lu-m 
leri icber Veiler bes Dusftattunqsrpelens dn bie 
irioaisibcalcr in Detlin berufen. iDbel. t>ona& 
$veIM. ÜTCündwn > 



Dom Dali ber Teutleben 'Subncnqoneflenldjdfl in 
ben fiefijälen bes .^roloqildven Gartens tu Detlin 

am Kl. Vlpnl: 


Dom Dali bet Teutleben Dubnrnjenefienldwft in 
ben rScfllaltn bes .irplovnliben Garten» vu Der Im 
an Kl. Jlpril: 


3ntpe totem in ibrem dum 
„(£fna Dinner • Duppe“ . 


Den ber (fxftauffubrunq bei Äwnöbie „1013" ppn (£orl istcmbcim im ft leinen e<f>au|cicl- 

haus tu Detlin am Ü. *3pril: tülbcrt Daffcimann als Darpn (Sbriilian 3J?asfc unb tflje Jiibbo enirrform in ihrem uant 

Daflcrmann als bes Darens alleflc Jcdbler. (Dfccl. 3<n*fcr & Cahld». Detlin.) „Tier DoqateUen'' 


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Sum SBieberaufbau unteres 5}crfef>t&roejcns: SSRoberner 2ofomotit>bau ; l 33licf in ben SDlontageraurn bes 

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orfigtoerfes in Segel. 9focf) einer 3eid)nung für bie Seipsiger „OUuftrirtc 3eitung" pon 3obann t 23af)r. 

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528 


Slluftrirte 3eitung 


'Jlt. 4008 





■* . gv 
** &*7 



6 



Siencr griibjabrsmobcit. 9^od> ^cidmungen »oii ©ret Kaleus. 

I. ilbcnfmanifl aus Dünne in ebldwtticrtcm 'Jtpja. Xüllbu! mit 'i'jiuticsmhcrfljnfr. ± JlmbrnittOitsflcio aus 
©aboibint mit äulpufl aus »Seite, mit 6cite gefuttert. 3. ©eltepptes 3ädtntoftäm aus deinen. 4 . Gin 
Kbbncr Der Imitiert afl per Km Hurlden bcs Dlicncr «StaMpoits.. 3m Dptbcidiunb ccn Itr.fs nach iccbis: 
«ccitentrifptfkib, einfarbig unb |<t)Ptti|<b. £i|^tn*t mii Xullranb unt> $lüicntuft — (fotMibinctoltum mit ^li(!«. 
JC*ul: Jagal mit 'Reibern* — tciflcflcir mit etaurftitfeni unb Dl'ilft, £trau{tftl’CTrir«jue. 5. l'cidjici Grnimct» 
capanantcl, apart au tragen. 6. ftpulcrbflcib mit abltrbcnfcn Dolant*. 7. lutbrnanlcl mit tSdinuicn unb 
Oualtrn. 9 leiberbiit. efibmgabmbine mil IfilliAm "Selonls. 


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iWrifilunfl |cb»cC'tld««i an ^mfiwrifltn au» tan Stinrifkmb toi ta fl4Mi|$m ttcrftballr 

®if ?)pt in Wien. 3!ocb 3 < ’t < t ,rlur 'fl <r, < für t>ie Sieipjiger „3IJuftrirIe geitung" ®®n Eufcroifl frefjljaimer 


Go gle 


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»onwb« Mi ta »^b«<Mb«polrtai»flota 





19dm t*oUfäUrn itn Ifrotci. 

gAleicbbanbel unb Roblennot in 'IBitn. 9lo <b StübntHtgtn für bi« £«ipjig«r „3Uuftmt« 3«itung" »on Cubroig Sefebaimer. 


Go gle 




1©on,^iib^lliyfmm* 


(7. ,»0Hi««unfl.) 

f ic «önigin foll rntfdjcibcn, was gefcfjdjen fol(. 
'^-1 |Ter 9 J)nnu l>nl gefaßt: Es fall olles werben, u>ii* 
Du willft! IBenn fie unter bie Tür träte, 
brauchte fic nur bem Sdjidfalsflcfäljrtcii 3U rointeii, ber 
.jur ©artcmmuuallimg fdjwcrc, ninbc Steine fdjidjtet uub 
fie binbet mit Vloos unb Torifobeu. Cr mfiljt fid) im 
Schweiße feine« Angefirijt* unb weiß nicht, tvoju. Wenn 
bie Königin miitft, weiß er, was er 3« tun ljat. Et 
geht 311 m Boot hinab unb ridjtet alles jur Abfahrt. 
Tann bläljt Der 'IBinb bas Segel, uub bei Bcudjttmiu 
unb bie «laufe fteljen am Ufer unb föitnen nidjt mit. 
Ter fturs ift auf ©ieiuanbslanb gortdjtct. Ta» (Ein* 
ficbclpaar aber ift ouf Dem SHüct.gigc oov bev VtenJdjcn* 
weit unb feiner ©ebnn bei» beit, bic alles alltäglich unb 
uerfflaot madjt. 

Tann fährt bas wahrhaftige Beben unter bem 
5 reil)eitsfptud) bev Briefen: „Üewer bob tls Glan!" 

'2 Iber bic Königin bleibt im Sjaufe unb jögert, als 
fei bie Unentfdjloffenfjcit, von ber fie beu ÜJtaun befreit 
t>at, über fie gelommen. Ter Wann wartet Draußen 
uergeblidj non lag 31t Tag. Qs ift alles ungewiß, 
was wirb, außer bem einen, baß bic beibett Verfemten 
um fo fefter ihre 3ufamuieug*hörigfeit fpüvcii, bie uon 
ben oeifitteteu Torjleiiteu als jufälliges 1111b luilöcs 
Verhältnis angefdjricn wirb. 

2Bas werben foll, lagt bie Königin nicht. El ber fie 
()at ihr Ijolbfcligcs Angefidjt oeränbert, unb bas fächeln 
wirb i^r fdjwet. Ctfjv ^Anglingmatm Willibert fiel), wie 
bas 3iigel)t, baß fein Gdjaß fo oerfdjieben ausfehcii tonn. 
Vier ©efidjtcr I)at fie |ctjon gehabt. Als fie aufnm, war 
fie ber frifdje, ebenbürtige Camera b unb verwies iljr 
zufälliges ffie fcfjledjt als 9 tebenfäd)lid)feit in ben tfjintcr- 
gnmb. Sie war tatträftig unb tnufühl in ihrem frei« 
mutigen Gtol3. Tann fair» bie Welle ber Begeiferung 
über SBiebs Angefidjt, als fie bie $«riiictjfcit entöedte 
unb in Vcrjücfung geriet. Fljre Augen entbrannten 
wie bol)c Üidjtcr in fchwävmcrifdjev ©lut. Sie würbe 
bie 3toUli»üöf(hwcfter bes ttiuficbels unb riß ihn mit 
fid) non SB 01m c 3U Wonne. — Unb wiebevum axmbelte 
fie fidj uub unirbe fein Weib voll füßer 3 nnigfcit unb 
aujopfeniber ©ötc, bie nichts für fid) gefonbert be- 
halten wollte. Sie gab bem Wanne bei fid) fein Ta- 
heim uub maäjtc ihn 311111 heimlich®' 1 Äönig. 

9 lun aber ift bie uierte Verwalt blung über bas 
fdjöue Antliß gelommen unb ljat es hoheitsooll ftreug 
gemacht wie eine ©riefterin am Opferfeuer. (Eine 
F® «erwarte rin im höheren Sinne fmnt fie genannt 
werben. Sie hütrt ihr ^jeüigtuin vor unreinen irjän- 
ben. Sie will bie lautete flamme uidjt im 9 ?a udj 
erftiden laffcit. 

2Ber ba nafjelommt, er h®iß®» wie er wolle, fic oer« 
weigert ihm, HJlcnfdj 311 I)ci^eti in einem 9ltem mit 
ihr. SBenn bie SBelt ber geliebelten Beute Schlaufen 
unb 3äune untereinanber nötig ljat wie bas ©etier 
auf ber SBciDc unb bie ©ferbe auf ber «oppel, bann 
mögen fie burd) Orbnungcu uub Verbote ihr 3ufamtneu< 
häufen ahgren3en, bah fie nicht burcheinanberlaufeu 
wie bic SBilbfdjafe. 3ljt® Siebelimg ift nieberer Art. 
«önnen fie nidjt nnbers, fo bezeugen fic r baß fie nod) 
in bev Tierljeit fteefen. Tenn wo ber fDlenfdj anfängt, 
hört ber 3wn& auf. 3n bev Ijödjftcit ®lenfd)ciiDer* 
eiuiguug barf nur bie Siebe gebieten. 

Aber warum gibt bic SBafjvljaftigc uidjt bas 3 e 'djeu 
311m Aufbnidj? BSeiß fie nidjt, wohin? 


An ber Buhne 21 Ijcit tc bic 0011 Dem Stranbuogt 
oorausgefagte Springflut bie fantigen Qua bem unb 
Harten VW® burdjciiiaubevgewoTfen wie Spieljeug 
eines Steinbaufaficns. 9 J?it unfäglidjcr SRüljc rüdten 
Bühnenarbeiter bie Söloucr wicbcr 3iiredjt, um bem 
SOleere ben 5 Beg 311 oer legen, bah es nidjt ben 
fainmentjang bes (Ellenbogen* mit ber 3nfcl unter* 
wafdje. 

9 lls bie h«>hr ©eftalt ber Cinfiebelin am Straube 
erfdjien, ladjteu bie Arbeiter rauh burdjeinanber unb 
fcfjauteu auf fie, einer ber 3 u f*' m,mm g ^ e5 anbern 

gewifl. 

Sie ging erhobenen Hauptes an ihnen oorüber 
uoll unnahbaren Stores, bag fie oerftummten. 


Tierljeit ! . . . 

Tie roten Rippen träufelten fidj uerädjtlidj. (Mts 
fie nach bem 3«>if«h<i»foll in bie lünncrflaufc jurücf* 
lehrte, hatte bie häßliche Begegnung fie nidjt fdjeu 
gemadjt, foubent iljrcn SBibcrftanb gef teigen. 3 ljre 
Uiientfchiebenheit fdjien 0011 ihr gewichen. Sie war 
fidj ber Steinl) eit ihrer ©cfüEjlc 3U fehr bewußt unb 
meinte jeijt bie Vovfämpferiu einer geheiligten Sache 
311 fein. Ter 3 »P mtd) i*® 111 Urfprünglidjen hin, ben 
iljr bie frerrlidjtci t uncnblidj ebet überall oor klugen 
hielt, überrebetc fie, nidjt abtrünnig 3U werben uou 
ber iBohrh® it, fon&crti bie lebten Folgerungen ju 3ichen. 

Sie blieb unb gab nicht nach! Stun war ihr h«rbcr 
Vliinb aufgetan. Fortan u»ar fie eiueCEiferin für ihre 
neue ©läubigteit. 

3 Bie hätte ber (Siufiebel ber Ijolbjcligen $rtbigcriii 
wibcrfteljen föuncn, .jinnal ihm gegenüber gleidj^cttig 
iljre fdjeu e 3utüc(haltuiig neuer Cölut wich unb iljm 
F®fte befdjerte, bafj nidjt nur fein Blut, foubent andj 
feine Seele in Flammen geriet! 

Vtanbluug um UBaubluug gleich ber ftrtcu Be- 
wegung im 9 J)ceve! SÜicbevum war alles Vorige Stücf* 
wert. 'J)un empfirtgett fie weithin weijeub einen neuen 
Beruf, fjattc Der (finjicbel fiel) gefolgt, bafe feine 
V flicht itjm nidjt genüge? V 3 o()lau! Bun würben 
fie Öeudjttürmev aji ber 9 J)eufdjl)eitsftrafte, Vorläufer 
einer neuen, freien Vleiifdjen3uriinft. Sie waren allem 
©efängiiio entroimeu unb boten aus reiner Onncrlidj* 
feit fid) tcigtäglidj freiwillig beu Beweis Ijödjfter Oiebes* 
gemeiufdjaft. 

ÜBeldj ein hochgemutes C6cfct)lecf)t mußte ans foldjen 
?ln tätigen Ijeranwndjfen unb einmal 311m Segen Der 
gefürchteten 9 öett werben! 

Ter bumpfc Trud war gewidjeu, uub in ber friftal* 
lenen Klarheit bes Spätfommertagcs war bas Vavabies 
IjervlicheT Denn je. Tie Crftlinge fünftiger SO)eiifd)h®«t 
fangen oon 9 Jlcer 311 fDlcer. 

91 un erft freute fid) bie Königin ihrer wevöenben 
OTutterfchaft wie einer himmlifdjen Verheißung. — 

3 n biefeii Tagen fam eine Boifdjaft unb trat auf 
wie ein ®ebot ber Vorfeljung. Früher wäre es ein 
unbebeutenber Vorfall gewefen uub balb in Vcrgeffeu- 
heit geraten. JJetjt *»ar cs ein 3 uu> infcu bes Schidfals. 

Öelga h°tt® feitljer nur ab unb an bem Jliife* 
tantchen fur3e tövüßc gefdjricbeu nab uon ber ©e treuen 
bafür lange ©rgüffe empfangen. 3 Bem folltc §clga 
etwas 3U fdjreiben haben? hinter ihr lag bie leere 
Cinöbe, hi®^ war bas Sieben! 

9 Jlit Verwuuberung öffnete fie beu Brief einer 
fremben ^janbfdjrift, ben bie alte Sarah mitbrachte. 
Cr war uon einer 3 ug®nbb<fanuten, V 3 era Vrinfmann. 
Öelga erinnerte fid) ihrer. (Eines Senators Tochter, 
bie ebenfalls in ber erftunten öcrfömmlicfjfeit wiber- 
fpenftifdj geworben war. 

3 n ber ©roßftabt hatte ber Trang juni Bnbcvsfeiu 
uub Veubeginnen erfolgreidj Vnljängcr geworben. Sic 
hatten eine „©emeinbe“ gegnmbet, unb inmitten biefer 
Futigeti, Vuf fäffigen gegenüber ber alten ©efellfdjafts- 
weife hatte bas fühne ©agnis bco Cinfiebelpaares auf 
ber fernen Cünfel wie ein Signal gewirft. 3unädjft 
war ihnen ein entstellter Bericht 311 Ohren gelommen, 
ber in ben befferen Streifen lolportiert unb von bc« 
forgteu Cltcm eifrig ausgeuutjt wuvbc als wamenbe* 
Beifpiel. Tic Spuren Des Vifeffors ÜJJeier waren im» 
oevfeimbar. Dnnerljalb ber neuen ©emeiube Dagegen 
hatte bie h®fttge ttnfcinbung mehr als CEmpfcljluug 
gewillt. Schien bodj bas Unternehmen bes Feuev- 
wärterpnares uorbilblidj 311 fein für einen (Schaufelt, 
um ben fid) bi« junge untlare Seljufudjt friftall ifievte. 
Sie wollten fiebelu! Sicheln, bas würbe bie flofung, 
bie eifrig um 9 lnljänflerfd)aft warb. Ten Staub Der 
(üroßftabt wollten fie oon ben F^ften fdji'itteln unb 
irgenbwo in ber Stabtfcrnc eine verborgene fteimftätte 
finben. Tort fönnten fic bem Tatenbrang unbehinbert 
genügen, ihr ^ebcit oon ©rtmb aus nadj eigenem ©illeu 
3U geftalten. 3 n engfter ©emeinfehaft oon ©leid)- 
geftnnten wollten fie fiebeln unb bas Canb anbauen, 
oon ihrer §änbe Qlvbeit leben unb ihr eigen Brot 
effen. 3 hre Selpifudjt hatte oft unb Ijciß mit allen 
©iberftänben gemngen. Vber ba fie in ©efahr waren, 
6ag bas Befte in ihnen getötet würbe, wenn fic nidjt 


(Ernft machten, hatten fie bei fid) felber bic Sccbclung 
befdjloffen unb fidj gegenfeitig burch ©elöbnis oer* 

pflichtet. 

(Es fragte fid) nur, wo? SUlcs anberc war burd>- 
beraten unb oereinbart. 9 Bera Brinfmann war be- 
auftragt, aniufragen, ob Dort oben in ber ©nfamfeit 
fidj eine Siebelungsftätte finben laff«. Tann wollten 
fie ülbßefanbte fdjicfen, bie alles «rfunben follten. 

3 n einer Vadjfchrift erbat bie Brieffcbreibcrin voll 
bemütiger Befcheibenheit ben wcrtuallcn Vat unb Die 
llnterftühung Derer, bie „fidj fd>on burchgefcht hatten“, 
unb uerfidjerte nochmals ben feften Gntfcljluß ber ®e- 
meinbe, alle Folgerungen 311 3 ieben- (»ie wollten aus* 
geh®« aus ber Heimat uub ©aterftabt, uon (Eltern unb 
Familie unb alle Vxücfen hinter fidj nbbredjen. 

Ter h®'h® Eltern biefeo Schreibens wäre auch F*®nv 
ben burch heu (Ernft beadjtensujert geworben, mit bem 
hier jugenbliche Vcgeifterung einen entfeheibenben, oiel* 
leicht DerfjängnisDcUcn Sdjritt befdjloß. 3 n ber (Ein* 
famfeit Der Türmerf laufe aber wivfte bic Vn frage uit* 
befanntcr ©efinnungsgenoffen wie eine erlöfcnbe Vot« 
fdjaft. Viemanb tonnte für biefe !)<*© irbifdjen, ha© 
religiöfen Beweggninbe empfänglicher fein als £>elga. 

Tas, was fie nnpfanb, teilten anbere auch ! 3 nbeni 
unerwartet aus ber alten 3 Belt uevwanbte Stimmen fie 
anriefen, war es ben beiben, bie fid) unter F«nib. 
gläubigen oereinfamt fühlten, als hätten fic ©laubens* 
gcitoffen gcfimbeu. Unbewußt ^attc r 3umal in ber 
legten 3 «it, €)®lga uadj ©emeinfehaft gehungert, je ent* 
frembetcr ifjr bie Allgemeinheit ber UJteufdjheit würbe. 

9 tun ftreeften ftef) ff>änb« nadj ihnen aus, bie reiche 
©aben brachten, inbem fie 311 bitten meinten. Ter fRuf 
nach einet Erneuerung ber SJlenfdjheit, Den bas Ein* 
fiebclpaar als ficbeiiS3iel fidj erwäljlt l)<itte, fanb wie 
burd) ©ebaufenübertragung ©Ibcrhall. Taft bie neue 
3 ugeuDbewegung fdjon ihre auscrwähltcn «reife hatte, 
war fjclgn nur oon fjörenfagen befannt. Um fo föft» 
lidjer war ihr bie flbcrrafdjimg, nidjt mehr allein Der 
Vkiifchcnmaucr gegenüber3uftehen. 

Füt ihre neuen ©laubcnsgcnoffen war «s nidjt nadj* 
teilig, baß fie uubetannte Vienfdjen waren. Söev bas* 
felbe wollte, hi®b für Äjclga Bruber unb Sdjroeftcr. 
Es war bcrfelbe f>er3cns,3ug in ihnen, 311 rüd nach bem 
Varabies! Taß bev ©laube au ein gelobtes Sanb uralt 
wie bie 9 tteufd)hfit fei unb unzählige SJlalc ocrgeblidj 
geträumt, ftorte feine ABerbefraft nicht. 3 m ©egenteil, 
Öelga Ijatte oon Dein VJibevfprudj ber 3 Belt nur Stärfung 
erfahren. 

So war es leine F'' rt Ö®# ob bie Brieffchreibcriii ©e* 
Währung ihrer Bitte finben muffe. ö®lfla flog ihren 
©ebanten weit uoraus. Sie fah fefjon in einem ber 
uerlaffenen Tüneutälcr eine ©egenfieDelung erfteh®«, 
wie ©üb unb ©egenbilb ber alten VBeltgewoljnheit 
gegeuü berge ftellt. 

Freb hätte nidjt wiDevfpredjeu fönnen, felbft wenn 
er gewollt hätte. Aber er freute fid) 3U fehr au fjelgas 
auftebeiiDcr Freube. Außer bem eröffnete fidj feinem 
Tätigfcitstrieb ein neues Arteitsfelb unb wies iljm 
größere ©flieh teil 3 U » äic er fdjon länger l)ciiiilid) eilt» 
befjrte. Seine Aidjtstucrei , wie er cs fdjon nannte, 
genügte iljm nidjt mehr. Er war felbft Durch f®in< 
IMcbe nidjt bauerub ausgefüllt. 

^•jelga fdjrieb iEjreu «rften ©rief, bet eine frolje 3» l > 
fage war, baß bic Senbboten fommen follten. 


Freb fuhr mit bem Boot nadj Eibuiu, Vor allein 
mußte Wiels ©ridjfen willig gemacht werben, ©adjt- 
lanb für bie Sicbeluitg Ijerpigebcn. Tas war ö®l 9 Q 6 
Aufttog, bem fie eine Einlabung an 3 ngtlinc beifügte. 

Ter Türmer hatte außerbem bas Bebürfnis, bem 
Freunbe rniebet einmal in bie Augen 31t fcljen unb 
ihm 3U crtlären, weshalb c* an ber* geworben fei, als fie 
oerabrebet hatten. Er füllte oerftcljen, baß bie §aupt- 
beteiligte, bie bas Ceßte hergegebeu hotte, bie Entfchei* 
billig in ber Frage Der Ehcfdjlicßung haben muffe. 

Auf ber 9 ?eebe bes ttönigstjafettS lag Der Heine 
«WU3CT ^Fraiienlob". Tas bebeutete ungewohntes 
Beben für ba* Jtille Torf. Tenn bie «ui^eit, bie täg- 
lich 3 u m Vadjmitlagslaffce Befudj aus Der «urjtnbt 


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bradjte, war oorfibcr. Das Straubbägncgen war auf 
ein paar SBagenlängett 3tifammengefrf)tumpft unb lub 
mir nod) wenige (Säfte aus. 

Die Slaujadcn fangen im ÜBirtsgaus. Bor Gvidjjens 
£>of war bi« beutfefa ftlagge n nfge,jQ0cn t 

Das alles überbaute ber Stürmer fd)on vom Boote 
aus. Äls er auf ber ßanbungsbrüde feftmadjte, punlc 
|i<g eine Binaffe geratt, ber «in Oberleutnant entftieg 
mit etlldjen Seeleuten, 3 n bem Offner glaubt« ftreb 
einen Befannten 3U entbeden. Tief« lang«, etwa* 
läffigc ©eftalt mar ein Hamburger 3unge, fo gut tote 
er. 2Bo loaren bie Hamburger niegt 3U finben auf 
ber groften, naffen JEDicfc? ftreb läcgette ftill vor fid) 
gin in feinem llnerfannt. 

Dem „Jrauenlob" war er braunen einmal oor 3uxi 
3 al>ren in Sumatra begegnet. Äud) geute bewegte 
i()n, crogl in (Erinnerung, etwas von bem ftot^en £jod}- 
gefiigl, als ein Stücf $«imat fle in ber fernen fjfrembe 
befugte, Gr fam fa aud) biesmal uait weither, oon 
weit ginter ben Sunbainfeln. 

3*og »nb mitteilfam, wenn er es aud) nidjt aus* 
fpvadj, bewegte er fid) ambeadjtet unter ben frifdjen, 
blauen 3 ungen. Gt beeilte (Id) nitgt, abfeits $u fam* 
men, unb wunberte fid) (elber, ob er feine Sdjeu ab* 
gelegt fab*- 3 Dic modjte es int Hamburger $afen 
ausfegen? Dem Batcr würbe es bort auciet? , . . 
Cäcgelte bie Gönne über ber oerräudjerten, breiten 
SBaflerftrafte unb igrem Berfegrsgewimmel? Kräne 
frümmten ben Biefenarm, unb gegen bie feine Dürft* 
wanb grenzte ber goge Sötoftenwalb? Stur einen Äugen* 
blief war es, bamt guftgte bas Bilb worüber, f)interlteg 
aber bie (Erinnerung: Blandjmal war es botf) fd)ön! 

Seltfam, nun war 3 rreb Qreu«nDävtcr auf bem 
(Ellenbogen! 

©lit feinem Änliegen fant er geute in 9 lie(s (Ertcgfeiiö 
Saus fd)Ied)t an. (Es war Bcfud) ba, ber aber wie herum 
ben Ginfiebel nidjt ftörte. Der Kapitänleutnant unb 
fein Äbjutant tranfen Kaffee mit 3 ngeline, bie ein 2 Ralcr* 
äuge in igrem alten Sdjmud unb ber fleibfamen ßan* 
bestTad)t entlüden muftte. Unb bas buntgeblümte ®<* 
f<f)irr auf bem Difdje unb bie golbgelbeit Elftem! Cs 
war ein Bilb geimattiegen Befagens. 

ÜBägtenb ber Kommanbant fid) ber C&aftgebcrin 
ooll SHitterlicgfeit toibmeie, ging fein „junger £Rcmn" 
mit ben btiftenben 3ungenaugen leef 3um Eingriff über. 
(Er wollte burdjaus Dngelines 3ierlidjes Spiftentaftgen» 
tuet) fid) aneignen, muftte cs aber farausgeben, weil 
es ein fjamilienanbenfen war. 

„Die ©roftmutter fat es als Braut getragen!" 
braute bie 3-rieffn gegeimnisoolt unb blitfte nad) bem 
Äbbilb ber ©eftrengen an ber SBanb. 

„ 5 Bie fat fie gegriffen?" 1 

„Botgilbe! Sie fiegt alles unb will es niegt leiben."' 

Clngetines nedifdjes ßaegen flang in bie ©tännev; 
frettbe, als Bubi, wie fein (Egef ign verlegen ben 
SRaub junicfgeben unb bie fadjmännifcge Kritif über 
fid) ergefjen laffen muftte: „Äus ber ©efetgtslinie mit 
(«groerer Stglagfeitc ausgefdjoren!" 

Der (Einfiebel farte bas luftige ©eplänfel oom Beben* 
ymmer aus an. Bielleldjt fattc er fid) borf) ^urüd- 
ge^ogeu. Da ging eine ber meteu Düren auf, unb 
ber lauge fumburger trat ein. 

9 iun war es 311 fpät. Dngeline ftellte oor. 3uni 
evften SRale bewegte fid) <3teb roieber in feinem früfaren 
®efellfd)äftsfteife. (Sc füllte fid> frei unb unbel)inberi. 
(Erft gab es ein eeftauntes Hlufbliden ber Älteren ©ee* 
offiiicre; bann ftredten fid) ifjm bie €>önbe entgegen. 

®on ungefäfjr überiam fi« bie 3 Jtärd)enftimmung 
ber tropifefan ©efilbe. (ßa Im bäume f Acfalten fid) wie 
Vrinjefjinnen. Äffen fpiclten ben Hofnarren, unb grell, 
bunte Äögel fdjrien wie oersogenc fiieblinge. Gie 
fafau in ber warmen 9 lad)t unter bei 3feftbeleud)tung 
bcs füblid)eu Stembimmels. Äut^ Qr r «l> würbe oon 
ber (Erinnerung mitgenommen unb war in Änberswa, 
als fei er nie ber (Sinflebel oom (Eibumer Dief gc» 
worben. — Sugeline fefaute ifjn erftaunt an wegen 
feiner fiebfaftigleit. 

Die Gd)wierigfcit ber Serftänbigung fe^te «rft ein, 
als er ben £1**™ in lanbldufiger SBeife jein lediges 
Dun unb Dreiben erflören follte. 

ßeud)ttürmer am ®linffeuer auf bem (Ellenbogen? 
Das flang bei einem ®Hllionätfof)rt nad) Spleen. 

„ßatemenau3ünber? . . . 3unge, 3ungel" falauerte 
ber Oberleutnant unb flemmte lein (Einglas ein, wo» 
burd) feine tinfe ®efid>tsfalfte erftarrte, 

Stein, barüber lieg fid) gar md)t reben! fflor ber 
3rage, wie er es auf bem Äusgud ofae Äblöfung 
ausfalte, fatte 3reb am liebften gefegwiegen. Äls er 
aber auf flaute unb 3 ngelines Äugen begegnete, er* 
rötete er. CEr fatte nichts 3U oerlcugnen. (Er fpürte 


£>elgas ©egenroart, bie genau auf feine Äntwort 
ad)tete unb »iffen wollte, ln weiter 2B«ife er fid) 31t 
iEjr be rannte. 

97un f (bienen alle ju begreifen. 3a freilid), wenn 
einer mit feiner jungen frrau bort faufte, lonnte er 
es Ausfalten. 

„Der Gdjlemmer! £>elga fcollingfaus ift bas ft^önfte 
ÜJläbdjeu, bas je über ben 3ungfemftieg ging!“ be* 
teuerte ber Oberleutnant unb lieg bas (Einglas fallen. 

3 ttgcline war aufgeftanben unb räumte ab. 3 re ^ 
fjöttc weiter feine Äufflärung 311 geben braudjen. Ülber 
bie abwefenbe Ätönigin wäre nicht jufrieben mit ifjm 
gewefen. (Er mugte aud) bas legte befennen unb fid) 
nid)t wieber fo töridjt nnftellen wie oor bem alten 
ßefaer. 

„Ä 3 ir gaben uns in freier ßiebo gefunben.“ 

(Eine tiefe Gtillc fegte ein. Äui bie laffen in 
Ctngelines £>anb flirrten leife, unb bie SBanbufa burd). 
mag fegnarreub IRaum unb 3 *»t- 

Dann aber geriet ber Cinjiebel in ein Streufeuer 
uou fragen. (Er jolltc feine merfroüröigen Äuffafjungen 
begvünbcn. Ogne bag 3 freb es wollte, würbe er oer* 
antwortlid) gemacht für bie neue Bewegung, bie wie 
ein SBirbelwinb bie 3u8*nt>i jumal ber gebilbeteu unb 
fügrenben Gd)icgt, ergriffen gatte. 

©ubi war SBanberoogel gervefen, ege bic ßaufplanf« 
ginter igm eing«3ogcn würbe. ®r begann mit ®c* 
geifterung non (einen 3ragrten 3U erjäglen. 

Der Oberleutnant winfte mit aufgeritgteter £>anb ab : 

„Bubi, bas ift £>tmbeerlimonabc gegen bie ftarfc 
5 Rifd)ung, bic biefe fid) 3ured)tgebraut gaben, itein 
SBunber, bag ignen Älfogol nid>t megr genügt. ® 3 it 
finb ba bie reinen SDaifenfnaben bagegen. 9 Bir gaben 
wogt aud) rebelliert, aber unfere alten Herren Connten 
fid) im ftilten Kämmerlein jagen: »2Bir gaben es niegt 
beffer getrieben.« Gie aber trinfen nidjt unb finb nidjt 
lieberlid), fonbem fegen igren (Srjeugem bie Biftol« 
auf bie 23 ruft unb madjen eine ^ßol-aftreüolution ! 
Ä 3 arum fo oerflucgt emftgaft?" 

„ 9 Beil es um uitfer Beben gegt! 9 Dir wollen nidjt 
aueg unfer Beben revpfufdjen!" rief J^reb fügji. 

„Gegr fd)ön, wir finb Kulturaffen !" oerfpottete fid) 
ber Hamburger, „ÜJlanegmal gaben wir einen ÜJlorali- 
fegen unb jagen uns im Kagenjanuner, bu gaft ja 
eigentlid) nod) was an ber es oom Beben erwartet. Äbcr 
bas gimnilifcge Baterlanb, bas Gic auf (Erben fucgen, 
fiegt oerbammt na(g ßuftfdjlog aus. Das geben wir 
uns bis 3ufcgt auf.“ 

Der Kapitänleutnaut, ber ein Dreigiger war, 3upjt« 
fid) nadjbenflicg ben Gpigbart unb fdjüttelte ben ftopf. 

„Beregrtcftcc, wo wollen Sie einmal lanben? Gie 
finb jetjt auf goger Jagrt. Äber einmal muffen Sie 
boeg einen €>afen anlaufen? SJ?ir pagt ja aud) in ber 
alten Stombüfe uieles nidjt. Sie mügte mal abgegeuert 
werben; benu bie Sippfdjaft ftecft unter einer Xcde 
unb mad)t ®ott unb ber SBelt was oor. Äber bamit, 
bag einer jagt, ben Gcgioinbel madje i(g nid)t megr 
mit, unb baoonläuft, ift wenig gefdjafft. Die 3 wugen 
werfen ben WIten ben Kram oor bie Srüge unb wiffen 
alles beffer. Gie werben ja fegen. SBollen Gie in 
3«gn 301)"« ^ueg noeg ßeudgtturmfrige fein? 

Bubi, lacgcn Sie niegt. Sie gaben fid) lür3lid) 
oernegmen laffen, bie alten öerrjdjaften gätten nur 
uoeg mit Änftanb bas Boriemonnaie au 3iegen!“ 

Bubi würbe feuerrot unb feglug bie Äugen, ui ober 
nad) einem fdjneUeu Seitenblid auf 3 )igeline, bie 
wieber mit lebgafteni 5 Jlienenfpiel babeifag. 2 Bie ein 
weiges Kanindjen oor bem Bau! baegte (Sv 

antwortete unb meinte bas entfegeibenbe IBort 3U jagen. 

„Bleiue Herren, id) gäbe feinen Äuftrag, für bic 
3 ugenbbemegung 3U fpretgen. 9 lber in tiefer Sadje 
fann nur ber urteilen, ber miterlebt gat, was wir er* 
lebten. 9 iegmcn Gie an, bei uns gat bas Gcgidfat 
angewedt, gat uns an ben ftcmfpredjer gerufen unb 
fpriegt: »Da® gegt fo niegt weiter mit bir!* UDir gaben 
niegt blog auf eine neue SBeife Habau gemaegt unb 
ben Deufel an bie B 3 anb gemalt. JBir Eonnten uns 
nur niegt länger feelifd) migganbcln laffen. Unfer 
(Emp finben lieg ftd> nidgt länger gegen ben Stridg 
bürften. TDas id) gelitten gäbe, weift leg!“ ... 

Darum war cs aud) fein Gegenbeweis, bag er nidjt 
jagen formte, wie es auf bie Dauer mit igm würbe. 
(Es war genug, bag er jeftt (eben Dag megr SBagrgett 
erlebte als fouft in einem 3agt*- wugte jeftt aus 
(Erfagrung, bag ber Wenfdj feine oerfegrobene Unnatur 
fein mugte. 

Sein Kinn ftgob fidg oor, ninb unb gart, wie ein 
Stein auf ber £>eibe. 

„Ä 3 as ein HJlcnJtg ift?“ eiferte ber ‘Ältefte. „S“*vft 
mal Di^iplin galten unb Dienft tun!" 


Der Cinjiebel fagte ign mit greifenbeu Bilden: 

„ 3 ft bas alles Dienft, was Gic tun, ober vnadjen 
Sie oft blog mit?" 

Äuge ftanb in Äuge. Die Ugr maft wieber ab, 
wie lauge Sttenfdjen. fi(g mit ben Bliden begegnen, bis 
fie fieg bie SBagrgett befennen. 

Der Cinjiebel war ftärfer. Der anbere f(glug bie 
Äugen nieber. 

„3«i id) madjc vieles mit unb tnurre mtd) gtnter- 
ger an. Äber Gic Snbem bas aud) nitgt!" begarrte 
er troftig. 

„Änbeni ober nidjt änbem, bas ift nidjt bic Gut» 
fdjeibung. ÄJenn wir nur uns änbem! Das anberc 
wirb ftdj finben." 

Der Dünner begegnete 3 ng«lines Äugen, bie ign 
in gellem Staunen anfag, als füge fie ign 311m erfteu 
»tale. Gr wäre bereit gewefen, aueg bas anberc, 3 av« 
teftc, 3U oerireten, bie 3rreigeit, bie §«(gn unb er fid) 
nagm um ber 9 teinfait igret ßiebe willen. Äber er 
braudjtc feine Sorge megr ju gaben, bnft auf bie 
Königin ein Sdjatten falle. 

Der 3 -ügrec ftredte igm bic £>anb entgegen: 

„B 3 emt es fo tft?! . . . 3 <g gäbe etwas gelernt uoit 
3 guen. SDlancger wirb fid) freilid) bie Qflügel ucr» 
brennen. Äber eins fage idj 3 gnen: Daju gat bas 
Gdjidfal Gie ni<gt auserfegen, als ßatemenanaiinber 
am Gibumer Dief 3U fterben! Bon 3 gnen göre id) 
einmal anbevswo." — 

£>cute ftraglte Äiels Gritgien wieber. Äuf ber 
Bferbefoppel gatte es ein froges framilienertignis ge- 
geben. Das prädjtige ^foglen wollten fie alle be- 
fegen. 

Unb weltg ein glasgeller Dag war geut«! Dtc 
3 agn« baufegte (i(g im SBinbe. Äuf ben gogen Bambus* 
ftäben bes Gcgulgartens gleiftten bie Scgäbel unb 
(djienen 3U mufi3ieren. Uber bem Ganbweg jur 
Bferbefoppel wölbten fid) 3wei geblei^te SBallfifdj* 
rippen 3um Dor. 

„Bein, wie im Dagomeborf!“ frfjer^tc ber lange 
Hamburger. Unb immer war ber Ginjiebel gefellig 
babei. 

3 ur Äusfpratge mit Stiels Gritgfen fam cs freilid) ni(gt. 
Äber er verfpraeg, mit 3ngclinc geraus3ufommen. — 

Äuf ber öeimiagrt fpürte baft igm ber Äus» 
flug in bie alte SBelt gut getan gäbe. Gr gatte feine 
Satge vertreten unb igre Stärfe an fid) felber gefpürt. 
CEt meinte gewaegfen 311 fein, feit et bes Batcrs Brief 
beantwortet gatte unb igm vorfcglug, fie wollten fid) 
gegen feit ig adjten unb ba® Befte autxauen. 

Gr war auf bem reegten Söegc. Gs war aud) gut, 
baft fie nidjt fortgeflfldjtet waren oor ber Wenfdjgeit. 
SBieb gatte ign feitger geleitet. Der Btann war fpäter 
als bic JJrau. Äber nun muftte er ßufegen, baft er 
(ie bet bei £anb giclt Sie trieb fonft immer weiter 
ab von ber SJlenfcggeit. 

Gin es befdjäfttgte ign immer wieber, wie beftimmt 
ber Kommaubaut uom „Jraueniob“ wiffen wollte, baft 
er (eine Dage nidjt gier befdjliefte. 

Äun fam bie Siebelung. ÄJar bas nod) niegt bas 
legte? 

Sinter bem fieudjtturm ftanb bie ©lut ber unter* 
gegenben Sonne. Gs fag wt« eine brennenbe 3 -acfetaus. 

9 Bieb ftanb am Ufer in gewaltiger, weltentrütfter 
Gin f amfeit, über igr wölbte fid) gimmelgocg ein Dor 
bes fliegt®. 9 Bte au ber Gegtoelle bes trat 

fie igm entgegen. 3 gr 3 uruf Hang, als tfime er aus 
eitler anberen SBelt. 

Gin agnungsootles Bangen lieft ben ÜRamt er* 
fdjauern. Gittern jeitlofcn SBefen glid) bie Geliebte, 
als bürfe er |ie niegt berügren wie eine ©eftalt oon 
ftlcijd) unb Blut. 

Gr wollte fegr lieb 31t igr fein! 

Ädjtes Kapitel. 

Die Scgneegönfe jogen fübwärts in ber 0 orm bes 
ftreitbaren Gllcnbogens. 

SBieb fagte: „Sie finb aud) eine ©emeinbe unb 
wanbent aus.“ 3 mmer war fie im Bann ber neuen 
ßegre, ber fie in gerber ©läubigfeit anging. Äatg Ärt 
willensftarfer grauen be3eigte fie Beigung 3U feftire* 
rifdjer Äbfonbemng vom Dorfe, als lebten bort Änbers* 
gläubige, mit benen fie nitgts gemein gatte. Äucg igre 
^reunbfegaft mit ben ©ejegwiftevn (Ericfjfeii tüglte ab. 

beren Bcfud) gatte fie eingcwiUigt, „wenn es fein 
muftte“. Gie war enttäufegt, baft fjreb nttgt bie er- 
wartete (Einwilligung mitbratgte. Geitt ©runb, baft 
er wegen bes Befucgs mit Äicls niegt oerganbeln tonnte, 
war igr niegt ausreiegenb. 

(JortffßiiMQ folgt.) 


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31 *. 4 U 08 


Otluftrirte 3*i*ung 


533 



toul >M> Kartou (1745 — 181-1): 6t0lflMlM|j. Wc)l (>*»1. 


State* ©raff (1736—1813): Tanitl (Sboborrictfi. 


I'anid Gheboirirdi (1726— 1801): ftinbcrbilbnis 
$rictaiff Gabriel, 


Xcrb ©raffi (1757 — 1838): i.'xim Vfrui» ftahnanb 
ppn ^rufecn (IHKtii. 


*2lbelpb SKrniri (1815 — iwr>): (scibftbilbnis. f'lciiiifltcicbnunq (1*31). 


<£a*I 'Beflas ber ältere (1794 18.">4): ^iinuIicnbitC' (1833). 


31us 6ct 'Pilbnisausficllunq bet Slfabcmic ber Riinfle 


Äatl «sicffcd (1818— 1N90): ^dwitn ©eltfricb tixibetr. 


in Berlin. 


Julius Sdtuibcr (1815 — 1(H»<): üllqunbci r. £*umMM IlMTvO». 


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534 


Olluftxirte 3eitung 


9tr. 4008 


3 l t e 


0 r t Ct l e. /53on3. A. ^3ancffen. 



(T\tx brflc SRaMtab für btn Rultur)uftanb eines Eanbes ifl unb roar )u allen Seiten bie 
^Slunft, unb roieberum |pTid>t bie befonbere Gigenart, ber Gbarafter. bie ©efinnungsroeile 
eines ©olfcs, fufe mit am beullicblten in ber ©aufunft, unb areai in bei Runft ber profanen roie 
ber Rircbenbauten, aus, Rein 
t'unb gibt es im ganzen weiten 
(Srbentunb, bas lold) berrlirbe 
©auroerfe aufsurpcifen hätte »ie 
unfer beutfebes ©aterlanb. ©Jo- 
b»n immer mir unfere 6<hritte 
Ienfen mögen, überall begegnet 
uns bie (Schönheit bes alten ©au- 
ftils in ftet« neuen formen unb 
mit Unterfcbieben, bie fid) (elbft 
bis auf Rleinftes erftretfen. Unb 
toas insbelonbere bie portale an 
Rircben unb weltlich™ ©au- 
n>erfen betrifft, fo »erben nur 
Leiber unb Raffer behaupten 
tonnen, bafe in biefer $>infid>l 
Teutfdblanb binl*r ber archttef- 
tonifeben praebt Italiens unb 
beit prunfbollen ftunftbauten 
granlreicbs iurüefftebt. 

3m romaniUben ©auftil bal 
bie Rircbenlüc eine ©ebeutung 
erlangt, bie He in ähnlichem s JDtabe 
roeber im ontifen Tempel noch 
in ber allcbnft lieben ©afilifa be* 
feffen hati<- 3m antifen Tempel 
toai fie bureb ben 6äulenportifu& 
in ben (schatten geftellt rootben. 
iu ic fpäter tn bei alt cbrifl lieb en©a* 
filifa bureb bas 'Atrium ; berromo- 
nifebe 6ti I aber erhob bas 'Portal 
cum fon)cntrierten Slusbrud bes 
gdffabcngebanfens im ganzen. <3n 

Citftm ead finb bie Oiunbtinien ^ am 5n4 , ll , wsl)c | in 



überfebreitet niemals geroifle abfolute ©renjen. ©tfonbers an groben ftirtbrn finb bie por- 
tale auffallenb mefentlicb deiner als bie 6aufteintüren. ‘ilucb gibt es ihrer an ber £>aupt 
faflabc meiftens nur eines, roabrenb für Seitenringänge faft immer reichlich geformt 

*u fein pflegt, öeroorragenber 
wirb bic'jfrirfung.roenn einebcfc- 
ratioe Umrabmung oon ©itter- 
mafcroerf unb beTgleichen b* n i u - 
tritt, TOODon jeboeb in ber ©egil 
nur bie füblidpcn, an ber ©renje 
bes jftüufteingrbietes liegenben 
©aulübfeiten, Bör allem Spulen, 
©eb rau cb machen, überall fühlte 
man, n>ie bas 'Jtabmemoerf nicht 
mehr als toter 6tein getacti 
mar. lonbern roie es, non fproffen- 
ben Änofpcn unb blättern heleht, 
fich unen blich Derjroeigte. *2lud) 
äußerlich löften fich bie f<h»ertn 
Piaffen in ber 'Ulannigfaltigfeit 
brr gönnen, unb es entftanb 
jenes ifceale ©augerüft, oon bem 
man gejagt bat, bafj es in letnem 
fteten '21uffteigen unb tfmpor- 
ftreben bie t»imme!sfebnfucht ber 
gläubigen 6eclen finnbilblich oer- 
förpere. ^luch bas portal ifl 
nach bem ©tauben frommer 
6eelen gleicblam bie ©erförpe« 
rung biejer £>immcIofebnfucht. 

Tie gormrnroclt ber gotifefcen 
©aufunft tourbe bbh ber Rieche 
auf palaft unb prioatbaus. 
oom ^eiligen auf bas 'Zfteltlich*. 
übertragen. ©an) hefonbers 
gaben bie 6tabJ- unb ©üben« 
häufer Slnlafc )u reicher dauern- 
m t« frft, roidlunq, unbüb«rjll bot mqitWcr 



■Jllles -Poitol in Osnabrucf. 


Portal am £t«int>cscml in (stabe in fbannoper 


'Portal am „ftaffrrbaum" in 


eincr©ef<hi(bteenlbailen;bic 6<bu(cn,in 
Deren öanb bie görberung ber gaffaben- 
(ompofition lag, fu»b auch mafcgebenb 
für bie (JnUoidlung ber portale, (fs 
i(t aber felbftoerftän blich: fo biele jeit- 
liebe unb örtliche 6til|(battierungcn 
überhaupt, fo oie Ir Üntcrfcbiebe in ihrer 
'öebanblung. ©ei ber geftftellung brr 
(onftiuttioen ©runbpbänomene ergeben 
iich bici paare aiternatioer ©eftaltung: 
1. Tos ©eioänbe ift recbttoinflig ober 
Dcr|chräflt. 2. ©er Jlbfchluft ift mag- 
recht ober bogenförmig. II. Tie Um- 
rahmung fpringt über bie gläcfjc ber 
Stauer oor, ober fie oertieft fich nifchcn* 
artig. Tiefe gönnen finben fich in ab> 
toecbfelnber ©eftaltung an btn por- 
talen ber romanifeben Rirehcnbauten, 
bie, roic bie Runftgefchichte lehrt, in 
Tcut|<hlanbBielfpäterals).©.ingranr 
reich in bie (Srfcbcinung getreten finb. 

©ei ben portalen ber gotifeben 
ftirchcnarcbiteftur freuten [ich, roic bei 
ben genftern, bie roagreebt roecfalelnben 
garbenfcbichten mit brn jcnfrrcht auf« 
iteigrnben feinen Profilen ber gorm« 
fteine; oon ber technifcben URöglicbleit. 
mehrere gorm fteine )u einem gröberen 
©liebe |u Bereinigen, macht bte ©ottf 
nur feften ©ehtduch. Tic Trö^e ber 
'Äüdtpiünge eichtet fich fomit ausjcblieb« 
lieb nach bem gormat ber €teine, nicht 
noch ber ©röfee bes Portals, unb biefe 



Portal am (ctaMbous ju grnbutg i. ft. 



portal an bei aRumme*l'raufiri in ©raunfetnoeig. 


reiche Runft unb feböne gormen auch 
in bie portale gelegt, ©erabe bie 
gotifchen portale an prioatbauten 
zeigen meiftens einen üppig bcforic« 
renben 6til. 6o mutet bas portal am 
6labtbous &u greiburg im ©reisgau in | 
ber Tat roie ein Ri rehen portal an mit 
feinem fchönen 6chmud, bei bem oor 
allem bie ©ottesmutter mit bem Qefus« 
finbe in brn Porbergrunb tiitt. fr- 
bod) gibt es auch unter ben nicht- 
gotifchen Portalen an weltlichen bau- 
ten oicl 6cbönbcit unb Planni^faltig- . 
(eit, aus beten langer 9teibe hier nur 
bas portal an ber gefte hohentübingen, 
bas aus bem Q d b IC 1 639 ftammenbe 
Portal am gücbtingsbof in ^übed unb I 
bas portal am 6tanbesamt in 6tabe 
im hannoorrichen genannt feien, ©on i 
befonberertfigenart ift ferner bas portal 
am „RaffecbaunT in Ceipjig, einem alt« 
berühmten ©aftbaus ber pleifjeflaM. 
bas. roic bie 3nfchrift lehrt, früher 
arabifchtn ttoffc ©aum" gebeifeen hat. 

30er immer in bie Cage fommt, bie 
fflaue unleres beutfeben ©atrrlanbcs ju 
burchftreifen. ber feilte nicht Oerablau« 
men, auch bie bemerfenstoerten poi» 
tale an Rirchen unb aeltlicben ©auten 
)u fehen unb )u ftubieren. 6ie »erben 
ihm nicht nur als Runftroerf greube 
bereiten, (onbern ihm auch man<b< 
fulturgcfcbuhllicbe Anregung geben. 


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'Jlbenbfonne. i>tad) einem (Semdlbe Don tlrnolb SDloellcr. 




Olluftrirfc 3eitung 


SRr. 4008 



na! trom 


GEAJDDB 

XA.MNE 


'®äf)tcnb bas DboI-^?(un&roalTfr ben3tt>ccf oerfolgt, btc 'IRunbböblc ju 
besinfijieren, babcn roir mit ber Döol^a&npaffa ein Präparat auf ben 
SOtarft gebracht, bas für bie meebanifefae Reinigung ber 3äbne aufact- 
orbentlicb geeignet ift. Sieben ber überaus feinfornigen 'Bcfcbaffenbeit ift 
ber eigenartige u. aparte ©efdjmatf u. ©erueb befonbers berüorjubeben. 


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OA<?' 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 


grife 33lep. 'Bon T 1 o r a ßticlcr. 

/Cm erfter ©ebanfe flicht unroillfürlüfc in ben roalbgrünen £>ar,(, wenn irir oon geig Bien. 
VJ-bem täflet, bem Dichter unb bem SDlenfcben. reben roolleii. Denn ber SWann, ber als 
Xcifcnbcr unb ,lägcr brei Erbteile fennt unb mit crfchloffcncm 6inn ihr ©ut unb Böfc 
in fidj aufgenommen bat, ift in allem ©cchfel oon Seit unb 

Umgebung ber treue 6obn feiner Heimat. ber ftarfe unb — 

beimotftoljc Xicberfathfc geblieben. On ibm leb! bie ur* 
beutfebe lit leben germanifeber Trog unb Xraum unb bic 
feftc Berbunbenbcit mit ber SERutter Erbe unb ber Kreatur. 

Es ift immer bas gleiche feine Erfüllen. bas oerinncr- 
lichte Schauen bes Dichters, wenn er bie ©efebiebten feiner 
ftummen gelben erjäblt. e)n farbenreichen Bilbcrn ooll be- 
wegten Gebens gebt cs oorüber: i'udjs. üBilbfagc unb Otter 
in ihrem geheimnisreichen Dafein, mit all ibrer Eigenart, 

Klugheit, (Schönheit unb tuilben Straft. („Bon wehrhaftem 
Xaubroilbe", 91. Boigtiänbcrs Berlafl, l'eipjig.) Dann tritt ber 
tapfere Bär heraus aus bem griibltngsmorgen, ber feine 
Sauber über bic ftarpatbenaxilofi ausfebüttet. Ober bic 
-Jßälfin liegt bei ihren fpielenben ©elfen unter ber ent- 
wurzelten Kiefer, jioifcben Gnanitblöden auf einer (leinen 
»infei inmitten ber farbentrunfenen (Schönheit im ftaunis 
Hangafcb. Unb über bas lebenbe Xicr geben bem Dichter oft 
unb gerne Tcnfcn unb Schauen weg, hinein in bic tiefen 
oulammcn bange ber immer frifd) ouflcbcnbcn Einjelerlcbeinung 
mit ben alten (sagen, ja bem frübeften URptbos eines Golfes. 

(so heften ficb ibm an bie ©olfsfpur 'ZDobcs Erinnerung unb 
ber alte Klang aus ber Ebba. 

Es lebt aller flauber ber 'Bergein f amfeit auf in feinen 
(schilbrrungrn ber fciocbjagb. („Bon freiem £>ocblanbtüilbe". 

X. Boigtiänbcrs Berlag, Ccip.vg ) 2Rit bilbbafler Dcutlichfcit 
Hebt oor bem Vcfer „Bans Urbilb", her bunfle Bcaoarbpcf. 
über „ber ööllcnroclt ber tcteilfetten oon (chtoarjem Urfcbic* 
feT" in Dagbeftan. 

©ar rcijooll ift ber Blid in bic ft lein well ber 2Rurmclticrc. 
in bies Cebcn ber Xtur-Xiannbl’n unter warmer frobenfonne, 
bort, roo tüolifdjc Schönbeit ins BJelfchlanb hinüber ccrrinnt. 

Der Xus*ug auf bic frochalm ober bie beuenben SRurmen- 
lein, bas ift ein 3bplf, bas jebem Jpcinricb Bofe pcrjujieben 
märe. 

Unb in beT (stbilberung, roic er bem grouroeiücn ©ems* 
bod nacbflcigl, ber im Bolfsglauben als ber gefeite „BJeifee" 
ber jaligcn grauen gilt, fegt fich bei gäger, ber bem bod) 

geliebten 9Bifb bie töblicftc Kugel ju fenben (am, gar ftfjön rs-.fi. car.- 

auseinanber mit bem rXenfcben, ber im ©cfdböpf ben Br über Ott '• 0 

fühlt unb ebrt. v’lucb bort, too fein ftornruf „'2t Mer tot" brn 

gelfen fünbet. bah ber König ber Üüftr gefällt ift, fteigt bod) aus bem ©eibmannsberten 
örr ©unf<h mit empor, bah hie Xrt erhalten bleibe, „roeil mir ben Xblcr feclifcf) nicht miffen 
fönnen". Es finb bies Dinge, bic t>inj unb Kunj natürlich belächeln müflcn, rociE fie ihnen 
unerreichbar fteben eben in geiftiger Ebelireifjregion. 

ifm gefcfcl offenflrn fommt bicfe Dcnfart Aum 'jlusbrud in bem Buch „■apalun" (Berlag 
E. glcifcbcl \ Ep.. Berlin), bas oom Urgrunb alter gägrrfagen fünbet, unb in bem ber 8cblubfag 


beT Einleitung |o djarafteriftifd) fagt: „(iebaut her, roo jenleits eurer gepflegten Boiflelluncr 
in Einfamfeit bunflc fßipfcl raufefeen, boTt liegt mein gagbgebiet." Xucfe bies Buch entr. 
im einzelnen Aagbge|d>ichtcn, Xierbilbcr, Xaturbilber. Doch immer roieber Hingt lauter p: 
leifer ber ©ebanfe an bie Bergeiftigung unb an bie legten hes natürlichen Gebens buri 
©an( biefem ©ebanfen finb bie Eingangsocrfc unb bas (scbKuftfapitcl geroibmet, bas w 
traumbaftCT €Äönbeit ift Xrog tiefer fünft lerifdbcn Erbebe 
ober Bcrfunfenbeit ift Srig Blcp eine roiffenfthaftlnhr ft,; 
heit eigen, bie febr angenehm berührt. Es bleibt in ihm Pr. 
Beobacbler immer mach. Unb barum zeichnet er au6 in fei 
lounbcrbarcn fjanbfehaftsbilber einjelnr BoEfsgefialten obr 
jebe ^bealifierung hinein. £)ier mit Icifem ftumor Xirr 
,Täg*r unh öol^cr. bort ben töricbMIugcn öülejungtr i: 
feiner ^cibc; ober bic gcwinnfücbtigcn Xuffen «vtoifeben t, 
feierlichen €d)önbeit rociter Elchmoore unb im Ural, roo c : 
toeiijf Xunhabn baljt. 

(solches Bcrftänbni5 für Bolfsiocfcn im rociteften 6in: 
macht ihn auch jum Xnroalf oon Xmerifas oerbrängter ^lr 
häuten, ihrer untergebenben Ebelart unb ihrem arifä' 
jOlonbmolbos. Der Eingang biefes Kapitels „Born flicbcr 
ben_ BaTabies" ift ein SWeifterroerf ber tsd)ilberuitg. Ur: 
iXchilbeTung oon intimfiem 9fei^ finb bic ©efdjichtcn „I 
Äaujeichc“. „tcpätbcTbftfäben“, „©arnfpinnen". „3m t'ticS 
unb bie tei^enbe „XülPagelbeibe". Das ift bcutfdic är 
Unb in jebem Blutstropfen ein beutjeher 2)Iann ift bciEjr 
gor ber „t>ocbIanbminne" (Berlag g. gontane & Eo., Berlr 
eines l'ieberbuches aus Blt-Xirol. 3n feinen unb fraftooli. 
Bcrlen ift ba eigenftes Erleben mit bem, was ber Dichter It- 
alien üRinneiängern naebgefungen. ,^u jcbönfler Einbeit m- 
fihmoljen. Denn cs ift ja nid)t nur ben ritterlichen €a 
gern nachaefüblt: cs ift eigenes ritterliches t&efen unb et - 
ÜJlatinesart, bie aus ben Ciebern Hingen. 

<co bat gri® Bleo in ben erften ftricgsjabTen unfe. 
(tolbaten bas fchöne gelbbücblein „On Kraft unb Ebren" 
febenft. Unb in folcbcm ©eift bat er all bas ungeheure (r 
febeben mitburcblcbt. Er, ber glübenbe Dcutfcbc, ber Br 
fämpfer für unfere Slotte, ber SDlitbegrünbcr unferer Kolon 
polilif, her (Etationschef unb Berteibiger oon Ufungula, N 
beimattreue SRann, er hält in all bem Xieberbrucb ringsir 
bureb ©ram unb E)roll feinem Bolle bie Xteue. benn et b: 
bie beutfehe Btt in feinem €*er,^en. ilnh bas fei ihm geb«i"' 


^ICP. vnrvft-) 


©eorg ©ebers „«llgemeine 3Beltgef4Md.tr 
in Hi Bänhcn, 3. Auflage, pollftänbig neu bearbeitet v t 
l'ubroig Xicg. I. Bb. (Berlag oon 3öil heim Engelmann, i'eipjig. 1919; gebunben :« • 
Dtetgig gahre nad) bd iioeilen, nodj oon ©eber felbft b-eforgtrn, erfcheint nur cir» 
britte, oon i'ubroig Xiefj neu bearbeitete Auflage, hie, überall bie neueften Ergebniflf be 
gorfebung für bie Darftellung nugbar machenb unb in ber äufeerlichen Xnorbnuna h-. 
Stoffes roclcntlicbe Berheflcrungen aufroeifenh, bo<h bie ©runbanlage bep ©erfep unc- 
getaftet lägt. Eine rein gcograpbifchc ober etbnograpbifcbe 31norbnung bes 6toffes, mit Fr 





(Sine beroonagenbe Slaiermcrbung ber Ütotionalgaleric in "Scrlin: &od>gpbirgsI<mb[<baft. <Mgemälbc oon ßaspar ®aoib griebrid» (1774 1S40). 



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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 













(iuvivr 

liUn^ui 


Muftrirte 3 citung 


ftabtllaiid) obnr cigcnilicbcn fborijont, ein wenig gebäffig unb boeb beftrebt, nirmonben ernj 
lidj ju ©«rieften; am heften notb bie politifcbe Batiie in „Bdjorfcbls Bablrebe". — 3 Ibs tr- 1 
Meinen Belt fommt auch Sans ÖlaitbeU Grjablung „Der 'leg juni $immdreia 
(Verlag D<iul Gift, ßeipjig). 3lber toie liebeooll unb roie ebrlid) finb bier einfache Strnfta 
in ihren barten unb eefiflen ilTnriffen nacbgtbilbet, mit welcher inneren Babrbeil ift ife: 
tiagenbe ©ebulb, ihre fülle ©roftt, ihre langmütige Grgebcnbrit unb ibr aufbaumenber Ire: 
gegen ben ©ang bes Bdjidials in Geben unb Sterben erfühlt unb geftaltet! Das ift eirm: 
mieber eine gute 'Bauangcldjicbtc, bie nichts befebönigt unb orrflärt unb nicht mehr (*- 
inll, als fie ift, unb uns boeb aus bürftiger Gnge in ben gufammenbang ber Bcböpfur. 
führt. — Tos möchte auch Bilbtlm Bidebacbs Vornan „31m heiligen 6c«~ (Dctlc 
Är. 'Duftet, Vegensburg). 31 ber bie licbenbe ©ütc unb ber tiefe 'Jlaturftnn bes gläubige 
Buhlers geben uns boeb feinen Grfaft für bie mcmgelnbc feelifche ©eftaltungsfraft unb bic 
2Irmut ber öanblung, bie ganj in ber 2irt bei lanbläufigen Vrfebrungsgefcbicblcii cu; 
frommen lolfsfalcnbern gehalten ift. — (Ein Testes grauenbud) finb bie „ölacbtgefprädjf 
oon 'ilugufte öauftbner (Verlag Daul Gift, ßeipjig). Sturje ©efcbid)ten aus allen B . 
jirfen bes Gebens in eine etwas bürflige ötabmrnbanblung gcfiiqt, manche etwas fprungbaf: 
einige gleicbfam etroas oerquollcn in bei Diltion. Eber überall fpürt man ben reinen ur: 
beijjen Beklag eines reinen unb gütigen grauenberjens, bas überftrömt oom Geib ber Sei' 
unb Xroft fudjt für bie SWübfcligcn unb Velabcnen. 1>r ••rr*t«,* 

VolfsfunbliAes. Das an foftbaren Sammlungen reiche Dresbrn bot dot iwfc 
fahren einen neuen Bctaft in bem Sftufcum für fäcbfifdje Volfslunft erhalten, bas jwar nae- 
feinem mateiicllen 'Berte nicht mit bem ©rünen ©ctoölbc unb ber ©emälbegoleric rnettrifem 
Tann, bas aber eine (öftficbe Ccba^fammer leiber nun meift babingejebtuunbenen Volfstujr.- 
in Jöausrat unb Xracbt bes ©acblenlanbes ift. Bein »crbienftoolIcT 6cböpfer ift f>pfw 
0, €ei)ffcTt, ber Deifafler bes uorliegenben prächtigen Bucbes „Vus Dorf unb Btat: 
Volfsfunblicbe Vilbci." (Vertag oon Sari Veiüner, Dresbrn; gebunben 8.50 9Koi' 
Gr führt uns in ihm in origineller Beile eine grofj« 91c ibe bet (Schäfte feines SRufeums 
oor. fo, wenn er in einer fiafinad)t5|pufgrfifcid)tc all bie '"Puppen, §i 0 iir«i unb Xracfcitn- 
ftüde Geben gewinnen läftt: wenn er in ftiller Btunbe uns erjäblt, wie er bas unb jenes 
i bin ans £>erj geroaebfrne Btüd gewonnen hat- 3n ben meiften bei fluffäftc gehen wir 
aber mit ibm felbft auf bie Banberjcbaft: ins Grjgebirge. unb in bie ßaufift, in bie ftiüer 
Btäbtlrin DUiblbcrg unb $crrnbut f in ftirdjcn unb auf griebböfe, ju ftinbtaujrn unb £r-<h- 
jeiten . Dabei rifd>Iiebt fi4> uns bas alte Volfstum in eitle unb Vraud). in Bohnung uns 
Xracbt, im Kreislauf bes gabres, Don Biege bis jum ©rabe. Gepffert ift auf afle 
biejen Banbcrungen ein funbiger gübrer, bei mit leinem erquidenben $ unter fufo übere 
bie $>erjcn unb bie Xürcn öffnet, ber als Künftler ein offenes 3luge für bie ölei&e ber Me- 
unb bie Bcbönbcitcn mcnfc&licbcn 6<haffens bat unb in feiner Vegcifteiung für fic cum ^ 
fübfsinnigcn Dieter wirb. 3n unferer gefühlsarmen geil fann bas Vueb einem irbajL 
einem Cuidborn neuen Gebens werben; benn nur aus unferm alten, bobenftanbigen Vol(; p 
fönnen mir uns neue Kraft bolcn. — llnoüchfige Gebenslraft foll unfere beutfd)e gugenb cifefc 


in neuerer geil oon ber £elmoltl<ben Beltgefcbithte oerfuebt roorben ift, bat auch ber 
92eubearbeiter ber Beberfchen Beltgcfcbicbte ficb nicht ju eigen machen fönnen. (statt 
beffen ift an bei chronologifcb forlfchrcitcnben Darftellung unb fonchroniftifchcn über ficht 
feftgebalten worben. SJlan barf reohl behaupten, bafj bas mit biefer Gloffgruppierung ge- 
memnene Vilb bes toeltgcfcfeicbtliifrcn ©efebebens in ber in bem oorliegenben elften Vanbr 
behanbelten jSeitepocbe. bie oon ben Anfängen: geldjicbt lieber (Erfcnnlnis bis jum gabre 
404 o Ghr. führt unb bie ägqpiifcb-mefopolamifche Kulturgemcinfchaft unb bic £>erausbilbung 
bes ©egenfaftes oon Guropa ju 31fien umfa&t. febr flat unb übeificbtlid) berausgefommen 
ift. 9la<febem im erften Kapitel in eingehenber, fpftematifeber Untcrfuchung bie 'Aufgaben 
ber Beftgefcbichte erörlert toorben finb, bebanbelt bas jtDfite Kapitel bie ältefte roeltgefd)icbt' 
liehe Völfergemeittfehaft in ber gelt 4241— 745 b. (£hr., bas britle Kapitel bie affpnichc Belt- 
berrfchaft in 3lfien unb bie lanbfcbaftlicbe Organifation ©riechenlanbs unb Dtaliens 745— 606 
p. Gbr., bas oieilc Kapitel bas ©leichgcroicht ber oier anäcfcte Vabolontcn, «gopten, 
Gpbien unb SPtebicn 606—550 p. Gbr. unb bas fünfte Kapitel bas pcrfif$e Beltreich 
im Slufftieg 550—493 p. Ghr. Um eine beutlichere 'Itorftellung oon ber Birfung biefer 
©liebewng bes Gtoffes ju gehen, fei barouf hingetoiefen, bafe hier j. V. bie ©cfchichte 
©riechenlanbs bis stim ionifchen 3luf|tanbc unb bie ältere ©efehiebte 'Home, nicht in einer 
gefonherten, in fnh gesoffenen, jufammenbängenben Darftellung gegeben tocibcn, fonbern bafj 
fich biefe ©cfdjicbte ©riechenlanbs unb 'Jtoms auf eine ganje 5letbc oerfchiebener 3lbfcbnittc 
ber Kapitel 3 bis 5 Perteilt unb hier im engen 3 u f a mmenbangc mit bem gefamten Belt- 
gefcheben her entfprethenben ^citepocbc bargeftcUl toirb. Diefe Serrcifjung toirb im erften 
■ilugenblid ben nach einer gefcbloffencn Darftellung etwa ber grieebifchen ©efehiebte oer- 
langenben unb an eine folche gewöhnten Ccfer frembartig berühren. Gs ift auch gar nicht 
ju leugnen, bafj etne folcbe Darftellung an ben Gefer höhere ^nforberungen (teilt als 
eine in f*ub abgefdjloflene; beim aufmerffamen Gefcn wirb ber Venufter aber balb be- 
merfen, in toie ganj neuem, bebeutfamerem unb belleiem Siebte ibm Picles erfcheint, an 
bem er bisher unaebtfam ober ocrftänbnislos ooiübergegangen ift. Das fdjöne Berf, bem 
ein umfangreicher, aus bem Xcft an ben Gchlufj oerroirfener Apparat oon Bimcrfungen, 
Grfäulcrungen unb näheren SJusfübrungfn angefügt ift, ber bie 'Jörge ju eingehenberem 
6tubium, roo es bem Venufter errofinfcht erfcheint, weift, toirb in ber neuen mober- 
nifierten gorm feinen alten Gbrenplaft in bet gerichtlichen Giteralur unferer Seit be- 
haupten. l»r, ISilbclm tC|Md)mülUt. 

31 l I e r b a n b geitgenoffen. -Immer noch fcheint bie Gönne soomers auf ©ute 
unb Vöfc unb läcbelt milbe über allerlei geberpolf, bas ©oltes Xiergarten mit leinem mebr 
ober weniger roobllönenben fficfchrei erfüllt. Unb tioft Dapiernot unb 35aluta|orgen, troft 
Drudloflenerböbung unb Xeuerungsjufchlägen finbet fich immer noch ein gutmütiger Ver- 
leger, ber ben 5totfcbrei eines bebrängten Dicbterberjens an bie Dlitmelt xoeitergibt. 3lber 
man barf auch bie SOTenfebrnfrcunblichteil nicht ju weit treiben unb muh minbeftens baruuf 
halten, bafe irmanb ein reinliches Deutfcb fprtcht, wenn er fich Teinen Vlitmcnlcfccn pcrftänblich 
machen will. KurtDelbrüd hat Tiih in feinem Vornan «Gorenjo oon 3Rebi<i unb 
©aoonarola" (Verlag 3tid)arb 3Rüblmann, falle) an einen gewaltigen 6tof? gewagt. 3lber 
bei allem fehlerhaften gleife unb weitausbolenben 6<h»unge ber figuremeidben Slompo- 
lition bleibt er leiber gant in ber trodenen Gchilberung bes älteren hifwrifeben Romans 
fteden unb (eiftet fich babti fpiacblicbe Ungeicbidlubfeilen oon ber 3lrt bes folgenben 
Gaftungeheuers: „3m ^>ataft bei Dlebicecr würbe mit ben Vergnügungen ber 31nfang ge- 
malt, wo eine glänjenbe Verfammlung bei Ginlabung Goienjos gefolgt war. bie in bem 
groben Baal, wo man bie 'Bübne aufgefchlagen hotte, in bicht gebrängten öleiben fab in 
(Erwartung bes ihnen beoorftebenben ©enuflcs." Bie, bitte? — Bcbr gemanbt unb boeb recht 
unerfreulich ift bet „Gtjfchelm Öluguftin“ oon SKarlin Bxuffot (©eorg SRüliet, öRünchcn). 
Gin rechter Bauftall, auf beutfeh gc|agt, ohne bie milbe ©rajic unb ben herben £>umor oon 
Ölabelais' „©arganlua“ unb Baljacs „Gentes brolatiques“, bie biefer gefehlte ffiiener 
anfeheinenb recht aufmerffam gelcfcn hat. (Eine 3lnbaufung oon greffercien, ©aunereien, 
Bcbelmenftüden, Drablcrcicn unb banbgroiflidbf n Giebesabentrucrn, ganj auf grobe Birfung 
eingeftellt. — farmlojer unb gefälliger ift ber fumor oon gerbinanb Vlablingcrs Kletn- 
ftabtgefchichten „eteinather Geut“ (Verlag ^eub & 3lta, Konftanj). ilnwefeni lieber Klein* 


Bigurb-eiegfricb unb fermann ber Gberusfer, ^lettlchcn oon ©öttergeblüt. „Gurcn ©ölt 
nach, ihr Drutfchen! 3 ur neuen Bottne!** iDlögc ber SDlabnruf bes Dichters bet ®< 
fpruch unferer 3ugenb werben!: i>r. 1>o«i 3( 


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9tr. 4008 


rifluftrirte 3e>tung 


539 


$unff Aufteilungen uni) Äunjtauf fionen. 


©a» ftunflaul(ion«ffau 0 Buboff Bangel, $ran(furf a. Xt. ncran, 
ilallrf am 10 . Wai 1920 feine looo. Runflauflion. ff» lommeii ©ttnalbe erfler aller 
Wciflor au» »er (fammlung »t» 3 ürllen ju Örbucf)'(.“d>ön»crg sum SludgeM. 
Wit »rm rcitfj illu| 1 rieeten 3 u»ilüum»latalog 1000 erfrfitin! ruglrid) eine 3 »|lfd)ri(t, an. 
läjlidi »es .10 jöEiriger 8 c|frf)fno »er 3 itma. 

öd» gleie^c ßau» »ringt um 27 . 3 Ipril 1920 »ie Sammlung W. rf r u tl ■ Pf önig». 
»erg, ©cmdl&e aller Wti| 1 er (Rat. 999 a) jur Berfieigtrung. 

Bei paul Saffirer, Berlin W. io, Xi((oria(lraße 35 mir» iur 
■Seit eine ßon»rrau»(iollung non ©tmalbcn, 3 oid>nungen un» Slguarellen »t» Walers 
Bela <X 5 ob e t un» SIgiiarcllen t)on ffl)ri|tian B o i) I f e gegeigt. Bon Wille Sipril 
a» (in» einige neuere 21 r heilen oon ßleoogl pi febril, »arunler eine grbfifrr Rollet, 
lion nnn Slquareilen. 3 m 3 uni follen Strbeilen »e» Waler» Warlin Blot» u. a. 
au»geffellt arerben. 

Runfi.fiiau« ©ablljeim Berlin, pofebamer ©trage ii«b geigt äugen. 
»Itöliifj (irta iooo ©cmd(»e oon Rünltlern bödjtirn Bange» un» nnn talrnlncllen jüngeren 
Rünfllern. Werte Don: Slnbrra» ’tktien »ad), ß d. Bartei», ff. Bradpt, SU. D. 8ran»i», 
3t. Brrnbel, 0. t>. Ganal, X. (Sorintf), 5- o. Ocfregger, XE. p. Oie», X. Oill, 3. ffirter, 
31. Seucrbadr, W. 3irlt, 3. ©alleg»», 0. ©eblcr, ff. ». ©ebfrgrbl, ß. ». ßabtrmann, 
R. ßagemeifler, ff. ßau»mann, B. sitllgreme, 3t. ßengeler, ß. ßermann, ff. ßil»e»ran»i, 
31. 3anf, 31. Stampf, 3. 31. p. Raulbatt), 3t. p. fletler, ff. Roerner, ®. Ruel)1, W. leibt, 
1B. Xritlifot», 5. B. Xenbacf), W. Xiebermann, ß, p, Warft», 3. polTart, ß, Stfjnee, ®. ®d)»n. 
lebte, ff. ßdjud), W. ßleoogt, 3- Spctl, ff. ßpi»u>eg, 3- ». ßtud, W. Irübner, 3- »• tl»»e, 
P. Weber, 9(. Wetjcrjirf, ß. ». 3ügei ufr». 


äm 24. b». Xlf«. finbet bei ffarl <Srn|f öenriti in Berlin W. 35 eine 
inlrrelTanle Sfrffeigfrung non Winialureii unb Bilbniffen »e» 16 . bi» 10. 3a»r • 
t)un»erl» l*alt- Ünter »en Winiaturen fin» eine grobe 2lnjaW critllaffigcr un» inert, 
ppller ßtüde oon »culfdjcn, englifdjen, fran(ö|lfd)en, t)ollJn»ifd)en un» »|Ierreid)ifd>en 
Winiaturilien »on Buf, f» unltr unteren non Bidiar» ffo»a>aii, Oafflnger, Oemiani, 
Oenner, 3oularb, 3ean Bapl. 3fa»f», 31. 3. RSnig, 3»fef Rriet)ubrr. peier lein, 21 11 io 11 
Bafarl Wenge, 3ofy fffaia» Bilfon, ßampfon lomgoo» Bcd)e, William ffparle» Bog, 
3o». Widjael ©attler, 3of)n ßmart ß flirr ßpiree, »ein »erübmten ßd)mrl)maler ff bri 
(lian 3eie»rid) 3iitd un» jablreidjen anberen. 3n »er SiWeilung Bilbniffe fin» ebenfall» 
»ie berübmtc|ten Barnen non 8i1»ni»malern aller Xdnber »er »amaligen Seit Derlrelen, 
mit ßlbilbern, paflellen un» ßanbjeidjnungtn. 2(nton ©raff mit einem Bilbni» »e» 
Oidftee» ffbrili. 3tug. liebge , fotoie troei Stobleicitbnungen , ein gani »ernorragenPes 
Oamenbilbni» »on »tm portnlimaler 3tnt. 3can Baron ©ro», Wa». Warie Xouifr »e 
©irar» »aRtellen». 3 ran) Rrüger mil einem »errlid)<n ßlbil», fotoie me»retcn »rr 
f» beiieblen Ho»ityid)nungtn. 3trtur ein tocnlg brtannlc» ßeinebil» non 3tanroi» 
Xapnau» au» »em 3af)re 1336, »er ßollänber Bicolar e Wae», ein ßdjülcr Bern, 
»ranbt» un» Safael Weng», ßan» Wielid) mit einem gani beroorragtn» gearbeileten 
Wännerporträl »om 3abrc 1 . 143 , u>cid) re al» »a» mcrtPolttTe ßtüd »er Sammlung be- 
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merllamteit tirblet 06 mtbr unb mtbr auf bie groben toitt- was bem Slusfall Don iäÜtOtonen Arbeitern |abtli6 entfprrit. für btefes IJabr .00 Millionen gtanlnt toftet. Taoon 
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154. Band 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 






AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK 


Soziologie. Zu den Wiflenfcfcaftcn, die lieh erft in alleriüngfter Zeit entwickelt 
haben, gehört auch die Soziologie, ja, ihr Charakter als WilTen.fcnaft ift noch nicht, ein« 
mal von allen Seiten anerkannt. Soziologie ift die Wiflenfchaft von der Gefellfchaft. 
Und es bedarf daher zunächlt einer kurzen Erörterung, was wir denn unter Gefellfchaft 
hier zu verftehen haben. Im allgemeinen pflegt man darunter den Staat zu verftehen, 
oder man geht etwas weiter und definiert als Gefellfchaft jede Gruppe von zufammen» 
lebenden Individuen, deren Wechfelbeziehungen relativ dauerhaft lind und irgendeine 
fefte Ordnung aufweifen. Mit diefem Gefclltchaftsbcgriff aber kann Geh die Soziologie 
nicht zufrieden geben; will fie wirklich die Gefellfchaft ftudieren, fo muß lie alle ihre 
Formen in den Bereich ihrer Betrachtung ziehen, und dazu bedarf fie eines viel weiteren, 
allgemeineren Begriffes. Zunächlt muß hervorgehoben -werden, daß die Gefellfchaft Geh 
immer auf den feelifchen Beziehungen zwifchen den Menfchen aufbaut, ja, daß Ge letzten 
Endes in diefen befteht; das gilt vom Staate ebenfo wie von der mehr oder minder zu« 
fällig zufam menge kommenen Schar von Menfchen, die Geh zu irgendeinem Diner zu« 
fammenfindet. Die Menfchen bleiben hier nicht in ihrer lfoliertheit, fondern mit dem 
Augenblick, in dem Ge Geh zufammenGnden, knüpfen Geh zwifchcn ihnen irgendwelche 
feelifchen Fäden; der eine Menfch bildet Geh im Bewußtfein des anderen irgendwie ab, 
er beeinflußt feinen Gedanken» und Gefühlsablauf, er nimmt Stellung und veranlaßt zur 
Stellungnahme. Und das gleiche Gnden wir in allen Fällen, in denen wir von Gefell« 
fchaft lprechen, nur daß die Zahl der Teilnehmenden zwifchen der Zweizahl, wie z. B. in 
der kinuerlofcn Ehe, und einer praktifch unendlich großen Zahl, wie beim Staat, variieren 
kann, daß die Bindungen von verfchiedener Dauer und Intenlität fein, daß Ge Geh auf 
ganz verfchicdencn Regungen, verschiedenen Strebungen und lntereficn aufbauen können, 
und wir können fomit Gefellfchaft deGnieren als diejenige Bewußtseinsveränderung, die 
bei einem Individuum durch ein anderes oder durch mehrere andere Individuen hervor» 
gerufen wird, und die Formen des Zufammenlcbcns, die dadurch bedingt werden. Dann 
ift die Soziologie die 'Wiflenfchaft, die diefe Bewußtseinsveränderungen und diefe Formen 
des Zufammenlebens (tudiert. Daraus ergibt Geb fchon eine Reine von Aufgaben für 
iic: Ge wird, wenn Gc die philofophifchcn Grundlagen gcfchaffcn und ihre Methoden 
erörtert hat, in erfter Linie zu unterfuchen haben, welcne Triebe es find, die den Menfchen 
immer -wieder zur Gefell fchaftsbildung führen. Dabei wird fie auf eine große Mannig» 
faltigkeit flößen: von den fexucllen Trieben, die fchon auf der niederften Kulturftufe 
die Menfchen zufam men führen bis zu den höchlten und feinverzweigteften Regungen des 
modernen Menfchen. Sie wird über die geringe Schöpferkraft des Menfchen, feinen Trieb 
zur Nachahmung zu berichten haben und über fein Bedürfnis, Geh anzulchnen und an* 
zufchließcn, zu befehlen oder Geh unterzuordnen. Daraus ergeben Geh verfchiedene 
Formen, verfchiedene Schichtungen der Gefellfchaft, und dabei laßen lieh verfchiedene 
Gefetzmißigkciten auffinden; fo werden wir immer feltftellen können, daß eine Schicht, 
die im Belitz irgendwelcher Vorrechte ift, diefe zu behalten ftrebt, daß eine Maße, die 
niedergchaltcn wird, nach der Erringung der Macht ftrebt, und daß fie dann fclbft als 
Unterdriickerin auftritt, fobald Ge die Macht erobert hat. Weiterhin wird der Einfluß 
von Land und Klima, von Bodenfehätzen und Technik auf das gefellfchaftliche Leben 
der Menfchen zu unterfuchen fein. In gleicher Weife werden wir die gegenfeitige Be* 
einfluffung verfchiedener Gruppen zu berückfichtigen haben, werden feltftellen muffen, 
wie Ge Geh fortentwickeln, wie innerhalb ihrer Religion, Wiflenfchaft und Kunft ent» 
flehen, und wie diefe wieder als folche das gefellfchaftliche Leben beeinfluffen. Immer wird 
dabei der Soziologe bis auf die feelifchen Sachverhalte zurückgehen muffen, und die Ge» 
fetze, die er aufftcllt, werden im wefentlichcn pfychologifchc Gefetze fein. Die Aufgabe 
der Soziologie geht aber noch weiter: wie die Naturwiflenfchaft uns die Mittel zur Be* 
herrfchune der Natur an die Hand eibt, genau fo fall die Soziologie uns dazu verhelfen, 
das gefellfchaftliche Leben vorauszubeftimmen und zu regulieren. Dr. Erich Stern. 

Kün ft liehe Pflanzen. Mancherlei wiffcnfchaftlichc Anfchauungen. die früher 
als feft und unerfchütterlich galten, Gnd durch Entdeckungen der letzten Jahre voll» 
ftändig umgewandclt oder gar als falfch erkannt worden. So teilte man früher das 
Naturreich in Pflanzen. Tiere und Mineralien ein; jeder Teil war für Geh ftreng ab* 
gefordert, ln den letzten Jahrzehnten jedoch kam man zu der AnGcht. daß es in der 
Natur keine feharfen Grenzen gibt, daß gewifle Beziehungen und Übergänge Zwifchen 
den drei großen Abteilungen des Naturreiches beftehen. So wie gewiffe kriftallartige 
Gebilde Geh rein äußerlich -wie Lebewefen niedrig (ter Form verhalten, ebenfo ift es mög« 
lieh, daß beim Zufammentreffcn verfchiedener Löfungen Gebilde entliehen, die dasfclbe 
Wachstum wie Organismen zeigen, Bewegungen ausführen, auf Rei 2 e reagieren, kurz. 
Geh fo verhalten, daß man fie als Lebewefen anfprechen kann. Wenn man ein Korn 
von 1—2 mm Durchmcffer, das aus zwei Teilen Zucker und aus einem Teil fchwefel» 
faurem Kupfer befteht, in eine wißen« Löfung von 2— 4*/. gelbem Blutlaugenfalz, 1— 10V. 
Kochfalz und I— 4 # / 0 Gelatine legt, fo kann jeder Laie bei einiger Vorficht das Wachfcn 
diefer künftlichen Organismen hervorbringen und beobachten. Je nach der Temperatur 
dauert die Entwicklung der künftlichen Pflanze nur wenige Stunden oder auch einige 
Tage. Das künfllichc Samenkorn umgibt lieh mit einem Häutchen aus einer Kupfer» 
Verbindung, das für Waßer und verfchiedene Elemente durchläflig. für Zucker iedoch 
undurchläfGg ift. Dadurch entfteht im Innern des Kornes ein Druck, der zur Aufnahme 
von Subftanz aus der Umgebung und damit zum Wachstum des ganzen Gebildes führt. 
Gießt man die Flüffigkeit auf eine Glasplatte, fo erfolgt das Wachstum nur in einer 
Ebene. Bringt man Gc in ein Glas, fo geht das Wachstum lowo hl wagerecht als auch fenk« 
recht vor Gen. Fs entftchen Stengel, die fich, fobald Ge die Oberfläche erreicht haben, 
ausbreiten wie die Blätter von Waflerpflanzen . Ganz ähnlich wie die natürlichen Pflanzen 
reagieren diefe künftlichen auf chemifche und phylikalifche Reize. Durch Giftfloffe 
wird ihre Entwicklung ebenfalls gehemmt. Der franzöfifche Forfcher Leduc, der Geh 
eingehend mit diefen Vcrfuchen bcfchäftigt hat, ift auf Grund feiner zahlreichen Experi« 
mente zu der Anlicht gekommen, daß gewiffe Lebensäußerungen der natürlichen Pflanze, 
wie z. B. Zellteilung, Nahrungsaufnahme ufw., auf dehfelben phyfikalifcH.chemifchen 
Gefetzen ‘beruhen wie die der künftlichen, zumal die künftlichen Zellen und Zellen» 

f ;ewebe lieh ftets eng an die natürlichen Formen von Pflanzen und niederen Tieren an« 
chnen. Diefe gemeinfchaftlichen Kräfte lind das innere Ausbrei tun gsbeftreben und die 
innere Anziehung. Ein abgefchnittencr Pflanzenflcngel vertrocknet in der Luft, erholt 
Geh aber wieder, fobald man ihn in Waßer Gellt, weil der Zellinhalt infolge des Aus* 
breit ungsbeltrcbcns anfchwillt und fo die Pflanze wiederaufgerichtet wird. Das Erholen 
der natürlichen Pflanze wird alfo durch diefelben Kräfte bewirkt, die das Wachfcn der 
künftlichen Pflanze hervorrufen. Auch die Entftehung organifcher Subftanzen und die 
mannigfachen Formen des Tier» und Pflanzenreiches follen auf diefelben Kräfte zurück* 
zuführen fein, die aus der Chemie und Phyfik bekannt Gnd. Wieweit diefe Theorie 
Leducs ihre Berechtigung hat, wird die Zukunft lehren. Dr. Horft Mathiszig. 

Das Zufammenleben von Zebras, Gnus und Straußen. 

Während cs fonfl Regel ift, daß die einzelnen Tierarten abgefondert bleiben, ift cs feit 
langer Zeit bekannt, daß Zebras, Gnus und Strauße eine Vorliebe für das gemeinfame 
Weiden befitzen. Ohne Frage ift hierbei die Verfchiedenheit ihrer Sinne und die in» 
folgcdeßcn erhöhte Sicherheit von großer Bedeutung, Der verltorbene Gouverneur 
v.Wiffmann hat bei der Schilderung feiner Jagden Geh eingehend mit diefem Zufammen* 
weiden bcfchäftigt. Er läßt fogar diefe Ergänzung ausfchlaggebend fein. Beifpielsweife 
erkennt der Strauß durch feine Höhe und fein außerordentlich fcharfes GcGcht jeden 
Feind von weitem, während er wie alle Vogel nicht wittern kann. Dafür wittert das Gnu 
um fo feiner. Das Zebra foll Geh nach v. Wiflmann durch befonders feines Gehör 
auszeichnen. Ohne Frage kommen folche Fälle vor, wo die Ergänzung ausfchlaggebend 
ift. So hat Schillings zwei Elefanten beobachtet, diegemeinfam mit einem Giraffe nbullen 
zu weiden pflegten. Der Elefant ift ein ausgesprochenes Nafentier, das vorzüglich wittert, 
aber fchlccnt fleht. Umgekehrt hat die Giraffe ein fcharfes GcGcht, während fie nicht 
befler als ein Mcnfch riecht. Da jedoch fowohl Zebras als auch Gnus wie unf«e Hunde 
Nafenticrc find, d. h. vortrefflich wittern, aber keih fcharfes Äugt befitzen, fo kann die 
Ergänzung der Sinne wohl als vorteilhaft erkannt fein, aber Ge kann in diefem Falle 
nicht den Ausfchlag gegeben haben. Vor feiner Ausrottung fchloß fich den weidenden 
SchaTen auch noch aer Buntbock an, der ebenfalls ein Nafentier war. In Überein« 
Trimmung hiermit weiden die Kulans, die wie wilde Maultiere ausfehen, in Weftalten in 
der Höhe mit Wildfchafen, Tibet-Antilopen und Grimzochfcn, in der Ebene mit Kropf* 
und Saiga*Antilopen zufammen. Alle die genannten Tiere Gnd Nafentiere. Alfo kann 
die Ergänzung der Sinne nicht immer ausfchlaggebend fein. Wir fehen auch bei unfern 


Vögeln Ähnliches. Ncbclkrähen und Dohlen fuchen gemeinfam Futter, ebenfo Nebel* 
krähen und Saatkrähen. In den Zügen der Meifert beobachtet man Goldhähnchen, die 
häufig einem Kleiber folgen. Solche Beifpiele ließen Geh noch vermehren. Von einer 
Ergänzung der Sinne kann bei lauter Augenticren nicht die Rede fein. Es feheint viel* 
mehr, daß alle Pflanzen Treffer und Fxiedvögel ganz gern gemeinfam ihre Nahrune fuchen, 
wenn zwei Bedingungen erfüllt werden. Einmal darf der Gcnoße von der andern Tier* 
art ihnen keine Nahrungskonkurrenz machen. Sodann darf er ihre Bewegung nicht 
beeinflußen, alfo den Zug oder Flug durch feine geringere Schnelligkeit nicht authalten. 
Weil die Dohle eher fchncller und befler fliegt als die Krähe , fo ift Ge diefer als Ge* 
nofGn willkommen. Denn bei der Nahrungsfuche auf weitem Felde tut keiner dem 
andern Abbruch. p*f ür forgt Ge mit ihrer Aufmerkfamkeit für erhöhten Schutz. Zebras, 
Gnus und Strauße machen Geh ebenfalls keine Nahrungskonkurrenz. Der Strauß frißt 
gelegentlich kleine Nager und nimmt die Nefter von Erdbrütern aus. Diefe Nahrung 
kommt für Zebras una Gnus gar nicht in Betracht. Wie bei uns die Pferde auf der 
Koppel noch Futter finden, wenn vorher Rinder gegraft haben, fo weiden, auch Gnus 
und Zebras verfebieden. Einhufer faden die Pflanzen kurz mit der Lippe und den 
Zähnen; Gnus bevorzugen mehr hohe Gräfer. Überhaupt können Wiederkäuer mit 
empfindlichem Fiotzmaul vieles nicht freflen, was der Einnufer mit feiner unempfind* 
liehen Oberlippe gern verzehrt. Die Ergänzung der Sinne ift alfo bei dem Zufammen» 
weiden verfeniedener Tierarten eine fehr gefenätzte Beigabe, aber Ge ift dafür nicht 
immer ausfchlaggebend. Dr. Th. Zell. 

Urfache der Giftigkeit von Bienenft ichen und Ameifenbiffen. 

Die Frage, welche Subftanz den Schmerz und die Entzündungserfcheinuneen beim 
Bienenftich. beim Ameifenbiß und ähnlichen Verletzungen hervorruft, wurde immer 
dahin beantwortet, daß es Ameifenfäure fei, die die genannten Erfcheinungen ver« 
urfache. Auch in den Lehrbüchern und der populärwiflenfchaftlichen Literatur finden 
fich faft durchweg derartige Angaben. Nach Mitteilungen , die neuerdings Flury 

macht, Gnd indes die Verhältnifle keineswegs fo einfach und durchfichtig gelagert. 
Die Ameifenfäure verdankt nach ihm ihren Namen einer Infektcnart, in der Ge fenon 
im Mittelalter beobachtet worden ift. Die Ameifenarten, die Geh bei uns hauptsächlich 
finden, befitzen eine verhältnismäßig große Giftdrüfe, deren fauren Inhalt Ge in eine 
Wunde, die Ge vorher mit den Beißwerkzeugen gefetzt haben, entleeren. Das Gift wird 
durch einen Schlitz wie durch eine Spritzenöffnung ausgefpritzt. Andere, nament* 
lieh in den. Tropen beheimatete Ameifenarten befitzen außerdem noch einen mehr oder 
minder langen Stachel. Die Wirkfamkeit des Sekrets der vcrfchiedenen Arten iit fehr 
verfchieden. Darüber, daß das Gift der Ameile die Ameifenfäure ift, kann kein Zweifel 
möglich fein. Sehr zu bezweifeln ift indes, ob beiden befonders gefürchteten, vor allem 
den tropifchen Arten ausfchließLich die Ameifenfäure die Urfache der Giftwirkung ift. 
Hier wird von fchweren Vergiftungserfchcinungcn und lang andauernden Erkrankungen 
nach Ameifenbiß berichtet. Ja. nach Angaben von Stanley foll im Innern von Afrika 
aus roten Ameifen ein tödlich wirkendes Pfeilgift bereitet werden. Hier kann die wirk« 
fame Subftanz unmöglich die Ameifenfäure fein. Auch bei unferen emheimifchen Ameifen 
enthält der Giftblaleninhalt neben Ameifenfäure noch eine ganze Reihe von anderen, 
erft am Beginn der Erforfchung Gehenden Stoffen. — Als wirkfame Subftanz des Bienen* 
elftes wird vielfach die Ameifenfäure genannt, desgleichen bei dem Giftftoff der Wcfpen, 
Hummeln, Stechmücken ufw. Sie ifi auch in der Tat, wenngleich in fehr geringen 
Mengen, in dem eiweißhaltigen Giftfekret enthalten. Der eigentliche Giftftoff feheint 
indes zum mindefien der Wirkung nach an Saponin fubltanzen bzw. an Kantharidin zu 
erinnern. Durch diefe Feltftellungen erklären Geh die Beziehungen des Bienengiftes, zu den 
Schlangengiften und zu dem wichtigftcn Infektcngift, dem Kantharidin. Das ifoliertc 
Bienengift übt auf Tiere fchwere Giftwirkungen aus. — Auch bei Raupen wird vom Vor« 
kommen der Ameifenfäure berichtet. Bei ihnen wird das Gift meift durch eigentümliche, 
ftarre, fehr leicht abbrechende Borltenhaare, die mit befonderen Drüfen im Zufammen* 
hang Gehen, übertragen. Neben der Ameifenfäure, die auch hier in außerordentlich 
geringer Menge vorhanden ilt, kommen noch gewifle andere chcmifche Verbindungen in 
Frage, die gleichfalls der Wirkung nach dem Kantharidin ähneln. Die Neffeltiere des 
Meeres enthalten an ihrer Körperoberfläche Neflelkapfeln, die auf Reize einen mit Gift 
behafteten Neflelfaden hcrvorfchncllen laßen. Wenn auch hier Ameifenfäure anectroffen 
wird, fo ift doch die wirkfame Subftanz eine andere: eine Reihe von verfchieden ftark 
wirksamen Giften, die mit dem Namen Thalaffin, Congeftin, Hypnotoxin bezeichnet 
worden Gnd. — Auch bei den Brenneflcln wird die AmcifenTäure für die ncflelnde Wirkung 
verantwortlich gemacht. Die Brennhaare enthalten in der Tat fehr geringe Mengen von 
Ameifenfäure, und andererfeits kann man heim Impfen mit fehr verdünnter Ameifenfäure 
auf der Haut das eigentliche Ncßclgefühl und die charakteriftifchen Quaddeln hervor* 
rufen. Doch kommt bei der Brenneflelwirkung offenbar anderen Stoffen eine noch wich* 
tigere Rolle zu. Sie find chcmifch noch nicht definiert, werden aber namentlich aus der 
Wirkung tropifcher Brenneflelarten erkannt. — Der Grund, warum Ameifenfäure bisher 
in den genannten und anderen Fällen als der wirkfame Giftftoff betrachtet wurde, liegt 
in ihrer weiten Verbreitung in der Natur Die Ameifenfäure ift gut bekannt, und ihre 
Wirkung ift ähnlich wie die der angeführten, im einzelnen unerforfchten Giftftoffe. Die 
Bedeutung der Ameifenfäure für das Zuftandekommen der Wirkungen der angeführten 
Tier* und Pflanzengifte, abgefchen von unferen einhcimifchen Ameifen, ift eine gering« 
fügige, meift fogar hebenfächliche. Ihre Rolle ift lange Zeit überfchätzt worden. Dem 
Studium der eigentlich die Wirkung erzeugenden anderweitigen Giftbeftandteile ift weiter* 
hin die Aufmerkfamkeit zuzuwenden. Dr. W: Schweish eimer, München. 


Die Herzoperation. Schon im Altertum ftand die Chirurgie .auf einer fehr 
hohen Stufe. Die meiften Operationen, die jetzt allerdings mit feineren Methoden und ge« 
rineeTer Sterblichkeit ausgeführt werden, wurden fchon damals ausgefühlt Davon legen 
viele der alten Schriften Zeugnis ab. Aus dem Papyrus Ebers (1500 v. Chr.) können 
wir z. B. entnehmen, daß Amputationen ufw. gang und gäbe waren. Die alten indifchen 
Schriften teilen uns mit, daß die brahmanifenen Priefter fehr fchwicrige Operationen, 
wie z. B. Wund« und Darmnähte, Steinfchnitte und Augenoperationen, ausgeführt haben. 
Auch die Babylonier, Affyrcr, Ifraeliten, Griechen una andere Kulturvölker ftanden der 
Chirurgie nicht fern. Sie alle befchäftigten Geh eifrig mit ihr und leifteten Bedeutendes, 
niemals aber haben fie Geh bei Verwundungen des Herzens an die Herznaht gewagt. 
Und doch lag es nahe, wenieftens einen Verluch zu machen, das dem Tode entgegen* 
fteuernde Menfchenleben duren eine Herzoperation zu retten. Waren es doch nur wenige, 
die dem Tode entrannen. Denn wie nach einer Statiftik fcftgeftellt werden konnte, 
kam nur durch befonderen Glücksumftand eine fehr geringe Anzahl der Herzverlctzten 
mit dem Leben davon, während die eine Hälfte dem enormen Blutverluft zum Opfer 
Gel und die andere Hälfte der erfolgten Infektion erlag, ln der Erkenntnis, daß es fich 
bei derartig Verletzten um Leben und Tod handelte, entfehloß Geh vor mehreren Jahren 
als erfter ein deutscher Chirurg, ProfefTor Rehn (Frankfurt a. MuV, dazu, eine Herznaht 
auszuführen, die ihm völlig gelang. Der Gang einer folchen Operation ift folgender: 
Nachdem der Patient möglichlt bald nach der Verletzung in eine Krankenanftalt ein* 
geliefert worden ift, werden fchnell die Vorbereitungen getroffen. Dann beginnt die 
eigentliche Operation. Der Chirurg entfernt die Haut über der linken Bruftwarze in 
dreieckigem Lappen und klappt Gc um, fehneidet dann die Muskclpartie auf und (agt 
eine oder mehrere Rippen durch und legt das Muskel rippendreicck ebenfalls um. Darauf 
fchiebt er den linken Lungenflügel beifeite, und das zuckende Herz liegt in feiner Um« 
hüllung, dem Herzbeutel, vor ihm, Sogleich entfernt er das Blutgerinnfel, das Geh inner* 
halb und außerhalb des Herzbeutels angefammelt hat, und die nerznaht kann beginnen. 
Um jedoch noch weiteren Blutungen aus dem Herzen vorzubeugen, drückt der Chirurg 
die HerzbaGs auf der linken Seite zufammen und hindert dadurch den Zulauf neuen 
Blutes aus den Adern. Wahrend diefer koftbaren Minuten muß er unter Einfatz aller 
Energie fchnell und forgfältig die Herzwunde durch eine Nabt fchließen. Erft dann 
kann er dem Blutftrom wieder freien Lauf laßen, und das Herz vermag nach diefer für 
einige Minuten unschädlichen Unterbrechung feine Arbeit fortzufetzen. Jetzt kann der 
Chirurg mit der Vemähung des Herzbeutels und des Hautmuskellappens beginnen. 
Von den 124 Verletzten, die Rehn operierte, blieben etwa 40 % am Leben. Bei den an 
der linken Herzkammer Verletzten konnten fogar 45% geheilt werden. In Anbetracht 
des fchwicrigcn Operationsgebietes ift der Erfolg ein fehr fchöner. Hoffentlich gelingt 
es den. deutfehen Chirurgen, unter Anwendung finnreicher und verbefferter Methoden 
die Sterblichkeit bei Herzoperationen herabzudrücken. JH. H. 


Die llluftrirte Zeitung darf nur in der Geftalt in den Verkehr erbracht werden, In der fie 
Alle Zufcndungcn redaktioneller Art Gnd an die Redaktion der Illuftriiten Zcitui 


der fie rar Ausgabe gelangt ift. Jede 
Leipzig, Revdnitzer Straßei— 7. alle a« 


_ . ... .. andern Zufen düngen an die Gefthifuftellc dtr Illuftrirtcn Zeitung, ebenfalls in Leipzig, zu richten. — Geneh mi gung 

Reproduktion unterer Bilder kann nur nach jede*ma!iger vorheriger Verftindigup* mit dem Stammhaus (J. J, Weber, Leipzig) erfolgen, - fb unverlangte Einsendungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung' übernommen. 


ny right April 29*t> 1920 by Illuftrirte Zeitung, J. J. Weber, Leipzig. 


Nu mm« 4009 . 154 . Bänd. 


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(elften tonnte. 3luf bief« Anregung antrooitet« Drof. 6t uö 
in Berlin, bag eine &ilf$aftion r bi« cs ben tpifle nfd?a ftlidjcn 
~2I nftalte n bei ^rntxairtaatcn crmbglidjeit mürbe, ficb in ben 
Befift ber auslänbt|<b«n miffetiftgaftlicgen , bureb bie Wurs- 
pcrgällntflc oielfacg uneiletromaUcben Literatur ju legen, ein 
er rbienft liebes Söerf wäre. Slueg bie 2Jlitt»irfung non greunben 
brr Sorlcburg in ben Berbanbslänbern fei erroünfebt. <ibenfo 
ift i>rof. Q inftein ber Unficgt. bafe ein« wirtlich roirffame 
Hilfe in brr Orpanifation eines $eit|d)iiften- unb Bütgerau»- 


tau fites be ft eben mürbe. Xmerifaniicbe »Tnftitute feien ben 
Dculftgen bereits in liberaler 'Seife entpcpcnpefominen. 'Jim 
iroecfmcigigffcn erfd>eine es, ficb mit bei i>reu&ifchen Slfabemie 
ber Söiffenfcbaften in Berbinbung 311 fegen, bie Begebungen 
au allen miffenfcbafl lieben Snftitutcn ber Srnlrallänbcr unter- 
halte unb bauernb um bas bebrobte roiffenUbaftlicge 2eben be- 
mübt fri. c Prof. 2anj, Direftor ber ebirurgifefeen Sllinif in 
'Xnifterbam , meint, bafj oon ben Neutralen bei Antrieb jui 
B ettung unb ‘^erlöbnung ausgeben rniiffe. Üueb auf geiftigem 
©ebicte brobe ben ürnlral möchten beute infolge be» Jiefftanbrs 
ber Valuta bie HungeiblodaDe, obwohl boeb ein Ausfall einzelner 
unb fe bebeutungcooller ©lieber bie €$rpäcgung bes ganzen 
Organismus jur golge gaben muffe. £r macht ben Borfcglag, 
bafj jebe neutrale Unioerfität gewiffermogen als Scfcugbeilige 
für eine ober bie anbere Acntrale edjtüciteruntDerfiiät auftretrn 
unb fi<b mit ibr über ibre bringenbften Bebürfnifle serftänbigen 
möge, Bud) -'Prof, übberbalben in t>allc hofft, bofj in 
irgenbeiner Aorm bie ouslanbifcge Literatur ben beutfeben ©e- 
Icbtten jugänglicg gemacht werbe, trie cs oon £>ollanb unb 


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9fr. 4009 


3lluftrirtc 3citiuifl 


545 


will, fufc in ein« ftorm ju helfen, bic eint Befanntma<bung 
unb 'i'criDttiung roifienfcbaftlicbci *iorfcbung crmpglicbl. unb es 
cerbient ber Borfcblag ^rofeffor 'PaRatges in „'Petermanns 
Witteilungen“ Beachtung, €cbreibmafcbinen-Durcblcblöfle lolcber 
ürbeilen mit jebem Slbjufl brigeleglen 'Photographien unb eoen- 
tueü bdtogropbiertcn faxten in groben roifj*nfcbaftli<btn Biblio- 
ibelen unb Onftituten au fammeln unb bei gelehrten Söelt ju- 
gänglid) $u machen. $3*r(enbung eintr 'Hmabl oon ^baügcn 
auf Slnfoiberung nach auswärts cnifprecbenb bem £eibt>erfcbr 
ber Bibliolbefcn, fcanbftbriftcn -gentrafen für bie einzelnen 
■fBiflenfcbaftsgebieie an beftimmten Stellen, Sammlung ber 
Arbeiten über bie Legionen bes Sluslanbes in ben Ünioer- 
fitätsftäbten, beren Bibliotbefen ficb (chon für bie betrrffenbe 
■Jlualanbsliteiatur fpejialifitrcn, mären bic roicbtigflcn näheren 
<5rforbernine. 

Die fUntgefellfdjaft, bie gro&te pbilniopbiicbc Ocganifation 
ber £rbe. wirb nadb einer fünfjährigen 'Paule biefes jabr jurn 
crftenmal roieber eine l&cneraloerfammlung ocranflalten €ie 
roirb für bie jmeite Jpälfte ber ^fingfimodbc, 27. bis 30. 2Rai, 


nach £>allc a. 6. einberufen. Die ©eneralocrfaminlung wirb 
ju einem allgemeinen pbilofopbifcbcn Kongreß ausgebaut, auf 
bem Anhänger alleT p^tlofcvp^ifc^cn Richtungen ocrtTflcn finb. 
2tufjer tDiflcnfcbaftlicben Bort ragen unb (onftigentDiffenfchaftliCbcn 
Beranftaltungen toirb in ber Uitiberfitdt ein 5lbenbfonjert ftatt- 
finben, in beffen Bcrlauf Onflrumcntal- unb Bofalfcböpfungen 
bes SDlarburger ■pbilofopbcn i)r&feffor ’paul 9 laterp jur 
Darbietung gelangen. Rerner wirb im 6tabttb<ater eine fieft- 
auffübrung ftattfinben mit $olb«rlins „lob bcs limpebofles" 
in ber Bearbeitung bes BriPatbojenten Viepe • £>alle. 

«in SDdt^rt&fongrefi (oll im 6rplember b. 3. in 6obnep 
ftattfinben. 

Cie ftcorg : schweizer >3eitungsf am mlung , eine ber wert- 
pollften Seitungslammlungen, bie D^rlleccbt in Dcutfdjlanb por- 
banben finb, ift in ben Befifo bes „Lseminars für Seilungsfunbe 
unb Scitungsprajis“ in Berlin übergegangrn. Der bisbetige 
Befifcer, 2Rajor a. D. (Seorg 6chmeiber. ein befannter heutiger 
3ournalift,bat feit oielen fahren mit Bienenfleiß feltene Seitungs* 
n umme rn gefammelt, unb auf biefe ®ci|e bie .^ufammenftellung 


oon ungemein roert Dollen 6tüdcn ermöglicht. Die 6ammlung 
enthält unter onberm jabllofe Bänbe oon Teilungen aus 6er 
Seit Rriebricb» be* ©roßen unb ber fransönfdbrn Rcooluiion 
ferner in grobem Umfang Seitungsmaterial aus bem Jahre 1H4\ 
barunter eine große -plafatlümmlung mit bem |eßT feltenen 
„6tcuen>enDeigerungsplafat“, labUpfe (Sremplare oerbolrncr 
fojiüliftifAer Seitfchriften unb Material über Anfänge ber fo^to l* 
bemofratifeben Besorgung. 

Xer Teutfdje Rüitftler «Bunb , ber befonbers bie in ben 

6e)effionen organifierieit beutfdjen Zünftler umfaßt, trirb nach 
langer 'Paule in biefem 6ommer triebet mit eineT Siusftellung 
beroortreten. Cr toiU oom 2. 9Jlai bis 15. Sluguft im dbemntfcrr 
ffcönig -Ulbert -Wufcum (ötmälbe unb ‘plaftif icigcn. 

Btot)ler «Je ft in flmfterbam. Born »>. bis 21. 2Rai finbet im 
Bmfterbamer doncertgebou® ein 9Jlabler*0eft ftatt. RMUcm 
W engt Ibera toirb in einem Sbflus oon neun Ronjerten fämi* 
liebe ®erfe Blahlers birigicren. Witroirlcnbe finb bie Damen 
Cahier, Durigo, »jörftel, Öoffmann-Onegtn, Roorbetoier. Rtibcl. 
bie Herren Deniis, Duban unb llrluo. Die Reunte 6ompbonie. 



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54 ti 


FSlIuftrirtc 3 citung 


9 tr. 400 t» 




«ih« Mu m 


bas flagcnbc Cieb. ba» 5ieb oon bcr (Erbe, bie Rinbertoten- Jüt bi« Kriegsgefangenen aus iRufjlonb. ftur Unter- bas €ilbcrgclb wegen ©cfcfycsübertrctung brr 'Bcfcbiagnacir.; 
lieber unb Die anbcrcn lieber fDlablm fommen gur 'Sluff übrung. ftüfoung [einer 'Jlacbforldjungstätigfeil bittet bas 'Jlorbifdjr 'Jtotc Der fällt. Hiele ‘Selcblagnabme bringt nun trobl ben Seeluft br = 
‘Bgl. bie begügl. '21 ngeige auf Seite f>ti9 bei rorlicgcnbeit ‘Plummer. Kreit* in Kopenhagen (^brcllc: Plorbfors, Kopenhagen) alle baren Selbes mit fid}. beraubt aber fc lbftr>cr|ianb Iid> niebt, xdu 
liuftocrbinDung Stodbolm ©enua. 3n ber ScbroeU ift oon :)tufjLanb, Kaurafus, .Xurfcftan unb Sibirien beimgefebrten Diclfacb angenommen wirb, ben ‘Befifttcbrs Kapitals. Tie Stridbl* 
eine neue CuftperfrbTSjKklJfcbdf!. „ '21 b 31 ft r a ", gegrünbet beutfd>cn Kriegsgefangenen, ihre öeimlebr bei ihm *u melbcn, bau!. bic allein bas 'Jtccbt bes Sin fauls oon Silbcrgclb bettty. halt 
tporben, bie ein neues ©lieb in her geplanten Cufloerbinbung unb «n>ai mit genauer Eingabe bes Iruppenteils (Regiment ben Ifigcntümcr infofern fcbablos, als fic ihm ben AiRrrnniaöic" 
Stodbolm ©enua bilbet unb bei ben Seppelin • fBerfen in unb Kompagnie), ju bem ber ®etreffenbc gebärt, feiner '»ibreff« 3öert ber beftblagnabmten Summe in ^apiergelb ausbnabü 
^riebritbsbofen ein geofee* Cccftuggcug mit einer Sduoingen- in $cutf$lanb unb Angabe bcs Sägers ober ber Stabt, reo 3luf hielt ©eile erlcibct niemanb einen nominellen Scbabrr 
weite oon 21 SJletern bauen unb erproben lief*. 3n bcr Kajüte er fitfe juleßt aufaebalten bat. Sbcnfo wäre bas iPlorbifcfec »ab Saljbrnnn. Die 9lacbfrage natfc ben Saljbtunnr: 
fönnen feebs 'l>er|onen ^.'lafj nehmen, 't'as gluggeug hat unter s Jtote Ktcuj ben Surüdgefcbrtcn banlbar für alle Slustiinfte Quellen fefct in biefrm grityjabr aufocrorbentlidj ftarl ein 
anbrrm bie 100 Kilometer lange Stredc griebri(bsbüfen—3üricf> über in ben Sägern binterlaffenc Kameraben. 3Ule berartigen tfs bängt bies roobl mit ber gegenwärtigen ©rippe - (fpitamc 
m wenig mehr als einer halben Stunbe burebflogcn. 5>ic ^er- SOlitteilungen werben portofrei beforbert, wenn fie mit bem ju|ammen, benn ber „Oberbr unnen" ber ja febon oon öfters- 
binbung non ©enua bis (Senf |oU mittels eines italieni|(bfn ‘Bcrmcrt ..ttrifasgefangenfnlcnbung" oerfeben finb. bcr bei Katarrhen ber "illmungs- unb Ucrbauungsorganc mn 

yu|tflug$cuges ober eines Heineren balbftarren Cuftfcbiffes b f r- $ie ®ef«blagnabme vor Silbergelb. 3n bcr lebten Seit beftem (Erfolge angewarbt würbe, febeint fi<b geTabc bei bet 
geftelll werben. ®on ©enf gebt bie Fluglinie über Caufanne, mehren fid) toitber bie ftälle, in benen '^erfonen, bie öartgelb ©rippe unb beren golgejuftänben gang befonbers ju bnoabrrr 
,Sürid>, ^Homansborn bis gtiebriebsbafen. £>ier [teigen bie in gtöfteren SDlengen gebamftert buben, ibren Silberjcbab auf 3lber auch bie „K ronenquelle", bie oon ben 3lTgtcn oor 
fteifenben auf bas beulfcbe Öuftfcbiff „‘Sobcnlee“ über unb gefefolid) oerbotenen ©egen *u oeräufoern fudjen unb babei in ncbmlitb bei ©iebt, klieren- unb ‘ölafcnleiben oerorbnet rrir: 
fahren bamit über SDlündjcn nad> Berlin unb Stodbolm. bie fcänbe ber Kriminalpolizei fallen, <S5ie golge babon ift, bafe ift auaenblidli^ |ebr ftarf begehrt. 


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Madßnu 

gegen Katarrhe der Luftwege (Asthma. Emphysem, Foignustünde von Influenza, Rippenfell- und I un^eaentzundung) des Nieren- 

Beckens und der Bimse, gegen I ntzündungen der Nieren, dte mit . 

sie* genannten Krankheiten zusammenhängenden Hera- und Kreislauf- StMtl., unter faehlrrtl. I r. Iumk 

Störungen, Katarrhe des Magens und Darms sowie gegen Ouht und n,, ...„mu 


Kohlantaure Tharmal - Blder 
tni*«r Walter (Kriechen) 
Emter PaKilUn (Staatl. Enii) 
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Störungen, Katarrhe des Magens und Darms urwie gegen dicht und 

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Drucävhnften kostenfrei durch die Kurkommission. 


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9 k. 4009 


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548 


Slluftrirte 3eitung 


9tr. 4009 



Im Gummisaatbeet 


einer Pflanzung wird der Samen gelegt. 

Derartige, auf Ceylon, Sumatra, in Afrika 
und anderen tropischen Ländern angelegte 
Pflanzungen haben die Wildgummi »Ge* 
winnung mehr und mehr verdrängt. 

Die im Saatbeet gezüchteten und nach 
einigen Monaten verpflanzten Bäume sind 
erst nach fünf bis sechs Jahren zapfreif. 

Durch das Anlegen von Gummipflanzungen 
hat die Weltemte an Rohgummi riesig 
zugenommen, im gleichen Maße die Ver< 
breitung des ContinentaLPneumatile. Sichern 
Sic sich seine Vorzüge. 


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T-.v ' :r. " Z' 

, T*, ~i , j ; 



MS 

HB 



iZ&M 






S+i-T, 


154 <53anb 


®ic $ ä n a e t i n Sötato^ari, 

91 ü i) einem © t m ä I b e non y i e> f * | \ o r Otto S*t*bti<b- 

(«u(it bin 3u||a& «bei bin ftünftlei auf 6tit« 560.) 


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550 


OUuftrirte 3 eitung 


9tr. 4009 





Unfere ^rteg^entfc^äbt^ung in natura. 

9Jon 31 x 1 1> u r Maternus. 

Of>or toenig mebr als einem gabre — als es noch galt, unter ben oeilöbnlidjcr gelammten granaoien 
>\3ben ©eroalifrieden populär ju machen, ber in Kraft getreten ift — brachte beT „’iemps" 
in einem Artifel ..Le bassin de la f'arre“, ber granfreiebs angebliches 5tecbt auf bas Gaar- 
gebiet glaubhaft ju machen fuebte. folgende Gäfte: 

„Dcutlcblanb bot uns ben Krieg er Hart; es bat bic Dartic begonnen, es bat fic ccrlorcn; 
es mu& einen lEinfafc, eine (Entichäbigung jablen; bas ©egenftüd ber 5 ARiUiarben von 1K71. Diele 
(Entfcbäbigung fann es entriebten in Bargeld ober in natura . . , w 

3n bei lat wimmelt bei uns aufgejtoungene griebensoertrag oon Borpflicfctungen ju Geltungen 
in Gütern, bie teil* auf bie ABicbergutmadjungsfchulb angerccbnet werben (ollen, teils unabhängig 
baoon, al|o auch obne jeden fiftioen Gegenwert ben trüberen geinben überlaffcn werben mußten. 
(Erinnert jei ba an bie Auslieferung ber fpanbelsflotte foroie an bie Abgabe Don Kriegsmaterial, 
bellen föert in bie SDUIliarben gebt; baju bie Glquibation des auslänbifcben Beftteft DcutfcbeT, 
für bereu ©egentoert bas Aleicb aufjufommen bat, bas Gcbiffbaumateriaf, bie Koblenlieferungcn 
unb fonftigen Verpflichtungen an Ataturalabgaben, beren Behandlung im einzelnen hier ju rocit 
führen würbe, ba fie ja im gricbensoertrag fclbft ober im Ipäteren 5loten»ed)fel ausbrüdlicb 
genannt unb in aabllofcn Abhandlungen bereits hinlänglich gewürdigt worben finb. fo bah man 
fie im allgemeinen als befannt oorausfetyen fann. 

Alle 3laturallcifturgen, bie ber griebensoertrag Deutfchianb jum Vorteil ber (Entente auf- 
erlegte, mülten unter bem ©eficbtsroinffl ber ABeltwirtfchaftslagc beurteilt roerben. [Diefe 
fteht im Reichen einer außerordentlichen ABarenfnappheit. 

Glicht nur in De utfcblanb , auch in ben Gänbem ber 
Sieger ift bie ABarcnerceugung nach bem Kriege hinter ben 
Borfrtegslciftungen erheblich aurücf geblieben, (Sütcroorrätc 
mürben bei ber oerminberten, nur auf ben Kriegsbedarf 
cingefteUten Drobuttion oon oier gabren faum in einzeln en 
überfeeifeben Gtaaten angelammelt. Befonbers icbroeT mad)t 
fi<h hie ABarenfnappheit auf bem europäifchen Kontinent 
bemerfbar. $ier lagen bie rpicbttgften Kriegsfcbauplätje. (Ein 
breite» ABüftenbanb jieljt fich burch granfretdjs ©cuc, bas 
bie unabldffige Arbeit ber ©efchüfce febuf, unb bas ben ein- 
zigen ffioblftanb btt betroffenen ßanbftri^c faum noch ahnen 
läfet. Auch Belgien hat unter ben 8*rftörungcn bes Krieges 
f<b»er gelitten. SDlillionen $>änbe baben allein an ber Aöieber- 
berfteliung ber aer Hörten Ortfchaften, an her Urbarmachung 
bes [trichtoeile oöliig unb im mähren Ginne bes ABortes 
oerwüfteten Bodens au tun. Die beutfehe A^efichtigung»- 
fommiffion, bie bas ©elänbe bereifte, bat feftgeftellt, bafj in 
einzelnen ©egenben granfreiebs bie (Einebnung unb Urbar- 
machung fand- unb forftroirtfcbaftlicbcn Kobens mehr ftoften 
erforbern mürbe, als ber Boben feibft wert ift! Gaffen 
biefe geftftellungen bie unnaebfiebtigen gorberungen bes Biel- 
oerbanbes in einem milbercn Ciebte crlcbeinen, fo ift ihre 
einfache wirtfcbafiliebc golge, bab nur eine enorme Steige- 
rung ber gefamten ABarenerjeugung bie Äriegswunben ber 
europäifchen ABirtfcbaft heilen fann. Der an Agrarprobuf- 
tion reiche Offen ift noch heute ber Gcbauplafe erbitterter 
Kampfe ; Afufclanbs Bolfswirtfcbaft liegt nach hem Sufammen- 
bruch unter ber Gowjetberrlcbaft lebmer banieber. Unter 
ben am febwerften Pon ben toirtfchaftlichen Kriegsfolgen 
betroffenen 2Rä<bten (Europas ift noch öfterreieb ju ermähnen, 
ba» am fiungertucbe nagt unb fich nur unter ben äufjerften 
(Entbehrungen aufrechterhalten fann. 6o liegen bie Dinge 
auf bem Kontinent. Aufeer einigen neutralen Kriegsgetoinn- 


Tas tcblofo Tcracbon in 6an Arme. in tem bie £i lumpen ftattfinben 


BIM öu| 6an Aemo 

8ui Äonferenj bes Oberflen States her Alliierten in Gan 3tamo an ber ilalienifcfcen 9fipiera. 


lern bat jeher Gtaat mehr ober minber jehrorr um feine 
toirtfchaftlicbc unb finanzielle (Ejiftenj ju ringen. Demgegen- 
über finb bie Aussichten auf bie tbilfe übcrfccifcber €taaten 
gering. (Einmal ftebt bas Kapital bei erhofften Gewährung 
oon Ärebiten immer noch feht ffeptifch gegenüber, jum anbern 
bebinbert ber 3DlangeI an grachtraum — eine golge bes 
U-SJootfrieges — eine grohjügigc Aerfcbtffung oon Aöarcr. 
unb bas ABieberaufleben ber öanbelsbejiehungen; fchliefelich 
oerteuern bie hoben brachten einzelne Gebensmittcl unb 9lob- 
ftoffe |o bebeutenb, bah bie oon ber ISalutafTife am fihmeT- 
ften mitgenommenen Gtaaten fie nicht mehr bejablen fönne n 
Diele Ausführungen über bie coeltmirtfchaftliche Gage 
follcrt oor allem barlcgen, toic reichtig gerabe unter ben 
heutigen SPlarft- unb Diobuftionsoerbältniffen ba» A5fT- 
fiigungsrecht über Diobuttionsmittel unb ’Soben- 
jcfcäße für jebe einzelne ^olfstoirtfchaft ift. Unter biefem 
©efidbtspunfte getoinnen. bie Gebietsabtretungen, bie au* 

K 'ten ber (Entente ober ententefreuitblichcn Stauten er- 
finb, ober mit benen noch gerechnet roerben muf}, tinc 
ins Ungemeffene »achfenbe A3ebeutung. Gie finb bie gröfeten 
Aaturalleiftungrn, bic je einem Gtaat auferlegt mürben. 
Das gilt insbefonbere für bie inbuftriellen ©ebiete. Ob- 
wohl bie agrarifchen Gebietsteile für bie «Ernährung ber 
Aölfer entfeheibenb Ttnb, bleibt boeb bie Quelle oolfsroirt- 
fchaftlidjen ©ebeihens nach ber (Entmicflung ber lebten 
aRenfchcnaltcr bie Onbuftric. 

Aöelcbe inbuftriellen ABeTte geben nun mit bem griebens- 
pertrag an bie (Entente? 

3Ran mufe ba febeiben jroilchen ben bereits oolliogenen 
enbgültigen ©ebietsabtretungen unb ben aeitnmlig befe^ten 
8onen, über beren Gtaalenaugebörigfeit eine Kolfsabflim- 
mung entfeheibet. 

Abgetreten mürbe bisher (Elfafi-Gotbringcn. Geiic 
inbuftnelle A^ebeutung für bie brulfche 3nbuftrie beftanb 
tor allem in ber (Eilener jförberung, bie allein brri 
Viertel ber beutfehen (Eilenerjprobuflion ausinachle. Gie belief (ich t»o r bem Kriege 
auf 21 Alill. t jährlich, unb )mar mürbe brr ABert einer Xonnr lotbringifcher 
SERmetteerje» bamals auf 2,60 .M oeranfchlagt. Das ergibt nach biefet ‘Berechnung 
einen griebenswert oon 54,6 2Rill. . h- jährlicher ^laturaKciftung, bie hie beulfchc 
3nbuftrie bamit an granfreicb abgibt. 3n ABirflichfeit ift ber Betrag, ben bie Ab- 
tretung ber beutfehen Onbuftric foftet, um ein Bielfachc» höher- 9la<b bem aufcer- 
orbcntlicben Gtuia ber Baluta unb bei brr internationalen Neuerung mufc bic 
beulfche (fifen- unb Gtahlinbuftrie, bic ben Ausfall an (E^en burch Derftärftc 
(Einfuhren ausauglricbcn acjtoungcn ift, minbeftens ben aroangig- bis brribigfacher 
Betrag aufbieten, wenn fie ihre (Sijenerjeugung auf ben alten Gtanb bringen will 
Gdbon je tjt geben ihre Auslanbsfcbulben in bie EDliliiarben. Die gefamten (fr)oor- 
femmen Gotbringens merben auf 1,777 9Rilltarben Jonnen (Erg gefdjätjt. Da granfreiefc 
mit einem ©rfamtoorrat oon fchäüungstoeife b ARilliarben Xonnen «Erj bas (ifenerg- 
reiebfte Ganb her (Erbe ift, erringt cs bureb biefen gumaebs eine monopolarifcbc 
Gtellung. An Kohlen erhält granfreich burch ben (Srmerb (Elfab-Gothringens einer 
ermittelten ©e|amtoorrat oon 55 SRilliaiben Jonncn Kohle, bie nadb bem heutigen 
3nlanbspreis ber Kohle allein einen ABert pon runb 10000 SPlilliarben 3Dlarf baT- 
ftrllrn. Der ABrrt, ben man nach ben Auslanbspreilcn auf ©runb ber jetzigen 
Balutafparmutig annehmen mühte, liegt weit übet bie|em Betrag. Be» ber inter- 
nationalen fDlarfiDenoirrung fommt es aber beute auf hie Drrifc, bic gc&abl: 
roerben, nicht fo (ehr an, als barauf, bah ber betreffende (Staat bas Berfügungs- 
recht über biefe ©runbftoffe ber DtPbultion bat. Denn er wirb als ilherfchufe erf( 
biejenige SJlengc an bas Auslanb abgeben, bie er in feiner eigenen Bolfsroirffchafi 
nicht wirt|cbafili<h e T oermerten fann. Das fommt für granPrcich bei ber Kohle, an 
ber es nod) einen ftarfen, burcb_ weitere beutfebe Alaturallicfcrungen notbürflig be- 
ftrittenen SWcbrbebarf bat, vorläufig nicht in gragc. Bemerfcnsrocrt ift, bah bic 
elfab-lotbringifchen Koblcnfdjäöe nad) bem heutigen Berbraud) ben gefamten Bebarf 


Danir aus der AlijiaM 
pon ßan Arme. 



©ra[ Obcrnbotff, 

’fl’f w*m bfuild)*n QMCbällMtdflrr in 
1,1 tmanm un» rifefcll Dir (Srnrbmi- 
n Orr pplni|(twn 9|rgtrrunfl. 



Dx. ^criclcs ffi. iUoulis, 

brr nrurrnannir ^ricCbifdx drlcbälisiräflrr in 
Berlin, brr |rin '©»fllaubifluri^ldjtrihfn im 
^Itiüirärtigrn Snl übrrrri^t bat. 


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be Sfiartino, 

brr tuur il«lirni|d)r ^clfdxaflrr in -DerUn. 
brr vorläufig ols (JV|Ao|lstföflM funflierrn 
triib. lir bot fiSoit oon 1893 bi« 1895 unb 
ren I9C*2 bis 190Ci ols 3lllarfif in Berlin. 



SÜIatbübc :Dlallinqcc, 

rin|lmol» boifrorlnntr Rommrr|jnflrrin. pch 
in 31 0 t am am 1*. Februar 1847. rinr brr 
brflcn •örrlKlrrinnrn 4ftopnrtl <fccr grauen- 
0 «ft allen, t in Stalin am 19. april, 



$>afrat hinten ftlamrotb, 

brfannlrt 'Porltäl- unb 'Paftellnalrr in C*ir 
p 0 . brprbt am t9. -’lptil | ritten 6 ü. (Rrburts 
tag mefoabnrt •ttairbtbdt rr|rrurn fwt 
(eine reijenbm JtinbnHItn. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 


Die ‘•peljmobe 1920/21: 'Peijmobenroabl butcb eine Kommijfion bcs Vereins Deuiitbet Sliirfdjner onläßlicb bcr 40. ©eneralDer|ammlunfl biefcs ^UeTeins in ben Sälen bes 3»oloflifd)cn ©attens ju ^eipjiq. 

"• cinci |üi t*£r Vnrj'tKi ..Mlufliiilc 3 rt,ua ß‘ OP« 



552 


Olluftrirte 3 ritung 


9 tr. 4009 




granfrctcbs auf oollc achtbunbcrt 
becfen! (Eirafe-Eotbringcn bat abcT bc- 
fanntlicb auch reiche Kalildßcr, beren 
Vorräte auf 300 SMill. t reine Sali* 
falze beziffert würben. (Es lieferte 1913 
ettpa ein fünftel ber getarnten beut- 
feben Äaliförberung, 1910 waren es 
200000 Doppelzentner. 3m erften 
Öalbfabi 1919 bezog granfreid) be- 
reits aus ben clfafe-lotbringifcben da- 
uern Äalimeitpcn, bie insflefamt 27 543 1 
reiner Halifalze entfprcdjen. 

banbeit es fict) bei ben übrigen 
enbflültigen Gebietsabtretungen im 
Often Dotroicgenb um lanbroirtiebaft- 
lieh« ©rgenben — bie V™binz ^ofen 
würbe als ber flartoffelfeller Berlins 
bezeichnet — fo mag bi« noch furz 
auf bie alte beutfdjc 6tabt Danzig 
btngemiclen »erben, bie im gtiebens- 
oertrag zum greiftaat gemacht worben 
ift. Abgeleben non ben gufunftsmög- 
liebfeiten, bie Ranzig ab Hafenftabt 
bat, geben mit biefer ©tabt mehrere 
©erften unb ftaatlicbe Bofomotio- 
fabrifen loroie zahlreiche neuere in- 
buftrielle Unternehmungen bem beut- 
ichen (Einflufe ocrloren. Die (Einrich- 
tung fretnj6fif<b« unb amerifanifcher 
Dampferlinien mit bem giclpunlt 
Danzig toeift baiauf bin, bah man 
brüben entlcbloffen ift, bie »irlfcbaft- 
lieben Vorteile biefer ©ebietsoeränbe- 
rung nach Kräften für bie fremben 
SNächte auszunutzen. 

(Eine Gonberftcllung in ben Gebiets- 
fragen bes griebcnsDcrtrages nimmt 
bas (SaarrcoicT ein. (Es ftebt zu- 
nächrt fünfzehn gabre lang unter ber 
roirtfchaftlicben Kontrolle bes Völler- 
bunbrates, ber für bie ©abrung btr 
franzöfifeben 3nbuftminterejlen leb- 
haft eintritt, um bann in einei Volfs- 
abftimmung über feine ©taalsjuge- 
böriglcit zu entfebeiben. Damit fallen 
alfo alle Nutzungsrechte an ber 3n- 
buftrie bes Gaarrcoiers für fünfzehn 
gabre ohne rociteres an granfreicb. 

Das bebrütet für Deutfchlanb eint 
jährliche Naturalabgabenpflicht (nach 
bem ©tanbe oon 1913) oon 13 SNill. t 
Kohle, alfo minbeftens 2,6 bis 3 9JUI- 
liarbengranf nach franzÖfifcbem greife 
in ber ©äbning biefes Banbes; baju 
lammt eine jäbrlithe Nobcifcnprobuf- 
tion oon 1,5 2Rill. t Nobcilcn, eine 
©tablerzeugung oon mehr als2 9Rill. t. 

©ürbe, was vorläufig nicht anzu- 
nehmen ift, ficb bie ©aarbeoölferung 
nach Ablauf her fünfzehn §abre für 
gTanfreicb enlfcblicfeen, fa rourben bie 
bebcutenben ftoblenlager mit Vorräten, 
bie auf etwa 13 3Rilliarbcn Tonnen ge- 
febäbt »erben, alfo nad) h^utegrn beut- 
jehen greifen einen ©ert Don etwa 
2300 SWilliarben 9Karf, nach franzäfi* 

Ichen einen folcben non 2600 bis 3000 
ENilliarben granf barftellen, an bas 
Auslanb fallen. 

(Eine Volfsabftimmung »irb auch 
harüher zu entfebeiben haben, ob Öberfchlef ien bei 
Deutfchlanb nerbleibt ober an Volen fällt unb bamtt in 
bieSRacbtfpbäre bes engl ifch-ameiifanijchtn Kapitals gelangt. 
(Ein furzex flberblid barüber, »eiche inbuftxicllen ©erto bei 
biefer Abftimmung auf bem Spiele fteben, »irb mit bazu 
beitragen, bie Iragroeite biefer (Entfcheibung oor Augen zu 
führen. Oberfchlefien förbrrle 1913 43 9Rill. t Hoble, 
802000 t Grz, baoon 520000 t 8>uferze. (Es belafe bamit 
bie größte ginfinbuftrie (Europas mit 17,4 VfAJ- her ©eit* 
probuftion. Dei ©elamtrocrt ber bergbauamtlichen (Erzeu- 
gung »urbe 1913 auf 500 2Rill. H berechnet, 1918 bereits 
auf 938 3Rill. Jt, unb heute würbe er ficb auf ein Vielfaches 
biefer ©umme ftcllen. Das in Bergbau unb öütlcnwcrfen 


Agitatoren für bas Allgemeine Atablrecfct (mit Vinben um Stopf unb 'Arme) bei Anfpradtcn an bi« im 6biba-Aatf zu 
3ctio oerfammrltc ungeheure Voltsmrnge. 


cStrabcnbemonllranlen in lofio treiben von Oer V»li|(i zu tuiget rieben, 

Unruhen im fernen Often: Oie grofjen 'JBablrecbtsbcmonftrotionen in itapan, bie 
jut SiuflÖfung bes japanifdien 3lei(f)staps führten. 

angclcgle Jtapital betrug [unb 2 iRilliarkn Start unb ifl nadi 
ber ©elbentroertung ber lebten geil im »eiteren Anfteigcn. 

Von wichtigen inbuftricUcn Vrobuftcn fei noch bas Holz 
genannt, oon bem roir erhebliche Bcftänbc mit ber Gebiets- 
abtretung ebenfalls an bas Auslanb abgeben müßten. Deutfch- 
lanb verliert burch bie Gebietsabtretung 1,8 SRiU. ?>eftor, 
gleich 13 V ro 4- feiner forftwirtfcbaftlicb bewirtfehafteten 
glädje mit einem Derbboi zertrag oon 4,70 SWill. geftmetern. 

Der ©ett ber abgetretenen Beftänbe ift jablenmäfjig faum 
einwanbfrei feftzuftellen, ba bie roilbe 'Drehbewegung amOull’ 
marft in ben letzten Ntonaten faam fiebere Grgebniffe juläfet. 

Die gablen oe»ci|tn, bah bic Naturallciftungcn Deutjcfa- 
lanbs im griebensoertrag belonbers an inbuftricUcn Nob- 


ftoffqucllen unb inbuftriellen An- 
lagen 6ummcn ergeben, bic jebe nur 
mögliche Bargelbleiftung noch bei 
weitem üherfteigen. Die ganze beutfthe 
inbuftrielle Drobuftion mub fidb ati 
neue (Efiftenz&cbingungen umfteUen zu 
einer geit, ba fic felbft oon ber (ebroer- 
ften ^Tobuftionsfrife bcimgefucht ift 

^aftelle. 

Von Arthur ©ilbergleit. 

Die 6enbung bes Dichters. 
^Neilige Äunblchafter finb wir, aus- 
■Wgelanbt in bas gelobte Sanb bet 
6eclen, um unjerem C)erm oon ben 
oerlorenen 6öbnen unb löchtern ber 
©eit flunbe zu bringen. SNanchm^! 
tragen wir auf boben 6chultcrftangen 
bic Xrauben reifer träume aus bem 
ftanaan unferer ©ebnfucht btim, prellen 
fie in ben gönnen unb Heitern unferer 
Anbacht unb fliehen He zum 3RabIc 
bes (Ewigen in feine Sternen becher, bafe 
er trunfen oon folcher 6ü{je aufjaudbzt 
Aber wenn fidb unfere Augen oer- 
bunteln unb auf ber (teten Suche nach 
allen permebten Rügern mübc »erben 
bitten wir unfere toten Brüber an 
ihren Himmelsgewölben, unfer heiliges 
€päheramt zu übernehmen, unb was 
ihre ©onnenblide erforfeben, flüftern 
uns bie ©inbe bes Äthers gebeimnis- 
Doll zu- Dann [cbenfen wir blefe feier- 
liche Botfdpaft unferen glöten unb Har- 
fen unb geben fie in Siebern unb Sauten- 
jpielen unferem ©ebieter funb, ber uns 
felbft mit Sobgefängen überfebüttet. 
Sicbeslieb. 

Dein Sebrn gleicht einem geftlanb; 
mein Verlangen nach bir umfpült cs 
wie ein ENeer. 3d) werfe bir meine 
Äorallcn unb SWufcbcln als Btaui* 
gefchenle zu, aber bu labt fie achtlos 
am ©tranbe liegen, [fahr um gabt 
umfebmitge id) hieb unb entfchmcicblr 
bir immer mehr Uferlanb, bis bu ein- 
mal ganz zerlöft in bem blauen 6ec 
meiner Sicjen rubft! 

Beetbooen. 

Aufzüngcln (cbwarze, zadige Bliöe 
aus feinen Soden, ©ie bunlle ©e- 
Witter zueft es aus leinen Blicfcn. 
Unter feinen Hänben hraufen Berge, 
Nleere unb Himmel zu titanifebem 
©timmenanprall, zu apotalQptitdben 
Hlanglcbtachten zufammrn, als würbe 
ein feber, aufbonnernb, um feine ©cli- 
Dorbeirfchafl lämpfen. Bis ein Regen- 
bogen aufftiablt unb bie ©eiten in 
fiebenfacbex 6trahlen|eligfeit verlöbnt 

*^in id ) buicb ein grübling&lieb 

gegangen. / Von Nlay Qungnicfel. 

Bin ich burdj ein grüblingslieb ge- 
gangen. — 

Der Notenfcblüffel »ar perfponntn 
oon fletlernbem, webenbem ©rün. 

Bin ich bureb ein grühlingslieb gegangen. 

Die Cinien, gewoben aus flingenben ©onnenftrablen, unb 
hie Vau lenz« ichen waren fletne Refeen Himmelsblau. 

Notenföpfe wie fauchzenbe, flatternbe gTÜblingsf ahnen, 
anbere wie zitternbe Birfenblätter, »ieber welche »ie gern- 
bclnbe gi(cbe unb wieber welche wie fanftjebwebenbe galtet 
'Hl ein Herz »ar ber 3aftftod, bei blübenbe Haftflod. 

Bin ich burch ein gTüblingsiieb gegangen. 

Unb als es Abenb würbe, ftanben bie germaten »ie 
glimmernbe Nlonbe überm Sieb, 

Die ©terne brängten ficb Icharenweife burch bie Noten- 
fcfalüffeltür. 

Bin id> burd> ein grüblingslieb gegangen. 



‘Bon !>ct einten ©eneraloetfammlunfl bes Betbanbts ’Stutfdjcr s^ausfrauentercinc in Hamburg oom 13. bis junt 15. 2lpri(: Borftonb unb Delegierte. 

(Vbot Xbiele, Hambutg.) x Tie •Harfitwnl*« Srau ‘3V»b-3ift>. 

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THE OHIO STATE UN1VERSITY 


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txnrtfluT in fallen. (SRil ®embnuaui*fl bes Befloasd. A.6«emaiM trgetpjlg ) 


'peter a ( m, 

•Ben Dr. ©cotfl 3otDb ©olf. 

STfi 05 6«ti'«'n €ttu4 oniral in |«nfm 
-CljBucbf über Die „Kunft be» AabieTens" 
laqte, bafe ber Fabian leineswegs auf male* 
rifdjt 'Äirfuitgen *u oerjichten btauche, ba ibm 
bie ganje Tonleiter com buntelften €<feroara 
bes ftarf geäfoicn ßtriches bis aum rtinen 
fßeifc bes Bap<ertones aut Berfügung fteb«, 
ja, bafj tr (ogar eine au sgef proebene farbige 
©irfung erliefen unb bem Bcjcfcauct oergcfltn 
machen Tonne, bafo bas rabierte Blatt nur aut 
lonunterfcbieben einer einiger garbe entftan- 
ben fei — biefe gcftftellung wirb befonbers 
burch bie Aabierungen B*t« fcalms in ihrer 
Aicbtigfrit beftätigt. ©enn auf fcalms Crigi- 
nalrabicrungen mit ungemein fidbewm ßtijt bie 
ßilbouette umriffen unb bie (onftruftine Kom- 
pofition PoUcnbet ift, fo füllt ficb in feiner 
Aufteilung ber 6fala oon $>«ll au Tuntel 
bas Blatt mit wahrhaft malerifchem £eben 
unb mit ber unmittclbarftrn. bem molcrifcheii 
(Einbrucf in nicht» nachftehenben ßtimmung. 

2Ran Tonnte bemaujolge glauben, Beter 
f>alm fei, wie fo mancher feinet Bcrufsfreunbc, 
für bie 2Raj Klinget bie Bezeichnung „IRaler- 
rabicier*' erfanb, ein oon ber 2RaIerei jur 
©rapbif oerirrter $eitgenoffe. Aber bem ift 
nicht fo. £*alm hat fo gut wie nicht» gemalt. 
Unb er tommt nicht oon (Experimenten auf 
bem gelbe bet SAalerei, fonbern oon ber 
Ar^iteftur ber — feine fünftlerifchen Anfänge menigftens bewegten ftdf> auf bem (Gebiete ber Baufunft; halb 
(am bann freilich bie Abfchwenfung jur grapbifeben Kunft, in enter SJinie aur Aabierung. 

An bei 2Rün<hntr Afabemie lehrte in ben fiebriger fahren ber fpmpatbilihc Brofeffox Aaah bie feböne 
Jhroara-weifce Kunft": er war auch Beter fsalms ifebrer. 3n SERainj am 14. Dejembet 1854 geboren, hotte 
Beter öalm einen Xcil feiner reiferen ftugenb in Bambetg oerlebt: oon beiben fünftlerifd) (o einbTucfsoolIen 
€täbten hotte er reiche Anregungen gewonnen unb Tie mit auf bie Afabemie gebracht. Bon bem Augenblicf 
an, ba er bei Aaab eintrat, lag fein Gebens- unb Kunfttseg (chnurgerabe oor ihm, unb mit aller Äonfeguen* 
bei 6trebens, zugleich aber mit ber aurücfbaltrnben Bebäcbtigfeit einer ftillrn, in ficb glü (fliehen unb barum 
ber ftärfften fünftlerifchen Auswitfungen ohne weitere» fähigen Rünftlernatur, hielt er auf fein Siel au. ®r 
fonnte es nicht oerfeblen unb oerfeblte es nicht; in feiner Kunft ift er b«ut» — unb febon feit langem — 
fouDcräncr 3Reifter, unb er ift in ber angenehmen Vage, oon biefer 
UReifterfchaft nicht nur für fich felbft ©«brauch au machen, fonbern 
auch anberen oon feinem Können mitjuteilen ; längft nämlich ift er 
Brofeffor an ber 2Rün<hnrr Atabemir ber bifbrnben Äünftr, unb 
bie Klaffe feine» einftigen SReifters Aaab ift nun feine eigene 
funftpäbagogtfche ©irfungsftätte. Den Drang. fich lebrenb mitau- 
teilen unb anberen ju helfen, bat bei Beter $>aim nicht erft bie 
Übernahme bes l'cbramtes bewirft, £>alm bat |<hon, als er felbft 
roch auf ber Afabemie war unb für* nach feinem (Eintritt ms 
eigene, jclbftänbipe €ct>affcn, anberen geholfen, oorab bem ibm 
her^Iidh befreunbeten Karl etauffer-Bem, ber ebenjo genial als 
Äünftier wie unglücflich als ÜRenfch war. Bon 6 tauffers £>anb 
befthen wir aus ben achtziger Jahren in brei Bariationen Biibniffe 
fcalms: ber marfante, unoergefclicfee Kopf bes Künftlers, befonbers 
charafteriftifch in Brofilanficfct, war bamals bes grrunbes (Entsüden, 
unb er lebrieb e.n fülle» Befenntnis au bem lieben 3Rcifter in 
leine Blätter hinein. 

(Stern hätte 6tauf|er in leinen ©lanatagen Beter fcalm nach 
Berlin gesogen; ber inbeffen blieb 9Rünchen treu. Auch jüngft hat 
ihn ein ledenber Auf in bie Aeicbsbauptftabt nicht wanfenb *u 
machen oermoebt in feiner Ireue au D|ar*Atben. mit bellen fünft- 
IcTifchen ©e|ch»cff n er fo innig oerfnüpft ift. Dagegen sieht er aur 
6ommersaett wohl gern einmal aus in bie wunbernoll(tc Canb« 
fchafl bes beutfehen 6übens, an ben Bobenfee, wo fein £anb- 
jchalterhera in 6er Acichenau ein wahres ^uroel an 6timmung unb 
eine gunbgrube immer neuer aRotioe fanb. ÜanblCbafter ift öalm 
oor «allem, aber es ift faum au befebreiben, wie er aus ber güUe 




Am Abein (Stil ®*twbmiquitfl be» Berlogs 9. %. tttmamn in ^eipiig t 






ber Aatur herausiu|6affen unb ins Bolle eines reiner, tünftleri- 
feben Ausbrui» binein^u werfen Ocrftebt. Die Aeichenau, ber er 
feinen erlten Soflus oon Origtnalrabierungen wibmetr, ift nun 
freilich nicht fein einiges ßtubienreoier geblieben. Io oft rnb gern 
er auch bortbin aurütffebrtf- Als echter Canbf<h«tter hebatf et nur 
bes winjigftrn aRotins, um ein ooll wertiges Kunftrocrf au Ichaflen: 
bie Alleen im Aorben unb Aorboften SWünchens, ber Aompben- 
bürget Kanal, ber feinem lieben £«* m im ÜRünchner Billencorort 
C>ern benachbart ift. Ctrafcen, bie in bas Dachauer Bloos hinaus- 
laufen, alte ©eiben unb 'Äoosbütten, auch bas finö feiner Kunft 
liebe unb burch leine Darftelluna oerebelte Bor würfe, ©ie bie 
grapbifebe Kunft im allgemeinen burth ibre Beweghcptcu ficb aus- 
aeichnet unb ihre jünger am wenigften unter ftane äftbetifebe ®e* 
(ehe gibt. I» ift ber ©rapbifer auch am wenigften ßpeaialift be9 
ßtofflichen. t>alms Aabierungen finb burdaus nicht nur lanbfehaft* 
lieber Aatur. (Et aittl oielmrbr ben ganzen Umfreis bes 6<hauba:e«t 
in ben Beiirf feiner Darftellungen unb entfcfelägt ficb nur bes 
ßombolifchen: er ift Aealiit unb liebt mit beiben gühen ltf> auf 
ber (Erbe. (Ein ÜReifterwerf bes tabierfen B^rträts ift ba« unge- 
mein intim gefebaute Bilbnis ber aRutter bes Künftlers. 3n leinen 
glänaenben, weil über ben billigen lectmifchcn (fffclt hinauf in bie 
Ausfdjöpfung einer ( ^eitftimmung hineingreefenben Aofofo-^nterieur», 
belonbers in benen aus ßansfou«, Ipricbt nccbmols bet Baufünftltr, 
Ipredbcn. bie fünftlerifchen Anfänge. 

Da» Bilb talms entriete (eines merfwürbigften guges, wenn ber 
AeprobuTlionsgrapbifer unerwähnt bliebe. Aach ben ©erftn alter 
unb neuer Kiinfte bot er Aabitrungen gefcfaafl<rn. Ban fo gut wie 
8eibl, ßiebermann, SMbi fchuf er nach — fa: bas ift es — er febuf fie nach- <ft gab. bei c"**' iw» «im 
BoTbilb, nicht fine feelenlo|e, innerlich unbefriebigte überfehung. fonbem fein eigenes ®e|cn jehwinat in 
bieftn Aadhfihbpfungcn mit. Airgcnbs oitlleicbt fo ftarf wie in bem jüngft erfchienenen Blatt nach ©uatbts 
,Benejianif^enKonaeTt":in bem ift, infofern auch fei« beibflelifbtesAefofe b«rein|pielt. ber gan|eB«t»r$alm. 


Bilbnis bes Künfllers. 



9li4 auf güflen. (Stil Oenebtmgund bes BtrLaas d. 


Gö' "gle 


Aei4eiMti (Ail CRenrtwifluni Mi ->ei1« s» 4. ♦! eeenconn m frioua.i 








?lt. 4009 


Olluftrixtc Seitung 


55ft 



Tas lanitipoar 3oo<bini o. fiecroiB. unb £o C*flr bei feinem Huf- 
lifttn in ber Rpiuifcbcn Oper «41 Berlin. ('©ild-^bolD.) 


0P<l(jc5 ,€>(cUa" in ben Jtamnurfpulrn 6« 
rmlfdxr» Ibeateis iu ©erlin. Ibea Helten 
(llnfs) «I* l'ucic unb Siflnrt felraub als ttätilic. 

(Bila-Dboto.) 


rollen au bcroältigen finb, unb neben 
ben über bas Dur<bfcbmtt&niü& moberner 
Bübncnfunit roeit binausflebenben iin- 
Iprüdjen an ben bcforatio-teihni leben 
Apparat mit (einen nicht weniger ab 
elf BerroanMungen, war es roobl judöi- 
beeft bie peinliche Sorge rochen bei be- 
IcfcTänÜen Bopularifie rungsfahigfeit biefer 
Oper, bie ibr binbernb m ben SReg ge- 
treten war. Dicfc Bebcnfcn nun finh feit 
bem 18. Bpril, ben Jage, an bem .Die 

? !rau obne 6djalten" in ber Bet- 
iner Staatsoper an bas Rampen- 
liebt gelangte, aufgehoben ober jum min- 
beften hoch ganj er bcblicb befe&ränft 
worben, benn bic fSirfung, bie bas in 
oieler £>inficfct tric geniales 9teulanb ber 
mufitbramatilcben Jtunft anmuten be BJerf 
bet biefer Begegnung ausfttablte. »at 
fo »arm unb bctjgcBinnenb, fo reuDoll 
unb imponierenb iugfeicb, bab nunmehr 
rcobl (ein Opcrntbeatcr reit 'Jluf unb 
Kraft an bir|er_2Rciftergabe länger roirb 
DOTÜber gc|)en fönnen. 

Dabei finb bic mancherlei binnen- 
bungert unb tritifeben gragejeicben. ju 
benen bas oon £ug o $of mannstbal 
gelieferte Textbuch bei (einer erftrn 



Bon bet tfrflaultübrung ron BJaltci (xilcnelcpcro 
..Antigone" im ©ro&en 64>du[pieUwus ju Bei- 
lin am 18 . Sprit : ©filrub ÖpfolM ilinfs) als 
Antigone unb 3Jtabo Xbriftians als Antiflones 
etbtrflicr Dsmene. (©ita*‘W>oto.) 

(< Dtegrauol)ne©d)atlen''. 

^Vaft tDolile es feheinen, als fei bie 
OUiopfcejeiung, mt! ber biefe jüitgfte 
mufi (bramat ifd>c Gd) öpfung Pon 91 i cb a I b 
Straub bei ihrem crjten cfr|ct>einen — 
es toar am 10. Oflober 1919 im Op« nt- 
ibeater au Sßicn — an biefer (Stelle 
< Dpi. 91 r. 3981) begriifet rourbe, alljuapti- 
miflifeber 9lalur gcroefen. Denn fie roies 
für .Die grau obne Schatten", 
bas aeble ©lieb in ber Kette berBübnen- 
rocrlc bes 2Reifters, ben Seg über alle 
leiftungsfdbigen Xbeater unfercr Seit, 
aber aufjer Diesben ball« fi<b bisher (eine 
rociteie Opernlcitung mehr an biefcs mufi- 
(alifdjc tDlärhenlpiel herangeroagt. Die 
©rünbe biefer jögernben gagbafliglcit 
einer mit |o fenfationellem .iubel aus 
ber Saufe gehobenen $©nbicbtung gegen- 
über finb unjebroer ju erfennen: neben 
ben enormen mufifalilcben Schwierig- 
feiten, bie foroobl oon bem in bas Tref- 
fen ju führenben (ompbonifeben liefen- 
orebefter unb ben Bertrctcrn ber brei 
weiblichen roie ber jroet männlichen öaupt- 



rpmenitc »iimarolas ( 17 - 1 »— 180 t) fpmilcbe Cpct .Tic brtmli»t cfb<" im 
eiuMtbcJtfr au ödle o b. 6.: ®ro| Bolbomiro Qnlrnbant £eopolb 6o<bl«> 
unb £i|efla Urlifabetb fe-AtPorj). ($b ot - ^ieperboff, £>aUr a. b. t ) Tiefe 
&auptcrer Cimarofas beberrfebte ju Beginn bes 19 . ^abibunberts ben Spiel- 
plan aller airopai (d»fn Opernbäu ict, flerift aber Ipäler in Bcrgrflenbcit 


Karl ärmfter als Äarber Borat unb Boibora Kemp als gärbersfrau. 
(■ptjol ^onber & üobifd), Berlin.) 


3 ntenbanf 'Utax p. Scbillinao (linfs) unb Dr. 'Aicbarb 6traub naih 
brr 'Viobc auf ber Bufene. (^ol. 3 an ^ cr ^ ^obifch, Berlin ) 


'Aoben fnin als Hälfet unb Villi ipof^ifii-Ttnfelo als Kaifriin. 
CVb«l- 3 anber & Cnbifrb, Berlin.) 


Bon ber örftauffübrung ber Oper .Die grau ohne Schatten" oon 3li<barb 6traub in ber Berliner Slaatsoper am 18. Bpril. 


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556 


3Uuftrirtc 3 c ' tun 9 


3lr. 4000 



ftenntnisnabme reichlich berechtigten Anlaß 
gab, nicht um «in Atom geringer geworben. 
Die bretaftige Dichtung bicfes Wiener ^oeten, 
ber (eit ben üntflebungstagcn ber üRufit- 
tragöbie „<EIeftra w Hicbarb Straub als 
CibrcttoDcrfaffcr jur Seile ftebt, leibet loroobl 
bejüglicb ber Hanblung rote ber gorm an 
einer oft ängftlich ober ärgerlich getänfleltcn 
dberiaftung unb oer|6nörfelten SEHofterien* 
fälle, hinter beren Schleier ber nicht ent* 
fprechenb oorbereitete Subörer tu um tu febauen 
oermag. — Die fdjeue Xocßter bfs ©elfter- 
fönigs Äeifobab bat fich sur fcbattrnlofen 
©a^elle oerroanbelt unb ift bem auf ber gagb 
befindlichen ftaifer bei „füböftlichen 3n|eln" 
in bie fcänbe gefallen, bat bie ©eftalt eines 
SRenfcfcentocibes angenommen unb ift auf ben 
faifcrlichen XbTon erhoben roorben. Drobenb 
ftebt ber glucß ber Schaltenlofigfeit,. ber iben- 
tijcb mit bem Unheil ber 3RutlerIofigfeit ift. 
hinter ihr: er muß binnen aroölf SKonaten 
beteiligt »erben, fonft roirb fich ber ftaifer in 
Stein Perroanbeln. Die begnadige Amme 
ber Staiferin, bie ibr in bie SDicnfcbenroclt ge* 
folgt ift. will, als bie griff nabeju abgelaufen 
ift, um jeden Drei» 'Hat fcfcaffen unb führt bie 
jagßafte Herrin gu ben in ftänbiger Ber- 
ftimmung (ebenbrn garbrrsleuten Daraf, um 
ber feit biririnbalb fahren in (inderlofer Übe 


geinneroigfeit ihre ÄTeife giehenben SDtelobif 
unb Snmbolif. l'eucbtcnbe i'icßter, glübenbe 
Karben unb total oeTfchiebenartig fcbillernbe 
Stimmungen, nicht weniger auch alle mög- 
lichen plaflifchen Xhcmen unb tonlicben De- 
tail5 häufen fidj non Sjene ju 6}ene, unb 
bas Obr bcs bureb bie 'Probleme ber ©e- 
fcbebniflc etwa ermübeten tfufebauers roirb 
bureb ben Xonftrom au immer neuem Auf- 
horchen verführt ober gearoungeu, aumal ba 
auch bie mehrfach bominierenben gefchlofTenen 
formen rein mufifalifch unb tnelobifdb in 
roonnigen ^auberflängen nur fo fcbroclgen. 
Go fommt es, bah ber Xönbi<bter auch brn 
anfpruchspollen f)örcr mit ben SDtängeln bcs 
Xcrtes ausföbnt unb ihm nabelegt, „Die grau 
ohne Schatten" mit an bie Spißc aller 
Schöpfungen bes SDlufilbramatifers Hitharb 
Straub au [teilen, Berbeblt borf bahei aber 
nicht »erben, bah, »enn auch ber «infebmei- 
chelnbe Ciebcrmeifler von ehebem bei gahl* 
reichen JERotioen Date geflanben hat, es boeb 
aroedmäßig ift, fich »or ber Aufführung mit 
bem 2&erf DCTtraut ju machen, rooau fich bie 
Bon Hicharb Specht gefchaffene „Xbemati- 
fche $inf übrung" (Berlag von Ab. Surft- 
ner, Berlin) trefflich eignet. 

Die Xalfachc eines Triumphes trat in bem 
Berliner Nahmen mit unbeftreitbarer Sieg* 






9ltuc SRpbcn auf ber Atnnbabn. 


3Jeuf üKcben auf ber Aemitabn. 


befinblichen grau bes ?>anb- 
roerfers ibren Schatten für 
©alb, ©ut unb pnnlicbe £uft 
abjubanbeln. Der in |<h»e- 
rer Arbeit fcbwdgenbc gär- 
bermeifter fommt babinter 
unb tiennt fi6 oon feiner 
mißratenen ©attin. Die 
ftaiferin aber oerjichtct noch 
recht jeitig in großmütiger 
'Weife auf ben fo unreell au 
eiroerbenben Gehalten. muh 
fich aisbann mancherlei Prü- 
fungen untergeben, unb ber 
Sailer, ber ichon faft bem 
gluch her Berftrincrung per- 
fallen »ar, »irb in ihre 
Arme jurüdgefübrl- Die 
2iebe ftegte, bie erfebnte 
SERutterfchaft roirb triumphie- 
ren, unb auch bie ^ärbeTs- 
leute finten fidb roieber in 
bie Arme. Die beibrn grauen 
aber jubeln: 

„(s&dttm ly merfen, 
beib« «nwill. 

b«ib* in prüfen ben 
« lammen «rflablt. 
l'cbrwll» Ne» Tcftes nab. 

Oemotbel merben, 
feilen Itinbrrn 
Stuftet fletport'cn !“ 

Diefe, non ber flagenben 
Stimme eine» Ralfen, einem 
mit »Sfluherfloten"»öl ge* 

(albten ©eifterboten unb . 
einem braftifeben Jtrüppel- 
Xrta noch befonbers belebten 
Abenteuer, bie bei etroas meb r 

Naivität faH aus ber pbantaftiid>en iDlärchenwdt oon „Xaufenbunbeine Hacbt" flammen 
fönnten, hat &ofmannsthal, roie immer gern mit raffiniert geformten IBorten jonglierenb. 
in mannigfach pbilofopbifch angebauchte «Siergemänbrr gehüllt unb überläbt es feinem mufi- 
tafifchen Kompagnon. burCb ein beftethenbe» Aufgebot oon Iprifchem unb bTamaiifchem Schlafl- 
(euer bie erforberlichen Aniiebungsfräfte in alles bebe rrfeben ber gorm au entfalten. 

Dies ift nun 'Jiicbarb Strauß benn auch ohne grage in oerblüffenber Heidjbaltigfeit 
gelungen. Der in Icincm „SRofenfapalier'“ mit fo beftridenber ©efchmeihigteit auflietcnbe 
Pteifter erfcheint in feiner jüngften Schöpfung — im ©egenfafc ju bem reichlich erflügeitcn 
Stil ber „Ariabne" — »ieber als überlegener Dolmetfcbcr einer finnlicb gefättigten Sompbonil 
unb als mühelofet ^eherrfcher einer von SDlo^arls öeralicbfeit bis ju einer in unferer jüngften 


T>te C£r6ffnunfl t>cr <Srunfiv>alb-3lcnnbabn ,<u 'Berlin mn 18. Slpril: Blid auf bie ^Jiennbabn unb 
bie unflebeure iDlengc ber Befudjer. 

D i n 1 e i a roett eiferten m it 
bem in flangreicben 
Wohllaut getauchten 
gärberpaar bcs $\arl 
Armfter unb bei auch 
hinfichtlich ber Übaiofte- 
rifiif unübertrefflichen 
'Barbara ftemp. SERin- 
bei pollenbct »urbc bie 
auf mepbiftoartigen Soh- 
len (thleicbenbe Amme 
bureb bie noch mit teeb- 
nifchen unb fprachlichen 
Scbwierigfeiten fämp- 
fenbe Äarin ^ranaell 
geftaltet, roobingegen 
(Sbuarb £>abich als 
©eifterbotc unb bie ‘Ber* 
tretet bet oben er- 
mähnten Heben rollen ficb 
auf ftattlicber $öbc be- 
haupteten. 

3u einer ganzen gülle 
oon roabrbaft erftaun- 
liehen (Einbrüden oerbalf 
bieCöfungber )ahlreichen 
anfpruchsoollen Defora* 
tionsprobleme 6urd) ben 
aus ©Tiecbenlanb flam- 
men ben SDlaler D. Ara- 
oantinos, bem ein reich- 
liches halbes Du^cnb 
hoch ft ftimmungspoll aus- 
geftattetex Bübnenbilber 
als fünftlerifche SHuftec- 
taten gelungen roaren. 

Alles in altem: (Sin 
großer Xag für bie 
©efebiefete ber berliner 
etaatsopfr, boppelt ge- 
nußreich in unferer febief- 
fal»f<h»eren unb frcubc- 
armen ©egenrcart. 

Otto Sonne. 


baftigfeit in bie ürfebeinung. 
unb in enMofem gubei brüdle 
bas bis aum allerleßtcn Dlaß 
gefüllte unb feftfieb geftimmte 
Öaus bem nach icbem Aft- 
fchiuß jabllofe SCRafe vor bem 
Borbang erfebeinenben Xon- 
bichter feinen Dant aus. Der 
ftomponift machte bem Unter- 
zeichneten gegenüber fein 
Öebf baraus, baß Me jeßt 
erlebte 'Wirbcrgabe feines 
'fflerfes beffen ür|6einung in 
'ZQicn unb namentlich in Dres- 
ben au iibcrlreffen oermodble. 
'Bon ben leitenben Berliner 
3nftonjeu tonnte Heb ber 
ebenfo feinfüblige roie 
energifche 3 n t e n b a n t 
t>. Schillings mit bem über- 
legcn-lemperamentpoiknBe- 
berrfeber bes gidnaenb > fun- 
bierten, (ehr tompliaierten 
unb namentlich auch in ben 
Soloftellen beftriefenb mir- 
fenben Oxchefters: bem ©e« 
neralmuf ifbixef tor 2co 
Blech unb bem geifloollen 
Spielleiter Karl $>olo. 
in ba» flürmifebe ücho teilen. 
(Ss Ȋrc aber ungerecht, 
roollte man bie Xräger her 
Hauptrollen nicht in betrei- 
ben Atem nennen. Soioohl 
ber Kaifer bes Helbentenors 
Hobert $utt roie bie Jtai- 
(erin ber grau (>afgrrn- 


5)a$ ®tc6fcu« in bem Berliner Sans- unb Berflniiaunoslotai „Sibcile" 
in ber 3dgerflra6c am 20. tiprit: Blid in ben söllifl jerftörten Saal. 


©as am 12. Slptii, bem ^abresla^ bet CEtmoibung bes fäd)- 
fifeben 3Jlitttormim[t«rs ®u(tao Dleuting, im Urnenbain 
bes Krematoriums ju ©resben.JolteroiB entbiiitte Denlmal, 
eine 6d)öpfung Oes 'Profcdors Ostoin Tempel, ©tesben. 

(Vbcl. 1> Cfcpig tcfrül«, 


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'Jli. 4 C 09 


Olluftrirte 3 citung 


557 





Tic 'Wohnungsnot in <S n^Ianb : '21 us austangietten tpijcnbab n tragen ge- 
baute Wobnungen. 


'S'as am 17. 'liptii gerichtete erfte töous bet bon $>auptmann <56mube (x) begtiinbeten 
'Urbeits- unb 6iebelungsgemein|&aft Jteu-'T’eutfcblanb in 'Bblptc bei iDiagbeburg. 


gu ben belgi|d>en Übergriffen in ben beut[tben SiTcifen Gupcn unb iOlalmebo: Slnfiöbt non Supcn. 

Tu bclgiidun tVbörtun hüb« in ben Ritifcn Ifupm unb Statmtbo burd» Trübungen unb iriTtldiüfllid* €d)obiflimgrn bas 3t» 
(iimnumflMrflrbnis ju ibrrn ©unlitn ju bewnfluflfn. tieibe Rreil« fmb Int Nc :TJtrTOBinafru'l beutMws t’onb. Cln (Iup<n gibt es 
nuf W* Salle neu. in ÄRalmrbo MMX) bis SOB Hiil wn eraenubri 2X000 Tfuildun 


SlmetilanilAe 'Kiefenbotels: ’I>as neue T>enn lolcania • fcotel in Keupotf, 

erbaut eon t»tr 'JVnnlolpünia-liilftiSibr'fltlrlllifcaft, tnil SJl)U 3*mmrtit 27 tltfttfldtt* iiuf»u(xn lut ‘Prtlotun 
unb nncr Ärrn Irifdjanlop* von 2ÄI t*a u pl kt tuiigr« mit :«#» flnliMuflen unb i* 1 »» auiptruiildtcn r’irtvnjtrllrii. 


■Pliif Don tirem 6c<t*amp|cr auf bic ?>atcn<itil«aafn. (Vbel. War ClMti. Rein «. 'Rb V T<t Äolner twfc» mit tum Tom im Jtuntftflnmb. 

Ter SbüffTtCtata, bet alsl'Bjrinenumlabeplati mebt unb mehr an 'Sebcutung geroiiai. from 

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(8. iVortiCt}UHfl.) 

äs tonnte widjtigcr (ein als ftrebs Auftrag ? 
Dafür mnfctc fid) 3«»t finden ttofe bet Kaffee- 
gefeUfdjaft. Da Aber bie Giebclung von 
Dem guten ©Jillen bes Stranboogtes abbing, mochte 
er lommen. 

<$freb ^ielt Diefe ©ete^tljcit ihrem 3 u ftanb mguto 
unb wiberfprad) nid)t. Sr erzählte aud) nid)t, Dafe er 
fid) gut unterhalten habe mit ben Bedeuten. Sie hatte 
fein ©erlangen, von fremben 9Jleiijd)cn ju hören. 

Ate bie (&efd)roifter au ^Sferb antamen, war £jelga 
von ber (onnigen Sngcline |o üugenfcheiiilttf) uerfdjii'- 
beit, bah bei aller ©aftlid)fett eine gewiffe Sefrembung 
fich ftörcnö, wenn auch nur wie biefege 2uft, m« 
breitete. 95tit Stiels oerhanbclte Jpelga wie bie Ab* 
gefau bte einer anberen ©lacht, Dafe ber Gtranboogt 
auf feinem ©runb unb ©oben ber neuen Siebelung 
eine Stätte bot, mar nidjt nur eine freunbfcijaftlidje 
©efälligEeit, fonbern ntifchcincnb eine ftorbcrurtg t)öt)c- 
ren 9led)ts. Überhaupt fd)ieb fic bas ©adjbartiche ab- 
fidjtlid) aus ihrer Ausei nanberfetmng aus. 2Bas fic 
Jagte, mar gruiibfätjlid) gemeint unb oon lebten über» 
perfönlicfjen 9Rüdjid)ten beftimmt. SJiels war es pein- 
lich, aber ^>etga brachte wie eine ©etennerin ihre ab» 
lehnenbe Stellung 3Ur ftanbesamtlidjcn <£h c J<hlKfewag 
3ur Sprache, Aud) hierin Jdjten es nid)t mehr oom 
eigenen SBillen ber Diddjftbeteiligten allein ab3uf)ängcii, 
was Jie 311 tun hatten- 3hre Weigerung, ben ßiebes* 
bunb ftanbesamtUd) feftlegen jju taffen, llang Jehon 
wie. eine Sitte ber neuen C&emeinDe, bie Jie ber her» 
lömmlid)cn gegenüberf teilte, ab beftänbe bie Siebe* 
lung bereits. 

Der Stranboogt griff fid) in ben Sart unb 30g 
bie Stirn in galten. Die C)eijcf)enbe Art Selgas bünftc 
ihn hod)mütig unb jerftörte ettoas in ihm, was ber 
Starte mit feufdjer 3nnigEeit bisher behütet hatte. 
3ngelinc muhte ihm heimlich beit Arm ftrcidjcln, bafe 
er nidjt ’JcEjvoff tourbe. 9liels h* n 8 m *t 3Öh cr $etmat« 
lieb« an bet Unberührtheit feines (Erbe*. ©Sicherheit 
Jehon hatte er oerlocfenDe Anerbietungen gcwinnfüdjti» 
ger ©ejd)5ftsleute abgelefjTtt, bie im Dorf ober in ben 
Dünen am ©Joftftranb Kurhäufer errichten wollten. 

Auch tonnten ihm bie Dünnersleutc auf feine fad)» 
liehen fragen als flanbwirt feine flaue Ausfunft geben, 
©ielmchr fdjiert bas neue Unternehmen, bei ßidjt be* 
Jeljen, immer nebelhafter, frrembe aus ber ©ro&ftabt 
wollten fiebeln? ©Sollten fic fid) im Sdjtaf um- 
brehen unb als ©auem aufftchen? Das würbe 
©fufdjorei unb hatte feinen Scftaub. Die Sicöeluug 
Cant ihm wie eine Saune großer ftinöcr oor, bie er 
nicht ernft nahm. ©Jobcaffen modjten fic feine fein, 
bas wollte er ihnen glauben. Aber ©flaftertTcter waren 
Jie bod) alle unb hatten feine Ahnung öauon, wie 
jdjraer ein ßhnbmirt fämpfen tmife. 

$elga freiste bie Arme unb war unnahbar. 

Der (Etnroanb ftrebs, bafe er bas wirtfchaftlidje 
SRififo übemeljme, war ihm nicht ausfchlaggebcnb. Als 
SRiels erfuhr, bah ßrteb bie ©ittjteller nicht einmal 
fannte, fdjwtcg er. 3cbcs weitere ©3ort fdjien überflüffig. 

Da fprad) 3ngclin« flar unb beftimmt: „9?iete, bu 
Lift 3U rafd). Dir fehlt ber ©laube." 

Der ©ruber Jd)aute fie überrafcht an, als wäre er 
mit ihr allein, ©r antwortete erjt friefifdj uub mufete 
|id) befinnen, bah er unhöflich fei gegen bie übrigen, 
um auch ihnen ocrftänblid) fortjufahren. 

(Es war allerbings fein ftdrtfter ©runb, bafe bie 
ftremben einen anberen ©lauben auf bie 3nfel brachten, 
©on fid) unb feinem Arger, ben er jetjt fdjou hatte 
burch Öen Dorfflatfd), wollte er nidjts Jagen. Aber 
ein gaii 3 <s neues Dorf, bas fich außerhalb ber flanbes- 
fitte ftcllte, mu&te mit feiner Freiheit unter Den Jdjwadxn 
Q&cmütcm oerberbltdje ©erwirning ftiften. 

„3hr benft an eud), ich touJj aud) an meine fieutc 
benfen!" 

Öclga nidte gemeffen oor fid) t)» 1 *- ©0 ftahb es 
fid) gegenüber, alter unb neuer ©laube! (Es war gut, 
Dafe bas, flat mürbe. 

6ngeline aber, bic Durch Die Ausfpradjc in ihrem 
£>aufe einen tiefen CEinblid getan hatte in Die (Ec^tl^ett 
biefes jugenDlid) unflarcn ©orhabens, würbe abermals 
gHt.Orürfpredjcrin. Sie oerftaub and) beffer als ihr 
ftarter ©ruber, was 5 c lO a f° ?t flTr machte. 


„A 3 ieoicl finb's, bie fommen wollen?" 

„Adjt Dis 3efpt!" antwortete 8rreb. „Die Siebe lung 
fall fletn artfangen.“ 

„llnb wenn fie 3U euch nir()t paffen?" fragte bie 
ftriefin. 

„®ann fd)«ibcn wir uns 0011 ihnen!" antwortete 
bie Stol3e. Xas hiefe: 3 m anbem Jalle aber fdjeiben 
wir uns oon eud). 

„Ütiels, Du follft ni^t abfagen. follft Jie fehen 
unb bann biri) entfeheiben. Du barfft Jtreng fein mit 
ihnen, aber bu barfft nicht im ooraus nein Jagen." 

Als bte hdlc Stimme oerfltmgen war, erhob fid) 
eine glocfeutiefe Schwefterftimmc 311t Antwort ooll 
imfäflHchcr 3 nnigTeit. Alle ijerbigfeit war oon Der 
Stoßen gewichen, fic hatte bie fjaarfrone geneigt unb 
ihre Augen in ben £>änben geborgen: 

„A>ir finb feine Settier, obwohl wir heimatlos fiub. 
A 3 er uns bas SicDeln oerwehrt, mufe fich Künftig- auch 
ben Schiffbrüchigen oerwehreu unb auf bem ßeudjt- 
tttrm bas ßicht löfdjen." 

ASas ift ge|d)ch«u? SHi<ls (Eridjfcn hat bie Stirn 
erhoben, als laufche er weithin. Seine ftatjlblaucu 
Augen hoben burch bie 3 fenfter ber nieberen Ä laufe 
bie 9 Ueite braunen gcfudjt. Aks fo anfaiu, war oon 
''Jlotwenbigfeit gefanbt unb war unaufhaltfam int 
.Kommen wie bas ®leeT. ©s bat nidjt, es fam. Unb 
ber A 3 inb bat nidjt, obwohl er braufjen oor Der 
Sd) welle winfelte. 

Der Starfe fuhr mit ber über bic Stirn, 

©r war an gerufen als ftührer feiner Sippe, was er 
tun muffe. „Sie finb fd)wad), tu es nicht!“ Aber 
3 ngeline unb bie anbere, bie fo wonnig ftarl ift, 
haben gefagt: „Du follft" unb „® 3 ir bitten nicht", ©r 
mufe weiter fehen über bie ®ren3en; er barf nidjt 
fertig fein, fonbern muh öa3u lernen. 

Das SJleer pod)t bumpf an Den Stranb unb will 
gehört werben. . . 

Dann feilen bic Abgcfanbten fommen! SBentt fie 
ben Dünnerleuten gleidjen unb fic oor 3 ng«lin«s heim« 
Hd)«m ÜBiffert beftehen, bürfen fie fiebeln im Oens* 
fiüngtal, wo Die ©fiter geftebelt haben, ehe bie 9 Bauber- 
büne ihnen über bas Dad) frod)- ®»e Jollen einen 
widrigen ^Blatj haben, unb es JoU ihnen nidjt leicht 
gemacht werben. Sie werben harte Arbeit finDen neben 
bem, was fie mit fid) felber ausjuinadjen haben. Denn 
Dtdjt hinter ihnen blfift ber Sanb unb nebenan rollt 
ber ^Bogengang gegen bie oerfperrt« (Einfahrt in ben 
Königshofen, in bem oor 3 ohrhunberten König ©elgc 
von Dänemart Krone unb Seben verlor. — 

„Die Störtcbefer löfd)en bas flicht nicht meljr oor 
ben Schiffbrüchigen um bes gefegneten Straubes willen, 
5 rau $*l 9 a! M 

Unroillfürlich gab 9 liels ©richfen feiner fdjönen 
© 3 iDerfacherin ben Jrauennamen unb empfing gunt 
DanC für fein ©ntgegenlommen ein hetälichcs flachen 
unb «inen feften fjdnbebrucf. 

Am meiften fieute ftch ber Dürmer. ©in ©nid) mit 
ben ßfreunben wäre ihm fdjrecflid) gctvefen. ©r Jagte 
31» 3 ngeline ooll Danfbarfeit: „fjelga hat red)t. Sie 
finb bie ^exenpiingeffin!" Die ^riefenjungfrau wies 
ihm ihre blanfen Schelmenaugen. 

©s gab’ noch unterhaltfame (Srittjelfjeitcn auf Der 
Dütmerct 3U befehen, bie ©iels ©richjen 3U fdjulmeifter* 
lidjen Anmcrlungen oeranlafoten: 

„Oha, bie ßanbwirtfdjaft!" 

©ine 5 enne mit btei golbgclbcn Küchlein ftellt« Jid) 
als ntucjter 3 u wachs oor. Dicht oor SBinters Anfang? 
Der ÜÜOintev lj Qtte h’ e ' r §örner unb 3 äh ne nnb ftafe 
Das Klein 3«ug auf. Aber 3um Atisgleid) hatten bie 
Schafe ben gan3en Sommer übet in ihrem biefen ©el3 
gefdjwiht, weil niemanb fie gefroren hatte! 

„Das fonnte werben!“ 

Das h*U* gemeinfame flachen vcrflang «rft, als Die 
©offe mit we hen ben ©löhnen baljütjagten am Straub. 


Der $imme! über bem naeften Gllenbogen tm SDleer 
brauchte nicht lange 3U fragen: 9 öann lommen bic 
Scnbboten ber 3 ugenb, bie es eilig hat* Dem Keiner» 
tten £> 5 ufermeer ben ©üefen ju lehren? 






Der A 3 inD toeife alles, ©r fonvmt vom ^cftlanö, 
wo bie ©äume in ber fluftfpiegclung fid) auf bie 
9But3d3chrn ftellen. Der SBinb ift pausbäcftg unb 
nngeftüm. Aber er hat HJtüfjc gehabt unterwegs mit 
einer 3ähcn ©audjwanb, bie nicht wanten unb weichen 
wollte, obwohl ber AJtnb gewohnt ift, überall in Den 
Säften 3 utrttt 311 haben. 3 ft bas ein riefiger Dedel 
gewefen auf einem ©ftnengrab? ßnDlich liefe er fid) 
lüften. Da lag bie ©Jillionenjtabt aufgebeeft wie ein 
tribbelnber Ameifenhaufen. Dem SBinD hat es Spafe 
gemacht, fid) im öui in bie ftcilen 9 Jlauerfd)luchten 3» 
ftür3en, hat braufenben Kämt unb fliegenbe §üte oor 
fid) he^getrieben, hat an Sfenftem unb ftirmen [djilbem 
gerüttelt : ©lafe Da! ipiatj ba! 

©s muß aud) nicht immer in Hamburg regnen. Die 
Sonne hat bte ©elegenheit wahrgenommen, ehe ber 
SBinD ben Dedel wieber füllen lä&t, unb uaehgefehen, 
u>as es bleues gibt, unb alle grellen Anpreifungen auf 
ben Anfdjlagfäulett gelefen. Dann Ijnt fie fich toieber 
fortgemacht, ©s fleht immer basfelbc gcfcfjrieben: Dafj 
niemanb in bem Durcheittanber einen eigenen 2üeg 
haben barf, fonft Eommt er unter bie Släber. Alles 
gefdjicljt hier maffenwetfe. 

A 3 ev eigenen AJillcits feilt will, mufe auswanbent. 

Da ift bie eigenwillige 3 ugcttb, bie ben freien UBinb 
gefpürt hat bis ins (>«3» irgenbtvo hinten hinaus uon 
ber fjauptftrafee verfammelt in ihrem 'Keft. Das ?teft 
mufe h 0£ h un t«r ber Dachrmitc geniftet fein auf ein 
ftilles, tiefes ftleet hinaus, wo bunllc ÜUaffer flehen 
3ivifd)en hohtn ©lauerfdjädjten. ©om $orft Hingen 
bie fehnfüchtigeu ßieber 3ur flaute. 

©s ift wie in ölten Drnngfalsjeiten, wo Anhänger 
eines verbotenen ©lottbens fid) h^i^üief) jujammen* 
fanben. Dort neigen fid) bie jungen Sdjeitel eng 3U* 
eiitonber, Jünglinge unb ©läbdjen, unb feierlich be- 
wegt Hingt © 3 era ©rtnhnanuö Stimme, als fie bic 
©otfehaft aus bem gelobten flanbe oorlieft. 

©Ser meint, Dafe banad) bie 3 »flenb aaubert unb 
fragt, was fie tun JoU? Sic ijt bie 3 ugenb, Die einen 
uuoeTbraudjten ©lauben hat. Daheim in beit beljag- 
lidjen Stabt Wohnungen ift bes ffliifetrauens genug. Da 
finb Anflagen unb ©itten. Da wirb geweint unb ge» 
brol>t. Aber bie Alten unb bie jungen [inb gefdjiebeu, 
©Item unb fttnber finb fremben ©laubens unb lönneit 
nicht eins werben. Durch bas Diele Sidjausfprcchen 
wirb alles Jdjlimmer. 

Die beiben AbgefanDtcn reifen fdjon morgen. 3 fer 
©ftnöel ift lcid)t. Aber ihr ©ang ift hoch unb ftraff, 
als fie über Die Aanbungsbrüdc in St. ©auti fchrcitcit 
uub ber Dampfer nach öelgolanb anfängt, SBaffer 311 
jdjlogcn unb fid) 3U Drehen. Das Heine ffiemeinbiciit 
wintt am Ufer unb neibet Die Scnblingc, Die 3uerft Das 
flaitb ber fdjauen bürfen. Daun Jiitb ©erb 

Albus unb Jferiitj ©ergeborf braufeeit im mobenben 
© 3 inö. 

f)öllö! ruft bet © 3 iub, Denn Die SBeitc hebt an ju 
wachjen unö bie gemauerte ©Seit weicht oon hinnen, 
©ahnfrei! Der SBiiib will unaufhaltfam laufen in 
hemmungslofem öteiheitsbrang. ©inmal noch lioQt 
wie ein Jdjwimmenber Kort ^elgolanb im © 3 ege. Dann 
rollt Das 9 J?eer als ©efellin l>eraii unb rviegt fid) 
auf unb ab mit bem weifeen Saum Des Icljtcn (Ei- 
laitbs. - .. 

Der 9 Binb wirft bie grüne SBortüv in ©richtend £>of 
l)iniet ben Abgejanbten ins Sdjlofe, fpringt über 
bas wohlbefannte mftdjtige AieDba^, fährt nad> feiner 
©eroohnheit rittlings über bie SBipfcl ber ©dunte, bie 
trtippajeife bid)t hintercinqnber ftehen, immer ein wenig 
niedriger als öct ©orbermann, wie mit Dem fflJcJfer 
gefdjorcn. Über bie JRutfdjbahn fährt ber 2Btnb, reifet 
Äj)äiiöc 00U ©lütter los unb läfjt jie mit fid) fahren 
über bie Rennen. Schon ift er ttn Sauf über bic 
Koppel nach ben ©ibumer Sanbalpen unb ber ÜBanber» 
büne, Jpringt ab in rüfenem ©ogen nach SiorDwcft unb 
will im ©orbeigehen beit Ceudjtturm umteifeen. Die 
oier Sdjafe an Der Klaufe lehren beut © 3 inb ben ©Aden, 
öenn fic fiub flug. Aber ber jungen ©infiebclin möchte 
bet Unhold bie Kleiber 00m fleibe jerrcit, weil er felber 
naeft gewöhnt ift. 

©orn 90 inb liege fid) Dag unb 9 tad)t nod) oicl er« 
3äl)leit. Denn er hat jefet feine beft« 3 «it. — 


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3 n ©ridjfcns £vin* tft alles wohlüberlegt gebaut. 
Tas Sjausi weife, tsoju cs feine guten flauem h a *. 
unb fraß in her bunten Stube fräs Weiß pafjeub fein 
inufe für fräs l)od)gei»nd)fone Gcfdjledjt. Der jüngfe 
•riofbemor Könnte feinen tjoljeu {jut auf beut flopf be< 
halten. ©twns mehr 9 laum über fid) hoben fric beifreu 
Gcnöboteit. 

Wie fic opv Biets nnfr CMigeliitc fteljen, haben fie 
fra* Eusfeljeii fdjlidjter, wahrhaftiger Utcufdjen, fric 
nichts Umftünk'rifdjes Vorhaben. 

©erb Elims, ber Waler, Ijält fid) läfftger als $»01113 
Bergefrorf. Sein rafdjev itfmftlevblicf weife nicht, wo- 
hin er 3ucrft bilden fall. Denn überall ficht er Qrrcufrf. 
GöU et frie feine Suiigfraii iuunerju aufthauen unb 
grlüftig fein, fic für fein Gfiuenbud) ju ftcfelcn? Silles 
ringsum ruft: 'Beachte midj and)! Born Gudfcnfterdjcu 
in bcrDfir mit beut geblümten Borhang bis 3ur Sdjroei- 
fung frei leßteu Stuhllehne ift alles uolt fidjetcv 
©mpfinbens unb will wert geachtet werben in feiner Brt. 

Derweil fuhrt ©ein,? Bergefrorf bas Wort. ©r ift 
fein Sprcdjev. Die {länbc muffen mithelfcn, frag er 
fertig wirb. ©r hat havte Erbcit mit ben Worten. 
Eber wenn fic baftcljen, ift an ihrem cntfteu Willen 
nicht 3U rütteln. Go ift er fdjon mit fcchjeljn fahren 
gewefen, Inngfani mit Worten, aber rafch mit ber Dat. 
Damals, als 311111 elften Wale fein Bamc in ber 3 citung 
.Ui lefen ftanb, rocil er ein 9 Jtcnfdjenlebcn gerettet hatte. 
©* u»ar hoch fein Eiifljobcns ju machen? ©r fam fres 
Weges am öafenfai au einem ftcbTuartagc unb fragte, 
fra er fdjon bamals ein Wnfjorfanatifer war: „2Bte 
fchnbe, frafe fo otelc fÜWenfdjcn hcrumftchen, frie ein grofe 
Gcfdjrei erheben würben. Sonft mödjteft bu gent 
ein Baö nehmen.“ Ta rollte ein Ball unb gleid) 
hiutcrbrciu ein Heines fdjn'icufrcs Btäfrdjen fric fdjväge 
flai mattet herab in bie ©Ibe. £»ei, wie fid) £»eitt3 bie 
Gelegenheit tr>ahnial)in! ©r tat, als wäre es nur um 
bes fltnbcs willen, fprang nad) unb griff bas ÜJtäbdjcn, 
Knopp bevor es unter bem buuflcii Baud) eines Öeidjtcrs 
ucrfdjwanb. {»cniadj fpeftafeltcu bie ficute, er folCe 
frodj wenigf teils fräs SBaffer aus beu laugen Stiefeln 
leeren. Eber er hatte feine Strümpfe an unö wollte 
fein Euffeljen erregen. 

Was $>ein3 Bergefrorf fo imdjtent unb alltäglich 
herausbringt, mufe 9 iiels Gridjfen gelten laffen, obwohl 
er fich nachbenflid) auf fren Gdjnurrbart helfet. Sie 
wollen flcin bei ber ©rbe anfangen. Sind and) willens, 
hart 311 arbeiten. Sie finb fieben 3 i»igcn unb brei 
Bläbdjen, bic fid) verpflichtet haben nadj reiflicher Über- 
legung. Sie wollen bau fertige Baradcu auffdjlagen. 
Die männlichen nnfr bie weiblichen Teilhaber häufen 
getrennt. „Die fid) iit Ciebe gefunbon" ljaben, 3tot)e« 
in bas Familicnfjeint. 

Das ift ber evftc neue Don. Eber audj et fällt 
nid>t auf. 3 n ÖCÜ13 Bcrgcboifs SRunb würben bie 
fühnflen Bcummgcn bieber unb juverläffig Hingen. 
Dagegen ift wenig 31t fageit. 

©in fiaufrwirt ift and) gewonnen, bei ©utsverwalter 
unb ein richtig verheirateter Wann unb Detter ift. ©r 
fall frie gemetnfame Wirtfchaft führen. Bon einem 
Gdjlo|fer unb 3 i Hintermann ift audj bic Hiebe. Die 
anfreren finb Gtufrentcn. Dem Giiiroanfr bes Straub- 
vogtes, frafe eine gerne infam betriebene SBirtfcfjaft nur 
gut fei für ftaulfüde, begegnet $»ciii3 treuherzig: Sic 
fennten einanber! 3 m übrigen befeuut er offen, uttb 
3ieht frie Eugenbrnuen int Überlegen jufamineu, fic 
miifeten noch nid lernen 1111fr wüßten, fraß nidjt alles 
fo werbe, wie fie es fich flefrndjt hätten. 

Stiels ©richfen muß ihm bic ©anb reidjen, lttib was 
er fich überlegt hat von feiner fertigen Weit h<r f u»o 
alles in ben Orttfefpuren frei fUterleute geht, mufe er 
in ber Dafche behalten. {»cinj will freu Baumcifta 
machen, ©r ift jmar vom flktfferbau. Eber er wirb 
cs fchort fdjnieifeeit. 

Dafe er 00m 2 B aff erbau ift 1111fr bic ©oltenauer 
Sdjleufe h<ri bauen helfen, hat Stiels ©richfen hoch 
auffjordjen laffen. ©r ift nun bei feinem Cieblingsplan, 
bem grofeett Deidj im ©aff. Die betben Können fein 
©nbe finben. 

CJnbeffeu hat ©erb Elfrus Ongeline gezeichnet unb 
ihr frie Sfi33e als Bnfrenfen überreicht. Sie lachen 
fdjon miteinanber. ©he bas lichte OTäbcfjengefirfjt weife, 
wie fie fra^u Kommt, madjt (Serb KUbus fie 3U feiner 
SBertrautcn. ©r hat ihr wunb erlidje Diu ge an3uoertrauen 
unb behauptet, in feinem vorig eu ©xfrenbafein fdjon 
einmal gewefen 3U [ein. Das fei fein erfter ©e* 
fronte auf ber £anbungsbrü<fe gewefen. 

„So finb Sie gewffe nidjt bas erfte ffllal auf frer 
SBelt?“ fragte frie Sthelmtn. 

©erb fdjüttclt bie üünftlermflhne. ©r ift entftlicfr 
ber Dteinung, bafe nidjt unjShlig neue OTenf^enfeelen 


gefdmffeii merfren. 3n einem ©rfrcitfrafein wirb frie Geck* 
nidjt fertig. Sic Kommt in einem neuen l'cibc wicbcr. 

„91 ber baoou wijfcu Sie bod> nirfjis!" 

„tBiffcu wir etwas 0011 jmfereiu elften Dafein tm 
SRuttcileifre, ehe wir fruvclj beu Dofr gefroren würben 
in bas betmiHlc Sieben? 9Bir finb Gdjläfer. 9Benn 
wir wad) werben, ift e& 3 l ‘it. öafe wir balb in fräs 
nächftc fieben hinüfrerfterben.“ 

Seine Stimme Hingt ciufrringlidj leife, frafe 3uge- 
liiie ju freu Bilbent ber Bovinljrcn aiiffdjaut, was fic 
bajii fagt'ii. — 

Die evftc Begegnung mit fren ^-remblingen ift Keine 
verlorene S tun fre. Bei ber fchnell hcreinbrcihcnfrcit 
Dimfelljeit finb fie gaftfminfrlid) gebeten, über 9lad>t 
311 bleiben. Die beifreu wollen aber nidjt in fren man fr» 
fdjranfartigeu (baftbetteu liegen, foubern im ©eu über- 
nachten. 

©0 geiftert in ber bunten Stube. Die Uhr geljt 
fürbafe unb fommt bodj nidjt uon ber Stelle. Unb 
ber Ofen hat viel 311 crtfhtdi, was nidjt laut gefngt 
werben frarf. ©erfrs ©utarrc flimpcvt. Sie iingen 
fd)wermütigc unb liebesfelige ÜBeifen aus frei» 3dpf* 
geigculjaufl, bcni jungfteu Battenfänger von ©amein. 
Die Geelen treten ans 9lugcufenfter unb 3 eigen fidj 
in leibooll füfeer llnmlje, wer fie gerufen h a &<- 

Da hot Stiels ©ridjfcus Seele frie ungelenfc Sdjeu 
eines h«ü>wiicf)figcu jungen, frer ©eheimniffen auf ber 
Spur ift, fidj aber Damit nidjt vor fric fieute traut, 
ünfr Ctngcliucs Seele hot feine Brio 3 effinncnart unfr 
fpinnt lidjte $äbeu. 

©nfrUd) finfret Stiels ©richfen fräs lüort, fräs bem 
ftarKen Btctiiii Qlnftrcugung macht, bis er es heraus- 
bringt. 

©1 mödjte wiffeu, wie bic neue ©cmeiiibc 3 ur fRe- 
ligioit fteljt. Sie |iufr nidjt latljolifdj. Ob fie lutfre- 
vifd) finb, ober Ijcifrnijch, wegen gewiffer grofe er Frei- 
heiten, frie fic fidj herausnehmen? ©r für fein Deit 
ift fein fttreheuläufer. Die Älircfjc befudjen, Kommt faft 
einer Dngesrcife gleid). 9lbcr wer reine Beligion Ijat, 
bcin ift tüd)ts mehr Kjeilig. 

Gerb Biblis' bewcglidjc Seele gleicht frem blauen 
Flämin djen, fräs (idj auf fren ©ol 3 fcheitcm aufridjtet. 

©r uidt, frafe ihm fräs ©aar in frie Gtime fällt. 
3hm ift es 3 weifclhaft, ob überhaupt ein Bten fd) ohne 
Bdigiou leben tarnt. 

„3dj fpürc öodj meine Seele in mir unö weife, frafe 
fie frie Seljufucht Ijot nad) bem fiieht? 2 Bir hoben 
nid)t 3 U wenig Religion, eher finb wir wie ein ©cfäfe 
angefüHt mit Bcligion 311 m Übevfliefecn, weil wir Jo- 
vi«! Sdjnfucht in uns tjo&f»»- €«hnfucht hat uns 
von baljcim getrieben, weil man unfet fieben frort jur 
meörigen ©«wohnheit machen wollte. Seelifdj ift frie 
Pnofeftafrt gäit^lidj unprofruftiv. Gie ljaben es tech- 
nifdj weit gebracht, aber bas Dafeiii fclbcv würbe 3 ur 
Dedjuif. ünfere Sehnfudjt glaubt, bafe bas gan^e 
fieben etn grofees SBunfrer ift. Darum wollen wir 
aus Der SBelt frer toten Sachen fliehen, wo fie aHes 
haargenau freweifen unb fräs fiebenfrtge unter frem 
Gefranfenmeffer 3 erfchneifren wie fieicheu. llnfere Sehn- 
fucht ift voller ©tjrfurdjt, aber wo tvtr herlommen, ift 
frie SBelt ©efchäft unfr ift gäitjlid) entgottet. Darum 
finb wir auch feine Stirdjenfreunfre. Sie haben frie 
Bcligion 3 m fcommcu Sache gemacht unfr betreiben 
ein ©anbwerK framit. — Die 911 ten, frie frem Berfrerben 
verfallen finb, fagen: »'iCo ift ©ott ?6 2Bir 3ungen 
roiffen nicht, w 0 Gott nidjt wäre, ©r ift überall gegen- 
wärtig. 2Bir atmen ihn aus unfr ein. ©r fteljt uns 
aus fren Bugen in fric 'lBclt “ 

9Bie fein ©erb Blbus 3ngeliites Seele 3 U finben 
unfr 3 U grüfeen weife! 

©ein 3 Bergeborf prefet bie ©änbe, frafe leife fric 
Gelenfe Inaden. ©t hadt feine 9Borte, als ob er©ol 3 
fpaltc. 

„©erb h Q t mehr fravoit als wir alle. 3dj wage 
mich an Gott nicht h^an. ^Iber was mich h^r treibt, 
fpüre iih-“ ©r atmet tief auf. H Dcm will idj leben. 
Darum bin ich gur Siebelung gegangen. (Erft mal 
wiebe r fauber werben!“ 

Sinb nicht alle Brufrer unb Gchwefter? Die Flämm- 
lein im Ofen führen einen Beigen auf. fülle füugen 
feheit es. 9llle Ohren hüten auch, was im flamm 
Ijeult, ba es fren füusweg nicht finfret ins Freie. — 

SBie lange hat 3ngeltne noch am Fünfter ihres 
Giebelftübchens geftanfren? Der Bionb hat frie SBolfcn- 
läfren aufgeftofeen. ©r fchaut forgfam aus, als fudje 
er etwas auf frer bunflcn ©rbe. Sein Jilberweifeer 
Bart fließt herab bis in bie See, föenn frt« Jungfrau 
fidj hinauslehnt, ftefet im Dunfel weitab ber fieud)t- 
türm als letjter wacher 9Bädjter unb Kämpft fidj mit 
lichten Giretdjen burdj bie Ba^t. 


3m Garten lächeln frie weifecn Bftcm, unfr auf 
bem mofrrigen SBalfifdjbein {ißt fric grofec flaße unb 
IccTt fich bi e Bfoten. 

Ob frie grofemädjtige 9Beltftafrt, öanach öas Ftiefcn- 
finb 3 uwcil«n öuuHe Seljnfucht hat, nun fren frumpfert 
Schlaf frer Grmattung fchläft nad) fieberhafter Brbcits- 
uumljc? 

2 öie tuuufrerlid) ift fräs fieben! 


rinöent Xages wartet« frer 2 Binfr fdjon an ber $)of> 
cd« auf fric Senbboten. 9llles fiebenbige, was aus 
feinem Bau Tarn, mufete bem greifen Cehrer recht geben, 
bafe ber 2Binb ^ier^utorib-e bie Bllgegenwart Gottes 
oorftelle. Der SBinb fprang ooraus, lief jur Seite 
ber UBanfrcrer unfr ftiefe fie von hinten. 

Das Dünengebirge 30 g (ich wie ber frunflc Buden 
eiiteö vorfintflutlidjeu Schuppentiere« am 2Batt entlang. 
2 luf frie hödjftc Gdjuppcnfpißc ftiegen bie Fwniblinge, 
um einen 3lusblid über fräs fianfr ihrer 3 ul un ft 3 U 
haben. 

Gerb Sllbus griff mit ausgc breiteten Ermen um 
fid) unfr wollte fräs fianbfdjaftsbilfr in feiner reinen 
fiinienfüfrrung umarmen. B3ät) ren b er mit frem aus* 
geftredten F* n 9 er Umriffe ber Ganfrberge nach* 
fühlte, fdjrie unb pfiff er vor fiuft $»ein 3 Bergefrorf 
ftanfr neben ihm unb regte fid) nicht. Bur fein 28ctter« 
mantel flog. 3n einem frer fratcrartig abgcjdjloffenen 
Dünentäler folltc frie Siebelung erftehen. ©r war 
fdjon bei feiner ülufgabc. 3 uer T* follten fie einen 
Brunnen graben, hatte Biels ©ridjfcn geraten. 

Sic verweilten lange unterwegs unb waren erfüllt 
non frer ©igenart ihrer neuen £>eimat, als fie auf frer 
Dünncvei eintrafen unb fräs ©tnfie beipaar mit frem 
$jei(grufe ber Gemein fre anfpradjen. 

Bad) frem Brauch ber Genie infthaft refreten fie fich 
mit Dem gefdjwifterlidjen „Du“ an, fobalö fie bie Schwelle 
übcrfdjritten h Q tten. Obwohl fie fich 0011 ^Ingefidjt 
nodj nie gefehen hatten, war alle F*rwbhe»t überbrüdt, 
als fie fidj bie fjanfr reichten. 3 «mal öelga war voll 
fdjwefterltd)et $»er 3 lidjfeit. Die Begeiferung ber Beu- 
linge für bic ömlidjtcit 3 toifd)cn fren 9Jleeren betätigte 
ihre ©lefiimungsgemeinfdjaft. Konnte ben Gafe 

vollen ben, fren ber anberc anfing. 

3ugenb! Der rauhe SQinb hatte nidjt nötig, 3 U 
brüngeu, frafe mit bem SBert begonnen werben müff e » 
wenn es noch oor JBinlers Enfang oenvirflicht werben 
foIUe, ©S ift fchon eilt F^nifpruch nach Öamburg ab- 
gegattgen, frafe bie Baraden »erlaben werben. 

Unfr morgen fteden fie fräs Baugelänfre im 3<ns* 
fiüngtaL ab. Beim Brunnengraben wirb ber Dürrnet 
mithelfen. öclßa Koe^t, unfr auf frem Berfdjlag fönnen 
©crö unfr $cin} fchlafen. — 

So war frer Enfang unter frie ftänfre genommen. 
Die Stätte frer neuen Siebelung war vor vielen, vielen 
Reiferen, fra 3 ens fiüng als leßter Getreuer ba» fianfr 
ber Bätet noch unter frem Bft«9 hatte, guter B2arfd)* 
bofren gewefen. Seinen Badjfommen lag fräs ver« 
laffene Dal 3 U wett ab. Dann fam bie $>eibe vor« 
fidjtig weftwärts gewanbert unfr tjirit feft mit langem, 
jähem aBurjelwcrt. Bodj leifec befchlich bie UBanbcr* 
büitc von Borfren her fräs DaL 

Buii Kamen jum erfteu Blale wicbcr Blenfchcn au 
unfr wollten fiefreln unfr ftärfer fein als bie §eibe unb 
ber meifee Dofr. Die ffllöwen fdjrien über ihnen ihr 
erftauntes $>ä, Ejft, hä! Die SDilbfchafe ftarrten über 
ben Dünengrat. Die brei 9Rä.nner aber wetteiferten 
im Fleife- 

Der Dürnier freute fich feines tätigen fiebens. Buu 
würbe ihn frer flapitän vom „Frauenlob“ nidjt mefrr 
mit Bummel, frem Seehunfr, vergleichen. 

EUes in frer atten Dorffiebelung war neugierig, 
was ba würbe. Obwohl frie Fremfrlinge im SBirts» 
haus als {»eiben, balb als unTlug ausgeboten wurfren, 
uerfdjaffte ihnen ihre ErbeitfamKeit Edjtung. ©ridjfens 
iommerfproffiger Fungfnecht mit ben ftarien Berber- 
jäfenen, Omfc mit Boniamcn, rollte bic Eugipfel, bafe 
fräs UBeifee jidjtbar würbe, unfr erjäljltc Der Sungmagb 
3airen: Der ÜJlaler höbe bie fjftnfre voller Blafcn unb 
gcHagt, er Könne fein fiebtag leinen ^llrtfel mehr halten. 
Eber gleid) Ijate wieber in frie {jänfre gefpudt unb 
gelacht. — 

Omfe hotte Steine unfr 3* meT ri gefahren. 

3n frer Etittagspauje tarn frie hoh^- fdjöne Frau 
über bie Dünen gewanbert mit bem ©Jfen, ba^ fi« in 
einer Bothütte afeen. Die war aus Stranfrgut ge- 
3 iinmert. 

CJortleßung folgt.) 


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562 


Olluftrirfe 3^ tun 9 


9 tr. 4009 


^rCUlg £ P | fl T. / 3 u feinem fünfgigften ^eburtdtag 


am 30 . * 5 (prif. 






Vruife Jtarlould) im „€tcm- 

(ludet". 

i 3 ulnubue : 3 raq X. tctiet. Sin.) 


fallt brr SRante „Dolo* unb 
albt ibm ben oon. 

bem beginn feiner Rünft- 
ler laufbobn gu fptccben. 

SDleifter Gebär roirb am 
•HO. Slpril nam(id) -’ö 3 a b rt 
alt — groeimal 25müf}tc man 
bei feinem Slnblid eigentlich 
lagen unb obrocbl bic- 
(er Gebensablchnitt gerate 
Gehär in ber ©lüte feines 
cdbaffens trifft, ein ganj 
Mein wenig elegifd) fleftimmt 
macht ihn ber „günfgign" 
bocb- — „Das Jubilieren", 
meint erbefcbeiben lacbclnb, 
„liegt mit fo gar nicht, ich 
entjiebe mich burcb meine 
mir böchft roitlforomm 3lt>- 
reilc einem rom Wiener Di» 
reiten Slarcjag geplanten 
2ebäT-3ollu3, brr aus einer 
'Jleibc bereits bcfannter 
Werfe befteben foll. 3cb 
möchte aber brm Tublifum 
qcrabe jefet 9leues bieten 
unb nicht altert Werfe 
oorfiibren, bie lange por 
bem günfjiger gefdjaffen 
ftnb." 6cinr neuefte Ope* 
ret te „Die blaue 3Jlajui" feil 
jum ^ln(a% feines 50. <&«■ 
buTtstages, bas ift lein 
Wun|d>. fobalb fie fertig in* 
ftrumrnliert ift, im Xbeatcr 


©cito gilcfrcr, bic CpcicttcnbiiHi bcs Xbealas an bei Wctn. 

(üufiKipm« : gtaRf V. €<yt, »icn } 


•Jiiui ©ünlbet. bic rcftc „ttifriqc 
(Safnabmr gram X. (?»&«. fMtn 


nrn bes Stomponiftcn nad). 
er ift Wiens befler Ope- 
reiten te nor, ber oon ber ber • 
fömm lieben |ii blieben Dür- 
fte llung streife oollftänbig 
abgefommrn ift unb ftets 
oorbilblicbe ©eftalten auf 
bie ©ül)ne bringt. (Ernfi 
•laute nbapn. un|erbcrübm- 
ter Romifer, ber pracbtooU 
ringt un b ben golbcnfte n Ju- 
nior befigt, ift ein Romifer. 
ber es oor allem Derfieht. 
fPtenfdjen auf bie ©iibnr 
ju (teilen. Die .verliebe 
Wiener Soubrette Louifc 
R a r t o u 1 cb tanjt nach 
Gebots ©Seifen mit grober 
©eroc unb ©rajie. Diele 
oier Darfteller febroeben 
Gebär ftets beim Schaffen 
oor, trenn tr bie ginefjen 
feiner Runft unb feine 
lebensfprübcnbcnSWelobicn 
erfinnt. Wenn Lebär Don 
feinen Wiener Lieblingen 
jpriebt, jo bejirbt er aueb 


firanc Lcbdc in feinem JBienrr ixim. 


an ber Wien, roo jumeift bie 
Uraufführungen feiner Ope- 
retten ftaltfinben, in 6jcnc 
geben. „Die blaue attagui", 
ein peinliches SRilicu, ©ueb 
oon €tcin unb Senbacb, roirb 
alfo nod) rafcb in Pen italieni- 
leben Koffer gepadt, um unter 
ftrablenbem italienilcben Fim- 
mel pollenbet ju roerben. 'über 
Lebär bat nicht nur biefe Ope- 
rette fomponiert, noch groei an- 
bere ©Seife barrtn in (einer 
Gäbe, um bie SReif* um bie (f rbe 
angutrclen. „Die gelbe 3ade", 
cbincfifches SDlilieu, ©ueb oon 
©tetor Ceon, leinem Xertbicbter 
brr „Luftigen 9tor« unb 
„^rasauitta", fpanifcbcsanilieu, 

©ud) oon Will ner unb Speichert. 

„3a. »iffen 6ie." erjäblt 
Gebär auf bie Jjjrage, tparum 
benn nicht ein Werf nach bem 
anbern berausgegeben rourbe 
„id) arbeitete an biefen btei 
(Sachen pfcicbjeitig. ©erabefo 
wie ein SDlalct oft brei ©ilber 
auf einmal in Arbeit bat unb je 
nad) Stimmung unb Gaune balb 
an einem 6tilleben, balb an 
einem Dorträt ober einer Lanb* 
jebüfr malt, fo ift es bei mir. 
3c nach Stimmung greife ich 
gum ebinefifeben, fpanifeben, je 
nach Laune jum polm|d)en 
Libretto. 6timmung ift beim 
Ramponieren toobl bas Wid>* 
tigfte. 'Wenn mich ber <£ifer 
padt, bann fommt es dot, bafe 
ich tagelang unfiebtbar bleibe. 


aJlarie 3^rißa ein, unfern 
Opcrnftar. Die 3 et '& a mar 
in einem Lebär-Sofliis, ber gu 
wohltätigen ^reeden ftatlfanb, 
eine unocrglcicblicbe „Luftige 
aßitroc" unb (eine befte „ain- 
gMe" in „Der ®raf pon Gujem- 
bürg" mit SOTarifebfa als ©raf 
oon Luxemburg unb Danilo. 
Die erfte Daiftellerin feiner 
„Luftigen ©itroe" roaT 3Wijii 
©üntbtr. 51ucb bie ©üntber 
roar bas ©otbilb für biefe be- 
Tiibmte $igur, bie bann jubclnb 
bic feböne 'Wiener SWufif bureb 
alle Gänbrr trug. 

Unb nun machen mir Pon 
Wien einen 6prung nach D°la. 
bort, wo 3Jleifter Gebär als 
anilitärfaptllmeifteT feine Lauf- 
bahn begann, bort. roo er fein 
erftes ©übnenroerf fd)uf. „Xat- 
jana", bas 1H90 in Leipzig 
feine Uraufführung erlebte unb 
feinen elften (£rfofg barftelltc. 
Vcipvg roar es alfo. bas Lehars 
(irftlingstoerf aus ber Xaufe 
bob. Dann tarn er nach Wien, 
roo er bis 1902 als '3legiments- 
fapcllmctfter fungierte. 2tls fein 
ategiment oon Wien foTlgog, 
blieb Gebär in Wien, unb aus 
bem Rapellmeiftcr rourbe gleich 
bfT erforgreiebe Romponift ber 
Operetten „•Kaftelbinbei" unb 
„Wiener grauen", ein 'JJlcifter- 
tomponift, ber mit feiner groben 
ftunjt, feinem herrlichen OKelo- 
bienreiebtum bie ganje Welt 
entlädt. 


■JTvaric 3eriha oan bei csiaatsopci in Um ab 3nfl£lc in „Dci 
(Stof oon Guffmburs". iüu|iwbn»»: gtani X. €rfca. Sin..) 


f^ie etften Sonnentage haben Gebär 
bei erften lluslanbsreife nad) 
bem Rrieg beftimmt. Sr ift coli piideln- 
ber Unruhe unb fieberhafter (frregung, 
ba es gilt, nach Otalien ju reifen, um 
roieber einmal im Sluslanb ju bin- 
gieren, im Sluslanb, bas ben Rom- 
poniften ber „Luftigen Witwe" cbenfo 
jdjäbt wie feine §eimat. ®i c 3Imeri- 
faner wollen Lebär fofort nad) ben 
Italienern für fieb gewinnen, aber 
nicht nur, um ihn birigirren gu (eben, 
(onbern um ibn für ein ganges ,1abr 
an fid) gu fcffeln. (Sr foll bort im 
ameri tan ilcben 2Riltcu— tomponieren! 
3lod) ift ber üKeifter nidbt ganj per traut 
mit biefem ©ebanten, benn immerhin 
bebrütet biefe ebrenpolle Qinlabung 
einen geroiffen Errang — unb gerabc 
Gebär ift bisher fcbranfenlos felbft* 
bellimmenb grroefen. Wähienb er in 
feinem bübfehen, gemütlichen ürbeits- 
jimmer über biefe tKeife nach ^ImeTifa 
unb bie 9leife nacb SDlailanb plaubert, 
roobin ibn bie <f rftauffübrung feiner 
„Lercbe" in italienifd)cr €piacbe ruft. 


um mich bon nichts ftören ju 
laffen. (is ift pitl amüfanter 
unb für ein Werl roobltuenber. 
trenn man nicht fortgefegt baran 
arbeitet. üDleine Luftige Wit- 
tof* bat (ich ebenfalls ©e[ell- 
Icbaft gefallen laffen muffen, unb 
bics beroeift oielleicbt am beften. 
bafe einer Operette gerabe biefe 
anetbobe ntebt («habet, ©eim 
6<baffcn bentc ich eigentlich, roie 
cs ja nur felhftoerfiänblich ift. 
oor allem an meine Wiener 
Interpreten. 3bre Lluffaffung 
unb ©erförpeTung ber giguren 
ift bann gleicbermafjen beftim- 
menb für bic anberen. §>ier in 
Wien ift es ©etto gifchrr. 
bie bie weibliche £>auptOarftellc- 
rin meiner Operetten ift." 

Diefe febiefe 6cbau|pielerin 
mit ber rounberfebönen (Stimme 
feiert mit ibrem DaTtner Hubert 
aKarilchfa bie gröbtenXrium pbe. 
aRarifchla fommi im©rfang unb 
6pie! oollftdnbig ben äntrntio- 


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3 c langer man gewiffen Cebensäußerungen ber Xiere 
nachgcbt, um fo mehr gewinnt man ben Ginbrud: es ift 
unmöglich, bie lebenbe Ratur mit berart ftrengen ©cfeßen 
tu erfaßen nie bie leblofe. Gs oerbaltcn fich nicht nur Oie 
zahlreichen Xierarten unter äbnlicben Umftänben Derlcbifben. 
nein, aueb Oie einzelnen Vertreter berfelben Gprzics fönnen 
ficb in fcheinbar gleichen l'agen ooneinanber abweichend be- 
nebmen. Roch ift es uns nicht gelungen, biefen Reichtum 
an Verballungsroeifen reftlos ju erffären. Ob bas l'ebenbige 
fo fein unb boebflrabig aufammengefeßt ift, 
baß es uns febroer wirb, jene Xaufcnbfältig- 
feit auf einen gememfamen Hauptnenner ju 
bringen, ober ob cs etroa ganz eigenen Ge- 
legen folgt, beten (irfenntnis uns am Gnbc 
gar nicht möglich ift foll hier unentfebieben 
bleiben. Die QJlannigfaltigfeit ber Ccberoelt 
unb ibrei Äußerungen ift Xatfacbc. ©reifen 
wir alle aus ber bunten Fülle oon Grfcbei- 
nungrn eine ©ruppe heraus, halten fic uns 
furj oor klugen — oieUeubt baß He uns 
babei in ber ober jener ^>in|icht oerftänb|j<h 
»erben. ^ 

Als ©runbjug aller oilalen ^roaeffe wirb 
im allgemeinen bie GelbfteTbaltung bezeichnet, 
mag fic erfolgen bureb Ernährung ober bureb 
Fortpflanzung, i'eben, fönnte man ctroas grob 
jagen, b*ifef in biefem Ginne fo bief wie 
leben- wollen, b. i. nicht flerbcn -mögen. Bie 
nun. wenn bem Organismus, in unferem Falle 
bem XifT, plößlicb ron außen ber €cbabrn 
ober 'Vernichtung brobt ? 

Da fommt es natürlich auf bie Vefonber- 
beit ber ©efabr unb weiterhin auf bie Qigen- 
art bes bebrobten Xieics an. ftumeffl ift 

biefem ja infolge feiner Vewcglicbfeit bie über* 


auf feiner Afrifareife machte: Bcnn am bellicbten Xage cm 
Vöroc bureb bie Gteppc jog, bit oon einer ilntilopenbcrbe 
befeßt war, fo wichen bic Xiere wohl rin Gtüd auseinanber, 
um bem Stäuber freie Vabn zu machen, aber fie flohen nicht, 
©anz anders, wenn in ber Dämmerung am Xränfplaß eines 
ber Xiere oon ber auflaucrnbcn Vrftie gefcblagen würbe. - 
Fa. Böllig hilflos fönnen Xiere Gefahren gegenüber Irin, 
auf bie fie nicht cingeftrllt finb. ?3cb felbft habe zugefeben, 
wie Xauben bie unoerfebrt aus einem brennenben ©eböft 
cntfpmmcn waren, fpäter zuTudfebrten, burdj 
bie Flammen flogen unb bann als gTäfe liebe 
Feuerzeichen am Rad>tb«mmel (reiften. Xroß- 
bem reagieren bic Xiere nicht wie unocTän* 
berli<he, ftarre SERcchanismen. Bct einmal 
Krähen ober SRöroen gejagt bat. roeiß bas. 

Außer ber SERöglicfefeit. ber ©efabr bureb 
bie glucbt zu entrinnen, befißen manche Xiere 
noch befonbere RetlungsmitteE. sticht feilen 
lucht bas Opfer ben Feind über feine An- 
wefenbeit binwegsuläufcben. Damil fp ,r nicht 
im geringften getagt lein, bah bies Verjähre, 
bewußt angewandt würbe. Fu einer be 
fonberen ftunft haben es barin bie X inten 
jifche gebracht. Verfolgt, ftofeen fie aus einen; 
eigens bafür bercitgebaltenen Farbbeutel einen 
Gcbroall „Gcpia" aus. Die Fabel wirb zut 
Bahrbeit: bem beutelüfternen Ergreifet legt 
ficb eine (cbwarjlicbe 'Bolle in ben Bcg, 
hinter weldjer ber ©eängfligte bas ©eite ge- 
winnen fann. — Außerordentlich zwcdmäiji.t 
an bie Abftufungen ber ©efabr angeglicben 
rrfebeint in biefer Hinficht bas Verhalten 
(chlecht fliegenber BafferDögcI. Birb unfer ge- 
meines, weißftirniges Vläßbubn beunruhigt, 
fo Icbroimmt es in gebudtrr Haltung ins Röb- 


Anberr Cebensroeife freilich führt auch Z u anberem Üebcns- 
fdjuß. So wirft ficb bfT Ginfluß brobenber ©efabr bei 
folchcn Xiercn etwas anbers aus. welche Bohnungen haben, 
worin fic ficb oerftetfen fönnen. Ginfacßftrr Fall: bieCcbncde, 
bie ibr Häuschen bei fid> trägt. Fnbes. nur wenige baben's 
fo bequem, Die weitaus mciften Bobntierc muffen bis 
ZU ihrem Unterfchlupf gewöhnlich erft eine Bcgflrede flucht- 
artig burebmeffen. ©crabczu blißartig oerfebroinbet bic 
Qibecbfe oor bem Spaziergänger, ber fich einem befonnlen 


1. FtlbMc in £d>rr<ffl(ilunfl- 


Gteinbaufen nähert, in ©eröll unb taub. Das ilrbilb 
bereu aber, bie, roenn’s gefährlich wirb, in Dedung 
ftürzen, ift noch immer bie 2Raus, biefer hellhörige Unter* 
ftanbsbcroobncr. Fuchs. Dachs unb Bilbfanincben finb 
oom leihen 6<hlag- 

Hegten Gnbes fteben faft alle bisher angebeuteten 
SKaßreqcln, bie oon Xiercn bei ©efabr ergriffen wer- 
ben, unter ber Cofung: H'tiwcg aus bem ©efabren- 
hereich! Ditfes Prinzip, fo einfach es flingt, wirb aber 
nicht nuT mit 'Jlüdficht auf Körperbau unb Ccbenswrifc 
oom Xier in bie Birflichfeit üherfefzt. <5in feelifcbes 
3Roment ift es, bas ben Qinfluf} bcr_©efabr auf bas 
Gebewefcn mitbeftimmt. Beldbe Umftänbe, fo ^* c 

gragc, erfcheinen bem Xier überhaupt als ©efabr? 

Qrfabrungsgcmäf) fliehen oiele Xiere, bic in Birf- 
licbfeit gaT nicht brbrobt finb; bei anberer ©elegenheit 
wieberum oerweilen fie in gefäbrbeter V!age, obwohl 
ihnen bit glucbt möglich wäre. Von einer Qinficbt in 
ben augenblidlieben 6lanb ber Dinge fann in biefen 
Fällen natürlich leine 9Ube fein. Das ticrifche Gen- 
forium ift oielmebr auf gewiffe Anzeichen b.zro. ©ruppen 
ober Folgen oon Vnzeicbcn abgeftimmt, bie mehr ober 
weniger regelmäßig bie Flucht auslöfen. Qine genaue 
Orientierung über ben einzelnen gall — fefbft wenn bas 
Xier baau geiflig imftanbe wäre — würbe fa auch auf 
Äoften ber ^ettungsjeit oor fi<h gehen. Go erflärt es 
ficb, baß Diele Xiere oor einem Diel fcbmäcberrn ©egner 
fliehen unb uns „feig* eifcheinen; fo läßt es ficb be- 
greifen, wenn uns Xiere zuweilen einem flärreren Partner 
gegenüber mutig zu fein bürden. SERan lönnte oon 
Dielen tagen: 6ie finb nicht Htrren brr augcnbltdlicb 
gegebenen Situation. Sir beginnen häufig bie Atolle 
bes Verfolgten erft auf ein befiimmtes Stichwort bin 
ZU fpielen. Diefe Gin flcllung freilich muß mitunter 
äußerft fein fein, aumal auf bie Ouafitälen oon ©c- 
Täufchen. Om Balbc fnadl unb fnifteri, regt unb bc* 
wegt fich boch eigentlich immer etwas. Unb hoch fdjeint 
bem Bilb bie Vrt, wie etroa 3Renfcbenbanb bas ©ezmctg 
auseinanberteilt, erfennbar zu fein. Von wclcbcilci 
Ginzdheilen zuweilen folch eine Ginftellung mitbeftimmt 
(ein mag, läßt eine Grfahrung oermuten, bie Dr. ©ebbing 


ts4>ubflrllung bes ron «inrm ^taubooflfl rcrfc'lfllm 'Bläfebubncs 


3. €<br«f(lrlluiig bes 'föirbchoplrs bei £i<htung eines Äaubpo^cb 


roinbung bes Raumes innerhalb gewiffer Grenzen mög- 
lich. Bas liegt näher, als baß es fich bem bräuenben 
Unheil bureb bie Flucht entzieht — fefyen wir ooraus, es 
bliebe ibm S»il bazu? Xalfäcblid) gebfn unter biefer 
Vebingung bie mciften Xiere ber ©efahr aus bem Begc. 
•üngefangen bei ber unter einem febäbigenben !Reia fteben- 
ben Vmöbe bis hinauf zum "Äffen, ber lieh borm Ceoparben 
flüchtet — alle fudjen bie unliebere Gitualion zu meiben. 
Ber gebend b«ex nicht feiner Sfinberjabre unb ber fo oft 
oeigeblicben Vemfibungen, bie baoonbüpfenben Heupfrrbe 
ober eine fleh mit unglaublicher Vehenbigfeit forlfchlängelnbe 
'?Ungclnalter zu hafchcn? Die Gtunben, bic Gtunben, 
bie ich Gchmetterlingen nachgdaufen bin! Fmmer toieber 
ließen fie bie ©efahr nur fo weit an fich h^unfommen, 
um mich bei biefem kennen auch immer roieber als 
Zweiten Gieger zurüdlaffen zu fönnen. Überhaupt bas 
flugfähige Xier — 2Rüden, Fliegen, Vögel — ift es nicht 
wie baau gefebaffen, ber ©efahr zu entweichen? 9dcht zu 
Drrgeffen bic Gäugrr, zumal bie Hufer. Vielen baoon bat 
$eu* fein anberes URiltel gegeben, ihre Grifien.i oor bem 
Untergange zu bewabren, als bie Üeicbtfüßigfeil. 9ieb 
unb Antilope finb beugen bafür. 

Bic aber bie 2Rad>tigen im Xierreich, oon benen oiele 
feine anberen geinbe haben als ben "SERenfeben? 9leifenbr 
beliebten, baß ©roßfaßen bem Vlcnfcbcn, auch bem un- 
beroebrlen, ausweicben. ©anze Glefantenberben bonnern 
baoon, fohalb ber „Herr her Gchöpfung" aus bem Didicht 
tritt. Sablidcße Grfabrungen, bie in Soologifcben ©arten 
an Raubtieren gemacht worben finb, brftätigen folche Vc- 
obachlungen. Frftfißenbrn Xieren bleibt natürlich nicfcls 
anberes übrig, als bem geinb möglichft Wenig Angriffs- 
fläche zu bieten unb (riebt orrleßbare Beicbteile fcbüßrnb 
zu umhüllen. 


rieht- Vefinbet cs fi4) aber auf freier Bafferhahn, fo fteuert 
es, oft halb flalternb, oon bem orrbachierregenben 3Ren* 
febentier eiwa hunhert 2Rcter weg, her Xeichmitte zu, »p 
es oon ben Gcbrotförnern nicht mehr erreicht werben fann. 
Birb cs jeboch oom Jpunbe getrieben, ober es fteht gcrabc 
im geberwecbfel. ober bie ©efabr nabt oon oben ber, bann 
fluni cs fich fopfüber ins Baffer, um fchließlich an anberer 
«stelle wicber aufzutauchen. F>nbet es habet an einem 
Gchilfftengel Holt, fo flammer! es fich baran feft unb 
febiebt nur ben Kopf aus bem näßen Glemrnt (Abbilb. 2). 
3Rit ganz befonberer ÜDleifteifcbafi oerroenben Gfetau6et 
tiefen Xrid. — Keine geringeren Anforberungen an ©c- 
bulb unb Veobacbtungsfdtärfc bes Gcbüßen ftellt bie gagb 
auf bic Rohrbommel, ©leid? einem auf bie Geitc ge- 
fundenen Gpißpfabl ober einer balhoerborrtcn Gcbilfgatbr 
läßt bas Xier mitten im biebten Rohrmalb (Ahbilb. 4 u. 7) 
alle Fahrnis auf Heb zufommen; feilen obne Grfolg. Grft 
wenn es entbedt ift unb fein anberer Ausweg bleibt, bann 
ftreidjt es ab.- Äbnlichciroeife paffen ficb fo fcbroerfällige 
Flieger wie gelbhühner unb noch flugunfäbige, Bofl- 
ballcben origlricbbare gungoögrl bem Grbrrich an, wenn 
fie fi4> regungslos in eine Vobenbelle buden. 

Bie bie Aobrbommcl, »arten auch bic Gtinftierr, fo 
her Gfunf, bie Bietung ihrer Gpczialroaffe ab. Gbf fie 
fich in bie Fludjt ftürzen, feßen fic her nabcgctammcncn 
RZeule einen beftialifchen ©eftanf odt bie Rate. — Um 
fchließlich eine ©efahr oon ihrer Vrut abzuwenben, be- 
nehmen Hd) manche Vögel in einer Bcifc, bic ben Ve* 
obadjler anfangs wie primitor Gehfauheit anmutet. Go 
fpielen alte Regenpfeifer febr gern unter lautrm Klagen 
bas bein- unb flügellahme „Vöglein“ unb Irnfen jenen 
bamit oon ihrer Riftftättc ab. Ähnlich her Rolrüdige 
Bürger. 

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4. Kleine Robtbommel im £4>ilfröbri<bt; bic ootbere in csebrrtfftrlluna. 


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564 


ailuftrirtc 3eitung 


9tr. 4009 



5. 3®«flf<t>nauwr, einen twmfter pertefleab. 


(Srroeift Heb fcblicßlicb bic glucfct in 
ihren mannigfachen gormen als pergeb- 
li<b, bann »*d>|ell faft jebes Xier in 
einem lebten DerjcDeifellen Verfu(h (ein 
Verhalten; es nimmt ben ftampf auf, fei 
er ©egenangriß ober Vcrteibigung. Vor 
biefem legten (Einlaß bei getarnten (Energie 
ift aber noch einer tierildjen Äußerung 
ju gebenfen, öic fdjlccßtbin als «jebreef- 
wirfung bcjeichnet roirb. 6ie tritt ein, 
wenn bas Xier ©an bet ©cfabr über- 
rafcht wirb, fo baß ibm feine Seit mehr 
jur glucbt bleibt, unb wenn bas Xob- 
Derfünbenbe bnart übermächtig ift, baß 
ein Äampf nicht aufgenommen werben 
fann. $inAU fommt bäufig eine läbmenbe 
Birfung, welche ßuftänbe ber Ratlofig- 
feit, gewöhnlich mit $emmungslomptomen 
betfnüpft, im ©efolge baben fann. Jpier- 
ber finb, roie geleigt, Diele Derjenigen tfu- 
ftänbe bei Xieren ju rechnen, bic mehr ober 
roeniger frilifch Gdhrecfftellungen genannt 
toerben. Rm gclbhafen g. B. finb foldje 
©ehredftellungen ju beobachten (Rbbtlb. 1>. 

Belchen biologifchen Sinn tiefe haben, 
ift natürlich eine gang an bete gragc. 

(Einige roirb man beuten fönnen als 
groedmäßige Unterbrechung ober Ruffcbub 
ber gludjt; jroerfmäfeig, weil reg ungslofe ©egenflänbe für 
^luge unb Ohr bes Räubers viel fchtperer er fennbat finb als 
beroegte. Rnbere roieberum roerbrn ju erflären fein als Ver- 
l'uehe, ben gefa belieben ©egner au bannen, inbem er felbft 
Durch einen Scheinangriff ober eine imponierenbe b^ro. be- 
trübliche Haltung in ©efabx gebracht roirb. Sine bxitle 
Kategorie von folthen RusbrucfijoTmen muh ols rein pfpebo- 
phofifcb c Biifung ber überrafeßung angefprochrn werben, bie 
pielleicht überhaupt feinen (frbaltungsroert für bas Tier bat. 


©cfabr itn Vergug, bann roerbirgt er fich im bichten 
Baumgeäft. fianbelt es fich aber um einen Überfall, fo 
wirft er ficb flach auf bie (Erbe, breitet bic glügel aus 
unb fachett ben Scbroana, baß fie faft eine eingige ’SHofette 
hüben; baju ftreeft er ben Schnabel empor (Rbbilb. 3). 
Vielleicht ähnelt er in biefer Stellung einem geuglappen, 
roie es b*ifet» unb roirb babureb bem gefürchteten ÜRilan un- 
fenntlich. — Übet ein Diel gröberes Repertoire loUhtr 
Rusbrudsarten roerfögt ber ffienbebals. Sein ©rimaffen- 


bureb ein böchft bcbioblicbcs SJlanopcr 
fie richten fich plögltcb auf unb ftarren 
ben bellenben Verfolger an, ibr fräftiges 
©eroaffen nicht eben oerbergenb (Rb- 
bilb. ö). — Gin anbauern bes Biberjpiel 
Pon Verfudxn, ficb gegenfeitig bureb 
Stimme unb ©rbärbe in Schach gu hol* 
ten, labt fich im Streit Don $unb unb 
Roße beobachten. Rffen führen mit Vor- 
liebe ihr entblößtes ©ebiß ins 6j)ein- 
gefeebt. ScbTcd Permag bie (Ejfretions- 
organe mancher gu beeinflußen. (Eni- 
feften fann ihre perjerrten ©efiebter er* 
bleichen laßen 

Unb ber URcnftb? Ruch er, gumal 
ber junge unb ber primitioe, richtet fich. 
eifchredi, als ©anges gegen bie oon außen 
auf ihn cinbringenbe leben sfctnblicbf 
ÜTfacbt, unb gtoar buTchaus nicht rooll- 
beroußt. Bie fopflo» fich ferner D»n 
ber ©efabr überrumpelte, fronft befonnrne 
3Ren|<hen benehmen fönnen, ift gleich- 
falls nur au brfannt. Rllerbings labt 
bie reiche ©tieberung ihrer Seelen fpracbe 
— bes ©efiebts. ber ©ebärben, ber 
Stimme — ben 5lüd|cbluß auf ein reicher 
als beim Xier gegliebcrtes Innenleben 
ju. (Es ift, als bränge bas Ceben mit 
fteigenber (Jntroidlung bes Organismus immer mehr, 
immer oielgeftaltiger nach Rusbrud. Natürlich ift es ein 
6<htitt, ber pon ber tierifchen Rußerung bis babin führt, 
too (cbließlicb aus ber UUenfebenbruft Tein [eelifche Sßot 
au funftooUcr ©cftaltung ftrebt; aber boeb eben nur ein 
Schritt. 

Unb roie ftebt es enbltch um bas Verhältnis oon SDlenfch 
unb Jier, wenn Deren Verhalten bei langfam nabenbet 
©efabr ins Rüge gefaßt roirb? Rbgelcben pon ben für 





fi. 'Jtngriff rinn tfteibc auf eine RmuPllct. 


7. (Srpßc :MphrPpmmcl in Cdrrccfftellunfl. 


S. lÄenbebals, pon feinet 3Ufthoblc ein Sidjbonuben perlthcucbenb 



(Ein geroißes Virtuofcntum im (Erftarren bei pläglichcr 
©efahr hat fich bei einigen Dnfeften entroicfelt. — jbaftet 
eben ein Ääfer übeT ben Beg. SJlan fpringt binflu. ©a 
toi ift er. £ot? 3Wan braucht nur ein Brüchen ftill au 
fein, unb febon fchieben fi<h bie Beine roieber unter bem 
ge panjntcn Äörper h«rPOT, unb fort geht es im fechsfa^en 
eilichriit. Stabbeufcbreden unb geroiße Spinnerraupen 
oerfallen auf beftimmte Rei^e bin in 
StaTTejuftänbe, in benen fie mit Dürren 
^ftchen DeroeCblelt roerDcn. Beroegungs* 
los unb ablchredenb zugleich erroartet 
unlcr tfgel guchs unb Jpunb (Rbbilb. 9). 

übgeleben pon ben Rbroebrltellungcn 
mancher Spinnen unb ftrabben, faßen an- 
gegriffene Schlangen ihren langen £eib 
febr einbrud>pdl AuausgelproehenerHampf- 
bdeitfehaft jufammen. ©en f>alsteil neh- 
men He, iur Schlinge gelegt, in ben meift 
auf fleincm Raum geringelten Rörpct 
SUTÜd. ©en Ropf »um .^ufabren erhoben, 
liegen fie Aunächft ruhig (Slbbilb. 6). 
feb ne den aber in böchfter ©cfabr mit auf- 
gerißenem Rachen oor, um babei einen 
Biß anaubringen. ©urch Rufricbten unb 
ftalsaufbläbm macht bie BriUcafchlange 
ihre BerettlchaftsftcUung befonDers ein- 
brucfspoll. — Rn ber ©efamteinftcllung. 

Die ber bebrobte ticrifcbe Organismus bei 
überrafchenber ©cfabr ein nimmt, beteiligt 
fich pon ben Reptilien an auch bei 
Stimmapparat, fei cs furchterrocdenb, 
roarnenb ober um £>ilfe rufenb. — ^lußerft 
fehreefbaft ift ber Biebehopf, ber eben 
auch nicht berporragenb gut ßiegt. Tift 


fpici, bas er mit fteigenber ©efabr auch immer leb- 
hafter treibt, bat _ ihm ja leinen Ramcn eingetragen 
(Rbbilb. 8). Hn höcbflec (Erregung pcrmag bas Beibcbcn 
fogax roie eine Schlange ju &i|d)rn. 

$>amfter, bie fich &ar Rauboögeln unter allen Umftänbcn 
in Sicherheit ju bringen (uchen, büpicren hingegen ben 
^unb, ber ihnen ja .giroeilen mit roahrer Vaffion nacbftellt. 


fich felbft fprcchcnben Vorfommnißen bes täglichen Gebens, 
bat uns Dct Rrirg einen intereffanten Beitrag jur Bcant 
roortung biefer grage geliefert. Von £>au* aus, bas ifl 
meine Übrrjtugung, liegt auch auf bem ©runbe bes Solhatcn 
berjens ein Stüd „geiflheit". ©en Bunfch. plößlicb beraus 
gehoben ju fein aus ber gefabrenrcicben Sage, fühlt ju- 
ccitcn auch Die Bruft bes Xapferen. ©ie|e uralte Reigung 
jur glucbt vor bem geinblichcn ju über 
roinben, aisbann im Vollbetoubtlein aller 
2Jlög liebfeiten her ©efabr entgegenjugeben, 
unb Atoar für eine Sache» bic nicht un^ 
mittelbar ber inbiroibucllen ?ebenscrbal» 
lung in beAug auf (Ernährung unb gort' 
pßanAung bient — Das jcichnct ben 
Rfenfchen aus. 

©croiß, es gibt auch in brr Xierreibe 
ähnliche, freilich eben nur ähnlich geartete 
Solle, a. B. in ben Rricgs^ügen ftaaten 
bilbcnbcr Snfeftcn. ©iefe Xatjachc ift 
burebaus bemerfensroert. 6ie Deutet 
nämlich Darauf hin, baß bie ticrifdbc 
„Vfocbe" im ©lamme Der ©fieberfüßer 
bereits einen ©ipfcl erreichte, ber ach- 
tunggebictenb neben her fcrlifcben (Ent- 
rpidlungsfiufe böchfter Birbeltierc ftebt 
Rur febeint Das Verhalten ctroa ber 
Rmetlcn einer ganA anberen feelifebrn 
6lruftur au entfpxingen als bas bes 
SOTcnf.bcn. Vermutlich liegt boxt ein un- 
bewußter ober nuT (ebwaebbewußter Rb- 
lauf innig oertetteter plothif^er 8u- 
(ammenbänge Augrunbe; hier aber, wenn- 
gleich nicht immer, bie bewußte (Etnfeßung 
bes Ccbens für eine Obce. 


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P. 3flel, p?n etnrni überra|4>t. 


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THE OHIO STATE UNIVERSITY 





** 4k 





9telie| an Dnnenmauer bei fünften I erraffe (nodj ungebculet). 
Tte Relief ftcllt eine fürftliifce 'l v cr[pn mit ©clptgc bei bei 3Lbnifc bar. 


“Hclic f an ber 3nnenmaucr bes eilten Umgangs (bas Ce ben bes bi|tori[<fccn Bubbbo). Oben: ©autama nimmt 
in bei fünften 'Stabe feinex Bubbba-'äJiirbt bic $>ulbigung bes Staga-Surften SRiKilinba (am Stillen Idjlangcn- 
nepllebnunf rrfmntlicb) entgegen. Unten: 9tod) ungebeutet. 



'Jleliefs an bei 91ufecninaucr bes elften Umgangs Qatafa- 
tfiiablunflen. bic bic fiübctcn (frbcnleben bes Bubt>ba fcbil- 
betn): ‘Xta Babbilotttta als 'Büffel, ber gebulbifl alle ‘fJoffen 
unb bofen (etteifibe eines 'äffen binnimmt unb einem ibn besiegen 
belragenben liefen erflärt: „SKifebanblungcn bunb ein ma<btle|es 
Jier bieten bi« befte ©elegenbeit, lugenb fß üben, benn 9tadj- 
fiebt lemt man nur tninfc onbete. ®enn biejer I<fon>ad>c, »cnlel- 
mütigcBffe mi«fe Öcbulb lehrt, warum feilte i<b reiten b werben ?" 


©er buibb'fti(<^e lempel 'Borcbubur 
auf jjaoa (9. 3abrl>im&ert). 

Statt pbotpgrapbifcbcn tüufnabmen »an il. 91. Biaglcbal. 
(Sieb* ben 'fluffab »on US. €laug<jjrb auf 6eite 566.) 


Relief am Borobubur. 

(Sin B©bbi|att®a (eine anbere Bejeidjnung für Bubbba), auf einer 
Cetusblüte Tßcnb. 


©efomtanfiebt tes Icmpcls; Storbfctlc, 

(3nji|<f>en ben beiben Bäumen rechts ber logenannte „unDollcnbele Bubbba".) 


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6tup«is mit Bubbbafigur. Tic böd)ften bict Icnaffcn finb mit 72 burrfelecblrn fctupas belebt, 
»on benen jebe ein Bilbnis bes bidorifchen Bubbba, mit bet fcanbbaltunfl „bas Stob b« 
©cfrf)« brebenb", enthält. 


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566 


Siluftrirte 3eitung 


9tr. 4009 


Literatur 

Der SSTlaler Otto griebrid). / 35on anaj paget. 

(€irbf bas 9ilb Dn länjftin 3Ralaboti auf brr erft»» tr«it* bi(|» stummen 
m Atelier bes Wiener Malers ^rpfeffor Otto ßriebiicß fann man ben Seitenflügel eine# 
griefes (eben, bas einen in allerlei tfigengebanfen oerlunfenen, roie in leifer Tronic blin» 
jelnben ftauj jeigt, ben buntfarbige Tagsögel unb Rräßen grell umtebreien. Als id) ben 
SXünftler fürjlicß befugte unb er mich biete# ©ilb [eben lieb, ba mußte ich bodj bemerfen: 
„Herr ©rofefior feßeinen ba eine Art ©elbftbilbnis gemalt ju haben!" — worauf bei Herr 
‘profeffor allerbing# nur mit einem feinen Lächeln b«r ßuftimmung antworten tonnte. 
Otto griebücb, ein Mitbegrünber ber „©ejeffion", muß beute ben ©enioren ber Wiener 
Maler jugejäblt werben. Sr ift 1862 ju 9laab in Ungarn geboren, bat aber in AJien 
ftubiert unb auch bie Afabemie befuc^t; 1884 ging er nach Münzen unb oon bort nach 
©aris, oon wo er, nach einer Afrifareile, 1895 nad) Alien beimfebrte. Qriebtich ift eine 
jener füllen , in Surüdgcjogenbeit lebenben, abfeitigen Naturen, bie in ber Runft nie 
um ben lauten 9lubm bubien. Sr ift DielmeßT einer oon benen, bie immer Juchen, benrn 
Irin (Erreichtes ©eniige leiftet, unb bie, wenn aud> mit febarftm unb Deiflänbigem Auge an 
allem Anteil neßmenb, was ber lag aufroirft an neuem Problem, an neuem ©eftaltungs- 
willen in ber Runft, bennod) mit unbeirrter ©eßarrlicbtcit eigenen Sielen naebftreben, bie fie 
benn aud> mebx für ficb als für anbere erreichen. 

Otto griebrieb, ber mit hergebrachter Ufabemif, ja, mit ber $iftorienmalerei begann, bat 
in fleißigen Öabrjfßnten gelernt, mit fnappen, fparfamen Mitteln malerifcb ausjufpveeber, roa# 
an ©ei|t unb Stoff für ibn ausjulprecßen war, unb biefe ©pailamfeit unb Herbe im Kolorit 
jugleicß mit ber ©riftigfeit feiner Silber, bie fic^ erft nach unb na<ß erfcßließt, bann aber 
bureß liefe unb ©ebcutung innig gefangennebmen fann — biefe (Eigenfdjaften toaren eben 
nießt banacb anäetan, auf Ausheilungen jeben ©efueßer ju gewinnen, griebrieb ßat_ etwas 
oon einem CigentrWlcT. Sr finnt ben Söunbern ber ©ewegung nach — rooDon ba# ©ilb ber 
TänjerinMataban Sfugnis ablegt — unb was in feinem Sullus „^IßQtbmen", wo biegarbe als 
©timmungswert mit febr Diel ©eift bebanbelt wirb, jum glüdlicbften Ausbrud fommt. Da- 
neben felfeln griebrieb feit fe bie fojialcn Probleme, ba# Slenb unb Leib ber Mafien, bie 
Armut, (Entartung unb ©erfommenbeit. Sr bat in bießterifeb geflauten ©jenen bie neun 
Mu|en in ben Alltag unb bas fojiale ©efeßeben bineingeftellt unb als Lithograph namentlich 
mit bem fJorträt I>r. ©iftor Abkis, bes terflorbenen gübrers ber öfterreicbilcbcn ©ojial- 
bemofraten, eine oorjügliche Ceiftung Dollbracßt. (Ebenfo bat er ©ilbnilfe in Tempera unb 
61 gefeßaffen, bie feine feine $anb oerraten. Unb mehr noch in« ftTtiggemalten Silbe 
ift ißm in ber impreffioniftifcb bingrroorfenen 6fijje gelungen. (Einen befonberen Top ju 
etbafeben, eine beftimmte ©jene in beftimmter ©eleuchtung, einen ©olfsauflauf, einen ©arten 
im Monbfcßein ober was es fonft an malerifcb intereffanien Momenten ju feßen gab: barauf 
ift er, ein Maler um bes Malens willen, immer mit LeibenftßafJ ausgeroefen. 

griebrieb ift feit Dielen öaßren ©rofeffor an ber ABiener Runftlcßule für grauen unb Mab- 
cben, unb er ift als Lehrer ein ganj feltener gübrer, ber auf bie ßragen ber Runft unterer 
Tage einen feinen unb im eigentlichen ©inne mobernen ©efeßeib weiß, freilich bat ihn fein 
Lehrberuf namentlich in ben leßlen fahren oielfach Don {einem malerifcben AJerfe abgejogen, 
bas in ber Runft ber ©egenwart einen aeßtungswerten 'piaß gewiß beanfprueben barf. 


Sei Tempel ‘SoTobllbur. / San SBalter etauflaarb. 

(€i*b* Das Tableau auf «Seile 565.) 

ir leben im gritalter ber Zweifler unb ©uebenben. Alte, burch gabrbunberte gefeftigte 
Ülitfchauungen geraten ins Sanfen, geheiligte Xrabitionen büßen ibrtn ©ert ein; bie 
alten ©obnungen unteres ©eiftes- unb ©emütslcbens finb baufällig; Ichon finb bic genftcr 
eingefcblagen, unb bie ÜRaueni geigen IHiffe. 'Siele flüchten unb irren juebenb umber; einige 
behaupten, ohne ©obnung ausfommrn ju fönnrn, unb fühlen fich cinfttoeilen im greien roobl; 


unb R u n ft. 

anbere bauen fi«h neue ©obnungen, unb unter biefen finb es nicht wenige, bie ihre SJauftoffe 
ber alten Lehre tlubbbas entnehmen. Die Lehren bes inbifeben ,,‘Protcttanten" ©autama, bie 
im 6. gabrbunbert d. Sbr. ber ^lusgangspunlt eines fomplijierten 9leligionsfoftems würben, 
bas feit langer Seit in feinem Urfprungslanbe ausgerottet ift, h«lt«n h<ute in »erfchiebenen 
gormen ihren (finjug in bas nach einem neuen ©lauben bürftenbe ^Ibenblanb; als bubbbiftifebe 
'Pbilofopbie, als reiner SJubbbismus, als etbifcb« ^ubbbismus unb, am erfolgteicbften, als 
„cfotcrifcber ^ubbbismus" (ibcofopbie), 

©er war 3)ubbba. unb was lehrte er? ©ir fennen nur bie Überlieferung, ben ©agen- 
franj, ben feine Hunger um bas Leben unb bie ©erufung bes „©ollfommenen" woben, unb 
ber uns in ben Tteliefs bes immer noch ju wenig belannten ^Monumentalbaues ©orobubur 
auf SDlitteijapa erhallen blieb. Cftwa im 9. SJabrbunbert würbe biefes auf bas forgfältigfte unb 
feinfte behauene SDtonumcnt oon in gaoa etngewanberten Anhängern bes fogenannten nörb* 
lieben ©ubbbismus (3Rabapanismus) exr icfjtet unb geriet {cbon im 10. Habrbunbert aus einer 
noch bunllen Urfacbe in ©erfall: um jene Seit würbe ber ©iß ber £mbuberr|<ber eon 9Wittel- 
nach Oftjaoa oerlegt, unb ber ©orobubur mit anberen ©auwrrfen feiner Umgebung, obgleich 
in einjelnen leiten noch unoollenbrt, blieb bem 3abn ber Seit überlaffcn. 2ln pbanta[til<bcn 
©erfu^en, ben Untergang bes ©ubbbiftenreiches Don SWitteliaca ju erflaxcn, bat es nicht 
gefehlt; irrtümlich ift bie alte 3luffaffung, ber ©orobubur fei als £>ocbburg ber ©ubbhiften 
oon ben 'anobammebanern geftürmt unb mit (Erbe bebedt worben, ba ber 3|lam erft im 
15. Habrbunbert feinen (Einjug auf gaoa hielt; brauchbarer ift bie Llnficht, baß oerheerenbe 
Ausbrüche bes benachbarten ©ulfans SMerapi bie ^inbujaoanen an ber ?licbtigteit ihres 
©laubens jroeifelit ließen. Uor etwa bunbert ßabren ließ bei englifcbe ©oupemeur 'Dlaffels 
bie 0^uine oon Sdjutt unb oultanifcher aifche befreien, hoch bauerte es bis in unfere Seit, ehe 
man bem bubbbiftilcben Prachtbau bie oerbiente ©ertfebäßung unb böcbft nötige Überwachung 
angebeiben ließ. Die ©lobctxotter fönnen nicht mehr ben Dboani-©ubbbas bie Köpfe ab- 
fchtagen, um ße als ^feifeanbenfen mit junehmen, unb bie ummohnenben gaoanen haben feine 
©elegenbeit mehr, bie ©ege burch ihre tleisfelber mit ©asreliefs unb SJtaucrantefiia ju 
pflaftem. ©on 1907 bis 1911 würbe ber ©orobubur (ber 9!ame wirb burch „unjählige 
©ubbhas" überfeßt) reftauriert, unb fein ©tubium unb feine Überwachung finh ben hollänbi|<hen 
Archäologen anoertraut, burch beien rührige lätigfeit bie ©ejehießte unb ber ©inn bes liefen- 
baue# immer beutlicher werben. Demnäcbft er|chei«t im Aufträge ber bbllänbifcben Regierung 
eine Monographie bes ©orobubur, bie neben Abbilbung unb tErtläiung ber ©asreliefs alles 
©efannte über ben ©au enthält unb rnobl auch mit manchen Srrtümern aufräumen wirb, 
©o auch mit ber $ppotbcfc bes „unoollenbcten ©ubbba“, ben man in ber bochftcn Kuppel 
(6lupa) fanb, unb ber beute am guße bes lempels aufgeftellt ift. SKatb bubbbtftifcben Über- 
lieferungen würbe bie Afcbe ©ubbhas in acht foftbaren Urnen beigelcßt unb barüber Kuppeln 
mit jpiinbeTformifltr 6piße (6tupa) errichtet; fpäter würben Heben biefer Afchenteile heroor- 
geholt, jebes in 12000 ^Heftchen jerlegt unb biefe in 84000 Urnen über bas Lanb perteilt, 
©ermutlicb brachten bie bubbbtftifcben (Jinwanberer ein Teilchen ber Aldje ©autamas nach 
gaoa mit unb erbauten hie 9ttefmftupa ©orobubur, heren Kuppelform beutlicher wiTb, wenn 
man ficb bie beiben unterflen Tenaffen, bie erft nachträglich jur Slonfolibierung bes Monu- 
ments angebaut würben, wegbenft. Über taufenbmal ift bie Stupa als Ornament am ©oro- 
bubur oerwenbet, unb bie oberfte große ©tupa wirb wobl bie Afcße bes tfrlöfers enthalten 
haben. 

3n bsx Literatur nun fpielt ein h Q lbfertiges ©ubbbabilb eine unoerbiente Hauptrolle; 
man fanb biefen „Unoollenbeten" in ber Houptftupa unb beutete ibn als Kopie bes unooll* 
enbeten ©ubbßa, ber in ©orbetinbien an ber ©teile errichtet würbe, an ber ©autama bie 
©ubbhareife erhielt, ober als DarfttUung bes Abbi-©ubbba, bes unperfönlichen Urroefens, 
ober als eine fombolifcße Darftellung ber ©ernießtung bes glcifcßes, alfo ©ubbßas Übergang 
jum Nirwana. Doch oll biefe Hbpotbefen finb müßig, weil ein älterer ©erießt fi<b bewahr- 
heiten bürfte, nach bem oor einigen gaßrjebnten ein ©eamter bie obeTfte ©tupa aufbrach, ein 
golbenes ©ubbbabilb baraus ftabl unb jum ©eßein einen roß brbauenen ©tein, ber beim 
Tempel lag, in bie ©tupo tcßaffen ließ. 



5Böt)t«nt>basD5ol»^iun&tpa(fer ben 3tPcdo erfolgt, bie3RunbböbkiCU 
besinfijicrcn, haben wir mit ber 0bo(>3al>npafla ein 'Präparat auf ben 
SETtarft gebracht, bas für bie meebantfebe ^Reinigung ber 3äbae auüer= 
orbcntlicb geeignet ift. sieben ber überaus feinförnigen 33efcfcaffenbcit ift 
ber eigenartige u. aparte ©efebmaef u. ©erueb befonbers bctcorjubeben. 


■ GiV“ 

1 



THE OHIO STATE UNIVERSITY 



9lr. 4009 


3tluftrirte 3eitung 


567 


Die um ben Bau laufcnben, ummauerten Terraffen fi«tb mit etwa 1600 nur noA teilweife 
erhaltenen fprcAcnbcn filtern in Basrelief grfAmüdt, pon bcntn bic bes un teilten Umgangs 
erbeutet werben tonnten. €ie fd>ilbern an bei Jfnnenmanb bas Ifeben bcs biftonfeben Bubbba, 
Inne ©eburt, (eint Ebf, (einen EntfAlufe. 'Weib unb Rinb *u ocrlafTcn, (eine Eirfiebler- unb 
Banberjabrc unb feine ErleuAtung; per -Xcrt für bieft Enäblung würbe in bej talitaoiflara 
aefunben, wenn aueb nidjt alle Reliefs burA biefe ©djrift erflärt werben tonnten. An ber 
AufjcnWanb finb bie in ber Jalafamala (WabrfdxinliA im 5. Jabibunbrrt n. (£br. auf Xenion 
rcTfafet) brbanbelten früberen ^nfarnationen Bubbbas gefAilbcrt. 

Der Seit ju ben Reliefs ber anbrren Xerraffen ift noch nicht gefunben ; an einigen (onntc 
man EUlaitrepa, ben Bubbba ber gufunft erfennen; bie “Bcbrutung ber meiften liegt jeboA 
noA gant im Dunfcln. 

Die BclAäftigung mit bem Bubbbismus. nah feiner pbilofopbifAen roie na6 ber rcligions- 
qcfcbidjtlicbcn Seite mit ben Spaltungen unb teilioeifen Entartungen, ift bant ber umfangreichen 
Literatur feit langem nicht mebr bas Vorrecht cinjelncT ©elcbrter, unb |p roerben wobl ciclc 
bei beoorftebenben Verausgabe einer Borobuburmonograpbie mit Spannung entgegen {eben. 


Die ©efellfAaft ber SD^örite^greunbe. 

ine „©efellfAaft ber SDlörifc-greunbe" bat in granffurt a. SW. ber Schrift (teil er unb 
'JRönte-gprfAer Vanns Bolfgang Aatb ins Ceben gerufen, beren ftief Katrin brftebt. bie 
Verbreitung ber Berfe Ebuarb SDlörifes, biefes aller Volitit abgemanbten, Bon unrnbliA 
reinen Harmonien f rteblid>er Veiteifcii überftromenben feinen ©elftes im beutfAen Volte ju 
förbern. Das eingeborene, urlprünglidje unb ungetünfteltc ©enie biefes eblen, teufAen 
BiAtergemüts unb feiner Dichtungen Bunberrodt tn ihrem flaffilA-fAönen ©ewanb blieben 
bis an bie Jabrbunbrrtwenbe nahezu unbefannt unb in ihrer oerebelnbcn Birfung unrrfannt. 
Vugo Bolf, ber in tongenialer Beile 55 bei berrliAftcn ©cbiAte 3Rörifcs oertonte, gebührt 
bas Berbienft, ben oergeffenen Boden ju neuem Ceben ermeeft unb in vielen taufenb beutfAen 
ner.ten ben ©runbftein *ur UnftcrbliAfcit bcs ©rajiöfeften aller 6An>aben gefegt flu haben. 
Die Siebe ju bem SWenfAen unb feinem Berte tu pertiefen, ift bas oornebmlicbfte 8>el btt 
neugegrünbeten ©efelliAaft. Darüber hinaus bat fie bie Ehrung unb Unterhaltung ber 
:TRörifc-6tät1en ins Auge gefafet fotoic bie Untcrftü&ung her bebürftigen SRaAtommen bes 
DiAtcrs buiA Ehrengaben: Vlies in allem eine ibeale Angelegenheit, beren gorberung burA 
lülitgliebfAaft einem jeben guten DeutfAen EbrenfaAe lein lallte. 9Rörife ift beute mebr 
benn je ein ftulturfaftox. ©crabc in biefer geil ber größten ??ot muffen toir, rüd- 
iAauenb auf unfere berrliAe geiftige Vergangenheit, oon ber Sufunft glauben, bah rinft 
roifbrr etroas oon bem beutfAen Be|cn etftebcn wirb, bas uns in SWörife fo lieb ge- 
roorben ift. 

gür ben geringen Jahresbeitrag pon 15 .ß (nebft einmaligem Anmdbebeilrag pon 5 .0) 
ccTfenbet bie ©cfcllfAaft alljäbrliA ohne »eitere Rollen wertvolle VeröffentliAungen an bie 
:Wilgliebcr. Stifter eines Betrages oon 500 .* unb mebr erholten bie jäh rlicbcn ©oben 
ber ©e|ell|Aaft auf Cebensieit obne weitere Jahresbeiträge. 

Die ©cicllfAaft wblt bereits neben einer tleinrn Anjabl oon Stiftern über 20t) oibent- 
liAe :TRirglicbcr. Dem Vorftanbe gehört unter anbtren ber DiAter Cubwig gindb an. 

Stöbere Ausfunft burA ben Vorfi&enben £>anns Bolfgang Aatb. granlfurt a. :W., 
CccrbaAftrabe 79. 

BüAerbefpreAungen. 

3leue VüAcr über Xbeater unb Xan*. Abolf Beisma nn, ber ein nettes *BüA- 
Icin über ben Virtualen gcfAriebcn bat, belAäftigt fiA in feinem leöten Ber! cingcbenb mit 
bei „Vrimabonna" (Verlag Vaul ttaffirer; geh. 45 jV). Bas ber Virtuofc im Ron.vrt- 
iaal oorftellt, bas bebcutct bie ^Jrimabonna auf ber “Bühne. Unb boA finb fie beibe gana 
rcTfAiebcnc Xppen. <fn bem Virtualen tobt ein beftänbiger ftampf üwifAcn ber XeAntf unb 
bem ©AöpfcrifAen, ^taifAen bem Sigeuncrbaften unb bem VürgcrliAcn. Daraus refultieren 
bie Unruhe, Un^ufriebenbeit, Uberfättigung ober ©ebroAenbeit , bie abroeAfclnb ibn b«im- 
luAen: im ©runbe genommen al|o eine IragifAc ÖrfAcinung, ein 'Problem. Tic prima bonna 


bagegen ift untragifA, unproblematifA: RinMiAfeit unb ftofetterie paaren fiA in ibr unb 
maAcn fi? AUt VebcrrfAerin über bie Vf^en. pj f ©unft bespublitums trägt fie empor 
lAtainbelnber Vobc ber Jriumpbc, unb fclbft wenn bas Alter fie Ataingt, her Vübne Valet 
^u lagen, ftrabll noA um ibr Vaupt bie ©Ioriole ber Erinnerung. Bcismann unternimmt 
cs. gcflüftt auf UulturgcfAiAtc unb Anefbote (lefttere liefert bas mciftc iWaterial) eine 3Wonc- 
grapbic ber primabonna w fAreiben unb AUfllciA in ibre tfcclc hinein (ulcuAtcn. Von ber 
s jlenat|fance, bie man als bie ©eburlsftatte ber primabonna beieiAtten (ann, aon ber (Äonen 
Abriana Vafilc führt er uns, bie bcroorftcAcnbftcn ErfAcinungcn bcs perfloffcntn Jabrbunbcrts. 
wie gauftina Veffc, 6opbic Arnoulb, bie Eatalani, paulinc Viarboi, Venricttr Montag, Abelina 
palti unb einige anbere ©röben bcrausgrrifcnb, bis ,iur Operettenbiva gfib« URaffdro unb 
ben Bagnerbcroinrn, einer “SWilbenburg, ©utbeil- EAobcr unb Emmo Dcftinn. Amufant 
plaubert er pon ihren tsAtaäAen unb Xriumpbcn unb fteuert bamit tu bem Kapitel ber 
intimen XbeatcrgefAiAte unb ber pfoAologie bes publifums einen rciiopllcn “Beitrag bei. 

iWcmoiren aon ©ängerinnen, CAauIpickrinnen unb Xäntcrinncn pflegen mcifl €clbft 
befpiegdungen brr Eitdtrit tu fein. Der Vauptteil gilt ben Vulbigungrn. bie man empfängt, 
einen roiAtigcn Waum nehmen bie Intrigen ber Kolleginnen ein, unb nur rin gant Meiner 
AbfAnitt bebanbell bic eigene PlenfAliAfcit. ©retc Biefcntbals tcelbftbefcnntniffe, bie 
unter bem Xitel „Der Aufftieg" bei Ernft Aowablt, “Berlin (gcb. 9.0), erfAiencn finb. 
bilben eine rübmliAr Ausnahme. Allerbings toirb vorläufig nur oom „Aufftieg" er.tablt, ber 
bis tum rrften entfAcibenben Auftreten reicht . oirllciAt wirb ber naAfolgcnbc Vanb, ben 
uns bic XänaeTin aerfpriAt, unb ber ihre Xriumpbe (Ailbcrn fall, uns eines anbern belehren. 
Bas ft« bisher bcriAtet. ift oon fo rübrenber (£AliAtbnt unb Varmiofigteit unb fo lirbens* 
würbig unb nett, bafj man nur rnünfAt, biefer Xon möge bei tTRcmoirenfAreibcrin auA 
fünftig erbaltcn bleiben. fRaA bem Vorlicgcnben barf man lagen: fie ift niAt nur eine gute 
Xän.tcrin, fonbern auA ein treffliAes :IRenfAcnfinb. 5toA ein anberes VüAlcin einer 
Jüngerin XerpfiAorcns fei erwähnt. Es bringt fein 6elbflbefenntnis. aber wpbl eine An- 
leitung tum 6dbf!ftubium unb ift pan Olga Desmonb, ber befannlen tcAonbeitstänAcrin, cer- 
fnfet („Äbptbnipgrapbif", Verlag Vreitfopf & Partei; geb. r"\A pcrfonliA fAä(tr 

bie Kunfl ber Desmonb nicht befonbers boA ein, unb barum moAtc iA auA ber ran ibr 
ausgcllügeltcn XanjnolenfAiilt feinen groben Bert beimeffen. Die Xanttunft liegt in ber 
forpcrliAcn Anmut unb im Temperament; rorm bie Walur bies niAt gegeben bat, her wirb 
burA noA fo fleißiges ©lirberftubium fie niAt erlernen. i>r. Daieriai Xormu 

3 u r ©efA'Ate grtebriAs bes ©toben. Der um bie Verausgabe ber 
Beife griebTiAs bes ©rohen wie um eine VeröffentliAung ber Literatur über ben groben 
preufeenfönig perbiente Verlag oon Aeimar ftobbing in Berlin »eröffentfiAt j»ei neue Berfe 
biefes Citeraturfreifes, auf bie im WaAftcbenben turg oertoiefen fei. Den erften Banb ber 
„Jugenb griebtiAs bes ©rofeen" bes franjöfifAen ftifiotifers Erneft Caoiffc legt 
griebriA d. Oppefn-Bronifotosfi in beutfAcr Überfettung por. Es bat gewifj einen 
befonberen Beij unb auA «inen unbeftreilbaren “Bert, hier einmal bie Jugenb eines ber 
bcTPorragenbften DeutfAen aller feiten unteT bem ©efiAtswinfel eines frembftämmigen ©e- 
lehrten ju betraAten. Das ebrliAe Streben bes granjofen naA »iffenfAaftliAer Objeftioität 
ift babei burAaus anjuerfennen. Xrcßbem wirb man gut tun, bei bem Cefen boA ftets btc 
XalfaAe. bas Berf eines fianjöfifAen Berfaffers dpt HA tu haben, im Auge tu behalten 
unb baraA «inen fritifAen Abftanb au wahren . SRur auf biefe Beife fann man ben riAtigen 
©eroinn aus bem Berfe jieb«n- — Das zweite ju nennenbe Bert w ©efpräA« griebriA^ 
bes ©rofoen", berausgrgeben pon gricbxiA P- ■Dppcln-Bronifowsfi unb ©uftap 
Bertbolb Vol}, bilbet eine »illfommene Ergäniung ber Ausgabe bet Berfe gtiebriAs 
bcs ©rofjen. Die ©efpräA«. gcfAöpft aus ben BcriAten ber ßeitgrnoffcn unb SWitlcbcnbcn. 
finb AronpfogifA georbnet unb führen oon her Stronprin.tenAcit bis an bas Cebensenbe. ?lur 
bie ©cfpräAe mit DiAtern unb ©efrbrlen finb aus biefer Jfteitfofge berausgelöft unb in einem 
befonberen AbfAnitt für fiA Aufammengcftcllt. Bic bic Briefe, geben auA bic ©cfpräAe ein 
Zeugnis oon bei ftaunensioeiten Vidfeitigfeit brr Bntereffen bes Königs, ber, ein geiftpollcr 
Vlauberer, mit beftridenber Ciebenswürbigfeit feine 8 u bÖTer ju feffeln ocrmoAte unb brsbalb 
wobl gdrgcntliA oon ihnen als „alter Sauberer" unb als „Roi-Ornteiir* gefennjeiAnet werben 
tonnte. Die ÜWen&dfAen Xafeln unb <ll!uflrationen au Rugiers „©elAiAtc griebriAs bes 
©ro&en* unb ju ber fogenannten gürftenausgabe ber ,.<Kuvre» do FViMric le Unuid u geben 
bem Banbe einen fAönen, roürbigcn BilbfAmud. Dr. m »iu<bmüiier 


Römisch 



FLUGELuPIANINOS 


bieren auf Qrund ?5jäbriqenEr'fah‘ 
runq die Qewährfür Halrbarkeir 
leichtesre Spieiarr sowie Fülle 
und Schönheit des Tones 

Vorspiel und Druckschriften 
bereitwillig 

LUDWIG HUPFELDAG 


Berli n W. LeipziQersrr.llO 




KALODONT 


BESTE 

ZAHN-CREME 


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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITT 





$nE>< b ti t«bafttonellm 2dl*. 




Zuverlässige 
Zahnpflege, köstliche 
Erfrischung ! 


wirkt 

reinigend, desinfizierend. 
[Beseitigt missfarbenen Zahnbelag 
und üblen [Mundgeruch . 


Gegen die 




ist nur ein wohl- 
genährter 
Mensch wider- 
standsfähig ! 
Darum kräftigt 
Euch mit 


Viscitin nahrung 

die kein einseitiges EiweiBprodukt ist, sondern 
ll alle zum Leben nötigen Rohstoffe enthält. 
Wl Zu haben in allen Drogerien u. Apotheken. 


Digitized by l^OOgl 


atluftrirtc 3eitung 

§»ol3pIaftif oon ©eorg ©rafegfler. 

fTSer liölncr Bilbbauer unb ^rofeffor ber borti^en ftunftf&ufe, bet 6<J)öpfft 
^Ji > cs (Mlubbrunncns unb ber monumentalen fiiflurcn am 'ftatbaus in «stbro-erte, 
bat ficb in feinen neueflcn 'Arbeiten aueb als ein origineller JpolÄPlaftifer ertviefen. 
(£itt €obn bes baoerifeben £>ocblanbes. aus '■Vartcnfirrbcn flammen b, «ft er t*on 
ftaus aus mit bem >>olAe (o vertraut, fraft er es ohne 6d)tviciiflfcit meiftert 
unb formt, tvie es ihm fein fünfllerifdjes 'Wollen einaibt. islcflreifboljerei ift es 
eigentlich, n>as er in biefen ficbcn Köpfen bietet. SDlan rvirb tiefe fünftlcnfcbcii 
3mprooifationen eines temperamentvollen ecbnifccrs ain beften toürbiflc n tonnen, 
tvenn man toeifo, tvie fie entftanben finb. Wäbrenb eines gerienaufentballes 
im eommer 1918 in ^'artentivdjen (triff ber Künftlcr in feinem bortiflen $rim 
abtvecblelnb balb iur poliaft jum „Äliabn" (€palten) bes öoMes, balb b<mb« 
babte er Knüpfe! unb €<bni|jeifen unb fd^ni^tc aus benfelben fbolftfcbeitcrn, tvie 
er fic als Brennbol* jur erbt machte, auch aleicb feine Köpfe heraus. Tas tlobiae 
ftbieferipe lannen* unb gicbtenbolj jivanq au einfacher gorm unb berbem 6d>nitt. 

3Rit biefeT vom äflaterial einflcflebencn 6<bnifrn>ei{e gelangte ©rafegger it>icbe r 
AU urfprüngli&er ©fftaltunpsart, bie ebrnfonxit entfernt ift Don parfümierter 
SalonbvUplaftif tvie von abficbtlid) gefunfteltcr Primitivität ultramoberner netter- 
artiger Kunftäufeerungen. 

0'uafcgpeTS originelle frolAplaftif erfebeint vielmehr burebaus pefunb unb 
natürlid) getvacblen. mie jene ber alten bopeTifcben, fdwäbifdven unb fränfififcen 
öoUfcbniöer. 'Wir leben in biefen Arbeiten beachte nstvexte ilufjcrungcn eines 
raffemabifl begninbeten, DolfstümfiArn ftunftlcbaflens — oor allem viel urfprüng« 
li(fce ^tipe bes fo inbioibucll geftalteten bcutfdxn ©efidbts. Wir fönnen fie 
Dirlleicbt am beften djarartcrifieren mit^ber Beje trbnung ; „'.Wimifcbe Öol*- 
plaftif." ‘JUeranber t)filmencr, 3Ründ>en. 


9tr. 4009 


e 


THE OHIO STATE UNIVERSITY 





9lr. 4000 


3lluftrirtc 3t' tun 9 




(a®tyym 3 ^<!?i?E 2 aÄa^jsJfi®K i?®oa cagw^" 0 ^nre®sföeG 3 bo> ©fcacaoiBiywE^ ®KAB 9 Da«scawEoe. 


* „»tOWO'i'V-AA,,. ¥ 

c d^ MAI 1920 ^ 


MAHLER-FEST 

Sämtliche Werke 

GUSTAV MAHLER'S 

üi einem Cyctus von neun Konzerten 

DIRIGENT: 

WILLEM MENGELBERG 

.MITWIRK ENDE! 

Die Damen: Cahier ,Duriffo, Förste// 
Haffmann - Oneffin /Noordemter, Reidel 
Die: Herren : Denijs sDuft&n / Urins 
Concf.rtgebouw- Orchester • Toonkunst- Ciior 


1 KONZERT« 17* MAI 

ZW Lied ihm der Erde, 


S KONZERT« 18 MAI 

cA eurde Symphonie. 

*) KONZERT« Sl MAl 

•Achte Symphonie, 


I KONZCRTi b-AlAI %• KONZERT* IO MAI ? KO.NZERTt l/ .'Ul 

fVis klAffend* Med Dritte Sy mphon ie Das Lied ihm der Erde, 

Lieder efihrmdtnSexilen «KONZERT* 12 .MAI 8 KONZERT* 18 MAI 

Erste Symphonie i\eHtu TÜnfhr Symptuxiu ^Aeunte Symphonie 

« Konzert* « mai 5 -Konzert* «♦■mai ^konzekt« fi MAi 

XntUe Symphonie/ Sechste Symphonie Achte Symphonie, 

s -S KüidertotenJieder *- S J 

4- KONZERT «IS MAI 
Unter / Siebente Symphonie 

jQon-NEMtNT Unpersönlich ) 40 Ouldek / Zuzügl Städt-Stever 
^ Schriftliche V’oraus b estelli no Erbeten 

AM nAS 



»tuttgart „Elilo“ Leipzi 

feinste Parfümerien 
lusferlagrer: Leipzig-, Hallischestn^ 


ZumTDeißbleichen miß färben er Zahne Zahnpaste 

Chlorodont 

Specifihum gegen Locfcerruerden der £ähne. 

XabaratoriuTR £ 00 . JDresden-OT. 



i in|S 


THE OHIO STATE UN1VERSITY 







570 


3Iluffrirte 3 c ' tun 9 


9lr. 4000 


Sillgemeine 9^otijcn. 

91oibb«utfd)er £loqb unb Shipping öoarö. (ötgenübci 
irtcfübtenben SÖlelbungen über [cbEoebenbe 33crhanblungen atof ds 
gemeinfamen Scbiffab risbicnfles bes SHorbbeutfchen Ctoqbs mit 
bem amerifanifcbcn Shipping 35oarb teil! jtfet bfT 9lorbbeut|d)t 
i'loob mit, ba& er lebon feit langer fteit mit bem amdrifdnifdjtn 
6bipping ^oarb in ähnlichen 'Crrbanblungen ftebe roic bit 
tumburfl-Hmerifa fiinie unb bafj. biele ^exbanblungen oor- 
ausficbtM) erfolgDeifprccbcnb (ein toerben. 

£eutf<t>e Scftiffaljrtspatcnlc in 6er franiöfifdjeit Worin«. 
Der frangfrfiftben SRavinr fehlt es an gelerntem D«r(onal. 
namentlich an 3Re<hamftrn. 51 ur bie Inhaber fTan^öftfcber 
Scbiffabrtspatente mürben bisher in ber framöfifeben Marine 
^ugelaflen. 3n (Sllafj- ^bringen gibt es jablrei6e Onbaber 
bcuUcber Scbiffabrl&pütcnte, mesbalb bie „ßianAÖfildbe Flotten* 
£iga" beim 2Rarin«mmiftfr beantragt bat, biefe beutlcbcn Scbiff* 
fabrtspatente ben fran^öfilcben gktcbjafteLlen. 

Die Seife n*ng bes SRartfarfes beam.bas fallen bei fremben 
Sablungsmittel fefite Anfang 3RärA ein, mürbe reäbrenb bes 


Äapp*Dutf(be& Dorübergebenb unterbrochen, aber febon in ber 
SJtitie ber ©eneralftre ifstracbe roieber fortgefefet, unb b fl i ' n 
baSBocbe naef) Ottern belcnbers beachtliche 3te|ult<ite crjiclt, bie 
[ich befonbeis auf ben ©arenmärften äußern. 9öie erbeblich 
bie ftursoeränberung ift, £cigfn folgenfec ^crflleidjsjablen : 

jWatfntnitrunu ÜRarfnalieruna 

m t'ollant» in brr tr dtirrtj 

Snbe Januar 2,15 1 , 191 * 5,50 f , 

9. «pnl 4.75 j '• 9.50 | * *• 

iftulfemnoheruna t^veiwr •tränt 

in Lettin in Sctlin 

Anfang gebiuar . . . 3970 I a. n 1700 1 «ho 

ü. «pril 2152 } — q:> o 1060 ( Jö ,0 


CSnbc Januar 2,15 \ ioi« 

9. 2Ipnl 4.75 i " r l£l '• 


Anfang gebmar . . . 3970 I A - a 1700 1 «ho 

ü. «pril 2152 j ~~ q:> 0 1060 J Jö <• 

Daraus folgt, bah fuh bie 3Deltfompatbien Deutlchlanb immer 
mehr jutoenben; fpricht boeb bas Steigen ber 2Ratf eine 
beutlichere Sprache als alle Sloten unb SRiniftcrrebcn. 

Softroert reichen, bie überfällig finb. Die Erhöhung ber 
Doftgcbübrcn, wie fie im Verleb rsbeiiat b«{prod)cn roorben ift 
unb in tur)rm eingefübrt toerben toirb, macht ©ieberum eine 
bleibe oon ^oftmertjeichen überflüffig. ‘©ei ber ©riefppft be- 



ginnen bie Säfcc mit 10 Pfennig für Drudfacfcen bis jum ©e* 
nicht oon 50 ©ramm. Durch fünf teilbar ift hier überhaupt 
(eine einzige ©ebübr mehr. Sic (teigen oon 10 au 10 Pfennig 
bis jum betrage oon 60 Pfennig. Dann gibt es nod) Sähe 
)u SO Pfennig unb ju 1 SRarf. dbcrflüjfig toerben fomit 
©riefmarfen au 5 Pfennig, ju 15 Pfennig, au 25 Pfennig 
unb au 75 Pfennig. 9lur im Dofetoerfebr fommt noch eine 
burch fünf teilbare 3<>bl t?cr; bas ^>afct bis Aum ©ewiebt 
oon 5 Stilogiamm foll in ber 3lahAone 1,25 SWart foften. 
Dfennigbeträge gibt es bier überhaupt nur noch in ber 9lab- 
Aone mit 2,50 2Rarf für 'Dafete oon 5 bis 10 Kilogramm. 3111c 
übrigen 'Dafete foften oolle^2, 4, 5, 8 unb 12 Warf. Siiich 
bie vcTficbtrungsgebübren für SBerlfenbungen betragen 1 ober 
2 2Rarf. gür Doftontoeifungen braucht man nur noch 33iief- 
matfen au 50 Dfennig unb ^u 1 9Rarf. 9Iuf eine Doftfartc 
toirb im inlänbifchen Decfehr eine einjige ju 20 Dftnnig not- 
roenbig fein, eine anbere etroa au 110 'Pfennig lebiqlicb für ben 
^Qeltoerfebr. Der SBerfauf Oon “ffiertAeichen am Schalter toirb 
fo roef entlieh oerein facht, ba bie 3abl bei bereitAuhaltenben 
Sorten beträcbtfith oerringert toirb. 

— 1 - Studenten- 

I Uten»llien-F*brlU 

I ■ An«tc u . größte F * bn W 

■ I I <1 ir*cr Br.nche 

■ \|J| Emil Lfldke, 

■ ■ Jen. t. Tb. 9 . 

■ J — Ooidcne Medaille. - 

^ ManvrrUnfCKr.KaUloe. 


LUT 5 CHER SE 


8 S? a - 

.Ipporotc 


.. Hals- u. lungenleiden 

Krtdncfraifterftrt.i»t< A.e.Ätttatilifn. tuSotUlPfm Vtfnintun^cn, flfihma k 
iMit'cn.ii'tc mllrcKbf tlpPilKln mit «cteilic Miaute in itttu uiu un> 
aulurl aitcn cugcfaitOic n VtlitcUuiiiuu citltiun. imicrc 

dlDlolin = "Pilldi 

por.iü«li(bc<fTi«l 0 f < Hielt. „&Bi«tn ( ®cr|a)UnnMiifl, OatB.rl, ‘Raibtfdnvtifi. 
cild)c tin IRiictni mriufiidiuici« innrer. duf. M _nj)twnt iinttttmiamnctir 
bo«>tn irrt iflirt»“ .ruiarin.WamSffinbcn lirlüt fi (6 rin.' countflhniirti 
lauten bttictutiont?litcrknniinflrii tn t<n SWinctlunacii. SdOfmcittiiMMi 
ift tannt nictit aciüflt. bah nun aurb ictjri i’aio unt Vunarntiantc tu frinrm 
iprurittn ixallc önluita turrt Äotolm fluten mufl. ütorclin Villen finfe fiit 
.4 1 .- pro iftKirörf l in icttrüfeottjefc ju traten. ^allolKciiolin *CiUenttflenbii'ci 
ntctil oormriQ fein iolltcn. io »cnfeeit nrir fit aticft feitrlt feurdr unten Wericuö 
eporbete tebennann (regen Wachnabme »u. 

WMatüflrlldif <*roldifirc lohewlw». k *•., »erlin S« W. 


Blutarme, tfertröfe unö ötflroacfle 

nehmt nur bie ärjtltd) glänjenb begutachteten 31egiPdn.'Ia. 
blettcn. X>ic JDtrfung ift üt*m»f<b<nt>. gibt nitfjte bciTcrce 
für ben Aufbau bes Körpere. 3n allen ’Jpothcfcn erhältlich. 


„ 0 e&cime /y 

JVotKitMunafn, Onnffflunaen In 
Wimtni. unft ^dKitun^ffacfem. 

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u. fanft. ;Vamilienp<-rWlfn fo»it 
all« Iffflrlttlünatn feWfrat bur^ 

Cxrnnannafetrkr, 
Surjfeurfl, Chlfebornftrafec 2 j. 


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KtlwuMfl-drni - l’Ull- n. 

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Vi-rsundicw .N';«ehn.«d .Varehi— id. 
V<-rlaiifr<ii Sie kuati-nl. Zum-iuIuiik 
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rrprüsnitim I in , IVirbchafw! ei Irr in ■•Lnr: 
Sannt' rri um* «der Pension, auch al: 
ltei«*ln*glejterin. ( iehl auch in« Aus 
nind. tlefl. Zuschriften unter E. L. 13t 
an die UeschtlUstelle diciei ltlatt-4 


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J.J.Weber. Leipzig. ReudnitzerstraBe 1-7.1 
I Vertreter für Deutschland und. 
| I du Ausland werden gesucht. | 

oogle 


KAKAO SCHOKOLADE 


Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 


Die feebeutenbfle, reid?(/altigfte unb am gfänäenbffen auegeflattefe 

6 fj r o n t f über ben TDettfrieg 

finb Die in 9 gebunbenen 3oIgen oorfiegenben 

£rieg$mmtmern 6 er 3 Uuftrirten Reifung. 


{“^fcMufenbe ©on Silbern natf) Originalen jafpreidjer ^eroorragenber Stünjller, Die ifjre 
\ <2mbrü(fe im (Jelbe gefammen faben, geben bie ©ergangenen großen CTreigniffe 
e^t»g«treu unb in anfd)au(idjer £ebenbigteit trieber. STeiric (£f)ronif fann prf? an ber 
jütle fün|Tlcriftf)er 2'cifräge, bie nad) eigenen (linbrüifen geflaitef finb, mit ber i’eipMqcr 
jfluflrirten 3eit»ng me(Tcn, Haufcnbe ©on SHfrbilbungen nadj ©fjatagrapfjiftbcn iUuf» 
nahmen ergänzen tiefe fünftierifdjen lOarffetlungen. 3n ber 2Diebergabe wedjfeln flare 
Sfutotppicn mit ©arsügfiifjen lief« unb ßfffetbruden unb prächtigen ©ielforfrigcn Ülfr* 
bilbungen. 23iele öunbtrte ©on Sluffdfcen aud ber 3«ber bebeutenber ©djriPilener, 
(5elef)Her, SMifdrd uftr». unierrit^fen über ofle (^rogen, bie un^ tx»äf)rcnb bc4 Striegel 
bemrgl l)abtn. ^efonberl ©iAtigen ©ebitfen finb sat)(reii^e umfangreiibe Conber» 
nummern aeaubmef trorben. £)i t Rrieglnummem ber JCeipstger 3Hu(lrirten 3<Üung 
finb ein überaus triifjtigcl, tccrlDotlel Cucilenmaleriaf für bie 0cf(f)i(pte bei 3Pelt- 
friegel. 3br ©tubium ermöglicht etf, bal, wal wir in ben ©ergangenen 3<>l)ren erlebt 
unb wie wir alle* Im Gtrubel ber Greigniffe ffeljenb aufgefoßt in unmittel- 
barer Sriföe wieber auf leben ju taffen, P^b bie STrieglnummern ber ^eipjlaer 

3tlußrtrien ein 2Derf ©on bleibenbem gefdjtifyiHtljen 3Berf. 9Iul oflen Sellen 

ber üBelt täg(icf) eingefjenbe Slnfragcn unb ^eflellungen beweifen bie älnerfennungz 
bie ber »ebeutung ber ieipjlger Sfluftrlrten Jeituna überalT all fül^renber (£fjr©nif bei 
ffieltfriegel gejotlt werben. Oie Ztorrdle ber no^ ©erfügbaren folgen pnb bement* 
fpredjenb nur nod) gering. 


©ie greife müffen infolge ber weifcrfjin gediegenen unb ber bunf) ben 3leubrutf be- 
bingien befonberen großen Unfoßen abermall crfföfjt werben. Gie befragen |e^f für bie 
l.Jdge (STricgö-IRr. 1 — 22 = 5luguP-©ejbr.l914) in <beften3Jl, tO,-, geb. 3R. M.- 


2. 


m 

23— +7 Januar - 3uni 1915) 




35.50, 



72.50 

3. 


m 

48— 14 = 3Bli-Cejtr. 1915) 




53.50, 



69.50 

4. 


0 

75-lB0 = 3anuor-3uni 1916) 




53.50, 



69.50 

5. 


m 

101-126 = 3ufi - 2>cj6r. 191 6) 




53.50, 



69.50 

6. 


0 

127 - 152 = 3onuor - 3oni 191?) 




33.50, 



69.50 

7. 


0 

153-178 ~ 3ult - OejfT. 1917) 




53.50, 



69.50 

8. 


m 

179 - 204 = 3anu«r - 3unl 1918) 




53.50, 



69.50 

9. 


m 

205 - 225 = 3ull - 2! OD&r. 191 8) 




53.50, 



69.50 


9if(e 9 Jorgen jufammen fopen alfo 500 UJtarf in öefleib 650 37?arf gebunben. 
Qinseln flnnen bie 1., bie 4. unb bie 5. Jolge gar nidjf mel)r, bi« übrigen Joigen 
nuT nod) in befcfiränfter anjapl abgegeben werben. 3nterejfenfen, bie fi^ ein 
C?irein©lar bei ©ollflänbigen JDerfel in 9 3 9, 9 en P«b<rn wallen, wirb empfofjkn, iljre 
©eilellung bolb aufjuaeben. Gin ^cubrurf bei ganjen JJJerfel erfSbeint fäum mögiid?, 
benn er würbe eine 2>er©iclfatf?ung bei je^igen preifel bebingen. 


„!Die Sricgstiummcrn ber a((be®äf)rlett „Ceipjiger 3f(uflrirfeti" finb ;tt>eifel(oe bie be(Ie Rrieg^ronif/' ©rajtr ftasMift. 

„Sein AMI befiel ein dfjnlid) gro^ angelegte^ unb lilernrifd) berfieflee Unternehmen." 3Jtfln<$en.A(u$ttirger sft«nf>jeHung, münden. 

©ef^äff6fle((e 6er 3Wuf)frir(ett 3ei<«tiö (3- 3- 3e6er) in leidig 26. 









572 


Olluftrirte Icituna 






rns&m 


nicirrfcxrhi^ni 

\Bucfi-TicjFiin(/l 


Gbcfwein« >«( IböflrMöC&irfl« (pfalj) 

:: ^ r. r. !: :: r: ©eibelljeim, Jorfl etc. :: :t v. :: :: :: :: :: 

iRftangauer (SbctoettK 

5^£löe^eimer, ©teinberaer etc. 

Hlofelaner (Sbclweine 

lauter f il t> r e ti C* e IRartcn 

eadweitw ted 3Wain<i 

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Jahren 1850 bis 1900 schenken wir ic eins für jede 
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VERLAG VON J. J. WEBER/ LEIPZIG 


Nr. 4010 


1 Jiin 

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Einzelpreis 2 Mark 50 Pfg. 

ic eine Nummer, vierteljährlich J5 


154. Band 


AUS WISSENSCHAFT UND TECHNIK 


Primitives in unferem Wirtfchaftslcben. Die Behiuptung, daß 

uns der Krieg auf tiefere Stufen der Kultur zurückecworfen habe, hat einen weit tieferen 
Sinn, als es zunächft feheinen mag. Nicht nur, daß die Menfchcn felbft roher, unge« 
zügcltcr. glcicHfam primitiver in ihrem Gefühls« und Willcnslebcn. geworden find, daß 
die Kampfweife an die Art, wie wilde Volke rftäm me (ich bekriegen, erinnert: auch 
die Formen des Lebens, insbefondere des wirtfchaftlichen Lebens, weifen in mannig* 
facher Hinlicht wieder Züge auf, wie wir Ge auf niederen Kulturftufen antreffen. 
Suchen wir das an einigen Beifpielen näher zu erläutern. Wenn wir den Ausführungen 
von Bücher folgen, fo hatte die Wirtfchaft nicht auf allen Entwicklungsftufen das 
gleiche Gepräge. Der Stufe der Volks wirtfchaft gingen zwei andere Formen voraus, 
deren ältere die der gefchloffenen Hauswirtfchaft ift. Einen Güteraustaufch zwifchen 
den einzelnen Wirtfeharten — die in diefem Falle jede von einer Familie gebildet wurden — 
gab es nicht oder nur in einem fehr befchränkten Umfange; was gebraucht wurde, das 
wurde in der eigenen Wirtfchaft hergeftellt. Eine Bewegung in der Richtung auf diefen 
Zuftand hin weift die Kriegszcit auf: man verfuchtc. möglichft viel von dem, was man 
nötig hatte — alles war auf unferer Kulturftufe ja nicht mehr möglich — felbft zu produ* 
zieren. Leute, die nie Landwirtfchaft getrieben, die von Viehzucht keine Ahnung hatten, 
fuchtcn ein Stückchen Land zu erwerben oder zu mieten, um felbft etwas Gemüfe zu 
bauen, um Kartoffeln zu pflanzen. Man hielt eine Kuh oder eine Ziege, um Milch zu 
haben; man zog Schweine. Gänfe und Hühner, und man ging daran, Rohprodukte 
weiterzuverarbeiten. So (teilte man nicht nur Butter felbft her, machte nicht nur Wurft, 
fondern man verarbeitete auch die Haut weiter, oder beffer gefagt, man ließ lic weiter« 
verarbeiten. Und damit kommen wir zu einer anderen, ehedem weitverbreiteten, nun 
aber fchon feit langem überwundenen Wirtfchaftsform. Wenn wir heute ein Paar Stiefel 
kaufen, dann gehen wir entweder in ein Schuhgcfchäft und kaufen lic fertig, oder wir 
gehen zu einem Schuhmacher und laffen fie nach Maß anfertigen. Dabei liefert dann 
der Handwerker das Leder, das Futter und die übrigen Zutaten. In früheren Zeiten 
aber mußte, ganz abgcfchcn davon, daß cs fertige Schuhe nicht gab, der Kunde, der 
lieh ein Paar Stiefel machen laffen wollte, dem Schufter das Leder liefern; deffen Auf* 
gäbe war es lediglich, das gelieferte Material zu verarbeiten. Und ähnlich alle anderen 
Handwerker. Und was erlebten wir jetzt im Kriege und erleben es heute noch? Auf 
irgendeinem Wege fuchen wir uns den Kleiderftoff zu befchaffen, und wieder fällt dem 
Schufter oder dem Schneider nur die Rolle zu. die er in früheren Zeiten zu fpielen 
hatte: den Stoff zu verarbeiten. Aber weiter: die MafTenproduktion hat, größtenteils 
wohl aus Mangel an Rohltoff, aufgehört, und an ihre Stelle ift wieder die ..Kunden« 
Produktion*' des Mittelalters getreten, d. h. der Verbraucher kauft keine fertige Ware, die 
nicht für einen beftimmten, fondern für jeden beliebigen Abnehmer beitimmt ift, fondem 
er bezieht feine Ware, die auf feine Beltcllung. nur für ihn angefertigt worden ift: der 
Produzent arbeitet nicht für den großen Handel, fondern direkt für den letzten Ver* 
brauchcr, den Ko nfu menten. Die Inhaber der Produktionsmittel — des Werkzeugs, der 
Mafchincn — und der zu verarbeitenden Stoffe waren alfo getrennte Individuen; immer» 
hin gab es aber auch in diefen Zeiten fchon zahlreiche Familien, befonders in der Land* 
wirtfchaft. die gewiffe Vorrichtungen zur Verarbeitung der von ihnen erzeugten Roh* 
Produkte felbft nefaßen. ln anderen Wirtfchaftcn fehlten diefc, und cs war ganz allgc« 
mein üblich, daß man lieh gegenfeitig aushalf, daß ein Haushalt dem anderen Werk» 
zeuge ufw. lieh. Diefe „Leihe", wie Bücher diefen Zultand nennt, ging fehr weit; alles 
mögliche kam auf diefe Weife vorübergehend zur Benutzung aus einem Haushalt in den 
anderen. Vor dem Kriege kannte man diefen Zultand wohl noch auf dem Lande, in 
der Stadt aber kam ihm kaum irgendeine Bedeutung zu. Das wurde im Kriege wefent* 
lieh anders. Nachdem man auch in der Stadt angefangen hatte, felbft im Haushalt 
alles mögliche, was man früher fertig vom Krämer bezogen hatte, herzuftellen, bedurfte 
man dazu auch gewifler Vorrichtungen, die in den mciltcn Häufcrn fehlten, ja. die man 
bisher nicht einmal dem Namen nach gekannt hatte. Bald aber wurde in diefer Familie 
eine kleine Huttermafchine, in jener ein Topf zum Schnapsbrennen, dort eine Wurft» 
mafchinc, dort ein Bock zum Sticfclnagcln angcfchafft, und man half (ich gegenfeitig 
aus; einer lieh dem anderen, was er hatte, immer in der (tillcn Hoffnung und Voraus* 
fetzung, daß der andere auch ihm gelegentlich aushelfen würde. Diefes Leihen wurde 
etwas, womit man, genau wie im Mittelalter, rechnete. Aber man rechnete auch auf 
die pcrfönlichc Hilfe des anderen. Es war nicht immer leicht, einen Handwerker auf» 
zutreiben, der einen kleinen Schaden im Haufe reparierte. Man wandte (ich, was einem 
im Frieden nie eingefallen wäre, an einen gefchickten Nachbar, und diefer fprang auch 
hilfsbereit herbei. Die Dame, die früher ein Dienftmädchen gehabt hatte und nun 
keins finden konnte, bat die Nachbarin, lic möchte ihr dies oder das mitbringen, wenn 
(ie in die Stadt ginge, um für Geh Beforgungen zu machen, und diefe war mcift gern dazu 
bereit, weil fic immer befürchten mußte, daß auch lic einmal in Verlegenheit kommen 
könnte und dann darauf angewiefen wäre, die Hilfe der anderen in Anfpruch zu 
nehmen. Auch diefe Bittarbeit wurde etwas, worauf man. genau wie im Mittelalter, zählte. 
Das Geld hat feinen Wert verloren; nicht nur, daß alles teurer geworden ift und man 
für fein Geld weniger als ehedem bekommt; viele Dinge lind für Geld überhaupt nicht 
zu haben, fondern nur im Austaufch gegen andere Waren. Der Schuhhändler in der 
Stadt war kaum zu bewegen, für einen noch fo hohen Preis ein Paar Stiefel herzugeben; 
kam aber das Mädchen vom Lande, und ließ deffen gefüllter Korb darauf fchlicßen, 
daß Butter oder fonlt irgendwelche Schätze darin verborgen feien, gleich wurde der 
fonft fo ftolze und unfreundliche Gefchäftsmann klein und liebenswürdig. Butter oder 
Stiefel oder Kleiderftoff, kurz, Waren, die man gerade nötig brauchte, waren die Mittel, 
die alle Türen öffneten und alle verborgenen Waren zum Vorfchein kommen ließen. 
Wenn die Angehörigen primitiver Völkerftämme Verträge miteinander abfchlicßcn, gegen* 
feitig etwas austaufchen. dann beginnen lie damit, daß lie Gefchenke austaufchcn, oder 
daß der Niedere dem Höhergeftelltcn ein Gefchenk macht. Und wie fteht es bei uns 
heute? Unler Wirtfchaftslcben weilt untcT der Einwirkung des Krieges verfchiedcnc 
Züge auf, die unferer Zeit fonft fremd waren, Züge, die einer niederen Kulturftufe 
angchören. Es wäre intere ffant, zu verfolgen, welche feelifchen Prozeße diefen Vor- 
gängen zugTunde liegen; allein, das würde uns hier zu weit führen. Im wcfcntlichcn 
wirkt der Mangel an Waren als treibender Faktor. Der Kulturmcnfch, der auf den Wegen, 
die ihm fonft zur Befriedigung feiner Bedürfniffe zu Gebote Gehen, nicht zum Ziele 
kommt, fucht eben nach anderen Möglichkeiten. Während er fonft fefte Formen, die 
er lieh nur anzucigncn hat, vorfindet, licht er (ich hiervor die Aufgabe gcftellt, neue zu 
finden, und dabei kommt er wieder auf Dinge zurück, welche die fortfchrcitende Kultur« 
cntwicklung fchon lange überwunden hatte. Dr. Erich Stern, Hamburg. 

Urreitlichc Klimafchwankungen und ihre Urfachen. Durch 

die Jahrzehntcmillioncn unferer Erdgefchichtc hindurch haben die verschiedenen Erd« 
räume die verfchicdenlten Klimas erlebt. Nicht immer war Tropenhitze zu veripüren, 
wo jetzt Tropenfonne brennt; nicht immer war dort Heimat des Schnees und Eifes, wo 
jetzt Inlandeis ganze Länder bedeckt. Man hat (ich in der Paläoklimatologie mit den 
Urfachen der Klimalch wankungen befaßt und eine Reihe von Gründen gefunden, die 
beftimmend fein können, auf den Wechfcl cingewirkt zu haben. Noelke nimmt an. daß 
die Sonne zeitweilig durch kosmifche Ncbelma-ffen hindurchgegangen ift. zuletzt durch 
den Orionnebel. Dadurch find Sonnenlicht und Sonnenwärmc abiorbiert worden. Nach 
Cultcrvcll trat eine Klimabefferung «in, wenn die Sonne durch gaserfüllte Regionen 
wanderte, in denen der Luftdruck erhöht wurde. Fifchcr fand für die Umlaufszcit der 
Sonne 22 bis 28 Millionen Jahre. Sobald de lieh aber vcrlangfamte, trat eine Eiszeit auf 
der Erde auf. Jackcl klärt die Uriache der Eiszeiten fo auf, daß die beiden Planeten 
Venus und Merkur zunächft als Ringe von der Sonne abgcfchlcudcrt wurden. Sie ver» 
dunkelten die Sonne, und es kam zu zwei Eiszeiten. Verschiedene Forfcher, darunter 
Wood, Mentzel, David. Huntington. Dubois, Wocikoff, Philippi, glauben an ein Heißer* 
werden der Sonne, an eine Mitwirkung der Sonnenflecken beim Entftchcn der Klima« 
fchwankunecn. Sogar die Entwicklung der Sonne vom weißen zum gelb cn und roten 
Stern wird nerangezogen. Guy lieht heute die Südhalbkugcl für vcrcift an und glaubt an eine 
Vergletfcherungder N'ordhälfte. fobald das Perihel (Sonnennähe) mit dem Sommer und das 
Aphel (Sonnenferne) mit dem Winter der Nordhalbkuecl zufammen fällt. Andere glauben 
in der Schiefe der Ekliptik, in Schwankungen der Exzentrizität die Urfachen erkannt zu haben, 
die für Klimafchwankungen fprechen. An Polverfchiebungen glaubt Kreichgauer, der im 
Präkambrium den Nordpol in Südozeanien fucht. Im Karbon wandert er über das Meer 


zwifchen Hawai und Mexiko. In der Kreidezeit Geht er ihn füdlich von Alaska, dann foll 
er Geh im Tertiär durch das weltliche Alaska über die Pcrryinfeln und Baffindand nach 
Südgrönland bewegt haben, wo er Geh im Diluvium befunden haben foll. An Grönlands 
Oftküftc entlang foll er in feine jetzige Lage gewandert fein. Goldficr, Keilrich, Simroth 
laffen den Pol nin und her pendeln. Andere Forfcher nehmen an, cs fei möglich, daß 
die Erdkrufte über den Gehen bleibenden Erdkern gleiten könne. Arrhenius und Frech 
Gellten zur Erklärung der Eiszeitcrfcheinung die Kohlenfäurehypothefe auf, die befaßt, daß 
durch Erhöhung des Kohlendioxydgafcs eine Abkühlune der Luft eingetreten fei, die ge* 
nügte. um Eiszeiten zu erzeugen. Harbre glaubt, daß nach der erhöhten vulkanifchen Tätig* 
keit im Tertiär eine Erhöhung des Waffcrdampfgehaltes eingetreten fei. durch die die Eiszeit 
hervorgerufen fein follte. Höhcnftaubwolken führten die Brüder Gavarin als Erklärung 
urfachen für die Klimafchwankungen an. Wieder andere, darunter Manfon und Habenicht, 
glauben an eine Wolkendecke, die bis zum Quartär vorhanden gewefen fein foll. Früher 
(oll auch die Erdwärmc bedeutend erhöht gewefen fein. Semper und Kerner fehen in 
der früher verfchiedenen Land« und Meerverteilung Urfachen der Schwankungen. Nach 
Klein und Pictte foll der Lauf des Golfftromes ein anderer geworden fein, und das hätte 
verändernd auf der Befchaffenhcit des Klimas cingewirkt. Viele unferer bedeutendften 
Eiszeitforfcher fehen in Landerhebungen die Urfachen zu Eiszeiten. So glaubt Geinitz. 
Skandinavien fei um 400 m, Schottland um 90 m gehoben worden. De Geer nimmt an. 
Skandinavien müßte 1000 m hoch herausgehoben worden fein. Kacken läßt das Arrali« 
gebirge 4000 m hoch werden. Nach Lcplius follen fich die Alpen im Mittelquartär um 
1300 ois 1500 m, der nordcuropäifche Kontinent um 500 bis 600 m erhöht haben, um 
die Entftchung der Eiszeiten zu erklären. Arldt hat darauf hingewiefen, daß fich Eis* 
Zeiten in der Erdgefchichtc immer dann eingeltellt haben, wenn Gebirgsbildungsvorgängc 
und Eruptivperioden vorüber waren. Die größere Feuchtigkeit der Gebirge wurde in 
Sehne« und Eis gebunden. Rudolf Hundt. 

Die Ganzlernmethode. UntcT den wichtigen Gcfctzcn, die uns die moderne 
pfychologifche Forfchung enthüllt hat. nimmt einen ganz hervorragenden Rang ein die 
Ganzlcmmcthode. Die Bedeutung diefer Entdeckung liegt darin, daß die inltinktive 
Zwcckanpaffung des Mcnfchcn diefe Lernwcifc nicht erfaßt hat. Von Jugend auf haben 
wir einer durchaus falfchen Lernweife uns bedient. Wir pflegen Lernstoffe in kleine 
Teilftücke zu zerlegen, die einzeln memoriert werden. Falt jedes Schulkind lernt nach 
diefer falfchen Methodik. Wenn ein Kind z. B. fünf Strophen eines Gedrehtes fich ein» 

r trägen foll. fo pflegt es erft die erfte. dann die zweite, dann die dritte Strophe zu 
ernen ufw. bis zum Auswendigkönnen und dann die einzeln eingeprägten Teilftücke 
zufammenzufaffen, Faft alle Schüler pflegen Vokabeln in Einzelpaarcn zu lernen, alfo 
z B. le pirc der Vater, 1c pfcrc der Vater, le pere der Vater, la tablc der Tifch, La 
table der Tifch ufw. Die wiffenfchaftlichen Experimente zeigen aber, daß eine Ab* 
kürzung der Lernzeit, eine Verringerung der nötigen Wiederholungen, eine Erlcichte* 
rung des crltmaligcn Auswendigkönnens, eine Sicherung der fpätcrcn Erinncrungstreue 
erzielt wird durch die Ganzlernmethodc. Es soll alfo ein Gedicht ftets in einem 
Zuge von Anfang bis zu Ende memoriert werden, es foll alfo beifpielsweife eine 
Reine von 20 Vokabeln nicht etwa paarweife cingctrichtert . fondem die Reihe 
muß ftets von Anfang bis zu Ende in einem Zuge eingepaukt werden. Durch folche 
Lernwcifc wird das geisttötende rein motorifche Herfagen heller vermieden, das Lern* 
intereffe wird unwillkürlich konzentriert auf die gcdächtnisfchwicrigercn BcGandtcilc, bei 

f ;edanklich zufammenhängenden Stoffen wird der einheitsfehaffende Überblick gewähr* 
eiltet, die verbindenden Übergänge zwifchen den einzelnen Lernabfchnitten werden von 
vornherein in richtiger Folge cingcprägt. Bei Erprobung der Lernweile feheint cs zu 
oft. als ob die Aneignung in Teilftücken vorteilhafter fei. Diefer Anfchein ift trügerifch. 
Beim wiederholenden Einprägen macht fich das Gefühl des Bekanntwerdens mit dem 
Lcrnftoff frühzeitiger geltend. Durch diefc fchcinbarc Erleichterung wird eine günltigc 
Stimmung für das Weiterlernen bewirkt. Wenn aber jemand durch Erfahrung die Vorteile 
der Ganzlcmmcthode erprobt und mit diefer Methode fich befreundet hat, dann kommt 
der Einfluß der Anfangitimmung in Wegfall, und nun können die Vorzüge der Ganzlcrn* 
methode ohne Hemmung (ich geltend machen. Chefarzt Dr. Enge len. 

N achtfroftfchutz. Für Landwirtfchaft und Gartenbau ift der Nach tfroft oder, 
wie er richtiger heißen könnte, der MorgcndämmcrungsfroG von befonderer Bedeutung, 
denn ein einziger folchcr Froft kann die ganze Ernte einer oder mehrerer Obftforten 
vernichten. Deswegen hat man in zweierlei Richtungen vielerlei Verfuchc gemacht, einer* 
feits im rechtzeitigen Erkennen der Froltgcfahr und andercrfeits in allerlei Schutzmitteln. 
Die Gefahr kann man z, B. erkennen, wenn man an der gefährdeten Stelle ein «Ick* 
trifches Thermometer aufftcllt, das beim Sinken bis auf null Grad ein Zeichen gibt. 
Dann aber ift es m ei ft fchon zu fpät. um Schutzmittel herbeizubringen; deshalb wendete 
man (ich feit mehreren Jahrzehnten immer wieder dem aus zwei Thermometern beftehenden 
Pfychrometer zu. Wenn das eine Thermometer, deffen Kugel mit befeuchtetem Mull 
umwickelt ift, am Abend abgelcfen wird, und wenn es nur 4° über Null Geht, fo foll nachts 
Froft zu erwarten fein, Diefes weitverbreitete Verfahren hat lieh cbenfowenig wie alle 
anderen bewährt, denn bloße Gelegenheitserfolge nützen im pTaktifchcn Leben nichts. Jetzt 
ift man nach vielen Verfuchcn auch in den Vereinigten Staaten von Amerika zur felben 
Erkenntnis gekommen, was man einfacher hätte haben können, wenn man die deutfehen 
Arbeiten darüber gelcfcn hätte. Trotz Formeln und Kurven, die man drüben mühfam 
abgeleitet hat, wird jetzt doch empfohlen, die Wetterkarte zu Itudieren, um danach jene 
abzuändern — aber ein wetterkundiger Gärtner wird aus den Wetterkarten allein leicht 
crfchcn, ob Froft bevorGeht oder nicht, und das ohne Formeln und Kurven. Der zweite 
Weg zum Nachtfroftfchutz ift der unmittelbare, indem gefährdete Gartenfrüchte durch 
ftarkc Rauchentwicklung oder durch übergebreitetc Matten unter eine künltliche Schutz* 
wolkc kommen. Während Rauch durch Verbrennen naffen Torfes und Laubes oder 
anderer fchwelcnder Mittel befonders in Frankreich zum Weinfchutz und in einzelnen 
Gegenden der Vereinigten Staaten von Amerika für Wein und Oblt erzeugt wird, greift 
man in Kalifornien bei feinen hochwertigen Obftforten, wie Plirlichcn, Aprikofcn ufw.. 
gern zu dem teureren, aber guten Schutz durch Ausbreiten von Matten auf Dauer, 
geftellen. Einen fehr gefchickten Ausweg fand bei gemeldeter Froltgcfahr kürzlich ein 
nordamcrikanifchcr Farmer, um feinen Obftgartcn zu retten. Er trieb alles Vi«h und 
alle Pferde hinein, und die tierifche Wärme genügte, die Obftbäume vor dem Er* 
frieren zu retten, denn lie war nicht fo groß, daß die erwärmte Luft rafch über die 
Bäume aufitieg, und daß die ruhende Luft aufgerührt wurde. Prof. Dr. C. Kaßncr. 

Die Mandeln als Eingangspforte für Infektionen. Mandeln 
nennt man die — wegen der Ähnlichkeit mit der Mandelfrucht — in den beiderfeitigen 
Gaumen« oder Rachenbögen des Halfes liegenden Balgdrüfen. Wurden die Gaumen* 
mandcln in altdcutfchcn Schriften noch als „Knoden“ «rwähnt, fo weiß man heute über 
ihren anatomifchcn Bau und ihre phyliologi fehen Funktionen weit mehr als früher. 
Citron hat darauf eben wieder hingewiefen. Die Mandeln bei dem gefunden Menfchcn 
ftcllen offenbar ein Abweh rorgan dar, indem fie die reichlich in der Mundhöhle vor* 
handenen Bakterien abfangen und mit ihrem I.ymphftrom nach außen ausfeheiden oder 
(ie wenigftens daran verhindern, in die Lymph* bzw. Blutbahn zu gelangen.* Gelingt cs 
indes krank machenden Keimen, fich trotzdem in den Mandeln feftzu fetzen, fo ift damit 
die Eingangspforte für Infektionen von längerer und kürzerer Dauer gegeben. Es ift 
fogar wahrLcneinlich, daß auch die Infektion mit Typhus und Paratyphus auf diefe Weife 
in den Körper des Menfchen eindringt. Am wichtigftcn ift der Nachweis des von be< 
deutenden Klinikern (Trouffeau) unu Anten (Gürich) betonten Zufammcnliangcs, der 
darin belteht, daß nach von den Mandeln ausgehenden Infektionen akute Gelenk* 
rheumatismen, akute Nierenentzündungen, ja Blutvergiftungen auftreten. Wir fehen alfo, 
daß die Mandcln. wenn fic felbft erkrankt lind, nicht mehr in allen Fällen in der Lage 
lind, der eingedrungenen krank machenden Keime Herr zu werden. Diefe gelangen 
dann in die Blutbahn und können die oben genannten Infektionen auslöfcn. — Da es 
lieh gewöhnlich um einen Eiterherd oder um ein „Bakterienfammelbcckcn“ in den 
Mandeln handelt, fo hat fchon in alten Zeiten der Wunfch beftanden, Ge auszurotten. 
Bereits Hippocrates verftand cs, die Mandcln mit dem Finger auszufchälen, und Paulos 
von Aigina fchnitt fie mit einem gekrümmten Meder weg. Heute lind die Methoden 
Gcherlich beffer dem einzelnen Krankheitsfälle angepaßt, aber der damals der Behandlung 
zugrunde liegende Gedanke befteht heute noch zu Recht. Dr. E. Ebftein, Leipzig. 


Di» llluHriTte Zeitung d«f nur in der GrfUlt in den V»»k*hr «krach« *»rdrr, in d»r R« mr Ausgabe gelangt ift. ]»d* Verindenin*, auch da« B«il«»n von Druck fachen irgendwelcher Art, ift unterlagt und wird gerichtlich verfolgt. 
All» Xufendungto redaktioneller Art find an die Redaktion d»r llluftrirten Zeitung in Leipzig. Rrudnitxer StraBc 1—7, afl« andern Zufendungcn an die Celchaftzftelle der lllufbirten Zeitung, ebenfall* in Leiprig, ru richten. — Genehmigung 
tur Reproduktion unterer bilde« kann pur nach jed»*tnaliger vorheriger Versündigung mit dem Stammhaa« (J. ]. Weber, Leipzig) erfolgen. — Für unverlangte Finfendungen an die Redaktion wird keinerlei Verantwortung übernommen, 

Copyright May 6* h 1920 by llluftrirte Zeitung, J.J. Weber, Leipzig. Nummer 4010. 154. Band. Verlag von J.J. Weber in Leipzig, Reudnitzer Straße 1—7. 


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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 





Carl Gotllob Schuster jun 


llUL'UtlUVIUUl 

„Nun nehmen Sie aber ein Glas Sekt, lieber Professor, das 
wird Ihre Nerven wunderbar erfrischen und beruhigen! 
Es ist „Kupferberg Gold", den Sie immer so gern trinkend 


Kupferberg Gold 


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unb anar in t>ic pbiloIogif(b*biftori|(b« Abteilung unb in bic 
mdlbcmaiijcß - natura» ifTenfebaftl idjc Abteilung, Sin bet 6ptßc 
ber elfteren unb bet ©cfamljafultät liebt bet bisherige Dctan 
«Sei). £>ofrat Drof. Dr. '©etbe unb an Die 6piße ber leßteren 
ift <S>el>. £»ofiat 'Prof. I>r. 'Hinne als Dtfan getoabl* »orben, 
bet btejes Unit bis Ml.Oflober b. JV bcfleibet. 

Die Qcutfd)« pbUofopbif^e (fee(ell|^äf4 (C5e|*aftsftelle: 
Erfurt, Tiorbbäurer etrafer 21) beruft bic biesjabtige öaupt» 
Derfammlunfl ju pfinflften (24. bis 25. 2Rai) nach S&timar 
rin. Am erften 3age tsixb prof. Dr. 3Ray ‘ötonbt, ber :’tad>- 
rolger ^ubolf ifudens in in einer öffentlichen Vortrags« 
fißung über bas £l)cma: „Die beuijdje pbilofopbie unb i^r 
6<bi(ffür [pretben. Üon bcr r^eitfebrift bet Deutfcbcn pbilo« 
lopbifcben ©efeLIfebafl, ben „Beiträgen jur Pbilojapbie bcs 


beuifcbcit 3bealismus", liegt ber etfte 'öanb (19M €>.) jeß! 
abgejcblaffen »or. (Verlag ftenjcrfc^e ‘SJucfcban blutig, Erfurt.) 

Die ftiißrer ber ettjifhen Berocgung Europas unb Wmerifos 
planen für biefes 3 abr in ber Gtfciofi.} eine internationale 
SVonfmrtj. Die Anregung baju gebt oon Ametifa aus. Drof. 
Dr. Abler-9!ero ■ijor! unb I>r. i»bn (£UiDt*35rooflon unb ifng- 
lanb $arrt) 6 ncll* l'onbon hoben bic ^inlabung an Drutfö- 
lanb — Dr. giubolf penjig-tibarloltenburg — n>eitergegeben. 
(Snbt ?loDember porigen ^abres traten bie amerifanifeben eibi- 
leben ©eleülebaftcn in Detroit julammcn. nicht t>bne oorbet mit 
ben cngliicfeen, f ran jofifeben unb beulfcben ßreunbeit AÜblung 
genommen 311 haben, um bie gegenwärtige 'Jage bet etbifeben 
Aetpegung ju be(pre<ben unb befehloffen . an neutralem Ort 
ben ’Berfud) au machen, in gemeinfamet 'Beratung ben SBifbcr- 
aufbau bet Idbroet erfebütterten etbifeben ©e|ell|cbaflen (futopas 
unb bie Bereinigung auf ein großes gemetnjames $ie( aller 
Xräiger guten Willens au betreiben. 3n filugblöltcrn mürbe 
mebrfacb barauf aufmcrflam gemacht, baß einerfeits bas Be* 


buxfnis nach ctbifchex Durebbringung bcs Sieben* in ben oom 
Kriege betroffenen Cänbern noch nie fo bringenb geroejen fn 
mir jeßt; barum fei aud) ber Bobcn bafür rpoblDoibrrritct. baß 
aber anberfeits auch finanzielle ilfe geleiftet toerben muffe 
tammlungen ju bielem gtoede baben in biefem iabrr bereits 
ein erfreuliche* Ergebnis gehabt. 

tat £>od) fd) ul ft nbi um ber Auslonbbeutfchen. DuTcb Aunb- 
erlaß an bie Kuratoren ber Uniperfitäten unb bie iHefloren 
ber Xedpnifchen ho<frfd>ulen bat jeßt ber fminiftcr für SBiflen- 
{ebaft. ftunft unb BoKsbilbung |ur ifrleicbte rung bes ©tubiums 
ber Auslanbbcutfcben beftimmt, baß binfidptl ich ber ©ebtibren 
ben '^eidjsinlänbern gleidbzuftellrn finb: Deulftboflmetcbn 
Deutfcbbaiten unb ’Xetchsauslanber beutfeber Abftammung unb 
iüluticrlpracbe, bie in abgetretenem ©cbict ober in bcr Dia- 
{pora bebeimatet finb. 

Die Aonigl. Dänifdj* (befellfdjaft bcr 1Biffenf<l)aflrn bat in 

einer ihrer leßten 6ißungen folgenbe beut lebe ©debile ange- 
nommen: r\n brr biftorifcb-pbilofopbifcben Klaffe ftr. Änbreas. 



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'ProfeRcr an 6er Uniocrfität (Böttingen, unb b.Sfrnim, ^Jro- 
fefloi an bei Umoerfität granffurt a. 2)1.; in bie natunpiflen» 
fdjafilic^ - matbemoti(cf>e ftlafj« Gilbert Gtnflein, Brofeffor am 
Äaifer - Bülheim -^nftilut in Berlin, 2Raj ^lancl, ^rofeffor 
an bcr Unioerfitäl Berlin, G. BSiebemann, ^rofeflor an ber 
Uniperfität ifrlangen, unb B. BSillftäbter, ^rofelior an 6er 
Unioerfitäl SDlümfeen. 

Brelsau»|«fereibrn „ttTjitljung jar 9Renf<feUife!eit". Ber 

Btrein beutfdjer greimaurer bat einen Breis »oti 1000 3Rarf 
ausgefe^t für bie befte ©cferift über „Grjifbunfl jur SDlenfölitfe- 
feit“. Bie 6<feTift foll rainbefttiis Diei Brutfbcgen umfafTen. 
Bie SJlieberfcfeTift ift unter Beifügung eines mit iferem Kenn* 
roort beaeidjnctcn cer|d>loffenen Umlcfelaflcs. ber eine genaue 
Bnftferift bes BeTfarfcTS enthält, bis jtim 1. Oftober 1920 an 
bas 6efretariat bcs Arbeitsamtes bes Beretns beutfeber grei- 
maurer in Ceipjig, gitfeteftrafee 43, einjulenben. Bei biefer 
(»teile finb auefe Abbtude btefes ^reisausfebreibens unb bie (fr- 
(äuterung ju biefem ^reisausfebreiben uncntQfltlid? au erhalten. 
Brcisritfetfi finb bic öerren Brof. r>r. Bifolai §artmann,3Jtar- 


Burg, Dr. gobannes Berroeoen, Bonn, Drof. Bicbiicfe 

Bi|<feoff, Ceipjig. ßtablfifeulrat Dr. Artur Bucfeenau, Berlin- 
2leuföl!n, Bn>f- Dr. fjfinritfe 6eeborf, Bremen, 6tabt|<bulrat 
flonrab 3Beifi, Nürnberg. Bie preisgefrönte (Schrift ®irb (figen- 
tum brs Bcreins beutfeber Freimaurer, ber ibre Bcröff ent Hebung 
unDtrjüglicfe betreiben wirb. Alle (Sinnabmen. bie ber Berein 
aus bem Berlagsoertragc eraielt, fallen bem Bcrfaffcr au. 

Stn ^reisausfiftretbcn jut Sxlangung oort ffntnrarf»fft|jeit 
für bas in Bresbett ju erriebtenbe &QgienttttuItum unb bie 
ftaatlicben natunciflenlcbaftlidjen SDlufeen «r lallen. bas bcutfifee 
ÖOflienemufeum Bresben unb bas läcfefifcfee SWinifterium bes 
Äuftus unb öffenllidjen Unterridjts. (fs »erben alle beutfefeen 
unb beutltb-öiterreidbifdjen Brcfeiteftcn aum 'ffiettberoerb ein- 
geloben. Blafjgcbenb für bie6taatsangebörtflfcit ift ber l.ganuar 
1920. <5s fmb fieben greife ausgefeöt. Bie Bclamtfumme 
beträgt 100000 Blaxf. 1. Breis 35000, 2. 25000, 3. 15000, 
4. 10 000 unb bie brei lefcten greife in £>öbe oon je 5000 
Blarf. Bas ^reiogc riefet ftfot fiefe aus 26 ^erfonen aufammen, 
barunter Billing-ftarlsrufje. (öörltne-Ecipjifl, ©urlitt-Biesben, 


feoffmann- Berlin, $ägg -Bresben, Oanffert- Berlin, Jtramer- 
Bresben, ©tfeufemacfeex- t>amburg unb Bkba-Brcsben. 

tjauptroerfe altbeutfdjer $Iaftif in 521 Bbatogiapfeien 
3mperialformat »erben gegenwärtig im SDlufeum ju BJiesbaben 
geaeiflt. Bic banfensroerle Ausftellung gebt pan ber BSies- 
babener ©efellfefeaft für bilbenbe Äunft aus unb bejiebt fitb 
auf bic Beviobc ber 6pät-Botif unb grüb-9tenaiffance im 
fränfifdben , fiferoäbild) • fränfijiten, mittelrbeinifcfeen unb ober- 
tbeinilcfeen ©ebiet; in einem Anhang ift bas Äaifer 3Jlargrab 
in Önnsbrud mit ben Aelicfs angefcfelonen , beionberer Äßeri 
würbe auf bie ©Übergabe aller ©idjtigen (finjeiteile in Sonber- 
auf nabmen gelegt; fo enthält bie €amntlung 31 Aufnahmen 
bes £>eilbronner ftpcfealtars, oon benen bie SDlebriabl erft burtb 
bie ©efelltcfeaft per an labt würbe. Beit 6tofe ift mit 84 Stummem 
Mitteten, barunter 32 Aufnahmen pon Ärafauer SRarien- 
altar • Bergraberungen nadj ben ausge jeiefeneten Original- 
platten bes Strafauer Altert umsoereins, bic Bobc „wabrfeaft 
pratbtooile Blatter" nannte. Bon Beter Biftber jäblt man 
98 Aufnahmen, barunter 52 Dom ©ebalbusgrab, oon Biemen- 


Die drei kommenden Kriege 

Englands Auseinandersetzung mit seinen Brüdern von der Entente. 

Deutschlands Aufstieg in den kommenden Wirren. 

Eine milltfirisdi polIHsAe Prophezeiung von OTTO AUTENR1ETH. - Preis M. 4.15 zuzüglich 20°/„ BuchhSndler-Teuerungszuschlag. 

Der Schmadifrlede von Versailles« liegen und wie sie sich unter BerOdu-lchtl* Kenner der Rassenert und der Weltlnte reuen, groben politischen Ereignisse der nfiduten 
der Deutschland vernichten sollte, Ut das gun * der 8e*<hl<htllchen Bestrebungen der Man meint einen gewiegten Diplomaten spre- Jahre mit klarem Dlldte ln Ihren Ursachen er- 
Todesurtell Fronkrelchs I Mit unwldersleh- Völker und Rassen notge- dien ru hören, der Weltwissen besitzt und kennen und ln Ihren Folgen beurteilen will. 

Udler Logik beweist das Otto Autenrleth auf drun 8 en entwickeln müssen. Ohne unzel»- die Seele der Völker und Rassen kennt ". - Jeder Auslanddeutsche, Jeder Krlegstellneh 
Grund der Weltlage, wie sie sich durch den 8«m*ben Optimismus, lediglich als Konse- In dem gewaltigen politischen Panorama, mer. Jeder der der Überzeugung Ist, dafe 
beendeten Krieg besonders für England er- ü ue n*« die sich aus den Tatsachen ergibt, schll- welches Autenrleth uns entschleiert. Ist un- wir uns nldit auf unsem Untergang, son- 
glbt. In seinem aufsehenerregenden Buche : d<r1 er Denis Islands ?* re Abrechnung mit Frankreich nur ein dem auf einen neuen Aufstieg rorberellen 


verschiedenen Völker und Rassen notge- 
drungen entwickeln müssen. Ohne unxelt- 


Grund der Weltlage, wie sie sich durch den 8«"6&en Optimismus lediglich als Konse- 
beendeten Krieg besonders für England er- dlt » ,<h auj dcn T«»»a<hen ergibt, schll- wei 

gibt. In seinem aufsehenerregenden Buche: dcr1 er Deutschlands Wiederaufstieg JJJ] 

drei kommenden Kriege", durch Arbeit und seine Mission 

Er zeLgt. wie England, um seine Welt- «*» f«lca Bollwerk In der 

mach Istellung zu behauplen, genötigt wird, kommenden groben Aus- .«.Tl . 

sich mit Japan und Amerika auseinander- elnanderseteung zwi- I; 1 1 

zusetzen, die Ihm schlimmere Konlcurren- sehen der wel Ben und »||fj||)||| f|j||ip^Sa sH 

len geworden sind, als es Deutschland gelben Rasse. Et filll I I I |jf . 

Jemals war und er zeigt, wie bei dieser * el ?t den ^^8- der 4m 

Auseinandersetzung ganz automatisch uns wieder aufwärts 

Frankreich unter die Räder kommt. ? r h u[f, ? (^"i 0 


Auseinandersetzung ganz automatisch uns wieder aufwärts jfl 

Frankreich unter die Räder kommt. Ad^n 1^ idL^B^- 
Wenn Autenrleth die Entwicklung der drei nutzung der Situation, • 
kommenden Kriege schildert, so Ist nicht die Sich wahrscheinlich * 
etwa der Wunsch der Vater des Gedankens, viel früher ergeben wird, 
denn der Verfasser Ist zwar ein guter als die Massen Jetzt ahnen. 
Patriot, aber auch ein klarer kühler Rech- General v. Francois schreibt 


kleiner Ausschnitt. „Bereit sein, wenn die müssen, sollte es lesen I 

Stand t r°T mr „ < !“ £!. 61 l»» crh*UU* in .lim Buditav.d- 

fflil l!ll **'••• Aufgobe. ,, Zähneknirschend langen, ln denen es ausllegt, oder auch 
Bö I *•, mu ® Frankrel * »«sehen. g eg Cn Machnahme zu beziehen durch 

■ aw J wie es von England zu 

mi | 2 C«l AujuitTsncrfVcrtag 

ft awaewf ? mm «5.O.. d» Naumburg a. «L Saale. 

wenn man seiner 

- jlaf 8 'rtr" ; n !* l T eh r‘T d * rf,b<r '' Der denbcSe BochUadler 

N. ->«uv_ ’ J v selte geschoben, zer- 

treten wird" (Seite 4S). hat die moralische Pflicht, sich dafür elnxu- 
QY)/» % , , Cr\y «p . ™ setzen, da£ ein Werk, wie dieses, keinem 

V»' , , er * oU d BuA Deutschen unbekannt bleibt.- Austleferungs- 

»■•h» '--IVIl legen. 7 lager für den Sortimentsbuchhandel bei 


Carl August Tan er £ Verlag 

Abteil, ß 17 

Naumburg a. <L Saale. 

Der deutsche Buchhändler 


ner, er treibt keine Agitation zugunsten ln den „Monatsheften für Politik und Wehr- I Jeder Deutsche soll es lesen, besonders Jeder, F. Volckmar. Gröbere und eilige Sendungen 


Irgend einer Partei und erst recht macht" über das Aulen rtethsdie Buch: „In der als Kaufmann, als Industrieller, als Grund- auch direkt ab Verlagsort. -Telegr. Tancrt. 

I . dem Abwägen des Nebeneinander und elgentümer ein erhöhtes Interesse daran hat, Naumburgsaale. - Nachdem Aaslan.de 

g eize« Gegeneinander liegt die Kraft und der Wert das, was kommen wird , rechtzeitig und wird nicht an Private, sondern nur an Budi- 

sondern er schildert die Dinge, wie sie der Schrift'* und .Autenrleth erweist sich als richtig zu sehen, aber auch Jeder, der die händler mil dem übl. Valutaaufschlag geliefert. 


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9tr. 4010 


Cilluftrirte 3eitung 


579 


Icbneibei 98, Don ftonrob 2Reit 17, Den $>ans Bacfoffen unb 
feiner 6d)ule 25 ufro. 

(Tine mitlelbeutfcbe «usfttllung in attagötburg, umfaffenb 
Sieblung, €ojialfür|orge unb Arbeit, toirb für 1921 oor bereitet, 
gär bas oon bei 6tabt jur Verfügung grfteUte 'Varfgrlänbc 
auf ber Elbinlfl Äotes $orn haben Vrofellor Vaul 3Jteb« 
in Berlin unb Sfrc&iteft E. E. ©cbeibe in SRagbeburg ben ©e* 
famtplan entworfen unb für bie fcauptgebäube roeitgebenbe 
‘äntoenbung ber neueren, buT<b ben Bauftoffmangfl gebotenen 
Baurocilen in VutfUfct genommen. ©ennoeb roirb Dauerhaft ifl- 
feit erftrebt, bie fpatere Übernahme iener Bau»erfe bur<h bie 
©labt ermöglicht, ills 6onberausftellungen »erben ein Eanb* 
franfenbaus, eine Derffdjule, eine 6ieb(erf^u[e ufro. angef cbloffen. 

t>i« heutige ©emerbefcha» »finden 1922, bie ben un- 
gebrochen 6Caffensbrang unb bie Ce iftungs fähig feit aller 
an ben formal hochwertigen ©eroerben ‘Beteiligten geigen will, 
tritt jefjt mit einem Aufruf an bie brutfeben Äünftler» tanb- 
werfer, gabrifanten unb Äunftfreunbe htmor. ©anad) will 
bie 0<bau, inbtm fie ber Vorführung ber ©egenftänbe bie 


Eigenart ber 'flobftoffc bureb Einteilung nach 2Raterialflruppen 
jugrunbe legt, ben Blicf auf bie Spannweite unb Bebeutfam- 
feit ber fünftlerifCm ©ifferrn3ierung binlenfen, bertn Mittel, 
bie terfcnifcbe Bearbeitung, gelegentlich lehrhaft beroorge boben 
»erben fann, obroobl weitläufige 271 ufte rroerf Hätten unb 6<hau- 
betriebe bem gertigprobuft nicht ben Viag oerfperren »erben, 
sieben bem fcaupttril ber Sfuoftellung, bem Bebarf bep Alltags 
an erlefener tBare, (oll bie eigentliche turusprobuftion in eigener 
fialle ober in befonberem ©ebäube barmonifcb .jufamme ngefafjt 
»erben, unb bas Befte an Büchern. Brongen, Ebelmctallen, 2Ro- 
faifen, bie biflerenjiertefte 9öerffun(t jeigen. Es Derftebt ficb Dön 
|rlbft,ba[j bieEinlabung auch anbiröflnmcbifCtnunb böbmifeben 
©eutlthen. wie an bie anberen abgefprenaten Volfsteile ergeht. 

XJat 9IS| r* unö Kräftigungsmittel 6ej au» ber pieffach preis- 
efrönten ßabrif pbarmaieutifcber Präparate E. g.Vfcbe u.Eo. 
n Hamburg 19 ift in feinen ©runbfubftanjen Eiroeifj, gett 
unb Stobltbobraten auberorbcpllicb »ertooll für eine gleich- 
mäßige Ernährung unteres ganzen ftörpetgewebes. ©as allen 
'JltiDöfen, Blutarmen, VefonDaletoentcn, StTiegsbclcbäbiqten, 


Bleichfüchtigen, »erbenben 2Rüttern unb fBöchaerinnen. Rinbern 
unb ©reifen 3u rmpfeblcnbr , angenehm fCmedenbe Präparat 
ift in Originalpacfungen in allen Hpotbefrn unb ©rogrrien 
Su haben, ©leicb empfehlenswert finb ‘älfcbe’s Bronchial- 
Daitillen, bie p<h fCon feit mehr als 40 ßabicn gegen fcuften 
unb ftei|erfeit auch her Äinber aufs befte bewährt bähen. 3ebe 
Vpotbefe führt auch biefc rühmlich ft befannten ‘fVaftillcn. 

Von Den lannasbäbern ift nur Bab • Nauheim oon 
einer Belegung bureb franjoftfCe Gruppen oerfebont geblieben 
unb wirb bif9 auch auf bie ©auer fein, ba es außerhalb ber 
neutralen Sone tiegt. 

Eine Wohltat für bie Jfflfct finb bes Ortbopäben grirbrid) 
fcänje in Nürnberg, äufeerer Raufer -Vla^ 2, fiufsgelenf- 
6tüt)febern ( bie bem gufce in feiner natürlichen tage 
beim Auftreten ftanbhalten, fobafj oor^eitiges Ermüben beim 
©eben ober Stehen oermieben wirb unb Schnurren im gufe- 
grfenf nicht aufneten tönnen. BefteUungen fönnen fchrifllid) 
mit 21bjei<hnung be* gufeumriffe» ober bureb Einfenbung eines 
alten abgetragenen Schubes gemacht werben. 



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übvr unfm taulmb|o<b txwöbrtm pet iid* 
Wrticimmfln JM+f". tVijufm u unri*lboi 
«u rroflen. «r*il. rmrl. CNd«r 2 >o«tl<fcteihffl 

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580 


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'Xr. 4010 


154- 23ant> 



5 l)rinje[jd)en 3!ad) einem ©emälbe oon ‘profefjot £mnns “pellor 


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Original from 

THE OHIO STATE UNIVERSITY 



582 


SUuftrirte 3*>tung 


sti. 4010 


^eoölferung^BetDegung in Europa infolge be£ Kriege#. / iöon Dr. Xö. @d>n>e»4euner. 




3 eher Sozialpolitilcr unb BeDöllcrungsbpgicnifcr ocrfolgtc bic (Sinroirfung bcs langen 
Krieges auf bie Beoölferunps» unb ©cfunbbeitsoerbältniflc mit fteigenber Beforgnis. 
Die [cblimmftcn Befürchtungen, bic ehe bem gehegt unb ausgesprochen mürben, finben in 
ben tatfäcblicb entftanbenen Bcrbällniffen ibre 
Bcttatigung. flmmerbin ift es ein anberes. 

Unbcilsocrfünbung zu hören ober an &anb 
naefter fahlen bas unnnberlrglitbe (Ergebnis 
jahrelangen AJabnfinns oor pcb zu leben. 

Aus nichts gebt gieifbarer bic biologifchc 
llnfinnigfeit bcs Krieges berbor als — neben 
ben Icbiglich friegsentpanbenen gefunbbeit liehen 
golgen, bic jeber einzelne fclbft beobachten 
fann — au» ber Jufammenftcllung pon 
Zahlenreihen über bic Bepölfcrungsbcroegung 
in ben einzelnen am Kriege beteiligten Öän- 
bern Europas, bcs öauptlcibcnben an bem 
eben pcrgdngencn Kriege. 3 n Kopenhagen bc> 
ftebt feit Kriegsbeginn eine „Stubicngcfdlfcbaft 
für fojiale golgen bcs Strien«*. €rit hem 
Jahre 1915 bat pe in längeren flroifcfcen räumen 
Beröffentlicbungcn über bic Bcpölferungs- 
beroe-gung in ben friegfübrenben Staaten 
berausgegeben, bic ficb gegenüber ben allge- 
meinen Angaben ber legieren bureb bic toobl- 
tuenbe €«cblicbf«U unb Objcftioität bes iHcu- 
tralen ausjeiebneten. 6ic boten roäbicnb ber 
ganjen Kriegsjeit ben einigen pofilioen A nbalt 
für eine Beurteilung ber tatfäcblicb beftebenben 
Bexbältnifle. (Ein neues, non (Sbriftidn Döring 
oerfabte» $>cft biefer Stubicngcldlfchaft bietet 
bic erften ejaften Anbaltspunfte für bie Be- 
urteilung ber friegsentpanbenen Bcpölferungs- 
pcrbdltntffc in (Europa. 

Der Wenfcbcnoerluft ron 1914 bis Witte 
1919 betrug nach biefen Angaben in ben zehn 
Staaten Deutlcblanb, Cfterrcicb-ilngarn, ©roh* 
brifannien, granfreieb, Italien, Belgien, Bul- 
garien, 'Rumänien, Serbien unb (EuTopäifch- 
Äufjlanb insgelamt 35,4 Will innen. Daoon 
entfallen 20,2 Will. auf ben ©eburtenrüdgang 


unb über 15 Will. auf bie Zunahme & cr §terb- 
liebteit. Annäbernb 10 W II. Wcnfchcn finb 
auf ben Schlachtfeldern geblieben. Der ©e- 
burtcnrerluft betrug im Durcpfcbnilt 38®/* ber 
normalen griebenszahl. Die 
ßifjer ber ©*f andrer lüfte 
febroanft ,\n>i[cben 4 unb 
11% ber Beoölferung; in 
Deutfcblanb betragt pe 9,3 */,. 

Serbien nimmt wegen feiner 
gan$ ungewöhnlichen Ber- 
lüfte eine Ausnabmcftcllung 
ein; bei ibm betragen bie 
Berlufte 35% ber Berölfc- 
rung. Der BcDöltcTungs- 
ftanb, ber (Enbe 1913 in ben 
genannten zehn Staaten noch 
400850000 betrug, toar bis 
Witte 1919 auf 389030000 
gefunfen, ipäbrcnb bei nor- 
maler BepölfcTungsentroid- 
lung eine (Erhöhung auf 
424 480000 zu enoarten ge- 
roden wäre. 3n Deutfcblanb 
allein fanf bie Bcoölfcrungs- 
zahl, wobei bas ^Reichsgebiet 
als intaft betrachtet wirb, 
pan 07400000 <Snbc 1913 
auf 05 500 000 Witte 1919 
(zu erwartenbe Zahl un- 
ter normalen Bcrbältniffcn: 

71800000). 

Aus ben ©efamtjablen 
gebt, obgleicb pe auf ben 
©rab ber Berlufte beutlicb 
binrocifen, bic Bebcutung 
ber Anbcrung für bic Be- 
rölfcrungspcrbällniffc noch 
nicht beroor. Jnfolge ber 
Rricgseerlufte ift bas ©leidi- 
ge triebt im Aufbau ber Bc- 
pölferung jerftört worben. 

Der Altersaufbau ift rer- 
niebtet. Die jüngften mäh- 
renb bcs Krieges geborenen 
Jahrgänge bleiben um mebr 


'Hon ber Ronfcrcnj bos Obcrftcn 9totc5 ber 'Miiertat in 6an iKcmo: 
■Sic Xfilncbmer auf ber lerraffc bcs Sd)lo|fts XcDadjan, in bem bic 
^crbanblunpcn ftattfonben. m«. wi 

1 . ftoob ®eotgc, cngli(d)« SRiniftrTpräTibent. 2 . £crt* durion. 3 . URiUeranb, franjöftfcbcr 3 Rimfter- 
Ptdfibent. 4 . 91 itti, italimifdxt SPttntflcrptäfibent. 


als ein Drittel hinter ber normalen gricbens^abl (uriid. Die blutigen Brrluftc baben bie 
gefünbeften unb leiftungsfäbiflftcn Jahrgänge bes männlichen @c|d)led)ls betroflen unb babureb 
einen $cil ber beften Arbeitstraft, ber boffnungsbcrccbtigtften ^eugungsfäbigfeit rerniebtet. 

©än^licb Dcrltbobcn bat ficb bas gablen- 
rerbältnis ber ©efcbled)ter, unb biefes ift für 
forialbogienifcbc gragen oon gans befonbercr 
Bebeutung. 3n ben »ebn genannten Staaten 
Aufammen flieg ber grauenübrrfebuf} ron 
etnia 5,2 s J0lill. auf runb 15 Jiill., bat pd) alfo 
beinahe rerbrcifad>t. Durch biefe Angabe läfjt 
ficb jeboeb bie ISinroirfung auf bas ©efcblccbter 
berbältnis feinestoegs flar erfemten. Bon ber 
männlichen Bcrölfcrung rourben im Caufe ber 
?ieit gan.t enorme Bruchteile fürs öeet ein 
gezogen. So tourben oon ber männlichen Be 
oölferung insgefamt in Deutfcblanb 35 °l m 
mobil ipert (11 SRill. Blann), in öfter rcicb- 
ilngarn ebenfopiel (9 fZTlill. ), in ©rofebritannien 
26 s /„ (G SRill.), in ßran!reid> (7 Will.), 
in Dtalien 29 °/ B (5 Will.). Demcntfprecbenb 
finb bie grofoen Wänneroe dufte, bie Urfadbo 
ber fühlbaren Berfcbicbung im ©cfcblechtcr- 
oerbältnis rourben. auf bie rocbrfäbigcn Alters 
Haffen ^roifdjen 1K unb 45 Jahren befebräntt 
Dicfc Jahrgänge finb gleichzeitig bic iricbtigftcn 
für iSbefcbltcfeung unb gonpflanjung. ©erabe 
bei ihnen h«t P<h ber Jrauenüberfcbub fo 
rocfcntlicb erhöbt ; für bie übrigen Altersflaffen 
fommt eine Berfcbiebung ber ©efd)Ie<bter- 
peibältniffc nicht in Betragt. Bon fünf ©rofj- 
ftaaten, für bie Berechnungen rorliegen, tarnen 
auf 1000 Wann im Alter ron 18 bi» 4-5 
Jahren grauen: 

1913 1919 

in Deutfcblanb 1005 1180 

in öfterreicb- Ungarn .... 1048 1230 

in ©rofjbritannicn unb 3rlanb . 1078 1 175 

in granfreid) 1017 1230 

in Italien 1109 1228 


D)ie öeimfebr oon ctroo 400 beutfefcen Äiicpspcfangcnen aus Onbicn : 2lnfunft bcs Dampfers 
„(£briftian 91ebc" an ben €t. S ])auli-i ; önbunpsbrücfcn in £>amburfl am 21. 'Slpril. rrboi ono m«. (wnbur«.i 


zufammen 1045 1205 

Bor bem Jahre 1913 hatten bie BaKanftaatcn 
als einzige i'dnber in (Europa einen fleinen 
Wännerüberfcbufc aufouroeifen. Bemcrlens- 
roertertoeife bat fleh auch hier 
bureb bie Kriege eine ftarfr 
ȟaucnubenabl bcrausgrbil 
bet. in Serbien beifpielsrocife 
rpn 1000 : 937 im Jahre 
1913 auf 1000: 1339 (!) im 
Jab« 1919. 

©cgcnübcT biefen euro- 
päifeben fahlen lammen 
bic aupercuropäif(h<n (eine 
BiertelmilUpn Kriegstoter 
her übcrfceifcbcn Dominions 
unb Kolonien Snglanbs. 
52000 amcrilanifcbe Kriegs 
tote ufir.) faum in Bedacht 
Auf Jahrzehnte hinaus roirb 
(Europa bic oerberblicben 
golgen bes Krieges in be 
oöltcrungspolitifcber Öinficbt 
fpüren unb auch gefunbbeit 
lieb hinter be» übrigen (Erb- 
teilen zurüdbfeiben muffen 
(Es roirb ibm fdjroer gelingen, 
bie gefunbbeitspofitifcb fufe 
renbe Stellung roicbcrjuge 
roinnen. Das gilt für alle 
Staaten, bic am Kriege be- 
teiligt waren, ob pe mili 
lärijcb fiegreid) blieben ober 
unterlagen, in gleicher Aßcifc 
Abhilfe unb Befferungs 
mapnabmen muffen ficb, roor 
auf bier nur furz hinge 
triefen fei, in erfter ^inic 
auf gefteigertc gürforge für 
bie jugenblicben (audb fchon 
bie Ungeborenen) erftreden 
BefonbcTS bei ber fozial 
hogienifchen unb gefunbbeit 
lieben gürforge für bie auper 
ehelichen Kinbcr fönnen be 
bcutenbe Berfäumniffe zum 



grl. Dr. ©crltui> 'Säumer, 

Slilflliet» bet ^Calionjlpnljnimlunj iTftno- 
frdiitOM DarWi-, tritt in tu 
dun bt* Innern als 'Hortr«»(»*n»< ‘Marin «in 
Cüblciluiif) für ed>u!onflflfflfnbfi!cn). 



£äna Salufdjef, 

numbait« 'öfilitmr ;Kolrr. t-dvIOfm Otr 
'.1tb#iunPfli in »*n •©«(«« *Ji*rott*n. b*- 
täiti» äud) 6utdj Ifint SilenSabAbilbet, 
feint om U. 3ttoi fernen 50. Qfeburtslafl. 



'Hrof. 'Huguft 'Jlaps, 

Dr. phil. un» Tr. 3 m. h. c.. Ttitnof Per 
litemens & ßdlsfe *1 -W . aRitfllieb 6« Ruta- 
tspiims »« UfcBrifol'le-Iwfcmtifcen , Kn(b«. 

anftall urt» Itx Rdilet -1tt:lb*IW-tfWlell|<tM3|!. 
beheutenber Sadjfl«!cbrlft unb 3n»u(thellet. 
f am fO. Sprit. 



©obeimer 9leg..'Jlat 
Dr. ÜRetfener, 

»tt neue Vtil« bn Vaimi fei flnebn- 
pr afibmtrn an €trllc Pts ^urüdflrttnrncn 
©cfanNtn Dr. ’MirtJrr. h»bcr Mrlrrrnt 
Mffce ^uitaus. 

OriginaTTrom 



grau 

Mannte Tetfampferin bet •f'-alfsetAirbunj 
tülitbeatunbenn btt tSennartdlfurlr Fui 
Stautn, •ütflTunMin »et 1. CSottraldtult tüi 
,Ztducn. beflina dm T» 3R«n ibten 70. ®e- 
btitlsläfl. ^Tbot. ’3lwe OTaljbetfl. Berlin.) 


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3m WMn&of ju üeipjig. Starb einer 3ei<bnung für bie Seipjiger „OUuftrirte Seitung" Don Slubolf ßipus. 



SlluftriTte 3 c ^ un 9 


33om SBirbelfturm in^Zorbomcrifa am28.2Häia: Slnficfct aus iölclrofe ^arf, 
einer ^oiftabt bon (lljicööo, nad) bem rübertoben bes Ortons, burdj ben 
§unberte oon ödu|ern reeflflefeflt mürben unb Diele ^eifonen ben Job fanben. 


s 2lu& bem befefeten C&ebiet $eutfd)lanbs: (£nfllif<{)e Sto&fanonenboote auf 
bem Schein. (ipbot. s SDiattbous, ftsin.) 


[! 





(£ine ^emonftration für bie 3ri|d)e iHepublif in 9leup©rf, an ber 25 (XX) 5Imerifaner teilnabmen. ®in Demonftrotionsjufl für Dnbicns fireibeit 

in ateuoorf am et. ‘patriefstag (17. 2Rära>. 


Verteil für Die Allgemeinheit, für bie ©eftaltung ber BeDölfcrungspcrbältniffc, gutgenuK&t Bettp gifdjer »croenbct. Die tiefe (off Taille, bas 2Rer!maI ber neuen 2Jlobe, mit bem im 
roerben. Jebem üRcnfcben aber, betn bie Bebeutung ber angeführten ßahlen nur einiger- Arrangement oerfebroinbenben ©ürtcl. ber tur je Ärmel, ber furje atod, baju ein fanbfarbener 
mafjen dar geworben ift, mufj oerftanbes-gemaf) tum Bcwufjtfein fommen, »eich oerbcrbliche ©trobbut mit bunfler, nuancierter, pliffierter Banbrüfcbe, ift entjütfenb. Bon Dollenbetcm 


■ffiirfungen in biologifcber unb 
bpgienifcber Bejahung ein Strieg 
mit fid) bringt. 


'Jßiener 6ommer= 
moben=3been. 

Bon Claire Datei, Söien. 

(AbNlbunurn Heb* -teile 589.) 
(TVit uijenbe, jugenblicbc 
-</3Robe ber Bolant* unb 
Dliffees bat ber (sommer fid) 
bruer ju eigen gemacht. £5 gibt 
alferbinas nichts Anmutigeres 
ab biefe garten, buftigtn Ar- 
rangements, unb ber 6d>i<f, ber 
(ich nun einmal in Einfachheit 
am beften jeigt, (ann Heb hier 
am leicblcften entfalten. Die 
©iener ©cbaufpielctin oon ©e- 
febmad bat für bie neuen ^Ro- 
ben, bie jo anmutig betreiben 
©irlen, toenn fte mit ©inn unb 
Smpfinben für ‘Jöixfung unb 
©chönbeit rr©äblt ©eiben, bas 
richtige Berftänbnts. fRicbt 
mabllos n>irt> t>on unferen 
ftünftlerinncn bas üRobcrne ber 
©aifon als Äolie gewählt, fon- 
bern man liebt fultioirrteftcn 
©efefemad bei ber ©abl be* 
funbet. Bot allem ift es ber 
feine, grajiös febmiegfame (>«*po 
jjjoorgetto in bunfelblauen unb 
lanbfarbenen Tonen, ber ein 
Liebling bcs Sommers ift. Sein 
gefältelt, in baarbünnen Dliffces 
*u einer Xunifa »erarbeitet, fiebt 
man ibn ju bem bunfelblauen 
ftleib un(erer Operettenbioa 



■2lus ber ^Ibfttmmuitg&jone in Kärnten: töldffenfunbgebunj; ber "BcDÖlferung SUdgenfurts 
gegen ben ’SInfcblufo an (sübflaroicn auf bem 9leuen s Plat)e, bem gröfeten iMafee ber <£tabt, 
am Sonntag, bem 11. Slpril. 

3tn ber protcftfunbgtbuna nahmen »eil über 15000 ‘•p« Ionen teil. Di* Bertrrl« bet Slablgemeinbe unb Aebnet aller rolitildjen 
'Parteien hielten oom frfti icb flckbmürftm 'Salten bcs Aaintrbofw aus bcflciftcrt au (genommene pairioti fd»c Anlpracbcn, 'Den ©ipfel- 
Punft ber •ikranftalrung bilbete bie Abfindung bes Kärntner heimat liebes. 


51eij ift bas febroarje, für je 
Xaftfleib mit ber Aolle runb 
um ben Au&icbnitt, ben jarten 
Danienaff ungen unb bem feinen 
Ximbre bes fönigsblauen Ban- 
bcs. T>a.ju febroarjer großer öut 
mit rofenroter Blattinnengarnie- 
rung. ßu fo einem SUeih ©irb 
ein faltiges (£ape aus Xaft ge- 
tragen, bas in feiner Slunbung 
an bie Krinolinenlinie erinnert, 
bie hier unb ba im SDlobcbilb 
auf taucht. Sine ausgefproebene 
Sommcrtoilette in hartem Aofa 
trägt bie reijum floffene :T»laric 
aRapen oom Burgtbeatcr 
3 uqe nbfiifcb unb entjüdenb ift 
biefes jartrofa Setbcnfleib mit 
ben nur fetÜiCb arrangierten 
Bolantteilen, bie mit Storallcn- 
farbe gclantet finb. X5er minjige 
Urmel, bie abfolute Anfprucbs- 
lofiflfeit bei Xaille jeigen bie 
neue 2Rpbe an. X)aju fiebt man 
einen ©eiben Organbpbut mit 
Blumen, ©ie Blumen finb beuer 
— unb bas ift febabe — lange 
nicht in bem 2Rafje ©ertreten 
als cs ihnen im Sommer ge- 
bühren ©ürbe; allcrbings böri 
man eon deinen Xoques, bie 
eng ben ftopf umgeben feilen, unb 
bie aus ganj fleinen Blumen br- 
ftehen »erben, bie eng aneinanber 
arrangiert finb. Der grobe $ut. 
ber früber, Ungetümen gleich, bas 
bübjebefte 5\öpfd)en ungrajiös be- 
fdbmerte, ift überwunben, unb 
gewife »irb er nicht »ieber fo 
halb ins fOiobebilb bincingudcn, 
benn ju ben einfach »irfenben 
3Roben, ju ben jugcnblicben 


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Wr. 4010 


3 Ilu(tmte 3 c 'lung 


583 



Bas als Siebig-SDlufcum fürjlici> eitrgeipeibie alte Laboratorium bcs 
grofjen cfjcrnifcben gorfßers guftus Liebig in ©iefeen, in bem er 
»on 1824 bis 1852 tätig roar. 



Linien paßt einmal bas 6cbn>ere, Ubrrlabrnr nicht. (Eine weitere Slbbilbung j. 35. 
jeigt ein blaues pliffiertes ßeinenlleib mit rofa ßetnengarnieTung, baju Meinen blauen 

hut mit 6cbleicr Cöeitp gifdjer). 60 
eine Sufammenftfllung wirft hoch eben 
bcs f leinen £>utes wegen ganj aller- 
liebft unb (<bid. Die furjen •ärmel er» 
forberten eig.-ntlidj lange hanbfebube, 
aber bie weltliche Orientierung oerrät 
uns, ba|j aud> bie Doriferin md)t bar- 
an benft, lange Jpanbfipubc ju tragen, 
unb |o macbcn auch mir in 3fiien bicic 
9R#be mit ehrlichem herjen mit. 
Denn wo tollten mir auch bas fDlate- 
rialt .^übernehmen! (Sine anbere 3lb- 
bilbung jeigt roieber SDlarie SWapen in 
einer ©ompbonic oon 3Beife unb hell- 
blau. 6cbr weiche bebrudte Dongis- 
leibe ift lebt graziös in einer lunifa 
arrangiert, bie rücfreärts in jwei hell- 
blau gefütterten «schleifen gefnüpft ift. 
Die Jaille — ein SDlcrfmal ber heuri- 
gen 3Robe — ift ganj einfach unb an- 
fprucb&los im Kimono gearbeitet, mit 
furjen 31 1 mein d erleben. 

'Das ©emälbe. 

33on 3licbaib 3tiefc. 

Qtbolf ift ein grünblicher SERenfcb. 
< ' 31boll ftebl in einem Slunftfalon unb 
belicht Silber. Der 'Bcfifoer bat eine 
neue ftunfiricblung erfunb>n, eine, bie 
allen gerecht wirb. Dir pflegt er. (St 
nennt fie ben „ftpnjunfturismus". Die 
lägt jebrs fünftlerifebeSeftrebrn gelten. 
9)Jal bas, mal jenes. Unb fo bat h f rr 
2Jlaper ficb benn fd on auf olle aiicb Jun- 
gen „gelegt". 31uf bie DUotpleuie, auf 
bie ^ointilliften, bie Dmpreffipnifttn, 
bietEiprrffioniften, bieguturiftrn. Bas 
eben gerabe Trumpf n>ar. heule ift 
3Refcbuggc Trumpf. Das weif) herr 
■aflaper. Unb barum bat er eine üus- 
ftellung „älterer guturiften" eeranftal- 
tet. Jeher 21usftclter mu& minbeftens 
jroanog Jahre fein. (Ehrenwort lich- 
herr 2Haper läßt ficb nicht mebr rein- 
legen, wie neulich mal, als man ihm 


Bas jünflft irt Bresben aufgeftclfte 
Boppetbenfmol für ©etfearb unb 
Söilbelm ». Äügelgen. 

Das Denfmal touibe am ftunttrljübtstae ber Sr- 
mprbung ®eibarb p. fligtlocrs (27. 'Dtäi* 1820) ent- 
büllt ÖSerbarb d. Ä. roar |riner#il ein ItortTät* unb 
biltBrimmalft ron %uf. Sein Sohn fBilkelm, eben- 
falls SKaler. ift als ^rloflrr brt „CWflcnhfrinnminflm 
eines allen 9Rartrrt" auf bie 9la(btpclt getommen. 


hie üJtalerei eines oierjäbri- 
gen Knaben b